[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Senkung der Rückstreuung elektromagnetischer
Strahlung an einseitig offenen Hohlraumstrukturen, wie Triebwerkseinläufen von Flugkörpern,
Flugzeugen und Hubschraübern. Ferner betrifft sie eine einseitig offene Hohlraumstruktur.
[0002] Hohlraumstrukturen, wie z.B. die Triebwerkseinläufe von Flugkörpern, Flugzeugen oder
Hubschraübern weisen hervorgerufen durch Mehrfachreflexionen der einfallenden Radarenergie
an den Innenwänden der Einläufe und anschließende Reflexion am rückwärtigen Abschluß,
beispielsweise am ersten Verdichterschaufelkranz, ein hohes Maß an Rückstreuung
der einfallenden Radarstrahlung auf. Dies gibt für einen großen Aspektwinkelbereich
und ein breites Frequenzband der einfallenden elektromagnetischen Strahlung. Aufgrund
dieser hohen Reflexionsrate ist eine Detektion derartiger Fluggeräte bereits in einer
vergleichsweise großen Entfernung möglich.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist daher, ein Verfahren anzugeben, mit dessen Hilfe die Entdeckungswahrscheinlichkeit
von mit derartigen Hohlraumstrukturen ausgerüsteten Fluggeräten deutlich herabgesetzt
wird. Ferner soll durch die Erfindung eine einseitig offene Hohlraumstruktur mit
einem deutlich verminderten Radarquerschnitt bereitgestellt werden.
[0004] Die Erfindung löst die Aufgabe durch ein Verfahren mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruches 1 und zur Durchführung des Verfahrens ist ein Hohlraumstruktur
nach den Merkmalen des Anspruches ausgebildet.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren führt dabei zu einer breitbandigen Absenkung des Radarrückstreuquerschnittes
derartiger Hohlraumstrukturen, wie Triebwerkseinläufen, bei gleichzeitig geringem
Raumbedarf für die gegebenenfalls zusätzlich eingesetzten Konstruktionselemente.
Weiterhin zeichnet sich die Anordnung durch eine äußerst geringe Einschränkung des
wirksamen Einlaßquerschnittes der Hohlraumstruktur bei zugleich optimaler Reflexionsunterdrückung
der einfallenden Radarstrahlung aus.
[0006] Es ist daher eine weitgehende radarabsorbierende Ausbildung der Innenwände von Hohlraumstrukturen
mit wenigstens einer Öffnung, insbesondere Triebwerkseinläufen, vorgesehen. Diese
Innenwände können dabei als Primär-, Sekundär- oder aber als nichttragende Struktur
ausgebildet sein. Indem erfindungsgemäß vorgesehen ist, daß unterschiedliche, relativ
dünne schmalbandige Materialien mit in der Frequenz verschiedenen
[0007] Absorptionsverläufen an unterschiedlichen Stellen der Struktur eingesetzt werden,
wird insgesamt eine extrem breitbandige Unterdrückung der Reflexion der einfallenden
Radarenergie erzielt. Die Innenwände der Hohlraumstruktur können dabei, im Falle
eines Triebwerkseinlaufes, auch die Oberflächen von Einlaufteilern, sogenannten Duct-Splittern,
sein, die gemäß aerodynamischen, strukturellen und/oder operationellen Gesichtpunkten
ausgelegt sind. Zusätzlich kann die Hohlraumstruktur im Einlaßbereich mit einem gerade
oder schräg stehend angeordneten Maschengitter ausgefüllt sein, das durch seine Frequenzselektivität
lediglich Radarenergie aus bestimmten Frequenzbereichen in den Einlauf eindringen
läßt und Radarenergie der übrigen Frequenzbereiche wegreflektiert. Die frequenzabhängigen
Absorptionsverläufe der Absorber an den Innenwänden vor und hinter dem Gitter sind
dabei in vorteilhafter Weise auf die Reflexionscharakteristik des Gitters abgestimmt.
Die geometrische Form des Gitters richtet sich nach dessen operationell geforderten
Filtereigenschaften und den aerodynamischen und strukturellen Randbedingungen. Das
Gitter kann aus vollständig oder begrenzt leitfähigem bzw. absorbierendem Material
bestehen.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt durch eine Hohlraumstruktur und
Fig. 2 eine Darstellung des Verlaufes des Rückstreuquerschnittes für elektromagnetische
Strahlung in Abhängigkeit von der Frequenz der einfallenden Strahlung
[0009] Bei der in Fig. 1 dargestellten Anordnung handelt es sich um einen Querschnitt durch
einen Triebwerkseinlauf 1 dessen Einlaßöffnung 2 sich auf der linken Bildseite befindet
in der zu einer in der Figur nicht dargestellten ersten Stufe einer Verdichterschaufel
führt. In die Einlaßöffnung 2 ist ein in bezug auf die Strömungsrichtung schrägstehend
angeordnetes Maschengitter 3 eingesetzt, das im linken Teil von Fig. 1 nochmals in
der Draufsicht dargestellt ist.
[0010] Im Bereich vor dem Maschengitter 3 ist ein erster Absorber 4 in Form einer dünnen
etwa 1 Millimeter starken Schicht aus einem die elektromagnetische Strahlung absorbierenden
Werkstoff angeordnet. Ein zweiter Absorber 5 ist im Bereich der stärksten Krümmung
des Triebwerkseinlaufes 1 über den gesamten inneren Umfang angeordnet, und schließlich
ist auch ein in der Mittellinie des Triebwerkseinlaufes 1 angeordneter Einlaufteiler
6 mit einer Absorberschicht 7 aus einem Absorbermaterial versehen.
[0011] Die Werkstoffe für die drei genannten Absorber 4,5 und 7 sind dabei so ausgewählt,
daß ihr maximales Adsorptionsvermögen jeweils bei unterschiedlichen Frequenzen der
einfallenden Radarstrahlung liegt, so daß sich aufgrund dieser gegeneinander versetzten
Adsorptionsverläufe, wie sie in Fig. 2 dargestellt sind in Kombination mit der Reflexionscharakteristik
des Maschengitters 3, die schon beschriebene breitbandige Unterdrückung der Reflexion
der einfallenden Radarstrahlung einstellt.
[0012] Die vorstehend beschriebenen Maßnahmen eignen sich dabei sowohl für neu herzustellende
Triebwerkseinläufe als auch zur Nachrüstung bereits vorhandener Triebwerke. Sie sind
indessen nicht auf Triebwerkseinläufe beschränkt, sondern für alle an einem Fluggerät
befindlichen, einseitig offenen Hohlraumstrukturen anwendbar, deren Radarrückstreuquerschnitt
verringert werden soll. Die Absorber 4,5 bzw. 7 bestehen im Fall des hier beschriebenen
Ausführungsbeispieles aus Elastomermaterial es sind aber als Absorbermaterialien
beispielsweise auch Faserverbundwerkstoffe oder Thermoplaste geeignet.
1. Verfahren zur Senkung der Rückstreuung elektromagnetischer Strahlung an einseitig
offenen Hohlraumstrukturen, wie Triebwerkseinläufen von Flugkörpern, Flugzeugen
und Hubschraübern, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest Teilbereiche der inneren
Oberfläche der Hohlraumstruktur (1) mit einem Belag (4,5,7) aus einem elektromagnetische
Strahlung absorbierenden Werkstoff versehen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Beläge (4,5,7) in bezug
auf die Frequenz der einfallenden elektromagnetischen Strahlen unterschiedliche Absorptionsverläufe
aufweisen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung (2)
der Hohlraumstruktur(1) durch ein Maschengitter (3) verschlossen wird.
4. Hohlraumstruktur, insbesondere Triebwerkseinlauf zur Durchführung des Verfahrens,
dadurch gekennzeichnet, daß zumindest Teilbereiche der inneren Oberfläche mit einem
Belag (4,5,7) aus einem die elektromagnetische Strahlung absorbierenden Werkstoff
versehen ist.
5. Hohlraumstruktur nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die in einzelnen
Bereichen angeordneten Beläge (4,5,7) in bezug auf die Frequenz der einfallenden
elektromagnetischen Strahlung unterschiedliche Absorptionsverläufe aufweisen.
6. Hohlraumstruktur nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Eintrittsöffnung
(2) durch ein Maschengitter (3) verschlossen ist.
7. Hohlraumstruktur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Maschengitter
(3) schrägstehend angeordnet ist.
8. Hohlraumstruktur nach einem der Ansprüche 4 bis 7 in Form eines mit einem Strahlteiler
ausgestalteten Triebwerkseinlaufes, dadurch gekennzeichnet, daß der Strahlteiler (6)
mit einer Schicht (7) aus Absorbermaterial versehen ist.