(19)
(11) EP 0 383 104 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.08.1990  Patentblatt  1990/34

(21) Anmeldenummer: 90101979.4

(22) Anmeldetag:  01.02.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5A63C 9/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR LI

(30) Priorität: 15.02.1989 AT 331/89

(71) Anmelder: HTM Sport- und Freizeitgeräte Aktiengesellschaft
A-2320 Schwechat (AT)

(72) Erfinder:
  • Freisinger, Henry
    A-1210 Wien (AT)
  • Brunnhuber, Egon
    A-1232 Wien (AT)
  • Stritzl, Karl
    A-1020 Wien (AT)
  • Hoffmann, Kurt
    A-1150 Wien (AT)

(74) Vertreter: Szász, Tibor, Dipl.-Ing. 
HTM Sport- und Freizeitgeräte AG Tyroliaplatz 1
A-2320 Schwechat
A-2320 Schwechat (AT)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Ski


    (57) Die Erfindung bezieht sich auf einen Ski mit einer Ski­bindung, welche aus einem Vorderbacken und aus einem mit die­sem über ein Verbindungsglied gekoppelten Fersenhalter be­steht. Vorderbacken und Fersenhalter sind auf je einem im Querschnitt U-förmigen Schlitten befestigt, an dessen freien Schenkelenden nach innen ragende Flansche angesetzt sind, die in einer skifesten Führungsschiene gelagert sind.
    Um die Skibindung ohne Verwendung von Schrauben am Ski festlegen zu können, sieht die Erfindung vor, daß jede Wange (1a) des Ski(1) eine Ausnehmung (1c) aufweist, welche länger als die Länge jedes der beiden Schlitten (6a, 6b) ist, und daß in jeder Wange (1a) eine Nut (1b) ausgespart ist, in der die Flansche (6e, 6f) von Vorderbacken (3) und Fersen­halter (4) geführt sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Ski gemäß dem Ober­begriff des Ansprüches 1 bzw. des Ansprüches 2.

    [0002] Ein derartiger Ski ist bereits bekannt und in der US-PS 3 314 687 vorbeschrieben. Bei diesem Ski ist auf seiner Ober­seite eine Führungsschiene befestigt, welche zu einer örtli - chen Versteifung des Ski führt und ein Durchbiegen des Ski beim Durchfahren von Mulden behindert.

    [0003] Der in der AT-PS 362 273 beschriebene Ski besitzt zwar seit­liche Nuten,welche zum Verstellen und zum anschließenden Festlegen der Bindungsteile bzw. der Bindung am Ski dienen, doch muß hier die Bindung mittels Klemmbacken am Ski festgeschraubt werden,was umständlich und zeitraubend ist.Außerdem besteht die Gefahr, daß jeder Bindungsteil unsymmetrisch zur vertikalen Symmetrieebene des Ski verläuft und gegenüber dieser durch ungleichmäßiges An­ziehen der beiden Schrauben versetzt ist.

    [0004] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, die Nachteile der be­kannten Ausführungen zu beseitigen und einen Ski zu schaffen, bei dem die Skibindung ohne Verwendung von Schrauben am Ski in ein­facher weise festgelegt werden kann.

    [0005] Ausgehend von einem Ski gemäß dem Oberbegriff des Anspru­ches 1 bzw. des Ansprüches 2 wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teiles jedes dieser An­sprüche gelöst. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung eines Ski bzw. einer Skibindung kann letztere besonders schnell auf den Ski aufgesetzt und von ihm abgenommen werden.

    [0006] An sich wäre es möglich, die Nuten über die gesamte Ski­länge durchlaufen zu lassen. Dies würde aber das Aufsetzen der Skibindung erschweren. Um eine leichtere Montage der Skibindung möglich zu machen, weist der Ski die Merkmale der Ansprüche 3 und 4 auf.

    [0007] Durch den Gegenstand des Ansprüches 5 kann einerseits ei­ne Anpassung der Skibindung an verschiedene Schuhgrößen und an­derseits - natürlich nur in einem gewissen Ausmaß - auch eine Verlagerung der Schienbeinachse des Benützers vorgenommen werden.

    [0008] Die Maßnahme des Ansprüches 6 ermöglicht auf einfache Weise eine Festlegung dem Skibindung in ihrer Mittellage.

    [0009] Schließlich erlaubt der Gegenstand des Ansprüches 7 eine gleiche Ausbildung der beiden Schlitten, wodurch ein einziges Werkzeug für die Herstellung der Schlitten aus­reicht.

    [0010] In der Zeichnung sind zwei beispielsweise Ausführungs­formen des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Fig. 1 zeigt eine erste Ausführungsform im Schaubild und in einer auseinan­dergezogenen Lage von Ski und Skibindung und Fig. 2 eine glei­che Darstellung, bei der jedoch die Skibindung bereits auf dem Ski montiert ist. In den Fig. 3 und 4 sind Seitenansich­ten wiedergegeben, von denen Fig. 3 die Lage von Skibindung und Ski unmittelbar vor den Zusammenbau und Fig. 4 die bereits zusammengebaute Lage zeigt. In den Fig. 5 und 6 ist eine zweite Ausführungsform eines Ski mit einer Skibindung im Schaubild dargestellt, wobei diese Figuren etwa den Fig.1 und 2 entsprechen und wobei Vorderbacken und Fersenhalter weggelassen sind.

    [0011] Gemäß den Fig. 1 - 4 ist ein Ski 1 mit zwei Wangen 1a versehen, in deren jeder eine über die ganze Skilänge durch­gehende Nut 1b ausgespart ist. Im mittleren Bereich ihrer Länge ist jede der beiden Nuten 1b durch eine Ausnehmung 1c unterbrochen, welche zur Skioberseite hin offen ist. Beide Ausnehmungen 1c sind symmetrisch zur vertikalen Längsmittel­ebene des Ski 1 angeordnet. In der Mitte der Oberseite des Ski 1 befindet sich eine Sackbohrung 1d.

    [0012] Die Skibindung ist in ihrer Gesamtheit mit 2 bezeich­net. Sie besitzt einen an sich bekannten Vorderbacken 3 und einen gleichfalls bekannten Fersenhalter 4, welche Teile über ein Verbindungselement,z.B. ein Metallband 5, miteinan­der gekoppelt sind. Sowohl der Vorderbacken 3 als auch der Fersenhalter 4 ist auf je einem Schlitten 6a bzw. 6b befe­stigt. Jeder Schlitten 6a bzw. 6b hat - im Querschnitt gese­hen - die Form eines nach unten hin offenen U, dessen Schen­kel 6c/6d an ihren Enden nach innen ragende Flanschen 6d/6f tra­gen. Die Dicke dieser Flanschen 6d/6f ist gleich oder kleiner als die Breite der Nuten 1b in den Wangen 1a. Der Abstand a der beiden Flanschen 6d/6f entspricht der Breite b der Ober­seite des Ski 1 im Bereich der beiden Ausnehmungen 1c. Auf dem Verbindungselement 5 befindet sich ein Zwischenteil 7, welcher einen nach unten ragenden Zapfen 8 trägt. Der Zwi­schenteil 7 besitzt zur Aufnahme des Verbindungselementes 5 an seiner Unterseite eine Schwalbenschwanznut 7a.

    [0013] Unmittelbar vor der Montage der Skibindung 2 auf dem Ski 1 nehmen die beiden Teile 1 und 2 die in Fig. 1 bzw. 3 dargestellte Lage ein. Danach wird der Fersenhalter 4 auf den Ski 1 gedrückt, wobei die beiden Flanschen 6d seines Schlittens 6b mit den Nuten 1b im Ski 1 fluchten. Danach wird der Fersenhalter 4 zum Skiende hin verschoben. Gleichzeitig verbiegt sich das Verbindungselement 5. Sobald sich der Schlit­ten 6a des Vorderbackens 3 über den beiden Ausnehmungen 1c im Ski 1 befindet, wird der Vorderbacken 3 gegen den Ski 1 hin gedrückt. Dabei verbiegt sich neuerlich das Verbindungs­element 5 und der Zapfen 8 des Zwischenteiles 7 legt sich an die Oberseite des Ski 1 an. Nun wird die Skibindung 2 zur Skispitze hin verschoben. Dabei gleitet der Zapfen 8 des Zwi­schenteiles 7 entlang der Oberseite des Ski 1. Sobald der Zap­fen 8 in die Sackbohrung 1d des Ski 1 einrastet, ist die Skibindung 2 gegenüber dem Ski 1 festgelegt.

    [0014] Die in den Fig. 6 und 7 dargestellte zweite Ausführungs­form ist der ersten ähnlich. Es sind daher die gleichen Teile mit den gleichen Bezugsziffern versehen, welche jedoch zur Unterscheidung einen Strich tragen.

    [0015] Im Gegensatz zur ersten Ausführung besitzt der Ski 1′ an seinen Wangen 1′a keine durchgehenden Nuten, sondern es sind in jeder Wange 1′a zwei Nuten 10 und 11 ausgespart,zwi­schen denen sich ein von Nuten freier Abschnitt des Ski 1′ befindet. Weiters sind auch zwei nach oben hin offene Ausneh­mungen 12a,12b bzw. 13a und 13b im Ski 1′ ausgespart, welche Ausnehmungen unterschiedliche Längen besitzen.

    [0016] Ein weiterer Unterschied ist darin gelegen, daß bei der Skibindung 2′ kein durchgehendes Verbindungselement vorhanden ist, sondern daß das Verbindungselement aus zwei flachen An­sätzen 14 und 15 mit schwalbenschwanzförmigem Querschnitt be­steht, die mit den zugehörigen Schlitten 6′a und 6′b einstük­kig ausgebildet oder fest verbunden sind und die in Schwalben­schwanznuten 16a, 16b des Zwischenteiles 7′ geführt werden. Im Zwischenteil 7′ befindet sich eine an sich bekannte und der Übersicht wegen nicht dargestellte Rasteinrichtung, wel­che eine Verriegelung der beiden Ansätze 14 und 15 gegen­einander und gegenüber dem Zwischenteil 7′ ermöglicht. Da­durch kann die Skibindung 2′ an verschiedene Schuhgrößen an­gepaßt werden.

    [0017] Selbstverständlich besitzt jeder Schlitten 6′a, 6′b nicht über seine ganze Länge einen U-förmigen Querschnitt, sondern nur in zei Abschnitten 17a, 17b bzw. 18a,18b, welche Ab­schnitte in ihrer Länge den Längen der Ausnehmungen 12a,12b und 13a,13b im Ski 1′ entsprechen. Dadurch ist ein Aufsetzen der Skibindung 2′ im Mittelbereich des Ski 1′ möglich.

    [0018] Diese Ausbildung einer Skibindung 2′ hat den Vorteil, daß sie nicht nur an die Größe eines Skischuhs leicht ange­ paßt werden kann, sondern durch die Verwendung einer an sich bekannten Verstellvorrichtung für den Zapfen auch eine Ver­lagerung der Schienbeinachse des Benützers in einem gewissen Ausmaß möglich ist. Ein weiterer Vorteil ist darin gelegen, daß das von den beiden Ansätzen 14 und 15 gebildete Verbin­dungselement bei der Montage der Skibindung 2′ nicht verbo­gen werden muß. Außerdem ist der Verstellweg der beiden Schlitten 6′a, 6′b sehr gering, wie aus Fig. 6 klar hervor­geht. Während bei der ersten Ausführung der Verschiebeweg der beiden Schlitten zum Skiende hin bei der Montage das Zweifache der Schlittenlänge sowie den Abstand der Schlit­ten beträgt, und danach ein weg zur Skispitze im Ausmaß ei­ner Schlittenlänge und des halben Abstandes der Schlitten erforderlich ist, werden bei der zweiten Ausführung der Ski­bindung 2′ die beiden Scnlitten 6′a, 6′b, welche gleichzei­tig eingesetzt werden, angenähert nur um eine halbe Schlit­tenlänge zur Skispitze bzw. zum Skiende hin verschoben, wo­nach die beiden Ansätze 14, 15 durch die Rasteinrichtung verrastet werden.

    [0019] Die Erfindung ist nicht an die in der Zeichnung darge­stellten und im vorstehenden beschriebenen Ausführungsbei­spiele gebunden. Vielmehr sind verschiedene Abänderungen möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Bei­spielsweise wäre es möglich, die Nuten mit U-Profilen aus­zukleiden, welche in den Wangen des Ski verankert sind. Wei­ters können im Zwischenteil eine oder zwei Nuten mit T-Quer­ schnitt ausgespart sein, in der bzw. in denen das Verbin­dungselement mit T-förmigem Querschnitt oder die beiden An­sätze geführt werden. Auch kann der Zapfen gemäß dem er­sten Ausführungsbeispiel unmittelbar am Verbindungselement befestigt werden.


    Ansprüche

    1. Ski mit einer Skibindung, welche aus einem Vorder­backen und aus einem mit diesem über ein Verbindungsglied gekoppelten Fersenhalter besteht, wobei sowohl der Vorder­backen als auch der Fersenhalter auf je einem Schlitten be­festigt ist, welcher im Querschnitt die Form eines nach un­ten offenen U besitzt, an dessen freie Schenkelenden nach innen ragende Flansche angesetzt sind, die in mindestens einer skifesten Führungsschiene, welche sich in Skilängs­richtung erstreckt, gelagert sind, dadurch ge­kennzeichnet, daß jede Wange (1a) des Ski (1) im mittleren Bereich ihrer Länge eine Ausnehmung (1c) auf­weist, welche länger als die Länge jedes der beiden Schlit­ten (6a, 6b) ist, und daß in jeder Wange (1a), wie an sich bekannt, eine Nut (1b) ausgespart ist, in der die Flanschen (6e, 6f) von Vorderbacken (3) und Fersenhalter (4) geführt sind, so daß die Flansche (6e, 6f) über die Ausnehmungen (1c) in die Nuten (1b) einsetzbar sind (Fig. 1 - 4).
     
    2. Ski mit einer Skibindung, welche aus einem Vorder­backen und aus einem mit diesem über ein Verbindungsglied gekoppelten Fersenhalter besteht, wobei sowohl der Vorder­backen als auch der Fersenhalter auf je einem Schlitten befestigt ist, welcher im Querschnitt die Form eines nach unten offenen U besitzt, an dessen freie Schenkelenden nach innen ragende Flansche angesetzt sind, die in minde­stens einer skifesten Führungsschiene, welche sich in Ski­längsrichtung erstreckt, gelagert sind, dadurch gekenn­zeichnet, daß auf jeder Seite jedes Schlittens (6′a, 6′b) der Flansche (6′e, 6′f) aus zwei Abschnitten (17a, 17b, 18a, 18b) besteht, welche sich im Abstand voneinander befinden, daß der dazugehörige Bereich der Wange (1′a) des Ski (1′) über zwei Ausnehmungen (12a, 12b; 13a, 13b) verfügt und daß, wie an sich bekannt, in jeder Wange (1′a) mindestens eine Nut (10 bzw. 11) ausgespart ist, in der die Flanschen (6′e, 6′f) von Vorderbacken (3′) und Fersenhalter (4′) geführt sind, so daß die Flansche (6′e, 6′f) über die Ausnehmungen (12a, 12b, 13a, 13b) in die Nuten (1′b) einsetzbar sind (Fig. 5 und 6).
     
    3. Ski nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Abschnitte (17a, 17b bzw. 18a, 18b) der Flanschen (6′e, 6′f) jeweils unterschiedliche Längen aufweisen.
     
    4. Ski nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die dem Vorderbacken (3′) zugeordneten Ausnehmungen (12a, 12b) den gleichen Abstand wie jene Ausnehmungen (13a,13b) besitzen, welche dem Fersenhalter (4′) zugeordnet sind.
     
    5. Ski nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsglied von einem Zwischenteil (7′) gebildet ist, in dem zwei Nuten (16a, 16b) ausgespart sind, in de­nen flache Ansätze (14, 15) der beiden Schlitten (6′a, 6′b) geführt sind, welche Ansätze (14, 15) in der Fahrtstellung durch eine an sich bekannte Rasteinrichtung gegeneinander bzw. gegenüber dem Zwischenteil (7′) verriegelt sind (Fig. 5 und 6).
     
    6. Ski nach einem der Ansprüche 1 oder 2 und 5, da­durch gekennzeichnet, daß zur Festlegung der Skibindung (2, 2′) am Ski (1, 1′) in dessen Oberseite mindestens eine Sackbohrung (1d, 1′d) ausgespart ist, in welche ein am Ver­bindungsglied (5), vorzugsweise am Zwischenteil (7′), ange­ordneter Zapfen (8, 8′) eingreift.
     
    7. Ski nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausnehmungen (12a, 12b) für den Vorderbacken (3′) in bezug auf eine durch die Achse der Sackbohrung (1′d) ge­legte vertikale Querebene symmetrisch zu den Ausnehmungen (13a, 13b) für den Fersenhalter (4′) angeordnet sind.
     




    Zeichnung