[0001] Die Erfindung betrifft eine Nähmaschine, insbesondere zum Einfassen bzw. Säumen von
Materialien, wie der Kanten von Bodenbelägen oder dgl..
[0002] Aufgabe solcher auch als Umkettelmaschinen oder Säummaschinen bezeichneten Nähmaschinen
ist es insbesondere, die Ränder von Teppichen oder dgl., die als Rollenware vorliegen
und auf Gebrauchsgröße zugeschnitten werden, sauber und haltbar zu umketteln. Dabei
wird durch die Erfindung angestrebt, daß die Maschine trotz hoher Leistung relativ
leicht zu handhaben und möglichst auch mobil einsetzbar ist, weil insbesondere beim
Umketteln sehr großer Flächen anderenfalls die benötigte Raumgröße zum Vorbeiführen
des gesamten Materialstückes an der Maschine zu groß werden würde.
[0003] Aus der US-A-3 943 864 ist eine Umkettelmaschine bekanntgeworden, die mit einer Zweifaden-Überwendlichnaht
arbeitet. Sie arbeitet mit einem Garngreifer, in den der die Umkettlung bildende Faden
eingefädelt ist. Von ihm übernimmt ein Überwendlichgreifer die Fadenschlaufe und führt
sie um die Kante des zu umkettelnden Materials herum. Die Nadel, in die ein Bindefaden
bzw. Zwirn eingefädelt ist, sticht an der Oberseite in die Schlaufe des Schmuckfadens
ein.
[0004] Die US-A-1 915 235 beschreibt eine Umkettelmaschine, die mit drei Fäden arbeitet.
Dementsprechend hat sie zwei Garngreifer, in die je einer der Fäden eingefädelt ist,
während der dritte Faden bzw. Zwirn in die Nadel eingefädelt ist und die beiden anderen
Fäden bindet (siehe auch US-A-1 961 979).
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Nähmaschine für Zweifaden-Überwendlichnaht weiter
zu verbessern und insbesondere auch unabhängig von Fadenspannungen bzw. -rauhigkeiten
eine einwandfreie Nahtbildung zu gestatten.
[0006] Diese Aufgabe wird durch den Anspruch 1 gelöst.
[0007] Bei einer Nähmaschine, wie sie z.B. aus der DE-A-25 00 461 bekanntgeworden ist, und
die eine Einfaden-Überwendlichnaht herstellt, müssen relativ große Fadenlängen mit
hoher Geschwindigkeit durch das Nadelloch hindurchgezogen werden müssen, weil die
gesamte Fadenzuführung über die Nadel von oben erfolgt. Da als Faden für das Umketteln
normalerweise ein relativ wenig gedrehtes dickes und bauschiges Garn verwendet wird,
muß bei Bodenbelägen mit einem sehr starren und festen Rücken mit großer Vorsicht
gearbeitet werden, damit das Garn nicht beim Durchziehen durch das Loch ausfasert
und reißt. Bei der Zweifaden-Überwendlichnaht läuft hingegen durch die Stichlöcher
ein Faden hindurch, der nur Haltefunktion und keine wesentlichen dekorativen oder
abdeckenden Aufgaben hat. Es kann dort ein sehr fester, hochwertiger und dünner Faden
benutzt werden, beispielsweise ein Zwirn. Dieser Faden wird daher im folgenden als
Zwirn bezeichnet, während als Garn der Faden bezeichnet wird, der jeweils von der
oberen zur unteren Stichreihe um den Außenrand und ggf. ein zwischenliegendes Beilaufband
herum verläuft und die eigentliche Abdeck- und Dekorationsfunktion hat. Es können
vorteilhaft auch zwei Garnfäden von zwei verschiedenen Spulen zusammen als Garn verwendet
werden, um beispielsweise durch Mischung zweier Garnfarben in der Umkettelung die
Farbe des Teppichs besser zu treffen. Demnach sind als "Garn" im folgenden auch mehrere
Fäden zu verstehen.
[0008] Bei dem Nähmechanismus wird der Zwirn von der Nadel eingebracht, die mit einem in
einen Garngreifer eingefädelten Garn an der Ober- und Unterseite des Materials Schlaufen
bildet, wobei ein Überwendlichgreifer den aus dem Garngreifer kommenden Faden übernimmt
und in Form einer Schlaufe um die Materialkante herum auf die Oberseite bringt.
[0009] Dabei könnte in Abhängigkeit von den Fadenspannungen bzw. -rauhigkeiten und anderen
Verhältnissen das Garn die an der Unterseite gebildete Zwirnschlaufe in Richtung auf
die Materialkante mitziehen, während der Überwendlichgreifer Garn zur Bildung der
langen Überwendlichschlaufe nachzieht. Aus diesem Grunde greift der Haltegreifer in
den an der Materialunterseite verbleibenden Teil der Garnschlaufe ein und hält diesen
solange zurück, wie der Überwendlichgreifer die Schlaufe nach oben herumzieht. Danach
wird der Haltegreifer herausgezogen, und die Zwirnschlaufe kann das Garn so festziehen,
daß die untere, durch das Garn gebildete Bindung unmittelbar an der Stichreihe liegt
und nicht zum Rand hin versetzt verläuft. Auf diese Weise kann auch die Zwirnspannung
verringert werden, weil der Zwirn diesem Versatzbestreben nicht mehr aktiv entgegenwirken
muß.
[0010] Der Haltegreifer, der eine Fadenschlaufe während der Bildung einer Überwendlichschlaufe
zurückhält, greift vorzugsweise nahe der Bewegungsbahn der Nadel von unten her in
den aus einem Garngreifer kommenden Faden ein.
[0011] Die drei Greifer können alle als schwingende Greifer angeordnet sein und können überwiegend
harmonisch und stetig bewegt werden, was über einfache Kurbel-, Exzenter- oder Hebelbewegungen
möglich ist. Schiebebewegungen und andere in der Herstellung und Verschleiß ungünstige
Bewegungen können weitgehend vermieden werden. Lediglich der Haltegreifer hat normalerweise
eine Stillstandphase, die aber durch einen einfachen Anschlag aus einer Hebelbewegung
abgeleitet werden kann. Die Greifer sind so gestaltet, daß ihre Gesamtgröße im Vergleich
zu denen von ihnen zurückgelegten Wegen gering ist und ihre Konzentration auf einem
kleinen Raum ermöglicht. So ist es vorteilhaft möglich, den die Greifer aufnehmenden
Basisteil, d.h. den unter dem Materialaufnahmetisch liegenden Raum, so flach wie möglich
zu gestalten, um bei über teilweise selbstlenkende Laufrollen vorteilhaft auf dem
Boden fahrbarem Gerät den Teppich nur wenig anheben zu müssen, um die Nähmaschine
an der Kante des liegenden Teppichs beim Ketteln entlangzufahren.
[0012] Trotzdem ist das Einfädeln des Garns in den unten liegenden Garngreifer durch eine
Einfädelvorrichtung einfach möglich. Ein Fadenführungskanal, durch den das Garn einläuft,
mündet in einer Stellung, in der der Garngreifer eine definierte und beispielsweise
am Handrad markierte Position einnimmt, beispielsweise den unteren Totpunkt des Nähmechanismus.
Damit fluchtet ein Einfädelkanal, der, ebenso wie der Fadenführungskanal, außerhalb
der Maschine endet, so daß durch diese beiden Kanäle und das dazwischen liegende Öhr
ein Einfädelwerkzeug, z.B. in Form eines Drahtes mit einem Haken, hindurchgeführt
und daran ein Garn durchgezogen werden kann.
[0013] Nach einem Weiterbildung der Erfindung kann eine Nähmaschine der eingangs erwähnten
Art eine Schneidvorrichtung für das Material besitzen, mit dem die vom Zuschnitt her
üblicherweise rechtwinklig zulaufenden Ecken mit einem für das Ketteln geeigneten
Radius versehen werden können.
[0014] Da zum Schneiden der Teppich relativ zur Maschine gedreht werden muß, aber andererseits
beim Ketteln gerader Flächen ein genaues und kräftiges Festklemmen des Materials zur
Sicherstellung eines genauen und wirksamen Transportes wichtig ist, ist bei einer
Ausführungsform vorgesehen, beim Eckenrunden die Transportmittel zu entlasten. Üblicherweise
erfolgt eine solche Entlastung manuell über einen Hochstellhebel für den Druckfuß,
der das Material gegen eine im Basisteil angeordnete, oszillierend bewegliche Transport-Zahnleiste
drückt. Eine solche Anhebvorrichtung ist auch vorgesehen. Zusätzlich sind jedoch Entlastungsmittel
vorgesehen, die beim Einschalten der Schneideinrichtung automatisch auch den Andruck
des Druckfusses an die Transportzahnleiste von der darauf normalerweise wirkenden
Federkraft entlasten. Besonders bevorzugt ist eine Ausführung, bei der dies durch
eine von der Einschalteinrichtung betätigbare, in einer Richtung wirksame Klemmeinrichtung
geschieht, die den Druckfuß, wenn sie betätigt ist, nur aufwärts sich bewegen läßt,
jedoch gegen eine Bewegung nach unten festklemmt. Dadurch wird der Druckfuß, der von
der Anhebebewegung der Transportklemmleiste normalerweise bei jedem Hub etwas angehoben
und wieder abgesetzt wird, daran gehindert, unter der Federkraft wieder nach unten
zu wandern, so daß er in der von der Materialdicke abhängigen obersten Stellung dieses
Zyklus stehen bleibt. In dieser Position ist also unter automatischer Anpassung an
die Materialdicke eine Drehung des Belages ohne Schwierigkeiten oder Verletzung des
Teppichs relativ zu diesem möglich, ohne den nötigen Kontaktdruck für eine gewisse
Transportunterstützung und Führung zu verlieren.
[0015] Es kann auch ein Führungsanschlag vorgesehen sein, der normalerweise die Materialkante
führt, jedoch zum Ketteln von Innenecken abschwenkbar ist. An ihm kann vorzugsweise
eine Einlaufrolle angebracht sein, die vor der Kante des Materialführungstisches läuft
und so schräggerichtet ist, daß sie das Material in Richtung auf den Führungsanschlag
schiebt. Dies ist insbesondere wichtig, wenn nur schmale Streifen, beispielsweise
als Fußbodenleisten, gekettelt werden sollen.
[0016] Die Fadenzuführung kann einen Fadenspanner enthalten, der den Faden zwischen zwei
Flächen führt. Die eine kann dabei eine mit dem Faden drehbare Rolle sein, wobei der
Faden von einem beispielsweise aus Blech gebogenen Andruckteil angedrückt wird. Es
hat sich gezeigt, daß durch diese Anordnung das Entstehen von aus einer Über- bzw.
Unterdrehung des Fadens resultierende Bildung von Fadenscheinknoten (sog. Kinken)
vermieden oder, falls sie bereits vorher entstanden sein sollten, ohne Störung durchlaufen
können und keine Störung im weiteren Bearbeitungsverlauf hervorrufen. Eine solche
Kinken-Bildung kann beispielsweise durch den Abzug der Fäden von einer Stirnseite
einer Spule herrühren, die bei jeder Windung einen 360°-Drall auf den Faden aufbringt.
Durch Anbringung einer Garnöse an dem Andruckteil kann dieses selbstregulierend sein,
d.h. bei hoher Faden-Zuführspannung wird das Andruckteil, das federnd einstellbar
angedrückt ist, abgehoben und verringert somit die von ihm sonst noch zusätzlich aufgebrachte
Spannung. Wenn diese Öse auf der Einlaufseite des Fadenspanners angebracht ist, so
reagiert der Fadenspanner auf Widerstände in der vorgeschalteten Fadenzuführung, unbeeinflußt
von dem diskontinuierlich vom Nähmechanismus abgezogenen Faden.
[0017] Ferner kann vorteilhaft die Fadenzuführung so ausgebildet sein, daß ein eine Öse
nach einer Fadenlockerung von außen umschlingender Faden sich nicht mehr bekneifen
kann, was bisher meist zum Fadenbruch führte. Wenn nämlich die Öse so gebaut ist,
daß ihre Verbindung mit einem Maschinenteil zumindest im Bereich der Öse nicht schmaler
ist als die Ösenaußenbegrenzung, dann rutscht der Faden automatisch daran ab, wenn
er unter Spannung kommt, ohne sich durch Bekneifen zweier übereinander liegender Fadenteile
festzuziehen.
[0018] Durch die Erfindung wird eine Nähmaschine zum Säumen oder Ketteln geschaffen, die
trotz großer Leistung und der Möglichkeit, Bodenbeläge beliebiger Dicke zu bearbeiten,
transportabel und bei großer Zuverlässigkeit und hoher Leistung auch im rauhen Baustellenbetrieb
einsetzbar ist. Zum Transport kann der die Fadenspulen bzw. Beilaufband-Rollen aufnehmende
Teil hochgeklappt werden. Dieser kann auch möbelrollenähnliche Lenkrollen aufnehmen,
während im Nähbereich eine feste Rolle vorgesehen sein kann, die in Nährichtung läuft.
[0019] Diese und weitere Merkmale von bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung gehen außer
aus den Ansprüchen auch aus den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils
für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei der Ausführungsform
der Erfindung verwirklicht sein und vorteilhafte Ausführungen darstellen können. Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Frontansicht einer Nähmaschine,
- Fig. 2
- eine Seitenansicht,
- Fig. 3
- einen schematischen Teilschnitt der Seitenansicht,
- Fig. 4 bis 6
- drei Arbeitspositionen des Nähmechanismus,
- Fig. 7
- das schematische Stichbild, das den Fadenverlauf einer mit der Nähmaschine vorgenommenen
Umkettelung zeigt,
- Fig. 8
- eine schematische Teil-Frontansicht mit abgenommener Abdeckung, die die Schneideinrichtung
und die Druckfußentlastung zeigt,
- Fig. 9
- einen Antrieb der Transport-Zahnleiste,
- Fig. 10
- einen schematischen Teilschnitt, etwa in der Ebene des Materialauflagetisches und
- Fig. 11
- eine perspektivische Ansicht einer Fadenführungsöse.
[0020] Die in den Zeichnungen gezeigte Nähmaschine 11 hat ein unteres, relativ flaches Basisteil
12 und ein von diesem nach oben ragendes turm- oder säulenartiges Antriebsteil 13
(Fig. 1 und 2), das den Antriebsmotor 14 (Fig. 3) und die wesentlichen Antriebsmechanismen
umfaßt. Am Basisteil befindet sich eine etwa unter dem Nähmechanismus 15 angeordnete
Laufrolle 16, während sich zwei weitere, selbstlenkend ausgebildete Rollen 17 unter
einem ausklappbaren und mittels eines Hebels 18 arretierbaren Tragteller 19 befinden,
an dem sich Halterungen 20 für zwei Garnspulen 21 befinden und der eine Vorratsrolle
22 eines Beilaufbandes 23 aufnimmt. Eine Halterung 24 einer Zwirnspule 25 ist am abnehmbaren
Gehäuse 26 des Antriebsteiles vorgesehen. Das Gehäuse 26 ist mit einem Handgriff 27
zum Transport versehen. Das von den entsprechenden Spulen 21, 25 kommende Garn 28
und Zwirn 29 läuft über später noch beschriebene Ösen 30 an einem ebenfalls abschwenkbaren
oder abnehmbaren, zum Spannungsausgleich federnden Fadenabspulrahmen 31 und wird dann
von oben über Ösen 32 je einem Fadenspanner 33 zugeführt, die ebenfalls am Gehäuse
26 angebracht sind.
[0021] Die Fadenspanner 33 enthalten je eine Grundplatte 34, auf der um eine waagerechte
Achse 35 eine Rolle 36 drehbar gelagert ist (Fig. 1). Ein aus Federstahlblech gebogener
und um eine Achse 38 schwenkbarer Andruckteil 37 liegt an der Mantelfläche 39 flächig
an, und zwar über einen Winkel von ca. 90° oder darüber. An dem der Achse gegenüberliegenden
Ende des Andruckteils befindet sich eine Führungsöse 40 für den Faden 28 bzw. 29.
Der Andruckteil 37 wird über eine Anstellschraube 41 und eine darin geführte Feder
so an die Rolle angedrückt, daß der Faden dazwischen flächig gepreßt wird. Da die
Rolle 36 beim Durchziehens des Fadens mitdrehen kann, kann bei vergleichbarer Spann-
bzw. Bremswirkung des Fadenspanners die Andruckkraft des Andruckteils 37 relativ hoch
sein. Zusammen mit der flächigen Anlage können so durch Fadendrall vorher oder im
Fadenspanner entstehende Überdrehungen des Fadens (Kinken) vermieden bzw. laufen durch.
Eine in Fadenlaufrichtung vor dem Fadenspanner 33 aufgetretene Hemmung führt zu einer
Druckverringerung des Andruckteils 37 durch einen aufwärts gerichteten Zug auf die
Öse 40, so daß sich eine automatische Spannungskontrolle bzw. -regelung ergibt.
[0022] Der Zwirn 29 läuft nach einer Umschlingung der Rolle 36 um 130 bis 180° über eine
Spannungs-Ausgleichsfeder 42 und eine Öse 43 einem Fadenheber 44 zu, der zusammen
mit der Nadel oszillierend angetrieben ist und das Öhr 45 in der Nadel 46 von der
Fadenabzieharbeit entlastet (Fig. 3).
[0023] Ein gleicher Fadenspanner ist für das Garn 28 vorgesehen (Fig. 1), das nach der Rolle
36 direkt durch die Öse 43 einem Garnführungskanal 47 in Form eines gebogenen Rohres
zuläuft, durch den es bis zum Nähmechanismus 15 läuft.
[0024] Der Antrieb der Nähmaschine 11 erfolgt von einer Hauptwelle 48 aus (Fig. 3), die
über ein geeignetes Getriebe, hier ein zweistufiges Rundriemen-Untersetzungsgetriebe,
vom Motor 14 angetrieben ist. Ein außerhalb des Gehäuses 26 angeordnetes Handrad 49
auf der Hauptwelle 48 ermöglicht eine Feineinstellung, z.B. zum Einfädeln. Auf der
in einem Grundrahmen 50 gelagerten Hauptwelle 48 sind zwei Exzenter 51 zum Antrieb
der Materialtransportmittel 52 angeordnet. An dem dem Handrad 49 entgegengesetzten
Ende der Hauptwelle 48 ist ein Kurbeltrieb angebracht, der aus zwei scheibenartigen
Kurbelwangen 53, 54, einem diese verbindenden Kurbelzapfen 55 und einem frei auskragenden
Kurbelzapfen 56 besteht. Die innere Kurbelwange 53 ist als Antriebsnocken einer Schneideinrichtung
mit zwei einander gegenüberliegenden Nockenerhebungen am Umfang ausgebildet (Fig.
8). Der Kurbelzapfen 56 betätigt über ein Pleuel 57 den Antrieb der in Längsrichtung
gleitend geführten, gegenüber der Materiallaufrichtung 58 leicht rückwärts geneigt
angeordneten Nadelstange 59. Das Pleuel 57 greift an dieser über einen auf der Nadelstange
59 festgeklemmten Klemmblock 60 an, der auch den Fadenheber 44 trägt, der durch einen
Schlitz im Gehäuse 26 nach außen ragt. Der im Basisteil 12 angeordnete Schlaufenbildungsmechanismus
61, der anhand der Figuren 3 bis 6 beschrieben wird, wird von dem Kurbelzapfen 55
über das Pleuel 62 angetrieben. Es schwenkt über einen Antriebshebel 63 eine Welle
64 oszillierend hin und her, an der ein Garngreifer 65 und ein Betätigungshebel 68
drehfest angebracht sind.
[0025] Der Garngreifer 65 hat eine Bogen- oder Ringsegmentform in seinem äußeren Abschnitt,
der ein Garnöhr 69 nahe seinem vorderen Ende trägt und über einen radialen Arm mit
der Welle 64 verbunden ist.
[0026] Um eine Welle 70 ist ein Überwendlichgreifer 66 schwenkbar gelagert, der über eine
Schubstange 71 vom Hebel 63 aus angetrieben wird. Er hat eine Kreisbogenform, an deren
einem Ende die Welle 70 befestigt ist, während das andere Ende mit einer Greifergabel
150 versehen ist.
[0027] Ein Haltegreifer 67 mit einem Haltefinger an seinem vorderen Ende ist um eine Welle
72 schwenkbar und wird vom Hebel 68 über einen Hebelarm 73 angetrieben. Ein Anschlaghebel
74 wirkt mit einem Gehäuseanschlag 75, gegen den er unter der Kraft einer Feder 76
gedrückt wird, zur Begrenzung der Bewegung des Haltegreifers 67 zusammen.
[0028] Die Transportmittel 52 für das zu umkettelnde Material 80 (Fig. 9) enthalten eine
Transport-Zahnleiste 81, die eine in Fig. 9 strichpunktiert angedeutete ovale Bewegungsbahn
82 durchläuft, so daß jeweils auf einen Transporthub, bei dem die Zahnleiste über
der Ebene des Materialauflagetisches 83 sich in Transportrichtung 58 bewegt, ein Rückhub
in unter die Ebene 83 abgesenkter Position erfolgt. Bewirkt wird dies über die an
die Exzenter 51 angeschlossenen Pleuel 84, 85. Das Pleuel 84 verschwenkt einen Hebel
86, indem es an einer Gewindebuchse 87 angelenkt ist, die auf einer mit einem sehr
steilen Außengewinde versehenen Einstellgewindestange 88 mittels eines Einstellknopfes
89 verschiebbar ist. Der Hebel schwenkt um die Achse 90, während an seinem anderen
Ende ein Hebel 91 angelenkt ist, der an seinem anderen Ende die Transportzahnleiste
81 trägt. In einigem Abstand von der Anlenkung 92 an den Hebel 86 greift das Pleuel
85 an.
[0029] Bei Drehung der Hauptwelle 48 wird durch das Pleuel 84 die Gewindestange 88 und der
damit in Verbindung stehende Hebel 86, wie in Fig. 9 angedeutet, hin und her geschwenkt.
Dadurch erhält der Hebel 91 und damit die Transportzahnleiste 81 eine im wesentlichen
horizontal gerichtete Längsbewegung beigebracht, während über das Pleuel 85 diesem
eine etwa vertikal gerichtete Bewegung überlagert wird, die gemeinsam die Bewegungsbahn
82 ergeben.
[0030] Fig. 8 zeigt eine Schneideinrichtung 93 und einen Druckfuß 94, der das Material schräg
von oben gegen die Transport-Zahnleiste 81 drückt (s. auch Fig. 1). Dieser Druckfuß
94 ist parallel zur Nadelachse 95 verschiebbar geführt und wird mittels einer Feder
96 so nach unten gepreßt, daß sein bügelförmiger und die Nadel gabelartig umgreifender
Fußteil 97 nach unten gegen das Material gedrückt wird. Mit einem Handhebel 98 kann
der Druckfuß angehoben, und, wenn die im folgenden beschriebene automatische Schneideinrichtung
eingeschaltet und wirksam ist, auch in der angehobenen Stellung arretiert werden.
[0031] Um die den Druckfuß führende Stange 99 greift eine Klemmplatte 100, die zusammen
mit einem strichliert gezeichneten Hebel 101 um eine Achse 102 schwenkbar ist. Die
Schwenkung erfolgt über eine am Hebel angebrachte Blattfeder 103, die von einem Elektromagneten
104 bei seinem Anziehen den Hebel 101 entgegen dem Uhrzeigersinn verschwenkt. Während
der Druckfuß 94 an seinem oberen Ende in einer Schiebeführung seiner Stange 99 im
Grundrahmen geführt ist, ist er unten mittels einer Schwinge 105 im wesentlichen vertikal
beweglich geführt.
[0032] Der Hebel 101 hat einen nach unten fortgesetzten Arm 106, dessen schräge Endfläche
mit dem freien Ende eines hebelartigen Messerantriebsgliedes 78 in Eingriff kommen
kann, das um eine Achse 107 am Grundrahmen schwenkbar angeordnet ist und an einem
Messer 108 angelenkt ist. Das Messer befindet sich an einer im wesentlichen vertikal
geführten Messerstange 109, an der eine Feder 110 angreift, die das Messer in seine
obere Endlage zu ziehen sucht.
[0033] Die doppelnockenartig ausgebildete Kurbelwange 53 kann mit dem Messerantriebsglied
78 zusammenarbeiten, um das Messer mit je zwei Hüben je Umdrehung der Hauptwelle 48
oszillierend anzutreiben.
[0034] Das Messer hat eine entgegen der Materialtransportrichtung 58 sowie nach unten gerichtete
schräge Schneide 111, an deren Ende sich eine Führungsnase 112 nach unten erstreckt.
Es wirkt mit einem Gegenmesser 113 (Fig. 10) zusammen, wobei die Führungsnase das
Messer auch in seiner oberen Position zu dem am Materialauflagetisch 83 angebrachten
Gegenmesser 113 ausgerichtet hält.
[0035] Aus Fig. 10 ist zu erkennen, daß das Gegenmesser 113 an einer in den Materialauflagetisch
83 eingesetzten, auswechselbaren Stichplatte 114 angeordnet ist und um einen kleinen
Winkel schräg zur Materiallaufrichtung 58 angeordnet ist. Dies berücksichtigt die
Schnittverhältnisse beim Eckenrunden, bei dem meist die Nadel 46 die Drehachse bestimmt.
[0036] In Fig. 10 ist noch zu erkennen, daß im Bereich der Nadel 46 eine in Materiallaufrichtung
58 gerichtete Führungsnase 115 vorgesehen ist, die die Materialkante führt und um
die herum sich das Garn 28 bei der Bildung einer Überwendlichschlaufe legt, bevor
es beim Weitertransport davon abrutscht und festgezogen wird. Zwischen der Materialkante
und der Führungsnase 115 wird das Beilaufband 23 zugeführt, falls es verwendet wird.
[0037] Im Materialauflagetisch ist in Materiallaufrichtung mit Abstand vor der Nadelposition
und auch mit Abstand von einer wegschwenkbaren Führungsplatte 116 für die zu bekettelnde
Materialkante ein Fotofühler 117 angeordnet, der Licht von einer Lampe 118 empfangen
kann, die als Arbeitslicht im Nähbereich ausgebildet ist.
[0038] Der Fotofühler 117 gehört zu einer Einschalteinrichtung, die ein Steuergerät im elektrischen
Steuerungsteil 119 (Fig. 2) enthält und kann darüber den Elektromagneten 104 zur Betätigung
der Schneideinrichtung und Druckfußanhebung steuern (Fig. 8). Über einen Schalter
120 kann die Schneidautomatik angewählt oder manuell ausgeschaltet werden.
[0039] An dem abschwenkbaren Führungsblech 116 ist eine Einlaufrolle 121 angebracht, die
vor dem Anfang des Materialauflagetisches 83 mit ihrer Oberkante etwas über deren
Ebene liegt und deren Achse so schräg angeordnet ist, daß ein sich auf ihr bewegender
Gegenstand unter einem kleinen Winkel gegen das Führungsblech 116 geschoben wird,
insbesondere, wenn eine ebenfalls wegschwenkbare Druckrolle 122 das dazwischen geführte
Material federnd auf die Einlaufrolle 121 drückt. Die schräge Achse 123 der Einlaufrolle
121 setzt sich als drehbare Welle auf der Rückseite der Führungsplatte 116 fort und
trägt dort einen Impulsgeber 124, der beispielsweise einen Permanentmagneten 124 enthalten
kann (Fig. 10). Dieser arbeitet mit einem berührungslosen Impulsnehmer 125 am Basisteil
zusammen und gibt somit je einen Zählimpuls für einen Materialvorschub, der dem Umfang
der Einlaufrolle entspricht. Das Ergebnis dieser Längenzählung kann über eine Anzeige
126 (Fig. 2) abgelesen und beispielsweise als Basis für eine Kostenberechnung verwendet
werden. Kugelführungen 127 erleichtern die Materialverschiebung auf dem Tisch 83.
[0040] Fig. 11 zeigt eine Fadenführungsöse 32 am Gehäuse 26. Die Ösen 30 am Fadenabspulrahmen
31 sind in ihrem Grundprinzip gleich ausgebildet. Die Öse 32 besteht aus einer Schlaufe
aus einem blanken und glatten Draht 129, der auf einer Grundplatte 128 mit seinen
beiden Enden angebracht ist. Die Öffnung 130 der Öse ist von einer Ringbegrenzung
umgeben, die aus anderthalb spiraligen Drahtwindungen besteht, die eng aneinander
liegen und somit ein Einklemmen des Fadens zwischen ihnen verhindern. An die Ringbegrenzung
131 schließen sich zwei Verbindungsschenkel 132 an, die die Ringbegrenzung 131 mit
der Basisplatte 128 verbinden. Diese beiden Schenkel haben mit ihren Außenflächen
einen Abstand voneinander, der mindestens so groß ist wie die größte Breite der Ringbegrenzung
131. Sie können parallel zueinander verlaufen oder evtl. etwas von der Ringbegrenzung
zur Basisplatte hin divergieren.
[0041] Die beschriebene Öse verhindert, daß ein loser Faden sich in einer Schlaufe um den
Verbindungsabschnitt legt und sich dann durch Bekneifen der übereinander liegenden
Garnabschnitte festzieht, was zum Fadenbruch führen könnte. Bei dieser Ösenausbildung
rutscht der Faden stets von alleine wieder über die Ringbegrenzung hinweg, wenn Zug
darauf kommt.
[0042] Die Nähmaschine nach der Erfindung arbeitet nach folgendem Verfahren:
Nachdem die Nähmaschine beispielsweise an eine Baustelle transportiert, durch Abklappen
des Tragtellers 19 in die in Fig. 2 gezeigte Position aufgestellt und so arretiert
wurde, können Garn- und Zwirnspulen 21, 25 aufgebracht und die Fäden 28, 29 eingefädelt
werden. Der Verlauf des Zwirns ist bereits beschrieben worden. Zum Einfädeln des Garns
28 wird durch einen Einfädelkanal 133, der dem Basisteil 12 in Verlängerung des Garnführungskanals
47 verläuft, ein Einfädelwerkzeug 158 in Form eines Drahtes mit einem Haken an seiner
Vorderseite eingeführt. Da die Mündung des Einfädelkanals 133 mit der Mündung des
Garnführungskanals 47 und dem Öhr 69 im Garngreifer 65 fluchtet, wenn die Maschine
sich in einer am Handrad 49 markierten Position befindet, kann das Einfädelwerkzeug
158 soweit hindurchgesteckt werden, bis es aus der äußeren Öffnung 134 des Garnführungskanals
47 heraussieht. Das Garn, das aus mehreren Einzelgarnen bestehen kann, kann dann in
den Haken eingehängt und in einem Zug durch den Garnführungskanal und das Öhr 69 und
den Einfädelkanal 133 hindurchgezogen werden. Nachdem es aus dem Haken entfernt ist,
ist die Maschine betriebsbereit.
[0043] Das zu umkettelnde Material 80 wird dann, in Fig. 1 von links beginnend, auf den
Materialauflagetisch 83 gebracht. Die Druckrolle 122 kann hochgeschwenkt sein, wenn
es sich um ein größeres Materialstück handelt. Die Maschine kann stationär, z.B. auf
einem Tisch, aufgestellt sein. Vorteilhaft wird sie aber, auf ihren Rollen 16 und
17 laufend, an dem ausgelegten Material entlanggefahren, das sich nur relativ wenig
hochwölben muß, um auf den Materialauflagetisch 83 zu kommen, weil der Basisteil 12
aufgrund der beschriebenen Ausbildung des Nähmechanismus relativ flach ausgebildet
sein kann. Dabei sorgen auch die Einlaufrolle 121 und die Kugelführungen 127 für einen
leichten Lauf. Ein Handgriff 138 ist mittels einer Rastbefestigung 153 am Gehäuse
26 anbringbar und über eine elektrische Steckverbindung mit der Nähmaschine 11 zu
verbinden. Er kann auch an einem in Fig. 1 strichliert angedeuteten Verlängerungsstiel
152 angebracht werden, der seinerseits an der Rastbefestigung 153 eingerastet werden
kann. Das erleichtert das Führen der Maschine am Boden.
[0044] Die zu umkettelnde Kante 135 des Materials 80 läuft an dem Führungsblech 116 entlang
und wird unter den Fußbügel 97 des Druckfusses 94 geführt, der zu diesem Zweck mittels
des Anhebehebels 98 in eine obere Position gestellt wurde. Der Druckfuß wird daraufhin
abgesenkt und drückt die Unterseite des Materials auf die Transport-Zahnleiste 81.
[0045] Nach Einschalten des Hauptschalters 136 (Fig. 2) wird dann die Maschine an dem zum
Transport abnehmbaren Handgriff 138 ergriffen und mittels eines im Griff vorgesehenen
Betriebsschalters 137 in Gang gesetzt. Der anhand von Fig. 9 beschriebene Transport
wird dadurch in Gang gesetzt und transportiert das Material in Transportrichtung 58
bzw. zieht die Maschine in entsprechende Richtung an der Materialkante entlang. Die
Transportlänge je Hub, d.h. die Stichlänge, kann über den Einstellknopf 89 eingestellt
werden, der die Gewindebuchse 87, an der das Pleuel 84 angreift, auf der Gewindestange
88 verschiebt und damit den Schwenkwinkel des Hebels 86 und damit die Längsverschiebung
der Stange 91 und der Zahnleiste 81 bestimmt.
[0046] Die Nahtbildung wird anhand der Figuren 4 bis 6 beschrieben. In Fig. 4 hat der Überwendlichgreifer
66 mit seiner Greifergabel 150 eine Garn-Überwendlichschlaufe 139 um die Materialkante
135 herumgezogen und in eine Position jenseits der Nadel 46 gebracht, so daß diese
in die Überwendlichschlaufe 139 einstechen kann. Dabei greift der Überwendlichgreifer
66 hinter der Nadel vorbei, die Nadel sticht in die Schlaufe, d.h. hinter dem vorderen
Garn der Schlaufe ein, während der Zwirn außerhalb der Schlaufe bleibt, d.h. vor dem
Garn vorbeiläuft. Dies bezieht sich auf die in den Figuren 4 bis 6 gewählte Darstellung,
bei der die Transportrichtung des Materials (Pfeil 58) auf den Betrachter zu gewählt
ist.
[0047] Aus Fig. 4 ist ferner zu erkennen, daß das aus dem Garnführungskanal 47 kommende
Garn 28 durch das Öhr 69 des Garngreifers 65 läuft und durch Verschwenkung entgegen
dem Uhrzeigersinn dieses nachzieht. In Fig. 5 hat der Überwendlichgreifer 66 die Überwendlichschlaufe
139 freigegeben, die Nadel das Material durchstochen und dadurch eine Zwirnschlaufe
um einen Arm der Überwendlichschlaufe an der Oberseite gebildet.
[0048] Der nun wieder im Uhrzeigersinn schwenkende Garngreifer 65 fährt oberhalb des Nadelöhrs
45 zwischen der Nadel und dem Zwirn hindurch und zieht, wie insbesondere aus Fig.
6 zu sehen ist, das Garn zur Bildung der Überwendlichschlaufe durch eine untere Zwirnschlaufe.
Eine in Fig. 6 angedeutete, an die Mündung des Garnführungskanals 47 anschließende
Garnleitrolle 154 erleichtert das Nachziehen der Garnlänge. Die Überwendlichschlaufe
139 bildet sich also zwischen der Garnzuführung über dem Garnführungskanal 47 und
einem Garnabschnitt, der an die letzte Überwendlichschlaufe anschließt. In diesem
Bereich greift der Haltegreifer 67 ein und verhindert, daß dieser Garnabschnitt (Halteschlaufe
140) bei der Bildung der Überwendlichnaht zu weit in Richtung auf die Kante 135 gezogen
wird. In dieser Position ist nämlich die untere Zwirnschlaufe 141 noch nicht festgezogen,
und somit würde der Zwirn nicht im Bereich der Stichreihe, sondern irgendwo zwischen
dieser und der Kante 135 liegen.
[0049] Aus Fig. 6 ist zu erkennen, daß der Überwendlichgreifer 66 nach seinem völligen Zurückschwenken
wieder aufwärtsläuft und dabei ist, in die Überwendlichschlaufe einzugreifen und diese
um die Kante 135 herumzulegen, während der Garngreifer 65 wieder in die in Fig. 4
dargestellte Position zurückschwenkt und die Nadel aufwärtsläuft. Eine in Fig. 5 angedeutete
Nadelführung 155 unterhalb der Stichplatte verhindert ein Verbiegen der Nadel beim
Festziehen des Stichs.
[0050] Mit diesem Nähmechanismus wird die in Fig. 7 gezeigte Zweifaden-Überwendlichnaht
156 hergestellt, die bei großer Haltbarkeit und geringem Verbrauch an dem relativ
teuren Zwirn eine große Haltbarkeit gewährleistet. Es ist zu erkennen, daß je Stich
142 zwei Garnschlaufen um die Kante 135 herum gelegt werden, während der Zwirn 29
in Draufsicht fast geradlinig von Stich zu Stich verläuft und die Garnschlaufen festhält.
Es kann also ein dekoratives, relativ bauschiges und trotzdem preisgünstiges Garn
verwendet werden, da dies beim Nähvorgang nur schwach belastet wird und die Haltefunktion
von dem Zwirn 29 übernommen werden kann. Es war bereits erwähnt worden, daß die Begriffe
"Garn" und "Zwirn" hier nur zur Unterscheidung der beiden Fadenfunktionen und nicht
notwendig ihrer Art benutzt werden. So kann als Zwirn beispielsweise jede ausreichend
feste Fadenart verwendet werden, beispielsweise auch monofiler Kunststoff-Faden. Das
gleiche gilt für den Begriff "Garn".
[0051] Es sei noch erwähnt, daß die Überwendlichschlaufe 139 nicht direkt um die Kante 135
herumgezogen wird, sondern um die Führungsnase 115 (Fig. 10), von der sie aber vor
dem Festziehen der Überwendlichschlaufe abrutscht. Zwischen Materialkante 135 und
Führungsnase 115 läuft auch, wenn gewünscht, das Beilaufband 23 ein, das die Kante
135 abdeckt, um beispielsweise bei sehr langflorigem Teppich zu verhindern, daß Florteile
zwischen den Garnschlaufen herausstehen. Wegen der ausgezeichneten Nahtbildungsqualitäten
und dem großen Verstellbereich der Stichlängen kann auch mit einem dekorativem Beilaufband
gearbeitet werden, das, beispielsweise mit monofil durchsichtigem Garn lediglich mit
relativ großem Stichabstand festgekettelt wird.
[0052] Es sei noch erwähnt, daß die Fadenzuführung aufgrund der beschriebenen Anordnung
sehr gleichförmig und ohne Gefahr einer Überspannung erfolgt. Der durch die Spulenabwicklung
nach oben erzeugte Zusatzdrall in den Fäden wird durch die beschriebenen Fadenspanner
ausgeglichen und dem Garn bzw. Zwirn wird auf der Zulaufseite kein zusätzlicher Drall
aufgezwungen, was bei Platten-Fadenspannern infolge des schraubenförmigen Verlaufs
der garnkardeele geschehen könnte. Die Spannungsausgleichsfeder 42 zusammen mit dem
Fadenheber sorgt für einen gleichmäßigen Durchlauf des Garns durch den Fadenspanner.
Die Zwirnspannung braucht allerdings bei der Nähmaschine nicht hoch gewählt zu werden,
weil durch den Haltegreifer 67 die Zurückhaltung der unteren Garnschlaufe im Stichbereich
nicht mittels hoher Zwirnspannung erreicht zu werden braucht. Die Gefahr eines Zwirnbruchs
ist daher wesentlich verringert.
[0053] Bei Annäherung an eine Materialecke wird der bisher vom Material 80 abgedeckte Fotofühler
117 frei und erhält Licht von der Lampe 118. Dadurch wird die Einschalteinrichtung
ausgelöst, und der bis dahin stromlose Magnet 104 zieht an. Er schwenkt dabei die
Blattfeder 103 entgegen dem Uhrzeiger sinn, so daß auch der Hebel 101 in diese Richtung
verschwenkt wird (Fig. 8). Dadurch wird die Klemmplatte 100 mit den Kanten ihres Loches
an die Druckfußstange 99 angepreßt und verklemmt diese so, daß sie sich nur noch aufwärts,
aber nicht mehr abwärts bewegen läßt. Da während des Transportes durch die Transportzahnleiste
81 das Material und damit auch der Druckfuß periodisch angehoben und abgesenkt wird,
wird jetzt der Druckfuß nur noch aufwärts bewegt und bleibt dann in der oberen Lage
stehen. Er hat dann in der oberen Transportposition noch Kontaktdruck, gibt aber beim
Absenken der Zahnleiste 81 das Material frei, so daß es relativ zur Nähmaschine 11
gedreht werden kann (bzw. umgekehrt). Gleichzeitig schwenkt der untere Hebelarm 106
so nach rechts, daß der bisher daran anliegende Arm des Messerantriebsgliedes 78 frei
wird und damit Messer 108 und Messerstange 109 unter der Kraft der Feder 110 gegen
die Kurve 53 gedrückt und von dieser oszillierend bewegt werden können. Das Messer
arbeitet also und schneidet mit seiner schrägen Schneide 111 im Zusammenwirken mit
der Gegenschneide 113 eine z.B. bisher spitz rechtwinklige Ecke des Materials in einem
nicht zu großen, aber gleichmäßigen Radius ab. Die dabei entstehenden Schnittabfälle
können durch einen Abfallkanal 143 (Fig. 1 und 10) im Basisteil 12 abgeführt werden.
[0054] Der Schnittradius wird dadurch bestimmt, daß die Führungsplatte 116 mit ihrer in
Transportrichtung 58 weisenden Kante 144 in einem Abstand vom Nähbereich, und insbesondere
der Nadelposition liegt. Erst wenn die Materialecke diese Kante 144 passiert hat,
kann das Material relativ zur Maschine gedreht werden. Die Rundung wird dann sofort
anschließend umkettelt. Nachdem die Rundung beendet ist, überdeckt das Material wieder
den Fotofühler 117, und die Einschalteinrichtung macht den Magneten 104 stromlos.
Dadurch wird der Hebel 101 im Sinne einer Drehung im Uhrzeigersinn belastet, die Klemmplatte
100 gibt die Druckfußstange 99 frei, und das Messerbetätigungsglied 78 gleitet bei
seiner Schwenkbewegung an dem Arm 106 entlang und greift kurz vor dem Totpunkt unter
diesen Hebel und wird damit blockiert. Durch die aus Fig. 8 zu erkennende Schräge
der unteren Fläche des Arms 106 arbeitet sich das Messerbetätigungsglied in eine Position,
wo es von der Kurve 53 nicht mehr bewegt wird. Damit ist das Messer in seiner unteren
Position blockiert, so daß auch die Schneide versenkt und abgedeckt liegt.
[0055] Es ist möglich, einen zusätzlichen Fotofühler 157 (Fig. 10) in geringem Abstand vom
normalen Verlauf der Kante 135 hinter der Stichposition vorzusehen, der mit dem Fotofühler
117 wirkungsmäßig in Reihe geschaltet ist. In diesem Fall würde das Messer erst dann
anlaufen, wenn das Material zum Eckenrunden auf dem Tisch 83 gedreht wird und nicht,
wenn das Material z.B. beim Streifenketteln zu Ende ist. Da das Messer jedoch außerhalb
des Verlaufs der Kante 135 arbeitet, stört dies kaum.
1. Nähmaschine, insbesondere zum Einfassen bzw. Säumen von Materialien (80), wie der
Kanten von Bodenbelägen oder dgl., mit einem Antrieb (14), einem zur Bildung einer
Zweifaden-Überwendlichnaht (156) ausgebildeten Nähmechanismus (15) mit Transportmitteln
(52) für das Material (80) relativ zum Nähmechanismus (15), einem Nadelmechanismus
(46, 59, 60) und einem Schlaufenbildungsmechanismus (61), und einer Fadenzuführung
zum Nadel- und Schlaufenbildungsmechanismus, wobei der Nähmechanismus (15) mit einem
in eine Nadel (46) eingefädelten Faden (29) und einem in einen Garngreifer (65) eingefädelten
anderen Faden (28) sowie mit einem Überwendlichgreifer (66) arbeitet, der den Faden
(28) von dem Garngreifer (65) übernimmt und die Überwendlichschlaufe (139) bildet,
in die die Nadel (46) an der Materialoberseite einsticht, dadurch gekennzeichnet,
daß der Nähmechanismus (15) als einen weiteren, dritten, gesondert gelagerten Greifer
einen Haltegreifer (67) aufweist, der eine Fadenschlaufe (140) während der Bildung
der Überwendlichschlaufe (139) zurückhält und nahe der Bewegungsbahn der Nadel (46)
an der Materialunterseite in den aus dem Garngreifer (65) kommenden Faden (28) eingreift.
2. Nähmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß alle Greifer (65, 66, 67),
insbesondere auch der Haltegreifer (67), um Achsen (64, 70, 72) schwingend angeordnet
sind und vorzugsweise der Garn- und Überwendlichgreifer (65, 66) zur Ausführung harmonischer
und im wesentlichen stetiger Bewegungen angetrieben sind.
3. Nähmaschine nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine Einfädelvorrichtung
für den Faden (28) in ein Öhr (69) eines in einem Basisteil (12) angeordneten Garngreifers
(65), die einen Garnführungskanal (47) aufweist, der in einer bestimmten und vorzugsweise
markierten Stellung des Nähmechanismus (15) vor dem Öhr (69) mündet und mit der Mündung
eines Einfädelkanals (133) fluchtet, der auf der anderen Seite des Öhrs (69) liegt
und durch den ein Einfädelwerkzeug (158) durch das Öhr (69) und den Garnführungskanal
führbar ist.
4. Nähmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Schneideinrichtung
für das Material (80), insbesondere mit einem vor der Bewegungsbahn des Nadelmechanismus
im wesentlichen vertikal oszillierend antreibbaren Messer (108), das mit einem Gegenmesser
(113) zusammenarbeitet, wobei der Messerantrieb von einer Einschalteinrichtung (104,
117) während des Betriebes des Nähmechanismus (15) ein- und ausschaltbar ist, wobei
vorzugsweise die Einschalteinrichtung in Abhängigkeit von dem Material (80) insbesondere
zum Schneiden von Eckenrundungen automatisch betätigbar ist, vorzugsweise durch wenigstens
einen berührungslosen Fühler, wie einen Fotofühler (117), der in einem einen Materialauflagetisch
(83) bildenden Basisteil (112) angeordnet ist.
5. Nähmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschalteinrichtung
eine vorzugsweise über einen Elektroantrieb, wie einen Magneten (104), betätigbare
Rastmechanik aufweist, die ein Messerantriebsglied (78) wahlweise in einer vom Oszillationsantrieb
(53) entkoppelten Stellung blockiert oder zum Messerantrieb freigibt.
6. Nähmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Transportmittel (52) einen ggf. manuell hochstellbaren, das Material (80) gegen ein
Transportglied (81) drückenden Druckfuß (94) enthalten, der Entlastungsmittel aufweist,
die von einer Einschalteinrichtung zum Ketteln von Rundungen und vorzugsweise zum
gleichzeitigen Schneiden der Rundungen unter Druckentlastung des Materials (80) betätigbar
sind, wobei vorzugsweise die Entlastungsmittel zur Festlegung des Druckfusses (94)
in einer von der Materialdicke abhängigen Stellung ausgebildet sind und vorzugsweise
eine von der Einschalteinrichtung (104, 117) betätigbare, in einer Richtung wirksame
Klemmeinrichtung (100) aufweisen, die den Druckfuß (94) in seiner höchsten Position
festhalten kann, in die er durch eine in Druckfuß-Führungsrichtung wirksame Bewegungskomponente
eines oszillierenden Transportgliedes (81) unter Zwischenlage des Materials (80) gehoben
wird.
7. Nähmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein
vor der Bewegungsbahn des Nadelmechanismus mit einer Materialkante (135) zusammenwirkender
Führungsanschlag (116) vorgesehen ist, der im wesentlichen mit der Wirkungsebene einer
Schneideinrichtung (108) fluchtet, jedoch in einem Abstand von dieser endet, wobei
vorzugsweise der Führungsanschlag (116) zum Ketteln von Innenrundungen des Materials
(80) wegbewegbar ist.
8. Nähmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in
Materiallaufrichtung (58) vor dem Basisteil eine Einlaufrolle (121), ggf. mit einer
zugehörigen Druckrolle (122), vorgesehen ist, die vorzugsweise eine derart schräg
gerichtete Achse (123) hat, daß sie bei im wesentlichen mit dem von der Oberseite
des Basisteils (12) gebildeten Materialauflagetisch (83) fluchtender Mantellinie dem
Material (80) eine zu einem Führungsanschlag (116) für die zu bekettelnde Materialkante
(135) gerichtete Richtungskomponente erteilt, und ggf. mit einer Zähleinrichtung (124,
125, 126) verbunden ist, die vorteilhaft impulsbetätigt berührungslos arbeitet, wobei
vorzugsweise die Einlaufrolle (121) an dem Führungsanschlag (116) angebracht mit diesem
zusammen wegbewegbar ist.
9. Nähmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fadenzuführung wenigstens einen Fadenspanner (33) enthält, der den Faden (28, 29)
zwischen zwei Flächen führt, von denen vorzugsweise die eine mit dem Faden (28, 29)
bewegbar ist und wobei inbesondere eine zwischen den Flächen wirksame Andruckkraft
durch Fadenspannung änderbar ist, wobei vorzugweise der Fadenspanner (33) eine drehbare
Rolle (36) enthält, über deren Mantelfäche der Faden (28, 29) geführt und von einem
im wesentlichen dem Verlauf der Mantelfläche angepaßten Andruckteil (37) mit vorzugsweise
einstellbarer Federkraft über vorteilhaft wenigstens 90° des Mantelflächenbogens an
die Mantelfläche angedrückt ist, wobei bevorzugt eine Fadenführungsöse (40) an dem
Andruckteil (37) angeordnet ist.
10. Nähmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Fadenzuführung wenigsten eine Öse (30, 32) aufweist, deren den Faden (28, 29) aufnehmende
Öffnung (130) von einer Ringbegrenzung (131) umgeben ist, deren Verbindung (132) mit
der Nähmaschine (11) bzw. einem anderen Bauteil zumindest im Bereich der Öse (30,
32) eine Breite hat, die die Außenbreite der Ringbegrenzung (131) nicht unterschreitet,
wobei die Ringbegrenzung (131) vorzugsweise von einem Drahtring mit ca. eineinhalb
eng aneinanderliegenden Windungen besteht, an den sich zueinander parallele bzw. von
der Ringbegrenzung (131) divergierende Verbindungsschenkel (132) anschließen.
11. Nähmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie
auf vorzugsweise teilweise selbstlenkenden Rollen (16, 17) bewegbar ist und daß vorzugsweise
ein wenigstens eine Fadenspule (21) bzw. ein Beilaufband (23) aufnehmender Materialzuführungsabschitt
(19) vorgesehen ist, der hochklappbar mit übrigen Teilen der Nähmaschine (11) verbunden
ist.
1. Sewing machine, particularly for edging or hemming materials (80), such as the edges
of floor coverings or the like, with a drive (14),a sewing mechanism (15) constructed
for forming a two-thread overedge seam, with conveying means (52) for the material
(80) relative to the sewing mechanism (15), a needle mechanism (46,59,60) and a loop
formation mechanism (61), as well as a thread supply to the needle and loop formation
mechanism, the sewing mechanism (15) operating with a thread (29) threaded into a
needle (46) and another thread (28) threaded into a yarn gripper (65), as well as
with an overedge gripper (66), which takes the thread (28) from the yarn gripper (65)
and forms the overedge loop (139) into which the needle (46) is inserted on the top
of the material, characterized in that the sewing mechanism (15) has as a further,
third, separately mounted gripper a retaining gripper (67), which holds back a thread
loop (140) during the formation of the overedge loop (139) and close to the movement
path of the needle (46) engages on the underside of the material in the thread (28)
coming out of the yarn gripper (65).
2. Sewing machine according to claim 1, characterized in that all the grippers (65,66,67)
and in particular the retaining gripper (67), oscillate about axes (64,70,72) and
preferably the yarn and overedge grippers (65,66) are driven for performing harmonic
and substantially continuous movements.
3. Sewing machine according to claim 1 or 2, characterized by a threading device for
the thread (28) in an eyelet (69) of a yarn gripper (65) located in a base part (12),
which has a yarn guide channel (47), which issues in a specific and preferably marked
position of the sewing mechanism (15) upstream of eyelet (69) and is aligned with
the opening of a threading channel (133), which is located on the other side of eyelet
(69) and through which can be guided through eyelet (69) and the yarn guidance channel
a threading tool (158).
4. Sewing machine according to one of the preceding claims, characterized by a cutting
device for the material (80), particularly with a knife (108) driveable in a substantially
vertically oscillating manner upstream of the movement path of the needle mechanism
and which cooperates with a counter-knife (113), the knife drive being switched on
and off by a switching device (104,117) during the operation of mechanism (15) and
preferably the switching device is automatically operable as a function of the material
(80), particularly for cutting rounded corners, preferably by at least one contactless
sensor, such as a photosensor (117), which is arranged in a base part (112) forming
a material support table (83).
5. Sewing machine according to claim 4, characterized in that the switching device has
a locking mechanism preferably operable by means of an electric drive, such as a magnet
(104), which either locks a knife drive member (78) in a position uncoupled from the
oscillating drive (53) or releases same for knife drive purposes.
6. Sewing machine according to one of the preceding claims, characterized in that the
conveying means (52) contain an optionally manually raiseable pressure foot (94) pressing
the material (80) against a conveying member (81) and which has relieving means, which
are operable by a switching device for looping rounded corners and preferably for
the simultaneous cutting thereof, accompanied by the relief of the pressure on material
(80) and preferably the relieving means are constructed for fixing the pressure foot
(94) in a position dependent on the material thickness and preferably have a clamping
device (100) operable by switching device (104,117) and acting in one direction, which
can hold the pressure foot (94) in its top position, into which it is raised by a
movement component of an oscillating conveying member (81) acting in the pressure
foot guidance direction and accompanied by the interposing of material (80).
7. Sewing machine according to one of the preceding claims, characterized in that a guide
stop (116) cooperating with a material edge (135) upstream of the needle mechanism
movement path is provided and is substantially aligned with the action plane of a
cutting device (108), but terminates at a distance therefrom, the guide stop (116)
preferably being movable away from looping inner rounded corners of the material (80).
8. Sewing machine according to one of the preceding claims, characterized in that in
the material running direction (58) upstream of the base part is provided an inlet
roller (121), optionally with an associated pressure roller (122), which preferably
has a shaft (123) sloping in such a way that it imparts to the material (80) a direction
component directed to a guide stop (116) for the material edge (135) to be looped
with the circumferential line aligned with the material support table (83) formed
by the top of base part (12) and is optionally connected to a counting device (124,125,126),
which advantageously operates in pulse-operated, contact-free manner and preferably
the inlet roller (121) fitted to the guide stop (116) is movable away together with
the latter.
9. Sewing machine according to one of the preceding claims, characterized in that the
thread feed contains at least one thread tensioner (33), which guides the thread (28,29)
between two faces, whereof one is preferably movable with the thread (28,29) and a
pressing force acting between the surfaces can be modified by thread tension and preferably
the thread tightener (33) contains a rotatable roll (36), over whose circumferential
surface is guided the thread (28, 29) and is pressed against the circumferential surface
by a pressure part (37) adapted to the configuration of the latter with a preferably
adjustable spring tension and advantageously over at least 90% of the circumferential
surface arc and preferably a thread guide eyelet (40) is provided on pressing part
(37).
10. Sewing machine according to one of the preceding claims, characterized in that the
thread guide has at least one eyelet (30,32), whose opening (130) receiving the thread
(28,29) is surrounded by a ring boundary (131), whose connection (132) to the sewing
machine (11) or another component, at least in the vicinity of eyelet (30,32), has
a width not dropping below the external width of ring boundary (131), the latter preferably
comprising a wire ring with approximately one and a half closely juxtaposed windings,
to which are connected parallel connecting legs (132), or which diverge from the ring
boundary (131).
11. Sewing machine according to one of the preceding claims, characterized in that it
is movable on preferably partly self-guiding rolls (16,17) and that preferably a material
supply part (19) receiving at least one thread bobbin (21) or an intermediate ribbon
(23) is provided, which can be flapped up and connected to the remaining parts of
the sewing machine (11).
1. Machine à coudre, notamment pour surjeter ou ourler des tissus (80), tels que les
bords de revêtements de sol ou similaires, avec un entraînement (14), un mécanisme
de couture (15) conçu pour former un surjet à deux fils (156), des moyens de transport
(52) pour déplacer le tissu (80) par rapport au mécanisme de couture (15), un mécanisme
à aiguille (46, 59, 60), un mécanisme de formation de boucle (61) et un dispositif
pour alimenter en fil le mécanisme à aiguille et le mécanisme de formation de boucle,
le mécanisme de couture (15) travaillant avec un fil (29) enfilé dans une aiguille
(46) et avec un autre fil (28) enfilé dans une navette de fil (65), et travaillant
également avec une navette de surjet (66), qui prend en charge le fil (28) de la navette
de fil (65) et forme la boucle de surjet (139), dans laquelle l'aiguille (46) pique
sur le dessus du tissu, caractérisée en ce que le mécanisme de couture (15) présente, comme troisième navette, supplémentaire,
séparément montée, une navette de retenue (67) qui retient une boucle de fil (140)
pendant la formation de la boucle de surjet (139) et qui s'engage, à proximité de
la voie de déplacement de l'aiguille (46), sur le dessous du tissu, dans le fil (28)
provenant de la navette de fil (65).
2. Machine à coudre selon la revendication 1, caractérisée en ce que toutes les navettes (65, 66, 67), y compris notamment la navette de retenue
(67), sont oscillantes autour d'axes (64, 70, 72) et, de préférence, la navette de
fil (65) et la navette de surjet (66) sont entraînées de manière à accomplir des déplacements
harmonieux et essentiellement continus.
3. Machine à coudre selon la revendication 1 ou 2, caractérisée par un dispositif d'enfilage pour enfiler le fil (28) dans un chas (69) d'une navette
de fil (65) disposée dans une partie de base (12) de la machine, ce dispositif présentant
un conduit (47) de guidage du fil qui, dans une position déterminée et de préférence
repérée du mécanisme de couture (15), débouche devant le chas (69) et est aligné avec
l'embouchure d'un conduit d'enfilage (133), qui se trouve sur l'autre côté du chas
(69) et par lequel un outil d'enfilage (158) peut être passé à travers le chas (69)
et le conduit de guidage du fil.
4. Machine à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisée par un dispositif de coupe pour le tissu (80), en particulier avec un couteau (108)
qui peut être entraîné sensiblement verticalement en va-et-vient en avant de la voie
de déplacement du mécanisme à aiguille et qui coopère avec un contre-couteau (113),
l'entraînement du couteau pouvant être enclenché et désenclenché par un mécanisme
d'enclenchement (104, 117) pendant le fonctionnement du mécanisme de couture (15),
le mécanisme d'enclenchement pouvant de préférence être actionné automatiquement en
fonction du tissu (80), en particulier pour couper des coins arrondis, de préférence
par au moins un palpeur sans contact, tel qu'un palpeur photo-électrique (117), qui
est disposé dans une partie de base (112) formant un plateau porteur (83) pour le
tissu.
5. Machine à coudre selon la revendication 4, caractérisée en ce que le mécanisme d'enclenchement présente un mécanisme de blocage, qui peut
de préférence être actionné au moyen d'un entraînement électrique tel qu'un aimant
(104), et qui, au choix, bloque un organe d'entraînement de couteau (78) dans une
position désaccouplée de l'entraînement en va-et-vient (53), ou le libère afin d'entraîner
le couteau.
6. Machine à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les moyens de transport (52) comprennent un pied presseur (94), éventuellement
réglable en hauteur à la main, qui presse le tissu (80) contre un organe de transport
(81) et qui présente des moyens de relâchement pouvant être actionnés par un mécanisme
d'enclenchement en vue de surjeter des arrondis et, de préférence, de simultanément
couper les arrondis tout en relâchant la pression exercée sur le tissu (80), les moyens
de relâchement étant de préférence conçus pour fixer le pied presseur (94) dans une
position dépendante de l'épaisseur du tissu et présentant de préférence un mécanisme
de serrage (100), qui peut être actionné par le mécanisme d'enclenchement (104, 117),
agit dans une direction et permet de maintenir le pied presseur (94) bloqué dans sa
position la plus haute, dans laquelle il est relevé, avec intercalation du tissu (80),
par une composante de mouvement, d'un organe de transport (81) mobile en va-et-vient
qui est active dans la direction de guidage du pied presseur.
7. Machine à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'il est prévu une butée de guidage (116), qui coopère avec un bord (135)
du tissu en avant de la voie de déplacement du mécanisme à aiguille et qui est essentiellement
alignée avec le plan d'action d'un mécanisme de coupe (108) mais se termine à distance
de ce dernier, la butée de guidage (116) pouvant être éloignée pour surjeter des arrondis
intérieurs du tissu (80).
8. Machine à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'un galet d'introduction (121), éventuellement avec un galet presseur associé
(122), est prévu en avant de la partie de base dans la direction d'avancement (58)
du tissu, il possède de préférence un axe (123) qui est orienté en oblique de telle
sorte que, sa génératrice étant sensiblement alignée avec le plateau (83) porteur
de tissu formé par le dessus de la partie de base (12), il imprime au tissu (80) une
composante de direction dirigée vers une butée de guidage (116) pour le bord de tissu
(135) à surjeter, et il est éventuellement relié à un dispositif de comptage (124,
125, 126) qui fonctionne avantageusement sans contact sous l'action d'impulsions,
le galet d'introduction (121) étant de préférence installé sur la butée de guidage
(116) et pouvant ainsi être éloigné conjointement avec cette dernière.
9. Machine à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le dispositif d'alimentation en fil comporte au moins un tendeur de fil
(33), qui guide le fil (28, 29) entre deux surfaces dont l'une est de préférence mobile
avec le fil (28, 29), une force de pression d'application active entre les surfaces
pouvant notamment être modifiée par la tension du fil, le tendeur de fil (33) comprenant
de préférence un galet rotatif (36) sur la surface extérieure duquel le fil (28, 29)
est guidé, et est pressé en application contre cette surface extérieure, avantageusement
sur au moins 90° de l'arc formé par cette surface, par un élément de pression (37)
de forme sensiblement adaptée à l'allure de cette surface et doté d'une force de ressort
de préférence réglable, un oeillet (40) de guidage du fil étant de préférence disposé
sur l'élément de pression (37).
10. Machine à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que le dispositif d'alimentation en fil présente au moins un oeillet (30 ,
32) dont l'ouverture (130) recevant le fil (28, 29) est entourée par une délimitation
annulaire (131), dont la partie de liaison (132) avec la machine à coudre (11) ou
un autre élément de construction possède au moins dans la région de l'oeillet (30,
32) une largeur qui n'est pas inférieure à la largeur extérieure de la délimitation
annulaire(131), la délimitation annulaire (131) étant de préférence constituée par
un anneau en fil métallique étroitement enroulé sur environ une spire et demie à laquelle
se raccordent des branches de liaison (132) mutuellement parallèles ou divergentes
depuis la délimitation annulaire (131).
11. Machine à coudre selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'elle peut être déplacée sur des roulettes (16, 17) de préférence pour partie
autodirectrices, et en ce qu'il est de préférence prévu un élément (19) d'alimentation
en matériaux, qui reçoit au moins une bobine de fil (21) et une bande passante (23),
et qui est assemblé aux autres éléments de la machine à coudre (11) en pouvant être
replié par rabattement vers le haut.