[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Bedienungsgerät zum Anlegen eines Hilfsfadens
auf einen an der Spinnstelle einer Spinnmaschine befindlichen Garnträger. Unter einem
Garnträger wird eine leere oder mit einem Garnkörper versehene Hülse verstanden. Das
verfahren und der Bedienroboter lassen sich zum Beheben von Fadenbrüchen während des
Spinnvorganges und zum robotergestützten Anspinnen bzw. zum Anwickeln nach dem Doffen
auf einer Ringspinnmaschine einsetzen.
[0002] Es sind Bedienroboter bekannt, welche zur Fadenbruchbehebung, z.B. bei Ringspinnmaschinen,
das Fadenende auf der Kopsgarnpackung suchen, es durch den Läufer usw. einfädeln und
am Streckwerkausgang ansetzen. Wenn das Suchen des Fadenendes nicht erfolgreich ist,
stellt ein solcher Bedienroboter die betreffende Spinnstelle mittels einer entsprechenden
Vorrichtung, z.B. durch das Unterbrechen der Lunte, ausser Betrieb, wobei in der Folge
das Bedienungspersonal den Fadenbruch beheben muss. Um den Wirkungsgrad der Spinnmaschine
zu erhöhen, wurde deshalb bereits vorgeschlagen, den Suchvorgang für das Fadenende
auf dem Garnkörper zu eliminieren und statt dessen einen Hilfsfaden auf den Garn
körper anzuwerfen. Der beim Doffen abgezogene Kops weist dann beim Gelingen dieser
Operation zwei oder mehrere getrennte Fadenteillängen auf.
[0003] Das Anlegen des Hilfsfadens erfolgt gemäss dem Stand der Technik z.B. durch Anblasen
eines freien Hilfsfadenendes auf den Garnkörper. So ist aus der DE 25 01 338 ein Verfahren
zum Anblasen eines freien Hilfsfadenendes an eine Aufwickelspule bekannt, bei dem
das freie Ende des Hilfsfadens so in einer Speichervorrichtung gespeichert wird, dass
es gegenüber der Hilfsfadenspule unter Spannung und damit ohne Durchhang gehalten
werden kann. Das Garn des Hilfsfadens soll dadurch seinen Drall behalten, damit sich
keine Schlingen bilden. Das angeblasene Hilfsfadenende soll vom rotierenden Garnkörper
mitgerissen werden, bis ein genügend langes Stück des Hilfsfadens aufgewickelt ist.
[0004] Nach wie vor sind dieser und ähnliche Lösungsvorschläge mit grundsätzlichen Mängeln
behaftet. Erstens wird zum Anblasen des Hilfsfadens das Vorhandensein einer Garnpackung
vorausgesetzt, da der Erfolg des Anblasens von der Haftreibung zwischen dem Garnkörper
und dem Hilfsfaden abhängt. Auf eine leere Garnhülse lässt sich der Hilfsfaden nicht
anblasen. Zweitens gelingt dieses Anblasverfahren in der Praxis nicht mit der verlangten
Zuverlässigkeit, weil der Zeitpunkt der Mitnahme des Fadens durch die Spindel nicht
definiert, sondern rein zufällig ist. Damit bleibt auch die Länge des Hilfsfadens
unbestimmt. Dies hat zur Folge, daß durch Reinigungsschnitte beim Kreuzspulen nicht
alle Ansetzer vollständig entfernt werden können, so daß der Hilfsfaden immer der
gerade gesponnenen Garnqualität entsprechen muß. Bei Partienwechsel müssen auch sämtliche
Hilfsgarnvorräte ausgewechselt werden. Ferner ist ein automatisches Anspinnen, also
das Anwickeln der leeren Hülsen, bei Inbetriebnahme der Spinnmaschine, nach dem
Doffen oder nach einem Partienwechsel, mit den bekannt gewordenen Vorschlägen nicht
möglich.
[0005] Weitere Beispiele für Bedienungsroboter, welche zum Beheben von Fadenbrüchen an einer
Ringspinnmaschine konzipiert sind, sind in US-PS 3 445 997, DAS 1 760 259, DAS 2 501
338 und US-PS 3 628 320 zu finden. Bei allen solchen Robotern ist es notwendig, gewisse
Arbeiten an der Spindel der Verarbeitungsposition (Spinnstelle) auszuführen. Solche
Arbeiten umfassen z.B. das Fadenende auf dem von der Spindel getragenen Kops (der
Fadenspule) zu finden oder einen Hilfsfaden an dem Kops anzuwickeln, einen Faden mit
dem Läufer einzufädeln usw.
[0006] In allen bekannten Lösungen wird nur von der "Vorderseite" gearbeitet, d.h. der Roboter
läuft normalerweise einer Maschinenseite entlang, welche in bezug auf die entsprechende
Spinnstellenreihe als die "Vorderseite" bezeichnet werden kann. Wenn der Roboter Arbeiten
an einer bestimmten Stelle zu verrichten hat, positioniert er zuerst an dieser Stelle
und reicht dann Arbeitselemente von dieser Vorderseite in die Spinnstelle hinein.
Unter solchen Umständen ist es fast unmöglich, gesteuerte Bewegungen der Arbeitselemente
um den ganzen Umfang der Spindel auszuführen. Ausgehend vom Stand der Technik gemäß
DE 25 01 338 ist es daher eine wichtige Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
und eine Vorrichtung vorzuschlagen, die es ermöglichen, ein sicheres Anwickeln eines
Hilfsfadens auf einer Hülse zu gewährlei sten, und zwar unabhängig davon, ob die
Hülse mit einem Garnkörper versehen ist oder nicht.
[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch das Verfahren gemäß Anspruch 1 und das Bedienungsgerät
gemäß Anspruch 17. Es ist nunmehr möglich, eine mit hoher Zuverlässigkeit gelingende
Verbindung des Hilfsfadens mit der Hülse herzustellen. Das anzuwickelnde Hilfsfadenstück
wird dabei zweiseitig, elastisch eingespannt. Die Positionen der Einspannstellen sind
jederzeit klar definiert. Ihre Bewegungsabläufe erfolgen durch entsprechende Führungen
bzw. Koordinatensteuerungen absolut eindeutig und reproduzierbar. Nach dem ersten
maschinellen Umwickeln der Hülse mit dem Hilfsfaden im Rahmen dieses definiert gesteuerten
Vorganges übernimmt die durch den greifenden Hilfsfaden in Drehung versetzte Hülse
das weitere Anwickeln des Fadens selbst, wodurch der Anwickelvorgang äusserst zuverlässig
und innerhalb kürzester Zeit und ohne die Unsicherheiten eines "try-and-error"-Verfahrens
abläuft. Eine besonders vorteilhafte Folge dieser Massnahme ist die Möglichkeit,
die Länge des verwendeten Hilfsfadens auf ein bestimmtes Mass zu begrenzen, so dass
der Hilfsfaden in einem nachfolgenden Kreuzspulautomaten durch einen Reinigungsschnitt
mit Sicherheit vollständig entfernt werden kann. Als Konsequenz kann nun ein beliebiger
Hilfsfaden eingesetzt werden. Er muss nicht mehr mit dem gesponnenen Faden identisch
sein. Damit wird auch der Bedienroboter ohne weitere Anpassungsmassnahmen bezüglich
des Hilfsfadens austauschbar, z.B. für Wartungsarbeiten am Roboter während des Betriebs
der Spinnmaschine. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung eines Hilfsfadens mit
rauher Oberfläche zur automatischen Reinigung des Läufers und der anderen Fadenführungselemente.
[0008] Zusätzlich können die Erstwindungen auf der Hülse oder, sofern vorhanden, auf dem
Garnkörper durch weiteres Ueberwickeln mit dem Hilfsfaden derart abgeklemmt werden,
dass die Anwickelverbindung des Hilfsfadens, z.B. auf besonders glatten Hülsen, weiter
verstärkt wird.
[0009] Wird die Position der Erstwindung in die Nähe der oberen Grenze des Ringbankhubes
gelegt, wird ein eventuell vorhandener Garnkörper im Bereich seines Konus erfasst,
so dass die Hilfsfadenwicklung direkt vom Garnkörper überdeckt wird. Ausserdem kann
der Anwickelring einen kleineren Durchmesser aufweisen und damit besonders gut, weil
mit geringerer Trägheit, beweglich sein
[0010] Besonders vorteilhaft lässt sich die vorgeschlagene Lösung in Verbindung mit einem
Verfahren einsetzen, wie es in den CH-Patentanmeldungen 4126/88 und 3545/88 beschrieben
wurde, insbesondere für Kopse mit mehreren Fadenteillängen und unter Verwendung einer
Kopsvorbereitungsstation.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren ist in der Praxis zuverlässig durchführbar, wenn man
entsprechend den Ansprüchen 13 bis 16 vorgeht.
[0012] Die Erfindung sieht weiterhin ein Bedienungsgerät zur Ausführung von Arbeiten an
eine Spindel umfassende Garnverarbeitungsposition vor. Das Gerät ist gekennzeichnet
durch Mittel zur Bildung einer Führung um die Spindelachse und Mittel zum Bewegen
von mindestens einem Arbeitselement dieser Führung entlang.
[0013] Das Mittel zur Bildung einer Führung kann eine Trägerpartie bzw. Halterung umfassen,
welche durch Bewegung in eine Richtung quer zur Spindelachse an der Spindel bzw. an
einem von der Spindel getragenen Kops zustellbar ist. Die Führung kann eine im wesentlichen
ringförmige Laufbahn umfassen, welche aber eine Öffnung aufweisen kann, um die Zustellung
der Führung an der Spindel zu ermöglichen, ohne daß die Führung vorerst oberhalb des
obersten Endes der Spindel bzw. des Kops bewegt werden muß.
[0014] Das Mittel zum Bewegen von einem Arbeitselement kann einen im wesentlichen ringförmigen
Bedienungsläufer bzw. Anwickelring umfassen, welcher aber auch eine Öffnung zu dem
schon beschriebenen Zweck aufweisen kann. In der bevorzugten Ausführung sind also
sowohl die Laufbahn als auch der Bedienungsläufer C-förmig. Vorzugsweise sind Mittel
vorgesehen, um die Lage vom Bedienungsläufer in der Umfangsrichtung gegenüber seiner
Laufbahn festzustellen, so daß bei Zustellung des Gerätes an der Spindel die Öffnungen
der beiden C-förmigen Teile aufeinander ausgerichtet sind.
[0015] Das vom Bedienungsläufer getragene Arbeitselement kann z.B. eine Klemmvorrichtung
zum Schleppen eines Fadens oder ein Element zum Streifen des Spinnringes umfassen.
Letzteres Element könnte z.B. zur Bewegung des Ringläufers beim Einfädeln des Fadens
gebraucht werden und könnte zu diesem Zweck eine Bürste umfassen.
[0016] Die Trägerpartie umfasst vorzugsweise ein Antriebsmittel zur Drehung des Bedienungsläufers
um die Achse der Laufbahn, welche bei Zustellung an die Spindel mit der Spindelachse
ungefähr flüchten kann. Ein solches Antriebsmittel kann einen Zahnring und ein Uebertragungsmittel
umfassen, das die Drehung des Zahnringes an den Bedienungsläufer überträgt. Das Uebertragungsmittel
kann eine formschlüssige Verbindung umfassen. Es kann dann eine Mehrzahl von Uebertragungselementen
vorgesehen werden, sodass mindestens ein Element noch mit dem Ring- und dem Bedienungsläufer
in Verbindung bleibt, wenn das andere Element gegenüber der Oeffnung eines C-förmigen
Bedienungsläufers steht und die Drehung vom Antriebsring deswegen nicht mehr übertragen
kann.
[0017] Die Trägerpartie kann auch ein steuerbares Betätigungselement z.B. einen Kipphebel
aufweisen, um ein vom Bedienungsläufer getragenes Arbeitselement zu betätigen (z.B.
eine Klemmvorrichtung zu öffnen bzw. zu schliessen), wenn der Bedienungsläufer in
einer vorbestimmten Position gegenüber der Trägerpartie liegt.
[0018] Weitere wichtige und vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind den weiteren Ansprüchen zu entnehmen,
die oben nicht ausdrücklich gewürdigt sind.
[0019] Insgesamt ergibt sich mit den hier dargelegten Maßnahmen ein sehr hoher Ansetzerfolg
beim Anwickeln, wobei die verwendeten Hilfsmittel von einfachem Aufbau sind.
[0020] Einzelheiten und weitere Vorteile der Erfindung werden nachfolgend anhand von bevorzugten
Ausführungsbeispielen mit Hilfe der Zeichnungen näher erläutert. Die gewählten Ausführungsbeispiele
sollen dabei das Prinzip der Erfindung zeigen. Die Erfindung ist nicht auf die gezeigten
Beispiele beschränkt. Die Figuren zeigen schematisch:
Fig. 1 einen Bedienroboter,
Fig. 2 ein vereinfachtes Anwickelgerät in Unteransicht und
Fig. 3 in teilweise geschnittener Seitenansicht,
Fig. 4 eine Draufsicht auf ein Ende des Anwickelgerätes nach Fig. 2,
Fig. 5 eine Seitenansicht auf den Teilbereich einer Hülse,
Fig. 6 eine schematische Darstellung, welche der Fig. 1 ähnlich, jedoch nicht identisch
ist zur weiteren Erläuterung der Zusammenarbeit eines Bedienungsroboters mit einem
Bedienungsgerät gemäß dieser Erfindung,
Fig. 7 eine schematische Darstellung einer Steuerung für das Bedienungsgerät der Fig.
6,
Fig. 8 eine Draufsicht des Bedienungsgerätes der Fig. 7 in seiner Arbeitsposition
an einer Spindel,
Fig. 9 eine Ansicht in der Längsrichtung der Ringspinnmaschine gesehen mit dem Bedienungsgerät
in eine erste Arbeitsstellung,
Fig. 10 eine Draufsicht in Richtung des Pfeils A der Fig. 9 mit einem Bedienungsläufer
des Gerätes in einer Bereitschaftsstellung,
Fig. 11 eine ähnliche Draufsicht, nachdem der Bedienungsläufer begonnen hat, sich
aus der Bereitschaftsstellung zu bewegen,
Fig. 12 eine Seitenansicht entsprechend Fig. 9 mit dem Bedienungsgerät in einer zweiten
Arbeitsstellung,
Fig. 13 eine Draufsicht in Richtung des Pfeils A in Fig. 12 mit dem Bedienungsläufer
wieder in seiner Bereitschaftsstellung,
Fig. 14 eine Draufsicht entsprechend Fig. 13 mit dem Bedienungsgerät in einer zurückgezogenen
Position und mit einem vorverschobenen Fadenumlenkorgan,
Fig. 15 eine schematische, perspektivische Darstellung eines Kops und Ringläufers
zur Erklärung der Anforderungen beim Einfädeln des Fadens mit dem Ringläufer,
Fig. 16 eine Draufsicht entsprechend Fig. 14, aber nach Verschiebung von einem der
Fadenführungselemente,
Fig. 17 eine Draufsicht entsprechend Fig. 14, aber mit dem Bedienungsgerät wieder
in seiner zweiten Arbeitsstellung,
Fig. 18 eine Seitenansicht in Längsrichtung der Maschine mit dem Bedienungsgerät in
einer dritten Arbeitsstellung, und
Fig. 19 eine Draufsicht in Richtung des Pfeils A der Fig. 18 nach nochmaliger Verschiebung
von einem der Fadenführungselemente.
[0021] Ein Bedienroboter 2 ist entlang einer Ringbank 3 einer Spinnmaschine verfahrbar und
positioniert sich auf ein entsprechendes Signal hin automatisch an einer bestimmten
Spinnstelle, z.B. zur Behebung eines Fadenbruches. Der Roboter 2 enthält z.B. eine
Vorratsspule 5 für einen Hilfsfaden 6, ein Lieferwerk 7 zum Abziehen des Hilfsfadens
6 von der Vorratsspule 5, ein Schneidegerät 9, ein Anwickelgerät 12, welches mittels
z.B. einer Gewindespindel 13 in Z-Richtung höhenverstellbar und mittels eines Zahn-
oder eines Reibrades 14 in X-Richtung horizontal linear verschiebbar ist. Ferner ist
ein Saugrohr 15 vorgesehen, das durch einen Schlauch 19 mit einer Unterdruckquelle
20 verbunden ist. Das Saugrohr 15 ist zur Aufnahme eines Fadenabschnitts ausgebildet;
es ist unter dem Einfluss einer Steuerung dreidimensional bewegbar bzw. positionierbar.
[0022] Das Anwickelgerät 12 weist eine Halterung 26 auf, welche eine lamellenartige Form
besitzt und in X-Richtung gemäss Fig. 2 verschiebbar ist. In der Halterung 26 ist
ein Anwickelring 27 rotierbar gelagert. Der Anwickelring weist im Beispiel eine genügend
grosse Durchführung 29 auf, so dass er sich seitlich über die Garnhülse bzw. über
den Garnkörper schieben lässt, wie dies später erläutert wird. Der Anwickelring 27
kann aber auch geschlossen ausgebildet sein, so dass er gemäss einem alternativen
Ausführungsbeispiel axial über die Garnhülse geschoben werden kann. Unterhalb der
Halterung 26 besitzt der Anwickelring 27 einen Zahnkranz 30, der über Zwischenräder
33A und 33B mit einem Motorantrieb 34 gekuppelt ist, wie aus Fig. 3 ersichtlich ist.
Auf der Unterseite des Ringes 27 ist ein gesteuertes Faden-Klemmittel, z.B. ein pneumatisch
betätigbarer Klemmzapfen 35, angebracht.
[0023] Als Vorbereitungsschritt für den eigentlichen Anwickelvorgang des Bedienroboters
wird ein Hilfsfadenstück 6.1 einer bestimmten Länge, im Beispiel etwa 150 cm, in das
Rohr 15 eingesaugt. Dies erfolgt durch Aktivierung des Lieferwerks 7 bei einer bestimmten
Positionierung des Saugrohres 15, z.B. in Position P.1 gemäss Fig. 4. Durch geeignete
Steuermittel wird das Lieferwerk 7 abgestellt, sobald sich die gewünschte Hilfsfadenlänge
im Rohr 15 befindet, z.B. wenn der Hilfsfadenanfang 6.3 einen Fadensensor 36 am hinteren
Bereich des Saugrohres 15 erreicht.
[0024] Die Mündung des Saugrohres 15 macht nunmehr eine Pendelbewegung in den inneren Bereich
des Anwickelringes 27, z.B. längs der in Fig. 4 angedeuteten Bahn 39 in die Position
P.2. Dabei wird der Hilfsfaden vor den geöffneten Klemmzapfen 35 an der Unterseite
des Anwickelringes 27 gelegt. Anschliessend wird das Saugrohr 15 wieder zurück, um
den immer noch geöffneten Klemmzapfen 35 herum, in die Ausgangsposition P.1 geführt.
Der Klemmzapfen 35 wird dabei vom Hilfsfaden wenigstens teilweise, im Beispiel um
ca. 180 Grad, umschlungen. Jetzt wird der Klemmzapfen 35 z.B. durch Aktivieren der
Pneumatik geschlossen, so dass er den Hilfsfaden 6 fest eingeklemmt hält. Nun trennt
das Schneidegerät 9 den Hilfsfaden 6 von der Zuführung ab, so dass ein Hilfsfadenende
6.2 entsteht. Für die weiteren Verfahrensschritte wird mit der entstandenen definierten
Hilfsfadenlänge gearbeitet. Der Hilfsfadenanfang 6.3 befindet sich nach wie vor im
Saugrohr 15. Der Hilfsfaden wird im Saugrohr 15 durch die Saugwirkung unter leichtem
Zug gegenüber dem Klemmzapfen 35 gehalten. Mit der Mündung des Saugrohres 15 erfolgt
die gesteuerte Führung des elastisch im Saugrohr rückgehaltenen Hilfsfadens.
[0025] Zur Vorbereitung der nächsten Verfahrensschritte wird die Hülse 40 durch geeignete
Massnahmen, z.B. durch Betätigung der in den Figuren nicht im einzelnen dargestellten
Spindelbremsel bis zum Stillstand abgebremst. Anschliessend wird die Bremse wieder
gelöst, so dass die Hülse 40 mit ihrem Hülsenträger zwar stillsteht, aber frei drehbar
wird. Nun wird die Halterung 26 durch das Zahn- bzw. Reibrad 14 in X-Richtung linear
in den Bereich zwischen der Ringbank 3 und dem Fadenballonring 41 zur Hülse 40 hin
bewegt, bis der Ring 27 koaxial zur Drehachse der Hülse 40 steht. Befindet sich bereits
ein Garnkörper auf der Hülse, wird die Anwickelvorrichtung in einer derartigen Z-Position
geführt, dass der Anwickelring 27 um einen bestimmten Betrag oberhalb des Garnkörpers
zu stehen kommt. Die Linearbewegung in X- Richtung kann durch einen von einer zentralen
Ablaufsteuerung des Bedienroboters gesteuerten Linearmotor oder durch einen Schrittmotor
erfolgen, wie dies schematisch durch das Zahn- oder Reibrad 14 angedeutet ist.
[0026] Das Saugrohr 15 wird mit dem Hilfsfaden durch die Servosteuerung in eine untere
Anwickelposition P.4, z.B. innerhalb des Bereiches der Ringbankbewegung geführt,
wie dies schematisch in Fig. 5 dargestellt ist. Durch Aktivierung des Antriebes 34
wird jetzt der Ring 27 zu einer definierten Anzahl Umdrehungen veranlasst. Er windet
damit das am Klemmzapfen 35 gehaltene Hilfsfadenende 6.2 um die Hülse 40 bzw. um
deren Garnkörper. Bei diesem Wickelvorgang wird der Hilfsfaden 6 zunehmend aus dem
rückhaltenden Saugrohr 15 elastisch nachgezogen.
[0027] Nach einer bestimmten geringen Anzahl von Windungen, bestimmt z.B. durch die Anzahl
von Umdrehungen des Antriebs 34, wird die Reibung des Hilfsfadens 6 auf der Hülse
40 so gross, dass der Hilfsfaden die Hülse 40 packt, sie zum Mitdrehen zwingt und
anschliessend die mitdrehende Hülse selbst das Aufwickeln eines weiteren Stück des
Hilfsfadens 6 aus dem Saugrohr 15 übernimmt. Nach Uebernahme einer bestimmten Hilfsfadenlänge
aus dem Saugrohr 15 wird die Hülse 40 z.B. über die maschineneigene oder eine mit
dem Bedienroboter verbundene Spindelbremse zum Stillstand abgebremst, so dass einerseits
das Verbleiben einer Rest-Hilfsfadenlänge im Saugrohr gewährleistet ist und andererseits
der angewickelte Hilfsfaden nicht wieder vom Garnkörper abgezogen werden kann, z.B.
in einem anschliessenden Einfädelvorgang.
[0028] Das beschriebene Anschleppen der Hülse 40 durch den Hilfsfaden 6 und die anschliessende
Uebernahme der Anwickel-Antriebsfunktion durch die Hülse selbst stellt den entscheidenden
Verfahrensschritt dar, mit welchem das Anwickeln des Hilfsfadens mit Unterstützung
der beschriebenen Hilfsmittel zur Fadenführung praktisch sichergestellt wird. Es müssen
keine Hilfskriterien beigezogen werden, um festzustellen, dass der Faden angewickelt
ist. Vielmehr wickelt sich die Hülse im entscheidenden Moment im Verlauf eines klar
definierten Anwickelvorganges den Hilfsfaden mit hoher Sicherheit selbst auf.
[0029] Anhand von Fig. 4 werden noch einmal die verschiedenen Schritte während des Anwickelvorganges
für das beschriebene Beispiel gezeigt. Zu Beginn des eigentlichen Anwickelns befindet
sich das Ende des Saugrohrs 15 z.B. etwa 15 mm unterhalb des Klemmzapfens 35. Es
liegt im Beispiel bereits innerhalb des Bereiches der Hubhöhe der Ringbank 3. Beim
Anfang des Anwickelvorganges liegt das Hilfsfadenende 6.2 etwas schräg gemäss der
Position P.3. Es kommt nach einigen Windungen automatisch in die etwa horizontale
untere Anwickelposition p.4 und damit, sofern vorhanden, auf den Wickelkonus eines
Garnkörpers 43.
[0030] In einem eventuellen zusätzlichen Verfahrensschritt können der Anwickelring 27 mit
dem Klemmzapfen 35 und evtl. auch das Saugrohr 15 etwas nach oben geführt werden,
so dass die Erstwindung 42 zusätzlich überwickelt und damit abgebunden wird. Durch
dieses Abbinden erhält das Hilfsfadenende besonders auf einer blanken, glatten Hülse
zusätzlichen Halt.
[0031] Wie aus der grundsätzlichen Darstellung des Anwickelvorganges hervorgeht, ist die
Position der Anwicklung auf dem Garnträger beliebig. Nach dem Doffen kann auf der
leeren Hülse unten angewickelt werden; nach einem Fadenbruch kann an den Garnkörper
angewickelt werden; oder es kann sogar eine Fadenreserve ausserhalb des Garnkörperbereiches
gebildet werden.
[0032] In einem nächsten Verfahrensschritt wird das Hilfsfadenende 6.2 aus dem Klemmzapfen
35 gelöst. Dies geschieht z.B. durch Lösen der pneumatischen Klemmvorrichtung oder
bei sich noch drehendem Anwickelring 27 durch gesteuertes Betätigen der Spindelbremse,
wodurch die Spindel mit der Hülse 40 angehalten wird. Die entstehende Spannung reisst
das Hilfsfadenende 6.2 aus der Klemmvorrichtung heraus. Daraufhin wird auch die Drehbewegung
des Anwickelrings 27 angehalten.
[0033] Das Abtrennen des Hilfsfadenendes kann grundsätzlich durch eine beliebige Relativbewegung
zwischen dem Klemmzapfen 35 und der Hülse 40 bzw. durch zeitliche Staffelung beim
Ab bremsen der Hülse 40 oder des Ringes 27 erfolgen. Eine vom oben dargestellten
Beispiel abweichende Lösung besteht darin, zuerst den Ring 27 und somit den Klemmzapfen
35 anzuhalten, so dass nach dem Abreissen des Hilfsfadenendes 6.2 beim Weiterdrehen
der Hülse 40 noch zusätzliche Windungen aus dem Saugrohr 15 auf die Hülse 40 angebracht
werden und das restliche Stück des Hilfsfadenendes 6.2 vollständig im Garnkörper eingebunden
wird. Auch kann das Hilfsfadenende 6.2 durch eine ruckartige lineare Bewegung des
Anwickelgerätes 12 aus dem Klemmzapfen 35 gerissen werden.
[0034] Das Abtrennen des Hilfsfadens kann auch nach einem hier nicht im einzelnen dargestellten
Einfädelvorgang in Fadenführungselemente vorgenommen werden. Es wird damit sichergestellt,
dass das vom Klemmittel 35 festgehaltene Hilfsfadenende ein weiteres Drehen des Garnträgers
und damit ein Abwickeln vom Garnträger verhindert.
[0035] Durch den Bedienroboter 2 kann anschliessend der Hilfsfadenanfang 6.3 aus dem Saugrohr
15 der Spinnstelle bzw. den verschiedenen Fadenführungselementen zugeführt und an
den laufenden Faserstrom angesetzt werden. Diese Arbeitsgänge gehören nicht mehr zum
eigentlichen Anwickelvorgang und werden hier nicht weiter beschrieben.
[0036] Der Hilfsfadenspeicher gemäss dem oben gezeigten Beispiel ist als Saugrohr 15 ausgebildet,
welches ein elastisches Rückhalten des Hilfsfadens gegen die Zugkraft bewirkt, die
vom Klemmzapfen 35 ausgeht. Der Hilfsfadenspeicher kann aber auch eine andere, für
den beschriebenen Zweck geeignete Ausbildung aufweisen.
[0037] Die zentrale Ablaufsteuerung der beschriebenen Verfahrensschritte erfolgt im Beispiel
über ein prozessorgesteuertes programmierbares Steuergerät, welches im Bedienroboter
untergebracht ist und einen automatischen Betrieb gewährleistet, wobei bestimmte
Abläufe, wie die Synchronisierung mit Abläufen auf der Spinnmaschine oder das Auslösen
der Spindelbremsen, über Schnittstellen zur Maschinensteuerung erfolgt. Es sind aber
auch andere geeignete Formen der Ablaufsteuerung mit verfügbaren Mitteln realisierbar.
[0038] Ein entscheidender Vorteil der beschriebenen Anwickelvorrichtung besteht darin,
dass Hilfsfadenanfang und -ende durch Bauteile gehalten werden, deren Positionen eindeutig
bestimmt sind. Der zwischen zwei "Greifern" elastisch eingespannte Hilfsfaden lässt
sich auf diese Weise dreidimensional manipulieren, so dass der Anwickelort auf der
Hülse 40, ferner die Art der Wickelbildung sowie auch die Länge des anzuwickelnden
Hilfsfadens vom Bedienungsgerät aus, z.B. durch Programmvorgaben, steuerbar sind.
Unter diesen Voraussetzungen lässt sich das zuvor beschriebene Anwickeln unter Ausnutzung
einer Anschleppwirkung durch die Garnhülse oder den Garnkörper selbst mit hoher Zuverlässigkeit
sicherstel len. Der Anwickelvorgang wird in einem klar definierten Bewegungsablauf
gesteuert, der nicht mehr von Zufälligkeiten beeinflusst wird, wie dies z.B. beim
Anblasen eines freien Hilfsfadenendes an den Garnkörper gemäss dem Stand der Technik
der Fall war.
[0039] Mit Hilfe des beschriebenen Anwickelverfahrens und der Anwickelvorrichtung ergeben
sich ferner wesentliche Vorteile beim Anwickeln nach dem Doffen. Das Anwickeln der
leeren Hülsen kann robotergesteuert erfolgen, wobei eine besonders hohe Zuverlässigkeit
des Anwickelvorganges erreicht wird. Ferner kann auch ein Partienwechsel vollautomatisch
erfolgen, unter Vermeidung des bisher zeit- und personal-intensiven manuellen Anwickelns.
[0040] Der Bedienungsroboter der Figur 6 kann mit einem Handhabungsgerät gemäss einer weiteren
schweizerischen Patentanmeldung ("Schwesteranmeldung") des gleichen Anmelders mit
dem Titel "Handhabungsgerät zum Garnansetzen" versehen sein, welche Anmeldung am
gleichen Tag wie diese Anmeldung eingereicht wird. Figur 1 dieser Anmeldung entspricht
weitgehend Figur 6 von der genannten Schwesteranmeldung und soweit als möglich weisen
die gleichen Bezugszeichen auf die gleichen Teile in beiden Anmeldungen. Die von diesen
beiden Anmeldungen gezeigten und beanspruchten Vorrichtungen und Geräte dienen auch
zur Ausführung des im Zusammenhang mit den Fig. 1 bis 5 erläuterten Verfahrens. Die
Kombination der verschiedenen Aspekte sowohl des Verfahrens als auch der Vorrichtungen
ist aber nicht zwingend.
[0041] Figur 6 und 7 sind rein schematische Darstellungen zur Erläuterung des allgemeinen
Prinzipes ohne Beziehung zu einer praktischen Ausführung.
[0042] In Figur 6 deutet das Bezugszeichen 100 auf das Fahrgestell des Bedienungsroboters
zur Bedienung von Spinnstellen einer Ringspinnmaschine. Jede solche Spinnstelle enthält
ein Aggregat 101 zur Erteilung von Drehung und zur Aufwindung vom Garn; dieses Aggregat
101 umfasst hier eine Spindel 102, einen von einer Ringbank 104 getragenen Spinnring
106 und einen auf den Spinnring 106 montierten Läufer 108. Das Fahrgestell 100 läuft
einer Maschinenseite entlang auf von einer Führungsschiene 103 geführten Fahrräder
105. Ein Stützarm 107 trägt eine Führungsrolle 109, welche in einer weiteren von der
Maschine getragenen Führungsschiene 113 läuft und das Fahrgestell 100 in einer vorbestimmten
Stellung gegenüber der Maschine hält. Die Führungsschiene 113 ist durch eine geeignete
Halterung 115 auf dem Maschinengestell (nicht gezeigt) montiert.
[0043] Zur Ausführung von Bedienungsarbeiten an einer Spinnstelle umfasst der Bedienungsroboter
sowohl ein Anwikkelgerät 150, welches nachfolgend noch näher erläutert werden sollte,
als auch ein Handhabungsgerät 124, welches in der vorerwähnten Schwesteranmeldung
ausführlich beschrieben und daher in dieser Anmeldung nur skizzenhaft behandelt worden
ist. Das Handhabungsgerät 124 umfasst nämlich ein Saugrohr 134 zur Aufnahme einer
vorbestimmten Fadenlänge (nicht gezeigt) mit einem Mündungsteil 136 und einem Anschluss
138 an einer vom Fahrgestell 100 getragenen Unterdruckquelle 132. Der Mündungsteil
136 vom Saugrohr 134 kann von einem steuerbaren Gelenksystem 140 (nur schematisch
angedeutet) gegenüber dem Fahrgestell 100 bewegt werden.
[0044] Nach Positionierung des Roboters an einer Spinnstelle wird der Mündungsteil 136 an
eine Lieferstelle 128 zur Aufnahme von Faden 144 aus einem vom Fahrgestell 100 getragenen
Fadenvorrat 122 gebracht. Dabei wird der Faden von einem auf dem Fahrgestell 100 montierten
Lieferwerk 126 über die Lieferstelle 128 in das Saugrohr 134 geliefert, bis dieses
Rohr eine vorbestimmte Fadenlänge aufgenommen hat. Das Gelenksystem 140 des Handhabungsgerätes
wird dann betätigt, um eine "Verbindung" mit dem Anwickelgerät 150 zu verwirklichen.
Diese "Verbindung" wird nachfolgend noch näher beschrieben werden ist aber auch bereits
im Zusammenhang mit den Fig. 1-5 behandelt worden. Nachdem diese Verbindung verwirklicht
worden ist, wird der Faden 144 zwischen dem Lieferwerk 126 und dem Anwikkelgerät 150
getrennt (Trennmittel nicht gezeigt), so dass die aufgenommene Fadenlänge nun durch
das Handhabungsgerät 124 und Anwickelgerät 150 unabhängig vom Vorrat 122 gemäss einem
vorbestimmten Steuerungsprogramm manipuliert werden kann.
[0045] Die schematische Darstellung in Figur 6 ist zum identifizieren der verschiedenen
Teile günstig, indem diese Teile weit voneinander gezeigt worden sind. Die Darstellung
ist aber unrealistisch, insofern als der Mündungsteil 136 und das Anwickelgerät 150
dicht nebeneinander geführt werden müssen, nachdem sie über die "Mantellinie" 117
der Maschine in eine einzelnen Spinnstelle eingedrungen sind. Zum Fahren hingegen
können sowohl das Handhabungsgerät 124 als auch das Anwickelgerät 150 in das Fahrgestell
100 zurückgezogen werden, so dass der Roboter beim Fahren der Maschine entlang (mit
Ausnahme des Führungssystems 107, 109) einen klaren Abstand L gegenüber der Mantellinie
117 aufweist. Daraus folgt, dass das Anwickelgerät 150 in einer Richtung (die "X-Richtung")
quer zur senkrechten Längsachse der Spindel 102 bewegbar sein muss. Ausserdem muss
das Gerät in eine Richtung (der "Z-Richtung") der Spindelachse entlang bewegbar sein
wie aus der nachfolgenden Beschreibung klar wird.
[0046] Figur 7 zeigt schematisch ein Antriebssystem zum Bewegen des Anwickelgerätes 150
sowohl in der X- wie auch in der Z-Richtung. Im System gemäss Figur 7 ist das Gerät
150 auf der Kolbenstange 200 einer Kolben-Zylinder-Einheit 202 montiert. Durch die
Speisung von Druckluft aus einer geeigneten Quelle (nicht gezeigt) an den Zylinder
wird der Kolben aus seiner zurückgezogenen Position nach rechts gemäss der Seitenansicht
in Figur 2 gegen die Spindel 102 gedrückt. Diese Bewegung wird durch einen geeigneten
Anschlag (nicht gezeigt) begrenzt, um das Anwickelgerät 150 in eine geeignete noch
zu beschreibende Arbeitsstellung gegenüber der Spindel 102 zu halten. Bei Aufhebung
der Druckluftspeisung an die Einheit 202 wird das Gerät 150 aus seiner Arbeitsstellung
in eine zurückgezogene Position zurückkehren.
[0047] Die Einheit 202 ist auf einem Schlitten 186 montiert, welcher seinerseits über einem
Träger 184 auf eine Gewindespindel 196 montiert ist. Spindel 196 ist im Fahrgestell
100 senkrecht (d.h. im wesentlichen parallel zur Längsachse der Spindel 102) montiert
und an einem Ende mit einem Antriebsmotor 204 gekoppelt. Beim Drehen der Motorwelle
(nicht gezeigt) wird die Spindel 196 um die eigene Längsachse gedreht, um den Schlitten
186 in der Z-Richtung (auf oder ab) zu bewegen. Der Antriebsmotor 204 wird dabei von
einem Mikroprozessor mit einer geeigneten Programmierung (Software) gesteuert; um
das Steuerungsverfahren aber bildlich darzustellen, wird das Steuerungsprogramm schematisch
durch Regelkreise bzw. einen Steuerungskasten angedeutet. In einem ersten Zustand
wird der Motor 204 von einem Sensor 206 über einen ersten Regler 208, in einem zweiten
Zustand von dem gleichem Sensor 206 über einen zweiten Regler 210 und in einem dritten
Zustand von einer Steuerung 212 gesteuert.
[0048] Der Sensor 206 reagiert auf die Position der Ringbank 104, um den Schlitten 186 mit
dem Anwickelgerät 150 entsprechend in der Z-Richtung zu positionieren. Dabei wird
das vom Sensor 206 abgegebene Signal während der Fahrt des Roboters über das Schaltmittel
214 an den ersten Regler 208 geliefert und während einer bestimmten Phase der Bedienungsarbeiten
(wie nachfolgend näher erläutert wird) durch Umschaltung vom Schaltmittel 214 an
den zweiten Regler 210 geliefert. Die Steuerung 212 steuert den Antriebsmotor 204
wenn die Position des Schlittens 186 unabhängig von der Ringbankposition gesteuert
werden muss, z.B. bei der Aufnahme vom Hilfsfaden an der Lieferstelle 128 (Figur 6).
[0049] Bevor auf den Arbeitsablauf und die entsprechende Steuerung eingegangen wird, sollte
zuerst anhand der Figur 8 den Arbeitskopf des Anwickelgerätes 150 näher erläutert
werden.
[0050] Die einzelnen Spinnstellen einer Ringspinnmaschine werden in Längsrichtung der Maschine
durch sogenannte Separatoren 194 voneinander abgeschirmt. Der in Figur 8 gezeigte
Arbeitskopf umfasst eine Trägerpartie 220, die ausserhalb des von den Separatoren
194 definierten Spinnstellenraumes bleibt und einen C-förmigen Teil 222, der in allen
Arbeitsstellungen des Anwickelgerätes 150 in den Raum der zu bedienenden Spinnstelle
hineinrägt. Der C-förmige Teil 22 umzingelt (zum Teil) einen C-förmigen Bedienungsläufer
224 und bildet für den Bedienungsläufer einer Führung in der Form einer Laufbahn 226.
Diese zwei C-förmigen Teile 222, 224 haben eine gemeinsame Achse P, die in allen Arbeitsstellungen
des Anwickelgerätes mit der Längsachse der Spindel 102 fluchtet oder in der Nähe der
Spindelachse und ungefähr parallel dazu liegt. Der Bedienungsläufer 224 ist in der
Laufbahn 226 um die Achse P gegenüber dem C-förmigen Teil 222 drehbar. Zu diesem Zweck
ist der Bedienungsläufer 224 mit einem Zahnkranz 228 (gestrichelt angedeutet) versehen
und dieser Zahnkranz kämmt mit zwei gezähnten Rollen 230. Die Rollen 230 ihrerseits
kämmen mit dem Zahnkranz eine Antriebsscheibe 232, die in der Trägerpartie 220 drehbar
montiert ist und durch einen geeigneten Antriebsmotor 234 in Drehung versetzt werden
kann.
[0051] Um das Gerät 150 in eine Arbeitsstellung an einer Spindel 102 durch Bewegung in der
X-Richtung (Figur 7) aus einer zurückgezogenen Position zuzustellen (ohne dabei vorerst
das Gerät oberhalb der Spindelspitze bewegen zu müssen) muss die Oeffnung 236 des
Bedienungsläufers bzw. des Anwickelrings 224 mit der Öffnung 238 der C-förmigen Halterung
222 ausgerichtet sein. Der Bedienungsläufer 224 ist daher mit einer geeigneten Markierung
(nicht gezeigt) versehen und der C-förmige Teil 222 trägt einen Sensor 240, welcher
auf diese Markierung reagiert, um diese "Bereitschaftsstellung" des Bedienungsläufers
224 gegenüber seiner Halterung 222 an die Steuerung (nicht gezeigt) für den Motor
234 anzuzeigen.
[0052] Die dadurch gebildete Zugangsöffnung 240 ist weit genug, um die Spindel 102 und eine
davon getragene Hülse 112 (Figur 9, in Figur 8 nicht angedeutet) aufzunehmen, nicht
aber einen auf der Hülse 112 gebildeten Kops 116 (Figur 9). Die Zustellung des Anwickelgerätes
150 an die Spindel 102 muss daher auf eine Höhe (der Spindelachse entlang) erfolgen,
welche oberhalb der momentan höchsten Aufwindestellung des Spinnringes 106. (Figur
9) liegt. Der Abstand zwischen der Uebertragungsrollen 230 in der Umfangsrichtung
des Bedienungsläufers 224 wird derart gewählt, dass wenn die eine Rolle 230 wegen
der von der Zugangsöffnung 240 verursachten Diskontinuität nicht mehr mit dem Zahnkranz
228 kämmt, bleibt die Uebertragung der Antriebskräfte von der Scheibe 232 über die
anderen Rollen an den Bedienungsläufer 224 gewährleistet.
[0053] Der Bedienungsläufer 224 trägt zwei Arbeitselemente 242, 244. Das Element 242 umfasst
einen Stift, der senkrecht durch eine geeignete Bohrung im Bedienungsläufer 224 hindurchläuft
und an der Unterseite des Läufers 224 mit einem Klemmkopf 246 versehen ist. Der Stift
ist durch eine geeignete Federbelastung (nicht gezeigt) nach oben gedrückt, um den
Klemmkopf 246 in eine der Unterseite des Bedienungsläufers berührenden Klemmposition
zu halten. Wenn der Bedienungsläufer 224 in seiner Bereitschaftsstellung positioniert
ist, kann diese Klemmvorrichtung durch eine auf der Trägerpartie 220 montierten Betätigungsmechanismus
248 geöffnet werden. Dieser Mechanismus umfasst einen Kipphebel 250 mit einem Kopf
252, der gerade oberhalb des Stiftes liegt, wenn der Bedienungsläufer 224 in seiner
Bereitschaftsstellung steht (Figur 8 und 9). Durch Kippen des Hebels 250 (z.B. durch
eine nicht gezeigte pneumatische Vorrichtung auf der Trägerpartie 20) im Uhrzeigersinn
gemäss Figur 9 kann der Kopf 242 vorerst in Berührung mit dem Stift gebracht werden
und nachher weiterbewegt werden, um den Stift mit dem Klemmkopf 246 gegen die Federbelastung
nach unten zu drücken.
[0054] Vor der schon erwähnten Aufnahme des Hilfsfadens wird also das Gerät 150 in der Nähe
der Lieferstelle 128 durch die Betätigung des Motors 204 (Figur 7) durch die Steuerung
212 gebracht, wobei der Bedienungsläufer 224 in seiner Bereitschaftsstellung gegenüber
dem Teil 222 gehalten wird. Durch geeignete Bewegungen des Mündungsteils 136 wie
im Zusammenhang mit den Fig. 1 bis 5 erläutert und die Oeffnung der Klemmvorrichtung
durch den Betätigungsmechanismus 248 wird ein sich zwischen den Mündungsteil 136
und der Lieferstelle 128 erstreckende Hilfsfaden in die Klemmvorrichtung bewegt und
druch Freigabe des Mechanismus 248 mit dem Bedienungsläufer 224 durch Klemmung verbunden.
Nach Trennung des Hilfsfadens vom Vorrat 122 bildet nun das Anwickelgerät 150 und
das Handhabungsgerät 124 zusammen ein Ansetzaggregat, welches den gespeicherten Hilfsfaden
zuerst mit den Aufwindeaggregat 101 verbinden kann, nachher mit den Fadenführungselementen
der Spinnstelle einfädelt und schlussendlich mit einem von einem Streckwerk (nicht
gezeigt) gelieferten Vorgarn ansetzt.
[0055] Das zweite Arbeitselement 244 ist ein flexibles Element z.B. eine Bürste zum Streifen
der nach oben gerichteten Oberfläche des Ringes 106. Dieses Element wird zum Bewegen
des Läufers 108 auf dem Spinnring 106 gebraucht wie nachfolgend näher beschrieben.
[0056] Nachdem an der Lieferstelle 128 eine Hilfsfadenlänge vom Saugrohr 134 aufgenommen
wurde und mit dem Bedienungsläufer 224 verbunden worden ist, wird der Schlitten
186 nach oben durch Betätigung des Motors 204 bewegt, um das Gerät 150 in eine vorbestimmte
Stellung gegenüber den momentan obersten Windungen W (Figure 9) des Kopses zu bringen.
Zu diesem Zweck wird während der Fahrt des Roboters die höchste Stellung der Ringbank
104 abgetastet und gespeichert, so dass der Regler 208 in der Lage ist, der Schlitten
186 sofort auf die geeignete Arbeitshöhe (der Gewindespindel 196 entlang) nach Verlassen
der Lieferstelle 128 zu bringen. Wenn der Schlitten 186 die Arbeitshöhe erreicht hat,
wird die Einheit 202 betätigt, um das Gerät 150 gegen die Spindel 102 in die erste
Arbeitsstellung (Figur 9) zu bewegen.
[0057] In dieser ersten Arbeitsstellung liegt die vom Klemmkopf 246 und Bedienungsläufer
224 gebildete Klemmebene mit einem vorbestimmten Abstand (nicht gezeigt) oberhalb
der obersten Windungen W des Kopses. In Figur 9 wird angenommen, der Kops sei fast
fertig, so dass die obersten Windungen W in diesem Fall nahe an dem oberen Ende E
der Hülse 112 liegen. Ein Fadenbruch kann aber schon in der ersten Phase der Kopsbildung
geschehen, so dass die erste Arbeitsstellung dann viel weiter nach unten gegenüber
der Spindel 102 und Hülse 112 liegen würde. Bei einem Fadenbruch während eines Doffvorganges
kann es sogar vorkommen, dass mit der Kopsbildung in der entsprechenden Spinnstelle
überhaupt nicht begonnen wird, so dass der Hilfsfaden mit der "nackten" Hülse verbunden
werden muss. Die richtige erste Arbeitsstelle kann trotzdem gegenüber die obersten
Stellung der Ringbank 104 während ihrer Changierbewegung bestimmt werden.
[0058] Wie aus Figur 10 ersichtlich ist, wird während dieser Zustellungsbewegung der Bedienungsläufer
224 in seiner Bereitschaftsstellung gehalten, so dass die Zugangsöffnung 240 zur
Aufnahme der Spindel 102 und Hülse 112 vorhanden ist. Der Mündungsteil 136 wird dabei
in einer entsprechenden Arbeitsstelle gebracht, so dass die Mündung M (Figur 9) mit
einem noch zu beschreibenden Abstand unterhalb der Klemmebene liegt. Der Hilfsfaden
F erstreckt sich zwischen der Mündung M und dem Klemmkopf 246 mit einer dem senkrechten
Abstand zwischen der Mündung M und der Klemmebene entsprechenden Neigung (voll ausgezogene
Linie in Figur 9).
[0059] Der Motor 234 (Figur 8) wird nun betätigt, um den Bedienungsläufer 224 in seine Laufbahn
226 (Figur 8) im Uhrzeigersinn gemäss Figur 6 um die Achse P zu drehen. Diese Drehung
bewirkt vorerst eine Verkürzung der Distanz zwischen der Mündung M und dem Klemmkopf
246, wobei die "überflüssige" Länge des Fadens F durch die Saugwirkung im Rohr 134
aufgenommen wird. Durch weitere Drehungen des Bedienungsläufers 224 mit Klemmkopf
246 wird der Faden F wieder aus dem Saugrohr 134 gezogen und an die Hülse 112 bzw.
die äusseren Windungen des Kopses 116 gelegt (Figur 11). Dabei läuft die erste Windung
des Fadens F um die Hülse 112 und Kops 116 eine Spirale hinunter, bis der Faden F
in einer die Mündung M beinhaltenden horizontalen Ebene liegt (gestrichelte Linie
in Figur 9). Durch weitere Drehung des Bedienungsläufers 224 werden einige Verbindungswindungen
V (Figur 9) in dieser Ebene gebildet.
[0060] Der vorerwähnte Abstand zwischen der Mündung M und der Klemmebene ist derart gewählt,
dass, falls ein Kops 116 überhaupt vorhanden ist, diese ersten Verbindungswindungen
V unterhalb der obersten Windung W des Kopses liegen. Die Arbeitsstelle der Mündung
M liegt deswegen unterhalb der obersten Stelle der Ringbank 104 während ihrer Changierbewegung,
so dass diese Arbeitsstelle ausserhalb des Bewegungsraumes der Ringbank 104 gehalten
werden muss (siehe Figur 10).
[0061] Es wird offensichtlich sein, dass die ersten Windungen V durch Drehung des Bedienungsläufers
224 sowohl gegenüber der Spindel 102 bzw. Hülse 112 als auch gegenüber der C-förmigen
Halterung 222 gebildet werden. Dabei wird der Faden F direkt durch die Drehung des
Bedienungsläufers 224 aus dem Saugrohr 134 gezogen. Nach der Bildung von nur wenigen
Windungen V wird aber die Seilwirkung zwischen dem Faden F und dem Kops 116 so gross,
dass bei einer stillstehenden Spindel 102 ein schwächerer Faden F zwischen dem Klemmkopf
246 und den Windungen V reissen würde. Um dies zu vermeiden und trotzdem weitere Windungen
V bilden zu können, wird während des Anwickelvorganges die Spindel 102 von ihrem Antrieb
(nicht gezeigt) freigestellt, so dass sie derzeit frei drehbar ist , wie bereits im
Zusammenhang mit den Fig. 1 bis 5 erwähnt.
[0062] Um eine sichere Verbindung zwischen dem Hilfsfaden und der Hülse 112 bzw. Kops 116
zu verwirklichen, ist es ratsam, die ersten Spiralwindungen zu überwinden. Dies erfordert
eine leichte Hebung des Anwickelgerätes 150 in der Richtung des oberen Ende E der
Hülse 112 in einer zweiten Arbeitsstellung (Figur 12). Da die Länge des Fadenstückes
zwischen dem Klemmkopf 246 und den ersten Verbindungswindungen V nicht mehr geändert
werden kann, muss dabei die Spiralform der ersten Windung dieses Fadenstückes um die
Hülse 112 und Kops 116 aufgehoben werden.
[0063] Der Mündungsteil 136 wird auch nach oben bewegt, um weitere Bindungswindungen B (Figur
12) auf der Hülse 112 zu wickeln, wobei diese Windungen B das vorerwähnte Fadenstück
an die Hülse 112 sicher binden. Die Windungen B dienen auch einem anderen Zweck,
der aber erst bei Erklärung einer späteren Phase des Ablaufes klar wird und daher
erst später in dieser Beschreibung behandelt wird. Zur Bildung dieser letzten Bindungen
B muss die Spindel 102 weiterhin frei drehen können und der Faden F muss zwischen
die auf der Hülse gebildeten Bindungen und dem Klemmkopf 246 intakt bleiben. Nachdem
aber diese zweite Anwickelphase vollzogen worden ist, wird die Spindel 102 durch geeignetes
Mittel (nicht gezeigt) gebremst, während sich der Bedienungsläufer 224 weiterläuft.
Der Faden F wird dadurch aus dem Klemmkopf 246 gezogen und bildet ein freies Ende
FA (Figur 13) .
[0064] Der Bedienungsläufer 224 wird nun wieder in seine Bereitschaftsstellung gebracht,
so dass die Zugangsöffnung 240 wieder hergestellt wird (Figur 13). Die Beaufschlagung
der Einheit 202 (Figur 7) mit Druckluft wird nun aufgehoben, so dass das Anwickelgerät
150 zurückgezogen wird (Figur 14). Es gilt nun das Ansetzaggregat zum Einfädeln des
Hilfsfadens F mit dem Ringläufer 108 (Figur 15) vorzubereiten. Es werden vorerst die
verschiedenen Schritte dieses Vorbereitungsablaufes beschrieben werden, bevor die
Gründe für diese Schritte näher erläutert werden. Während des Einfädelns wird die
Winkelstellung der Spindel durch Bremsen festgehalten.
[0065] Als erster Schritt nachdem das Gerät 150 zurückgezogen wurde, wird der Mündungsteil
136 aus seiner zweiten Arbeitsstellung (Figur 12 und Figur 14, voll ausgezogene Linien)
in eine dritte Arbeitsstelle auf der anderen Seite der Spindel 102 und Anwickelgerät
gebracht (gestrichelte Linien in Figur 14). Ein vom Schlitten 186 getragener Schieber
260 wird nun aus einer zurückgezogenen Position (Figur 9 und 12) in eine vorgeschobene
Position (Figur 14 und Figuren 16 bis 19) durch ein geeignetes Betätigungsmittel bewegt
(z.B. durch eine pneumatische Kolben- und Zylindereinheit, nicht gezeigt). Dabei
greift ein V-förmiger Führungsteil 262 (Figur 9, 12 und 18) in die freie Fadenlänge
zwischen der Hülse 112 und dem Mündungsteil 136. Schieber 260 wird soweit vorverschoben,
dass die erwähnte Fadenlänge durch Führungsteil 262 umgelenkt und schliesslich in
einer vorbestimmten Stellung gehalten wird. Diese Stellung wird von einem geeigneten
Endanschlag (nicht gezeigt) für den Schieber 260 bestimmt.
[0066] Der Mündungsteil 136 wird nun nach oben bewegt und dann wieder auf die erste Seite
der Spindel 102 und Anwikkelgerät 150 gebracht (Figur 16). Dabei wird die Mündung
M nach unten verlegt, so dass der Faden F sich unterhalb des Anwickelgerätes 150 verläuft
und zwischen der Mündung M und der Kante einer Führungsfläche FF (Figur 14) auf der
obersten Oberfläche des Schiebers 260 eine vorbestimmte Neigung nach oben (in Figur
11 nicht sichtbar) aufweist. Der Schieber 260 ist mit einer Einschnürung 261 (Figur
14) versehen, um den Faden auf der Fläche FF zu führen. Die Stellung des Mündungsteils
136 ist nun derart weit weg von der Ringbank 104 gewählt, dass der Faden F ausserhalb
des Bewegungsraumes vom Ring 106 liegt (Figur 16). Das Anwickelgerät 150 wird nun
wieder in seine zweite Arbeitsstellung verschoben (Figur 17), wonach die Einfädelvorbereitungsphase
abgeschlossen ist.
[0067] Die Gründe für diesen Ablauf wird aus den Figuren 14, 16 und 17 zusammen mit Figur
15 ersichtlich sein. Figur 15 zeigt schematisch der Kops 116, das Garn G beim normalen
Spinnen und der Läufer 108, wobei die Drehrichtung des Kopses durch den Pfeil R angedeutet
ist. Diese Drehrichtung wird auch durch einen Pfeil auf der Spindel 102 in Figur 14
angedeutet, obwohl die Spindel während der Vorbereitungsphase eigentlich nicht drehen
darf. Um die in Figur 15 angedeuteten Betriebsverhältnisse wiederherzustellen, muss
beim Einfädeln des Hilfsfadens F mit dem Läufer 108 bestimmte geometrische Verhältnisse
herrschen.
[0068] Wenn man die betreffende Spinnstelle in Richtung des Pfeils L (Figur 14,16 und 17)
betrachtet, muss die einzufädelnde Fadenlänge sich von links nach rechts vom Schieber
260 zum Mündungsteil 136 erstrecken. Dazu muss diese Fadenlänge eine leichte Neigung
von oben am Schieber 260 nach unten an der Mündung 136 aufweisen. Diese Neigung α
ist in Figur 18 angedeutet (in dieser Figur ist ein Teil des Kops 116 "weggeschnitten"
worden, um den Führungskopf des Schiebers 260 zu zeigen). Weiter muss der Läufer 108
durch eine Bewegung den Spinring 106 entlang im Uhrzeigersinn gemäss Figur 16 auf
den Faden F aufgeschoben werden. Die zwischen dem Läufer 108 und Mündungsteil 136
erstreckende Hilfsfadenlänge kann dann nach oben hochgezogen werden, um die Lage der
Garnlänge G (Figur 15) zu entsprechen.
[0069] Die vorher beschriebenen Verhältnisse sind von der Drehrichtung der Spindel 102 abhängig,
was wiederum von der Garndrehung (S- oder Z-Drehung) abhängig ist. Die beschriebenen
Verhältnisse sind für ein Garn mit S-Drehung angepasst, was den Produkten der meisten
Spinnereibetriebe entspricht. Bei der Herstellung von Garn mit Z-Drehung müsste der
Schieber 260 auf der anderen Seite der Spindel 102 (nochmals in Richtung des Pfeils
L, in Figur 9, 11 und 12 betrachtet) verlegt werden und die einzufädelnde Fadenlänge
müsste von rechts nach links vom Schieber 260 zum Mündungsteil 136 erstrecken.
[0070] Um die schon beschriebenen Verhältnisse zu erzeugen, muss auf jeden Fall das Gerät
150 in seine zurückgezogene Position bewegt werden, mindestens um die Verlegung
des Mündungsteils 136 zu ermöglichen, nachdem der Faden F mit dem Führungsteil 262
des Schiebers 260 in Berührung gebracht worden ist. Für das Anwickeln spielt es keine
Rolle, ob der Mündungsteil 136 nach links oder nach rechts (in Richtung des Pfeils
L betrachtet) gegenüber dem Anwickelgerät 150 gestellt wird. Die Lage der Klemmstelle
242 in der Umfangsrichtung des Bedienungsläufers 224 spielt in dieser Hinsicht auch
keine grosse Rolle. Vorzugsweise ist aber die Klemmstelle 242 möglichst nah am Trennmittel
(nicht gezeigt) zum Trennen des Fadens zwischen der Klemmstelle und dem Lieferwerk
126 (Figur 6) heranführbar, um ein langes von der Klemmstelle abhängendes Fadenende
zu vermeiden.
[0071] Nachdem die Vorbereitungsphase abgeschlossen ist (Figur 17), wird das Schaltmittel
214 auf den Regler 210 umgeschaltet (Figur 8) und der Motor 204 aktiviert, um den
Schlitten 186 der Gewindespindel 196 entlang nach unten zu bewegen, bis der Sensor
206 die Ringbank 104 "findet". Der Mündungsteil 136 wird dabei entsprechend bewegt,
so dass die schon vorbereiteten Verhältnisse aufrecht erhalten werden. Der Sensor
206 tastet dabei berührungslos nach der Ringbank 104 ab.
[0072] Nachdem der Sensor 206 die Ringbank 104 "gefunden" hat, liefert der Sensor ein Signal
an den Regler 210, um den Motor kontinuierlich in Betrieb zu halten, so dass der Schlitten
186 zusammen mit dem Anwickelgerät 150 die Bewegungen der Ringbank 104 folgt. Dabei
wird die Klemmebene des Bedienungsläufers 224 in einem vorbestimmten Abstand S (Figur
18) oberhalb der nach oben gerichteten Oberfläche der Ringbank 104 erhalten. In dieser
dritten Arbeitsstellung des Anwickelgerätes (an der Ringbank 104) wird das zweite
Arbeitselement (die Bürste) 244 in Berührung mit der nach oben gerichteten Oberfläche
des Ringes 106 gehalten.
[0073] Das Nachfolgen der vertikalen Bewegungen der Ringbank 104 erfolgt berührungslos wie
schon vorher angedeutet und daher ohne Belastung des Ringbankantriebes (nicht gezeigt).
Die Positionierung des Anwickelgerätes 150 in der X-Richtung (Figur 6) um sicherzustellen,
dass die Bürste 244 mit dem Spinnring 106 in Berührung steht, wird aber durch eine
am Gerät 150 montierten Tastrolle 264 bewirkt. Diese Berührung belastet den Ringbankantrieb
nicht.
[0074] Figur 19 zeigt die letzte Bewegung des Einfädelvorgangs, wobei der Bedienungsläufer
224 nochmals im Uhrzeigersinn um die Achse P gedreht wird, um dabei den Läufer 108
(in Figur 19 nicht sichtbar) auch im Uhrzeigersinn dem Spinnring 106 entlang auf
der Fadenlänge zwischen dem Mündungsteil 136 und dem Schieber 260 zu verschieben.
Wie aus einem Vergleich der Figuren 18 und 19 ersichtlich wird, ist vorher der Mündungsteil
136 in Richtung der Ringbank 104 in die in Figur 19 gezeigten Stellung zu bringen
und dabei das einzufädelnde Fadenstück dicht am Spinnring 106 zu legen, wobei die
Neigung α (Figur 19) aufrechterhalten wird.
[0075] Vor der in Figur 19 angedeuteten letzten Bewegung muss auch sichergestellt werden,
dass der Läufer 108 an einer geeigneten Stelle gegenüber dem Spinnring 106 steht,
um von der Bürste 244 in der erwünschten Richtung geschoben werden zu können. Dies
stellt eigentlich vorzugsweise den ersten Arbeitsschritt des ganzen Ablaufes dar und
wird sogar vor dem Holen der Hilfsfadenlänge ausgeführt. Wie schon vorher erwähnt,
wird beim Patrouillieren des Roboters das Anwickelgerät durch das in Figur 8 dargestellte
Steuerungssystem kontinuierlich auf seine "Arbeitshöhe" der Gewindespindel 196 entlang
gehalten. Dazu wird durch den Sensor 206 der obere Umkehrpunkt der Ringbankbewegung
während der Fahrt des Roboters abgetastet und zur Einstellung der Position des Schlittens
186 ausgenutzt.
[0076] Beim Feststellen eines Fadenbruches bzw. nach der Positionierung an der zu bedienenden
Spinnstelle, kann das Gerät sofort an die betreffende Spindel 102 zugestellt werden
(in der ersten Arbeitsstellung, Figur 9) und der Schlitten 186 kann dann nach unten
bewegt werden, um das Gerät an die Ringbank 104 anzudocken (in der dritten Arbeitsstellung,
Figur 18 - wie für das Einfädeln schon beschrieben wurde). Der Bedienungsläufer kann
dann betätigt werden, um den Läufer in eine vorbestimmte Position (z.B. die Position
X in Figur 19) zu stellen, wo er weder die Vorbereitung für das Einfädeln stören noch
davon gestört werden wird.
[0077] Der Motor 204 kann dann nochmals in Gang gesetz werden, um das Gerät von der Ringbank
abzukoppeln und wieder in die erste Arbeitsstellung (Figur 9) zu bringen, so dass
er in den Roboter zum Abholen vom Hilfsfaden von der Lieferstelle 28 zurückgezogen
werden kann. Wie schon durch die "Steuerung" 212 (Figur 7) angedeutet, wird der Motor
204 unabhängig von der Position der Ringbank 104 gesteuert, um den Schlitten z.B.
zum unteren Ende der Spindel 196 und dadurch in die Nähe der Lieferstelle 28 zu bringen.
Wie auch schon erwähnt, ist die "Arbeitshöhe" (die Höhe der ersten Arbeitsstellung
der Spindel 102 entlang) aber gespeichert, so dass nach Aufnahme des Hilfsfadens
das Ansetzaggregat (Anwickelgerät 150 und Handhabungsgerät 124) sofort wieder auf
die Arbeitshöhe gebracht werden kann. Der schon beschriebene Ablauf kann dann durchgeführt
werden.
[0078] Die in Figur 19 angedeutete Bewegung des Bedienungsläufers 224 umfasst eine volle
Umdrehung dieses Organs, so dass die Bürste 244 über die sich zwischen der Hülse 112
und dem Schieber 260 erstreckende Fadenlänge läuft. Eine Berührung zwischen der Büste
244 und der Fadenlänge F ist aber möglichst zu vermeiden, da sonst der Fadenlauf
zerstört werden könnten. Der Führungsteil 262 des Schiebers 260 ist daher mit einem
Schirmstück 266 (in Figur 14 und 16 am besten gesehen) versehen, welche in der Einfädelposition
(Figur 18) direkt oberhalb einer Teilstrecke vom Spinnring 106 liegt und den Faden
F von der Bürste 244 während der vorerwähnten Einfädelumdrehung des Bedienungsläufers
224 abschirmt.
[0079] Wie im Zusammenhang mit Figur 15 erwähnt wurde, kann der Faden F (nach dem Aufschieben
des Läufers 108) durch das Handhabungsgerät 124 nach oben bewegt werden. Der Hilfsfaden
F bleibt aber mit dem Läufer 108 eingefädelt und wird aus dem Saugrohr 134 gezogen.
Es bleibt auch eine Fadenlänge zwischen dem Läufer 108 und dem Kops 116 bestehen.
[0080] Die Zugkraft, die dabei auf den Hilfsfaden F ausgeübt wird, wirkt aber in der umgekehrten
Richtung gegenüber der Zugkraft die beim normalen Spinnen (vom Kops 116 ausgehend)
ausgeübt wird. Wenn nun der Hilfsfaden F in einer im wesentlichen horizontalen Lage
vom Läufer 108 dem Kops 116 zuläuft, könnte unter Umständen die vom Hilfsfaden F auf
den Läufer 108 ausgeübten Kräfte ausreichen, um den Läufer dem Spinnring 106 entlang
zu bewegen, und zwar in der für das Spinnen normalen Richtung (im Uhrzeigersinn in
Figur 14). Da aber die Spindel 102 zu dieser Zeit noch still steht, würde diese Bewegung
des Läufers das Abziehen von Fadenwindungen vom Kops bedeuten, was aus verschiedenen
Gründen zu einem weiteren Fadenbruch beim Ansetzen führen könnte.
[0081] Um dies zu vermeiden, werden die oberen Windungen beim Anwickeln (d.h. die Bindungswindugen
B, Figur 12) oberhalb der obersten Windungen W des Kops 116 gebildet. Die sich von
den Windungen B an den Läufer 108 erstreckende Fadenlänge erhält dadurch immer eine
Neigung nach oben vom Läufer 108 weg gesehen. Die von den Fadenlängen zu beiden Seiten
des Läufers auf diesen während der weiteren Einfädelungsphasen ausgeübten Kräften
gleichen einander nur zum Teil aus und geben eine Resultante, die den Läufer 108 eher
nach oben gegen die Unterseite des Spinnringes 106 erhebt als den Läufer dem Spinnring
entlang bewegt. Eine ungünstige Abwicklung von angewickelten Bindungswindungen B wird
dadurch vermieden.
[0082] Es geht aus der obigen Beschreibung hervor, daß die Verbindung des Hilfsfadenstückes
mit dem Garnträger schließlich aufgrund der Drehbewegung der einen Halterung in Form
des Anwickelringes mit Klemmvorrichtung um den Garnträger herum erfolgt. Hierdurch
wird, wie oben detailliert beschrieben, durch Reibwirkung eine Verbindung zwischen
dem Hilfsfadenstück und dem Garnträger zu einem erwünschten Zeitpunkt erreicht. Es
leuchtet ein, daß dieses Prinzip auch auf andere Art und Weise realisierbar ist. Der
Kern der Erfindung liegt daher in einem Verfahren zum Anlegen eines Hilfsfadens auf
einen an der Spinnstelle befindlichen Garnträger einer Spinnmaschine, wobei das Verfahren
sich dadurch auszeichnet, daß ein zweiseitig in geführten Halterungen eingespanntes
Hilfsfadenstück an den Garnträger angelegt und mit einer der Halterungen um den Garnträger
geschlungen wird, bis das Hilfsfadenstück mit dem Garnträger durch Reibwirkung verbunden
ist.
[0083] Dieses Prinzip läßt sich nach derzeitiger Meinung am besten erreichen, wenn der Garnträger
während der Umschlingbewegung stillsteht, und zwar vorzugsweise auch frei drehbar
ist.
[0084] Es wird aber erfindungsgemäß erkannt, daß der Stillstand des Garnträgers und/oder
seine freie Drehbeweglichkeit nicht unbedingt Grundvoraussetzungen darstellen, um
das erfindungsgemäße Verfahren zu realisieren.
[0085] Es ist beispielsweise durchaus möglich, den Garnträger gesondert anzutreiben, während
oder nach der Umschlingbewegung, um eine sanfte aber sichere Verbindung zwischen dem
Hilfsfadenstück und dem Garnträger zu erreichen. Man kann sich dies beispielsweise
so vorstellen, daß der Garnträger zunächst von dem normalen Antrieb der Spinnstelle
abgekoppelt wird und dann von einem gesonderten Drehantrieb angetrieben wird, bspw.
von einem Antrieb, der sich auf dem Bedienungsgerät befindet und die Hülse bzw. die
Spindel beispielsweise mit einem Gummirad durch Reibung zu einer Drehbewegung antreibt.
[0086] Man könnte sich weiterhin vorstellen, daß mit dem Anwickelring zunächst einige lose
Umdrehungen um den Garnträger herum produziert werden und daß danach die Hülse und
daher der Garnträger zu einer gesonderten Drehbewegung angetrieben wird, um diese
losen Wicklungen festzuziehen und daher die erforderliche Reibverbindung zwischen
dem Hilfsfadenstück und dem Garnträger zu etablieren. Dies könnte beispielsweise dadurch
erfolgen, daß am Anfang der Umschlingung der gesonderte Antrieb für den Garnträger
diesen mit der gleichen Drehgeschwindigkeit wie der des Anwickelringes antreibt und
danach die Drehgeschwindigkeit des Garnträgers gegenüber des Anwickelringes ändert,
vorzugsweise beschleunigt, um die erfolgten Umwickelungen festzuziehen und im richtigen
Moment das Ende des Hilfsfadenstückes aus der Klemmvorrichtung herauszuziehen bzw.
durch Lösen der Klemmvorrichtung freizugeben. Danach konnte der gesonderte Antrieb
wieder vom Garnträger gelöst werden und das Verfahren, wie vorher detailliert beschrieben,
fortgesetzt bis die Spinnstelle wieder produziert.
1. Verfahren zum Anlegen eines Hilfsfadens auf einen an der Spinnstelle befindlichen
Garnträger einer Spinnmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiseitig in geführten
Halterungen (35, 15) eingespanntes Hilfsfadenstück (6.1) an den Garnträger angelegt
und mit einer der Halterungen (35) um den stillstehenden, aber frei drehbar gemachten
Garnträger (40) geschlungen wird, bis das Hilfsfadenstück (6.1) den Garnträger (40)
durch Reibwirkung mitschleppt und der durch das Mitschleppen in Rotation versetzte
Garnträger (40) selbsttätig einen weiteren Teil des Hilfsfadens (6) gegen eine von
der zweiten Halterung (15) ausgehende Rückhaltewirkung aufwickelt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hilfsfadenstück (6.1)
zwischen einer Klemmvorrichtung (35) und einer elastisch wirkenden Rückhaltevorrichtung
(15) gespannt wird, wobei ein Teil des Hilfsfadenstücks (6.1) in der Rückhaltevorrichtung
(15) gespeichert wird und anschliessend durch den angeschleppten Garnträger (40)
bis auf einen in der Rückhaltevorrichtung (15) verbleibenden Rest auf den Garnträger
(40) abgezogen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Rückhaltevorrichtung
(15) eine von der Mündung nach innen gerichtete Saugwirkung ausgeübt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Position der Erstwindung
mindestens in die Nähe der oberen Grenze des Ringbankhubes gelegt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Position der Erstwindung
ausserhalb des Garnkörperbereiches gewählt wird, um eine Fadenreserve auf dem Garnkörper
zu bilden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nach Abschluss des Anwickelvorganges
der Hilfsfaden (6) durch eine Relativbewegung zwischen einem Klemmittel (35) für das
erste eingespannte Hilfsfadenende (6.2) und dem Garnträger (40) vom Klemmittel (35)
abgetrennt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Klemmittel (35) zum
Abtrennen des Hilfsfadenendes (6.2) durch Aktivieren eines steuerbaren Betätigungselementes
geöffnet wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Hilfsfadenende (6.2)
vom Klemmittel (35) durch Zugwirkung abgerissen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennung des vom Garnträger
(40) zum Klemmittel (35) führenden Hilfsfadenendes (6.2) durch zeitlich gestaffeltes
Anhalten von Klemmittel (35) und Garnträger (40) erfolgt, so dass eine Ruckbelastung
auf das Hilfsfadenende (6.2) entsteht.
10. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsfaden (6) nach
einer automatischen Einfädelung in Fadenführungselemente im Bereich der Spinnstelle
vom Klemmmittel (35) abgetrennt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Hilfsfaden (6) eine
vom versponnenen Fadengut abweichende Garnqualität mit rauher Oberfläche eingesetzt
wird, welche eine laufende Reinigung der Fadenführungselemente gewährleistet.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Hilfsfadenstück (6.1)
höchstens so lang gewählt wird, dass es durch einen späteren Reinigungsschnitt mit
Sicherheit vollständig entfernt wird.
13. Verfahren zum Anlegen eines Hilfsfadens auf einen an einer Spinnstelle befindlichen
Garnträger einer Spinnmaschine, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
zur Erstellung einer Verbindung zwischen dem Hilfsfaden und einer den Garnträger bildenden
Garnspule (z.B. einem Kops) oder einer Garnträger bildenden Hülse in einem Aufwindeaggregat,
welches eine changierende Ringbank aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die oberste
Stellung der Ringbank zur Zeit der Erstellung der Verbindung abgetastet wird und die
Verbindung im Bereich der entsprechenden obersten Aufwickelstelle auf der Hülse erstellt
wird.
14. Ein Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß Verbindungswindungen
unterhalb der obersten Aufwickelstelle erstellt werden.
15. Ein Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß Verbindungswindungen
oberhalb der obersten Aufwickelstelle erstellt werden.
16. Ein Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfsfaden von
den Verbindungswindungen oberhalb der obersten Aufwickelstelle zu einem von der Ringbank
getragenen Läufer geführt und mit dem Läufer eingefädelt wird.
17. Bedienungsgerät bzw. Bedienroboter, insbsondere zur Durchführung des Verfahrens
nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 16, mit einem Hilfsfadenlieferwerk (5)
und einer Rückhaltevorrichtung (15) für einen Hilfsfaden (6), dadurch gekennzeichnet,
daß eine geführt bewegbare Halterung (26) mit einem rotierbar gelagerten Anwickelring
(27) und mit einem am Anwickelring angebrachten Klemmittel (35) für das Hilfsfadenstück
(6.1) vorgesehen sind, wobei der Anwickelring in eine zum Garnträger (40) konzentrische
Position bewegbar ist und in einer zur Drehachse der Hülse (A-A) parallelen Achse
(B-B) drehbar gelagert und mit einem steuerbaren Rotationsantrieb (34) verbunden ist.
18. Bedienungsgerät nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückhaltevorrichtung
(15) für das Hilfsfadenstück (6.1) vom Anwickelring (27) unabhängig bewegbar ist.
19. Bedienungsgerät nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, daß als Rückhaltevorrichtung
(15) ein Saugrohr zur Aufnahme des Hilfsfadenanfangs (6.3) mit einem anschließenden
Hilfsfadenstück (6.1) vorgesehen ist.
20. Bedienungsgerät nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß
ein offener Anwickelring (27) vorgesehen ist, welcher eine Durchgangsöffnung (29)
aufweist, die größer ist als der Durchmesser der Garnhülse (40).
21. Bedienungsgerät nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß
der Anwickelring (27) als geschlossener Ring ausgebildet ist und von oben über den
Garnträger (40) in eine zu diesem konzentrische Position führbar ist.
22. Bedienungsgerät nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens das
eine Ende des Saugrohrs (15) zu gesteuerten Bewegungen antreibbar ist und insbesondere
wenigstens teilweise um die Klemmittel (35) bewegbar ist, um das Hilfsfadenstück (6.1)
mit dem Klemmittel (35) zu verbinden.
23. Ein Bedienungsgerät zur Ausführung von Arbeiten an eine eine Spindel umfassende
Garnverarbeitungsposition, insbesondere nach einem der Ansprüche 17 bis 22, gekennzeichnet
durch Mittel zur Bildung einer Führung um die Spindelachse und Mittel zum Bewegen
von mindestens einem Arbeitselement dieser Führung entlang.
24. Ein Bedienungsgerät nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel zur
Bildung einer Führung eine Trägerpartie bzw. Halterung umfaßt, welche durch Bewegung
in eine Richtung quer zur Spindelachse an der Spindel bzw. an einem von der Spindel
getragenen Kops zustellbar ist.
25. Ein Bedienungsgerät nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, daß die
Führung eine im wesentlichen ringförmige Laufbahn umfaßt, welche eine Öffnung aufweist,
um die Zustellung der Führung zu ermöglichen, ohne daß die Führung vorerst oberhalb
des obersten Endes der Spindel bzw. des Kops bewegt werden muß.
26. Ein Bedienungsgerät nach einem der Ansprüche 23 bis 25, dadurch gekennzeichnet,
daß das Mittel zum Bewegen von einem Arbeitselement einen im wesentlichen ringförmigen
Bedienungsläufer bzw. Anwickelring umfaßt.
27. Ein Bedienungsgerät nach Anspruch 25 und Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet,
daß sowohl die Laufbahn- als auch der Anwickelring C-förmig sind.
28. Ein Bedienungsgerät nach Anspruch 27,dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen
sind, um die Lage vom Bedienungsläufer in der Umfangsrichtung gegenüber seiner Laufbahn
festzustellen, sodass bei Zustellung des Gerätes an der Spindel die Öffnungen der
beiden C-förmigen Teile aufeinander ausgerichtet sind.
29. Ein Bedienungsgerät nach einem der Ansprüche 26 bis 28,dadurch gekennzeichnet,
dass
das vom Bedienungsläufer getragene Arbeitselement eine Klemmvorrichtung zum Schleppen
eines Fadens und/oder eine Element zum Streifen eines Spinnringes umfasst.
30. Ein Bedienungsgerät nach einem der Ansprüche 24 bis 29,dadurch gekennzeichnet,
dass
die Trägerpartie ein Antriebsmittel zur Drehung des Bedienungsläufers um die Achse
der Laufbahn umfasst, welche bei Zustellung an die Spindel mit der Spindelachse ungefähr
fluchten kann.
31. Ein Bedienungsgerät nach Anspruch 27 und Anspruch 30,dadurch gekennzeichnet, dass
das Antriebsmittel einen Zahnring und ein Übertragungsmittel umfasst, das die Drehung
des Zahnringes an den Bedienungsläufer überträgt.
32. Ein Bedienungsgerät nach Anspruch 31,dadurch gekennzeichnet, dass
das Übertragungsmittel eine Mehrzahl von Übertragungselementen umfasst, sodass mindestens
ein Element noch mit dem Ring- und dem Bedienungsläufer in Verbindung bleibt, wenn
ein Element gegenüber der Öffnung eines C-förmigen Bedienungsläufers steht und die
Drehung vom Antriebsring deswegen nicht mehr übertragen werden kann.
33. Ein Bedienungsgerät nach einem der Ansprüche 26 bis 32, dadurch gekennzeichnet,
daß die Halterung ein steuerbares Betätigungselement (z.B. einen Kipphebel) aufweist,
um ein vom Bedienungsläufer getragenes Arbeitselement zu betätigen (z.B. eine Klemmvorrichtung
zu öffnen bzw. zu schließen), wenn der Bedienungsläufer in einer vorbestimmten Position
gegenüber der Trägerpartie liegt.
34. Ein Bedienungsgerät, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche 17
bis 33, zur Erstellung einer Verbindung zwischen einem Hilfsfaden und einer Garnspule
(z.B. einem Kops) oder einer Hülse in einem Aufwindeaggregat, welches eine changierende
Ringbank aufweist, gekennzeichnet durch Mittel zur Abtastung der obersten Stellung
der ringbank zur Zeit der Erstellung der Verbindung und Mittel zur Erstellung der
Verbindung im Bereich der entsprechenden obersten Aufwickelstelle auf der Hülse.
35. Eine Einrichtung nach Anspruch 34, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel zur Abtastung
der momentanen Stellung der Ringbank vorhanden und Mittel zum Führen des Fadens von
der genannten Verbindung zum von der Ringbank getragenen Läufer vorgesehen sind.
36. Verfahren zum Anlegen eines Hilfsfadens auf einen an der Spinnstelle befindlichen
Garnträger einer Spinnmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiseitig in geführten
Halterungen (35, 15) eingespanntes Hilfsfadenstück (6.1) an den Garnträger angelegt
und mit einer der Halterungen (35) um den vorzugsweise stillstehenden Garnträger (40)
geschlungen wird, bis das Hilfsfadenstück (6.1) mit dem Garnträger (40) durch Reibwirkung
verbunden ist.
37. Verfahren zum Anlegen eines Hilfsfadens auf einen an der Spinnstelle befindlichen
Garnträger einer Spinnmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiseitig in geführten
Halterungen (35, 15) eingespanntes Hilfsfadenstück (6.1) an den Garnträger angelegt
und mit einer der Halterungen (35) um den Garnträger (40) geschlungen wird und daß
der Garnträger während oder nach der Umschlingung mit dem Hilfsfadenstück zu einer
Drehbewegung, ggf. gegenüber der Halterung unterschiedlichen Drehbewegung angetrieben
wird, um die zunächst lose Umschlingung mit dem Hilfsfaden aufzuheben und das Hilfsfadenstück
auf dem Garnträger festzuziehen.