[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Trocknen von Farben auf Papier gemäß
dem Oberbegriff des Hauptanspruchs. Aus der DE-OS 36 06 005 ist eine Einrichtung bekannt,
die zum Trocknen von bedruckten Bogen in einer Offsetdruckmaschine angewendet wird.
Diese Einrichtung enthält einen UV-Trockner, der in der Nähe eines Druckzylinders
angeordnet ist, wobei die UV-Strahlen auf die frisch bedruckten Bogen auftreffen.
Das Trocknen oder Aushärten der Farben aufgrund der UV-Bestrahlung wird durch die
Vernetzung flüssiger Bindemittelbestandteile bewirkt.
[0002] Ein Nachteil dieser bekannten Einrichtung besteht darin, daß eine erhebliche Verlustwärme
erzeugt wird. Dies führt zu einer unerwünschten örtlichen Erwärmung auch von Druckmaschinenteilen.
Solche örtlichen Erwärmungen in der Druckmaschine beeinträchtigen einerseits die Funktionsfähigkeit
der paßgenauen Lagerstellen, andererseits besteht die Gefahr, daß durch Wärmedehnung
bestimmter mechanischer Teile, Passerfehler im Druckbild entstehen.
[0003] Es ist zwar aus der DE-OS 23 23 792 eine UV-Strahlungsquelle bekannt die teilweise
mit einem Kühlmantel versehen ist, dieser Kühlmantel soll zumindest einen Teil der
Verlustwärme abführen, ein Nachteil dieser Einrichtung ist jedoch der hohe Platzbedarf
der einzelnen mit jeweils einem Kühlmantel umgebenen UV-Strahlern. Durch diesen Kühlmantel
entsteht ein sehr großer Abstand zwischen dem UV-Strahler und den zu trocknenden Farben.
Dieser Abstand führt zu einer verstärkten Ozonbildung, wobei das Ozon wegen seiner
schädlichen Auswirkungen abgesaugt werden muß.
[0004] Ein weiterer Nachteil der bekannten Einrichtung ist darin zu sehen, daß eine Anpassung
der Strahlungsleistung der UV-Strahler an den tatsächlichen Bedarf nicht oder nur
mit sehr hohem Aufwand durchgeführt werden kann.
[0005] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, mit möglichst geringem Aufwand
und geringem Platzbedarf eine Einrichtung zum Trocknen von Farben auf Papier zu schaffen
bei gleichzeitiger Vermeidung negativer Einflüsse auf die Druckmaschine aufgrund von
Verlustwärme und unter Reduzierung der Erzeugung schädlicher Nebenwirkungen.
[0006] Diese Aufgabe wird ausgehend von den gattungsgemäßen Merkmalen des Hauptanspruchs
durch dessen Kennzeichen gelöst.
[0007] Ein wesentlicher Vorteil der Lösung gemäß dem Hauptanspruch ist darin zu sehen, daß
eine unnötige Erwärmung in der Druckmaschine durch die Anwendung eines UV-Excimerstrahlers
vermieden wird. Diese Art der Strahlungsquellen haben einen relativ hohen Wirkungsgrad.
Die Umsetzung von elektrischer Entladungsenergie in UV-Strahlung erfolgt sehr effizient.
Damit entsteht ein weiterer Vorteil, die Strahlungsquelle kann sehr nahe an der Papieroberfläche
angeordnet werden und auch an den Verlauf des Transportweges des Papiers angepaßt
werden. Dies bedeutet, daß beispielsweise die Strahlungsquelle eine gekrümmte Form
einnimmt und damit oberhalb einer Bogenumführtrommel oder eines Druckzylinders in
der Druckmaschine angeordnet werden kann.
[0008] Ein weiterer Vorteil bei der Anwendung einer solchen Strahlungsquelle besteht darin,
daß die Strahlung mit einer hohen Schaltfrequenz ein- und ausschaltbar ist. Somit
besteht die Möglichkeit nur dann Strahlung zu erzeugen, wenn das mit Farben bedruckte
Papier sich unterhalb der Strahlungsquelle befindet. Durch die Anordnung der Strahlungsquelle
nahe der Papieroberfläche und durch das Regeln der Strahlungsquelle in Abhängigkeit
von dem Erfordernis der Farbtrocknung, sowie der Wahl geeigneter Strahlungsfrequenzen,
kann die Ozonbildung vollständig vermieden werden. Außerdem kann durch die konstruktive
Gestaltung der Strahlungsquelle die Strahlungsrichtung genau definiert werden.
[0009] In einer Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen zur Verbesserung der Trocknungswirkung
in den Zwischenraum zwischen der Strahlungsquelle und der Papieroberfläche ein Schutzgas,
insbesondere Stickstoff, einzuleiten.
[0010] Die im Offsetdruck neuerdings verwendeten UV-Farben härten bei Einwirkung von UV-Licht
aus. Gegenüber lösungsmittelhaltigen Farben haben diese Farben den Vorteil, daß die
Trocknung ohne eine unnötige Erwärmung des Druckexemplars erfolgen kann. Es ist deshalb
zweckmäßig und gemäß einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen, bei unterschiedlichen
Arten von Druckfarben UV-Strahlung unterschiedlicher Wellenlänge zu erzeugen. Dies
kann dadurch erfolgen, daß mehrere Strahlungsquellen, welche UV-Strahlung unterschiedlicher
Wellenlänge erzeugen, vorgesehen sind.
[0011] Es besteht aber auch die Möglichkeit durch Austausch des in einer Strahlungsquelle
befindlichen Gases UV-Strahlung unterschiedlicher Wellenlänge zu erzeugen.
[0012] Um die Strahlungsenergie in Bezug auf die zu trocknende Farbe noch weiter zu optimieren,
ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung eine Aufteilung der Strahlungsquelle in
mehrere einzelne, unabhängig voneinander schaltbare Strahlungsquellen möglich. Diese
Strahlungsquellen können Farbzonen zugeordnet sein, damit besteht die Möglichkeit
je nach Menge der Farbe in den einzelnen Farbzonen die Strahlungsenergie dieser zu
trocknenden Farbmenge anzupassen.
[0013] Die gesamte Vorrichtung kann in einen Steuerkreis zur Steuerung der zuzuführenden
Strahlungsenergie eingebunden sein. Diesem Steuerkreis wird über Sensoren Information
über farbführende bzw. nicht farbführende Flächen auf dem Druckprodukt zugeführt.
Die Sensoren sind beispielsweise in gleicher Weise wie die Strahlungsquelle auf das
Druckprodukt gerichtet und erfassen den Farbauftrag. Die von den Sensoren erzeugten
Signale werden dem Steuerkreis zugeführt, wobei der Steuerkreis anhand dieser Signale
die UV-Strahlung schaltet.
[0014] In einer Weiterbildung der Erfindung kann anstelle einer solchen Sensoranordnung
auch ein elektronischer Speicher vorgesehen sein, welchem die Struktur des Druckprodukts,
d. h. die Verteilung von farbführenden und nicht-farbführenden Flächen abgespeichert
ist. Über eine zyklische Abfrage des Speicherinhaltes mit dem Steuerkreis wird die
UV-Strahlung gesteuert.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Alle in den Zeichnungen und der Beschreibung erwähnten neuen Merkmale sind erfindungswesentlich
auch wenn sie nicht in den Ansprüchen enthalten sind.
[0016] Es zeigt:
Fig. 1 eine Bogendruckmaschine mit einer Trocknungseinrichtung
Fig. 2 die Anordnung einer UV-Strahlungsquelle oberhalb eines zu trocknenden Druckproduktes
[0017] Fig. 1 zeigt eine Bogenoffsetdruckmaschine mit einem Bogenanleger 2, vier Druckwerken
3, 4 ,5, 6 und einem Bogenausleger 7. Der Antrieb der Druckmaschine erfolgt über einen
Elektromotor 9. Zwischen den einzelnen Druckwerken befinden sich jeweils Umführtrommeln
10, 11, 12, welche die Bögen von einem zum nächsten Druckwerk befördern. Während des
Transports eines Druckbogens 13 durch die Umführtrommeln zeigt die bedruckte Seite
des Bogens nach außen, so daß hier die Möglichkeit besteht, die frisch aufgebrachte
Farbe an einer Trocknungseinrichtung vorbeizuführen. In der Figur ist daher oberhalb
jeder Umführtrommel jeweils eine Strahlungsquelle 14, 15, 16 angeordnet. Diese Strahlungsquellen
sind Excimerstrahler, wie sie beispielsweise in der Literaturstelle EPA Newsletter
Nr. 32, März 88, Seite 34-36 beschrieben sind.
[0018] Ferner sind im Bereich eines Kettenauslegers 17 zwei weitere Strahlungsquellen 18,
19 angeordnet. Hier erfolgt eine abschließende beidseitige Trocknung der auf dem Druckprodukt
aufgebrachten Farbe. Außerdem erfolgt hier die Trocknung der von dem Druckwerk 6 aufgebrachten
Farbe bzw. Lackschicht. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit nur im Bereich
dieser Kettenauslage Strahlungsquellen anzuordnen und auf die Strahlungsquellen in
den Druckwerken zu verzichten. Da jedoch nur ein geringer Raumbedarf für die Strahlungsquellen
erforderlich ist, läßt sich der Einbau dieser Strahlungsquellen in den Druckwerken
ohne großen Aufwand realisieren. In Fig. 2 ist eine Strahlungsquelle 14 näher dargestellt.
Auf der Umführtrommel 10 befindet sich ein Druckbogen 13. Dieser wird mittels Greifer
20 an seinem Vorderende festgehalten und zu dem nächsten Druckwerk transportiert.
Oberhalb der Umführtrommel 10 befindet sich eine kreissegmentförmig ausgebildete Strahlungseinrichtung
21, die ein Befestigungsteil 22 aufweist. Über dieses Befestigungsteil wird die Strahlungseinrichtung
beispielsweise an den Seitenwänden der Druckmaschine befestigt. Zur Erzeugung von
UV-Strahlung ist lediglich ein hochfrequenter Wechselstrom erforderlich, der über
die Leitungen 23 an Elektroden 24, 25 der Strahlungsquelle gelegt ist. Dieser hochfrequente
Wechselstrom wird von einem HF-Generator 29 erzeugt. Ein Sensor 28 sensiert das Vorhandensein
eines Druckbogens 13 und schaltet den HF-Generator 29 über die Leitung in Abhängigkeit
seines Signals ein bzw. aus. Zwischen diesen Elektroden befindet sich in einem abgeschlossenen
Raum eine Gasfüllung 26. Bei Anlegen einer elektrischen Spannung erzeugt diese Gasfüllung
UV-Strahlung, die unmittelbar an der Elektrode 25 in Richtung der Pfeile 27 austritt
und auf die auf der Papieroberfläche befindlichen frischen Druckfarben einwirkt. Wie
schon erwähnt, kann die Strahlungsquelle beliebig gestaltet sein, so daß eine optimale
Anpassung dieser Strahlungsquelle an die Struktur der zu bestrahlenden Oberfläche
möglich ist. Damit sind keine Reflektoren oder optische Einrichtungen erforderlich.
Der Zwischenraum zwischen der Strahlungsquelle 14 und dem Druckbogen 13 kann damit
auch sehr gering gehalten werden. Dieser Zwischenraum kann auch durch geeignete Abdichtungen,
wie beispielsweise Gummilippen oder ähnliches, abgedichtet werden, zur Verhinderung
von Ozonbildung besteht damit die Möglichkeit ein Gas, beispielsweise Stickstoff,
in diesen Zwischenraum einströmen zu lassen. Die Strahlungsquelle 14 ist, wie in Fig.
2 gezeigt, eine einzige sich über die gesamte Bogenbreite erstreckende Platte. Es
ist auch möglich diese in einzelne Strahlungsquellen, die sowohl längs der Zylinderachse
verlaufend als auch quer zur Zylinderachse verlaufend angeordnet sind, zu unterteilen.
In der Fig. 2 ist die Aufteilung der Strahlungsquelle durch die gestrichelten Linien
dargestellt. Eine solche Unterteilung eröffnet die Möglichkeit, die einzelnen Strahlungsquellen
unterschiedlich je nach Bedarf anzusteuern oder auch mit verschiedenen Gasfüllungen
zu versehen, die unterschiedliche Wellenlängen erzeugen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0019]
1 Druckmaschine
2 Bogenanleger
3 Druckwerk
4 Druckwerk
5 Druckwerk
6 Druckwerk
7 Bogenausleger
9 Elektromotor
10 Umführtrommel
11 Umführtrommel
12 Umführtrommel
13 Druckbogen
14 Strahlungsquelle
15 Strahlungsquelle
16 Strahlungsquelle
17 Kettenausleger
18 Strahlungsquelle
19 Strahlungsquelle
20 Greifer
21 Strahlungseinrichtung
22 Befestigungsteil
23 Leitungen
24 Elektrode
25 Elektrode
26 Gas
27 Pfeile
28 Sensor
29 HF-Generator
30 Leitung
1. Einrichtung zum Trocknen von Farben auf Papier, insbesondere zum Trocknen von bedruckten
Bogen in einer Offsetdruckmaschine, mit einer Strahlungsquelle welche im wesentlichen
UV-Strahlung erzeugt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Strahlungsquelle ein UV-Excimerstrahler ist und daß die UV-Strahlung in Abhängigkeit
von dem Vorhandensein von zu trocknender Farbe schaltbar ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß diese Strahlungsquelle unmittelbar an der Papieroberfläche angeordnet ist und
die Form der Strahlungsquelle dem Verlauf des Transportweges des Papiers angepaßt
ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zwischenraum zwischen der Strahlungsquelle und der Papieroberfläche mit einem
Schutzgas, insbesondere Stickstoff, zur Verhinderung von Ozonbildung gefüllt ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Strahlungsquellen, welche UV-Strahlung unterschiedlicher Wellenlänge erzeugen,
vorgesehen sind und die Strahlung entsprechend der zu trocknenden Farbe auswählbar
ist.
5. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß mehrere Strahlungsquellen gleicher Wellenlänge vorgesehen sind, wobei jede Strahlungsquelle
einer oder mehreren Farbzonen zugeordnet ist.
6. Einrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Sensoranordnung vorgesehen ist, welche den Farbauftrag auf dem Papier erfaßt
und eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, welcher die sensierten Signale zugeführt
werden und die Steuereinrichtung die Strahlung entsprechend dem Farbauftrag steuert.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein elektronischer Speicher vorgesehen ist, in welchem die Struktur des Farbauftrages
abgespeichert ist und eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, welcher die Speicherwerte
zugeführt werden und die Steuereinrichtung die Strahlung entsprechend der abgespeicherten
Farbauftragsstruktur steuert.