[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein
Ankerbohrgerät zum Einbringen von Erdankern gemäß Oberbegriff des Anspruchs 2.
[0002] Es ist bekannt, Erdanker zur Absicherung von Böschungen oder Pfahlwänden in ein durch
Außengestänge verrohrtes Bohrloch einzubringen und nach dem Einbringen des Erdankers
das Außengestänge aus dem Bohrloch zu ziehen. Hierbei kommt es jedoch vor, daß der
Erdanker gelockert oder teilweise mit aus dem Bohrloch gezogen wird.
[0003] Es ist
Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren der gattungsgemäßen Art zu schaffen, bei dem beim Ziehen
von Gestängen, insbesondere des Außengestänges, ein Lockern des in das Bohrloch eingebrachten
Erdankers im wesentlichen vermieden wird, und ein Ankerbohrgerät zu konzipieren, das
sich durch eine einfache maschinengestützte Betätigung der Doppelgestänge beim Abbohren
und Ziehen zur schnellen und wirtschaftlichen Durchführung des Verfahrens eignet.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Verfahren gemäß Anspruch 1 und durch
ein Ankerbohrgerät gemäß Anspruch 2 gelöst.
[0005] Bei dem Verfahren wird der Erdanker durch ein Abstützelement gesichert, das vorzugsweise
zwischen dem Anker und einem an der Bohrlafette angeordneten Gegenlager eingespannt
ist. Beim Ziehen des Außengestänges kann daher der Anker nicht aus dem Bohrloch gelöst
werden.
[0006] Das Abstützelement kann in der Form eines Innengestänges ausgebildet sein. Ist das
Abstützelement zum Außengestänge hin als Dichtung ausgebildet, so wird das Eindringen
von Wasser in das zu ziehende Außengestänge verhindert.
[0007] Ein Ankerbohrgerät, insbesondere zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1,
ist gemäß Anspruch 2 ausgebildet. Es erlaubt ein vereinfachtes Aneinanderstecken und
Ziehen von Doppelgestängeschüssen, wobei ein separates Ziehen von Innengestängen
und ein gleichzeitiges Ziehen von Innen- und Außengestängen möglich ist.
[0008] In einem speziell für die Doppelgestängeschüsse ausgebildeten Gestängemagazin wird
sowohl das Innen- als auch das Außengestänge oder nur das Innengestänge eines Doppelgestängeschusses
gehalten. Auch die Beschickungseinrichtung greift das Innengestänge oder sowohl das
Innen- als auch das Außgenstänge und überführt beide in einer festgelegten Lage in
die Bohrlafette. Da das Innengestänge durch mindestens einen Greifer gehalten wird,
ist es nicht in dem Außengestänge frei beweglich. In der Bohrlafette wird das Innengestänge
von einem ersten Kraftdrehkopf und das Außengestänge von einem anderen Kraftdrehkopf
betätigt. In Verbindung mit unterschiedlichen Klemmbacken bzw. Kraftdrehköpfen für
die Innen- und Außengestänge kann damit zuerst das Innengestänge mit dem abgebohrten
Innengestänge verbunden werden und anschließend das Außengestänge mit dem abgebohrten
Außengestänge. Das Aneinanderstecken und Abbohren der Doppelgestängeschüsse ist daher
weitgehend automatisiert. Das Ziehen der Doppelgestängeschüsse erfolgt in der umgekehrten
Reihenfolge in vereinfachter Weise.
Die separat betätigbaren Kraftdrehköpfe und Klemmzangen für Innen- und Außengestänge
ermöglichen auch das separate Ziehen des Innengestänges, was den Einbau von Erdankern
bei Bohrungen ermöglicht, die durch das Außengestänge verrohrt sind.
[0009] Der Ein- und Ausbau der Doppelgestängeschüsse in und aus dem Gestängemagazin könnte
z.B. durch hydraulisch betätigte Halteelemente erfolgen, die öffnen, wenn die Greifer
der Beschickungs einrichtung einen Doppelgestängeschuß gegriffen haben. In einer
vorteilhaften Anordnung ist jedoch der Abstand der Halteelemente zueinander verstellbar.
Wenn ein Doppelgestängeschuß an seinen Enden von den Halteelementen gehalten ist,
wird er dadurch freigegeben, daß z.B. ein Halteelement von dem anderen weggefahren
wird. Dadurch liegt der Doppelgestängeschuß nur noch an einem Halteelement an. Wenn
mindestens ein Greifer der Beschickungseinrichtung in Längsrichtung der Bohrlafette
verstellbar ist, kann der Doppelgestängeschuß dann in Richtung des verstellten Halteelementes
bewegt und aus dem noch anliegenden Halteelement entfernt werden.
[0010] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist an dem mit dem verfahrbaren
Greifer verbundenen Teil der Beschickungseinrichtung ein betätigbares Stellelement
zum Verstellen mindestens eines Halteelementes ausgebildet. Der verfahrbare Greifer
kann dann beim Herausziehen eines Doppelgestängeschusses aus einem Halteelement gleichzeitig
das am anderen Ende des Doppelgestängeschusses anliegende Halteelement wegdrücken
und dadurch den Doppelgestängeschuß aus dem Gestängemagazin entnehmen. Günstigerweise
ist hierbei das Gestängemagazin gemäß Anspruch 7 ausgebildet, wodurch die Zugriffswege
für die Beschickungseinrichtung auf alle in dem Gestängemagazin befindlichen Doppelgestängeschüsse
gleich sind.
[0011] Die Kraftdrehköpfe für das Innen- und Außengestänge können unabhängig voneinander
betätigt werden, wenn jeweils ein Kraftdrehkopf auf jeweils einem längs der Bohrlafette
verfahrbaren Schlitten angeordnet ist.
[0012] Wenn der Schlitten mit dem Kraftdrehkopf des Außengestänges längs der Bohrlafette
verfahrbar und der Schlitten des Kraftdrehkopfes des Innengestänges an der Bohrlafette
festlegbar ist, läßt sich zum Beispiel zuerst das Außengestänge und danach das Innengestänge
abbohren. Durch Ankoppeln der Schlitten aneinander kann der Schlitten mit dem Kraftdrehkopf
des Innengestänges gemeinsam mit dem Schlitten des Kraftdrehkopfes des Außengestänges
z.B. zum Ziehen lediglich des abgebohrten Innengestänges verfahren werden.
[0013] In einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung ist der Abstand der aneinander gekoppelten
Schlitten einstellbar. Auf diese Weise können das Innen- und Außengestänge gegeneinander
verschoben werden.
[0014] Aneinandergesteckte Bohrgestänge können auf einfache Weise aufgebrochen oder gelöst
werden, wenn mindestens zwei Klemmzangen relativ zueinander um die Bohrachse schwenkbar
sind.
[0015] Es ist möglich, die Bohrlafette z.B. an einem Baggerarm zu befestigen. Mit diesem
könnte die Bohrlafette in verstellbaren Winkeln gegenüber dem Boden geneigt werden.
In einer vorteilhaften Ausführung weist das Ankerbohrgerät jedoch einen nach oben
weisenden Träger mit einem an diesem verfahrbaren Aufnahmeschlitten zur Aufnahme
der Bohrlafette auf. Die Bohrlafette ist dabei in vorteilhafter Weise an dem Aufnahmeschlitten
drehbar gelagert, wobei der Winkel zwischen Bohrlafette und Aufnahmeschlitten über
einen hydraulischen Stellzylinder mindestens in einem Bereich von -97° bis +97° einstellbar
ist. Auf diese Weise können Erdanker in Bezug zum Boden in verschiedenen Höhen und
Winkelstellungen, z.B. in eine Böschung oder einen Hang, abgebohrt werden. Die Einstellung
der Höhe und des Winkels erfolgt hierbei unabhängig voneinander.
[0016] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0017] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung schematisch beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht des Ankerbohrgeräts;
Fig. 2 eine Frontansicht II des Ankerbohrgeräts aus Fig. 1 und
Fig. 3 den Schnitt III-III aus Fig. 1.
[0018] Fig. 1 zeigt ein als Bohrwagen ausgebildetes Ankerbohrgerät mit einem Raupenfahrwerk
1a, auf dem über einen Drehkranz 1b ein Geräteoberteil 1c drehbar angeordnet ist.
Das Geräteoberteil 1c trägt das nicht näher dargestellte Antriebsaggregat, eine Führerkabine
und einen an einer horizontalen Schwenkachse 1d gelagerten Träger 2, der als einteiliger
Mast zur Aufnahme des Bohrgeräts ausgebildet ist. Der Mast 2 ist an seinem unteren
Ende an der Schwenkachse 1d gelagert und durch einen zwischen dem Geräteoberteil
1c und einem weiter oben gelegenen Abschnitt des Mastes 2 angeordneten ersten Hydraulikzylinder
2a verschwenkbar.
[0019] An dem Mast 2 ist ein Aufnahmeschlitten 3 zur Aufnahme des Bohrgeräts in Längsrichtung
des Mastes 2 verfahrbar. Der Aufnahmeschlitten 3 weist ein Drehgelenk 4 auf, an dem
über eine Anlenkung 7 eine Bohrlafette 6 gelagert ist. Das Drehgelenk 4 ist über
einen zweiten Hydraulikzylinder 5 verschwenkbar, um die Bohrlafette 6 stufenlos gegenüber
dem Boden neigen zu können. Die Bohrlafette 6 ist an der Anlenkung 7 über Führungen
längsverschieblich gelagert. Die Anlenkung 7 trägt weiterhin ein Gestängemagazin
8 zur Aufnahme von Doppelgestängeschüssen. Das Gestängemagazin 8 ist teilkreisförmig
ausgebildet und mit mehreren Bohrgestängehalterungen versehen, die jeweils sowohl
das Innengestänge 9 als auch das Außengestänge 10 oder nur das Innengestänge 9 des
Doppelgestängeschusses aufnehmen. Hierfür hat jede Bohrgestängehalterung zwei an
den Enden eines Doppelgestängeschusses angreifende Halteelemente 11, 12. Das erste
Halteelement 11 ist als Aufnahmedorn ausgebildet, auf dem das Innengestänge 9 an
seinem einen Ende aufsteckbar ist. Der Aufnahmedorn 11 hat einen Anschlagring 14,
an dem das eine Ende des Außengestänges 10 anliegt. Das zweite Halteelement 12 ist
als Hülse mit einer Innenbohrung 13 zur Aufnahme des anderen Endes des Innengestänges
9 ausgebildet. Das andere Ende des Außengestänges 10 liegt auf dem gehaltenen Innengestänge
auf.
[0020] An dem Gestängemagazin 8 ist eine Beschickungseinrichtung 15 etwa im Mittelpunkt
des teilkreisförmigen Gestängemagazins ge lagert. Hierdurch sind die Zugriffswege
auf alle in dem Gestängemagazin 8 enthaltenen Doppelgestängeschüsse in etwa gleich.
[0021] Wie Fig. 2 zeigt, hat die Beschickungseinrichtung 15 hydraulisch betätigte Greifer,
die als Klemmbacken 16,16a ausgebildet sind und die sowohl das Innengestänge 9 als
auch das Außengestänge 10 oder nur das Innengestänge 9 fassen können. Die Klemmbacken
16,16a sind über zwei parallel zueinander ausgerichtete Schwenkarme 15a, 15b mit
einer drehbar angetriebenen Welle 15c verbunden. Über einen dritten Hydraulikzylinder
17 und die Schwenkarme 15a, 15b sind die Klemmbacken 16, 16a in Längsrichtung der
Bohrlafette 6 verschiebbar. Die Hülse 12 der Bohrgestängehalterung ist durch Arretierungen
mindestens an zwei Stellen gesichert und längs der Bohrlafette 6 in Richtung auf die
dem Doppelgestängeschuß abgewandte Seite über eine Stellscheibe 21 verschiebbar. An
der der Hülse näher gelegenen Klemmbacke 16a ist ein als Mitnehmerhebel 20 ausgebildetes
Stellelement angeordnet, das durch einen vierten Hydraulikzylinder 19 betätigbar
ist. Beim Entnehmen eines Doppelgestängeschusses aus der Bohrgestängehalterung fassen
die Klemmbacken 16, 16a sowohl das Innengestänge 9 als auch das Außengestänge 10.
Durch den vierten Hydraulikzylinder 19 kann der Mitnehmerhebel 20 in eine Betätigungsstellung
geschwenkt werden. Die beiden Klemmbacken 16, 16a werden durch den dritten Hydraulikzylinder
17 in Richtung auf die Hülse 12 verfahren. Hierbei schiebt das Innengestänge 9 die
Hülse 12 beim Längsverschieben der Beschickungseinrichtung mit. Damit kommt der Doppelgestängeschuß
vom Aufnahmedorn 11 frei und kann entnommen und in die Bohrlafette 6 überführt werden.
[0022] Das Einlegen eines ineinander geschobenen Doppelgestänges in die Bohrgestängehalterung
geschieht in umgekehrter Reihenfolge. Der Doppelgestängeschuß wird zunächst durch
die Klemmbacken 16, 16a der Beschickungseinheit 15 bei einer durch den dritten Hydraulikzylinder
17 verursachten Längsbewegung in die Hülse 12 gesteckt. Der Mitnehmerhebel 20 wird
durch den vierten Hydraulikzylinder 19 wieder in seine Betätigungsstellung gestellt,
wodurch dieser an der Stellscheibe 21 der Hülse 12 angreift und diese beim Längsverschieben
der Klemmbacken 16, 16a durch den dritten Hydraulikzylinder mitnimmt. Hierdurch kann
dann auch das andere Ende des Doppelgestänges auf den Aufnahmedorn 11 aufgesteckt
und durch eine abermals durch den dritten Hydraulikzylinder 17 ausgelöste Rückbewegung
in Richtung auf den Aufnahmedorn 11 über diesen bis auf Anschlag gezogen werden.
Das Innengestänge 9 ist damit zwischen Aufnahmedorn 11 und Hülse 12 gelagert, während
das Außengestänge 10 nur an der Seite des Aufnahmedorns 11 aufliegt.
[0023] An dem dem Bohrloch zugewandten Längsende der Bohrlafette 6 sind drei Klemmzangen
22,23,24 angeordnet. Die innere und äussere Klemmzange 24 und 22 sind mittels seitlich
angeordneter Hydraulikzylinder 32 (Fig. 2) um die Bohrachse schwenkbar. Zwei Kraftdrehköpfe
25 und 26 sind auf Schlitten 27,28,29 auf der Bohrlafette 6 verfahrbar. Der dem Bohrloch
zugewandte innere Kraftdrehkopf 26 betätigt das Außengestänge des Doppelgestängeschusses,
während der äußere Kraftdrehkopf 25 das Innengestänge des Doppelgestängeschusses betätigt.
[0024] Die Schlittenanordnung 27,28,29 zum Tragen der Kraftdrehköpfe 25, 26 ist in Fig.
3 als Schnitt III-III aus Fig. 1 dargestellt.
[0025] Der Kraftdrehkopf 26 zum Abbohren und Ziehen des Außengestänges ist auf dem inneren
Schlitten 27 angeordnet und auf diesem durch einen nicht dargestellten Antriebsmechanismus
(z.B. einen Endlos-Kettenantrieb) an der Bohrlafette 6 verfahrbar. Der Kraftdrehkopf
25 zum Abbohren und Ziehen von Innengestängen ist auf dem äußeren Schlitten 29 angeordnet.
Dieser ist mit einem Verbindungschlitten 28 über einen fünften Hydraulikzylinder
34 verbunden und an der Bohrlafette 6 festlegbar. Über den Verbindungsschlitten 28
kann der äußere Schlitten 29 und der innere Schlitten 27 aneinander an- und voneinander
abgekoppelt werden. Hierfür ist an dem Verbindungsschlitten 28 eine Rastklinke 36
vorgesehen, die zum Hintergreifen eines Abschnitts des inneren Schlittens 27 hydraulisch
35 betätigbar ist. Wenn der innere und der äußere Schlit ten 27 und 29 über den Verbindungsschlitten
28 aneinander angekoppelt sind, läßt sich ihr Abstand voneinander über den fünften
Hydraulikzylinder 34 verstellen. Hierdurch läßt sich das Innengestänge gegenüber dem
Außengestänge verschieben. Im angekoppelten Zustand bilden die Schlitten 27,28,29
einen Gesamtschlitten 33, der über den inneren Schlitten 27 an der Bohrlafette 6 verfahrbar
ist.
[0026] Nachfolgend wird die Wirkungsweise des Ankerbohrgeräts beim Abbohren und Ziehen von
Doppelgestängeschüssen beschrieben.
[0027] Das abgebohrte Doppelgestänge wird während eines Gestängewechsels durch die dem
Bohrloch zugewandten äußeren beiden Klemmzangen 22 und 23 gehalten. Das in die Bohrlafette
6 eingeführte Doppelgestänge wird zuerst in Richtung Bohrloch verfahren, bis das
Außengestänge in der konisch ausgebildeten Klemmzange 24 geführt ist. Daraufhin wird
das Innengestänge mit dem zugehörigen Kraftdrehkopf 25 verbunden. Die Klemmbacke
16a für das Innengestänge wird separat gelöst und das Außengestänge mit dem Kraftdrehkopf
26 verbunden. Die Beschickungseinrichtung 15 gibt nun den Doppelgestängeschuß frei
und wird in eine Ruheposition gefahren.
[0028] Durch den fünften Hydraulikzylinder 34 werden die beiden Kraftdrehköpfe 25 und 26
so zueinander verstellt, daß das Innengestänge aus dem Außengestänge herausragt.
Das herausragende Innengestänge wird gegen die konisch ausgebildete mittlere Klemmzange
23 gefahren, welche ein abgebohrtes Innengestänge hält und das in der Bohrlafette
6 befindliche Innengestänge wird mittels des zugehörigen Kraftdrehkopfes 25 mit dem
abgebohrten Innengestänge verschraubt. Nach dem Verschrauben wird die mittlere Klemmzange
23 geöffnet und der innere Kraftdrehkopf 26 fährt mit dem Außengestänge gegen die
äußere, ebenfalls konisch ausgebildete Klemmzange 22, die ein abgebohrtes Außengestänge
hält. Durch den inneren Kraftdrehkopf 26 wird nun das in der Bohrlafette 6 befindliche
Außengestänge mit dem abgebohrten Außengestänge verschraubt. Nun ist der in der Bohrlafette
6 befindliche Doppel gestängeschuß mit dem abgebohrten Doppelgestänge verbunden und
der Abbohrvorgang kann beginnen.
[0029] Der Entnahmevorgang eines abgebohrten Doppelgestängeschusses erfolgt in umgekehrter
Reihenfolge.
[0030] Mit dem Ankerbohrgerät 1 ist es auch möglich, nur ein Innengestänge separat zum
Einbau eines Ankers in einer verrohrten Bohrung zu entnehmen. Dabei wird das abgebohrte
Außengestänge durch die äußere Klemmzange 22 und die Innengestänge durch die beiden
weiter innen befindlichen Klemmzangen 23 und 24 gehalten, wobei sich die Verbindungsstelle
der Innengestänge zwischen den Klemmzangen 23 und 24 befindet. Durch Verschwenken
der inneren Klemmzange 24 relativ zur mittleren Klemmzange 23 werden die Innengestänge
aufgebrochen bzw. gelöst. Nach dem Ablösen wird das Innengestänge im Gestängemagazin
8 abgelegt und das nächste Innengestänge kann mit dem Kraftdrehkopf 25 in die Bohrlafette
gezogen werden. Nach dem Ankereinbau kann auch das Außengestänge gezogen werden. Hierfür
wird zuerst immer ein Innengestänge als Abstützelement aus dem Gestängemagazin 8 geholt
und am zugehörigen äußeren Kraftdrehkopf 25 für das Innengestänge befestigt. Zum
Ziehen eines Außengestänges nach erfolgtem Ankereinbau wird der Kraftdrehkopf 26
an das Außengestänge herangefahren. Dazu muß der Außengestängeschlitten 27 vom Innengestängeschlitten
29 über den Verschiebungsschlitten 28 entkoppelt werden. Gleichzeitig mit dieser
Entkoppelung wird die Einheit aus Verschiebungsschlitten 28 und dem inneren Schlitten
29 auf der Bohrlafette 6 festgelegt. Hierdurch wird das Innengestänge in einer definierten
Position festgehalten. Der Anker wird daher beim Ziehen des Außengestänges über das
in der Bohrlafette 6 befindliche Innengestänge gegen den auf den festgelegten Innengestängeschlitten
29 befindlichen Kraftdrehkopf 25 abgestützt und kann somit beim Ziehen des Außengestänges
nicht gelockert werden.
[0031] Das Herausziehen des eingebauten Ankers kann durch den festlegbaren Innengestängeschlitten
29 unterstützt werden. Mittels eines Aufsatzes am Kraftdrehkopf 25 für das Innengestänge
ist es möglich, das Außengestänge gegen Wasser beim Ankereinbau abzudichten.
Mit dem Ankerbohrgerät können in bekannter Weise auch Einfachgestänge abgebohrt und
gezogen werden.
1. Verfahren zum Abbohren und Ziehen von Innengestänge und Außengestänge aufweisenden
Doppelgestängen, wobei das Abbohren und Ziehen der Gestänge mit Hilfe mindestens
eines an einer Bohrlafette verfahrbaren Kraftdrehkopfes erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß vor dem Ziehen des Außengestänges das Innengestänge
gezogen und ein Anker eingebaut wird,
daß dann der eingebaute Anker gegen Herausziehen durch ein Innengestänge oder ein
Abstützelement gesichert wird und daß bei gesichertem Anker das Außengestänge über
das Innengestänge oder das Abstützelement gezogen wird und daß beide Gestänge gemeinsam
abgelegt werden.
2. Ankerbohrgerät, insbesondere zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1, mit
einem Bohrwagen, einem darauf angebrachten Träger zur Aufnahme mindestens einer Bohrlafette,
mindestens einem an der Bohrlafette verfahrbaren Kraftdrehkopf zum Betätigen eines
Bohrgestänges,
mindestens einer an der dem Bohrloch zugewandten Seite der Bohrlafette angeordneten
Klemmzange zum Verschrauben und Lösen von Bohrgestängen,
mindestens einem Gestängemagazin mit mehreren Bohrgestängehalterungen und
mindestens einer Beschickungseinrichtung zum Überführen eines Bohrgestänges von dem
Gestängemagazin in die Bohrlafette und umgekehrt,
dadurch gekennzeichnet,
daß jede Bohrgestängehalterung des Gestängemagazins (8) für die Aufnahme eines aus
Innengestänge (9) und Außengestänge (10) bestehenden Doppelgestängeschusses mindestens
ein Halteelement (11, 13) für das Innengestänge (9) und mindestens ein Halteelement
(12, 14) für das Außengestänge (10) aufweist,
daß die Beschickungseinrichtung (15) mindestens zwei Greifer (16, 16a) für das Innengestänge
(9) und/oder für das Außengestänge (10) aufweist,
daß mindestens ein Kraftdrehkopf (25) für das Innengestänge (9) und mindestens ein
Kraftdrehkopf (26) für das Außengestänge (10) vorgesehen sind, die an der Bohrlafette
(6) und relativ zueinander verfahrbar sind, und
daß mehrere, insbesondere drei Klemmzangen (22, 23, 24) vorgesehen sind.
3. Ankerbohrgerät nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand der Halteelemente (11, 12, bzw. 13, 14) zueinander verstellbar ist.
4. Ankerbohrgerät nach Anspurch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens ein Greifer (16, 16a) der Beschickungseinrichtung (15) in Längsrichtung
der Bohrlafette (6) verstellbar ist.
5. Ankerbohrgerät nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Greifer (16, 16a) der Beschickungseinrichtung (15) unabhängig voneinander
betätigbar sind.
6. Ankerbohrgerät nach Anspruch 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß an dem mit dem verfahrbaren Greifer (16, 16a) verbundenen Teil der Beschickungseinrichtung
(15) ein betätigbares (19) Stellelement (20) zum Verstellen mindestens eines Halteelements
(12, 13) ausgebildet ist.
7. Ankerbohrgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gestängemagazin (8) als teilkreisförmiges Magazin oder als Revolvermagazin
ausgebildet ist.
8. Ankerbohrgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils ein Kraftdrehkopf (25, 26) auf jeweils einem längs der Bohrlafette (6)
verfahrbaren Schlitten (27, 29) angeordnet ist.
9. Ankerbohrgerät nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlitten (27) mit dem Kraftdrehkopf (26) des Außengestänges längs der Bohrlafette
(6) verfahrbar und der Schlitten (29) des Kraftdrehkopfes (25) des Innengestänges
an der Bohrlafette (6) festlegbar oder verfahrbar ist.
10. Ankerbohrgerät nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlitten (27, 29) aneinander an- und voneinander abkoppelbar sind.
11. Ankerbohrgerät nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand der aneinander angekoppelten Schlitten (27, 29) einstellbar ist.
12. Ankerbohrgerät nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schlitten (27 und 29) über einen Verbindungsschlitten (28) zu einem Gesamtschlitten
(33) verkoppelbar sind, wobei der Schlitten (29) mit dem Kraftdrehkopf (25) des Innengestänges
durch einen Hydraulikzylinder (34) mit dem Verbindungsschlitten (28) in einem einstellbaren
Abstand verbunden ist und wobei der Verbindungsschlitten (28) einen Mechanismus
(35, 36) zur Ankopplung an den Schlitten (27) des Kraftdrehkopfes (26) des Außengestänges
aufweist.
13. Ankerbohrgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine Klemmzange (22, 24) relativ zu einer weiteren Klemmzange (23)
um die Bohrachse schwenkbar ist.
14. Ankerbohrgerät nach einem der Ansprüche 2 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß an dem im wesentlichen vertikal nach oben weisenden Träger (2) ein an diesem verfahrbarer
Aufnahmeschlitten (3) zur Aufnahme der Bohrlafette (6) vorgesehen ist.
15. Ankerbohrgerät nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bohrlafette (6) an dem Aufnahmeschlitten (3) drehbar gelagert ist, wobei
der Winkel zwischen Bohrlafette (6) und Aufnahmeschlitten (3) über einen hydraulischen
Stellzylinder (5) einstellbar ist.
16. Ankerbohrgerät nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß der einstellbare Winkelbereich ± 97° beträgt.