[0001] Die Erfindung betrifft eine Ventillamelle nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Eine derartige Ventillamelle ist aus der DE 33 29 790 A1 bekannt. Zu dem Zweck, das
Eindringen von Arbeitsmedium und Verunreinigungen durch den Gehäuseschlitz in das
Gehäuseteil zu verhindern und dadurch die Betriebssicherheit etwa in dem Gehäuseteil
angeordneter Bauelemente zu erhöhen, ist dort der Gehäuseschlitz zu der Oberfläche
des Gehäuseteils hin durch einen Flachschieber abgedichtet (siehe dort insbesondere
Seite 14 Zeile 19). Der Flachschieber ist derart ausgebildet, daß er zugleich zur
Übertragung der Antriebskraft von dem Mitnehmer auf die Ventillamelle dient. Dazu
sind in aufwendiger Weise an dem Flachschieber eine Aufnahme für den Mitnehmer und
ein Zapfen zum Angriff desselben an der Ventillamelle angeformt bzw. befestigt.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Ventillamelle der eingangs erwähnten
Art mit einfachen Mitteln derart zu verbessern, daß sie ein zusätzliches Abdichtelement
überflüssig macht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sowie vorteilhafte Einsatzfälle der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0005] Die Erfindung ermöglicht, wie das bekannte Dichtelement, im Falle eines Einsatzes
in einem Druckgaserzeuger eine Erhöhung des Liefergrads.
[0006] Die Erfindung ermöglicht ferner, daß der Gehäuseschlitz in seiner Längserstreckung
beliebig verlaufen kann. Er kann gerade, gleichförmig gekrümmt, aber auch mäandernd
verlaufen.
[0007] Weitere Vorteile der Erfindung werden in deren nunmehr folgender Erläuterung anhand
zeichnerisch dargestellter Ausführungsbeispiele genannt. Unter durchgehender Verwendung
gleicher Bezugszeichen für Bauteile mit gleichen Funktionen zeigen
Fig.1 die Draufsicht auf eine Anordnung mit einer Ventillamelle,
Fig.2 vergrößert einen Schnitt entlang der Linie I-I durch die Anordnung gemäß Fig. 1,
Fig.3 vergrößert einen Schnitt entlang der Linie II-II durch die Anordnung gemäß Fig. 1,
Fig.4 vergrößert eine Ausgestaltung zu Fig. 3,
Fig.5 die Draufsicht auf eine andere Anordnung mit einer Ventillamelle.
[0008] Das Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1 bis 3 wird im folgenden beschrieben,
ohne daß ständig auf die jeweils zutreffende Figur besonders Bezug genommen wird.
[0009] Die dargestellte Anordnung enthält unter anderem ein Gehäuseteil (4) und eine generell
mit (6) bezeichnete Ventillamelle. Die langgestreckte Ventillamelle (6) besteht aus
einem Mittelteil (18), beiderseits desselben gelegen Seitenteilen (8, 20) sowie sich
an diese anschließenden Enden (2, 11).
[0010] Die Ventillamelle (6) ist, wie ein Doppelpfeil (S) andeutet, an dem Gehäuseteil (4),
entlang dessen Oberfläche schwenkbar, gelagert. Bei einer Schwenkung bewegt sich das
eine Ende, nachstehend bewegbares Ende (11), der Ventillamelle (6) im wesentlichen
quer zu ihrer Längserstreckung zwischen zwei Endstellungen (A, B). Zur Erzeugung dieser
Bewegung greift an dem bewegbaren Ende (11) ein Mitnehmer (10) an, der in einem Schlitz
des Gehäuseteils (4), nachstehend Gehäuseschlitz (12), geführt ist.
[0011] Die Ventillamelle (6) weist an dem bewegbaren Ende (11) eine in bekannter Weise ausgebildete
Aufnahme, z.B. einen Durchbruch oder eine Einpressung für den Mitnehmer (10) auf,
so daß dieser direkt an der Ventillamelle (6) angreift.
[0012] Die Lagerung der Ventillamelle (6) ist derart ausgeführt, daß an ihrem anderen Ende
(2) ein Schwenkzapfen (3) angreift, der auf eine übliche Art in dem Gehäuseteil (4)
verankert ist. Für den Schwenkzapfen (3) weist die Ventillamelle (6) an dem anderen
Ende (2) eine in bekannter Weise ausgebildete Aufnahme, z.B. einen Durchbruch oder
eine Einprägung, auf.
[0013] Der Gehäuseschlitz (12) kann beliebig verlaufen. Er kann gerade, gleichförmig gekrümmt,
aber auch mäandernd verlaufen. Der Gehäuseschlitz (12) muß ausreichend lang sein,
die Bewegung des bewegbaren Endes (11) der Ventillamelle (6) zwischen den Endstellungen
(A, B) zu ermöglichen; der Gehäuseschlitz (12) kann aber auch so ausgebildet und angeordnet
sein, daß er durch seine Länge die Endstellungen (A, B) festlegt.
[0014] Die Ventillamelle (6) ist an dem bewegbaren Ende (11) im wesentlichen quer zu ihrer
Längserstreckung (das ist ihre Länge im wesentlichen in Richtung der Verbindungslinie
zwischen ihren Aufnahmen für den Mitnehmer (10) und den Schwenkzapfen (3)), d.h. im
wesentlichen in Richtung der Bewegung zwischen ihren Endstellungen (A, B), auf die
doppelte Länge des Gehäuseschlitzes (12) oder mehr verbreitert. Dieses Merkmal drückt
sich in der Fig. 1 durch einen hammerartigen Grundriß des bewegbaren Endes (11) mit
seitlichen Fortsätzen (9, 14) aus. Die Verbreiterung, genauer: die Fortsätze (9, 14),
sind so zu der Aufnahme des Mitnehmers (10) angeordnet, daß dessen Angriffspunkt,
d.h. dessen geometrischer Mittelpunkt, auf der Halbierenden (H) der doppelten Länge
liegt. Ist die Verbreiterung symmetrisch um die Halbierende (H) angeordnet, sind also
die Fortsätze (9, 14) symmetrisch um die Halbierende (H) angeordnet, so ist die Halbierende
(H) auch die Halbierende der Verbreiterung.
[0015] Die Tiefe der Verbreiterung, genauer: der Fortsätze (9, 14) ist wenigstens gleich
der maximalen Breite der Außenkontur des Gehäuseschlitzes (12). Hierbei gelten als
Tiefe der Verbreiterung bzw. Breite des Gehäuseschlitzes (12) deren äußerste Abmessungen
im wesentlichen in Richtung der Längserstreckung der Ventillamelle (6). Dabei ist
unter Breite des Gehäuse schlitzes (12) der Abstand zu verstehen, den die am weitesten
voneinander auseinander liegenden Punkte der Außenkontur des Gehäuseschlitzes in dieser
Richtung aufweisen. Bei einem geraden, tangential zum Schwenkradius der Ventillamelle
(6) verlaufenden Gehäuseschlitz entspricht die soeben definierte Breite im wesentlichen
der Breite des Gehäuseschlitzes selbst.
[0016] Die Ventillamelle (6), genauer: das bewegbare (und verbreiterte) Ende (11), ist mit
dem den Gehäuseschlitz (12) einfassenden Oberflächenbereich des Gehäuseteils (4)
dichtend in Berührung bringbar. Zu diesem Zweck sind dieser Oberflächenbereich und
die ihm zugekehrte Oberfläche der Ventillamelle (6), genauer: des bewegbaren Endes
(11), in bekannter Weise so ausgebildet und bearbeitet, daß bei einer entsprechend
hohen Anpressung des bewegbaren Endes (11) auf den betrachteten Oberflächenbereich
des Gehäuseteils (4) eine Dichtwirkung eintritt. Die Anpressung kann dabei, je nach
Einsatzfall, beispielsweise durch die Elastizität (Federkraft) der Ventillamelle (6)
selbst, eine äußere Feder, eine mechanisch eingeleitete Kraft oder Druckbeaufschlagung
der Ventillamelle (6) auf ihrer dem Gehäuseteil (4) abgewandten Fläche, aber auch
durch Kombination derartiger Möglichkeiten, erfolgen.
[0017] Aufgrund der bisher beschriebenen Merkmale dichtet die Ventillamelle (6) an ihrem
bewegbaren Ende (11) den Gehäuseschlitz (12) in jeder Endstellung (A bzw. B) und dazwischen
ständig ab, so daß ein zusätzliches Abdichtelement überflüssig ist.
[0018] Außerhalb des den Führungsschlitz (12) einfassenden Oberflächenbereichs des Gehäuseteils
(4) kann die Ventillamelle (6) bei ihrer Schwenkung zu dessen Oberfläche Abstand halten
oder darauf gleiten. Sie kann auch, worauf später näher eingegangen wird, zusätzlich
mit anderen Oberflächenbereichen in dichtende Berührung bringbar sein. Die letztgenannte
Fortbildung wird erleichtert durch eine bevorzugte Ausführungsform der Ventillamelle
(6), in welcher diese aus einseitig oder beidseitig plangeschliffenem Bandmetall,
insbesondere Feder (Band-) Stahl besteht.
[0019] Im Ausführungsbeispiel sind noch Fortbildungen der Erfindung dargestellt, zu denen
folgendes auszuführen ist.
[0020] Der Gehäuseschlitz (12) verläuft gerade, der Mitnehmer (10) wird also geradlinig
geführt. Die Bewegungsbahnen des Mitnehmers (12) und seiner Aufnahme im bewegbaren
Ende (11) der Ventillamelle (6) decken sich also nicht, wodurch eine die Bauteile
des Ausführungsbeispiels gefährdende Seitenkraft hervorgerufen wird. Zur Vermeidung
einer solchen Seitenkraft ist die Aufnahme für den Schwenkzapfen (3) am anderen Ende
(2) der Ventillamelle (6) als im wesentlichen in Richtung von deren Längserstreckung
verlaufender Führungsschlitz (1) oder als gleichgerichtete Führungsnut ausgebildet,
dessen bzw. deren Länge (L) gleich dem Relativweg zwischen dem Schwenkzapfen (3) und
der Ventillamelle (6), genauer: deren anderem Ende (2), bei deren Bewegung aus der
einen Endstellung (A bzw. B) in die andere Endstellung (B bzw. A) zuzüglich der Schwenkzapfenabmessung
(a) in Längsrichtung des Führungsschlitzes (1) bzw. der Führungsnut ist. Bei der
Bewegung des bewegbaren Endes (11) zwischen den Endstellungen (A, B) bewegt sich das
andere Ende (2) der Ventillamelle (6) in Richtung des Führungsschlitzes (1) bzw.
der Führungsnut um den Schwenkzapfen (3). Die Ventillamelle (6) führt also bei der
Bewegung ihres bewegbaren Endes (11) zwischen den Endstellungen (A, B) nicht eine
reine Schwenkung sondern eine Mischbewegung aus Schwenkung und translatorischer Bewegung
im wesentlichen in Richtung ihrer Längserstreckung aus.
[0021] Innerhalb des durch das Flächenbezugszeichen (13) und die Konturenbezugszeichen (5
und 19) bezeichneten, bei ihrer Schwenkung von der Ventillamelle (6) überstrichenen
Oberflächenbereichs weist das Gehäuseteil (4) Öffnungen (15) auf. Der jede Öffnung
(15) einfassende Oberflächenbereich des Gehäuseteils (4) und der zugeordnete Oberflächenbereich
der Ventillamelle (6) sind derart ausgebildet und bearbeitet, daß sie durch eine ausreichend
hohe Anpressung dichtend in Berührung bringbar sind. Dies läßt sich auf einfache Weise
dadurch bewerkstelligen, daß entweder der gesamte Oberflächenbereich (13, 5, 19) oder
gar die gesamte Oberfläche des Gehäuseteils (4) entsprechend bearbeitet sind und
die Ventillamelle (6), wie oben angedeutet, wenigstens auf der dem Gehäuseteil (4)
zuweisenden Fläche plangeschliffen ist. Für die Erzeugung der Anpressung gelten die
weiter oben in Bezug auf die Abdichtung des Gehäusesschlitzes (12) gemachten Ausführungen
entsprechend. Die Ventillamelle (6) überdeckt in ihrer einen Endstellung (A) die Öffnungen
(15) und gibt diese in der anderen Endstellung (B) frei. Die Ventillamelle (6) bildet
dadurch mit den Öffnungen (15) ein Ventil (6, 15). Dieses Ventil ist, genau genommen,
ein Doppelventil, da die Ventillamelle (6) auch in der Endstellung (A) die Öffnungen
(15) freigeben kann, nämlich durch Abheben (Hub) von den Öffnungen (15) beim Fehlen
ausreichender Anpressung. Es liegt auf der Hand, daß mit gleicher Wirkung anstelle
mehrerer Öffnungen (15) auch nur eine Öffnung (15) vorgesehen sein kann.
[0022] Im bisher beschriebenen Grundumfang kann die Bewegung der Ventillamelle (6) vor bzw.
gleitend auf der ihr zugewandten Oberfläche des Gehäuseteils (4) erfolgen. Die Bauhöhe
der dargestellten Anordnung ist dabei wenigstens um die Dicke (d) der Ventillamelle
(6) größer als diejenige des Gehäuseteils (4).
[0023] In weiterer Ausgestaltung des Ausführungsbeispiels ist zwecks Einsparung von Bauhöhe
und zur Vorbereitung weiterer Fortbildungen, worauf im folgenden näher eingegangen
wird, der bei ihrer Bewegung von der Ventillamelle (6) überstrichene Oberflächenbereich
(13, 5, 19) gegenüber der umgebenden Oberfläche (25) des Gehäuseteils (4) um die Dicke
(d) der Ventillamelle (6) in das Gehäuseteil (4) versenkt. Fig. 2 veranschaulicht
dies. Dort ist die umgebende Oberfläche mit (25) bezeichnet. Gegenüber dieser ist
der Oberflächenbereich (13, 5, 19) um das Maß (d) versenkt. Es versteht sich, daß
dabei die Dickentoleranzen der Ventillamelle und das zur Erzielung ihrer Freigängigkeit
erforderliche Spiel berücksichtigt sind. Es versteht sich auch, daß die Ansenkung
im Gehäuseteil (4} größer als der von der Ventillamelle (6) überstrichene Oberflächenbereich
(13, 5, 19) sein kann.
[0024] Die im vorstehenden Absatz beschriebene Ausgestaltung ist durch Anordnung einer weiteren
Ventillamelle (17) auf der den Oberflächenbereich (13, 5, 19) umgebenden Oberfläche
(25) fortgebildet. Innerhalb deren Grundriß gehen von der den Oberflächenbereich (13,
5, 19) umgebenden Oberfläche (25) mehrere Öffnungen (16) aus, mit denen die weitere
Ventillamelle (17) ein weiteres Ventil (16, 17) bildet. Die weitere Ventillamelle
(17) weist im Grundriß eine innere Flächenaussparung auf, die nachstehend mit dem
Bezugszeichen (7) ihrer Kontur bezeichnet wird, innerhalb derer sich die Öffnungen
(15) befinden, so daß der Durchgang des Ventils (6, 15) durch die weitere Lamelle
(17) nicht beeinträchtigt wird. Die Flächenaussparung (7) ist so groß, daß innerhalb
ihrer noch weitere Öffnungen oder andere Bauelemente im Gehäuseteil (4) angeordnet
sein können, worauf hier nicht näher eingegangen zu werden braucht. Mit Rücksicht
auf diese Öffnungen bzw. anderen Bauelemente sind die Öffnungen (15) an die Peripherie
des Flächenausschnitts (7) verlegt und im Grundriss sichelförmig ausgebildet und auch
der Mittelteil (18) der Ventillamelle (6) sichelförmig geschwungen. In der Flächenaussparung
(7) liegt auch der Mittelteil (18) ganz oder weitgehend frei, so daß die weitere Ventillamelle
(17) die Ventillamelle (6) nur teilweise, insbesondere an ihren Seitenteilen (8, 20)
überdeckt. Es versteht sich, daß, wenn nicht andere Gesichtspunkte dagegen sprechen,
die weitere Ventillamelle (17) auch größere Teile der Ventillamelle (6) überdecken
kann. Infolge der Überdeckung erfährt die Ventillamelle (6) durch die weitere Ventillamelle
(17) eine gewisse Führung; "gewisse Führung" deshalb, weil die weitere Ventillamelle
(17) sich beim Öffnen des Ventils (16, 17) von der umgebenden Oberfläche (25) abhebt
und dadurch auch ein Abheben der Ventillamelle (6) von der Öffnung (15) und damit
ein Öffnen des Ventils (6, 15) nicht nur durch Schwenken der Ventillamelle (16),
sondern auch durch Hub der Ventillamelle (6) ermöglicht. Es liegt auf der Hand, daß
die vorstehenden Ausführungen zum Ventil (16, 17) entsprechend gelten, wenn nur
eine Öffnung (16) vorgesehen ist.
[0025] Fig. 3 zeigt eine im Gehäuseteil (4) untergebrachte Einrichtung zum Antrieb des Mitnehmers
(10) und damit zur Bewegung der Ventillamelle (6). Die Einrichtung besteht aus einem
generell mit (30) bezeichneten druckbeaufschlagbaren Schaltzylinder mit einem Kolben
(32), einer daran befestigten Kolbenstange (31) und dem Mitnehmer (10) als weiterem
Bestandteil. Die Kolbenstange (31) ist starr ausgeführt, weshalb diese Einrichtung
einen geraden Gehäuseschlitz (12) voraussetzt. Ein anders verlaufender Gehäuseschlitz
(12) bedarf entweder einer anderen Ausbildung der Einrichtung oder einer biegsamen
Kolbenstange, beispielsweise mit einem Gelenk.
[0026] Fig.4 zeigt eine vorteilhafte Ausgestaltung der Aufnahme in der Ventillamelle (6)
für den Mitnehmer (10). Die Aufnahme besteht in diesem Fall aus einem nicht näher
bezeichneten Durchbruch in der Ventillamelle (6), der auf der dem Mitnehmer (10)
abgewandten Seite der Ventillamelle (6) durch eine druckdicht mit der Ventillamelle
(6) verbundene Kappe (40) verschlossen ist. Diese Ausgestaltung ist insofern besonders
vorteilhaft, als sie einen abgedichteten Eingriff zwischen Mitnehmer (10) und Ventillamelle
(6) gewährleistet, dabei aber eine aufwendige und unter Umständen schwierige Formgebung
der Ventillamelle (6) vermeidet. Schwierig ist diese Formgebung insbesondere dann,
wenn die Ventillamelle (6) mit Rücksicht auf den Einsatzfall aus hochfestem und/oder
sprödem Werkstoff besteht.
[0027] Das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 5 zeigt eine Anordnung mit einer Ventillamelle
(51), die, wie durch einen Doppelpfeil (V) angedeutet ist, im wesentlichen quer zu
ihrer Längserstreckung bewegbar ist. In diesem Falle bewegen sich beide Enden (50,
52) der Ventillamelle (51) zwischen den Endstellungen (A, B). An beiden Enden (50,
52) greift je ein Mitnehmer (10), der jeweils in einem wieder gerade dargestellten
Gehäuseschlitz (12) geführt ist, an. In diesem Falle sind beide Enden (50, 52) der
Ventillamelle in entsprechender Anwendung der zum bewegbaren Ende (2) des vorigen
Ausführungsbeispiels gegebenen Beschreibung ausgebildet. Die Einrichtung zum Antrieb
der Ventillamelle (51) ist nur grob angedeutet und generell mit (53) bezeichnet.
[0028] Im übrigen gelten für dieses Ausführungsbeispiel alle zum vorigen Ausführungsbeispiel
gemachten Angaben sowie die dort erläuterten Fortbildungsmöglichkeiten in entsprechender
Weise mit, wie beispielhaft durch eingeklammerte Bezugszeichen aus Fig.5 in den Fig.2
und 4 angedeutet ist.
[0029] Die dargestellten Anordnungen lassen sich im Grundumfang und in den Fortbildungsformen
vorteilhaft als Zylinderabschlußteil eines Verdichters, insbesondere eines Luftpressers,
einsetzen. Die Ventillamellen (6 bzw. 51) und, soweit vorhanden, die weitere Ventil
lamelle (17) sind in diesem Einsatzfall im Verdichtungsraum angeordnet, wobei die
Anpressung von dem Verdichtungsdruck, unter Umständen in Verbindung mit der Elastizität
der Ventillamelle, erzeugt wird, und bilden zusammen mit den jeweiligen Öffnungen
im Gehäuseteil (4) das bzw. die Ansaugventile bzw. ein Ansaugventilsystem des Verdichters.
Die Eigenschaft des Ventils (6, 15), sich einerseits durch Hub der Ventillamelle (6)
und andererseits durch Schwenken der Ventillamelle (6) öffnen zu lassen, ist in diesem
Einsatzfall insofern besonders vorteilhaft, als sein Öffnen durch Hub der Ventillamelle
(6) unter der Einwirkung des Ansaugunterdrucks zum Füllen des Verdichters im Normalbetrieb
und sein Öffnen durch Schwenken der Ventillamelle (6) zum Zweck der Regelung einsetzbar
sind. In einer vorteilhaften Anordnung kann die Ventillamelle (6 bzw. 51) in diesem
Einsatzfall den Verdichterzylinder etwa diametral überqueren und mit ihren Enden etwa
radial aus dem Grundriss dieses Zylinders heraustreten.
[0030] Der Fachmann erkennt, daß die in den Ausführungsbeispielen beschriebenen Bewegungsarten
und -richtungen der Ventillamelle nur stellvertretend für alle anderen möglichen Bewegungsarten
ausgewählt sind. Auch im übrigen erkennt der Fachmann, daß sich der Anwendungsbereich
der Erfindung nicht in den Ausführungsbeispielen erschöpft, sondern vielmehr alle
Ausgestaltungen erfaßt, deren Merkmale sich den Patentansprüchen unterordnen.
1. Ventillamelle (6; 51), die entlang der Oberfläche eines Gehäuseteiles (4) an wenigstens
einem Ende, nachstehend bewegbares Ende (11; 50, 52) im wesentlichen quer zu ihrer
Längserstreckung zwischen zwei Endstellungen (A, B) bewegbar ist, wobei an ihrem bewegbaren
Ende (11; 50, 52) zur Erzeugung der Bewegung ein in einem Schlitz des Gehäuseteils,
nachstehend Gehäuseschlitz (12), geführter Mitnehmer (10) vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) die Ventillamelle (6; 51) an dem bewegbaren Ende (11; 50, 52) im wesentlichen quer
zu ihrer Längserstreckung wenigstens auf die doppelte Länge des Gehäuseschlitzes (12)
verbreitert ist, wobei der Angriffspunkt des Mitnehmers (10) auf der Halbierenden
(H) der doppelten Länge liegt,
b) die Tiefe der Verbreiterung in Richtung der Längserstreckung der Ventillamelle
(6; 51) wenigstens gleich der maximalen Breite der Außenkontur des Gehäuseschlitzes
(12) in dieser Richtung ist, und
c) die Ventillamelle (6; 51) wenigstens mit dem den Gehäuseschlitz (12) einfassenden
Oberflächenbereich des Gehäuseteils (4) dichtend in Berührung bringbar ist.
2. Ventillamelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer (10) direkt an der Ventillamelle (6; 51) angreift.
3. Ventillamelle nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der Gehäuseschlitz (12)
gerade ist und die Bewegung der Ventillamelle (6) im wesentlichen eine Schwenkbewegung
(Doppelpfeil S) um einen am anderen Ende (2) der Ventillamelle (6) angreifenden Schwenkzapfen
(3) ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ventillamelle (6) zur Aufnahme des Schwenkzapfens (3) einen im wesentlichen
in Richtung ihrer Längserstreckung verlaufenden Führungsschlitz (1) oder eine gleichgerichtete
Führungsnut aufweist, dessen bzw. deren Länge (L) wenigstens gleich dem Relativweg
zwischen dem Schwenkzapfen (3) und der Ventillamelle (6) bei deren Bewegung aus der
einen Endstellung (A bzw. B) in die andere Endstellung (B bzw. A) zuzüglich der Schwenkzapfenabmessung
(a) in Längsrichtung des Führungsschlitzes (1) bzw. der Führungsnut ist.
4. Ventillamelle nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die Bewegung eine Parallelverschiebung
(Doppelpfeil V) im wesentlichen quer zur Längserstreckung der Ventillamelle (51)
ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ventillamelle (51) an beiden Enden (50, 52) verbreitert ist und an beiden
Enden (50, 52) jeweils ein Mitnehmer (10) angreift.
5. Ventillamelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Mitnehmer (10)
in einem Durchbruch der Ventillamelle (6; 51) aufgenommen ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchbruch durch eine druckdicht mit der Ventillamelle (6; 51) verbundene
Kappe (40) verschlossen ist.
6. Ventillamelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ventillamelle (6; 51) unter Bildung eines Ventils (6, 15; 51, 15) in der einen
Endstellung (A), wenigstens eine Öffnung (15) im Gehäuseteil (4) überdeckt und diese
Öffnung (15) in der anderen Endstellung (B) freigibt.
7. Ventillamelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mitnehmer (10) Bestandteil eines im Gehäuseteil (4) angeordneten, die Bewegung
der Ventillamelle (6) steuernden, druckbeaufschlagbaren Schaltzylinders (30) ist.
8. Ventillamelle nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens der bei der Bewegung der Ventillamelle (6) von dieser überstrichene
Oberflächenbereich (13, 5, 19) des Gehäuseteils (4) gegenüber der umgebenden Oberfläche
(25) des Gehäuseteils (4) um ein wenigstens der Dicke (d) der Ventillamelle (6) gleiches
Maß in das Gehäuseteil (4) versenkt ist.
9. Ventillamelle nach Anspruch 8,
gekennzeichnet durch die Merkmale:
a) Die Ventillamelle (6; 51) ist auf ihrer dem Gehäuseteil (4) abgewandten Seite wenigstens
auf einem Teil (Seitenteile (8, 20)) ihrer Längserstreckung von einer weiteren Ventillamelle
(17) überdeckt, welche mit wenigstens einer weiteren, in der umgebenden Oberfläche
(25) des Gehäuseteils (4) befindlichen, Öffnung (16) ein weiteres Ventil (16, 17)
bildet;
b) die weitere Lamelle (17) weist im Grundriß eine innere Flächenaussparung (7) auf,
innerhalb derer sich die Öffnung (15) des Ventils (6, 15; 51, 15) befindet.