[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln von Kompost, Biomasse od.dgl.
Aufgabegut sowie eine dafür geeignete Vorrichtung.
[0002] Die Abgabe derartigen Haufwerks ist in unterschiedlichen Korngrößen oder aber als
sogenannte Mittelfraktion erwünscht, in der wenigstens zwei Korngrößenklassen zusammengemischt
sind. Angesichts dessen hat sich der Erfinder das Ziel gesetzt, ein einfaches Verfahren
zum Trennen des Aufgabegutes zu schaffen sowie eine Vorrichtung dazu, die kostengünstig
herzustellen und zu betrieben ist. Zur Lösung dieser Aufgabe führt das Trennen des
Haufwekes auf einer Siebfläche, deren Maschen bzw. Sieblöcher in Richtung des Förderstromes
des Aufgabegutes in wenigstens zwei Zonen unterschiedlicher Maschen- oder Lochweite
angeordnet werden, wobei das Aufgabegut zum Trennen in wenigstens zwei Kornfraktionen
zuerst der Zone engerer Maschen- bzw. Lochweite aufgegeben und zu der/den anderen
Zone/n gefördert sowie zum Absieben einer Mischfraktion die Förderrichtung umgekehrt
wird.
[0003] Eine dafür besonders geeignete Vorrichtung weist eine an sich bekannte Siebtrommel
auf, deren Maschen oder Sieblöcher in zumindest zwei unterschiedlichen Größen oder
Durchmessern vorgesehen und in Bereichen jeweils gleicher Lochgrößen angeordnet sind,
wobei die Größe der Sieblöcher oder Lochungen in Achsrichtung der Siebtrommel von
deren einen Stirnseite zur anderen Stirnseite abnimmt. Führt man das Aufgabegut zuerst
über die Mantelfläche mit den kleineren Sieblöchern, so wird die entsprechende kleine
Kornfraktion ausgesiebt; nachfolgend entstehen -- in Abhängigkeit von der Anzahl
der eineander nachgeschalteten Lochweitenunterschiede -- mehrere Fraktionen. Leitet
man das Aufgabegut indessen an der an die größte Lochweite anschließenden Trommelstirnseite
ein, wird jene Mittelfraktion ausgesiebt, deren Obergrenze von jener größten Lochweite
bestimmt ist.
[0004] Dazu hat es sich als günstig erwiesen, die Siebtrommel beidends offen zu gestalten
und sie mit in ihren Innenraum ragenden Einläufen mit zugerodnetem Zuförderorgan
zu versehen. Dieses Zuförderorgan bestimmt die jeweils gewünschte Aufgabestirnseite,
und ihm kann zudem eine etwa mittige Aufgabe zugeordnet sein.
[0005] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung kann die Förderrichtung des Aufgabegutes
durch ein reversierbar ausgebildetes Förderorgan bestimmt werden, etwa eine in gewünschter
Richtung wandernde Transportschaufel im Trommelinneren, die von der kleinen zur größten
Lochung fördert und umgekehrt werden kann.
Bevorzugt ist eine erfindungsgemäße Ausführungsform, bei der die Siebtrommel -- etwa
in der Mitte ihrer Länge -- in einem Neigungswinkel schwenkbar gelagert ist, so daß
die Neigungsrichtung die Förderrichtung zu bestimmen vermag.
[0006] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung sind im Trommelinnenraum noch Schaufelbleche
angebracht, die gegebenenfalls radial in den Innenraum einragen und denen Transportschaufeln
zugeordnet sein können. Letztere weisen bevorzugt zur Trommelachse hin geneigt Kanten
auf und können auch selbst zur Trommelachse geneigt sein.
[0007] Bevorzugt ist die durch das Schwenklager gelegte Radialebene der Siebtrommel bezüglich
deren Einbauten Symmetrieebene; beidseits der durch das Schwenklager gelegten Radialebene
der Siebtrommel können die unterschiedlichen Durchmesser der Sieblöcher vorgesehen
sein.
[0008] Andere günstige Merkmale und Kennzeichen der Vorrichtung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0009] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt in
Fig. 1: eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 2: einen Längsschnitt durch einen Teil der Fig. 1;
Fig. 3: den Schnitt nach Linie III - III durch Fig. 2;
Fig. 4: eine Frontansicht nach Pfeil IV in Fig. 2.
[0010] Eine Siebtrommel 1 der Längen lagert mittig auf einem -- von einem Sockelgestell
26 getragenen -- Neigungsverstellantrieb 8 so, daß sie aus der horizontalen Stellung
gem. Fig. 1 in eine gestrichelt dargestellte rechte -- und entsprechend in eine linke
-- Neigungslage überführt werden kann. Hierzu dienen Kolben / Zylinder-Einheiten
5.
[0011] Dieser Siebtrommel 1 wird Kompost, Biomasse od.dgl. Rohmaterial über ein darüber
liegendes Verteilförderband 6 zugeleitet, welches dieses Haufwerk von einem mittig
aufgebenden Zuförderorgan 7 übernimmt. Vertikale Abstützungen 9 des Sockelgestells
26 halten jeweils einen Einlauftrichter 10 bzw. 10
m einer Zulaufschurre 11 bzw. 11
m, welche in Fig. 1 in das offene linke bzw. rechte Konusende 1
k der Siebtrommel 1 einragen.
[0012] Jene Einlauftrichter 10, 10
m sind oberhalb de Trommelachse A vorgesehen, ihre geschlossenen Einlaufschurren 11,
11
m ragen in den Trommelinnenraum 1
i ein; das Aufgabematerial kann über der Horizontalachse A der Siebtrommel in diese
eingebracht werden. Das Aufgabematerial wird nach seinem Durchlauf am anderen Ende
durch eingebaute Austragsschaufeln 13 ausgetragen (Fig. 4).
[0013] Auf der Siebtrommel 1 sind im gewählten Ausführungsbeispiel auf der linken Trommelhälfte
Lochsiebe mit großen Sieblöchern 14 montiert, auf der rechten Trommelhälfte hingegen
solche mit kleineren Sieblöchern 15. In der in Fig. 1 wiedergegebenen Stellung gelangt
dem Aufgabetrichter 10
m zugeführtes Hauferk bzw. dessen feinere Siebfraktion in eine unterhalb der Siebtrommel
1 angeordnete Aufnahmekammer 16, nächstgröberes Material wird durch die Sieblöcher
14 in eine linke Aufnahmekammer 17 gebracht, das Überkorn über die beschriebenen Austragsschaufeln
13 in eine bei 18 angedeutete Außenbox.
[0014] Durch die Einstellung des Trommelneigungswinkels w kann die Durchlaufzeit des abzusiebenden
Materials verlangsamt oder beschleunigt werden.
[0015] Auf der linken Seite der Fig. 1 aufgegebenes Material gelangt zuerst auf die grobmaschige
Trommelseite mit der groben Lochung 14 und fließt über die in Pfeilrichtung x zum
Austrag 12 (Pfeil in Fig. 1). Hierdurch wird in der Grobfraktion enthaltener Feinanteil
vorab durch die Sieblöcher 15 ausgetragen; es entsteht so eine Mittelfraktion.
[0016] Die Siebtrommel 1 weist gemäß Fig. 3 längsverlaufende durchgehende Schaufelbleche
19 auf, die das Aufgabegut ständig anheben und auf die jeweils gegenüberliegende Siebfläche
schleudern. Dieser Vorgang ist wiederum durch Einstellung von Schnell- oder Langsamlauf
den gewünschten Erfordernissen angepaßt.
[0017] Zusätzlich sind an den Schaufelblechen 19 Transportquerschaufeln 20 angebracht, die
das Material zurücktransportieren und länger im Trommelteil halten (angepaßt durch
die Neigung w der Siebtrommel 1).
[0018] Die Transportschaufeln 20 haben eine besondere Formgebung, dank derer z.B. Müllsäcke
oder Papiertüten od.dgl. durch die Schaufelbleche 19 sowie spitz zugeordnete Transportschaufeln
20 aufgerissen und deren Inhalt geleert wird.
[0019] Durch die Wahl einer geeigneten Drehzahl kann wahlweise z.B. organischer Hausmüll
besser ausgesiebt werden; für das Aussortieren von Hausmüll können wahlweise bei
14 und 15 Bleche mit gleicher Sieblochung oder Maschenweite gewählt werden. Mit der
Verstellung des Neigungswinkels w können Absiebqualität sowie Leistung günstig ausgeglichen
werden, d.h. das Ausgabegut kann in der Siebtrommel 1 für eine bessere Aussiebung
zurückgehalten werden.
1. Verfahren zum Behandeln von Kompost, Biomasse od.dgl. Aufgabegut auf einer Siebfläche,
deren Maschen bzw. Sieblöcher in Richtung des Förderstromes des Aufgabegutes in wenigstens
zwei Zonen unterschiedlicher Maschen- oder Lochweite angeordnet werden, wobei das
Aufgabegut zum Trennen in wenigstens zwei Kornfraktionen zuerst der Zone engerer Maschen
- bzw. Lochweite aufgegeben und zu der/den anderen Zone/n befördert sowie zum Absieben
einer Mischfraktion die Förderrichtung umgekehrt wird.
2. Vorrichtung zum Behandeln von Kompost, Biomasse od.dgl. Aufgabegut, insbesondere
zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Siebtrommel
(1) mit Sieblöchern (14,15) in zumindest zwei unterschiedlichen Größen, die in Bereichen
jeweils gleicher Lockgrößen vorgesehen sind, wobei die Sieblöcher (14, 15) in Achsrichtung
der Siebtrommel (1) von deren einen Stirnseite zur anderen Stirnseite abnehmende Lochgrößen
bzw. Querschnitte aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebtrommel (1) etwa
in der Mitte ihrer Länge (n) in einem Neigungswinkel (w) schwenkbar gelagert ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, gekennzeichnet durch ein Förderorgan (6),
das wählbar in zwei Förderrichtungen bewegbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderorgan in der
Siebtrommel (1) verläuft.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Förderorgan (6) außerhalb
der Siebtrommel verläuft.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Siebtrommel (1) beidends offen und dort mit in ihren Innenraum (1i) ragenden Einläufen (11) versehen ist, denen das Zuförderorgan zugeordnet ist, das
gegebenenfalls eine etwa mittige Aufgabe (7) ausweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß im Trommelinnenraum
(1i) Schaufelbleche angebracht sind.
9. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Siebtrommel (1) innenseitig mit zumindest einem gewindegangartig gewendelten
Schaufelblech versehen und dieses am Trommelmantel festgelegt ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schaufelbleche (19) radial in den Innenraum (1i) einragen und/oder ihnen Transportschaufeln (20) zugeordnet sind, die gegebenenfalls
zur Trommelachse (A) geneigt sind (Fig. 2).
11. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß die durch das Schwenklager (8) gelegte Radialebene der Siebtrommel (1) bezüglich
deren Einbauten (19, 20) Symmetrieebene ist und/oder, daß beidseits der durch das
Schwenklager (8) gelegten Radialebene der Siebtrommel unterschiedliche Durchmesser
der Sieblöcher (14 bzw. 15) vorgesehen sind.
12. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Sieblöcher (14, 15) in lösbar montierten Wandungsblechen der Siebtrommel (1)
angeordnet sind und/oder, daß an den sich gegebenenfalls auswärts konisch verjüngenden
Stirnenden (1k) der Siebtrommel in deren Innenraum (1i) einragende Austragsschaufeln (13) vorgesehen sind.
13. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 2 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß die Siebtrommel (1) auf einem Sockelgestell (26) drehbar lagert, das seinerseits
am Schwenklager (8) drehbar angebracht ist, und/oder, daß das wippenartig lagernde
Sockelgestell (26) mittels wenigstens eines längenveränderlichen Kraftspeichers
(5) in seinem Neigungswinkel (w) einstellbar ist.
14. Vorrichtung nach wenigstens einem der voraufgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Siebtrommel (1) über mehreren nach oben offenen Kammern (16 bis 18) für Siebfraktionen
angeordnet ist, wobei gegebenenfalls die Anzahl der Kammern (16 bis 18) jener der
Siebfraktionen entspricht und/oder beidseits der vom Schwenklager (8) bestimmten
Radialebene jeweils zwei Kammern (17, 18 bzw. 16, 18) vorgesehen sind.