(19)
(11) EP 0 377 878 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.07.1990  Patentblatt  1990/29

(21) Anmeldenummer: 89123646.5

(22) Anmeldetag:  21.12.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5H01Q 17/00, E04B 1/92
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE FR GB IT NL

(30) Priorität: 13.01.1989 DE 3900857

(71) Anmelder: Deutsche Aerospace AG
D-81663 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Bettermann, Joachim
    D-2870 Delmenhorst (DE)
  • Bringmann, Dirk
    D-2800 Bremen (DE)
  • Frye, Andreas, Dr.
    D-2800 Bremen (DE)
  • Kruse, Jürgen
    D-2875 Ganderkesee (DE)
  • Weyand, Julius
    D-2800 Bremen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Fassadenaufbau von Hochbauten in wärmedämmender Ausbildung und Verfahren zur Herstellung einer Wärmedämmung


    (57) Es ist vorgesehen, die Wärmedämmschicht (2) vor elektromagnetische Wellen reflektie­renden Bauteilen (1) anzuordnen, um eine Reflexionsminderung herbeizuführen. Hierzu werden in ein Material (2) aus einem elektrischen Nichtleiter elektrisch und/oder magnetisch leitfähige Materialien zur Bildung von Leitfähigkeitsbereichen eingelagert. Die Abmessungen der Leitfähigkeitsbereiche sind in allen Ebenen mindestens 1000-fach geringer als die Wellenlänge der zu absorbierenden Wellen, wobei die elektrisch und/oder magnetisch leitfähigen Materialien einen Anteil von bis zu 10 % des Volumens der Wärme­dämmschicht ausmachen. Dabei ist vorgesehen, die vorgeschaltete Abdeckung (5) aus einem elektrischen Nicht­leiter auszubilden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Fassadenaufbau von Hochbauten, wie Gebäuden, insbesondere in wärmedämmen­der Ausbildung, wobei die Fassadenaußenseite durch eine Abdeckung gebildet und zwischen Gebäudewand und Ab­deckung eine Wärmedämmschicht angeordnet ist, sowie auf die Herstellung einer Wärmedämmung.

    [0002] Derartige Ausbildungen sind bekannt und dienen als Fassadenverkleidungen zusätzlich zum Witterungsschutz als ästhetische Elemente der Gebäude. Es hat sich aber gezeigt, daß durch große geometrische Abmessungen der Gebäude und damit entstehende großflächige ebene Konturen, insbesondere unter Verwendung von elektrisch leitenden oder magnetischen Werkstoffen, Probleme entstehen, wenn derartige Bauwerke in unmittelbarer Nähe von Richtfunkstrecken und Flugsicherungsanlagen (Airport Surveillance Radar) angeordnet sind. In diesen Fällen werden durch die Gebäude Reflexionen geschaffen, die beispielsweise mit den Flugzeug-Transpondern Fehlmeldungen in Bereichen bis zu 100 km erzeugen.

    [0003] Die Aufgabe der Erfindung ist es, einen Fassadenaufbau der gattungsgemäßen Art und ein Verfahren zur Herstel­lung einer Wärmedämmung zu schaffen, wobei auf einfache Weise eine Reflexionsdämpfung bzw. Absorption der auftretenden elektromagnetischen Wellen ermöglicht und damit eine Beeinträchtigung von Richtfunkstrecken und ASR-Anlagen vermieden wird.

    [0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß die Wärmedämmschicht vor reflektierenden Bauelementen von elektromagnetischen Wellen im Bereich von Radarwellen im Außenbereich der Gebäudewand ange­ordnet und aus absorbierendem Material für die elek­tromagnetischen Wellen besteht, das aus einem ge­schäumten Kunststoff als elektrischer Nichtleiter gebildet ist, in das elektrisch leitfähige und/oder magnetische Materialien zur Bildung von Leitfähig­keitsbereichen eingelagert sind, deren Abmessungen in allen Ebenen mindestens 1000-fach geringer als die Wellenlänge der zu absorbierenden elektromagnetischen Wellen sind und einen Anteil von bis zu 10 % des Volumens der Wärmedämmschicht aufweisen und daß die vorgeschaltete Abdeckung aus einem elektrischen Nicht­leiter besteht.

    [0005] Durch diese Ausbildung werden die auftreffenden Wellen durch die gebildeten Leitfähigkeitsbereiche im wesent­lichen absorbiert bzw. gedämpft, indem die enthaltene Energie in Wärme umgewandelt wird.

    [0006] Weiterhin wird vorgeschlagen, daß die Schichtdicke der Wärmedämmschicht derart in ihrer Schichtdicke bemessen ist, daß die Energie der auf die reflektierenden Bauteile auftretenden elektromagnetischen Wellen nahezu Null wird.

    [0007] Eine günstige Ausbildung wird dadurch geschaffen, daß als elektrisch leitendes Material Rußpartikel angeord­net sind.

    [0008] Ferner ist vorgesehen, daß als magnetisches Material Carbonyleisenpulver einsetzbar ist.

    [0009] Um eine günstige Absorption zu erzielen, wird vorge­schlagen, daß die Wärmedämmschicht aus mehreren Schichten aufgebaut ist, die jeweils unterschiedliche Konzentrationen mit elektrisch und/oder magnetisch leitfähigen Materialien aufweisen.

    [0010] Zur Erfüllung der gegebenenfalls erforderlichen Feuer­schutzbestimmungen ist vorgesehen, daß die Wärmedämm­schicht zur Absorption an ihrer Außenseite eine zu­sätzliche Schicht aus feuerhemmendem Material zum Flammenschutz aufweist.

    [0011] Weiterhin wird vorgeschlagen, daß in die Außenschicht ein metallisches Gitter als Antenne zur Reflexion angeordnet ist und durch unterschiedliche Laufzeiten der reflektierten elektromagnetischen Wellenanteile eine Subtraktion durchführbar ist.

    [0012] Zur Herstellung der Wärmedämmung wird ein Verfahren vorgeschlagen, das darin besteht, daß ein groß- und offenporiger Kunststoffschaum als Grundgerüst zur Bildung eines elektrischen Nichtleiters eingesetzt wird, in das elektrisch und/oder magnetisch leitfähige Materialien durch einen Sprühvorgang eingelagert werden und anschließend durch einen feinzelligen Kunststoff das Grundgerüst ausgeschäumt wird.

    [0013] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Fassadenaufbaus als Schnittdarstellung schematisch gezeigt.

    [0014] Auf eine Gebäudewand 1 aus Stahlbeton ist eine Wärme­dämmschicht 2 aufgebracht, die in Form von Flächenele­menten oder Bahnen ausgebildet ist.

    [0015] Die Wärmedämmschicht 2 ist aus einem geschäumten Kunststoff, wie Polyurethan, als elektrischer Nicht­leiter aufgebaut, in den elektrisch und/oder magnetisch leitfähige Materialien eingelagert sind. Durch diese Materialien, wie Rußpartikel bzw. Carbonyleisenpulver, werden Leitfähigkeitsbereiche gebildet, deren Abmes­sungen in allen Ebenen mindestens 1000-fach geringer als die Wellenlänge der zu absorbierenden elektromag­netischen Wellen sind und einen Anteil von bis zu 10 % des Volumens der Wärmedämmschicht aufweist.

    [0016] In diesem Fall ist auf der absorbierenden Wärmedämm­schicht 2 zusätzlich eine Schicht 3 aus feuerhemmendem Material zum Flammenschutz aufgebracht, falls dieser durch die Wärmedämmschicht 2 nicht gewährleistet ist.

    [0017] Ferner ist unter Zwischenschaltung einer Luftschicht 4 eine die Fassadenaußenseite bildende Abdeckung 5 angeordnet, die aus einem elektrischen Nichtleiter, wie Resoplan, Trespa oder Faserzement, besteht.


    Ansprüche

    1. Fassadenaufbau von Hochbauten, wie Gebäuden, in wärmedämmender Ausbildung, wobei die Fassaden­außenseite durch eine Abdeckung gebildet und zwischen Gebäudewand und Abdeckung eine Wärmedämm­schicht angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmedämmschicht (2) vor reflektierenden Bauelementen von elektromagnetischen Wellen im Bereich von Radarwellen im Außenbereich der Ge­bäudewand (1) angeordnet und aus absorbierendem Material für die elektromagnetischen Wellen be­steht, das aus einem geschäumten Kunststoff als elektrischer Nichtleiter gebildet ist, in das elektrisch leitfähige und/oder magnetische Mate­rialien zur Bildung von Leitfähigkeitsbereichen eingelagert sind, deren Abmessungen in allen Ebenen mindestens 1000-fach geringer als die Wellenlänge der zu absorbierenden elektromagnetischen Wellen sind und einen Anteil von bis zu 10 % des Volumens der Wärmedämmschicht aufweisen und daß die vorge­schaltete Abdeckung (5) aus einem elektrischen Nichtleiter besteht.
     
    2. Fassadenaufbau nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Schichtdicke der Wärmedämmschicht (2) derart in ihrer Schichtdicke bemessen ist, daß die Energie der auf die reflektierenden Bauteile auftretenden elektromagnetischen Wellen nahezu Null wird.
     
    3. Fassadenaufbau nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als elektrisch leitendes Material Rußpartikel angeordnet sind.
     
    4. Fassadenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als magnetisches Material Carbonyleisenpulver einsetzbar ist.
     
    5. Fassadenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmedämmschicht (2) aus mehreren Schichten aufgebaut ist, die jeweils unterschiedliche Konzentrationen mit elektrisch und/oder magnetisch leitfähigen Mate­rialien aufweisen.
     
    6. Fassadenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmedämmschicht (2) zur Absorption an ihrer Außenseite eine zu­sätzliche Schicht (3) aus feuerhemmendem Material zum Flammenschutz aufweist.
     
    7. Fassadenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in die Außenschicht (5) ein metallisches Gitter als Antenne zur Reflexion angeordnet ist und durch unterschiedliche Lauf­zeiten der reflektierten elektromagnetischen Wellenanteile eine Subtraktion durchführbar ist.
     
    8. Verfahren zur Herstellung einer Wärmedämmschicht für den Fassadenaufbau von Hochbauten gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein groß- und offenporiger Kunststoffschaum als Grundgerüst zur Bildung eines elektrischen Nicht­leiters eingesetzt wird, in das elektrisch und/oder magnetisch leitfähige Materialien durch einen Sprühvorgang eingelagert werden und anschließend durch einen feinzelligen Kunststoff das Grundgerüst ausgeschäumt wird.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht