[0001] Die Erfindung betrifft eine Gebäudewand aus Glasbauelementen mit im Querschnitt U-förmigen
Grundkörpern, die eine rechteckige Hauptfläche aufweisen, deren Längsseiten als rechtwinklig
abgebogene Schenkel ausgebildet sind.
[0002] Gebäudewände dieser Art sind lichtdurchlässig und haben eine lichtstreuende Oberfläche.
Aufgrund der angewendeten Herstellungsverfahren sind die Grundkörper dieser Gebäudewände
jedoch nicht durchsichtig. Um die erforderliche Wärme- und/oder Schalldämmung zu erreichen,
werden diese Gebäudewände zweischalig, d.h. mit jeweils zwei Reihen mit den Schenkel
einander zugewandten Grundkörpern gebildet, die zueinander entsprechend so versetzt
sind, daß zwischen ihnen ein isolierender Zwischenraum geschaffen wird. Diese Bauweise
ist sehr teuer und arbeitsintensiv, da das Zusammensetzen der beiden Schalen erst
an der Baustelle erfolgen kann, wobei sich ein doppelter Glas- als auch Arbeitsaufwand
ergibt.
[0003] Erschwerend ist die gesetzliche Vorschrift, daß, soweit derartige Gebäudewände Außenwände
eines Gebäudes sind, ein bestimmter Prozentsatz der Gesamtfläche der Wand durchsichtig
sein muß. Da die Herstellung durchsichtiger Grundkörper so gut wie unbekannt ist,
wurden sehalb bisher stets Fenster zwischen die Glasbauelemente eingesetzt, wodurch
die Erstellungskosten einer solchen Gebäudewand noch mehr erhöht wurden.Aus dem DE-GM
88 11 980 ist inzwischen ein im Querschnitt U-förmiger Grundkörper bekannt geworden,
der aus durchsichtigem Glas besteht und an die Stelle derartiger Fenster treten kann..
[0004] Es hat sich jedoch gezeigt, daß beim zweischaligen Einbau derartiger durchsichtiger
Glaselemente die Durchsichtigkeit stark vermindert wird, wenn sie zweischalig aufgestellt
werden, insbesondere auch deshalb, weil sich in dem entstehenden Zwischenraum zwischen
einander gegenüberstehenden Grundkörpern störendes Kondensat bildet.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu
schaffen, um wenigstens bei den durchsichtigen Glaselementen eine Schall- und/oder
Wärmedämmung vorzusehen, die die Durchsichtigkeit nicht beeinträchtigt und nach
Möglichkeit den Einbau derartiger Glaselemente erleichtert.
[0006] Die Lösung der gestellten Aufgabe besteht erfindungsgemäß in den kennzeichnenden
Merkmalen des Ansprüches 1. Die so ausgebildeten, vorfertigbaren Isolierglaseinheiten
lassen sich auf einfache Weise neben- und auch über bzw. unter die undurchsichtigen
Glaselemente der Gebäudewand einbauen.
[0007] Eine Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, auch die undurchsichtigen Glasbauelemente
als selbständige Isolierglaseinheiten auszubilden. Dies hat den Vorteil, daß die
zweischalige, zeitaufwendige Bauweise entfallen kann. Man kann als isolierende Glasscheiben
auch geringerwertiges Glas verwenden und die vorgefertigten Isolierglaseinheiten auf
einfache Weise untereinander verbinden. Auch ergeben sich wesentlich geringere Gewichte
für die Glaswand aus Isolierglaseinheiten nach der Erfindung gegenüber der zweischaligen
Bauweise.
[0008] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0009] Nachstehend ist die Erfindung anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen:
Fig.1 einen Querschnitt durch eine Isolierglaseinheit nach der Erfindung,
Fig.2 einen Querschnitt durch einen Teil einer Gebäudewand mit zweischalig angeordneten
Glasbauelementen und Isolierglaseinheiten nach der Erfindung,
Fig.3 einen Querschnitt durch einen Teil einer Gebäudewand aus Isolierglaseinheiten
nach der Erfindung
Fig.4 einen teilweisen Längsschnitt durch eine Verbindungsstelle übereinander stehender
Isolierglaseinheiten, und
Fig.5 einen Querschnitt durch einen Teil einer Gebäudewand aus Isolierglaseinheiten
mit einer drehbaren Isolierglaseinheit
[0010] Fig.1 zeigt im Querschnitt eine Isolierglaseinheit nach der Erfindung. Sie besteht
aus einem Grundkörper 1 mit U-förmigem Querschnitt. An die im wesentlichen ebenen
Hauptfläche 2 schließen sich seitlich zwei hierzu rechtwinklig abgebogene und sich
in Längsrichtung erstreckende Schenkel 3 an. Der Grundkörper 1 kann aus durchsichtigem
oder undurchsichtigem, durchscheinendem Glas bestehen.
[0011] Mit Abstand parallel zur Hauptfläche 2 des Grundkörpers 1 ist eine Glasscheibe 4
angeordnet. Sie ist mit einem sie einfassenden, zugleich als Abstandhalter dienenden
Isolierrahmen 5 verklebt, der seinerseits mit der Hauptfläche 2 des Grundkörpers
1 verklebt ist. Den Isolierrahmen 5 umgibt ein Isolierstreifen 6, z.B. aus geschlossenporigem
Kunststoffschaum, der die Wärmedämmung im Bereich der Schenkelansätze an der Hauptfläche
2 sicherstellt und ggf. auch entfernt werden kann. Zwischen der Glasscheibe 4 und
der Hauptfläche 2 wird so ein isolierender lufterfüllter Zwischenraum 7 gebildet.
Die Glasscheibe 4 kann auch auf eine andere übliche Weise isolierend am Grundkörper
1 befestigt sein.
[0012] Die isolierende Glasscheibe 4 ist bei einem Grundkörper 1 aus durchsichtigem Glas
vorzugsweise eine Klarglasscheibe. Bei einem Grundkörper 1 aus undurchsichtigem Glas
kann die isolierende Glasscheibe 4 auch aus einem geringwertigen Glas bestehen. Vorteilhaft
weist sie auf ihrer dem Grundkörper 1 zugewandten Seite eine die infraroten Strahlen
reflektierende Beschichtung 14 auf.
[0013] Fig.2 zeigt, daß die Verwendung einer Isolierglaseinheit, z.B. einer solchen mit
einem Grundkörper 1 aus durchsichtigem Glas auch in einer Gebäudewand möglich ist,
die im wesentlichen in bekannter Weise aus einfachen Grundkörpern 1,11 aus undurchsichtigem
Glas gebildet ist. Um eine Schall- und/oder Wärmedämmung bei einer solchen Gebäudewand
zu erreichen, sind die Grundkörper in üblicher Weise zweischalig angeordnet, d.h.
jedem Grundkörper 1 steht ein hierzu versetzter Grundkörper 11 gegenüber, wobei die
beiderseitigen Schenkel 3,13 einander zugekehrt sind und in den jeweiligen Hohlraum
der gegenüberliegenden Grundkörper 1 bzw. 11 eingreifen.
[0014] Aus diesem Grunde ist, wie Fig.2 zeigt, zwischen der parallel zum Schenkel 3 des
Grundkörpers 1 der Isolierglaseinheit gelegenen Seite 10 des Isolierrahmens 5 und
dem zugeordneten Schenkel 3 ein Abstand A in der Größenordnung der Dicke des hineinragenden
Schenkels 13 des isolierenden Grundkörpers 11 vorgesehen. Diese Ausführung eignet
sich auch bei Verwendung von - nicht dargestellten - U-förmigen Verbindungsklammern,
die zwei benachbarte Schenkel 3 zweier Isolierglaseinheiten verbinden.
[0015] In Fällen, wo derartige Schenkel oder Klammern nur einen der beiden Schenkel einer
Isolierglaseinheit übergreifen, kann der Zwischenraum auf der anderen Seite entfallen
oder mit einem isolierenden Streifen 6, z.B. aus geschlossenporigem Kunststoff gefüllt
sein.
[0016] Fig.3 zeigt einen Querschnitt durch eine Gebäudewand, die ausschließlich aus Isolierglaseinheiten
gemäß der Erfindung zusammengesetzt ist. Sie bietet den Vorteil einer einfachen Montage
vorgefertigter Fertigteile und vermeidet zeitraubende Einpassungen. Darüber hinaus
wird eine Kondensatbildung in den isolierenden Hohlräumen vermieden. Auch ergibt sich
ein geringeres Gesamtgewicht der Gebäudewand.
[0017] Um zwei Isoliereinheiten mühelos aufeinander setzen zu können, kann es zweckmäßig
sein, die Grundkörper 1 um das Tiefen- oder Nuttiefenmaß T von Verbindungsmitteln,
z.B. H-Trägern 12 länger auszubilden, als die isolierende Glasscheibe 4. (Fig .4)
[0018] Im Rahmen der Erfindung ist es auch möglich, ein geschoßhohes Glasbauelement aus
übereinander gestellten kurzen Isolierglaseinheiten unterschiedlicher Durchsichtigkeit
zu bilden. Auf diese Weise lassen sich z.B. Licht- oder Fensterbänder in einer Glasbaufassade
ausbilden.
[0019] Die Isolierglaseinheiten sind in der Regel miteinander verklebt. Um eine Außenbelüftung
eines Bauwerks zu gestatten, ist es nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
auch möglich, eine oder mehr Isolierglaseinheit(en) mittig zwischen zwei lotrechten
Zapfen 15 drehbar zu lagern. (Fig.5) Da die Schenkel der allgemein etwa 0,5m breiten
Grundkörper 1 nur eine Höhe von etwa 10% der Breite der Grundkörper 1 haben, kann
eine solche Isolierglaseinheit mit entsprechendem Abstand von benachbarten Grundkörpern
1 so angeordnet sein, daß ein Klemmen beim Drehen vermieden wird. Die notwendige Abdichtung
zwischen benachbarten festen und drehbaren Isolierglaseinheiten erfolgt dann in bekannter
Weise mittels elastischer Dichtlippen 16 oder dgl.
1. Gebäudewand aus Glasbauelementen mit im Querschnitt U-förmigen Grundkörpern (1),
die eine rechteckige Hauptfläche aufweisen, deren Längsseiten als rechtwinklig abgebogene
Schenkel ausgebildet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Teil der Glasbauelemente aus selbständigen, vorfertigbaren Isolierglaseinheiten
besteht, die einen Grundkörper (1) aus durchsichtigem Glas aufweisen, in dessen Hohlraum
mit Abstand von der Hauptfläche (2) des Grundkörpers (1) eine isolierende Glasscheibe
(4) angeordnet ist und mit dem Grundkörper (1) einen abgeschlossenen isolierenden
Zwischenraum (7) einschließt
2. Gebäudewand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Glasbauelemente aus nichtdurchsichtigem Glas ebenfalls als selbständige
vorfertigbare Isolierglaseinheiten ausgebildet sind, wobei in dem Hohlraum des jeweiligen
Grundkörpers (1) mit Abstand vom der Hauptfläche (2) des Grundkörpers (1) eine isolierende
Glasscheibe angeordnet ist, die mit dem Grundkörper (1) einen abgeschlossenen, isolierenden
Zwischenraum (7) einschließt.
3. Gebäudewand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die isolierende Glasscheibe (4) aus Klarglas besteht.
4. Gebäudewand nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die isolierende Glasscheibe (4) auf ihrer dem Grundkörper (1) zugewandten Seite
eine die infraroten Strahlen reflektierende Beschichtung (14) aufweist.
5. Gebäudewand nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der parallel zum Schenkel (3) des Grundkörpers (1) gelegenen Seite (10)
der isolierenden Glasscheibe (4) und ihrer Isolierbefestigung einerseits und diesem
Schenkel (3) andererseits ein Abstand (A) in der Größenordnung der Schenkeldicke zur
Aufnahme flanschartiger Verbindungsteile oder dgl. vorgesehen ist.
6. Gebäudewand nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) in Längsrichtung jeweils um die Nut- oder Einbautiefe (T)
eines mit den Längsenden des Grundkörpers (1) zu verbindenden Kupplungselements,
z.B. H-Träger (12) länger ist, als die Glasscheibe (4) und ihr Isolierrahmen (5).
7. Gebäudewand nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Isolierglaseinheit drehbar zwischen zwei lotrechten Zapfen (15)
gehalten und mittels elastischer Dichtungen (16), z.B. Dichtlippen gegen benachbarte
Grundkörper (1) abgedichtet ist.