[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Sichern der Maßhaltigkeit einer pyramidenstumpfförmigen
Dosenzarge, bei deren Herstellung ein rechteckiger Blechzuschnitt zylindrisch geformt,
längsnahtgeschweißt und dann zu dem Pyramidenstumpf verformt wird. Außerdem betrifft
die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Das Verfahren und die Vorrichtung finden bevorzugt Anwendung bei einem bekannten
Verfahren und einer bekannten Vorrichtung zum Herstellen pyramidenstumpfförmiger
Dosenzargen gemäß der DE-OS 37 25 186. Bei diesem bekannten Verfahren werden aus rechteckigen
Blechzuschnitten durch Runden und Längsnahtschweißen kreiszylindrische Zargen gebildet.
Diese werden in einem ersten Spreizarbeitsgang auf ihrer gesamten Länge ovalkonisch
geweitet. Anschließend werden die Zargen in einem zweiten Spreizarbeitsgang zu dem
Pyramidenstumpf verformt. Damit pyramidenstumpfförmige Dosenzargen mit zum Anbördeln
eines Deckels bzw. Bodens gut geeigneten stirnseitigen Rändern entstehen, werden
die Zargen bei dem Aufweiten an ihren stirnseitigen Randbereichen derart unter Spannung
gesetzt, daß diese Randbereiche nicht wellenförmig werden und sich deshalb gut mit
einem Dosendeckel bzw. -boden verbinden lassen.
[0003] Das Nennmaß der Bördelhöhe beträgt bei Dosen, wie sie zur Aufnahme von Corned beef
verwendet werden, 3 mm. Dabei beträgt die Toleranz ± 0,1 mm. Bei dem Abpacken von
Corned beef wird die pyramidenstumpfförmige Dosenzarge oben und unten umgebördelt,
d.h. mit dem sogenannten Bördelhaken versehen, um den der Bördelhaken vom Deckel bzw.
Boden gebördelt wird.Abweichungen über ± 0,1 mm an der Dosenzarge würden sich durch
den Bördelhaken von Deckel und Boden nicht kompensieren lassen, weil diese als genormte
Teile mit bereits eingelegtem Dichtgummi oder aufgebrachter Dichtungsbeschichtung
von anderen Lieferanten fertig bezogen werden. Über- oder Untermaße an den Stirnseiten
der Dosenzarge können daher zu Problemen beim Bördelvorgang und zu Undichtigkeiten
der Bördelverbindung führen.
[0004] Das Verfahren und die Vorrichtung, die aus der auf die Anmelderin zurückgehende
DE-OS 37 25 186 bekannt sind, kommen auf Hochleistungsfertigungsstraßen zum Einsatz,
welche 150 Dosenzargen pro Minute herstellen. Dabei strebt man zwar selbstverständlich
ebenfalls eine ausreichende Maßhaltigkeit an, es ist aber einleuchtend, daß sich
bei derartigen Höchstleistungsanlagen die erwähnte enge Bördelhöhentoleranz von
lediglich ± 0,1 mm nicht optimal einhalten läßt, wenn sich die Härte des verarbeiteten
Bleches oder andere Parameter ändern sollten. Zumindest würde das Sichern der Maßhaltigkeit
großen Aufwand erfordern, weil die mechanische Einspannung der zargen beim Aufweitvorgang
immer genau den Parametern angepaßt werden müßte, welche die Maßhaltigkeit beeinflussen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung
zu schaffen, mit denen sich die Maßhaltigkeit einer pyramidenstumpfförmigen Dosenzarge
optimal sichern läßt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, dass die Zarge vor dem Verformen erwärmt wird bzw. bei einer Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens auf einer Maschine mit zwei Formgebungsstufen, von
denen die erste Stufe, welche zylindrisch geformte, längsnahtgeschweisste Zargen empfängt
und ovalkonisch formt, wenigstens eine Uebergabestation hat, aus der die Zargen an
die zweite Stufe übergeben werden, welche die Zargen pyramidenstumpfartig verformt,
dadurch, dass vor der Uebergabestation der ersten Stufe wenigstens eine Wärmequelle
angeordnet ist.
[0007] Dosenzargen aus Weissblech, d.h. aus verzinntem Eisenblech werden dabei auf eine
Temperatur erwärmt, die auf jeden Fall unter der Schmelztemperatur des Zinns, d.h.
unter 231,85°C liegt. Bei einer Versuchseinrichtung wurde eine Temperatur im Bereich
von 60 - 70°C gemessen. Bei einer Produktionsleistung von 150 Dosenzargen pro Minute
steht eine Stillstandszeit von ca. 2/10 Sekunden zur Verfügung, in welcher die Zarge
auf die vorgenannte Temperatur erwärmt wird. Aufgrund dieser Erwärmung lässt sich
das Blech der Zarge leichter verformen und dadurch die Masshaltigkeit leichter als
in dem oben beschriebenen bekannten Fall sichern.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung bilden den Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] In einer Ausgestaltung erfolgt das Erwärmen induktiv, und als Wärmequelle wird ein
an einen Hochfrequenzgenerator angeschlossener Induktor benutzt. Die induktive Erwärmung
bietet die praktikabelste Möglichkeit, in der verfügbaren kurzen Zeit von nur ca.
2/10 Sekunden die günstigste Verarbeitungstemperatur für das Warmverformen des Bleches
zu erzielen. Als Wärmequelle könnte zwar ohne weiteres auch eine Strahlungsheizquelle,
eine Flamme od.dgl. benutzt werden, diese müsste aber ganz speziell ausgebildet sein,
da mit sich die erforderliche hohe Erwärmungsgheschwindigkeit erzielen läßt und Zunderanfall
und Abgase vermieden werden. Außerdem dürfen die zum Verformen der Dosenzargen benutzten
Werkzeuge selbst nicht erwärmt werden, um deren Standzeit nicht zu gefährden. Daher
wird die induktive Erwärmung bevorzugt.
[0010] Das Verformen der Dosenzargen erfolgt vorzugsweise in zwei Schritten, wobei die Zarge
in dem ersten Schritt ovalkonisch und in dem zweiten Schritt zu einem regelmäßigen,
im Querschnitt rechteckigen Pyramidenstumpf mit abgerundeten Seitenkanten verformt
wird. In diesem Fall ist das Verfahren nach der Erfindung so ausgestaltet, daß das
Erwärmen vor dem zweiten und nach dem ersten Schritt erfolgt, so daß am Beginn des
zweiten Schrittes das Blech die günstigste Verarbeitungstemperatur aufweist.
[0011] Besonders vorteilhaft ist die Ausgestaltung der Erfindung, in welcher die Zarge nur
partiell erwärmt wird und das partielle Erwärmen in ersten Teilbereichen der Zarge
erfolgt, die sich später in den beiden breiten Seitenflächen des Pyramidenstumpfes
befinden. An den abgerundeten Seitenkanten des Pyramidenstumpfes wird an dem Blech
die größte Verformungsarbeit verrichtet. An diesen Stellen würde die Blechdicke
stärker abnehmen als etwa in der Mitte der breiten Seitenflächen, wenn das nicht durch
die partielle Erwärmung kompensiert werden würde.
[0012] Zum weiteren Optimieren des Sicherns der Maßhaltigkeit läßt sich die Erfindung so
ausgestalten, daß das partielle Erwärmen in Teilbereichen der Zarge erfolgt, die
sich später in den beiden schmalen Seitenflächen und/oder in den beiden breiten Seitenflächen
des Pyramidenstumpfes befinden.
[0013] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung erstreckt sich das partielle Erwärmen auf
Teilbereiche der Zarge, die sich später zwischen den abgerundeten Seitenkanten des
Pyramidenstumpfes befinden, Abstand von denselben haben und näher bei der Grundfläche
als bei der Deckfläche des Pyramidenstumpfes liegen. Dadurch läßt sich das Sichern
der Maßhaltigkeit weiter optimieren, weil die Erwärmung in Bereichen der Zarge erfolgt,
wo die Verformungsarbeit, über dem Zargenumfang an der Grundfläche des Pyramidenstumpfes
betrachtet, am geringsten ist. Die partielle Erwärmung gleicht das aus, so daß die
Blechdicke über dem Zargenumfang insgesamt gleichmäßig verringert und dadurch die
Maßhaltigkeit noch besser gesichert wird.
[0014] Das Verfahren und die Vorrichtung nach der Erfindung lassen sich so ausgestalten,
daß die Zarge von außen oder von innen erwärmt wird. Die Erwärmung von außen wird
zur Zeit bevorzugt, weil sie technisch einfacher realisierbar ist, denn in diesem
Fall ist keine spezielle Wärmeisolation zwischen Wärmequelle und Spreizwerkzeug erforderlich.
Versuche haben gezeigt, daß die Verweilzeit der Zarge in ihrer Erwärmungsstellung
ausreichend kurz ist, so daß sich die Spreizwerkzeuge selbst kaum erwärmen. Die Wärmeenergie
bleibt in den Dosenzargen, welche das Spreizwerkzeug bereits nach ca. 2/10 Sekunden
wieder verlassen.
[0015] Bei Verwendung der Vorrichtung nach der Erfindung auf einer Maschine mit zwei Formgebungsstufen,
von denen die erste Formgebungsstufe wenigstens einen ersten Spreizdorn für das Ovalkonischformen
der Zargen hat und die zweite Formgebungsstation wenigstens einen zweiten Spreizdorn
mit vier durch einen Keil aufspreizbaren, außen mit Radius versehenen Segmentstangen
hat, ist die Vorrichtung nach der Erfindung so ausgestaltet, daß vor der Übergabestation
der ersten Formgebungsstufe, aus der die Zargen an die zweite Formgebungsstufe übergeben
werden, zwei Induktoren angeordnet sind, die bei in die Erwärmungsstation bewegtem
ersten Spreizdorn einander diametral gegenüberliegen und Abstand von der Mantelfläche
des ersten Spreizdorns haben. Das dürfte die einfachste Ausgestaltung der Vorrichtung
nach der Erfindung sein, um das partielle Erwärmen in Teilbereichen vorzunehmen, die
sich später in zwei entgegengesetzten Seitenflächen des Pyramidenstumpfes befinden.
[0016] Bevorzugt wird die Vorrichtung nach der Erfindung so ausgestaltet, daß die Induktoren
fest angebrachte, flache Schleifen sind, die wesentlich schmaler als die Höhe der
Zargen sind, und daß die Zargen taktweise in die Erwärmungsstellung zwischen den
Induktoren bewegbar sind.
[0017] Das ermöglicht in weiterer Ausgestaltung der Vorrichtung nach der Erfindung, die
Induktoren mit hochfrequentem Wechselstrom kontinuierlich zu versorgen.
[0018] Schließlich läßt sich die Vorrichtung nach der Erfindung so ausgestalten, daß die
Induktoren wenigstens in Richtung der Höhe und des Umfangs der Zarge verstellbar sind,
damit sich auf einfache Weise die beste Erwärmungsposition einstellen läßt.
[0019] Mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine mit der Vorrichtung nach der Erfindung versehene Maschine zum Herstellen
von pyramidenstumpfförmigen Dosenzargen,
Fig. 2 einen Teil einer Formgebungsstufe der Maschine nach Fig. 1 zur Veranschaulichung
der Anordnung von Induktoren und Spreizwerkzeug,
Fig. 3 die Anordnung nach Fig. 2 in Draufsicht,
Fig. 4 und 5 zwei weitere Ausführungsformen eines Induktors, und
Fig. 6 eine Querschnittansicht einer Bördelverbindung.
[0020] Fig. 1 zeigt eine Gesamtansicht einer Maschine zum Herstellen von pyramidenstumpfförmigen
Zargen 10 für Dosen zur Aufnahme von Corned beef od.dgl. Die Maschine ist mit einer
Vorrichtung zum partiellen induktiven Erwärmen der Zargen 10 versehen, welche aus
einem Hochfrequenzgenerator 12 und zwei an diesen angeschlossenen Induktoren 14 besteht,
von denen in Fig. 1 nur der obere sichtbar ist. Der Aufbau der Maschine wird hier
nur insoweit beschrieben, wie es für das Ver ständnis der Erfindung notwendig ist.
Eine ausführlichere Beschreibung der Maschine findet sich in der DE-OS 37 25 186.
[0021] Ein rechteckiger Blechzuschnitt, der zylindrisch geformt worden ist, wird in einer
Zargenschweißmaschine 16 mit einer Längsnaht 18 verschweißt. Die zylindrisch geformten,
längsnahtgeschweißten Zargen 10 werden durch einen Längsförderer 20 der Maschine
zugeführt. Eine fertige, pyramidenstumpfförmige Zarge 10 hat beim Verlassen der Maschine
die in Fig. 1 oben rechts erkennbare Form. Der Pyramidenstumpf hat abgerundete Längskanten.
Zwei längsgerichtete Vertiefungen in seinen breiten Seitenflächen interessieren hier
nicht. Die Längsnaht 18 liegt in der Mitte einer der beiden schmalen Seitenflächen
der fertigen Zarge 10. In dem in Fig. 1 rechts oben gezeigten Zustand geht die Zarge
10 zu dem Corned-beef-Hersteller, der sie an beiden Stirnseiten jeweils mit einem
Bördelrand (sogenannten Bördelhaken) versieht, damit Boden und Deckel an der Zarge
befestigt werden können.
[0022] Fig. 6 zeigt als Einzelheit eine Querschnittansicht einer solchen Bördelverbindung
zwischen der Zarge 10 und einem Deckel 22. Die Blechdicke f beträgt in dem hier beschriebenen
Fall üblicherweise 0,25 mm. Das Nennmaß der Bördelhöhe h beträgt 3 mm, wobei die Toleranz
± 0,1 mm beträgt. Die Mindestgröße der Abmessung b beträgt 1,1 mm, mit einer Toleranz
von 0,2 mm. Es ist klar, daß bei einer so eng tolerierten Bördelverbindung die Maßhaltigkeit
der Dosenzarge 10 gesichert sein muß, weil sich außerhalb der Toleranz liegende Maßabweichungen
nicht durch den Bördelhaken des Deckels ausgleichen lassen, der als Normteil von anderen
Lieferanten bezogen wird. Zur Sicherung dieser Maßhaltigkeit dient die weiter unten
noch ausführlicher beschriebene Vorrichtung, die aus dem Hochfrequenzgenerator 12
und den In duktoren 14 besteht.
[0023] Der Längsförderer 20 fördert die Zargen 10 in kurzen Abständen hintereinander in
eine erste Formgebungsstufe 24 der Maschine. Die erste Formgebungsstufe 24 weist
einen an einem Ständer 26 befestigten ersten Drehtisch 28 auf, der um eine zu dem
Längsförderer 20 parallele, waagerechte Achse drehbar ist. An dem ersten Drehtisch
28 sind acht parallele Spreizdorne 30 gleichabständig befestigt. Der erste Drehtisch
28 ist um jeweils 45° taktweise drehbar. Jeder Spreizdorn 30 weist einen Kranz schwenkbarer
Segmentstangen 32 auf, die sich mittels eines Spreizzylinders 34 derart spreizen lassen,
daß eine auf sie aufgesteckte Zarge 10 in eine oval konische Form aufgeweitet wird.
Die stärkste Aufweitung findet an der Stirnseite der Zarge 10 statt, die einer zweiten
Formgebungsstufe 25 benachbart ist.
[0024] Die zweite Formgebungsstufe 25 weist einen an einem Ständer 27 befestigten zweiten
Drehtisch 29 auf, der ebenfalls um eine waagerechte Achse drehbar ist, welche zu der
Drehachse des ersten Drehtisches 28 parallel ist. An dem zweiten Drehtisch 29 sind
parallel zu dessen Drehachse acht Spreizdorne 31 gleichabständig befestigt. Der zweite
Drehtisch 29 ist synchron mit dem ersten Drehtisch 28 taktweise drehbar, wobei nach
jedem Drehtakt ein Spreizdorn 31 mit einem Spreizdorn 30 ausgerichtet ist. Jeder
Spreizdorn 31 hat vier Segmentstangen 36, deren äußerer Radius der Abrundung der
Seitenkanten der pyramidenstumpfartigen Zarge 10 entspricht. Die Segmentstangen 36
sind mittels eines Spreizzylinders 38 spreizbar.
[0025] Nach jeder Taktbewegung der beiden Drehtische 28, 29 ist einer der Spreizdorne 30
in einer Flucht mit dem Längsförderer 20, um von diesem eine zylindrisch geformte
Zarge 10 zu empfangen. Diese Station der ersten Formgebungsstufe ist in Fig. 1 mit
S1 bezeichnet. In einer um 45° davon entfernten Station S2 erfolgt das ovalkonische
Aufweiten der Zarge 10. Danach gelangt der erste Drehtisch 28 in eine mit S3 bezeichnete
Station, in der die Zarge 10 auf weiter unten beschriebene Weise erwärmt wird. Dann
gelangt der erste Drehtisch 28 in eine Übergabestation SÜ, die von der Station S1
um 180° entfernt ist. Dort steht der Spreizdorn 30, welcher die ovalkonisch geformte
und erwärmte Zarge 10 trägt, einem der am zweiten Drehtisch 29 angebrachten Spreizdorne
31 axial gegenüber. Ein nicht dargestellter Übergabeförderer übergibt diese Zarge
10 aus der Station SÜ in die dieser gegenüberliegende Station am zweiten Drehtisch
29. Die ovalkonisch geformte und erwärmte und nun auf einen Spreizdorn 31 geschobene
Zarge 10 gelangt bei dem nächsten Takt des zweiten Drehtisches 29 in eine um 45° entfernte
Station, in welcher der Spreizdorn 31 die Zarge 10 zu dem Pyramidenstumpf verformt.
Schließlich gelangt dieser Spreizdorn 31 in eine letzte Station, wo die Zarge 10 entnommen
und an einen Längsförderer 21 übergeben wird. Im Verlauf einer Umdrehung der Drehtische
28, 29 werden so acht pyramidenstumpfförmige Dosenzargen 10 hergestellt.
[0026] Der dargestellte Hochfrequenzgenerator 12 hat eine Hochfrequenz-Ausgangsleistung
bei Dauerbetrieb von 5 kW und eine Arbeitsfrequenz von ca. 700 kHz. Von der Ausgangsseite
des Hochfrequenzgenerators 12 führen zwei Stromschienen 40, 41, zwischen denen eine
Isolation 42 vorgesehen ist, zu Anschlußblöcken 44 bzw. 45. An diese sind zwei Induktoren
14 angeschlossen, die als hohle Kupferleitung von dem Anschlußblock 44 zu einem schleifenförmigen
Teil 14.1, der den eigentlichen Induktor bildet, zurück zu und an den Anschlußblöcken
44, 45 vorbei zu einem weiteren schleifenförmigen Teil 14.1 und von da aus zurück
zu dem Anschlußblock 45 führt. An die Anschlußblöcke 44, 45 sind in Fig. 1 sichtbare
Kühlmittelleitungen 48 angeschlossen, welche in dem Anschlußblock 44 an die abgehende
Kupferleitung bzw. in dem Anschlußblock 45 an die ankommende Kupferleitung angeschlossen
sind. Die schleifenförmigen Teile 14.1 und 14.2 der Induktoren 14 liegen sich bei
in die Erwärmungsstation 53 bewegtem Spreizdorn 30 einander diametral gegenüber und
haben Abstand von der Mantelfläche des Spreizdorns 30. Die flachen Schleifen 14.1,
14.2 sind wesentlich schmaler als die Höhe der Zargen 10. Die Induktoren 14 sind in
bezug auf den Spreizdorn 30 so angeordnet, daß sie sich in der Erwärmungsstellung
der Zargen 10 über der Mitte von deren breiteren Seiten befinden. Jeder Induktor ist
wenigstens in Richtung der Höhe und des Umfangs der Zarge 10 verstellbar, wofür ein
Halter 50 dient, an welchem in dem dargestellten Ausführungsbeispiel der obere Induktor
14 lösbar befestigt ist. Der Halter 50 ist in Fig. 2 senkrecht zur Zeichenebene verstellbar.
[0027] Die Fig. 4 und 5 zeigen weitere flache Schleifen 14.2 bzw. 14.3 als weitere Ausführungsvarianten
der Induktoren 14.
[0028] Bei dem Aufweitevorgang auf dem zweiten Drehtisch 29 würde die Zarge 10 an ihrer
linken Stirnseite im Bereich der abgerundeten Ecken aus den eingangs erwähnten Gründen
etwas eingezogen werden, d.h. würde zwischen den abgerundeten Ecken einen vorstehenden
konvexen Teil erhalten, der das Bördeln behindern könnte, wenn seine Größe außerhalb
der Toleranz von ± 0,1 mm läge. Diesem Einzug der Ecken kann zwar mechanisch entgegengewirkt
werden, wirksamer und einfacher ist das aber mit der hier beschriebenen partiellen
Erwärmung der Zargen 10 möglich.
[0029] Bei dem eingesetzten Hochfrequenzgenerator 12 handelte es sich um den Typ IG 111
W der Firma Plustherm AG, CH-5401 Baden, mit folgenden technischen Daten:
| HF-Ausgangsleistung bei Dauerbetrieb |
5 kW |
| Arbeitsfrequenz |
ca. 700 kHz |
| Unter Last einstellbare HF-Leistung |
25...100% |
| HF-Leistung bei intermittierendem Betrieb (30% Einschaltdauer) |
6 kW |
| Leistungsaufnahme |
|
| bei Vollast |
ca. 11 kW |
| bei Leerlauf (ohne HF) |
ca. 0,4 kW |
| Netzanschluss |
|
| Spannung, 3phasig mit Nulleiter |
380/220 V |
| Frequenz |
50 Hz |
| |
| Zulässige Spannungsschwankungen (Auch andere Spannungen und Frequenzen möglich) |
+5/-10% |
| Kühlwasserleitungsnetz |
|
| Verbrauch |
8 l/min bei +20°C |
| Druck |
3 bis 6 kg/cm² |
1. Verfahren zum Sichern der Maßhaltigkeit einer pyramidenstumpfförmigen Dosenzarge,
bei deren Herstellung ein rechteckiger Blechzuschnitt zylindrisch geformt, längsnahtgeschweißt
und dann zu dem Pyramidenstumpf verformt wird, dadurch gekennzeichnet, daß die Zarge
vor dem Verformen erwärmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Erwärmen induktiv erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, bei dem das Verformen in zwei Schritten erfolgt,
wobei die Zarge in dem ersten Schritt ovalkonisch und in dem zweiten Schritt zu einem
regelmäßigen, im Querschnitt rechteckigen Pyramidenstumpf mit abgerundeten Seitenkanten
verformt wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Erwärmen vor dem zweiten und nach dem
ersten Schritt erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zarge nur partiell erwärmt
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das partielle Erwärmen in
ersten Teilbereichen der Zarge erfolgt, die sich später in den beiden breiten Seitenflächen
des Pyramidenstumpfes befinden.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das partielle Erwärmen
in zweiten Teilbereichen der Zarge erfolgt, die sich später in den beiden schmalen
Seitenflächen des Pyramidenstumpfes befinden.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß sich das partielle
Erwärmen auf Teilbereiche der Zarge erstreckt, die sich später zwischen den abgerundeten
Seitenkanten des Pyramidenstumpfes befinden, Abstand von denselben haben und näher
bei der Grundfläche als bei der Deckfläche des Pyramidenstumpfes liegen.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zarge
von außen erwärmt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Zarge
von innen erwärmt wird.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 auf einerMaschine
mit zwei Formgebungsstufen (24, 25), von denen die erste Stufe (24), welche zylindrisch
geformte, längsnahtgeschweißte Zargen (10) empfängt und ovalkonisch formt, wenigstens
eine Übergabestation (SÜ) hat, aus der die Zargen (10) an die zweite Stufe (25) übergeben
werden, welche die Zargen (10) pyramidenstumpfartig verformt, dadurch gekennzeichnet,
daß vor der Übergabestation (SÜ) der ersten Stufe (24) wenigstens eine Wärmequelle
(14) angeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Wärmequelle ein
an einen Hochfrequenzgenerator (12) angeschlossener Induktor (14) ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, wobei die erste Formgebungsstufe (24) wenigstens
einen ersten Spreizdorn (30) für das Ovalkonischformen der Zargen (10) hat und wobei
die zweite Formgebungsstufe (25) wenigstens einen zweiten Spreizdorn (31) mit vier
aufspreizbaren, außen mit Radius versehenen Segmentstangen (34) hat, dadurch gekennzeichnet,
daß vor der Übergabestation (SÜ) der ersten Formgebungsstufe (24) zwei Induktoren
(14) angeordnet sind, die bei in die Erwärmungsstellung bewegter Zarge (10) einander
diametral gegenüberliegen und Abstand von der Zarge (10) haben.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, bei der die Spreizdorne (30, 31) beider Formgebungsstufen
(24, 25) an zwei axial benachbarten Drehtischen (28, 29) befestigt sind, dadurch
gekennzeichnet, daß die Induktoren (14) fest angebrachte, flache Schleifen (14.1,
14.2, 14.3, 14.4) sind, die wesentlich schmaler als die Höhe der Zargen (10) sind,
und daß die Zargen (10) mittels des ersten Drehtisches (28) taktweise in die Erwärmungsstellung
zwischen den Induktoren bewegbar sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Induktoren (14)
in bezug auf den ersten Spreizdorn (30) so angeordnet sind, daß sie sich in der Erwärmungsstellung
der Zargen (10) über der Mitte von deren breiteren Seiten befinden.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der
Induktor (14) mit hochfrequentem Wechselstrom kontinuierlich versorgt wird.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die
Induktoren (14) wenigstens in Richtung der Höhe und des Umfangs der Zarge (10) verstellbar
sind.