[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Fassadenaufbau von Hochbauten, wie Gebäuden,
insbesondere in wärmedämmender Ausbildung, wobei die Fassadenaußenseite durch eine
Abdeckung gebildet und zwischen Gebäudewand und Abdeckung eine Wärmedämmschicht angeordnet
ist, sowie auf die Herstellung einer Wärmedämmung.
[0002] Derartige Ausbildungen sind bekannt und dienen als Fassadenverkleidungen zusätzlich
zum Witterungsschutz als ästhetische Elemente der Gebäude. Es hat sich aber gezeigt,
daß durch große geometrische Abmessungen der Gebäude und damit entstehende großflächige
ebene Konturen, insbesondere unter Verwendung von elektrisch leitenden oder magnetischen
Werkstoffen, Probleme entstehen, wenn derartige Bauwerke in unmittelbarer Nähe von
Richtfunkstrecken und Flugsicherungsanlagen (Airport Surveillance Radar) angeordnet
sind. In diesen Fällen werden durch die Gebäude Reflexionen geschaffen, die beispielsweise
mit den Flugzeug-Transpondern Fehlmeldungen in Bereichen bis zu 100 km erzeugen.
[0003] Die Aufgabe der Erfindung ist es, einen Fassadenaufbau der gattungsgemäßen Art und
ein Verfahren zur Herstellung einer Wärmedämmung zu schaffen, wobei auf einfache
Weise eine Reflexionsdämpfung bzw. Absorption der auftretenden elektromagnetischen
Wellen ermöglicht und damit eine Beeinträchtigung von Richtfunkstrecken und ASR-Anlagen
vermieden wird.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß dadurch, daß die Wärmedämmschicht
vor reflektierenden Bauelementen von elektromagnetischen Wellen im Bereich von Radarwellen
im Außenbereich der Gebäudewand angeordnet und aus absorbierendem Material für die
elektromagnetischen Wellen besteht, das aus einem geschäumten Kunststoff als elektrischer
Nichtleiter gebildet ist, in das elektrisch leitfähige und/oder magnetische Materialien
zur Bildung von Leitfähigkeitsbereichen eingelagert sind, deren Abmessungen in allen
Ebenen mindestens 1000-fach geringer als die Wellenlänge der zu absorbierenden elektromagnetischen
Wellen sind und einen Anteil von bis zu 10 % des Volumens der Wärmedämmschicht aufweisen
und daß die vorgeschaltete Abdeckung aus einem elektrischen Nichtleiter besteht.
[0005] Durch diese Ausbildung werden die auftreffenden Wellen durch die gebildeten Leitfähigkeitsbereiche
im wesentlichen absorbiert bzw. gedämpft, indem die enthaltene Energie in Wärme umgewandelt
wird.
[0006] Weiterhin wird vorgeschlagen, daß die Schichtdicke der Wärmedämmschicht derart in
ihrer Schichtdicke bemessen ist, daß die Energie der auf die reflektierenden Bauteile
auftretenden elektromagnetischen Wellen nahezu Null wird.
[0007] Eine günstige Ausbildung wird dadurch geschaffen, daß als elektrisch leitendes Material
Rußpartikel angeordnet sind.
[0008] Ferner ist vorgesehen, daß als magnetisches Material Carbonyleisenpulver einsetzbar
ist.
[0009] Um eine günstige Absorption zu erzielen, wird vorgeschlagen, daß die Wärmedämmschicht
aus mehreren Schichten aufgebaut ist, die jeweils unterschiedliche Konzentrationen
mit elektrisch und/oder magnetisch leitfähigen Materialien aufweisen.
[0010] Zur Erfüllung der gegebenenfalls erforderlichen Feuerschutzbestimmungen ist vorgesehen,
daß die Wärmedämmschicht zur Absorption an ihrer Außenseite eine zusätzliche Schicht
aus feuerhemmendem Material zum Flammenschutz aufweist.
[0011] Weiterhin wird vorgeschlagen, daß in die Außenschicht ein metallisches Gitter als
Antenne zur Reflexion angeordnet ist und durch unterschiedliche Laufzeiten der reflektierten
elektromagnetischen Wellenanteile eine Subtraktion durchführbar ist.
[0012] Zur Herstellung der Wärmedämmung wird ein Verfahren vorgeschlagen, das darin besteht,
daß ein groß- und offenporiger Kunststoffschaum als Grundgerüst zur Bildung eines
elektrischen Nichtleiters eingesetzt wird, in das elektrisch und/oder magnetisch leitfähige
Materialien durch einen Sprühvorgang eingelagert werden und anschließend durch einen
feinzelligen Kunststoff das Grundgerüst ausgeschäumt wird.
[0013] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel eines Fassadenaufbaus als Schnittdarstellung
schematisch gezeigt.
[0014] Auf eine Gebäudewand 1 aus Stahlbeton ist eine Wärmedämmschicht 2 aufgebracht, die
in Form von Flächenelementen oder Bahnen ausgebildet ist.
[0015] Die Wärmedämmschicht 2 ist aus einem geschäumten Kunststoff, wie Polyurethan, als
elektrischer Nichtleiter aufgebaut, in den elektrisch und/oder magnetisch leitfähige
Materialien eingelagert sind. Durch diese Materialien, wie Rußpartikel bzw. Carbonyleisenpulver,
werden Leitfähigkeitsbereiche gebildet, deren Abmessungen in allen Ebenen mindestens
1000-fach geringer als die Wellenlänge der zu absorbierenden elektromagnetischen
Wellen sind und einen Anteil von bis zu 10 % des Volumens der Wärmedämmschicht aufweist.
[0016] In diesem Fall ist auf der absorbierenden Wärmedämmschicht 2 zusätzlich eine Schicht
3 aus feuerhemmendem Material zum Flammenschutz aufgebracht, falls dieser durch die
Wärmedämmschicht 2 nicht gewährleistet ist.
[0017] Ferner ist unter Zwischenschaltung einer Luftschicht 4 eine die Fassadenaußenseite
bildende Abdeckung 5 angeordnet, die aus einem elektrischen Nichtleiter, wie Resoplan,
Trespa oder Faserzement, besteht.
1. Fassadenaufbau von Hochbauten, wie Gebäuden, in wärmedämmender Ausbildung, wobei
die Fassadenaußenseite durch eine Abdeckung gebildet und zwischen Gebäudewand und
Abdeckung eine Wärmedämmschicht angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmedämmschicht
(2) vor reflektierenden Bauelementen von elektromagnetischen Wellen im Bereich von
Radarwellen im Außenbereich der Gebäudewand (1) angeordnet und aus absorbierendem
Material für die elektromagnetischen Wellen besteht, das aus einem geschäumten Kunststoff
als elektrischer Nichtleiter gebildet ist, in das elektrisch leitfähige und/oder magnetische
Materialien zur Bildung von Leitfähigkeitsbereichen eingelagert sind, deren Abmessungen
in allen Ebenen mindestens 1000-fach geringer als die Wellenlänge der zu absorbierenden
elektromagnetischen Wellen sind und einen Anteil von bis zu 10 % des Volumens der
Wärmedämmschicht aufweisen und daß die vorgeschaltete Abdeckung (5) aus einem elektrischen
Nichtleiter besteht.
2. Fassadenaufbau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schichtdicke der
Wärmedämmschicht (2) derart in ihrer Schichtdicke bemessen ist, daß die Energie der
auf die reflektierenden Bauteile auftretenden elektromagnetischen Wellen nahezu Null
wird.
3. Fassadenaufbau nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als elektrisch
leitendes Material Rußpartikel angeordnet sind.
4. Fassadenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als
magnetisches Material Carbonyleisenpulver einsetzbar ist.
5. Fassadenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wärmedämmschicht (2) aus mehreren Schichten aufgebaut ist, die jeweils unterschiedliche
Konzentrationen mit elektrisch und/oder magnetisch leitfähigen Materialien aufweisen.
6. Fassadenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wärmedämmschicht (2) zur Absorption an ihrer Außenseite eine zusätzliche Schicht
(3) aus feuerhemmendem Material zum Flammenschutz aufweist.
7. Fassadenaufbau nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß in
die Außenschicht (5) ein metallisches Gitter als Antenne zur Reflexion angeordnet
ist und durch unterschiedliche Laufzeiten der reflektierten elektromagnetischen Wellenanteile
eine Subtraktion durchführbar ist.
8. Verfahren zur Herstellung einer Wärmedämmschicht für den Fassadenaufbau von Hochbauten
gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein groß- und offenporiger
Kunststoffschaum als Grundgerüst zur Bildung eines elektrischen Nichtleiters eingesetzt
wird, in das elektrisch und/oder magnetisch leitfähige Materialien durch einen Sprühvorgang
eingelagert werden und anschließend durch einen feinzelligen Kunststoff das Grundgerüst
ausgeschäumt wird.