[0001] Die Erfindung betrifft einen fingerlosen Handschuh aus einem elastisch nachgiebigen
Schlauchmaterial, das ein Handrückenteil und ein Innenteil aufweist, die entlang zweier
einander gegenüberliegender Längskanten zusammengelegt sind, und das zwei voneinander
entfernte Öffnungsseiten aufweist, wobei an einer der Öffnungsseiten zur Ausbildung
von Fingeröffnungen vorgesehene, voneinander beabstandete kurze Nähte zur partiellen
Verbindung des Handrückenteils mit dem Innenteil vorgesehen sind, und an einer der
Längsseite eine Öffnung zum Durchstecken des Daumens vorhanden ist.
[0002] Ein derartiger fingerloser Handschuh ist aus der US-PS 47 48 693 bekannt. Bei diesem
bekannten fingerlosen Handschuh sind an der die Fingeröffnungen aufweisenden Öffnungsseite
des elastisch nachgiebigen Schlauchmaterials voneinander beabstandet drei kurze Nähte
vorgesehen, so dass die Fingeröffnungen für den Zeigefinger, den Mittelfinger, den
Ringfinger und für den kleinen Finger ausgebildet sind. Die Herstellung dieser drei
Nähte bedingt einen gewissen Herstellungsaufwand. Ein weiterer Mangel dieses bekannten
fingerlosen Handschuhes wird darin gesehen, dass die die Fingeröffnungen festlegenden
kurzen Nähte in Richtung der Öffnungsseite verlaufen, so dass sich zwischen den benachbarten
Fingeröffnungen ein relativ grosser unnötiger Abstand ergibt, wodurch der Tragekomfort
dieses fingerlosen Handschuhs beeinträchtigt ist. Ausserdem ist dieser fingerlose
Handschuh mit rohrförmigen Fingerteilen ausgebildet, welche wenigstens das jeweils
erste von der Fingerspitze entfernte Fingerglied bedecken. Durch diese rohrförmigen
Fingerteile ergibt sich ein Materialaufwand und insbes. ein erheblicher Arbeitsaufwand
zur Herstellung dieser rohrförmigen Fingerteile und zur Verbindung der Fingerteile
mit dem Schlauchmaterial des Handschuhs.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen fingerlosen Handschuh der eingangs
genannten Art zu schaffen, der sehr einfach und preisgünstig herstellbar ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass an der einen Öffnungsseite
zur Ausbildung der Fingeröffnungen für den Zeige-, den Mittel- und den Ringfinger
zwei voneinander und von den beiden Längsseiten beabstandete kurze Nähte ausgebildet
sind, dass die Daumenöffnung als von der einen Längsseite ausgehender schlitzförmiger
Einschnitt und die Fingeröffnung für den kleinen Finger als von der zweiten Längsseite
ausgehender schlitzförmiger Einschnitt ausgebildet sind. Dadurch, dass nur zwei voneinander
und von den beiden Längsseiten beabstandete kurze Nähte vorgesehen sind, wird der
Nähaufwand für die die Fingeröffnungen festlegenden Nähte im Vergleich zu dem oben
beschriebenen bekannten fingerlosen Handschuh um 33 % reduziert. Da die Herstellung
der beiden schlitzförmigen Einschnitte für die Daumenöffnung und für die Fingeröffnung
zum Durchstecken des kleinen Fingers sehr einfach realisierbar sind, ergibt sich erfindungsgemäss
ein fingerloser Handschuh, der vergleichsweise einfach innerhalb kurzer Taktzeiten
preisgünstig herstellbar ist. Ein solcher fingerloser Handschuh kann infolge seiner
einfachen Ausbildung auch von ungelernten Arbeitskräften problemlos hergestellt werden.
[0005] Die beiden an der einen Öffnungsseite ausgebildeten kurzen Nähte sind vorzugsweise
Stopfnähte, die zu den beiden Längsseiten mindestens annähernd parallel verlaufen.
Dadurch ist der Abstand zwischen benachbarten Fingeröffnungen sehr klein, so dass
Druckstellen zwischen benachbarten Fingern beim Tragen des fingerlosen Handschuhs
auf einfache Weise vermieden werden.
[0006] Die beiden an der einen Öffnungsseite ausgebildeten kurzen Nähte sind voneinander
und von den beiden Längsseiten vorzugsweise annähernd gleich weit entfernt. Dadurch
ergibt sich eine Symmetrie des Schlauchmaterials bezüglich seiner beiden Längsseiten,
so dass es möglich ist, die Daumenöffnung an einer beliebigen der beiden Längsseiten
vorzusehen und entsprechend die Fingeröffnung für den kleinen Finger an der gegenüberliegenden
zweiten Längsseite des Schlauchmaterials.
[0007] Um den Tragekomfort des erfindungsgemässen fingerlosen Handschuhs weiter zu verbessern,
hat es sich als zweckmässig erwiesen, wenn der schlitzförmige Einschnitt der Daumenöffnung
und der schlitzförmige Einschnitt der Fingeröffnung für den kleinen Finger unter einem
Winkel geneigt zu der mit den kurzen Nähten versehenen Öffnungsseite und aufeinanderzu
orientiert sind.
[0008] Das Schlauchmaterial besteht vorzugsweise aus einer elastisch nachgiebigen weiterreissfesten
Rundstrickware. Durch die Auswahl eines solchen Materials wird ein Weiterreissen der
schlitzförmigen Einschnitte für die Daumenöffnung und für die Fingeröffnung des kleinen
Fingers verhindert, ohne dass es erforderlich wäre, diese schlitzförmigen Einschnitte
einzusäumen.
[0009] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteil ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles des erfindungsgemässen
fingerlosen Handschuhs. Es zeigt:
Fig. 1 einen fingerlosen Handschuh in einer Draufsicht,
Fig. 2 eine linke Hand mit einem fingerlosen Handschuh gem. Fig.1 in Blickrichtung
auf die Handinnenfläche, und
Fig. 3 die linke Hand mit dem fingerlosen Handschuh gem. Fig. 1 in Blickrichtung auf
den Handrücken.
[0010] Fig. 1 zeigt einen fingerlosen Handschuh 10 aus einem elastisch nachgiebigen Schlauchmaterial
12, das ein Handrückenteil 14 und ein Innenteil 16 aufweist. Das Handrückenteil 14
und das Innenteil 16 sind entlang zweier einander gegenüberliegender Längskanten 18
und 20 zusammengelegt. Die Längskanten 18 und 20 verlaufen zueinander mindestens annähernd
parallel. Das Schlauchmaterial 12 weist zwei voneinander entfernte Öffnungsseiten
22 und 24 auf, die zu den Längskanten 18 und 20 mindestens annähernd senkrecht orientiert
sind. Die Öffnungsseite 22 ist mit zwei voneinander beabstandeten kurzen Nähten 26
und 28 versehen. Durch die Längskante 20 und die kurze Naht 26 wird die Fingeröffnung
30 für den Ringfinger festgelegt. Zwischen den beiden kurzen Nähten 26 und 28 wird
die Fingeröffnung 32 für den Mittelfinger und durch die kurze Naht 28 und die Längskante
18 wird die Fingeröffnung 34 für den Zeigefinger festgelegt. Die beiden kurzen Nähte
26 und 28 sind zu den Längskanten 18 und 20 mindestens annähernd parallel ausgerichtet,
sie weisen voneinander und von den Längskanten 18 und 20 mindestens annähernd gleiche
Abstände auf. Die Längskante 18 ist mit einem schlitzförmigen Einschnitt 36 und die
Längskante 20 ist mit einem schlitzförmigen Einschnitt 38 versehen. Die schlitzförmigen
Einschnitte 36 und 38 sind in Bezug auf die zugehörige Längskante 18 bzw. 20 unter
einem Winkel geneigt ausgerichtet, der kleiner ist als 90 Winkelgrad, wobei die beiden
schlitzförmigen Einschnitte 36 und 38 zur Öffnungsseite 22 hin ausgerichtet und aufeinanderzu
orientiert sind. Der schlitzförmige Einschnitt 36 ist für die Daumenöffnung vorgesehen.
Er weist von der Öffnungsseite 22 deshalb einen grösseren Abstand auf als der schlitzförmige
Einschnitt 38, der zum Durchstecken des kleinen Fingers vorgesehen ist.
[0011] Fig. 2 zeigt den fingerlosen Handschuh 10 gem. Fig. 1 an einer linken Hand 40, die
in Blickrichtung auf ihre Handinnenfläche dargestellt ist. In dieser Figur ist also
das Innenteil 16 des Schlauchmaterials 12 des fingerlosen Handschuhs 10 zu erkennen.
Demgegenüber ist in Fig. 3 das Handrückenteil 14 des Schlauchmaterials 12 des fingerlosen
Handschuhes 10 sichtbar. In den Figuren 2 und 3 sind ausserdem die Längskanten 18
und 20, die Öffnungsseiten 22 und 24 sowie die kurzen Nähte 26 und 28 zur Festlegung
der Fingeröffnungen 30, 32 und 34 zu erkennen. Durch den die Daumenöffnung bildenden
schlitzförmigen Einschnitt 36 ist der Daumen 42 der linken Hand 40 durchgesteckt.
Durch die durch den schlitzförmigen Einschnitt 38 gebildete Fingeröffnung für den
kleinen Finger ist der kleine Finger 44 durchgesteckt. Mit den Bezugsziffern 46, 48
und 50 sind in den Figuren 2 und 3 der Ringfinger, der Mittelfinger und der Zeigefinger
gekennzeichnet.
1. Fingerloser Handschuh aus einem elastisch nachgiebigen Schlauchmaterial (12), das
ein Handrückenteil (14) und ein Innenteil (16) aufweist, die entlang zweier einander
gegenüberliegender Längskanten (18, 20) zusammengelegt sind, und das zwei voneinander
entfernte Öffnungsseiten (22, 24) aufweist, wobei an einer der Öffnungsseiten (22)
zur Ausbildung von Fingeröffnungen (30, 32, 34) vorgesehene, voneinander beabstandete
kurze Nähte (26, 28) zur partiellen Verbindung des Handrückenteils (14) mit dem Innenteil
(16) vorgesehen sind, und an einer der Längsseiten (18) eine Öffnung zum Durchstecken
des Daumens (42) vorhanden ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der einen Öffnungsseite (22) zur Ausbildung der Fingeröffnungen (30, 32, 34)
für den Zeigefinger (50), den Mittelfinger (48) und den Ringfinger (46) zwei voneinander
und von den beiden Längsseiten (18,20) beabstandete kurze Nähte (26, 28) ausgebildet
sind, dass die Daumenöffnung als von der einen Längsseite (18) ausgehender schlitzförmiger
Einschnitt (36) und die Fingeröffnung für den kleinen Finger (44) als von der zweiten
Längsseite (20) ausgehender schlitzförmiger Einschnitt (38) ausgebildet sind.
2. Handschuh nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden an der einen Öffnungsseite (22) ausgebildeten kurzen Nähte (26, 28)
Stopfnähte sind, die zu den beiden Längsseiten (18, 20) mindestens annähernd parallel
verlaufen.
3. Handschuh nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden an der einen Öffnungsseite (22) ausgebildeten kurzen Nähte (26, 28)
voneinander und von den beiden Längsseiten (18, 20) annähernd gleich weit entfernt
sind.
4. Handschuh nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Daumenöffnung (36) von der mit den kurzen Nähten (26, 28) versehenen Öffnungsseite
(22) des Schlauchmaterials (12) einen grösseren Abstand aufweist als die Fingeröffnung
(38) für den kleinen Finger (44).
5. Handschuh nach Anspruch 1 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der schlitzförmige Einschnitt (36) der Daumenöffnung und der schlitzförmige Einschnitt
(38) der Fingeröffnung für den kleinen Finger (40) unter einem Winkel geneigt zu der
mit den kurzen Nähten (26, 28) versehenen Öffnungsseite (22) und aufeinander zu orientiert
sind.
6. Handschuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schlauchmaterial (12) aus einer elastisch nachgiebigen weiterreissfesten
Rundstrickware besteht.