[0001] Bleichaktivatoren reagieren bereits in der Waschpulvermischung, begünstigt durch
die vorhandene Restfeuchte, mit dem Bleichmittel wie z.B. Natriumperborat, wenn beide
Komponenten ungeschützt vorliegen. Um diese Reaktion zu unterbinden, wird eine der
beiden Komponenten mit einem wasserlöslichen Mittel gecoatet, das sich während des
Waschvorgangs im Waschwasser auflöst und die Wirksubstanz freisetzt. Bevorzugt wird
dazu der Bleichaktivator gecoatet. Als wasserlösliche Mittel werden dabei z.B. bei
Raumtemperatur feste Tenside, wie in EP 62523 beschrieben, oder Stärke- oder Cellulosederivate
wie in EP 37026 beschrieben, verwendet. Da die Stärke- oder Cellulosederivate beim
Lösevorgang aufquellen, entsteht ein zusätzlicher Sprengeffekt, der die beim Coaten
entstehenden Agglomerate schneller in die Einzelkristalle zerlegt und damit schneller
die Aktivatorwirkung verfügbar macht. Bei dem Verfahren gemäß EP 37026 wird das Aktivator-Pulver
zunächst mit dem Hilfsmittel ganz oder teilweise trocken vorgemischt. In einer zweiten
Stufe wird dann dieses Gemisch mit Wasser oder mit einer wäßrigen Lösung der Restmenge
des Hilfsmittel befeuchtet und granuliert. In EP 62523 erfolgt die Herstellung der
Aktivator-Granulate durch Extrusion einer Mischung aus Aktivator und Tensid.
[0002] Wichtig für die Beständigkeit und damit auch für die Wirksamkeit der gecoateten Partikel
ist mithin, daß der Überzug möglichst geschlossen ist, und das Coatingmittel möglichst
gleichmäßig über die Aktivatorsubstanz verteilt ist. Dies aber wird mit dem in EP
37026 beschriebenen Verfahren nicht erreicht, da beim Eintragen des zum Anlösen der
Stärke- oder Cellulosederivate erforderlichen Wassers in die Pulvermischung die Stärke-
oder Cellulosederivate eine Gallerte bilden, deren Fließfähigkeit nicht ausreicht,
die Aktivatorpartikel komplett zu umhüllen.
[0003] Es wurde nun gefunden, daß man eine gleichmäßige Umhüllung der Aktivatorpartikel
mit den Stärke- oder Cellulosederivaten erzielt, wenn man zuerst den Aktivator mit
der erforderlichen Wassermenge befeuchtet und dann die pulverförmigen Stärke- oder
Cellulosederivate zudosiert.
[0004] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung eines
lagerstabilen, leicht löslichen Bleichaktivator-Granulats durch Coaten des Aktivators
mit einem Hilfsmittel, wobei man den pulverförmigen Aktivator zunächst mit Wasser
befeuchtet, anschließend das Hilfsmittel als Pulver mit dem feuchten Aktivator mischt
und diese Mischung granuliert.
[0005] Als Bleichaktivator für das erfindungsgemäße Verfahren eignen sich die hierfür bekannten
N-acylierten Amine, Diamine, Amide und Glykolurile, vorzugsweise Tetraacetylethylendiamin
und Tetracetylglykoluril sowie Pentaacetylglucose und Isononanoyloxybenzolsulfonat-Natrium.
Diese Aktivatoren fallen bei ihrer Herstellung als Pulver an. Um eine gute Auflösung
des Aktivators in der Waschflotte zu gewährleisten, hat es sich als sinnvoll erwiesen,
bevorzugt solche Aktivatoren zu nehmen, die einen durchschnittlichen Korndurchmesser
von etwa 0,05 bis 0,5 mm, insbesondere von 0,07 bis 0,2 mm aufweisen. Der gewünschte
durchschnittliche Korndurchmesser kann durch Aussieben mit kalibrierten Sieben erreicht
werden. Das erfindungsgemäße Verfahren ist jedoch nicht auf die Verarbeitung von Partikeln
der angegebenen Korngrößen beschränkt.
[0006] Die Menge an Wasser, die im ersten Schnitt auf den Aktivator nach üblichen Methoden,
beispielsweise durch Sprühen, aufgetragen sind, ist so zu bemessen, daß ein feuchtes,
noch nicht zum Zusammenbacken neigendes Granulat entsteht. Im allgemeinen wird das
Aktivator-Pulver mit Wasser im Verhältnis 20:1 bis 4:1 vorzugsweise im Verhältnis
9:1 bis 5:1 mit Wasser befeuchtet.
[0007] Dem trockenen Aktivator oder dem Wasser kann, sofern gewünscht, ein Farbstoff oder
ein Weißpigment zur Anfärbung oder zur Überdeckung der Eigenfarbe der Rohstoffe zugesetzt
werden. Hierfür sind im allgemeinen 0,01 bis 0,1 Gewichtsprozent, bezogen auf das
Fertigprodukt, an Farbstoff oder Farbpigment ausreichend.
[0008] Das so befeuchtete Aktivator-Pulver wird anschließend mit dem für das Coaten des
Aktivators notwendigen Hilfsmittel vermischt. Als Hilfmittel für diesen Zweck kommen
in Frage wasserlösliche Celluloseether, wasserlösliche Stärke oder wasserlösliche
Stärkeether. Beispiele für Celluloseether sind Methylcellulose, Ethylcellulose, Hydroxyethylcellulose,
Methylhydroxyethylcellulose, Methylhydroxypropylcellulose, Carboxymethylcellulose
(als Natriumsalz) und Methylcarboxymethylcellulose (Na-Salz). Als Stärke kommt beispielsweise
depolymerisierte Stärke in Betracht. Geeignete Stärkeether sind beispielsweise Carboxymethylstärke,
Hydroxyethylstärke und Methylstärke. Als besonders geeignet hat sich Natriumcarboxymethylcellulose
erwiesen. All diese Produkte werden in trockener Form mit dem Aktivator gemischt.
Das Mischen des feuchten Aktivators mit dem pulverförmigen, trockenen Hilfsmittel
erfolgt in üblichen Mischvorrichtungen. In das feuchte Aktivator-Pulver werden ca.
2 bis 20 Gew.-% an Hilfsmittel, bezogen auf das trockene Aktivator-Pulver, eingemischt.
[0009] Zur Beschleunigung des Lösungsprozesses bei der späteren Anwendung können noch geringe
Mengen an bekannten, pulverförmigen, in der Tablettenindustrie gebräuchlichen Sprengmitteln
zugesetzt werden, sofern die eingesetzten Cellulose- und Stärkeether nicht bereits
von sich aus eine gewisse Sprengwirkung entfalten. Brauchbare Sprengmittel sind zum
Beispiel teilweise abgebaute Stärke, Stärkeether, Polyvinylpolypyrrolidon, Formaldehydcasein
und quellfähige Magnesiumalumosilikate. Der Anteil an derartigen Sprengmitteln kann
0 bis 2 Gewichtsprozent des fertigen Granulats betragen.
[0010] Das so erhaltene Gemisch wird dann in einer geeigneten Granuliervorrichtung, beispielsweise
in einer Granuliertrommel, in einem schnell laufenden Mischer oder auf einem Granulierteller
granuliert. Ferner sind Vorrichtungen für die Preßgranulation geeignet, wie beispielsweise
Strangpressen oder Ringkollerpressen.
[0011] Der Wassergehalt des Gemisches wird anschließend auf weniger als 2, vorzugsweise
weniger als 1 Gewichtsprozent erniedrigt. Das Entziehen des überschüssigen Wassers
kann durch Trocknen unter Wärmezufuhr erfolgen, wobei die Temperatur des Granulates
zweckmäßigerweise 100°C nicht übersteigt und unterhalb der Schmelztemperatur des Bleichaktivators
liegt. Die getrockneten Granulate sollen weniger als 2, vorzugsweise weniger als 1
Gewichtsprozent Wasser enthalten.
[0012] Sofern das Granulat zum späteren Einsatz in Waschmitteln bestimmt ist bzw. zu Waschzwecken
verwendet werden soll, bei denen ein gewisser Gehalt an solchen Salzen nicht stört,
die üblicherweise in Waschmitteln oder bei Waschprozessen eingesetzt werden und die
unter Aufnahme von Kristallwasser zu kristallisieren vermögen, kann der Entzug des
überschüssigen Wassers auch durch Vermischen der feuchten Granulate mit derartigen
wasserentziehenden, im wesentlichn wasserfreien oder wasserarmen Salzen erfolgen.
Beispiele für derartige Salze sind Natriumtripolyphosphat, Natriumsulfat, Natriumcarbonat,
Natriumsilikat und zum Ionenaustausch befähigte, wasserarme Natriumalumosilikate sowie
deren Gemische. Die anzuwendende Menge richtet sich nach dem Wasserbindevermögen der
betreffenden Salze sowie dem Wassergehalt des feuchten Granulates. Im Falle des bevorzugt
angewendeten wasserfreien Natriumtripolyphosphats beträgt das Mischungsverhältnis
von Tripolyphophat zu feuchtem Granulat 1:3 bis 1:1,5, insbesondere 1:2 bis 1:1. Das
Vermischen kann in üblichen Mischern oder Granuliervorrichtungen vorgenommen werden,
wobei auch die zur Herstellung der feuchten Granulate verwendeten, mit Mischorganen
ausgerüsteten Mischvorrichtungen unmittelbar weiterbenutzt werden können. Auf diese
Weise ist eine vereinfachte, insbesondere energiesparende Verarbeitung möglich, da
die notwendige Trockenstufe eingespart werden kann.
[0013] Weiterhin ist es möglich, dem zum Einsatz in Waschmitteln beziehungsweise in Waschprozessen
bestimmten Granulaten während des Granulierungsprozesses auch solche Stoffe zuzusetzen,
die üblicherweise in sehr geringer Menge den Waschmitteln in einem besonderen Mischprozeß
getrennt zugemischt werden. Es handelt sich bei diesen Zusatzstoffen um solche, die
bei der üblichen Waschmittelaufbereitung, insbesondere bei der Heißsprühtrocknung,
inaktiviert werden beziehungsweise verlorengehen, wie Schauminhibitoren und Duftstoffe.
Als Schauminhibitoren kommen übliche bekannte Entschäumungsmittel, vorzugsweise Polysiloxane
sowie deren Gemische mit mikrofeiner Kieselsäure in Frage. Beispiele hierfür sind
Polydimethylsiloxan mit einem Gehalt von zirka 1-10 Gewichtsprozent an mikrofeiner
Kieselsäure. Der Anteil an derartigen Polysiloxanentschäumern kann 1 bis 5 Gewichtsprozent
vorzugsweise 2 bis 4 Gewichtsprozent, bezogen auf das fertige Granulat, betragen.
[0014] Die auf diesem Wege erhaltenen, mit einem Hilfsmittel überzogenen Bleichaktivatoren
zeigen eine wesentliche bessere Stabilität beim Lagern im Vergleich zu den analog
aufgebauten Aktivatoren, wie man sie nach dem Verfahren der EP-A 37026 erhält.
Beispiel 1
[0015] In einem Mischer mit schnell-laufendem Rührwerk wurden 11.8 g TAED (Tetraacetylethylendiamin)-Pulver
mit einem mittleren Korndurchmesser d von ca. 85 µ in 60 Sekunden mit 1.87 l Wasser
befeuchtet, dann direkt anschließend in 90 Sekunden 800 g Carboxymethylcellulose-Pulver
zudosiert. Die entstandene Mischung wurde durch ein Lochblech mit 1 mm Bohrungen passiert
und bis zu einer Restfeuchte von 0.2 % getrocknet.
[0016] Das so erhaltene Granulat wurde zu 3 % in eine Natriumperborat enthaltende Standardwaschpulvermischung
eingemischt und 30 Tage bei 38°C und 80 % relativer Feuchte im Klimaschrank aufbewahrt.
Danach waren noch 83 % der Ausgangsaktivität titrimetrisch nachweisbar vorhanden.
Beispiel 2
[0017] In einem kontinuierlich laufenden Mischer werden 14 kg TAED Pulver pro Minute mit
2.8 l Wasser pro Minute gemischt, die feuchte Mischung kontinuierlich in einen zweiten
Mischer mit schnell laufendem Rührwerkzeug eingetragen und dort gleichzeitig pro Minute
0.7 kg Carboxymethylzellulose zudosiert.
[0018] Das dabei entstandene, feuchte Granulat wurde in einem Fließbett-Trockner bis zur
Restfeuchte von ca. 1 % getrocknet. Das danach aus dem Trockner ausgetragene Granulat
enthielt ca. 3.5 % Anteile über 1400µ und ca. 26 % unter 500µ. Das Gutkorn (Anteile
zwischen 500 µ und 1400 µ) wurde abgesiebt und zu 3 % in eine Natriumperborat enthaltende
Standardwaschpulvermischung eingemischt. Nach 30 Tagen Lagerung bei 38°C und 80 %
relativer Luftfeuchte waren noch 79 % der Ausgangsaktivität titrimetrisch nachweisbar.
Vergleichsbeispiel
[0019] In einem Mischer mit schnell-laufendem Rührwerk wurde die Pulvermischung aus 11.8
kg TAED und 800 g Carboxymethylcellulose in 60 Sekunden mit 1.87 l Wasser befeuchtet.
Die entstandene Mischung wurde durch ein Lochblech mit 1 mm Bohrungen passiert und
bis zu einer Restfeuchte von 0.2 % getrocknet. Das so erhaltene Granulat wurde zu
3 % in eine Perborat enthaltende Standardwaschpulvermischung eingemischt und 30 Tage
bei 38°C und 80 % relativer Feuchte im Klimaschrank aufbewahrt. Danach waren nur noch
66 % der Ausgangsaktivität titrimetrisch nachweisbar.
1. Verfahren zur Herstellung eines lagerstabilen, leicht löslichen Aktivator-Granulats
durch Coaten des Aktivators mit einem Hilfsmittel, dadurch gekennzeichnet, daß man
den pulverförmigen Aktivator zunächst mit Wasser befeuchtet und anschließend das Hilfsmittel
als Pulver mit dem feuchten Aktivator mischt und diese Mischung granuliert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Aktivator-Pulver
mit Wasser im Verhältnis 20:1 bis 4:1 befeuchtet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man in das feuchte
Aktivator-Pulver 2 bis 20 Gew.-% des Hilfsmittels, bezogen auf das trockene Aktivator-Pulver,
einmischt.
4. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß man Natrium-Carboxymethylcellulose als Hilfsmittel einsetzt.