[0001] Die Erfindung betrifft eine Gebäudewand aus Glasbauelementen mit einstückig geformten,
im Querschnitt U-förmigen Grundkörpern, die eine rechteckige Hauptfläche aufweisen,
deren Längsseiten als rechtwinklig abgebogene Schenkel ausgebildet sind.
[0002] Gebäudewände dieser Art sind lichtdurchlässig und haben eine lichtstreuende Oberfläche.
Aufgrund der angewendeten Herstellungsverfahren sind die Grundkörper dieser Gebäudewände
jedoch nicht durchsichtig. Um die erforderliche Wärme- und/oder Schalldämmung zu erreichen,
werden diese Gebäudewände zweischalig, d.h. mit jeweils zwei Reihen mit den Schenkel
einander zugewandten Grundkörpern gebildet, die zueinander entsprechend so versetzt
sind, daß zwischen ihnen ein isolierender Zwischenraum geschaffen wird. Diese Bauweise
ist sehr teuer und arbeitsintensiv, da das Zusammensetzen der beiden Schalen erst
an der Baustelle erfolgen kann, wobei sich ein doppelter Glas- als auch Arbeitsaufwand
ergibt.
[0003] Erschwerend ist die gesetzliche Vorschrift, daß, soweit derartige Gebäudewände Außenwände
eines Gebäudes sind, ein bestimmter Prozentsatz der Gesamtfläche der Wand durchsichtig
sein muß. Da die Herstellung durchsichtiger Grundkörper so gut wie unbekannt ist,
wurden deshalb bisher stets Fenster zwischen die Glasbauelemente eingesetzt, wodurch
die Erstellungskosten einer solchen Gebäudewand noch mehr erhöht wurden.Aus dem DE-U-88
11 979 ist inzwischen ein im Querschnitt U-förmiger Grundkörper bekannt geworden,
der aus durchsichtigem Glas besteht und an die Stelle derartiger Fenster treten kann.
[0004] Es hat sich jedoch gezeigt, daß beim zweischaligen Einbau derartiger durchsichtiger
Glaselemente die Durchsichtigkeit stark vermindert wird, wenn sie zweischalig aufgestellt
werden, insbesondere auch deshalb, weil sich in dem entstehenden Zwischenraum zwischen
einander gegenüberstehenden Grundkörpern störendes Kondensat bildet.
[0005] Neben diesen Glasbauelementen ist aus der DE-A-2 411 082 auch eine Großflächenverglasung
aus durchsichtigem Glas bekannt, die jedoch nicht als Verglasungsprofil bezeichnet
werden kann. Dabei handelt es sich um eine Isolierglasplatte aus zwei parallelen,
durchsichtigen Glasscheiben, die gegeneinander versetzt angeordnet sind und deren
übereinanderliegende Teile durch einen Isolierrahmen verbunden sind. Auf die jeweils
vorstehenden Teile jeder Glasscheibe können dann rechtwinklig dazu stehende Stegteile
aus Metall oder Glas geklebt werden, wobei sich allerdings kein einheitliches U-Profil
ergibt. Dieses aus der Herstellung üblicher Isolierglaselemente bekannte Prinzip ist
insofern abgewandelt, als der Abstand der beiden Glasscheiben der Dicke einer aus
zweischalig angeordneten, jedoch undurchsichtigen Profilglaselementen entsprechen
soll, die an solche aus durchsichtigem Glas bestehende Isolierglaskörper angesetzt
werden müssen um diese mitzutragen.
[0006] Isolierglaskörper der oben genannten Art umschließen ein beträchtliches Luftvolumen,
das diese Isolierglaskörper schon bei geringer Sonnenbestrahlung wegen der Volumenausdehnung
zum Bersten bringen kann. Man ist somit bei dieser Bauart auf geringe übliche Dickenabmessungen
angewiesen. Dies wiederum würde erfahrungsgemäß aber keine ausreichende Festigkeit
für eine geschoßhohe Glaswand bringen, insbesondere nicht für ein selbsttragendes
Bauwandelement. Hinzu kommt, daß die Seitenkanten, an denen die Schenkel ansetzen,
insbesondere dann, wenn diese Kanten scharfkantig sind, durch den Wind erheblichen
Zug- und Schubkräften ausgesetzt sind. Dabei kann es erfahrunsggemäß leicht vorkommen,
daß zwar die Klebestelle hält, aber das Glas abreißt. Im übrigen lehrt diese Druckschrift
nur die bekannte zweischalige Bauweise mit gegeneinander gesetzten U-förmigen Profilkörpern
aus undurchsichtigem Glas.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu
schaffen, um wenigstens bei den eingangs erwähnten durchsichtigen U-Profil-Glaselementen
eine Schall- und/oder Wärmedämmung vorzusehen, die die Durchsichtigkeit nicht beeinträchtigt
und nach Möglichkeit den Einbau derartiger Glaselemente erleichtert. Diese Glaselemente
vermitteln einer großen Glasfläche an sich schon, und dies ist bekannt, die nötige
Eigensteifigkeit. Um solche Bauelemente sinnvoll und ökonomisch in einer geschoßhohen
Bauwand verwenden zu können, ist eine geeignete Isolierung erforderlich.
[0008] Dies kann entweder durch die bisherige doppelschalige Bauweise erfolgen, was aber
zu Lasten einer ausreichenden Durchsichtigkeit der Glaselemente geht, oder in einschaliger
Bauweise, wobei insbesondere dort, wo es auf die Durchsichtigkeit ankommt, entsprechend
ausgebildetes Glas eingesetzt wird.
[0009] Die Lösung der gestellten Aufgabe besteht erfindungsgemäß in den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruches 1. Die so ausgebildeten, vorfertigbaren Isolierglaseinheiten
lassen sich auf einfache Weise neben- und auch über bzw. unter die undurchsichtigen
Glaselemente der Gebäudewand einbauen.Dabei ist ein Teil des Isolierglaselements die
Glasfläche des selbsttragenden Profilglaselementes selbst, das aus durchsichtigem
Glas besteht. Dieser Fläche ist in üblicher Weise, d.h. mit den bekannten Abmessungskriterien
für nichttragende Isolierglasscheiben, eine Isolierglasscheibe zugeordnet.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0011] Nachstehend ist die Erfindung anhand in der Zeichnung dargestellter Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig.1
- einen Querschnitt durch eine Isolierglaseinheit nach der Erfindung,
- Fig.2
- einen Querschnitt durch einen Teil einer Gebäudewand mit zweischalig angeordneten
Glasbauelementen und Isolierglaseinheiten nach der Erfindung,
- Fig.3
- einen Querschnitt durch einen Teil einer Gebäudewand aus Isolierglaseinheiten nach
der Erfindung
- Fig.4
- einen teilweisen Längsschnitt durch eine Verbindungsstelle übereinander stehender
Isolierglaseinheiten, und
- Fig.5
- einen Querschnitt durch einen Teil einer Gebäudewand aus Isolierglaseinheiten mit
einer drehbaren Isolierglaseinheit
Fig.1 zeigt im Querschnitt eine Isolierglaseinheit nach der Erfindung. Sie besteht
aus einem Grundkörper 1 mit U-förmigem Querschnitt. An die im wesentlichen ebenen
Hauptfläche 2 schließen sich seitlich zwei hierzu rechtwinklig abgebogene und sich
in Längsrichtung erstreckende Schenkel 3 an. Der Grundkörper 1 besteht aus durchsichtigem
Glas.
[0012] Mit Abstand parallel zur Hauptfläche 2 des Grundkörpers 1 ist eine Glasscheibe 4
angeordnet. Sie ist mit einem sie einfassenden, zugleich als Abstandhalter dienenden
Isolierrahmen 5 verklebt, der seinerseits mit der Hauptfläche 2 des Grundkörpers 1
verklebt ist. Den Isolierrahmen 5 umgibt ein Isolierstreifen 6, z.B. aus geschlossenporigem
Kunststoffschaum, der die Wärmedämmung im Bereich der Schenkelansätze an der Hauptfläche
2 sicherstellt und ggf. auch entfernt werden kann. Zwischen der Glasscheibe 4 und
der Hauptfläche 2 wird so ein isolierender lufterfüllter Zwischenraum 7 gebildet.
Die Glasscheibe 4 kann auch auf eine andere übliche Weise isolierend am Grundkörper
1 befestigt sein.
[0013] Die isolierende Glasscheibe 4 ist bei einem Grundkörper 1 aus durchsichtigem Glas
vorzugsweise eine Klarglasscheibe. Bei einem Grundkörper 1 aus undurchsichtigem Glas
kann die isolierende Glasscheibe 4 auch aus einem geringwertigen Glas bestehen. Vorteilhaft
weist sie auf ihrer dem Grundkörper 1 zugewandten Seite eine die infraroten Strahlen
reflektierende Beschichtung 14 auf.
[0014] Fig.2 zeigt, daß die Verwendung einer Isolierglaseinheit, z.B. einer solchen mit
einem Grundkörper 1 aus durchsichtigem Glas auch in einer Gebäudewand möglich ist,
die im wesentlichen in bekannter Weise aus einfachen Grundkörpern 1,11 aus undurchsichtigem
Glas gebildet ist. Um eine Schall- und/oder Wärmedämmung bei einer solchen Gebäudewand
zu erreichen, sind die Grundkörper in üblicher Weise zweischalig angeordnet, d.h.
jedem Grundkörper 1 steht ein hierzu versetzter Grundkörper 11 gegenüber, wobei die
beiderseitigen Schenkel 3,13 einander zugekehrt sind und in den jeweiligen Hohlraum
der gegenüberliegenden Grundkörper 1 bzw. 11 eingreifen.
[0015] Aus diesem Grunde ist, wie Fig.2 zeigt, zwischen der parallel zum Schenkel 3 des
Grundkörpers 1 der Isolierglaseinheit gelegenen Seite 10 des Isolierrahmens 5 und
dem zugeordneten Schenkel 3 ein Abstand A in der Größenordnung der Dicke des hineinragenden
Schenkels 13 des isolierenden Grundkörpers 11 vorgesehen. Diese Ausführung eignet
sich auch bei Verwendung von - nicht dargestellten - U-förmigen Verbindungsklammern,
die zwei benachbarte Schenkel 3 zweier Isolierglaseinheiten verbinden.
[0016] In Fällen, wo derartige Schenkel oder Klammern nur einen der beiden Schenkel einer
Isolierglaseinheit übergreifen, kann der Zwischenraum auf der anderen Seite entfallen
oder mit einem isolierenden Streifen 6, z.B. aus geschlossenporigem Kunststoff gefüllt
sein.
[0017] Fig.3 zeigt einen Querschnitt durch eine Gebäudewand, die ausschließlich aus Isolierglaseinheiten
gemäß der Erfindung zusammengesetzt ist. Sie bietet den Vorteil einer einfachen Montage
vorgefertigter Fertigteile und vermeidet zeitraubende Einpassungen. Darüber hinaus
wird eine Kondensatbildung in den isolierenden Hohlräumen vermieden. Auch ergibt sich
ein geringeres Gesamtgewicht der Gebäudewand.
[0018] Um zwei Isoliereinheiten mühelos aufeinander setzen zu können, kann es zweckmäßig
sein, die Grundkörper 1 um das Tiefen- oder Nuttiefenmaß T von Verbindungsmitteln,
z.B. H-Trägern 12 länger auszubilden, als die isolierende Glasscheibe 4. (Fig.4)
Im Rahmen der Erfindung ist es auch möglich, ein geschoßhohes Glasbauelement aus übereinander
gestellten kurzen Isolierglaseinheiten unterschiedlicher Durchsichtigkeit zu bilden.
Auf diese Weise lassen sich z.B. Licht- oder Fensterbänder in einer Glasbaufassade
ausbilden.
[0019] Die Isolierglaseinheiten sind in der Regel miteinander verklebt. Um eine Außenbelüftung
eines Bauwerks zu gestatten, ist es nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
auch möglich, eine oder mehr Isolierglaseinheit(en) mittig zwischen zwei lotrechten
Zapfen 15 drehbar zu lagern. (Fig.5) Da die Schenkel der allgemein etwa 0,5m breiten
Grundkörper 1 nur eine Höhe von etwa 10% der Breite der Grundkörper 1 haben, kann
eine solche Isolierglaseinheit mit entsprechendem Abstand von benachbarten Grundkörpern
1 so angeordnet sein, daß ein Klemmen beim Drehen vermieden wird. Die notwendige Abdichtung
zwischen benachbarten festen und drehbaren Isolierglaseinheiten erfolgt dann in bekannter
Weise mittels elastischer Dichtlippen 16 oder dgl.
1. Gebäudewand aus Glasbauelementen mit einstückig geformten, im Querschnitt U-förmigen
Grundkörpern (1), die eine rechteckige Hauptfläche aufweisen, deren Längsseiten als
rechtwinklig abgebogene Schenkel ausgebildet sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Teil der Gebäudewand aus vorgefertigten, selbsttragenden und einschaligen
Isolierglaseinheiten besteht, die ihrerseits jeweils aus einem einstückigen, im Querschnitt
U-förmigen Grundkörper (1) aus durchsichtigem Glas bestehen, in dessen Hohlraum eine
mit Abstand von der Hauptfläche (2) des Grundkörpers (1) angeordnete und mit dieser
eine an sich bekannte Isolierglaseinheit bildende Glasscheibe (4) angeordnet ist,
die mit dem Grundkörper (1) mittels eines umlaufenden Isolierrahmens (5) und eines
Isolierstreifens (6) dicht verbunden ist.
2. Gebäudewand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die isolierende Glasscheibe (4) auf ihrer dem Grundkörper (1) zugewandten Seite
eine die infraroten Strahlen reflektierende Beschichtung (14) aufweist.
3. Gebäudewand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundkörper (1) in Längsrichtung jeweils um die Nut- oder Einbautiefe (T)
eines mit den Längsenden des Grundkörpers (1) zu verbindenden Kupplungselements, z.B.
H-Träger (12), länger ist, als die Glasscheibe (4) und ihr Isolierrahmen (5).
4. Gebäudewand nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Isolierglaseinheit drehbar zwischen zwei lotrechten Zapfen (15)
gehalten und mittels elastischer Dichtungen (16), z.B. Dichtlippen gegen benachbarte
Grundkörper (1) abgedichtet ist.
1. Building wall formed from glass constructional elements having integrally formed basic
body members (1), which have a U-shaped cross-section and have a rectangular main
face, the longitudinal sides of which are in the form of legs which are bent at right
angles, characterised in that at least a portion of the building wall is formed from
prefabricated, self-supporting and one-sheet insulating glass units which, in turn,
are each formed from a respective one-piece basic body member (1), which has a U-shaped
cross-section and is formed from transparent glass, a glass pane (4) being disposed
in the cavity of said basic body member, said glass pane being disposed at a spacing
from the main face (2) of the basic body member and forming with the main face an
insulating glass unit, which is known per se, and said glass pane being tightly connected
to the basic body member (1) by means of a circumferential insulating frame (5) and
an insulating strip (6).
2. Building wall according to claim 1, characterised in that the insulating glass pane
(4) has, on its side facing the basic body member (1), a coating (14) which reflects
the infra-red rays.
3. Building wall according to claim 1 or 2, characterised in that the basic body member
(1) is longer than the glass pane (4) and its insulating frame (5), when viewed with
respect to the longitudinal direction, by an amount corresponding to the groove or
installation depth (T) of a coupling element, e.g. H-shaped carrier (12), which is
to be connected to the longitudinal ends of the basic body member (1).
4. Building wall according to one of claims 1 to 3, characterised in that at least one
insulating glass unit is rotatably retained between two vertical pins (15) and is
sealed against adjacent basic body members (1) by means of resilient seals (16), e.g.
sealing lips.
1. Mur de bâtiment en éléments de construction en verre avec des corps de base (1) formés
d'une pièce et de section en U qui présentent une face principale rectangulaire dont
les longs côtés sont formés de branches repliées à angle droit, caractérisé en ce
qu'au moins une partie du mur de bâtiment est constituée d'unités de verre isolantes
préfabriquées, autoportantes et à une paroi, qui sont formées chacune d'un corps de
base (1) d'une pièce à section en U en verre transparent dans la cavité duquel est
disposée une vitre de verre (4) placée à distance de la face principale (2) du corps
de base (1) et formant, avec celui-ci, une unité de verre isolante connue en soi,
qui est assemblée de manière étanche au corps de base (1), au moyen d'un cadre isolant
périphérique (5) et d'une bande isolante (6).
2. Mur de bâtiment selon la revendication 1, caractérisé en ce que la vitre de verre
isolante (4) présente, sur son côté tourné vers le corps de base (1), un revêtement
(14) réfléchissant les rayons infrarouges.
3. Mur de bâtiment selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le corps de base
(1) est plus long que la vitre de verre (4) et que son cadre isolant (5) en direction
longitudinale de la profondeur de rainure ou d'encastrement (T) d'un élément d'assemblage
à assembler aux extrémités longitudinales du corps de base (1) et, par exemple, du
support en H (12).
4. Mur de bâtiment selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'au moins
une unité de verre isolante est montée à pivot entre deux broches verticales (15)
et est rendue étanche par rapport aux corps de base voisins (1) au moyen d'étanchéités
élastiques (16) et, par exemple, de lèvres d'étanchéité.