(19)
(11) EP 0 383 813 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
13.01.1993  Patentblatt  1993/02

(21) Anmeldenummer: 88909529.5

(22) Anmeldetag:  19.10.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5C10B 25/06
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP8800/938
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 8903/868 (05.05.1989 Gazette  1989/10)

(54)

KAMMERRAHMEN

CHAMBER FRAME

BATI DE CHAMBRE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE FR GB IT NL

(30) Priorität: 22.10.1987 DE 3735791
29.06.1988 DE 3821845

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
29.08.1990  Patentblatt  1990/35

(73) Patentinhaber: Thyssen Still Otto Anlagentechnik GmbH
44789 Bochum (DE)

(72) Erfinder:
  • BECKER, Wolfgang
    D-4630 Bochum 6 (DE)
  • KAEWERT, Klaus
    D-4000 Düsseldorf 13 (DE)

(74) Vertreter: Dahlkamp, Heinrich-Leo, Dipl.-Ing. 
c/o Thyssen Still Otto Anlagentechnik GmbH Patentabteilung Postfach 10 18 50
44718 Bochum
44718 Bochum (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A- 721 052
US-A- 3 984 310
FR-A- 880 138
US-A- 4 200 499
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Kammerrahmen



    [0001] Die Erfindung betrifft einen Koksofen mit im Mauerwerk liegenden Heizzügen, mit Türrahmen, die in das Koksofenmauerwerk eingelassen sind und mit Koksofentüren.

    [0002] Koksöfen werden indirekt beheizt. D.h. die Seitenwände der Koksöfen werden durch Heizzüge beheizt, die in den Koksofenwänden angeordnet sind und gasbefeuert sind. Zu den Ofenköpfen hin haben die Heizzüge einen bestimmten Abstand. Damit soll eine übermäßige Erwärmung der Ofenköpfe vermieden werden.

    [0003] An den Ofenköpfen werden die Auflageflächen für die Koksofentüren durch Kammerrahmen gebildet. In früherer Zeit hatten die Kammerrahmen zumeist ein L-förmiges Profil in neuerer Zeit sind die Kammerrahmen immer dicker und im querschnitt annähernd quadratisch geworden. Üblicherweise bestehen zeitgemäße Kammerrahmen annähernd aus Profilen mit Kantenlängen zwischen 150 und 200 mm. Derartige Kammerrahmen werden wie die früheren L-förmigen Rahmen gegossen.

    [0004] Mit der Verdickung der Kammerrahmen soll der Wärmeverformung entgegengewirkt werden. Teilweise ist das eine irrige Annahme, denn für die Wärmeverformung ist auch der Temperaturunterschied zwischen der steinberührten Kammerrahmenfläche und der entfernsten Kokskammerrahmenfläche verantwortlich. Gelegentlich ist aufgrund von Temperaturschwankungen an den Kammerrahmen ein solches Spiel zwischen steinberührten Seiten und Kammerrahmenflächen zu beobachten, daß Leckstellen auftreten, die gestopft werden müssen. D.h. in die sich öffnende Spalte wird Dichtmittel gestopft oder gespritzt.

    [0005] Im übrigen gibt es verschiedene Auffassungen über die Bedeutung des Kammerrahmens. Eine Auffassung sieht in dem Kammerrahmen einen notwendigen Bestandteil für den Verbund des Mauerwerks. Der Kammerrahmen soll durch Anpressung die Feuerfeststeine zusammenhalten. Eine andere Ansicht geht dahin, daß der Verbund der Feuerfeststeine auch ohne den Kammerrahmen gewährleistet ist. Auch das hat zum Festhalten an den dicken Kammerrahmenprofilen beigetragen.

    [0006] Die Kammerrahmen bilden zusammen mit den Koksofentüren Dichtflächen am Koksofen. Diese Dichtflächen sind seit Jahren die Problemstellen am Ofen. Dort treten Leckagen auf. Es entweicht Rohgas. Es hat deshalb eine Vielzahl von Lösungsvorschlägen für die Abdichtung zwischen Türrahmen und Koksofentüren gegeben. Von diesen Vorschlägen hat sich in der Vergangenheit die sogenannte Hammerschlagleiste besonders durchgesetzt, wie sie z.B. aus der deutschen Auslegeschrift 25 48 923 bekannt ist. Dabei handelt es sich um Stahlleisten, die mit scharfer Kante gegen den Türrahmen gedrückt werden. Die Leisten sind über ihre Länge mit entsprechenden Einrichtungen an verschiedenen Stellen des Guß-Türkörpers anstellbar. Ein Nachteil der bekannten Leisten ist die Verschleißwirkung auf den Kammerrahmen. Mit der Zeit arbeiten sich die Leisten in die Berührungsfläche des Kammerrahmens. Darüber hinaus zeigt sich, daß sich in dem Bereich der Dichtleisten Verkrustungen aufbauen. Diese Verkrustungen sind als Rohgasbestandteile zu identifizieren. Das Kondensat verschmutzt die Dichtflächen und baut sich unter den Leisten auf, so daß keine schließende Berührung der Leisten mit dem Kammerrahmen möglich ist. Dem muß mit einer Kammerrahmenreinigung und einer Reinigung der Dichtleisten entgegengewirkt werden. Die Reinigungsgeräte haben sich bis heute gehalten. Es gilt zwar neuere Vorschläge für die Gestaltung von Koksofentüren, wie sie in der deutschen Offenlegungsschrift 33 27 337 beschrieben sind, die die Reinigungsinteralle wesentlich vergrößern. Die Frage der Reinigung stellt sich jedoch nach wie vor.

    [0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Reinigung zu vermeiden. Dabei geht die Erfindung von dem Gedanken aus, die Kondensatbildung zu unterbinden. Aus der europäischen Patentschrift 0 031 526 ist ein Vorschlag bekannt, ein Verschlußsystem am Koksofen zu schaffen, das ein Verschmutzen der Verschlußteile insbesondere der Dichtflächen des Türrahmens und der zugeordneten Dichtungen durch Kondensatbildung und Grafitanfall weitgehend verhindern soll. Diese Wirkung soll von einem als Hohlkörper ausgebildeten Heißteil erreicht werden, das die Temperatur im Bereich des Verschlusses während des Füll- und Verkokungsvorganges oberhalb der Kondensatbildungstemperatur hält. Bei dem Heißteil soll es sich um einen Hohlkörper handeln, der mit hitzespeicherndem und Hitze gut abgebendem Material gefüllt ist und an der Koksofentür befestigt ist. Das Heißteil wird mit der Koksofentür zum Drücken des Kokses vom Ofen entfernt bzw. mit der Koksofentür nach Drücken des Kokses zum wiederbefüllen des Ofens mit der Koksofentür eingesetzt. Nach dem wiedereinsetzen soll das Heißteil teilweise gegen den Kammerrahmen bzw. den Verschluß strahlen. Die Hauptstrahlung soll jedoch zum Gassammelrraum bzw. Gaskanal hin gerichtet sein.

    [0008] Offen ist, wie das Heißteil seine Erwärmung erfährt. Eine Beheizungsein richtung ist im Heißteil nicht vorgesehen. Insofern wäre das Heißteil darauf angewiesen, die notwendige wärme während des Verkokungsvorganges aufzunehmen und zu speichern, um diese Wärme dann beim Wiedereinsetzen der Tür abgeben zu können. Hier stellen sich verschiedene Probleme für diesen Vorschlag. Das eine Problem ist die Frage des Temperaturniveaus. Offen ist, wie ein Temperaturniveau im Gaskanal zwischen Türstopfen und Koksofentürkörper entstehen soll, das für die gewünschte Erwärmung des Heißteiles ausreichend ist. Offen ist auch, welche Dimensionierung und welche Materialbeschaffenheit das Heißteil haben muß, um die notwendige Wärme aufzunehmen und im Einsatzfall wieder abzugeben. Die kritische Situation dieses Vorschlages wird im Vergleich mit dem Keramikstopfen deutlich, der bei der bekannten Tür vorgesehen ist. Der Keramikstopfen ist einem sehr viel höheren Temperaturniveau als das Heißteil ausgesetzt. Demzufolge nimmt er bei gleicher Beschaffenheit wesentlich mehr Wärme als das Heißteil auf (für das Heißteil ist ausdrücklich eine keramische Zusammensetzung als besonders vorteilhaft angegeben). worden. Gegenüber dem Temperaturniveau und dem Wärmeinhalt des Keramikstopfens nehmen sich Temperaturniveau und Wärmeinhalt des Heißteils bescheiden aus.

    [0009] Werden nun die Erfahrungen mit herkömmlichen Keramikstopfen angelegt, bei denen Kondensatablagerungen in beträchtlichem Umfang anfallen und zu den eingangs erläuterten Problemen führen, so ist von dem nach der europäischen Patentschrift 0 031 526 vorgesehenen zusätzlichen Heißteil die Vermeidung der Kondensatbildung nicht zu erwarten. Dementsprechend ist bisher keine Anwendung des Heißteils, dessen Vorschlag auf das Jahr 1979 zurückgeht, bekannt geworden.

    [0010] Nach der Erfindung wird die Oberflächentemperatur im Dichtspalt auf mindestens 300 °C dadurch angehoben, daß der Abstand des Dichtspaltes vom ersten Heizzug höchstens 200 mm beträgt und der Kammerrahmen plattenförmig ausgebildet ist. Vorzugsweise ragt der Kammerrahmen mit einem Steg in das Mauerwerk. Im Gegensatz zu der aus der europäischen Patentschrift 0 031 526 bekannten Lösung verhindert die Erfindung tatsächlich eine Kondensatbildung an den Dichtflächen. Die Verkürzung des Abstandes zum ersten Heizzug bewirkt eine Annäherung der Dichtflächen an die heiße Ofenzone.

    [0011] Herkömmliche Koksöfen haben alle einen Abstand der Dichtflächen zwischen Kammerrahmen und Koksofentür vom ersten Heizzug, der zwischen 300 und 340 mm liegt. Bei diesem Abstand ist zu berücksichtigen, daß der Kammerrahmen bei rechteckigem Profil eine Kantenlänge von z. B. 175 mm hat. Die erfindungsgemäße Verringerung des Abstandes kann allein schon durch Auswechselung des vorhandenen Kammerrahmens gegen einen neuen Kammerrahmen erreicht werden, der z. B. nur eine Kantenlänge von 50 mm bzw. eine Dicke von 50 mm hat. Dadurch ergibt sich nach der Erfindung ein plattenartiger Kammerrahmen. Vorzugsweise wird der plattenartige Kammerrahmen auch in dieser Form eingebaut. Dies läßt sich unter Verwendung der vorhandenen Klemmbügel dadurch verwirklichen, daß im Bereich der Klemmbügel Nocken, Distanzstücke oder Böcke in dem Kammerrahmen angebracht werden, die den Abstand des plattenartigen Kammerrahmens zu den Klemmbügeln überbrücken. Wahlweise sind darüber hinaus Nocken oder weitere Böcke an dem plattenartigen Kammerrahmen zum Einschrauben der Verriegelungshaken vorgesehen. Die Verriegelungshaken können auch unmittelbar an dem plattenartigen Kammerrahmen befestigt werden.

    [0012] An herkömmlichen Koksöfen mit L-förmigem Kammerrahmen kann der erfindungsgemäße Abstand zum ersten Heizzug auch unter Verwendung des vorhandenen Kammerrahmens dadurch verwirklicht werden, daß das Mauerwerk am Ofenkopf entsprechend ausgenommen wird.

    [0013] In jedem Fall ist es von Vorteil, wenn zwischen dem erfindungsgemäß angeordneten Kammerrahmen und dem Mauerwerk eine Ausgleichschicht vorgesehen ist. Die Ausgleichschicht soll sicherstellen, daß sich das Mauerwerk schließend an dem Kammerrahmen anlegt und umgekehrt. Damit ist ein optimaler Wärmeübergang zur erfindungsgemäßen Erhöhung der Temperatur im Dichtspalt gewährleistet.

    [0014] Die nach der Erfindung zum Einsatz gelangenden Kammerrahmen können aus hitzebeständigem bzw. hochhitzbeständigem Stahl bestehen. Hochhitzebeständige Stähle weisen einen hohen Legierungsanteil an Chrom und Nickel auf. Derartige Stähle sind jedoch in der vorgesehenen Form schwierig zu beschaffen. Das gilt insbesondere für einen nach der Erfindung ins Auge gefaßten Herstellungsvorgang durch Ausschneiden bzw. Ausbrennen des Kammerrahmens aus einer Stahlplatte. Bei einer solchen Herstellung werden Schweißstellen zwischen den Längs- und Querholmen des Kammerrahmens vermieden. Ein weiterer zu beachtender Aspekt bei hochhitzebeständigem Stahl ist dessen Wärmedehnung, die ein Vielfaches größer als die Wärmedehnung anderer Stähle ist.

    [0015] Nach der Erfindung wird die Wärmedehnung des Kammerrahmens dadurch berücksichtigt, daß der Kammerrahmen im kalten Zustand mit einem vorausberechneten Untermaß gefertigt wird und sich dann im Betriebszustand auf das gewünschte Maß ausdehnt. Die Grundlage der Vorausberechnung ist die Temperaturdifferenz zwischen der Bearbeitungs- bzw. Herstellungstemperatur und der Betriebstemperatur in Verbindung mit der Längendehung pro Temperaturgrad.

    [0016] Gleichwohl findet vorzugsweise ein sogenannter Kesselstahl - das sind Stähle die an Feuerungskesseln zum Einsatz kommen - Verwendung. Solche Stähle sind zwar weniger hitzebeständig, haben jedoch verschiedene Vorteile. Dazu gehört neben einem Preisvorteil auch die Verfügbarkeit von Platten, aus denen sich erfindungsgemäße Kammerrahmen herausschneiden bzw. herausbrennen lassen.

    [0017] Ein Gußrahmen wäre der erfindungsgemäßen Temperaturbelastung nicht gewachsen.

    [0018] Bei erfindungsgemäßer Verwirklichung der hohen Dichtspalttemperatur kann der Türstopfen in seiner ursprünglich vorgesehenen bzw. üblichen Stellung im Ofen bleiben. Diese Stellung ist durch den Abstand zum ersten (Maschinenseite) und letzten (Koksseite) Heizzug gekennzeichnet. Dieser Abstand gewährleistet eine ausreichende Ausgarung des Ofenbesatzkopfes. Vorzugsweise eignen sich Leichtbautürstopfen. Solche Leichtbautürstopfen haben die Form eines Schildes. Der Schild kann aus Metall oder aus Keramik bestehen.

    [0019] Der nach der Erfindung vorgesehenen besonderen Temperatur im Dichtspalt und den daraus resultierenden Wärmeverformungen wird durch Verwendung einer hochflexiblen Koksofentür Rechnung getragen. Eine solche Tür besteht beispielsweise aus einem sich nach außen hin auswölbenden Profil, welches sich im Randbereich jeder Kammerrahmenform anpaßt. Die Anpassung wird durch eine Vielzahl von Andruckelementen erreicht, die in einem im Bereich des Dichtspaltes umlaufenden Rahmen angeordnet sind. Die Andruckelemente besitzen vorzugsweise Federn, die auch bei einer Wärmedehnung und damit verbundenen Biegung des Türkörpers einen vorbestimmten Andruck am Kammerrahmen sicherstellen. Mit einer solchen Tür läßt sich auch stärkeren Wärmeverformungen Rechnung tragen.

    [0020] Nach der Erfindung ist im übrigen vorzugsweise vorgesehen, daß die Auswölbung der Koksofentür bis über den im Dichtbereich umlaufenden Rahmen hinausgeht. Mit einer solchen Auswölbung läßt sich ein vorteilhafter, sehr großer Gaskanal hinter dem Türschild in der Koksofentür verwirklichen. Es ist vorteilhaft, diese bauliche Maßnahme mit zwei weiteren Merkmalen zu verbinden. Das eine Merkmal ist eine auf maximal 40 mm beschränkte Schichtdicke für die Isolierung in der Koksofentür oder eine außen an der Tür angeordnete Isolierung. Bei Außenisolierung besteht der Türkörper gleichfalls aus hitzebeständigem Stahl. Dadurch ergibt sich eine Vertiefung im Türkörper. D.h. die Isolierung wölbt sich wie die Koksofentür nach außen hin aus. Das ist gegenüber herkömmlichen Isolierungen neu.

    [0021] Das zweite Merkmal ist eine neuartige Verriegelung. Durch die erfindungsgemäße Verwölbung bzw. Auswölbung der Koksofentür können herkömmliche Verriegelungen keine Anwendung mehr finden. Die Verriegelungen müßten um die Auswölbung herumgreifen, wenn der große Gaskanal über seine ganze Länge einen gleichbleibenden Querschnitt erhalten soll. Andernfalls müßten im Bereich der Verriegelungshaken der Gaskanal eingeschnürt und die Auswölbung unterbrochen sein.

    [0022] Die neuartige Verriegelung kann auf verschiedene weise verwirklicht werden. Ein älterer Lösungsvorschlag beinhaltet die Anordnung von Kettenrädern auf den die Anpressung bewirkenden Schrauben, Bolzen oder Federn in dem im Bereich des Dichtspaltes umlaufenden Rahmen. Die Kettenräder werden mit einer gemeinsamen Kette im umlaufenden Rahmen gemeinsam bewegt, wobei der umlaufende Rahmen an übergreifenden Verriegelungshaken ein widerlager finden. Die Kettenräder können auch anders miteinander gekoppelt sein. Anstelle der Kettenräder sind auch pneumatisch oder hydraulisch betätigte Zylinder als Anstellmittel für die Bolzen oder Federn geeignet.

    [0023] Wahlweise können auch anstelle herkömmlicher zweiarmiger Verriegelungskörper einarmige Verriegelungskörper verwendet werden, die als Schwenkarme auf dem Rahmen angeordnet sind und übliche Verriegelungshaken am Kammerrahmen hintergreifen. Die Arme der Verriegelungskörper können dann über Gestänge miteinander verbunden sein, wobei für jede Türseite ein Gestänge vorgesehen ist und wahlweise die Gestänge an beiden Seiten über ein gemeinsames Gestänge am oberen Ende und/oder am unteren Ende der Koksofentür miteinander verbunden sind.

    [0024] Wahlweise ist statt der einzelnen Schwenkarme am umlaufenden Rahmen auch ein Schiebegestänge mit ausladenden keilförmigen Armen vorgesehen, die sich bei einer Verschiebung in Längsrichtung der Längsholme des umlaufenden Rahmens unter die am Kammerrahmen angeordneten Verriegelungshaken schieben und die gewünschte Anpressung der Koksofentür am Kammerrahmen gewährleisten.

    [0025] In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße Koksofentürsituation dargestellt. Die Darstellung ist ein Ausschnitt, der sich auf eine Hälfte eines symetrisch ausgebildeten Koksofens beschränkt. Mit 1 ist der Ofeninnenraum bezeichnet, mit 2 das Mauerwerk aus Feuerfeststeinen, mit 3 der erste (maschinenseitige) oder letzte (koksseitige) Heizug. Der Koksofen besitzt frontseitig einen Kammerrahmen 4 mit rechteckförmigem querschnitt, der in eine entsprechende Ausnehmung des Mauerwerkes 2 eingelassen ist. Der Kammerrahmen 4 wird mit Klemmbügel 5 gegen das Mauerwerk 2 gedrückt. Die Klemmbügel 5 sind an einer wandschutzplatte 6 gehalten.

    [0026] Im Unterschied zu herkömmlichen Kammerrahmen ist der Kammerrahmen 4 mit einem Steg 20 versehen, mit dem er in eine Nut 21 des Ofenmauerwerkes ragt. Der Steg 20 besitzt im Ausführungsbeispiel eine Dicke von 20 mm und eine Steghöhe von 60 mm.

    [0027] Der Ofen nach Figur 1 ist mit einer Koksofentür verschlossen, die aus einem Blech 7 besteht. Das Blech 7 besitzt eine nach außen hin gerichtete Auswölbung, die mit Isolierungsmaterial 8 gefüllt ist. Am Rand 9 wird das Blech 7 gegen den Kammerrahmen 4 gedrückt. Dabei ist zwischen dem Rand 9 und dem Kammerrahmen ein, vorzugsweise am Rand 9 befestigtes Dichtungsmaterial vorgesehen.

    [0028] Die Anpressung des Randes 9 wird mit einem umlaufenden Rahmen 10 bewirkt, der über übliche Verriegelungseinrichtungen und Verriegelungshaken ein widerlager am Kammerrahmen 4 findet.

    [0029] Die notwendige Anpreßkraft wird mit Schrauben erreicht, die einzeln anstellbar im umlaufenden Rahmen 10 sitzen. Anstelle der Schrauben sind auch federbelastete Bolzen vorgesehen.

    [0030] Zum Ofeninnern hin besitzt die Koksofentür eine Schildkonstruktion mit einem Metallschild 11, das durch Abstandshalter 12 an der Koksofentür gehalten ist.

    [0031] Der Kammerrahmen 4 hat im Ausführungsbeispiel nach Figur 1 herkömmliche Abmessungen z.B. eine Abmessung von ca. 175 mm in Ofenlängsrichtung. Durch den Steg 20, dessen Wärmeaufnahme im heißeren Bereich der Ofenwand und der Wärmeleitung an den Kammerrahmen 4 wird im Spalt zwischen den Rand 9 des Bleches 7 die Temperatur um ca. 100°C gegenüber herkömmlichen Kammerrahmen erhöht. Das sind im Ausführungsbeispiel ca. 350°C gegenüber einer maximalen Dichtspaltemperatur von ca. 250°C an herkömmlichen Koksöfen.

    [0032] Der Steg 20 kann ggf. auch bündig mit der Ofeninnwnand angeordnet werden, so daß er einen Flansch am Kammerrahmen 4 bildet.

    [0033] Figur 2 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Konstruktion. Statt des Kammerrahmens 4 ist ein plattenförmiger Kammerrahmen 15 aus hitzebeständigem Material, hier Kesselstahl, ggf. auch aus einem hochhitzebeständigem Chrom/Nickel-Stahl vorgesehen.

    [0034] Der Rahmen 15 hat eine Dicke von 50 mm, vorzugsweise eine Dicke von nicht mehr als 60 mm, so daß die Dichtfläche zwischen Koksofentür und Kammerrahmen gegenüber der Lösung nach Figur 1 um 125 mm näher am ersten Heizzug 3 liegt. Es ergibt sich ein Abstand 22, der geringer als 200 mm ist. Durch die größere Nähe zum Heizzug wird die Dichtfläche heißeren Ofenzonen ausgesetzt und eine Dichtspalttemperatur von im Ausführungsbeispiel 400°C erreicht.

    [0035] Das Ausführungsbeispiel nach Figur 2 unterscheidet sich auch in einer anders gestalteten Koksofentür von der nach Figur 1. Der wesentliche Unterschied wird durch ein gegenüber dem umlaufenden Rahmen 10 nach außen hin vorstehendes Blech 16 gebildet. Vorzugsweise außen ist das Blech 16 der Koksofentür mit einer 30 mm maximal 40 mm dicken Isolierung 17 versehen. Das Blech 16 und die Isolierung 17 schließen einen Gaskanal 18 ein, der ein großes Volumen besitzt, so daß eintretendes Rohgas frei nach oben in Richtung Gassammelraum abströmen kann.

    [0036] Der Türschild ist bei 19 an das Blech 16 angedockt. Zum Andocken wird wiederum ein Blechprofil verwendet, das sich entweder aus Einzelteilen zusammensetzt oder über der Türlänge einstückig ist und eine Vielzahl von Gaseintrittsöffnungen besitzt, mindestens jeweils oben und unten eine.

    [0037] Zur Verriegelung der Koksofentür sind am umlaufenden Rahmen 10 nicht dargestellte schwenkbewegliche einarmige Verriegelungen vorgesehen, die über Gestänge miteinander verbunden sind, so daß die an jedem Längsholm sich befindenden einarmigen Verriegelungen gemeinsam miteinander verschwenkt werden können. Beim Verschwenken legen sich die Verriegelungsarme unter die am Kammerrahmen 15 befestigten Verriegelungshaken.

    [0038] Die Verriegelungshaken sind entweder unmittelbar in dem plattenförmigen Kammerrahmen 15 verschraubt. Oder es sind Böcke an dem Kammerrahmen 15 verschweißt, die geeignete Gewindebohrungen für die Verriegelungshaken besitzen.

    [0039] Figur 2 zeigt darüber hinaus Böcke 23, die an dem plattenförmigen Kammerrahmen 15 verschweißt sind und den Abstand zu den Klembügeln 5 überbrücken.

    [0040] Es sind soviel Böcke 23 am Kammerrahmen 15 vorgesehen, wie Klemmbügel 5 vorhanden sind. Zwischen den Böcken ist der Raum offen gelassen, um die geringe Plattendicke des Kammerrahmens 15 zu nutzen. Die geringe Plattendicke ist von Vorteil, weil hier eine geringe Temperaturdifferenz zwischen Oberseite und Unterseite herrscht, die für eine Biegung durch Wärmedehnung maßgeblich ist. D.h. bei geringer Plattendicke entsteht nur eine geringe Biegung.

    [0041] Anstelle der Böcke 23 können auch Nocken oder andere Distanzhalter vorgesehen sein.

    [0042] Nach Figur 1 ist im übrigen zwischen dem Kammerrahmen 15 und dem Ofenmauerwerk eine Ausgleichschicht 24 vorgesehen. Die Ausgleichschicht 24 sichert ein schließendes Aneinanderliegen des Kammerrahmens 15 und des Mauerwerks im Sinne einer optimalen Übertragung der wärme. Zweckmäßigerweise besteht die Ausgleichschicht 24 aus gut wärmeleitendem Material.

    [0043] In Figur 2 ist strichpunktiert eine neuartige Dichtung zwischen Kammerrahmen 15 und dem Ofen dargestellt. Die neuartige Dichtung tritt an die Stelle herkömmlicher Stemmfugen. Bei der neuartigen und mit 25 bezeichneten Dichtung handelt es sich im Ausführungsbeispiel um ein den Kammerrahmen ringförmig bzw. rohrförmig umschließendes Blech, dessen eines Ende am Kammerrahmen 15 verschweißt ist und dessen anderes Ende an der Wandschutzplatte 6 verschweißt ist. Zwischen beiden Enden sind im Ausführungsbeispiel Dehnungsfalten vorgesehen. Es kann jedoch ggf. auch ein Blech ohne Dehnfalten verwendet werden, das aufgrund ausreichender Nachgiebigkeit den Dehnbewegungen von Kammerrahmen und Wandschutzplatten folgt. Es kann jedoch auch ein schlauchförmiges, nicht metallisches Material verwendet werden, das an beiden Enden in gleicher weise wie das Blech 25 befestigt wird.

    [0044] Die neuartige Abdichtung kann auch unabhängig von dem hier gezeigten Kammerrahmen Anwendung finden.


    Ansprüche

    1. Kofsofen mit im Mauerwerk liegenden Heizzügen (3) zum Heizen, mit Kammerrahmen (4/15), die in das Koksofenmauerwerk (2) eingelassen sind, und mit Koksofentüren, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhöhung der Oberflächentemperatur im Dichtspalt zwischen Koksofentür und Kammerrahmen (4/15) auf mindetens 300 °C der Abstand (22) zum ersten Heizzug (3) höchstens 200 mm beträgt und daß der Kammerrahmen (15) plattenförmig ausgebildet ist.
     
    2. Koksofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kammerrahmen (4) mit einem Steg (20) in das Mauerwerk (2) ragt.
     
    3. Koksofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der plattenförmige Kammerrahmen (15) aus Kesselblech besteht und höchstens 60 mm dick ist.
     
    4. Koksofen nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der plattenförmige Kammerrahmen (15) mit Böcken (23) versehen ist.
     
    5. Koksofen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Ausgleichschicht (24) zwischen Kammerrahmen und Mauerwerk (2).
     
    6. Koksofen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine sich von der Wandschutzplatte (6) bis zum Kammerrahmen (15) erstreckende schlauch- oder rohrförmige Dichtung (25).
     
    7. Koksofen nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch ein angeschweißtes Blech mit Dehnungsfalten zwischen den Anschlußstellen an den Wandschutzplatten (6) bzw. dem Kammerrahmen (15).
     


    Claims

    1. A coke oven with heating flues (3) lying in the brickwork for heating, with chamber frames (4/15) embedded in the coke oven brickwork (2) and with coke oven doors, characterized in that the distance (22) to the first heating flue (3) for increasing the surface temperature in the sealing gap between coke oven door and chamber frame (4/15) amounts to 200 mm at max. and in that the chamber frame (15) is of a plate-like shaped layout.
     
    2. A coke oven according to Claim 1, characterized in that the chamber frame (4) protrudes with one web (20) into the brickwork (2).
     
    3. A coke oven according to Claim 2, characterized in that the plate-like shaped chamber frame (15) is made of boiler plate and max. 60 mm thick.
     
    4. A coke oven according to Claim 2 or Claim 3, characterized in that the plate-like shaped chamber frame (15) is equipped with support jacks (23).
     
    5. A coke oven according to one or several claims of Claim 1 to 4, characterized in that an offset layer (24) is placed between chamber frame and brickwork (2).
     
    6. A coke oven according to one or several claims of Claim 1 to 5, characterized in that there is a hose-type and/or tube-type sealing (25) extending from the wall protection plate (6) to the chamber frame (15).
     
    7. A coke oven according to Claim 6, characterized in that there is a welded-on plate with expansion folds between the connection points at the wall protection plates (6) and/or the chamber frame (15).
     


    Revendications

    1. Four à coke avec carneaux de chauffage (3) couchés dans l'ouvrage de maçonnerie, pour le chauffage, avec bâtis de chambre (4/15) engagés dans l'ouvrage de maçonnerie du four à coke (2) et avec portes de fours à coke
    caractérisé par le fait
    qu'en vue d'augmenter la température de surface dans la fente d'étanchéisation entre la porte du four à coke et le bâti de la chambre (4/15) à au moins 300 °C, l'écart (22) vis-à-vis du premier carneau (3) est au maximum de 200 mm et que le bâti de la chambre (15) est en forme de plaque.
     
    2. Four à coke selon la revendication 1
    caractérisé par le fait
    que le bâti de la chambre (4) pénètre dans l'ouvrage de maçonnerie (20) au moyen d'une traverse (20).
     
    3. Four à coke selon la revendication 2
    caractérisé par le fait
    que le bâti de la chambre (15) en forme de plaque est en tôle pour chaudière et a une épaisseur maximum de 60 mm.
     
    4. Four à coke selon la revendication 2 ou 3
    caractérisé par le fait
    que le bâti de la chambre en forme de plaque (15) est muni de supports (23).
     
    5. Four à coke selon une ou plusieurs des revendications 1 à 4
    caractérisé par
    une couche compensatrice (24) entre le bâti de la chambre et l'ouvrage de maçonnerie (2).
     
    6. Four à coke selon une ou plusieurs des revendications 1 à 5
    caractérisé par
    une garniture d'étanchéisation en forme de tuyau ou de tube (25) qui s'étend de la plaque de protection de la maçonnerie (6) au bâti de la chambre (15).
     
    7. Four à coke selon la revendication 6
    caractérisé par
    une tôle soudée avec des plis de dilatation entre les points de raccordement aux plaques de protection de la maçonnerie (6) et le bâti de la chambre (15).
     




    Zeichnung