[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung bei einem Lastumschalter eines Stufenschalters
zum unterbrechungslosen Umschalten der Regelwicklung eines Transformators, wobei der
Laststrom über eine niedere oder höhere Wicklungsanzapfung einer Regelstufe einer
Regelwicklung und über eine Verbindung von mindestens zwei Wählerkontakten und zwei
Dauerkontakten mit einer gemeinsamen Ableitung führbar ist, und wobei die Umschaltung
von der niederen auf die höhere Wicklungsanzapfung oder umgekehrt über einen ersten
Umschalter derart erfolgt, daß der Laststrom kurzzeitig auf einen Entlastungskreis
übergeht, der zwischen dem Wurzelanschluß dieses ersten Umschalters und der gemeinsamen
Ableitung angeordnet ist, wobei der Entlastungskreis einen Thyristorkreis mit antiparallelgeschalteten
Thyristoren und einen Überschaltwiderstand enthält, der über einen Überbrückungsschalter
mit der gemeinsamen Ableitung verbunden ist, und wobei jeweils einer der beiden Kontakte
des ersten Umschalters an die Verbindung eines Wählerkontaktes mit einem Dauerkontakt
gelegt ist.
[0002] Üblicherweise wird bei Stufentransformatoren die unterbrechungslose Lastumschaltung
unter Spannung mit mechanischen Schaltelementen durchgeführt. Die zu schaltende Regelwicklung
besitzt Anzapfungen, die mit einem Wähler verbunden sind, welcher sie wahlweise über
den Lastumschalter an die gemeinsame Ableitung legt.
[0003] Die Umschaltung erfolgt immer zwischen benachbarten Anzapfungen, also um jeweils
eine Stufe. Zu diesem Zweck wird zuerst die gewünschte Anzapfung mit dem Wähler vorgewählt.
Danach führt der Lastumschalter, unter zeitweiliger Zwischenschaltung von Überschaltwiderständen,
die Umschaltung des Stromes von der gewählten auf die vorgewählte Anzapfung durch.
In den beiden Endstellungen sind die Überschaltwiderstände, da sie durch die Hauptkontakte
des Lastumschalters überbrückt sind, nicht belastet.
[0004] Wähler und Lastumschalter sind üblicherweise im Trafokessel untergebracht, wobei
sich der Lastumschalter in einem eigenen Bottich befindet, dessen Ölfüllung von der
des Trafos durch Dichtungen getrennt ist.
[0005] Von Nachteil ist dabei der beim Umschalten auftretende Abbrand der Kontakte und die
Verrußung des Öles durch die beim Schalten auftretenden Lichtbögen. Es müssen daher
zur Gewährleistung eines einwandfreien Betriebes Kontakte und Öl nach einer bestimmten
Schaltzahl gewechselt werden, so daß es durch die damit bedingte Abschaltung des Trafos
zu Betriebsunterbrechungen kommt.
[0006] Weiters sind Ausführungen bekannt, bei denen die Lastumschaltung mit einer Kombination
von mechanischen Schaltelementen und Thyristoren durchgeführt wird. Aus der GB-A-1
399 528 ist eine solche Kombination ersichtlich.
[0007] Die in der GB-A-1 399 528 beschriebene Anordnung besteht aus mindestens zwei Wähler-
und zwei Dauerkontakten, einem Überschaltwiderstand sowie einem Entlastungskreis mit
zwei antiparallelgeschalteten Thyristoren, zwei Zünddioden und einem Thyristor - Ansteuerungskontakt.
[0008] Der Wähler besteht aus zwei nicht gleichzeitig bewegten einpoligen Umschaltern, wobei
die Umschaltkontakte des einen Umschalters mit den Umschaltkontakten des anderen Umschalters
verbunden und an jeweils eine Anzapfung einer Regelstufe einer Regelwicklung gelegt
sind.
[0009] Von den Wurzelanschlüssen der beiden Wähler führt eine leitende Verbindung direkt,
die andere über den Überschaltwiderstand zu je einem Wurzelanschluß der beiden Dauerkontakte.
[0010] Über die Wähler- und Dauerkontakte erfolgt, je nach Schaltstellung direkt oder über
den Thyristorkreis, eine Verbindung zu einer gemeinsamen Ableitung.
[0011] In der Mittelstellung schließen die Dauerkontakte den Thyristorkreis kurz. Sowohl
die Dauerkontakte als auch der Thyristor - Ansteuerungs - kontakt sind starr mit einer
Antriebswelle verbunden.
[0012] Beim Einschaltvorgang übernimmt zuerst die Thyristorgruppe den Laststrom. Dann wird
diese abgeschaltet und dadurch der Laststrom auf den Strompfad des Überschaltwiderstandes
gezwungen. Die Vorwahl der nächsten Regelstufe erfolgt dadurch, daß einer der beiden
Wählerkontakte zur gewünschten Anzapfung bewegt wird. Nun schaltet der Thyristorkreis
den Laststrom auf diese vorgewählte Anzapfung. Während über einen Wählerkontakt der
Laststrom fließt, führt der zweite Wählerkontakt den Ausgleichsstrom.
[0013] Aus dieser Anordnung ergeben sich mehrere Nachteile. Beim Umschaltvorgang wird die
Thyristorgruppe mit der Summe aus Laststrom und Ausgleichsstrom belastet. In der Endstellung
liegen beide Wähler auf einer Anzapfung; daher kann man, bei gleicher Kontaktzahl,
nur die Hälfte der Anzapfungen am Wählerumfang unterbringen. Zudem sind die Wählerkontakte
in den Umschaltvorgang so integriert, daß aus ihrer langsamen Bewegung eine Erhöhung
der zeitlichen Belastung der Thyristoren um mindestens eine Größenordnung resultiert.
[0014] Eine andere Anordnung zur Lastumschaltung mit mechanischen Schaltelementen und Thyristoren
zeigt die DE - PS 2 104 076.
[0015] Auch hier wird der Laststrom über Wicklungsanzapfungen der Regelstufe einer Regelwicklung
und über Wähler- und Dauerkontakte einer gemeinsamen Ableitung zugeführt. Statt der
üblichen zwei Überschaltwiderstände ist hier jeweils ein Thyristorkreis mit antiparallelgeschalteten
Thyristoren angeordnet. Die beiden Thyristorkreise sind über jeweils einen Trennkontakt
mit der gemeinsamen Ableitung verbunden.
[0016] Der Schaltablauf wird durch eine Logikschaltung gesteuert. Der Ablauf erfolgt derart,
daß der Laststrom stets von den Thyristoren geschaltet und, abhängig vom jeweils durchzuführenden
Schaltvorgang, entweder anschließend auf den Dauerkontakt kommutiert wird, oder vorher
vom Dauerkontakt auf die Thyristoren kommutiert worden ist.
[0017] Nachteilig dabei ist der große Aufwand an den zur Steuerung benötigten elektronischen
Bauteilen und deren Störanfälligkeit.
[0018] Ein weiterer Nachteil ist die Beeinflussung des Elektronikteils durch die Hochspannung.
Zudem besteht die Gefahr, daß die magnetischen Felder der Trafowicklungen Fehlzündungen
der Thyristoren auslösen.
[0019] In der GB-PS 1 007 496 ist eine weitere Anordnung zur Lastumschaltung beschrieben.
Hierbei besteht von jeder Anzapfung der Transformator - Regelwicklung eine feste leitende
Verbindung zu jeweils einem Paar antiparallelgeschalteter Thyristoren, deren Abgänge
mit der gemeinsamen Ableitung verbunden sind.
[0020] Über einen Steuerstromkreis des Transformators werden die Thyristoren geschaltet.
Die Umschaltung von einer Stufe auf eine andere wird durchgeführt, indem das gewählte
Thyristorpaar vom leitenden in den nichtleitenden, und das vorgewählte vom nichtleitenden
in den leitenden Schaltzustand gesetzt wird.
[0021] Nachteilig bei dieser Anordnung ist der hohe technische Aufwand und die Störanfälligkeit
der zur Steuerung nötigen elektronischen Bauteile.
[0022] In der DE-AS 23 27 610 ist eine Ausführung beschrieben, die aus zwei Lastzweigen
besteht, welche jeweils eine Anzapfung der Regelwicklung mit einer gemeinsamen Ableitung
verbinden. In jedem Lastzweig liegen ein Wähler - und ein Trennkontakt sowie eine
Parallelschaltung, bestehend aus einem Thyristor und einem Dauerkontakt, in Serie.
Die Thyristoren sind entgegengesetzt gepolt.
[0023] Zwischen den beiden Lastzweigen ist ein Stromzweig angeordnet, der über einen Umschalter
jeweils einem der beiden Lastzweige parallelgeschaltet werden kann. Dieser Stromzweig
besteht aus zwei antiparallelgeschalteten Dioden, denen der Eingang eines Spannungserfassungs-
und Zündgerätes parallel liegt.
[0024] Bei dieser Ausführung sind zu Beginn der Umschaltung von einer ersten auf eine zweite
Anzapfung der der ersten Anzapfung bzw. dem ersten Lastzweig zugeordnete Trennkontakt
und Dauerkontakt geschlossen. Der zusätzliche Stromzweig ist über den Synchron - Umschalter
diesem Lastzweig parallelgeschaltet.
[0025] Durch Öffnen des Dauerkontaktes im ersten Lastzweig wird der Laststrom auf den zusätzlichen
Stromzweig kommutiert. Nach dem Schließen des Trennkontaktes im zweiten Lastzweig
wird der erste Thyristor gezündet und gleichzeitig der Umschaltimpuls für den Synchron
- Umschalter abgesetzt. Der Synchron-Umschalter hebt vom ersten Umschaltkontakt ab,
der Strom kommutiert auf den ersten Thyristor. Durch Sperrung des ersten und Zündung
des zweiten Thyristors im zweiten Lastzweig wechselt der Strom von der ersten auf
die zweite Anzapfung und somit über den zweiten Wählerkontakt auf den zweiten Thyristor.
[0026] Inzwischen ist der Synchron-Umschalter am zweiten Umschaltkontakt angelangt, der
Laststrom wird vom zusätzlichen Stromzweig übernommen. Mit dem Öffnen des Trennkontaktes
im ersten und dem Schließen des Dauerkontaktes im zweiten Lastzweig ist der Umschaltvorgang
beendet.
[0027] Diese Ausführung hat den Nachteil, daß die Umschaltung nicht für alle Betriebsfälle
und Schaltzeitpunkte gewährleistet werden kann, da sie im Stromnulldurchgang erfolgen
soll, welcher erst durch komplizierte und störanfällige elektronische Geräte zu messen
ist.
[0028] Auch in der US-A-3 662 253 ist eine Lastumschaltung beschrieben, wobei zwischen einer
gemeinsamen Ableitung und zwei Wählerkontakten zwei Vakuumschalter angeordnet sind.
Weiters ist ein Entlastungskreis vorgesehen, welcher zwischen der gemeinsamen Ableitung
sowie - durch Verwendung eines Umschalters - jeweils einem Wählerkontakt liegt und
so ausgeführt ist, daß er zu jeweils einem der beiden Vakuumschaltern parallelgeschaltet
werden kann.
[0029] Der Entlastungskreis enthält eine Serienschaltung eines strombegrenzenden Widerstandes
mit einem Halbleiterschalter. Für diesen Halbleiterschalter ist ein Bypasskreis mit
großer Impedanz vorgesehen, um auftretende Stromanstiege zu begrenzen. Der Kreis des
Bypasskreises ist mit der Primärwicklung eines Stromwandlers gekoppelt, dessen Sekundärwicklung
einem Gittersteuergerät zugeführt ist. Das Gittersteuergerät beinhaltet Steuerglieder,
welche den sekundären Stromanstieg des im Kreis des Bypasskreises eingebrachten Stromwandlers
ausnützen.
[0030] Das Umschalten der Anzapfungen unter Last erfolgt, unter Zwischenschaltung des Entlastungskreises,
während der voneinander abhängigen Einschalt - bzw. Ausschaltbewegungen der Vakuumschalter.
[0031] In dieser US-A-3 662 253 wird auch ein aufwendigeres System zum Umschalten der Anzapfungen
von Regeltransformatoren vorgeschlagen, bei welchem wiederum zwei Vakuumschalter zwischen
der gemeinsamen Ableitung und den Wählerkontakten liegen. Auch hier ist ein Entlastungskreis
zwischen der gemeinsamen Ableitung und einem Umschalter derart angeordnet, daß der
Entlastungskreis parallel zu jeweils einem der beiden Vakuumschalter gelegt werden
kann.
[0032] Der Entlastungskreis besteht aus einer Serienschaltung eines Halbleiterschalters
mit einem ohmschen Widerstand; diese Serienschaltung ist mit einem Halbleiterschalter
parallelgeschaltet. Zur Verhinderung eines Spannungsanstieges während der Umschaltvorgänge
ist, parallel zum Halbleiterschalter der Serienschaltung, ein Spannungsbegrenzungskreis
vorgesehen.
[0033] Die Verbindungsleitungen zwischen den beiden Vakuumschaltern und der gemeinsamen
Ableitung, sowie die Verbindungsleitung zwischen dem Spannungsbegrenzungskreis und
der gemeinsamen Ableitung sind jeweils mit der Primärwicklung eines zugeordneten von
drei Stromwandlern gekoppelt. Die Sekundärwicklungen dieser Stromwandler sind mit
jeweils einem zugeordneten von drei Gittersteuergeräten verbunden, denen die zeitgerechte
Zündung der Halbleiterschalter des Entlastungskreises obliegt. Durch entsprechende
Zündeinstellung wird erreicht, daß während des Öffnens und Schließens der Vakuumschalter
der Laststrom über die Halbleiterschalter fließt, so daß ein Lichtbogen verhindert
wird.
[0034] Der Nachteil der in der US-A-3 662 253 vorgeschlagenen Schaltungsanordnungen liegt
im umfangreichen und störungsanfälligen technischen Aufwand.
[0035] In der Druckschrift DD-C-40 772 ist eine Schaltung dargestellt, welche einen mit
Halbleiterventilen ausgestatteten Lastumschalter für Transformatoren und Drosselspulen
zeigt. Dabei sind die Halbleiterventile paarweise antiparallelgeschaltet und zwischen
Überschaltwiderständen und gemeinsamer Ableitung angeordnet. Parallel zu diesen Halbleiterventilen
sind Ruhekontakte vorgesehen, welche öffnen, wenn das Halbleiterventilpaar, das dem
im geschlossenen Zustand befindlichen Ruhekontakt am nächsten liegt, angesteuert wird.
In einer Ausgestaltung ist die Schaltung derart weiterentwickelt, daß mit einem Halbleiterventilpaar,
zwei Ruhekontakten, einem Überschaltwiderstand und zwei zusätzlichen Umschaltern ein
Umschaltvorgang durchführbar ist. Konkret sind dabei eine erste Serienschaltung -
bestehend aus dem einen Umschalter und dem Halbleiterventilpaar - mit einer zweiten
Serienschaltung - bestehend aus dem anderen Umschalter und dem Überschaltwiderstand
- parallelgeschaltet.
[0036] Die Schaltungen lt. Druckschrift DD-C-40 772 weisen den Nachteil auf, daß damit die
Thyristoren einer sehr hohen Strombelastung ausgesetzt werden.
[0037] Die in der Offenlegungsschrift DE-A-2 210 049 vorgestellte Erfindung betitelt sich
,,Anordnung und Verfahren zur unterbrechungslosen Lastumschaltung bei Stufentransformatoren".
Auch bei diesem erfindungsgemäßen System wird die Umschaltung mittels eines aus antiparallelgeschalteten
Thyristoren bestehenden, lichtbogenfrei arbeitenden Schalters vorgeschlagen. Konkret
ist aus dem Schaltbild ersichtlich, daß mittels jeweils eines von zwei Schaltern der
aus Thyristoren bestehende Entlastungskreis überbrückbar ist. Der Oberbegriff des
vorliegenden Patentanspruches wird von dieser Offenlegungsschrift ausgehend gebildet.
[0038] Die Schaltung 1t. Offenlegungsschrift DE-A-2 210 049 ist in bezug auf die Strombelastung
der Thyristoren nachteilig.
[0039] In der Patentpublikation DE-A-1 638 555 wird eine kurzschlußfeste Lastumschaltung
bei Stufentransformatoren vorgestellt. Bei dieser Erfindung handelt es sich um die
in der einschlägigen Fachliteratur weithin bekannte "Wimpelschaltung". Diese Schaltung
wird vorteilhaft nur bei Leistungsfluß in lediglich einer Richtung angewendet. Der
Grund hiefür besteht darin, daß in einer Stellung bei Leistungsfluß in einer Richtung
die geometrische Differenz von Laststrom und Ausgleichsstrom durch das Schaltelement
fließt und zu schalten ist.
[0040] Als wiederkehrende Spannung tritt ebenfalls die Differenz zwischen Stufenspannung
und Spannungsabfall am Überschaltwiderstand auf. Soll der Stufenschalter allgemein,
d. h. auch für Leistungsfluß in unterschiedlicher Richtung, geeignet sein, dann müßte
das Schaltelement für die Summe der beiden Ströme ausgelegt sein. Diese Bedingung
ist für das in der Patentpublikation DE-A-1 638 555 verwendete Schaltelement, welches
ein Vakuumschalter ist, bedeutungslos. Im Gegensatz dazu müßten Thyristoren für ein
solches Schaltelement entsprechend groß dimensioniert werden, was sich entscheidend,
d. h. negativ, in den Abmessungen - und selbstverständlich auch im Preis - auswirken
würde. Selbst bei Leistungsfluß in nur einer Richtung müßten die Thyristoren größer
dimensioniert werden, weil die geometrische Differenz zu berücksichtigen ist.
[0041] Auch die Patentpublikation DD-C-72 826 befaßt sich mit einem Lastumschalter für Transformatoren
und Drosselspulen. Dabei sind zwischen einer gemeinsamen Ableitung und zwei Wicklungsanzapfungen
zwei Vakuumschalter, ein Umschaltwiderstand sowie ein Vorkontaktumschalter und ein
zweiter Umschalter vorgesehen.
[0042] Bei der Schaltungsanordnung 1t. Patentpublikation DD-C-72 826 fließt der Laststrom
in jeder beliebigen Stellung der beiden Umschalter stets über einen Vakuumschalter.
Es ist technisch irrelevant, bei dieser Schaltungsanordnung den Vakuumschalter durch
einen Thyristorlastumschalter zu ersetzen.
[0043] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Anordnung bei einem Lastumschalter
eines Stufenschalters zum unterbrechungslosen Umschalten der Regelwicklung eines Transformators
der eingangs genannten Art zu schaffen, welche die Nachteile der bekannten Anordnungen
vermeidet und die Spannungs- und Strombelastung der Thyristoren beim Umschaltvorgang
auf einem Minimum hält.
[0044] Die Aufgabe wird durch die Erfindung gelöst. Diese ist dadurch gekennzeichnet, daß
der Entlastungskreis einen zweiten Umschalter enthält, der mit dem Thyristorkreis
in Serie liegt, und daß der eine Umschaltkontakt des zweiten Umschalters direkt und
der andere Umschaltkontakt dieses zweiten Umschalters über den Überschaltwiderstand
mit dem Wurzelanschluß des ersten Umschalters verbunden ist.
[0045] Durch diese Anordnung wird der Bauteilaufwand, um ein lichtbogenfreies Schalten von
einer Regelstufe zur anderen zu erreichen, relativ gering gehalten. Selbstverständlich
wird damit auch ein Kontaktabbrand an den Dauerkontakten verhindert. In den Endstellungen
erfolgt keine Belastung der Thyristoren, da sie durch den jeweiligen parallel angeordneten
Dauerkontakt überbrückt sind. Eine Belastung der Thyristoren durch Kurzschlußströme
ist ebenfalls vermieden.
[0046] Unter Zugrundelegung einer Überschaltzeit von 120 ms können die beim bekannten Lastumschalter
verwendeten mechanischen Schaltelemente sowie die Überschaltwiderstände verwendet
werden.
[0047] Weiters ist vorteilhaft, daß nur eine Zündvorrichtung erforderlich ist, die im Laufe
eines Umschaltvorganges zwei Mal betätigt wird.
[0048] Die nähere Erläuterung der Erfindung erfolgt unter Zuhilfenahme von Zeichnungen,
wobei Fig. 1 den erfindungsgemäßen Lastumschalter darstellt, und Fig. 2 und 3 die
zugehörigen Ablaufdiagramme sind.
[0049] Fig. 1 zeigt eine Regelstufe 13 einer Regelwicklung, deren Laststrom über eine niedere
oder höhere Wicklungsanzapfung 11, 12 und über mindestens zwei Wählerkontakte 14,
15 und zwei Dauerkontakte 9, 10 einer gemeinsamen Ableitung 16 zuführbar ist. Die
Umschaltung von der niederen auf die höhere Wicklungsanzapfung oder umgekehrt erfolgt
über einen Umschalter 5, wobei der Laststrom kurzzeitig auf einen Entlastungskreis
17 übergeht, der zwischen dem Wurzelanschluß 6 des Umschalters 5 und der gemeinsamen
Ableitung 16 angeordnet ist. Von den beiden Kontakten 7, 8 des Umschalters 5 ist jeweils
einer an die Verbindung des Wählerkontakts 14, 15 mit dem Dauerkontakt 9, 10 gelegt.
[0050] Der Entlastungskreis 17 besteht aus einem Umschalter 18 und einem dazu in Serie liegenden
Thyristorkreis 2 mit antiparallelgeschalteten Thyristoren 2a, 2b. Ein Überschaltwiderstand
4 ist über einen Überbrückungsschalter 23 mit der gemeinsamen Ableitung 16 verbunden.
Der eine Umschaltkontakt 20 des Umschalters 18 ist direkt, der andere Umschaltkontakt
21 über den Überschaltwiderstand 4 mit dem Wurzelanschluß 6 des Umschalters 5 verbunden.
[0051] Wie aus den Ablaufdiagrammen Fig. 2 und 3 ersichtlich, sind die Schaltzeiten für
die Zündung der Thyristoren 2a, 2b asymmetrisch versetzt.
[0052] Diese Asymmetrie in beiden Schaltrichtungen, sowie die Endkontakt-Umschaltung des
Umschalters 5 ist mechanisch herzustellen.
[0053] Im folgenden wird an Hand der Fig. 1 und 2 eine Umschaltung von der Stufenanzapfung
11 auf die Stufenanzapfung 12 der Regelstufe 13 einer Regelwicklung in Schritten beschrieben.
Die linksseitigen Bezeichnungen in Fig. 2 entsprechen den Schaltern bzw. Thyristoren
und Kontakten in Fig. 1. Außerdem bedeutet 11 → 12 die Schaltrichtung von Anzapfung
11 auf 12. Von den zwei Feldem, welche sich auf den Thyristorkreis 2 beziehen, zeigt
das erste Feld die Dauer der Zündimpulse, das zweite Feld die Dauer des Stromflusses
durch die Thyristoren.
Schritt
[0054]
- A
- Wählerkontakte 14, 15 und Dauerkontakt 9 geschlossen; Umschalter 5 verbindet Kontakt
7 über Wurzelanschluß 6 mit Entlastungskreis 17; Entlastungskreis 17 befindet sich
im nichtleitenden Schaltzustand; Umschalter 18 verbindet Kontakt 20 mit Wurzelanschluß
19; Thyristorkreis 2 im nichtleitenden Schaltzustand; überbrükkungsschalter 23 geschlossen;
Laststrom fließt über Wicklungsanzapfung 11 der Regelstufe 13 der Regelwicklung, sowie
über Wähler - 14 und Dauerkontakt 9 zur gemeinsamen Ableitung 16. Thyristorkreis 2
wird gezündet.
- B
- Dauerkontakt 9 öffnet, Thyristorkreis 2 übernimmt Laststrom.
- C
- Thyristorkreis 2 wird nicht mehr gezündet und führt Strom nur mehr bis zum nächsten
Nulldurchgang; danach fließt Laststrom über Überschaltwiderstand 4 und Überbrückungsschater
23.
- D
- Umschalter 18 öffnet, Dauerkontakt 10 schließt; Laststrom, vermindert um den Ausgleichsstrom,
fließt über Wicklungsanzapfung 12, Wählerkontakt 15 und Dauerkontakt 10 zur gemeinsamen
Ableitung 16; Ausgleichsstrom fließt über Überschaltwiderstand 4 und Kontakt 23.
- E
- Umschalter 18 verbindet Wurzelanschluß 19 mit Kontakt 21, Thyristorkreis 2 wird gezündet.
- F
- Überbrückungsschalter 23 öffnet; Ausgleichsstrom fließt über Thyristorkreis 2.
- G
- Thyristorkreis 2 wird nicht mehr gezündet und führt den Ausgleichsstrom nur mehr bis
zum nächsten Nulldurchgang; danach fließt Laststrom über Wicklungsanzapfung 12, Wählerkontakt
15 und Dauerkontakt 10 zur gemeinsamen Ableitung 16.
- H
- Umschalter 5 schaltet Wurzelanschluß 6 von Kontakt 7 auf Kontakt 8.
- I
- Umschalter 18 schaltet von Kontakt 21 auf Kontakt 20; Überbrückungsschalter 23 schließt;
damit ist der Entlastungskreis für die nächste Stufenumschaltung bereit.
[0055] Für den Entlastungskreis nach Fig. 1 gelten nachfolgende Zusammenhänge.
Strom - Belastungsdauer des Thyristorkreises 2: t
L ... 15 + 20 ms
Spannungsbelastung des Thyristorkreises 2: U
TH = I
L x R
Ü
Belastung des Thyristorkreises 2 durch Ausgleichsstrom:

Ausgleichsstrom - Belastungsdauer: t
A ... 5 ö 15 ms
Hierbei sind:
- tL
- Strom - Belastungsdauer
- IL
- Laststrom
- IA
- Ausgleichsstrom
- UTH
- Spannung am Thyristor
- EST
- Stufenspannung
- RÜ
- Überschaltwiderstand
- tA
- Ausgleichsstrom - Belastungsdauer
An Hand der Fig. 1 und 3 wird eine andere Variante der Umschaltung von der Stufenanzapfung
11 auf die Stufenanzapfung 12 der Regelstufe 13 der Regelwicklung beschrieben.
[0056] Die Schritte A bis C sind äquivalent mit der vorigen Beschreibung des Umschaltvorganges.
Die weiteren Schritte sind nachfolgend angeführt.
- D
- Umschalter 18 schaltet Wurzelanschluß 19 von Kontakt 20 auf Kontakt 21. Thyristorkreis
2 wird gezündet.
- E
- Überbrückungsschalter 23 öffnet; Thyristorkreis 2 übernimmt den Laststrom.
- F
- Dauerkontakt 10 schließt; Laststrom, vermindert um den Ausgleichsstrom, fließt über
Stufenanzapfung 12, Wählerkontakt 15 und Dauerkontakt 10 zur gemeinsamen Ableitung
16; Thyristorkreis 2 führt den Ausgleichsstrom.
- G
- Thyristorkreis 2 wird nicht mehr gezündet und führt den Ausgleichsstrom nur mehr bis
zum nächsten Nulldurchgang.
- H
- Umschalter 5 schaltet Wurzelanschluß 6 von Kontakt 7 auf Kontakt 8.
- I
- Umschalter 18 schaltet von Kontakt 21 auf Kontakt 20; Überbrückungsschalter 23 schließt;
damit ist der Entlastungskreis für die nächste Stufenumschaltung bereit.