(19)
(11) EP 0 378 074 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
18.07.1990  Patentblatt  1990/29

(21) Anmeldenummer: 90100034.9

(22) Anmeldetag:  02.01.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5A41D 19/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DK FR GB NL SE

(30) Priorität: 04.01.1989 DE 3900135

(71) Anmelder: EDI GANSSMÜLLER GMBH
D-94474 Kemnath (DE)

(72) Erfinder:
  • Hsuih, Chi Hun Fairdon Ind. Ltd.
    Strand West Hongkong (HK)

(74) Vertreter: LOUIS, PÖHLAU, LOHRENTZ & SEGETH 
Postfach 3055
90014 Nürnberg
90014 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Fingerloser Handschuh


    (57) Es wird ein fingerloser Handschuh (10) aus einem elastisch nachgiebigen Schlauchmaterial (12) beschrieben, das ein Handrückenteil (14) und ein Innenteil (16) aufweist, die entlang zweier Längskanten (18, 20) zusammengelegt sind. Das Schlauchmaterial (12) weist zwei voneinander entfernte Öffnungsseiten (22, 24) auf. An der Öffnungsseite (22) sind zur Ausbildung von Fingeröffnungen (30, 32, 34) vorgesehene, voneinander beabstandete kurze Nähte (26, 28) zur partiellen Verbindung des Handrückenteiles (14) mit dem Innenteil (16) vorgesehen. An einer Längsseite (18) ist eine Öffnung (36) zum Durchstecken des Daumens (42) vorhanden. An der gegenüberliegenden zweiten Längskante (20) ist ein schlitzförmiger Einschnitt (38) zur Ausbildung der Fingeröffnung für den kleinen Finger (44) ausgebildet.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen fingerlosen Handschuh aus einem elastisch nachgiebigen Schlauchmaterial, das ein Handrückenteil und ein Innenteil aufweist, die entlang zweier einander gegenüberliegender Längskanten zusammengelegt sind, und das zwei voneinander entfernte Öffnungsseiten aufweist, wobei an einer der Öffnungsseiten zur Ausbildung von Fingeröffnungen vorgesehene, voneinander beabstandete kurze Nähte zur partiellen Verbindung des Handrückenteils mit dem Innenteil vorgesehen sind, und an einer der Längsseite eine Öffnung zum Durchstecken des Daumens vorhanden ist.

    [0002] Ein derartiger fingerloser Handschuh ist aus der US-PS 47 48 693 bekannt. Bei diesem bekannten fingerlosen Handschuh sind an der die Fingeröffnungen aufweisenden Öffnungsseite des elastisch nachgiebigen Schlauchmaterials voneinander beabstandet drei kurze Nähte vorgesehen, so dass die Fingeröffnungen für den Zeigefinger, den Mittelfinger, den Ringfinger und für den kleinen Finger ausgebildet sind. Die Herstellung dieser drei Nähte bedingt einen gewissen Herstellungsaufwand. Ein weiterer Mangel dieses bekannten fingerlosen Handschuhes wird darin gesehen, dass die die Fingeröffnungen festlegenden kurzen Nähte in Richtung der Öffnungsseite verlaufen, so dass sich zwischen den benachbarten Fingeröffnungen ein relativ grosser unnötiger Abstand ergibt, wodurch der Tragekomfort dieses fingerlosen Handschuhs beeinträchtigt ist. Ausserdem ist dieser fingerlose Handschuh mit rohrförmigen Fingerteilen ausgebildet, welche wenigstens das jeweils erste von der Fingerspitze entfernte Fingerglied bedecken. Durch diese rohrförmigen Fingerteile ergibt sich ein Materialaufwand und insbes. ein erheblicher Arbeitsaufwand zur Herstellung dieser rohrförmigen Fingerteile und zur Verbindung der Fingerteile mit dem Schlauchmaterial des Handschuhs.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen fingerlosen Handschuh der eingangs genannten Art zu schaffen, der sehr einfach und preisgünstig herstellbar ist.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass an der einen Öffnungsseite zur Ausbildung der Fingeröffnungen für den Zeige-, den Mittel- und den Ringfinger zwei voneinander und von den beiden Längsseiten beabstandete kurze Nähte ausgebildet sind, dass die Daumenöffnung als von der einen Längsseite ausgehender schlitzförmiger Einschnitt und die Fingeröffnung für den kleinen Finger als von der zweiten Längsseite ausgehender schlitzförmiger Einschnitt ausgebildet sind. Dadurch, dass nur zwei voneinander und von den beiden Längsseiten beabstandete kurze Nähte vorgesehen sind, wird der Nähaufwand für die die Fingeröffnungen festlegenden Nähte im Vergleich zu dem oben beschriebenen bekannten fingerlosen Handschuh um 33 % reduziert. Da die Herstellung der beiden schlitzförmigen Einschnitte für die Daumenöffnung und für die Fingeröffnung zum Durchstecken des kleinen Fingers sehr einfach realisierbar sind, ergibt sich erfindungsgemäss ein fingerloser Handschuh, der vergleichsweise einfach innerhalb kurzer Taktzeiten preisgünstig herstellbar ist. Ein solcher fingerloser Handschuh kann infolge seiner einfachen Ausbildung auch von ungelernten Arbeitskräften problemlos hergestellt werden.

    [0005] Die beiden an der einen Öffnungsseite ausgebildeten kurzen Nähte sind vorzugsweise Stopfnähte, die zu den beiden Längsseiten mindestens annähernd parallel verlaufen. Dadurch ist der Abstand zwischen benachbarten Fingeröffnungen sehr klein, so dass Druckstellen zwischen benachbarten Fingern beim Tragen des fingerlosen Handschuhs auf einfache Weise vermieden werden.

    [0006] Die beiden an der einen Öffnungsseite ausgebildeten kurzen Nähte sind voneinander und von den beiden Längsseiten vorzugsweise annähernd gleich weit entfernt. Dadurch ergibt sich eine Symmetrie des Schlauchmaterials bezüglich seiner beiden Längsseiten, so dass es möglich ist, die Daumenöffnung an einer beliebigen der beiden Längsseiten vorzusehen und entsprechend die Fingeröffnung für den kleinen Finger an der gegenüberliegenden zweiten Längsseite des Schlauchmaterials.

    [0007] Um den Tragekomfort des erfindungsgemässen fingerlosen Handschuhs weiter zu verbessern, hat es sich als zweckmässig erwiesen, wenn der schlitzförmige Einschnitt der Daumenöffnung und der schlitzförmige Einschnitt der Fingeröffnung für den kleinen Finger unter einem Winkel geneigt zu der mit den kurzen Nähten versehenen Öffnungsseite und aufeinanderzu orientiert sind.

    [0008] Das Schlauchmaterial besteht vorzugsweise aus einer elastisch nachgiebigen weiterreissfesten Rundstrickware. Durch die Auswahl eines solchen Materials wird ein Weiterreissen der schlitzförmigen Einschnitte für die Daumenöffnung und für die Fingeröffnung des kleinen Fingers verhindert, ohne dass es erforderlich wäre, diese schlitzförmigen Einschnitte einzusäumen.

    [0009] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteil ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles des erfindungsgemässen fingerlosen Handschuhs. Es zeigt:

    Fig. 1 einen fingerlosen Handschuh in einer Draufsicht,

    Fig. 2 eine linke Hand mit einem fingerlosen Handschuh gem. Fig.1 in Blickrichtung auf die Handinnenfläche, und

    Fig. 3 die linke Hand mit dem fingerlosen Handschuh gem. Fig. 1 in Blickrichtung auf den Handrücken.



    [0010] Fig. 1 zeigt einen fingerlosen Handschuh 10 aus einem elastisch nachgiebigen Schlauchmaterial 12, das ein Handrückenteil 14 und ein Innenteil 16 aufweist. Das Handrückenteil 14 und das Innenteil 16 sind entlang zweier einander gegenüberliegender Längskanten 18 und 20 zusammengelegt. Die Längskanten 18 und 20 verlaufen zueinander mindestens annähernd parallel. Das Schlauchmaterial 12 weist zwei voneinander entfernte Öffnungsseiten 22 und 24 auf, die zu den Längskanten 18 und 20 mindestens annähernd senkrecht orientiert sind. Die Öffnungsseite 22 ist mit zwei voneinander beabstandeten kurzen Nähten 26 und 28 versehen. Durch die Längskante 20 und die kurze Naht 26 wird die Fingeröffnung 30 für den Ringfinger festgelegt. Zwischen den beiden kurzen Nähten 26 und 28 wird die Fingeröffnung 32 für den Mittelfinger und durch die kurze Naht 28 und die Längskante 18 wird die Fingeröffnung 34 für den Zeigefinger festgelegt. Die beiden kurzen Nähte 26 und 28 sind zu den Längskanten 18 und 20 mindestens annähernd parallel ausgerichtet, sie weisen voneinander und von den Längskanten 18 und 20 mindestens annähernd gleiche Abstände auf. Die Längskante 18 ist mit einem schlitzförmigen Einschnitt 36 und die Längskante 20 ist mit einem schlitzförmigen Einschnitt 38 versehen. Die schlitzförmigen Einschnitte 36 und 38 sind in Bezug auf die zugehörige Längskante 18 bzw. 20 unter einem Winkel geneigt ausgerichtet, der kleiner ist als 90 Winkelgrad, wobei die beiden schlitzförmigen Einschnitte 36 und 38 zur Öffnungsseite 22 hin ausgerichtet und aufeinanderzu orientiert sind. Der schlitzförmige Einschnitt 36 ist für die Daumenöffnung vorgesehen. Er weist von der Öffnungsseite 22 deshalb einen grösseren Abstand auf als der schlitzförmige Einschnitt 38, der zum Durchstecken des kleinen Fingers vorgesehen ist.

    [0011] Fig. 2 zeigt den fingerlosen Handschuh 10 gem. Fig. 1 an einer linken Hand 40, die in Blickrichtung auf ihre Handinnenfläche dargestellt ist. In dieser Figur ist also das Innenteil 16 des Schlauchmaterials 12 des fingerlosen Handschuhs 10 zu erkennen. Demgegenüber ist in Fig. 3 das Handrückenteil 14 des Schlauchmaterials 12 des fingerlosen Handschuhes 10 sichtbar. In den Figuren 2 und 3 sind ausserdem die Längskanten 18 und 20, die Öffnungsseiten 22 und 24 sowie die kurzen Nähte 26 und 28 zur Festlegung der Fingeröffnungen 30, 32 und 34 zu erkennen. Durch den die Daumenöffnung bildenden schlitzförmigen Einschnitt 36 ist der Daumen 42 der linken Hand 40 durchgesteckt. Durch die durch den schlitzförmigen Einschnitt 38 gebildete Fingeröffnung für den kleinen Finger ist der kleine Finger 44 durchgesteckt. Mit den Bezugsziffern 46, 48 und 50 sind in den Figuren 2 und 3 der Ringfinger, der Mittelfinger und der Zeigefinger gekennzeichnet.


    Ansprüche

    1. Fingerloser Handschuh aus einem elastisch nachgiebigen Schlauchmaterial (12), das ein Handrückenteil (14) und ein Innenteil (16) aufweist, die entlang zweier einander gegenüberliegender Längskanten (18, 20) zusammengelegt sind, und das zwei voneinander entfernte Öffnungsseiten (22, 24) aufweist, wobei an einer der Öffnungsseiten (22) zur Ausbildung von Fingeröffnungen (30, 32, 34) vorgesehene, voneinander beabstandete kurze Nähte (26, 28) zur partiellen Verbindung des Handrückenteils (14) mit dem Innenteil (16) vorgesehen sind, und an einer der Längsseiten (18) eine Öffnung zum Durchstecken des Daumens (42) vorhanden ist,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass an der einen Öffnungsseite (22) zur Ausbildung der Fingeröffnungen (30, 32, 34) für den Zeigefinger (50), den Mittelfinger (48) und den Ringfinger (46) zwei voneinander und von den beiden Längsseiten (18,20) beabstandete kurze Nähte (26, 28) ausgebildet sind, dass die Daumenöffnung als von der einen Längsseite (18) ausgehender schlitzförmiger Einschnitt (36) und die Fingeröffnung für den kleinen Finger (44) als von der zweiten Längsseite (20) ausgehender schlitzförmiger Einschnitt (38) ausgebildet sind.
     
    2. Handschuh nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die beiden an der einen Öffnungsseite (22) ausgebildeten kurzen Nähte (26, 28) Stopfnähte sind, die zu den beiden Längsseiten (18, 20) mindestens annähernd parallel verlaufen.
     
    3. Handschuh nach Anspruch 1 oder 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die beiden an der einen Öffnungsseite (22) ausgebildeten kurzen Nähte (26, 28) voneinander und von den beiden Längsseiten (18, 20) annähernd gleich weit entfernt sind.
     
    4. Handschuh nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass die Daumenöffnung (36) von der mit den kurzen Nähten (26, 28) versehenen Öffnungsseite (22) des Schlauchmaterials (12) einen grösseren Abstand aufweist als die Fingeröffnung (38) für den kleinen Finger (44).
     
    5. Handschuh nach Anspruch 1 oder 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass der schlitzförmige Einschnitt (36) der Daumenöffnung und der schlitzförmige Einschnitt (38) der Fingeröffnung für den kleinen Finger (40) unter einem Winkel geneigt zu der mit den kurzen Nähten (26, 28) versehenen Öffnungsseite (22) und aufeinander zu orientiert sind.
     
    6. Handschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet,
    dass das Schlauchmaterial (12) aus einer elastisch nachgiebigen weiterreissfesten Rundstrickware besteht.
     




    Zeichnung