[0001] Flüssige Wasch-, Spül- und Reinigungsmittel stellen meist wäßrige Lösungen von anionischen
und/oder nichtionischen Tensiden und üblichen Zusatzstoffen dar. Sie werden zum Waschen
von Textilien, zum Reinigen harter Oberflächen, zum Beispiel von Gläsern oder keramischen
Materialien, von Kunststoffen, lackierten und polierten Oberflächen, die auch metallischer
Natur sein können, verwendet. Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet derartiger Mittel
ist das manuelle Spülen von Eßgeschirr und anderen damit verwandten Gerätschaften.
Die jeweiligen Reinigungsvorgänge werden üblicherweise bei leicht erhöhten Temperaturen
durchgeführt. Dabei findet stets eine verstärkte Einwirkung auf die menschliche Haut
statt.
[0002] Die vorliegende Erfindung betrifft daher Reinigungsmittel mit starker Reinigungsleistung
und verbesserter Hautschutzwirkung.
[0003] Die marktüblichen, manuell anzuwendenden Geschirrspülmittel stellen wäßrige Lösungen
von Alkylethersulfaten, das heißt sulfatieren Anlagerungsprodukten von Ethylenoxid
an Fettalkohole, vorzugsweise n-Alkylbenzolsulfonaten und/oder Alkansulfonaten, gegebenenfalls
auch Olefinsulfonaten oder Alkylsulfaten sowie nichtionischen Tensiden, Lösungsvermittlern,
Farb- und Duftstoffen dar.
[0004] Aus der DE 23 17 076 sind aber auch flüssige Geschirrspülmittel bekannt, die neben
Alkylsulfaten oder Alkylethersulfaten Alkylsulfosuccinate in Form von Dialkyl(C₇-C₉)-estern
der Sulfosuccinsäure enthalten. Die Mittel können zusätzlich noch andere Detergentien,
Hydrotrope, Lösungsmittel, Opakmacher, Phosphate, Silikate, Farbstoffe, Duftstoffe
und hautschondende Zusatzstoffe enthalten.
[0005] Aus der EP 71 411 ist eine Reinigungsmittelzusammensetzung aus einem Gemisch aus
Di-(C₈-alkyl)- und Di-(C₆-alkyl)sulfosuccinat in Kombination mit anderen anionischen
und/oder nichtionischen Tensiden bekannt.
[0006] In der europäischen Patentschrift 112 044 werden Geschirrspülmittel beschrieben,
die wasserlösliche Salze eines Dialkylesters der Sulfobernsteinsäure mit gleichen
oder verschiedenen, gerad- oder verzweigtkettigen C₃- bis C₁₂-Alkylresten und spezielle
Alkylethersulfate enthalten. Gemäß der europäischen Patentschrift 112 045 sollen
ähnlichen Mitteln noch Magnesiumionen enthaltende Elektrolyte zugesetzt werden.
[0007] Aus der europäischen Patentschrift 112 046 ist bekannt, schäumenden flüssigen Detergenszusammensetzungen
aus C₃- bis C₁₂-Dialkylestern der Sulfobernsteinsäure, Alkylethersulfaten und/oder
polyethoxylierten nichtionischen Detergentien noch Carbonsäure-di-(C₂-C₃)-alkanolamide
zuzusetzen.
[0008] Die wäßrige Mischung von Alkylsulfosuccinaten und Alkylethersulfaten ist auch aus
dem europäischen Patent 124 367 bekannt. Darin sind weiterhin wäßrige Lösungen von
Alkylsulfosuccinaten allein und von Alkylsulfosuccinaten im Gemisch mit Alkylbenzolsulfonaten
beschrieben.
[0009] Viele der handelsüblichen Geschirrspülmittel enthalten als anionischen Tensidbestandteil
Salze der Alkylbenzolsulfonsäure, die hervorragende Reinigungswirkungen erzielen,
aber wegen ihrer petrochemischen Herkunft allmählich durch andere, aber mindestens
gleich gut wirksame Tenside ersetzt werden sollen.
[0010] Es wurde nun gefunden, daß dieses Ziel durch den Einsatz von oberflächenaktiven
Hydroxysulfonaten aus ungesättigten Fettalkoholen mit 16 bis 22 Kohlenstoffatomen
im Alkylrest erreicht werden konnte.
[0011] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind daher flüssige Reinigungsmittel für das
manuelle Spülen von Geschirr auf Basis einer wäßrigen Lösung von Dialkylsulfosuccinaten,
gegebenenfalls zusammen mit weiteren anionischen und/oder nichtionischen Tensiden
sowie sonstigen üblichen Bestandteilen wie Lösungsmitteln, Lösungsvermittlern, Korrosionsinhibitoren,
Schaumstabilisatoren, Konservierungsmitteln, Elektrolyten, Verdickungsmitteln, Farb-
und Duftstoffen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß sie oberflächenaktive Hydroxysulfonate
aus ungesättigten Fettalkoholen mit 16 bis 22 Kohlenstoffatomen im Alkylrest enthalten.
[0012] Die erfindungsgemäß eingesetzten Hydroxysulfonate entsprechen den Formeln I oder
II

oder deren Alkali-, Erdalkali- und Ammoniumsalzen, wobei y und z = 0 oder Zahlen
von 1 bis 18, p = 0,1 oder 2 und die Summe (y + z + p) eine Zahl von 4 bis 18, x =
1 oder eine Zahl bis 20, vorzugsweise 3 bis 15, und n eine ganze Zahl von 2 bis 4
sein können.
[0013] Die Hydroxysulfonate sind ausführlich in der älteren deutschen Patentanmeldung P
37 25 030.2 beschrieben. Sie werden beispielsweise erhalten, indem man einen ungesättigten
Fettalkyl- oder Fettalkylpolyoxyalkylester der allgemeinen Formel III
R¹-O-(C
nH
2nO)
x-

-R², (III)
in welcher
R¹ eine lineare Alkenylgruppe mit 16 bis 22 C-Atomen oder eine überwiegend aus Oleyl-,
Palmitoleyl-, Linoleyl-, Gadoleyl- und/oder Erucylgruppen bestehende Fettalkylgruppen,
n eine ganze Zahl von 2 bis 4,
x = 0 oder eine Zahl bis 30 und
R²CO eine Acylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen darstellt,
mit Schwefeltrioxid umsetzt, das Umsetzungsprodukt in eine wäßrige Lösung von 1 bis
2,5 Mol Alkali-, Erdalkali- oder Ammoniumhydroxid pro Mol angelagertes SO₃ einträgt
und die Lösung bei 90 bis 100 °C 0,5 bis 240 Minuten lang hydrolyiert, wobei cyclische
Sulfonierungsprodukte in offenkettige Verbindungen übergehen und gleichzeitig die
Esterschutzgruppe unter Rückgewinnung einer terminalen OH-Funktion quantitativ verseift
wird. Je nach Aufarbeitungsart können die Endprodukte als Nebenprodukte noch Verbindungen
enthalten, die sich aus den Formeln (I) und (II) formal jeweils durch den Verlust
eines Moleküls Wasser ableiten. Das alkalische Hydrolyseprodukt kann, falls dies
gewünscht wird, in an sich bekannter Weise, z.B. mit Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit
gebleicht werden und und wird in jedem Fall mit Hilfe wäßriger Mineralsäuren, z.
B. Salzsäure, auf einen pH-Wert um 7 eingestellt.
[0014] Bevorzugte Hydroxysulfonate als Komponente in den erfindungsgemäßen Reinigungsmitteln
weden erhalten, wenn zu Sulfonierung ein ungesättigter C₁₀ bis C₂₂-, vorzugsweise
C₁₆- bis C₁₈-Fettalkohol- oder Fettalkylpolyoxyalkylester der Formel III, in der
n = 2 und x = 0 oder eine Zahl bis 20, vorzugsweise 1 bis 10 ist, d. h. ein Ester
eines ungesättigten Fettalkohols und eines Anlagerungsproduktes von bis zu 20 Mol
Ethylenoxid, vorzugsweise bis zu 10 Mol Ethylenoxid, an einem ungesättigten Fettalkohol
eingesetzt wird. Die Gruppe R²-CO kann eine Formyl-, Acetyl-, Propionyl oder Butyrylgruppe
sein; bevorzugt ist die Acetylgruppe. Die Gruppe R¹ ist bevorzugt eine Oleylgruppe
oder ein vorwiegend aus Oleylgruppen bestehender Fettalkylrest.
[0015] Bevorzugte Werte für die Summe (y + z + p) in den Verbindungen I und II sind folglich
12 bis 18, vorzugsweise 12 bis 14.
[0016] Als Dialkylsulfosuccinate werden vorzugsweise solche mit gleichen gerad- oder verzweigtkettigen
C₈-Alkylresten, also Di-n-Octyl- bzw. Di-iso-Octylsulfosuccinate, in Form ihrer Alkali-
insbesondere ihrer Natriumsalze eingesetzt. Die Di-n-Octylsulfosuccinate werden besonders
bevorzugt.
[0017] Die erfindungsgemäßen Reinigungsmittel zeigen eine im Vergleich zu solchen, die Alkylethersulfate
enthalten, deutlich bessere Hautverträglichkeit im Epidermisquelltest, wie nachfolgend
gezeigt wird.
[0018] Geeignete sonstige übliche Bestandteile solcher Mittel im Sinne dieser Erfindung
sind Lösungsmittel, Lösungsvermittler, Elektrolyte, Verdickungsmittel, Korrosionsinhibitoren,
Konservierungsmittel Schaumstabilisatoren, Farbstoffe, Duftstoffe, Komplexierungsmittel
usw.
[0019] Auch andere anionische und/oder nichtionische und/oder amphotere Tenside können der
Mischung hinzugefügt werden, sofern sie die synergistische Wirkung der erfindungsgemäßen
Detergensmischung nicht störend beeinflussen.
[0020] Die Zusammensetzung der erfindungsgemäßen wäßrigen Reinigungsmittellösung bewegt
sich in folgendem Rahmen:
10 bis 40, vorzugsweise 10 bis 35 Gew.-% eines Tensidgemisches bestehend aus 1 bis
50, vorzugsweise 2 bis 25 Gew.-Teilen eines Hydroxysulfonats und 50 bis 99, vorzugsweise
75 bis 98 Gew.-Teilen eines Dialkylsulfosuccinats,
0 bis 50, vorzugsweise 0 bis 30 Gew.-% eines weiteren anionischen Tensids,
0 bis 10, vorzugsweise 0 bis 5 Gew.-% eines nichtionischen Tensids,
0 bis 10, vorzugsweise 0 bis 5 Gew.-% eines amphoteren Tensids,
0 bis 20, vorzugsweise 2 bis 10 Gew.-% eines Lösungsmittels,
0 bis 20, vorzugsweise 0,2 bis 5 Gew.-% eines Lösungsvermittlers,
0 bis 10, vorzugsweise 0,2 bis 5 Gew.-% eines Elektrolyts,
0 bis 10, vorzugsweise 0,5 bis 8 Gew.-% eines Verdickungsmittels, 0 bis 5, vorzugsweise
0,1 bis 2 Gew.-% Korrosionsinhibitoren und Konservierungsmittel,
0 bis 10, vorzugsweise 0 bis 5 Gew.-% Schaumstabilisatoren
0 bis 0,1, Gew-% Farbstoff,
0 bis 0,5 Gew.-% Duftstoffe und
Rest bis 100 Gew.-%: Komplexierungsmittel, Enzyme, Bakterizide, Fungizide, Wasser.
[0021] Als weitere anionische Tenside können besonders C₁₀- bis C₁₈-, insbesondere C₁₂-
bis C₁₆-Alkylethersulfate mit 3 bis 5, vorzugsweise 2 bis 4 Mol Ethylenoxid im Molekül,
aber auch n-Alkylbenzolsulfonate mit 9 bis 16, vorzugsweise 12 Kohlenstoffatomen
im Alkylrest, Alkansulfonate mit 10 bis 20, vorzugsweise 12 bis 18 Kohlenstoffatomen
im Alkylrest, Olefinsulfonate mit 12 bis 16, vorzugsweise 12 bis 14 Kohlenstoffatomen
im n-Alkylrest und Alkylsulfaten mit 8 bis 18, vorzugsweise 8 bis 14 Kohlenstoffatomen
im Alkylrest sowie andere Sulfate oder Sulfonate, zugesetzt werden. Von besonderem
Interesse sind jedoch alkylbenzolsulfonatfreie Rezepturen.
[0022] Als amphotere Tenside können oberflächenaktive Betaine der Formel

eingesetzt werden, in der R₁ einen gegebenenfalls durch Heteroatome oder Heteroatomgruppen
unterbrochenen Alkylrest mit 8 bis 20, vorzugsweise 10 bis 18 Kohlenstoffatomen und
R₂ und R₃ gleichartige oder verschiedene Alkylreste mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen
bedeuten. Bevorzugt werden C₁₀-C₁₈-Alkyl-dimethylcarboxymethyl-betain und C₁₁-C₁₇-Alkylamidopropyl-dimethylcarboxymethyl-betain.
[0023] Sofern nichtionische Tenside eingesetzt werden, sind u.a. Alkylglycoside, vorzugsweise
Alkylglucoside, mit 8 bis 18, vorzugsweise 12 bis 16 Kohlenstoffatomen im Alkylrest
und 1 bis 10, vorzugsweise 1, 2 bis 4 Glykoseeinheiten im Molekül Anlagerungsprodukte
von 4 bis 20, vorzugsweise von 6 bis 15 Mol Alkylenoxid, vorzugsweise Ethylenoxid
an C₈-C₁₂-Alkylbenzole, C₁₀-C₂₀-, vorzugsweise C₁₂-C₁₈-Alkanole, C₁₀-C₁₈-, Carbonsäurealkanolamide,
aber auch die Anlagerungsprodukte von Ethylenoxid an Polypropylenglykole, die unter
den Namen Pluronics
(R) bekannt geworden sind, sowie Anlagerungsprodukte von 1 bis 7 Mol Ethylenoxid an mit
1 bis 5 Mol Propylenoxid umgesetzte C₁₂-C₁₈-Alkanole geeignet.
[0024] Bei den bei Bedarf zuzusetzenden Lösungsmitteln handelt es sich um niedermolekulare
Alkanole mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen im Molekül, vorzugsweise um Ethanol und Isopropanol.
[0025] Als Lösungsvermittler, etwa für geringe Mengen an Farb- und Duftstoffen, können
beispielsweise Alkanolamine, Polyole wie Ethylenglykol, Propylenglykol-1,2, Glycerin
sowie Alkylbenzolsulfonate mit 1 bis 3 Kohlenstoffatomen im Alkylrest dienen. Auch
höher molekulare Ethylenglykole mit MG 200 bis 600 eignen sich gut als Lösungsvermittler.
Ebenso geeignet sind C₈-C₁₂-, vorzugsweise C₈-C₁₀-Fettalkoholsulfate sowie ungesättigte
C₁₆-C₂₂-, vorzugsweise C₁₆-C₁₈-Fettsäuresulfonate.
[0026] Zu den bevorzugten Verdickungsmitteln zählen Harnstoff oder Elektrolyte wie Natriumchlorid,
Ammoniumchlorid und Magnesiumchlorid, die auch kombiniert eingesetzt werden können.
[0027] Die Gesamtheit der Lösungsmittel, Lösungsvermittler, Verdickungsmittel und Elektrolyte,
die einzeln oder in beliebigen Mischungen untereinander eingesetzt werden können,
wird auch als Viskositätsregulator bezeichnet.
[0028] Als Korrosionsinhibitoren und Konservierungsmittel sind beispielsweise Natriumbenzoat
und Natriumsulfit zu nennen.
[0029] Als Schaumstabilisatoren können bekannte Fettsäurealkanolamide eingesetzt werden.
[0030] Die erfindungsgemäßen flüssigen Reinigungsmittel können auch übliche Desinfektionsmittel
wie Bakterizide oder Fungizide enthalten, sofern sie keine Auswirkung auf die hautschützende
Wirkung des erfindungsgemäßen Tensid-Gemisches haben.
[0031] Die erfindungsgemäßen flüssigen Reinigungsmittel der folgenden Beispiele wurden durch
Zusammenrühren der einzelnen Bestandteile in beliebiger Reihenfolge und Stehenlassen
des Gemisches bis zur Blasenfreiheit erhalten. Als anionische Tenside wurden jeweils
Natriumsalze eingesetzt.
[0032] Die Anwendungskonzentration von flüssigen, manuell einsetzbaren Geschirrspülmitteln
beträgt im allgemeinen 0,1 bis 0,5, vorzugsweise 0,15 bis 0,45 g Aktivsubstanz (AS)
pro Liter Wasser.
Beispiele
Eingesetzte Substanzen:
[0033] i-OAS = i-Oleylalkoholsulfonat-Na-Salz auf Basis von Ocenol 90/95 (Oleylalkohol,
technisch)
[0034] i-OES3 = i-Oleylethersulfonat-Na-Salz auf Basis Ocenol 90/95 mit durchschnittlich
3 Mol EO ethoxyliert
[0035] i-OES5 = i-Oleylethersulfonat-Na-Salz auf Basis Ocenol 90/95 mit durchschnittlich
5 Mol EO ethoxyliert
[0036] i-OES10 = i-Oleylethersulfonat-Na-Salz auf Basis Ocenol 90/95 mit durchschnittlich
10 Mol EO ethoxyliert
[0037] i-OES15 = i-Oleylethersulfonat-Na-Salz auf Basis Ocenol 90/95 mit durchschnittlich
15 Mol EO ethoxyliert
[0039] ABS = Dodecylbenzolsulfonat-Na-Salz
[0040] FAS = C₁₂-C₁₄-Fettalkoholsulfat-Na-Salz
[0041] FAES = C₁₂-C₁₄-Fettalkoholethersulfat-Na-Salz mit durchschnittlich 2 Mol EO ethoxyliert
[0042] Di-n-O = Di-n-Octylsulfosuccinat-Na-Salz
[0043] Di-i-O = Di-iso-Octylsulfosuccinat-Na-Salz
[0044] Comperlan KD = Kokosdiethanolamid
[0045] Texapon 842 = C₈-Fettalkoholsulfat-Na-Salz
[0046] Texapon NSO = C
12/14-2EO-Sulfat-Na-Salz (FAES)
[0047] AS - Aktivsubstanz
Hautverträglichkeit im Epidermisquelltest
[0048] Zur Bestimmung der Hautverträglichkeit der Tensidmischungen wurde die von Zeidler
und Reese in-vitro-Methode verwendet, die in der Zeitschrift "Ärztliche Kosmetologie"
13 (1983) 39-45 ausführlich dargestellt ist.
[0049] Als Maß für die Hautverträglichkeit der Tensidmischungen diente die Quellung von
Schweine-Epidermis. Dazu wurde die benötigte Epidermis unmittelbar nach der Schlachtung
junger Schweine gewonnen und tiefgekühlt gelagert.
[0050] Für die Messung wurden ausgestanzte Epidermisstreifen der Größe 1 cm x 6 cm 30 Minuten
lang in die Tensidlösungen eingetaucht, die jeweils 2 Gew.-% Aktivsubstanz enthalten,
auf 39 °C temperiert und auf pH 6,5 eingestellt waren. Sodann wurde nach kurzem Spülen
und Entfernen des anhaftenden Wassers durch leichtes Pressen unter definierten Bedingungen
das Gewicht der gequollenen Streifen bestimmt. Anschließend wurden die Streifen 24
h über CaCl₂ entwässert und erneut getrocknet. Um Einflüsse auszuschalten, die auf
spezifische Eigenschaften des jeweiligen Tieres oder den Entnahmeort (Rücken, Seite)
zurückgehen, wurde jeweils eine Standardmessung durchgeführt. Dabei wird ein unmittelbar
benachbarter Epidermisstreifen in gleicher Weise mit Wasser anstelle mit Tensidlösung
behandelt. Die Meßzahl t für die Tensidbehandlung und w für die Behandlung mit Wasser
ergeben sich aus der Beziehung:

[0051] Die standardisierte, relative Quellungsänderung Q ist schließlich definiert als

[0052] Der Q-Wert der wasserbehandelten Haut ist somit definitionsgemäß 0 %, negative Werte
weisen auf quellungshemmende Eigenschaften hin. Dabei gilt, daß ein Tensid umso hautverträglicher
ist, je geringer die Epitermisquellung ist. Erfahrungsgemäß korrelieren die über diese
Methode gefundenen Quellfaktoren für Aniontenside und aniontensidhaltige Systeme sehr
gut mit Messungen der Hautverträglichkeit in vivo (vgl. J. Soc. Cosmet. Chem. Jap.
20 (1986) 17).
| Tensid A |
Tensid B |
A % |
B % |
Epidermisquellung % |
| i-OES10 |
Di-n-O |
100 |
0 |
20 ± 5 |
| |
|
80 |
20 |
-10 ± 8 |
| |
|
60 |
40 |
24 ± 6 |
| |
|
40 |
60 |
26 ± 7 |
| |
|
20 |
80 |
28 ± 5 |
| |
|
0 |
100 |
32 ± 8 |
| i-OES5 |
Di-n-O |
100 |
0 |
28 ± 6 |
| |
|
80 |
20 |
20 ± 5 |
| |
|
60 |
40 |
17 ± 4 |
| |
|
40 |
60 |
16 ± 3 |
| |
|
20 |
80 |
19 ± 4 |
| |
|
0 |
100 |
32 ± 6 |
| i-OES3 |
Di-n-O |
100 |
0 |
37 ± 6 |
| |
|
80 |
20 |
33 ± 5 |
| |
|
60 |
40 |
12 ± 3 |
| |
|
40 |
60 |
25 ± 6 |
| |
|
20 |
80 |
26 ± 6 |
| |
|
0 |
100 |
32 ± 6 |
| FAES |
Di-n-O |
100 |
0 |
36 ± 7 |
| |
|
80 |
20 |
34 ± 6 |
| |
|
60 |
40 |
32 ± 4 |
| (Vergleich) |
40 |
60 |
29 ± 3 |
| |
|
20 |
80 |
30 ± 6 |
| |
|
0 |
100 |
32 ± 6 |
[0053] Man erkennt also, daß die Hautverträglichkeit gegenüber Tensidmischungen nach dem
Stand der Technik gemäß EP 124 367 teilweise noch deutlich besser ist.
Tellertest
[0054] Zur Demonstration der Reinigungsleistung wurde der sogenannte Tellertest durchgeführt.
Die Methodik ist in der Zeitschrift "Fette, Seifen, Anstrichmittel",
74 (1972), Seiten 163 bis 165 beschrieben. Es wurde mit Wasser von 45 °C bei 3 °d und
16 °d und einem Einsatz von 0,15 g Produkt pro Liter Wasser sowie einer Rindertalganschmutzung
gearbeitet. Die Talganschmutzung wurde mit 2 g/Teller (Untertasse von 14 cm Durchmesser,
verteilt in der Tassenvertiefung) eingesetzt; die angeschmutzten Teller wurden nach
24 Stunden Lagerung bei bei Raumtemperatur unter den oben angegebenen Bedingungen
gespült.
[0055] Reinigungsleistung von Einzeltensiden (0,15 g/l) um Anzahl der bei 45 °C und 3 °d
bzw. 16 °d gespülten Teller:
| |
i-OES · 5 EO (42 % AS) |
iOES · 10 EO (47% AS) |
iOES · 15 EO (49,7 AS) |
Di-n-O |
| 3 °d |
1 |
0 |
1 |
25 |
| 16 °d |
1 |
0 |
1 |
20 |
[0056] Reinigungsleistung von erfindungsgemäßen Tensidgemischen (0,15 g/l) in Anzahl der
bei 45 °C und 3 °d bzw. 16 °d gespülten Teller:
| i-OES · 3 EO:Di-n-O |
100 : 0 |
75 : 25 |
50 : 50 |
25 : 75 |
10 : 90 |
0 : 100 |
| 3 °d |
0 |
1 |
7 |
15 |
26 |
25 |
| 16 °d |
0 |
1 |
6 |
12 |
14 |
20 |
| i-OES · 10 EO: Di-n-O |
100 : 0 |
75 : 25 |
50 : 50 |
25 : 75 |
10 : 90 |
0 : 100 |
| 3 °d |
0 |
10 |
24 |
27 - 28 |
26 |
25 |
| 16 °d |
0 |
12 |
22 |
24 |
22 - 23 |
20 |
| i-OES · 5 EO:Di-n-O |
100 : 0 |
75 : 25 |
50 : 50 |
25 : 75 |
10 : 90 |
0 : 100 |
| 3 °d |
1 |
2 |
8 |
17 |
>30 |
25 |
| 16 °d |
1 |
2 |
7 |
14 |
17 |
20 |
[0057] Man kann deutlich erkennen, daß die erfindungsgemäße Tensidkombination dem Stand
der Technik überlegen ist.
[0058] Nachfolgend werden eine Reihe von konfektionierten erfindungsgemäßen Geschirrspülmitteln
tabellarisch wiedergegeben. Sie eignen sich hervorragend zum Einsatz sowohl in hartem
als auch in weichem Wasser. Dabei eignen sich die ternären Abmischungen mit FAES besonders
zur Erlangung klarer, kältestabiler Formulierungen.
