[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anspinnen einer Offenend-Spinnvorrichtung,
bei welchem eine Faserspeisevorrichtung eingeschaltet und der hierdurch erzeugte Faserstrom
auf seinem Weg zu einer Fasersammelfläche abgelenkt und so lange abgeführt wird, bis
der eigentliche Ansetzvorgang durch Rücklieferung des Fadens eingeleitet wird, worauf
in Abstimmung mit dieser Rücklieferung des Fadens der Faserstrom erneut umgelenkt
und der Fasersammelfläche zugeführt wird, sowie eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens.
[0002] Gemäß einem bekannten Verfahren (DE-A 35 16 120) wird bei Auftreten eines Fadenbruches
die Faserspeisung stillgesetzt. Es wird sodann die Zeit des Stillstandes der Mittel
zum Zuführen des Fasermaterials des betreffenden Spinnaggregates nach einem Garnbruch
bis zum Beginn des Wiederanspinnens erfaßt. In Abhängigkeit von der erfaßten Stillstandszeit
werden dann (durch die Programmsteuerung) die Mittel zum Zuführen von Fasermaterial
des betreffenden Spinnaggregates für das Erzeugen des Faserringes eingeschaltet. Auf
diese Weise wird durch Anpassung des Einschaltzeitpunktes der Mittel zum Zuführen
von Fasermaterial an die Stillstandszeit eine weitgehend immer gleichmäßige Menge
von Fasern für den Faserring bereitgestellt. Allerdings besteht dieser Faserring aus
Fasern, die während der Stillstandszeit des Spinnaggregates beeinträchtigt wurden.
[0003] Zur Vermeidung dieses Nachteiles sind durch die Internationale Patentanmeldungen
WO 86/01235 und WO 89/10990 ein derartiges Verfahren sowie eine für dessen Durchführung
geeignete Vorrichtung bekannt. Mit Hilfe dieses bekannten Verfahrens und dieser bekannten
Vorrichtung soll erreicht werden, daß die Fasern, die während des Stillstandes vor
dem Anspinnvorgang gelitten haben, nicht in die Spinnvorrichtung geleitet werden und
während des Anspinnvorganges nur Fasern einwandfreier Qualität in den Spinnrotor gelangen.
Es hat sich jedoch gezeigt, daß es äußerst schwierig ist, den Fadenabzug an die nach
Freigabe der Faserspeisung schlagartig in der Spinnvorrichtung wirksam werdende Faserzufuhr
anzupassen, so daß der Ansetzer in seiner Stärke wesentlich von der normalen Garnstärke
abweicht. Um diesem Nachteil abzuhelfen, wurde gemäß der genannten Patentanmeldung
auch bereits vorgeschlagen, die Umschaltung des zuvor abgeführten Faserstromes graduell
zu steuern, so daß der Faserstrom nur allmählich in der Spinnvorrichtung wirksam wird.
Hierfür ist jedoch eine komplizierte Steuervorrichtung erforderlich, die zudem äußerst
exakt gesteuert werden muß. Es hat sich jedoch gezeigt, daß in der Praxis auf diese
Weise keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt werden können.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zu schaffen, die es in wesentlich einfacherer Weise ermöglichen, daß die Fadenabzugsgeschwindigkeit
an die in der Spinnvorrichtung wirksame Faserspeisung angepaßt wird.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem gattungsgemäßen Verfahren dadurch gelöst, daß die Umleitung
des Faserstromes wieder zur Sammelfläche erfolgt, bevor der durch das Einschalten
der Faserspeisevorrichtung einsetzende Faserstrom seine volle Stärke erreicht hat.
Auf diese Weise werden die ersten Fasern, die durch Verflechten oder Abfräsen gelitten
haben könnten, zunächst abgeführt. Da je nach Stillstandszeit der Faserspeisevorrichtung
der sich in der Faserspeisevorrichtung befindliche Faserbart mehr oder weniger stark
ausgekämmt worden ist, dauert es in Abhängigkeit von dieser Stillstandszeit stets
eine gewisse Zeit, bis der Faserstrom wieder seine volle Stärke wie während der Produktion
erreicht. Dieser Umstand wird erfindungsgemäß ausgenützt, indem die Abführung des
Faserstromes beendet und seine Zuführung zur Fasersammelfläche aufgenommen wird, bevor
der Faserstrom wieder seine volle Stärke erreicht hat. Der jetzt in die Spinnvorrichtung
gelangende Faserstrom ist somit noch wesentlich schwächer als während der Produktion
und steigt erst allmählich wieder an. Es ist somit wesentlich leichter, den Faden
mit einer an diese Zunahme des Faserstromes angepaßten Geschwindigkeit aus der Spinnvorrichtung
abzuziehen. Die Folge hiervon ist ein unauffälliger Ansetzer.
[0006] In vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden nach dem Einschalten
der Faserspeisevorrichtung die Absaugung bereits abgeschaltet, bevor der durch das
Einschalten der Faserspeisevorrichtung wieder einsetzende Faserstrom seine volle Stärke
erreicht hat, und die Geschwindigkeit des Fadenabzuges der Zunahme des Faserstromes
angepaßt. Auf diese Weise ergibt sich eine einfache Steuerung des Faserstromes für
den Ansetzvorgang.
[0007] Da die Zunahme des Faserstromes im wesentlichen von der Stillstandszeit der Faserspeisevorrichtung
vor dem Anspinnvorgang abhängt, wird in vorteilhafter Weiterbildung des erfindungsgemäßen
Verfahrens der Fadenabzug in Abhängigkeit vom Auskämmzustand des Faserbartes gesteuert.
Zweckmäßigerweise wird dabei vorgesehen, daß in Abhängigkeit vom Auskämmzustand des
Faserbartes die Beschleunigung des Fadenabzuges so gesteuert wird, daß bei starker
Beeinträchtigung des Faserbartes die Fadenabzugsgeschwindigkeit langsamer erhöht wird
als bei geringerer Beeinträchtigung. Durch Berücksichtigung des Auskämmzustandes des
Faserbartes bei der Beschleunigung der Fadenabzugsgeschwindigkeit wird eine optimale
Anpassung des Fadenabzuges an das Wirksamwerden der Faserzuführung in die Spinnvorrichtung
erreicht.
[0008] Eine Anpassung an die Stillstandszeit der Faserspeisevorrichtung und somit an die
Beeinträchtigung des Faserbartes kann zusätzlich oder an Stelle der Steuerung des
Fadenabzuges erfindungsgemäß auch dadurch erfolgen, daß bei starker Beeinträchtigung
des Faserbartes der Fadenabzug später beginnt als bei geringer Beeinträchtigung.
[0009] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, den Auskämmzustand des Faserbartes festzustellen
und in Abhängigkeit des festgestellten Zustandes des Faserbartes den Beginn und/oder
die Geschwindigkeit des Fadenabzuges zu steuern.
[0010] Der Auskämmzustand des Faserbartes kann auf verschiedene Weise festgestellt werden,
doch hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, den Auskämmzustand des Faserbartes
aus der Stillstandszeit des Faserbandes bei laufender Auflösevorrichtung vor dem Einschalten
der Faserzufuhr auf die Fasersammelfläche abzuleiten. Auf diese Weise genügt für das
Ermitteln des Auskämmzustandes ein einfaches Zeitmeßelement.
[0011] Zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist erfindungsgemäß bei einer gattungsgemäßen
Vorrichtung vorgesehen, daß Steuermittel vorgesehen sind, die auf die Einrichtung
zum Umlenken des Faserstromes derart einwirken, daß der Faserstrom in Abhängigkeit
der Fadenrücklieferung die Fasersammelfläche erreicht, bevor dieser nach dem Einschalten
der Faserspeisevorrichtung seine volle Betriebsstärke erreicht hat. Eine derartige
Vorrichtung ermöglicht verbesserte Ansetzer.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausbildung des Erfindungsgegenstandes enthält die Steuervorrichtung
für die Absaugvorrichtung ein einstellbares Zeitsteuerelement, das den Zeitintervall
zwischen dem Einschalten der Faserspeisevorrichtung und dem Abschalten der Absaugvorrichtung
festlegt. Dieses Zeitsteuerelement wird in dem Augenblick inganggesetzt, in welchem
die Faserspeisevorrichtung eingeschaltet wird, und wird auf die Zeit eingestellt,
die bis zum Abschalten der Absaugvorrichtung verstreichen soll.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Ausführung des Erfindungsgegenstandes ist das Zeitsteuerelement
mit einer Vorrichtung verbunden, die den Auskämmzustand des Faserbartes zum Zeitpunkt
des Anspinnens ermittelt und in Abhängigkeit dieses Auskämmzustandes das Zeitintervall
festlegt.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren ist sehr einfach und läßt sich auch in einfacher Weise
nachträglich durch eine geringfügige Änderung der üblichen Steuervorrichtung für das
Anspinnen realisieren. Es werden auch keine komplizierten und mit engen Toleranzen
arbeitenden Steuervorrichtungen benötigt, um eine Anpassung der Fadenabzugsbeschleunigung
an die Zunahme des in der Spinnvorrichtung wirkenden Faserstromes zu erreichen. Das
erfindungsgemäße Verfahren und auch die Vorrichtung gemäß der Erfindung können bei
den verschiedensten gattungsgemäßen Verfahren und Vorrichtungen (z.B. gemäß GB-PS
1.170.869, DE-OS 1.901.442, DE-OS 1.932.009, DE-OS 3.104.444 und DE-OS 3.118.382)
Anwendung finden.
[0015] Die Erfindung wird nachstehend anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Diagramm mit der bisher üblichen Anspinnumschaltung des Faserstromes und dem Fadenabzug;
- Figur 2
- ein Diagramm mit der erfindungsgemäßen Umschaltung des Faserstromes und dem hieran
angepaßten Fadenabzug;
- Figur 3
- ein Diagramm mit der Kurve für die Faserspeisung und der Kurve für den Fadenabzug
beim Anspinnen nach einer längeren Stillstandszeit; und
- Figur 4
- eine erfindungsgemäß ausgebildete Spinnstelle einer Offenend-Spinnmaschine.
[0016] Zunächst soll anhand der Fig. 4 die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens soweit
beschrieben werden, wie die zur Erläuterung des zu lösenden Problems und des neuen
Verfahrens erforderlich ist.
[0017] Fig. 4 zeigt in ihrer linken Hälfte in schematischer Darstellung eine Spinnstelle
10 einer Offenend-Spinnmaschine 1. Diese Spinnstelle 10 weist eine Offenend-Spinnvorrichtung
11 sowie eine Spulvorrichtung 12 auf.
[0018] Jede Offenend-Spinnvorrichtung 11 besitzt eine Faserspeisevorrichtung 110 zur Zuführung
eines Faserbandes 2 zu einer Auflösevorrichtung 116. Die Faserspeisevorrichtung 110
besteht im gezeigten Ausführungsbeispiel aus einer Lieferwalze 111 sowie einer mit
dieser elastisch zusammenarbeitenden Speisemulde 112. Die Speisemulde 112 ist schwenkbar
auf eine Achse 113 gelagert und wird mit Hilfe einer Feder 114 elastisch gegen die
Lieferwalze 111 gedrückt. Die Lieferwalze 111 wird über eine steuerbare Kupplung 115
von einem nicht gezeigten zentralen Antrieb aus angetrieben.
[0019] Die Auflösevorrichtung 116 ist bei dem in Fig. 4 gezeigten Ausführungsbei spiel im
wesentlichen als eine in einem Gehäuse 117 angeordnete Auflösewalze ausgebildet. Von
ihr aus erstreckt sich ein Faserspeisekanal 118 zu einem Spinnelement 13, das im gezeigten
Ausführungsbeispiel als Spinnrotor ausgebildet ist. Das Spinnelement 13 wird in üblicher
Weise angetrieben bzw. gebremst. Im gezeigten Ausführungsbeispiel besitzt das als
Spinnrotor ausgebildete Spinnelement 13 einen Schaft 130, an welchen ein Tangentialriemen
131 zur Anlage gebracht bzw. von diesem abgehoben werden kann.
[0020] Das gezeigte Spinnelement 13 befindet sich in einem Gehäuse 132, das eine Absaugöffnung
133 aufweist, die über ein steuerbares Ventil 134 sowie eine Saugleitung 135 an eine
nicht gezeigte Unterdruckquelle angeschlossen ist.
[0021] Zur Führung des aus dem Spinnelement 13 abzuziehenden Fadens 20 ist ein Fadenabzugsrohr
119 vorgesehen. Der Abzug erfolgt mit Hilfe eines Abzugswalzenpaares 14, das eine
angetriebene Abzugswalze 140 sowie eine elastisch an dieser anliegende und von dieser
angetriebene Abzugswalze 141 aufweist. Zu diesem Zweck ist die Abzugswalze 141 auf
einem Schwenkarm 142 gelagert.
[0022] Auf seinem Weg zwischen der Offenend-Spinnvorrichtung 11 und dem Abzugswalzenpaar
14 wird der Faden 20 durch einen Fadenwächter 15 überwacht.
[0023] Der Faden 20 wird in der Spulvorrichtung 12 aufgewickelt, die zu diesem Zweck eine
angetriebene Spulwalze 120 aufweist. Die Spulvorrichtung 12 besitzt ferner ein Paar
schwenkbare Spulenarme 121, die zwischen sich eine Spule 122 drehbar halten. Die Spule
122 liegt während des ungestörten Spinnvorganges auf der Spulwalze 120 auf und wird
folglich von dieser angetrieben. Der auf die Spule 122 aufzuwickelnde Faden 20 ist
in einen Changierfadenführer 123 eingelegt, der längs der Spule 122 hinundherbewegt
wird und dabei für eine gleichmäßige Verteilung des Fadens 20 auf der Spule 122 sorgt.
[0024] Der Fadenwächter 15, die Kupplung 115 sowie das Ventil 134 stehen über Leitungen
30, 31 und 32 steuermäßig mit einer Rechnereinheit oder Steuervorrichtung 3 in Verbindung.
Diese Steuervorrichtung 3 enthält ein Zeitmeßglied 33, das die Zeit vom Stillsetzen
der Faserspeisevorrichtung 110 bis zum Beginn des Anspinnvorganges mißt. Näheres wird
später beschrieben.
[0025] Längs der Offenend-Spinnmaschine, die eine Vielzahl gleichartiger Spinnstellen 10
aufweist, ist eine Wartungsvorrichtung 4 verfahrbar, die ebenfalls eine Steuervorrichtung
40 aufweist, die über eine Leitung 407 steuermäßig mit der Rechnereinheit oder Steuervorrichtung
3 der Offenend-Spinnmaschine 1 zur Steuerung des Anspinnvorganges in Verbindung steht.
Die Steuervorrichtung 40 steht ferner über eine Leitung 400 mit dem Schwenkantrieb
410 eines Schwenkarmes 41 in Verbindung, der an seinem freien Ende eine Hilfsantriebsrolle
411 trägt. Die Hilfsantriebsrolle 411 wird durch einen Antriebsmotor 412 angetrieben,
der über eine Leitung 401 ebenfalls mit der Steuervorrichtung 40 steuermäßig in Verbindung
steht.
[0026] Den Spulenarmen 121 der Spulvorrichtung 12 können Schwenkarme 42 zugestellt werden,
die auf der Wartungsvorrichtung 4 schwenkbar gelagert sind und deren Schwenkantrieb
420 über eine Leitung 402 mit der Steuervorrichtung 40 in steuermäßiger Verbindung
steht.
[0027] Der Abzugswalze 141 des Abzugswalzenpaares 14 ist eine Abhebevorrichtung 43 zustellbar.
Diese Abhebevorrichtung weist einen Schwenkarm 430 auf, der mit dem Schwenkarm 142
der Abzugswalze 141 kooperieren kann. Zu diesem Zweck ist der Schwenkarm 430 mit einem
Schwenkantrieb 431 und einem Hubantrieb 432 verbunden, die ihrerseits über Leitungen
403 bzw. 404 mit der Steuervorrichtung 40 steuerbar verbunden sind.
[0028] Die Wartungsvorrichtung 4 besitzt ferner eine Fadenabwurfvorrichtung 44 mit einer
über eine Leitung 405 von der Steuervorrichtung 40 aus steuerbaren Antriebsvorrichtung
440.
[0029] In das Gehäuse 117 der Auflösevorrichtung 116 in der Offenend-Spinnmaschine 1 mündet
- in Fasertransportrichtung gesehen (Pfeil P) - nach der Mündung des Faserspeisekanals
118 die Mündung 50 eines Saugkanals 5 ein, dessen der Auflösevorrichtung 116 abgewandtes
Ende durch eine Klappe 51 verschließbar ist. Dem Saugkanal 5 der Offenend-Spinnvorrichtung
1 ist ein Saugkanal 450 einer Absaugvorrichtung 45 der Wartungsvorrichtung 4 zustellbar.
Dieser Saugkanal 450 steht über ein Ventil 451 mit einer Unterdruckquelle 452 in Verbindung.
Das Ventil 451 seinerseits ist über eine Leitung 406 mit der Steuervorrichtung 40
steuermäßig verbunden, welche ein Zeitsteuerelement 46 enthält.
[0030] Während des normalen Spinnbetriebes wird das Faserband 2 mit Hilfe der Faserspeisevorrichtung
110 der Auflösevorrichtung 116 zugeführt, die das Faserband 2 in Fasern auflöst, die
der Fasersammelfläche 136 des Spinnelementes 13 zugeführt und dort abgelegt werden.
Mit dieser Faseransammlung, die in dem als Ausführungsbeispiel gezeigten Spinnrotor
einen Faserring bildet, steht das Ende des im Abzug befindlichen Fadens 20 in Verbindung
und bindet aufgrund der ihm durch die Rotation des Spinnrotors erteilten Drehung die
Fasern in sein Ende ein, während der Faden 20 durch die Abzugsvorrichtung 14 von der
Spinnvorrichtung 11 abgezogen wird. Die Spule 122 liegt während des Spinnprozesses
in bekannter Weise auf der Spulwalze 120 auf und wickelt den Faden 20 dabei auf, wobei
der Changierfadenführer 123 den Faden changierend auf der Spule 122 verlegt.
[0031] Bevor nun das neue Anspinnverfahren erläutert wird, soll anhand der Fig. 1 das bisher
übliche Anspinnverfahren erörtert werden. Der Übersichtlichkeit der Zeichnung wegen
ist auf die Darstellung der Rotorgeschwindigkeit verzichtet worden, welche in an sich
üblicher Weise gesteuert wird.
[0032] Auf der vertikalen Achse des Diagrammes ist nach oben mit einer durchgezogenen Linie
der im Spinnelement 13 wirksame Faserfluß F
F dargestellt worden. Ebenfalls nach oben, jedoch mit gestrichelter Linie, ist der
Fadenabzug A
G dargestellt. Nach unten ist mit einer durchgezogenen Linie der Faserfluß F
F dargestellt worden, welcher dem Saugkanal 5 zugeführt wird und somit nicht in das
Spinnelement 13 gelangt.
[0033] Auf der waagrechten Zeitachse ist die Zeit t aufgetragen. Zum Zeitpunkt t₀ wird das
Anspinnprogramm gestartet. Zum Zeitpunkt t₁ beginnt nun die Faserspeisevorrichtung
110 zu laufen, so daß der Faserfluß F
F wieder einsetzt. Da durch die vorangegangene Stillstandszeit das einen Faserbart
bildende, der weiterlaufenden Auflösevorrichtung 116 dargebotene vordere Faserbandende
mehr oder weniger stark ausgekämmt wurde, so daß der Faserbart jetzt wesentlich schwächer
ist als während des normalen Produktionsbetriebes, muß der Faserbart erst um eine
gewisse Strecke vorgeschoben werden, bis der Auflösevorrichtung 116 wieder ein solcher
Faserbart präsentiert werden kann, der jenem während der Produktion gleicht. Darüber
hinaus ist es erforderlich, daß die der Auflösevorrichtung 116 dargebotenen Fasern
die Garnitur der Auflösevorrichtung 116 füllen und von dieser gefördert werden. Hierfür
ist eine gewisse Zeit erforderlich, weshalb entsprechend der Stillstandszeit die Hochlaufkurve
des Faserflusses F
F mehr oder weniger steil ausfällt.
[0034] Gemäß Fig. 1 hat der Faserfluß F
F zum Zeitpunkt t₂ 100 %, d.h. seine volle Stärke, erreicht. Zu einem beliebigen Zeitpunkt
t₃ nach Erreichen des vollen Faserflusses F
F wird dieser beim bekannten Verfahren umgeschaltet, so daß die Fasern ab dem Zeitpunkt
t₄ zu 100 % auf die Fasersammelfläche 136 des Spinnelementes 13 gelangen.
[0035] Zeitlich abgestimmt auf die Freigabe des Faserflusses F
F wird ein Fadenende im Zeitraum t₅ in den Spinnrotor oder auf ein anderes Spinnelement
13 rückgeliefert, damit es sich mit den dort ankommenden Fasern verbinden kann. Abgestimmt
auf den Zeitpunkt t₃, evtl. hiermit zusammenfallend oder geringfügig früher bzw. später,
beginnt dann der Fadenabzug A
G, der sich beschleunigend auf seine Betriebsgeschwindigkeit (100 %) hochläuft. Wie
Fig. 1 zeigt, wird hierfür eine gewisse Zeit benötigt. Lediglich dann, wenn der Fadenabzug
A
G nicht mit Hilfe der Spule 122, sondern mit Hilfe des Abzugswalzenpaares 14 erfolgt,
kann die Hochlaufzeit des Fadenabzuges A
G verkürzt werden. Dann entsteht jedoch zwischen dem Abzugswalzenpaar 14 und der Spule
122 ein Fadenüberschuß, der zwischengespeichert werden muß und welcher, nachdem die
Spule 122 ihre volle Geschwindigkeit erreicht hat, wieder aufgebraucht werden muß.
[0036] Um einen solchen Speicher zu vermeiden, ist gemäß Fig. 2 ein anderes Verfahren vorgesehen.
Ebenso wie bei Verfahren gemäß Fig. 1 gelangt ab dem Zeitpunkt t₁ der Faserfluß F
F zunächst in den Saugkanal 5 und wird über den Saugkanal 45 abgeführt, so daß keine
Fasern auf die Fasersammelfläche 136 des Spinnelementes 13 gelangen. Im Gegensatz
zu dem bisher bekannten Verfahren gemäß Fig. 1 erfolgt jedoch die erneute Umlenkung
des Faserflusses F
F und seine Zufuhr zur Fasersammelfläche 136 des Spinnelementes 13 bereits lange Zeit
vor Erreichen des Zeitpunktes t₂, so daß ab dem Zeitpunkt t₄, der vor dem Zeitpunkt
t₂ liegt, sämtliche Fasern zum Spinnelement 13 gelangen. Das Umschalten des Faserflusses
F
F und seine Zuführung zum Spinnelement 13 erfolgen somit während des Hochlaufes des
Faserflusses F
F, d.h. bevor der durch das Einschalten der Faserspeisevorrichtung 110 einsetzende
Faserstrom oder Faserfluß F
F seine volle Betriebsstärke erreicht hat. Das in üblicher Weise vorbereitete Ende
des Fadens 20 wird im Zeitraum t₅ auf die Fasersammelfläche 136 des Spinnelementes
13 rückgeliefert. Der Fadenabzug A
G setzt sodann ein. Da die Hochlaufkurve des Faserflusses F
F bei dem neuen Verfahren gemäß Fig. 2 wesentlich flacher ist als beim bekannten Verfahren
gemäß Fig. 1, läßt sich der Hochlauf der Geschwindigkeit des Fadenabzuges A
G sehr gut steuern und der Hochlaufkurve des Faserflusses F
F anpassen, so daß der Hochlauf des Fadenabzuges A
G nur geringfügig von der Hochlaufkurve des Faserflusses F
F abweicht. Dies bedeutet, daß der Ansetzer nur noch geringfügig von der normalen Garnstärke
und damit der Sollstärke abweicht. Dies ist aus den Fig. 1 und 2 klar ersichtlich.
Während gemäß Fig. 1 der Faserüberschuß recht groß ist (siehe Dreieck A), so daß eine
relativ starke und damit auffällige Dickstelle im Ansetzerbereich des neuangesponnenen
Fadens 20 entsteht, ergibt sich bei dem Verfahren gemäß Fig. 2 zunächst eine unauffällige
Dickstelle (Dreieck B) und anschließend eine ebenfalls unauffällige Dünnstelle (Dreieck
C) im Faden 20. Wie ein Vergleich der Dreiecke B und C mit dem Dreieck A deutlich
zeigt, sind die Dreiecke B und C wesentlich kleiner als das Dreieck A, was bedeutet,
daß auch die Abweichung der Garnstärke vom Sollwert bei einem Verfahren gemäß Fig.
2 wesentlich geringer ist ald bei dem bekannten Verfahren gemäß Fig. 1.
[0037] Fig. 3 zeigt das neue Anspinnverfahren nach einem längeren Stillstand der Spinnstelle.
Aufgrund der auch nach Stillsetzen der Faserspeisevorrichtung 110 weiterlaufenden
Auflösevorrichtung 116 wird der Faserbart weiter abgetragen, wobei dies je nach Ausbildung
der Faserspeisevorrichtung 110 allein durch Auskämmen oder aber auch durch teilweises
Abfräsen der Fasern des Faserbartes erfolgen kann. Durch die längere Einwirkungszeit
der Auflösewalze entsprechend dieser längeren Stillstandszeit ist auch der Faserbart
stärker beeinträchtigt, so daß es länger dauert, bis nach Wiedereinschalten der Faserspeisevorrichtung
110 das Faserband 2 durch die Auflösevorrichtung 116 in normaler Weise aufgelöst werden
kann. Der Abstand zwischen den Zeiten t₀ und t₁ ist somit gemäß Fig. 3 größer als
im Fall gemäß Fig. 2.
[0038] Wie Fig. 3 zeigt, kann der Fadenabzug A
G auch eine variierende Beschleunigung erhalten zur Anpassung an die Hochlaufkurve
des Faserflusses F
F. So wird der Fadenabzug beispielsweise zwischen den Zeitpunkten t₄ und t₆ (Phase
A
G') in maximaler Weise beschleunigt, bis die Fadenabzugsgeschwindigkeit prozentual zu
ihrer Betriebsgeschwindigkeit den selben Wert erreicht hat wie der Faserfluß F
F. Dann wird die Fadenabzugsgeschwindigkeit weniger stark beschleunigt (Phase A
G''), so daß Faserfluß F
F und Fadenabzug A
G im wesentlichen gleichzeitig den vollen Wert (100 %) erreichen.
[0039] Wie Fig. 3 zeigt, entstehen zwischen dem Faserfluß F
F und dem Fadenabzug A
G nur noch geringe Abweichungen, wobei die durch die Dreiecke D und F gekennzeichneten
Dickstellen und die durch die Dreiecke E und G gekennzeichneten Dünnstellen vernachlässigbar
klein sind.
[0040] Nachdem das neue Verfahren vorstehend im Prinzip erörtert worden ist, soll es nun
nachstehend anhand der im Aufbau bereits beschriebenen Vorrichtung nochmals näher
erläutert werden.
[0041] Tritt ein Fadenbruch auf, so wird dies vom Fadenwächter 15 an die Steuervorrichtung
3 gemeldet, die das Zeitmeßglied 33 einschaltet. Gleichzeitig wird die Kupplung 115
der Faserspeisevorrichung 110 betätigt, welche die Lieferwalze 111 stillsetzt und
damit die Zufuhr weiteren Faserbandes 2 zur Auflösevorrichtung 116 stoppt. In nicht
gezeigter Weise wird außerdem die Spule 122 von der Spulwalze 120 abgehoben, damit
das Ende des Fadens 20 nicht durch die weiterlaufende Spule 122 in die Spulenoberfläche
eingewalkt werden kann. Außerdem wird das Spinnelement 13 in an sich üblicher Weise
stillgesetzt. Die Auflösevorrichtung 116 läuft dagegen ununterbrochen weiter.
[0042] Die Wartungsvorrichtung 4 gelangt nach einer gewissen Zeit an diese Spinnstelle 10,
an welcher der Faden 20 gebrochen ist. Dabei kann die Wartungsvorrichtung 4 durch
eine nicht gezeigte, an sich bekannte Rufvorrichtung zu dieser Spinnstelle gerufen
werden; die Wartungsvorrichtung 4 kann jedoch auch kontinuierlich an einer definierten
Anzahl von Spinnstellen entlang patrouillieren und dabei auch zu der durch einen Fadenbruch
betroffenen Spinnstelle 10 gelangen. Wenn die Wartungsvorrichtung 4 an der betreffenden
Spinnstelle 10 angelangt ist, fragt ihre Steuervorrichtung 40 über eine Leitung 407
die Steuervorrichtung 3 ab und erfährt auf diese Weise, ob an der betreffenden Spinnstelle
10 eine Wartung erforderlich ist oder nicht. Die Steuervorrichtung 3 ist so ausgebildet,
daß sie jeweils der Wartungsvorrichtung 4 nur die Informationen übermittelt, welche
die Spinnstelle 10 betreffen, an welcher sich die Wartungsvorrichtung 4 gerade befindet.
[0043] Wenn die Wartungsvorrichtung 4 sich an einer zu wartenden Spinnstelle 10 befindet,
so hält die Wartungsvorrichtung 4 an. Die Spulenarme 121 werden in der bereits geschilderten
Weise durch die Schwenkarme 42 von der maschinenseitigen Spulenhubeinrichtung abgestützt.
Ferner wird die Hilfsantriebsrolle 411 der Spule 122 zugestellt. Dem maschinenseitigen
Saugkanal 5 wird ferner der Saugkanal 450 der Wartungsvorrichtung 4 zugestellt. Außerdem
wird mit Hilfe der Abhebevorrichtung 43 die Abzugswalze 141 von der angetriebenen
Abzugswalze 140 abgehoben, und der Faden 20 wird in üblicher Weise von der von der
Spulwalze 120 abgehobenen Spule 122 abgezogen und bis in das Fadenabzugsrohr 119 zurückgeliefert.
Dabei wird der Faden über die Fadenabwurfvorrichtung 44 gelegt und dort gehalten.
[0044] Während dieser Zeit wird das Spinnelement 13 in bekannter Weise gereinigt. Die vom
Spinnelement 13 abgelösten Fasern und Schmutzbestandteile werden mit Hilfe des nach
wie vor im Gehäuse 132 wirksamen Spinnunterdruckes durch den Saugkanal 5 abgeführt.
[0045] Nach der Reinigung des Spinnelementes 13 wird das Ventil 134 für den Spinnunterdruck
geschlossen und das Ventil 451 für den Saugkanal 450 geöffnet. Außerdem wird das bisher
stillgesetzte Spinnelement 13 wieder freigegeben, das nun auf seine Betriebsgeschwindigkeit
oder auch lediglich auf eine vorgegebene Anspinngeschwindigkeit hochläuft. Dabei kann
das Anspinnprogramm so festgelegt sein, daß das Anspinnen entweder bei einer stationären
Geschwindigkeit des Spinnelementes 13 oder während dessen Hochlaufkurve durchgeführt
wird. Erfolgt das Anspinnen bei einer reduzierten, jedoch stationären Rotorgeschwindigkeit,
so wird der Spinnrotor vorzugsweise in der Weise auf seine Produktionsgeschwindigkeit
gebracht, daß seine Hochlaufkurve im wesentlichen mit denen des Faserflusses F
F und des Fadenabzuges A
G synchronisiert oder diese weitgehend angepaßt ist.
[0046] Zu Beginn des Anspinnprogrammes, d.h. zu Beginn der Arbeit der Wartungsvorrichtung
4 an der betreffenden Spinnstelle 10, gibt die Steuervorrichtung 3 einen Impuls an
das Zeitmeßglied 33, das somit die Stillstandszeit der Faserspeisevorrichtung 110
vom Auftreten des Fadenbruches bis zum Beginn des Anspinnvorganges - bei ununterbrochener
Auflösevorrichtung 116 - festgehalten hat. Sodann wird die Faserspeisevorrichtung
110 durch Betätigung der Kupplung 115 wieder eingeschaltet. Hierdurch wird das Faserband
2 der Auflösevorrichtung 116 wieder zugeführt, von dieser jedoch durch die wirksame
Unterdruckquelle 452 aus dem Gehäuse 117 wieder abgesaugt. Zum Zeitpunkt t₃, der von
der Steuervorrichtung 3 in Abhängigkeit von der durch das Zeitmeßelement 33 registrierten
Stillstandszeit festgelegt wird, werden nun die Ventile 134 und 451 betätigt, so daß
nun am Saugkanal 5 kein Unterdruck mehr anliegt und statt dessen im Gehäuse 132 über
die Saugleitung 135 wiederum der Spinnunterdruck anliegt. Die in das Gehäuse 117 der
Auflösevorrichtung 116 gelangenden Fasern werden somit über den Faserspeisekanal 118
zum Spinnelement 13 gesaugt, wo sie sich in bekannter Weise auf der Fasersammelfläche
136 ablegen.
[0047] Die Zeit t₃, welche durch die Steuervorrichtung 3 festgelegt und zu welchem der Unterdruck
an der Saugleitung 135 eingeschaltet wird, wird so gewählt, daß der Faserfluß F
F noch nicht seine volle Stärke erreicht hat. Durch die genannten Steuermittel (Steuervorrichtung
3, Ventile 134, 451) wird derart auf die Einrichtung (Absaugöffnung 133, Saugkanal
5) zum Umlenken des Faserstromes bzw. Faserflusses F
F eingewirkt, daß der Faserfluß F
F in Abhängigkeit von der Fadenrücklieferung die Fasersammelfläche 136 erreicht. Wie
erwähnt, erfolgt diese Umschaltung so, daß der Faserfluß F
F bzw. Faserstrom zu diesem Zeitpunkt nach dem Einschalten der Faserspeisevorrichtung
110 seine volle Betriebsstärke noch nicht erreicht hat.
[0048] In der Steuervorrichtung 3 ist (entsprechend dem Fasermaterial, der Stapelfaserlänge,
der Ausbildung der Faserspeisevorrichung 110 etc.) gespeichert, wie bei entsprechenden
Stillstandszeiten der Faserfluß F
F zunimmt. Somit kann in Abhängigkeit von dieser Kurve auch der Fadenabzug A
G gesteuert und der Zunahme des Faserflusses F
F angepaßt werden. Der Fadenabzug A
G wird von der Steuervorrichtung 3 über die Steuervorrichtung 40 der Wartungsvorrichtung
4 zum Zeitpunkt t₃ des Wirksamwerdens des Faserflusses F
F im Spinnelement 13 - oder kurz vor oder auch nach diesem Zeitpunkt t₃ - eingeschaltet
und entsprechend der durch die Steuervorrichtung 3 vorgegebenen Kurve beschleunigt.
Diese Beschleunigung kann je nach der in die Steuervorrichtung 3 eingegebenen Hochlaufkurve
des Faserflusses F
F linear oder auch längs einer beliebigen Kurve gesteuert werden. Die Steuerung erfolgt
dabei mit Hilfe der Hilfsantriebsrolle 411. Es ist jedoch auch möglich, die Fadenabzugskurve
mit Hilfe der Abzugswalze 141 zu steuern, indem mit Hilfe der Abhebevorrichtung 43
der Anpreßdruck der Abzugswalze 141 gesteuert wird. Da bei langer Stillstandszeit
der Offenend-Spinnvorrichtung 11 der Faserbart stärker ausgekämmt ist als bei kurzer
Stillstandszeit, wird dies bei der Steuerung des Fadenabzuges A
G berücksichtigt, der aus diesem Grunde in Abhängigkeit vom Auskämmzustand des Faserbartes
gesteuert wird. Aus diesem Grunde wird zunächst der Auskämmzustand des Faserbartes
festgestellt. Sodann wird in Abhängigkeit von diesem Zustand der Fadenabzug A
G gesteuert, indem bei starker Beeinträchtigung des Faserbartes (lange Stillstandszeit
der Offenend-Spinnvorrichtung 11) die Fadenabzugsgeschwindigkeit langsamer erhöht
wird als bei geringerer Beeinträchtigung. Zusätzlich oder stattdessen kann auch der
Fadenabzug A
G entsprechend der Beeinträchtigung des Faserbartes früher (geringe Beeinträchtigung)
oder später (große Beeinträchtigung) beginnen.
[0049] Der Faserfluß F
F hat zum Zeitpunkt t₂ seine volle Stärke erreicht. Somit kann nach diesem Zeitpunkt
t₂ mit Hilfe der Abhebevorrichtung 43 der Druckroller 141 wieder zur Anlage an die
angetriebene Abzugswalze 140 gebracht werden und der Abzug des Fadens 20 aus der Spinnvorrichtung
11 mit Hilfe der Abzugsvorrichtung 14 erfolgen. Die Spule 122 kann nun auf die Spulwalze
120 abgesenkt werden, wonach die Hilfsantriebsrolle 411 von der Spule 122 abgehoben
wird.
[0050] Falls gewünscht, kann auch die Beschleunigung des Spinnelementes 13 entsprechend
dem Hochlauf des Faserflusses F
F gesteuert werden.
[0051] Das beschriebene Verfahren und auch die erörterte Vorrichtung können in vielfältiger
Weise abgewandelt werden, indem beispielsweise einzelne Merkmale durch Äquivalente
ersetzt werden oder durch andere Kombinationen hiervon. So ist es beispielsweise nicht
erforderlich, das Spinnelement 13 als Spinnrotor auszubilden, sondern es können durchaus
auch andere Offenend-Spinnelemente, z.B. Friktionsspinnwalzen etc., Anwendung finden.
Auch ist es nicht erforderlich, auf der Wartungsvorrichtung 4 eine separate Unterdruckquelle
452 vorzusehen, sondern der Saugkanal 450 kann auch in an sich bekannter Weise an
eine maschinenseitige Unterdruckquelle, mit welcher auch die Saugleitung 135 in Verbindung
steht, angeschlossen sein.
[0052] Es ist auch möglich, die Antriebswalze 140 über eine steuerbare Schlupfkupplung (nicht
gezeigt) von einer Antriebswelle aus anzutreiben und entsprechend dem wirksamen Schlupf
den Fadenabzug A
G zu steuern.
[0053] Alternativ zum Zeitmeßgerät 33 in der Offenend-Spinnmaschine 1 kann an der Wartungsvorrichtung
auch ein Einstellknopf 460 für das Zeitsteuerelement 46 vorgesehen sein, um die Zeit
t₁ zu fixieren. Dies kann in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren geschehen (Faserbartzustand,
Fasermaterial, Stapelfaserlänge, Abstand der Klemmlinie zwischen Lieferwalze 111 und
Speisemulde 112 - oder anderem, mit der Lieferwalze 111 zusammenarbeitendem Gegenelement
- vom Arbeitsbereich der Auflösevorrichtung 117 etc.).
[0054] Auch muß der Zustand des Faserbartes nicht von der Stillstandszeit des Faserbandes
2 abgeleitet werden - unter evtl. Berücksichtigung weiterer Faktoren -, sondern kann
durchaus auch in anderer Weise ermittelt werden, z.B. optisch, durch Messen des Luftwiderstandes
etc., falls dies wünschenswert sein sollte.
1. Verfahren zum Anspinnen einer Offenend-Spinnvorrichtung, bei welchem eine Faserspeisevorrichtung
eingeschaltet und der hierdurch erzeugte Faserstrom auf seinem Weg zu einer Fasersammelfläche
abgelenkt und so lange abgeführt wird, bis der eigentliche Ansetzvorgang durch Rücklieferung
des Fadens eingeleitet wird, worauf in Abstimmung mit dieser Rücklieferung des Fadens
der Faserstrom erneut umgelenkt und der Fasersammelfläche zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Faserstrom wieder zur Sammelfläche umgeleitet wird, bevor der durch das
Einschalten der Faserspeisevorrichtung einsetzende Faserstrom seine volle Stärke erreicht
hat.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem der Faserstrom auf seinem Weg zwischen Faserspeisevorrichtung
und Fasersammelfläche abgelenkt und einer Absaugung zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Einschalten der Faserspeisevorrichtung die Absaugung abgeschaltet wird,
bevor der durch das Einschalten der Faserspeisevorrichtung wieder einsetzende Faserstrom
seine volle Stärke erreicht hat, und daß die Geschwindigkeit des Fadenabzuges der
Zunahme des Faserstromes angepaßt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit des Auskämmzustandes des Faserbartes der Fadenabzug gesteuert
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschleunigung des Fadenabzuges so gesteuert wird, daß bei starker Beeinträchtigung
des Faserbartes die Fadenabzugsgeschwindigkeit langsamer erhöht wird als bei geringer
Beeinträchtigung.
5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß bei starker Beeinträchtigung des Faserbartes der Fadenabzug später beginnt als
bei geringerer Beeinträchtigung.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Auskämmzustand des Faserbartes festgestellt und in Abhängigkeit des festgestellten
Zustandes der Beginn und/oder die Geschwindigkeit des Fadenabzuges gesteuert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Auskämmzustand des Faserbartes aus der Stillstandszeit des Faserbandes bei
laufender Auflösevorrichtung vor dem Einschalten der Faserzufuhr auf die Fasersammelfläche
festgestellt wird.
8. Offenend-Spinnmaschine mit einer Einrichtung zum Anspinnen einzelner oder mehrerer
Spinnvorrichtungen mit einer Fasersammelfläche, einer Faserspeisevorrichtung, einer
Abzugsvorrichtung für den Faden sowie einer Einrichtung zum Umlenken des Faserstroms
auf seinem Weg zwischen Faserspeisevorrichtung und Fasersammelfläche, zur Durchführung
des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß Steuermittel (40) vorgesehen sind, die auf die Einrichtung (46) zum Umlenken
des Faserstroms derart einwirken, daß der Faserstrom in Abhängigkeit der Fadenrücklieferung
die Fasersammelfläche erreicht, bevor dieser nach dem Einschalten der Faserspeisevorrichtung
(110) seine volle Betriebsstärke erreicht hat.
9. Offenend-Spinnmaschine nach Anspruch 8 mit einer Absaugvorrichtung zum Ablenken und
Abführen der auf ihrem Weg zwischen Faserspeisevorrichtung und Fasersammelfläche befindlichen
Fasern sowie einer die Absaugvorrichtung steuernden Steuervorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuervorrichtung (40) für die Absaugvorrichtung (45) ein einstellbares
Zeitsteuerelement (46) zur Festlegung des Zeitintervalls zwischen dem Einschalten
der Faserspeisevorrichtung (110) und dem Abschalten der Absaugvorrichtung (45) enthält.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Zeitsteuerelement (46) mit einer Vorrichtung (33, 460) verbunden ist, die
den Auskämmzustand des Faserbartes zum Zeitpunkt des Anspinnens ermittelt und in Abhängigkeit
dieses Auskämmzustandes das Zeitintervall festlegt.
1. A piecing method for an open-end spinning device, wherein a fibre-feed device is switched
on and the fibre flow thereby produced is deflected on its path to a fibre-collecting
surface and is conveyed away until the actual piecing process is initiated by feedback
of the thread,, whereupon in harmony with this feedback of the thread, the fibre flow
is again deflected and is conveyed to the fibre-collecting surface, characterized in that the fibre flow is diverted again to the collecting surface before the fibre flow,
which is initiated by switching on the fibre-feed device, has reached its full intensity.
2. A method according to Claim 1, wherein the fibre flow is deflected on its path between
the fibre-feed device and the fibre-collecting surface and is conveyed to a suction
device, characterized in that after the fibre-feed device is switched on, the suction device is switched off before
the fibre flow, which is initiated again by switching on the fibre-feed device, has
reached its full intensity, and the speed of the thread draw-off is adapted to correspond
to the increase in the fibre flow.
3. A method according to Claim 1 or 2, characterized in that the thread draw-off is controlled as a function of the combing condition of the fibre
tuft.
4. A method according to Claim 3, characterized in that the acceleration of the thread draw-off is controlled in such a manner that, when
a severe impairment of the fibre tuft exists, the thread draw-off speed is increased
more slowly than is the case when the impairment is slight.
5. A method according to Claim 3 or 4, characterized in that when a severe impairment of the fibre tuft exists, the thread draw-off begins later
than is the case when the impairment is slight.
6. A method according to one or more of Claims 1 to 5, characterized in that the combing condition of the fibre tuft is ascertained, and the beginning and/or
the speed of the thread draw-off is controlled as a function of the condition ascertained.
7. A method according to Claim 6, characterized in that the combing condition of the fibre tuft is ascertained from the standstill period
of the sliver when the opening device is running, before the switching-on of the fibre
feed onto the fibre-collecting surface.
8. An open-end spinning machine with an installation for piecing single or a plurality
of spinning devices, with a fibre-collecting surface, a fibre-feed device, a draw-off
device for the thread, and also an installation for deflecting the fibre flow on its
path between the fibre-feed device and the fibre-collecting surface, for performing
the method according to one or more of Claims 1 to 7, characterized in that control means (40) are provided, which act upon the device (46) for deflecting the
fibre flow in such a manner that the fibre flow, as a function of the thread feedback,
reaches the fibre-collecting surface before the said flow has reached its full operational
intensity, after the fibre-feed device (110) has been switched on.
9. An open-end spinning machine according to Claim 8, with a suction device for deflecting
and conveying away the fibres present on their path between the fibre-feed device
and the fibre-collecting surface, as well as with a control device which controls
the suction device, characterized in that the control device (40) for the suction device (45) contains an adjustable timing-control
element (46) for determining the time interval between switching on the fibre-feed
device (110) and switching off the suction device (45).
10. A device according to Claim 9, characterized in that the timing-control element (46) is connected to a device (33, 460) which ascertains
the combing condition of the fibre tuft at the moment of piecing, and which determines
the time interval as a function of this combing condition.
1. Procédé de rattache pour un métier ou dispositif de filature à fibres libérées, dans
lequel un dispositif d'alimentation en fibres est mis en marche et le flux de fibres
produit par celui-ci est dévié sur son trajet entre le dispositif d'alimentation en
fibres et la surface collectrice de fibres, puis évacué, jusqu'à ce que l'opération
de rattache proprement dite soit mise en route par le retour du fil, après quoi, en
coordination avec la livraison en retour du fil, le flux de fibres est à nouveau dévié
et envoyé sur la surface collectrice des fibres, procédé caractérisé en ce que la
déviation du flux de fibres, pour le ramener jusqu'à la surface collectrice s'effectue
avant que le flux de fibres,qui s'établit par la mise en marche du dispositif d'alimentation
en fibres, ait atteint sa pleine intensité.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel le flux de fibres est dévié sur son
trajet entre le dispositif d'alimentation en fibres et la surface collectrice de fibres,
et est conduit à un dispositif d'aspiration, procédé caractérisé en ce qu'après la
mise en marche du dispositif d'alimentation en fibres, l'aspiration est coupée avant
que le flux de fibres, qui se rétablit du fait de la mise en marche du dispositif
d'alimentation en fibres, ait atteint sa pleine intensité et en ce que la vitesse
d'extraction du fil est adaptée à l'augmentation du flux de fibres.
3. Procédé selon les revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que l'extraction du fil
est commandée en fonction de l'état de peignage de la mèche de fibres.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'accélération de l'extraction
du fil est commandée de façon telle que, dans le cas où il y a un fort effet négatif
exercé sur la mèche de fibres, la vitesse d'extraction du fil est augmentée plus lentement
que si l'effet négatif exercé est plus faible.
5. Procédé selon les revendications 3 ou 4, caractérisé en ce que, dans le cas d'un fort
effet négatif sur la mèche de fibres, l'extraction du fil débute plus tardivement
que dans le cas où l'effet négatif est plus faible.
6. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que l'état
de peignage de la mèche de fibres est constaté et en ce que le début et/ou la vitesse
d'extraction du fil sont commandés en fonction de l'état constaté.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que l'état de peignage de la mèche
de fibres est constaté à partir du temps de repos du ruban de fibres, le dispositif
de démêlage étant en marche, avant la mise en marche de l'alimentation en fibres sur
la surface collectrice de fibres.
8. Machine de filature à fibres libérées, comportant un dispositif destiné à la rattache
du fil pour des dispositifs de filature individuels ou pour plusieurs dispositifs
de filature comportant une surface collectrice de fibres, un dispositif d'alimentation
en fibres, un dispositif d'extraction du fil ainsi qu'un dispositif de déviation du
flux de fibres sur son trajet entre le dispositif d'alimentation en fibres et la surface
collectrice de fibres, machine destinée à l'exécution du procédé selon une ou plusieurs
des revendications 1 à 7, caractérisée en ce que des moyens (40) de commande sont
prévus, lesquels agissent sur le dispositif (46) de déviation du flux de fibres de
façon telle que le flux de fibres atteint la surface collectrice en corrélation avec
la livraison en retour du fil, avant que cette surface ait atteint sa pleine intensité
de fonctionnement après la mise en marche du dispositif (110) d'alimentation en fibres.
9. Machine de filature à fibres libérées selon la revendication 8, comportant un dispositif
d'aspiration destiné à dévier et à évacuer les fibres qui se trouvent sur leur trajet
entre le dispositif d'alimentation en fibres et la surface collectrice de fibres,
ainsi qu'un dispositif de commande commandant le dispositif d'aspiration, machine
caractérisée en ce que le dispositif (40) de commande du dispositif (45) d'aspiration
comporte un élément (46) de réglage de commande de temporisation, destiné à fixer
l'intervalle de temps entre la mise en route du dispositif (10) d'alimentation en
fibres et la coupure du dispositif (45) d'aspiration.
10. Dispositif selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'élément (46) de commande
de temporisation est relié à un dispositif (33, 460), qui établit quel est l'état
de peignage de la mèche de fibres au moment de la rattache et qui détermine l'intervalle
de temps de retard en fonction de cet état de peignage.