Kammerrahmen
[0001] Die Erfindung betrifft einen Koksofen mit im Mauerwerk liegenden Heizzügen, mit Türrahmen,
die in das Koksofenmauerwerk eingelassen sind und mit Koksofentüren.
[0002] Koksöfen werden indirekt beheizt. D.h. die Seitenwände der Koksöfen werden durch
Heizzüge beheizt, die in den Koksofenwänden angeordnet sind und gasbefeuert sind.
Zu den Ofenköpfen hin haben die Heizzüge einen bestimmten Abstand. Damit soll eine
übermäßige Erwärmung der Ofenköpfe vermieden werden.
[0003] An den Ofenköpfen werden die Auflageflächen für die Koksofentüren durch Kammerrahmen
gebildet. In früherer Zeit hatten die Kammerrahmen zumeist ein L-förmiges Profil in
neuerer Zeit sind die Kammerrahmen immer dicker und im querschnitt annähernd quadratisch
geworden. Üblicherweise bestehen zeitgemäße Kammerrahmen annähernd aus Profilen mit
Kantenlängen zwischen 150 und 200 mm. Derartige Kammerrahmen werden wie die früheren
L-förmigen Rahmen gegossen.
[0004] Mit der Verdickung der Kammerrahmen soll der Wärmeverformung entgegengewirkt werden.
Teilweise ist das eine irrige Annahme, denn für die Wärmeverformung ist auch der Temperaturunterschied
zwischen der steinberührten Kammerrahmenfläche und der entfernsten Kokskammerrahmenfläche
verantwortlich. Gelegentlich ist aufgrund von Temperaturschwankungen an den Kammerrahmen
ein solches Spiel zwischen steinberührten Seiten und Kammerrahmenflächen zu beobachten,
daß Leckstellen auftreten, die gestopft werden müssen. D.h. in die sich öffnende Spalte
wird Dichtmittel gestopft oder gespritzt.
[0005] Im übrigen gibt es verschiedene Auffassungen über die Bedeutung des Kammerrahmens.
Eine Auffassung sieht in dem Kammerrahmen einen notwendigen Bestandteil für den Verbund
des Mauerwerks. Der Kammerrahmen soll durch Anpressung die Feuerfeststeine zusammenhalten.
Eine andere Ansicht geht dahin, daß der Verbund der Feuerfeststeine auch ohne den
Kammerrahmen gewährleistet ist. Auch das hat zum Festhalten an den dicken Kammerrahmenprofilen
beigetragen.
[0006] Die Kammerrahmen bilden zusammen mit den Koksofentüren Dichtflächen am Koksofen.
Diese Dichtflächen sind seit Jahren die Problemstellen am Ofen. Dort treten Leckagen
auf. Es entweicht Rohgas. Es hat deshalb eine Vielzahl von Lösungsvorschlägen für
die Abdichtung zwischen Türrahmen und Koksofentüren gegeben. Von diesen Vorschlägen
hat sich in der Vergangenheit die sogenannte Hammerschlagleiste besonders durchgesetzt,
wie sie z.B. aus der deutschen Auslegeschrift 25 48 923 bekannt ist. Dabei handelt
es sich um Stahlleisten, die mit scharfer Kante gegen den Türrahmen gedrückt werden.
Die Leisten sind über ihre Länge mit entsprechenden Einrichtungen an verschiedenen
Stellen des Guß-Türkörpers anstellbar. Ein Nachteil der bekannten Leisten ist die
Verschleißwirkung auf den Kammerrahmen. Mit der Zeit arbeiten sich die Leisten in
die Berührungsfläche des Kammerrahmens. Darüber hinaus zeigt sich, daß sich in dem
Bereich der Dichtleisten Verkrustungen aufbauen. Diese Verkrustungen sind als Rohgasbestandteile
zu identifizieren. Das Kondensat verschmutzt die Dichtflächen und baut sich unter
den Leisten auf, so daß keine schließende Berührung der Leisten mit dem Kammerrahmen
möglich ist. Dem muß mit einer Kammerrahmenreinigung und einer Reinigung der Dichtleisten
entgegengewirkt werden. Die Reinigungsgeräte haben sich bis heute gehalten. Es gilt
zwar neuere Vorschläge für die Gestaltung von Koksofentüren, wie sie in der deutschen
Offenlegungsschrift 33 27 337 beschrieben sind, die die Reinigungsinteralle wesentlich
vergrößern. Die Frage der Reinigung stellt sich jedoch nach wie vor.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Reinigung zu vermeiden. Dabei geht
die Erfindung von dem Gedanken aus, die Kondensatbildung zu unterbinden. Aus der europäischen
Patentschrift 0 031 526 ist ein Vorschlag bekannt, ein Verschlußsystem am Koksofen
zu schaffen, das ein Verschmutzen der Verschlußteile insbesondere der Dichtflächen
des Türrahmens und der zugeordneten Dichtungen durch Kondensatbildung und Grafitanfall
weitgehend verhindern soll. Diese Wirkung soll von einem als Hohlkörper ausgebildeten
Heißteil erreicht werden, das die Temperatur im Bereich des Verschlusses während des
Füll- und Verkokungsvorganges oberhalb der Kondensatbildungstemperatur hält. Bei dem
Heißteil soll es sich um einen Hohlkörper handeln, der mit hitzespeicherndem und Hitze
gut abgebendem Material gefüllt ist und an der Koksofentür befestigt ist. Das Heißteil
wird mit der Koksofentür zum Drücken des Kokses vom Ofen entfernt bzw. mit der Koksofentür
nach Drücken des Kokses zum wiederbefüllen des Ofens mit der Koksofentür eingesetzt.
Nach dem wiedereinsetzen soll das Heißteil teilweise gegen den Kammerrahmen bzw. den
Verschluß strahlen. Die Hauptstrahlung soll jedoch zum Gassammelrraum bzw. Gaskanal
hin gerichtet sein.
[0008] Offen ist, wie das Heißteil seine Erwärmung erfährt. Eine Beheizungsein richtung
ist im Heißteil nicht vorgesehen. Insofern wäre das Heißteil darauf angewiesen, die
notwendige wärme während des Verkokungsvorganges aufzunehmen und zu speichern, um
diese Wärme dann beim Wiedereinsetzen der Tür abgeben zu können. Hier stellen sich
verschiedene Probleme für diesen Vorschlag. Das eine Problem ist die Frage des Temperaturniveaus.
Offen ist, wie ein Temperaturniveau im Gaskanal zwischen Türstopfen und Koksofentürkörper
entstehen soll, das für die gewünschte Erwärmung des Heißteiles ausreichend ist. Offen
ist auch, welche Dimensionierung und welche Materialbeschaffenheit das Heißteil haben
muß, um die notwendige Wärme aufzunehmen und im Einsatzfall wieder abzugeben. Die
kritische Situation dieses Vorschlages wird im Vergleich mit dem Keramikstopfen deutlich,
der bei der bekannten Tür vorgesehen ist. Der Keramikstopfen ist einem sehr viel höheren
Temperaturniveau als das Heißteil ausgesetzt. Demzufolge nimmt er bei gleicher Beschaffenheit
wesentlich mehr Wärme als das Heißteil auf (für das Heißteil ist ausdrücklich eine
keramische Zusammensetzung als besonders vorteilhaft angegeben). worden. Gegenüber
dem Temperaturniveau und dem Wärmeinhalt des Keramikstopfens nehmen sich Temperaturniveau
und Wärmeinhalt des Heißteils bescheiden aus.
[0009] Werden nun die Erfahrungen mit herkömmlichen Keramikstopfen angelegt, bei denen Kondensatablagerungen
in beträchtlichem Umfang anfallen und zu den eingangs erläuterten Problemen führen,
so ist von dem nach der europäischen Patentschrift 0 031 526 vorgesehenen zusätzlichen
Heißteil die Vermeidung der Kondensatbildung nicht zu erwarten. Dementsprechend ist
bisher keine Anwendung des Heißteils, dessen Vorschlag auf das Jahr 1979 zurückgeht,
bekannt geworden.
[0010] Nach der Erfindung wird die Oberflächentemperatur im Dichtspalt auf mindestens 300
°C dadurch angehoben, daß der Abstand des Dichtspaltes vom ersten Heizzug höchstens
200 mm beträgt und der Kammerrahmen plattenförmig ausgebildet ist. Vorzugsweise ragt
der Kammerrahmen mit einem Steg in das Mauerwerk. Im Gegensatz zu der aus der europäischen
Patentschrift 0 031 526 bekannten Lösung verhindert die Erfindung tatsächlich eine
Kondensatbildung an den Dichtflächen. Die Verkürzung des Abstandes zum ersten Heizzug
bewirkt eine Annäherung der Dichtflächen an die heiße Ofenzone.
[0011] Herkömmliche Koksöfen haben alle einen Abstand der Dichtflächen zwischen Kammerrahmen
und Koksofentür vom ersten Heizzug, der zwischen 300 und 340 mm liegt. Bei diesem
Abstand ist zu berücksichtigen, daß der Kammerrahmen bei rechteckigem Profil eine
Kantenlänge von z. B. 175 mm hat. Die erfindungsgemäße Verringerung des Abstandes
kann allein schon durch Auswechselung des vorhandenen Kammerrahmens gegen einen neuen
Kammerrahmen erreicht werden, der z. B. nur eine Kantenlänge von 50 mm bzw. eine Dicke
von 50 mm hat. Dadurch ergibt sich nach der Erfindung ein plattenartiger Kammerrahmen.
Vorzugsweise wird der plattenartige Kammerrahmen auch in dieser Form eingebaut. Dies
läßt sich unter Verwendung der vorhandenen Klemmbügel dadurch verwirklichen, daß im
Bereich der Klemmbügel Nocken, Distanzstücke oder Böcke in dem Kammerrahmen angebracht
werden, die den Abstand des plattenartigen Kammerrahmens zu den Klemmbügeln überbrücken.
Wahlweise sind darüber hinaus Nocken oder weitere Böcke an dem plattenartigen Kammerrahmen
zum Einschrauben der Verriegelungshaken vorgesehen. Die Verriegelungshaken können
auch unmittelbar an dem plattenartigen Kammerrahmen befestigt werden.
[0012] An herkömmlichen Koksöfen mit L-förmigem Kammerrahmen kann der erfindungsgemäße Abstand
zum ersten Heizzug auch unter Verwendung des vorhandenen Kammerrahmens dadurch verwirklicht
werden, daß das Mauerwerk am Ofenkopf entsprechend ausgenommen wird.
[0013] In jedem Fall ist es von Vorteil, wenn zwischen dem erfindungsgemäß angeordneten
Kammerrahmen und dem Mauerwerk eine Ausgleichschicht vorgesehen ist. Die Ausgleichschicht
soll sicherstellen, daß sich das Mauerwerk schließend an dem Kammerrahmen anlegt und
umgekehrt. Damit ist ein optimaler Wärmeübergang zur erfindungsgemäßen Erhöhung der
Temperatur im Dichtspalt gewährleistet.
[0014] Die nach der Erfindung zum Einsatz gelangenden Kammerrahmen können aus hitzebeständigem
bzw. hochhitzbeständigem Stahl bestehen. Hochhitzebeständige Stähle weisen einen hohen
Legierungsanteil an Chrom und Nickel auf. Derartige Stähle sind jedoch in der vorgesehenen
Form schwierig zu beschaffen. Das gilt insbesondere für einen nach der Erfindung ins
Auge gefaßten Herstellungsvorgang durch Ausschneiden bzw. Ausbrennen des Kammerrahmens
aus einer Stahlplatte. Bei einer solchen Herstellung werden Schweißstellen zwischen
den Längs- und Querholmen des Kammerrahmens vermieden. Ein weiterer zu beachtender
Aspekt bei hochhitzebeständigem Stahl ist dessen Wärmedehnung, die ein Vielfaches
größer als die Wärmedehnung anderer Stähle ist.
[0015] Nach der Erfindung wird die Wärmedehnung des Kammerrahmens dadurch berücksichtigt,
daß der Kammerrahmen im kalten Zustand mit einem vorausberechneten Untermaß gefertigt
wird und sich dann im Betriebszustand auf das gewünschte Maß ausdehnt. Die Grundlage
der Vorausberechnung ist die Temperaturdifferenz zwischen der Bearbeitungs- bzw. Herstellungstemperatur
und der Betriebstemperatur in Verbindung mit der Längendehung pro Temperaturgrad.
[0016] Gleichwohl findet vorzugsweise ein sogenannter Kesselstahl - das sind Stähle die
an Feuerungskesseln zum Einsatz kommen - Verwendung. Solche Stähle sind zwar weniger
hitzebeständig, haben jedoch verschiedene Vorteile. Dazu gehört neben einem Preisvorteil
auch die Verfügbarkeit von Platten, aus denen sich erfindungsgemäße Kammerrahmen herausschneiden
bzw. herausbrennen lassen.
[0017] Ein Gußrahmen wäre der erfindungsgemäßen Temperaturbelastung nicht gewachsen.
[0018] Bei erfindungsgemäßer Verwirklichung der hohen Dichtspalttemperatur kann der Türstopfen
in seiner ursprünglich vorgesehenen bzw. üblichen Stellung im Ofen bleiben. Diese
Stellung ist durch den Abstand zum ersten (Maschinenseite) und letzten (Koksseite)
Heizzug gekennzeichnet. Dieser Abstand gewährleistet eine ausreichende Ausgarung des
Ofenbesatzkopfes. Vorzugsweise eignen sich Leichtbautürstopfen. Solche Leichtbautürstopfen
haben die Form eines Schildes. Der Schild kann aus Metall oder aus Keramik bestehen.
[0019] Der nach der Erfindung vorgesehenen besonderen Temperatur im Dichtspalt und den daraus
resultierenden Wärmeverformungen wird durch Verwendung einer hochflexiblen Koksofentür
Rechnung getragen. Eine solche Tür besteht beispielsweise aus einem sich nach außen
hin auswölbenden Profil, welches sich im Randbereich jeder Kammerrahmenform anpaßt.
Die Anpassung wird durch eine Vielzahl von Andruckelementen erreicht, die in einem
im Bereich des Dichtspaltes umlaufenden Rahmen angeordnet sind. Die Andruckelemente
besitzen vorzugsweise Federn, die auch bei einer Wärmedehnung und damit verbundenen
Biegung des Türkörpers einen vorbestimmten Andruck am Kammerrahmen sicherstellen.
Mit einer solchen Tür läßt sich auch stärkeren Wärmeverformungen Rechnung tragen.
[0020] Nach der Erfindung ist im übrigen vorzugsweise vorgesehen, daß die Auswölbung der
Koksofentür bis über den im Dichtbereich umlaufenden Rahmen hinausgeht. Mit einer
solchen Auswölbung läßt sich ein vorteilhafter, sehr großer Gaskanal hinter dem Türschild
in der Koksofentür verwirklichen. Es ist vorteilhaft, diese bauliche Maßnahme mit
zwei weiteren Merkmalen zu verbinden. Das eine Merkmal ist eine auf maximal 40 mm
beschränkte Schichtdicke für die Isolierung in der Koksofentür oder eine außen an
der Tür angeordnete Isolierung. Bei Außenisolierung besteht der Türkörper gleichfalls
aus hitzebeständigem Stahl. Dadurch ergibt sich eine Vertiefung im Türkörper. D.h.
die Isolierung wölbt sich wie die Koksofentür nach außen hin aus. Das ist gegenüber
herkömmlichen Isolierungen neu.
[0021] Das zweite Merkmal ist eine neuartige Verriegelung. Durch die erfindungsgemäße Verwölbung
bzw. Auswölbung der Koksofentür können herkömmliche Verriegelungen keine Anwendung
mehr finden. Die Verriegelungen müßten um die Auswölbung herumgreifen, wenn der große
Gaskanal über seine ganze Länge einen gleichbleibenden Querschnitt erhalten soll.
Andernfalls müßten im Bereich der Verriegelungshaken der Gaskanal eingeschnürt und
die Auswölbung unterbrochen sein.
[0022] Die neuartige Verriegelung kann auf verschiedene weise verwirklicht werden. Ein älterer
Lösungsvorschlag beinhaltet die Anordnung von Kettenrädern auf den die Anpressung
bewirkenden Schrauben, Bolzen oder Federn in dem im Bereich des Dichtspaltes umlaufenden
Rahmen. Die Kettenräder werden mit einer gemeinsamen Kette im umlaufenden Rahmen gemeinsam
bewegt, wobei der umlaufende Rahmen an übergreifenden Verriegelungshaken ein widerlager
finden. Die Kettenräder können auch anders miteinander gekoppelt sein. Anstelle der
Kettenräder sind auch pneumatisch oder hydraulisch betätigte Zylinder als Anstellmittel
für die Bolzen oder Federn geeignet.
[0023] Wahlweise können auch anstelle herkömmlicher zweiarmiger Verriegelungskörper einarmige
Verriegelungskörper verwendet werden, die als Schwenkarme auf dem Rahmen angeordnet
sind und übliche Verriegelungshaken am Kammerrahmen hintergreifen. Die Arme der Verriegelungskörper
können dann über Gestänge miteinander verbunden sein, wobei für jede Türseite ein
Gestänge vorgesehen ist und wahlweise die Gestänge an beiden Seiten über ein gemeinsames
Gestänge am oberen Ende und/oder am unteren Ende der Koksofentür miteinander verbunden
sind.
[0024] Wahlweise ist statt der einzelnen Schwenkarme am umlaufenden Rahmen auch ein Schiebegestänge
mit ausladenden keilförmigen Armen vorgesehen, die sich bei einer Verschiebung in
Längsrichtung der Längsholme des umlaufenden Rahmens unter die am Kammerrahmen angeordneten
Verriegelungshaken schieben und die gewünschte Anpressung der Koksofentür am Kammerrahmen
gewährleisten.
[0025] In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße Koksofentürsituation dargestellt. Die Darstellung
ist ein Ausschnitt, der sich auf eine Hälfte eines symetrisch ausgebildeten Koksofens
beschränkt. Mit 1 ist der Ofeninnenraum bezeichnet, mit 2 das Mauerwerk aus Feuerfeststeinen,
mit 3 der erste (maschinenseitige) oder letzte (koksseitige) Heizug. Der Koksofen
besitzt frontseitig einen Kammerrahmen 4 mit rechteckförmigem querschnitt, der in
eine entsprechende Ausnehmung des Mauerwerkes 2 eingelassen ist. Der Kammerrahmen
4 wird mit Klemmbügel 5 gegen das Mauerwerk 2 gedrückt. Die Klemmbügel 5 sind an einer
wandschutzplatte 6 gehalten.
[0026] Im Unterschied zu herkömmlichen Kammerrahmen ist der Kammerrahmen 4 mit einem Steg
20 versehen, mit dem er in eine Nut 21 des Ofenmauerwerkes ragt. Der Steg 20 besitzt
im Ausführungsbeispiel eine Dicke von 20 mm und eine Steghöhe von 60 mm.
[0027] Der Ofen nach Figur 1 ist mit einer Koksofentür verschlossen, die aus einem Blech
7 besteht. Das Blech 7 besitzt eine nach außen hin gerichtete Auswölbung, die mit
Isolierungsmaterial 8 gefüllt ist. Am Rand 9 wird das Blech 7 gegen den Kammerrahmen
4 gedrückt. Dabei ist zwischen dem Rand 9 und dem Kammerrahmen ein, vorzugsweise am
Rand 9 befestigtes Dichtungsmaterial vorgesehen.
[0028] Die Anpressung des Randes 9 wird mit einem umlaufenden Rahmen 10 bewirkt, der über
übliche Verriegelungseinrichtungen und Verriegelungshaken ein widerlager am Kammerrahmen
4 findet.
[0029] Die notwendige Anpreßkraft wird mit Schrauben erreicht, die einzeln anstellbar im
umlaufenden Rahmen 10 sitzen. Anstelle der Schrauben sind auch federbelastete Bolzen
vorgesehen.
[0030] Zum Ofeninnern hin besitzt die Koksofentür eine Schildkonstruktion mit einem Metallschild
11, das durch Abstandshalter 12 an der Koksofentür gehalten ist.
[0031] Der Kammerrahmen 4 hat im Ausführungsbeispiel nach Figur 1 herkömmliche Abmessungen
z.B. eine Abmessung von ca. 175 mm in Ofenlängsrichtung. Durch den Steg 20, dessen
Wärmeaufnahme im heißeren Bereich der Ofenwand und der Wärmeleitung an den Kammerrahmen
4 wird im Spalt zwischen den Rand 9 des Bleches 7 die Temperatur um ca. 100°C gegenüber
herkömmlichen Kammerrahmen erhöht. Das sind im Ausführungsbeispiel ca. 350°C gegenüber
einer maximalen Dichtspaltemperatur von ca. 250°C an herkömmlichen Koksöfen.
[0032] Der Steg 20 kann ggf. auch bündig mit der Ofeninnwnand angeordnet werden, so daß
er einen Flansch am Kammerrahmen 4 bildet.
[0033] Figur 2 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Konstruktion. Statt des Kammerrahmens
4 ist ein plattenförmiger Kammerrahmen 15 aus hitzebeständigem Material, hier Kesselstahl,
ggf. auch aus einem hochhitzebeständigem Chrom/Nickel-Stahl vorgesehen.
[0034] Der Rahmen 15 hat eine Dicke von 50 mm, vorzugsweise eine Dicke von nicht mehr als
60 mm, so daß die Dichtfläche zwischen Koksofentür und Kammerrahmen gegenüber der
Lösung nach Figur 1 um 125 mm näher am ersten Heizzug 3 liegt. Es ergibt sich ein
Abstand 22, der geringer als 200 mm ist. Durch die größere Nähe zum Heizzug wird die
Dichtfläche heißeren Ofenzonen ausgesetzt und eine Dichtspalttemperatur von im Ausführungsbeispiel
400°C erreicht.
[0035] Das Ausführungsbeispiel nach Figur 2 unterscheidet sich auch in einer anders gestalteten
Koksofentür von der nach Figur 1. Der wesentliche Unterschied wird durch ein gegenüber
dem umlaufenden Rahmen 10 nach außen hin vorstehendes Blech 16 gebildet. Vorzugsweise
außen ist das Blech 16 der Koksofentür mit einer 30 mm maximal 40 mm dicken Isolierung
17 versehen. Das Blech 16 und die Isolierung 17 schließen einen Gaskanal 18 ein, der
ein großes Volumen besitzt, so daß eintretendes Rohgas frei nach oben in Richtung
Gassammelraum abströmen kann.
[0036] Der Türschild ist bei 19 an das Blech 16 angedockt. Zum Andocken wird wiederum ein
Blechprofil verwendet, das sich entweder aus Einzelteilen zusammensetzt oder über
der Türlänge einstückig ist und eine Vielzahl von Gaseintrittsöffnungen besitzt, mindestens
jeweils oben und unten eine.
[0037] Zur Verriegelung der Koksofentür sind am umlaufenden Rahmen 10 nicht dargestellte
schwenkbewegliche einarmige Verriegelungen vorgesehen, die über Gestänge miteinander
verbunden sind, so daß die an jedem Längsholm sich befindenden einarmigen Verriegelungen
gemeinsam miteinander verschwenkt werden können. Beim Verschwenken legen sich die
Verriegelungsarme unter die am Kammerrahmen 15 befestigten Verriegelungshaken.
[0038] Die Verriegelungshaken sind entweder unmittelbar in dem plattenförmigen Kammerrahmen
15 verschraubt. Oder es sind Böcke an dem Kammerrahmen 15 verschweißt, die geeignete
Gewindebohrungen für die Verriegelungshaken besitzen.
[0039] Figur 2 zeigt darüber hinaus Böcke 23, die an dem plattenförmigen Kammerrahmen 15
verschweißt sind und den Abstand zu den Klembügeln 5 überbrücken.
[0040] Es sind soviel Böcke 23 am Kammerrahmen 15 vorgesehen, wie Klemmbügel 5 vorhanden
sind. Zwischen den Böcken ist der Raum offen gelassen, um die geringe Plattendicke
des Kammerrahmens 15 zu nutzen. Die geringe Plattendicke ist von Vorteil, weil hier
eine geringe Temperaturdifferenz zwischen Oberseite und Unterseite herrscht, die für
eine Biegung durch Wärmedehnung maßgeblich ist. D.h. bei geringer Plattendicke entsteht
nur eine geringe Biegung.
[0041] Anstelle der Böcke 23 können auch Nocken oder andere Distanzhalter vorgesehen sein.
[0042] Nach Figur 1 ist im übrigen zwischen dem Kammerrahmen 15 und dem Ofenmauerwerk eine
Ausgleichschicht 24 vorgesehen. Die Ausgleichschicht 24 sichert ein schließendes Aneinanderliegen
des Kammerrahmens 15 und des Mauerwerks im Sinne einer optimalen Übertragung der wärme.
Zweckmäßigerweise besteht die Ausgleichschicht 24 aus gut wärmeleitendem Material.
[0043] In Figur 2 ist strichpunktiert eine neuartige Dichtung zwischen Kammerrahmen 15 und
dem Ofen dargestellt. Die neuartige Dichtung tritt an die Stelle herkömmlicher Stemmfugen.
Bei der neuartigen und mit 25 bezeichneten Dichtung handelt es sich im Ausführungsbeispiel
um ein den Kammerrahmen ringförmig bzw. rohrförmig umschließendes Blech, dessen eines
Ende am Kammerrahmen 15 verschweißt ist und dessen anderes Ende an der Wandschutzplatte
6 verschweißt ist. Zwischen beiden Enden sind im Ausführungsbeispiel Dehnungsfalten
vorgesehen. Es kann jedoch ggf. auch ein Blech ohne Dehnfalten verwendet werden, das
aufgrund ausreichender Nachgiebigkeit den Dehnbewegungen von Kammerrahmen und Wandschutzplatten
folgt. Es kann jedoch auch ein schlauchförmiges, nicht metallisches Material verwendet
werden, das an beiden Enden in gleicher weise wie das Blech 25 befestigt wird.
[0044] Die neuartige Abdichtung kann auch unabhängig von dem hier gezeigten Kammerrahmen
Anwendung finden.
1. Kofsofen mit im Mauerwerk liegenden Heizzügen (3) zum Heizen, mit Kammerrahmen (4/15),
die in das Koksofenmauerwerk (2) eingelassen sind, und mit Koksofentüren, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erhöhung der Oberflächentemperatur im Dichtspalt zwischen Koksofentür und
Kammerrahmen (4/15) auf mindetens 300 °C der Abstand (22) zum ersten Heizzug (3) höchstens
200 mm beträgt und daß der Kammerrahmen (15) plattenförmig ausgebildet ist.
2. Koksofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kammerrahmen (4) mit einem Steg (20) in das Mauerwerk (2) ragt.
3. Koksofen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der plattenförmige Kammerrahmen (15) aus Kesselblech besteht und höchstens 60
mm dick ist.
4. Koksofen nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der plattenförmige Kammerrahmen (15) mit Böcken (23) versehen ist.
5. Koksofen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Ausgleichschicht (24) zwischen Kammerrahmen und Mauerwerk (2).
6. Koksofen nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine sich von der Wandschutzplatte (6) bis zum Kammerrahmen (15) erstreckende schlauch-
oder rohrförmige Dichtung (25).
7. Koksofen nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch ein angeschweißtes Blech mit Dehnungsfalten zwischen den Anschlußstellen an den Wandschutzplatten
(6) bzw. dem Kammerrahmen (15).
1. A coke oven with heating flues (3) lying in the brickwork for heating, with chamber
frames (4/15) embedded in the coke oven brickwork (2) and with coke oven doors, characterized in that the distance (22) to the first heating flue (3) for increasing the surface temperature
in the sealing gap between coke oven door and chamber frame (4/15) amounts to 200
mm at max. and in that the chamber frame (15) is of a plate-like shaped layout.
2. A coke oven according to Claim 1, characterized in that the chamber frame (4) protrudes with one web (20) into the brickwork (2).
3. A coke oven according to Claim 2, characterized in that the plate-like shaped chamber frame (15) is made of boiler plate and max. 60 mm thick.
4. A coke oven according to Claim 2 or Claim 3, characterized in that the plate-like shaped chamber frame (15) is equipped with support jacks (23).
5. A coke oven according to one or several claims of Claim 1 to 4, characterized in that an offset layer (24) is placed between chamber frame and brickwork (2).
6. A coke oven according to one or several claims of Claim 1 to 5, characterized in that there is a hose-type and/or tube-type sealing (25) extending from the wall protection
plate (6) to the chamber frame (15).
7. A coke oven according to Claim 6, characterized in that there is a welded-on plate with expansion folds between the connection points at
the wall protection plates (6) and/or the chamber frame (15).
1. Four à coke avec carneaux de chauffage (3) couchés dans l'ouvrage de maçonnerie, pour
le chauffage, avec bâtis de chambre (4/15) engagés dans l'ouvrage de maçonnerie du
four à coke (2) et avec portes de fours à coke
caractérisé par le fait
qu'en vue d'augmenter la température de surface dans la fente d'étanchéisation entre
la porte du four à coke et le bâti de la chambre (4/15) à au moins 300 °C, l'écart
(22) vis-à-vis du premier carneau (3) est au maximum de 200 mm et que le bâti de la
chambre (15) est en forme de plaque.
2. Four à coke selon la revendication 1
caractérisé par le fait
que le bâti de la chambre (4) pénètre dans l'ouvrage de maçonnerie (20) au moyen d'une
traverse (20).
3. Four à coke selon la revendication 2
caractérisé par le fait
que le bâti de la chambre (15) en forme de plaque est en tôle pour chaudière et a
une épaisseur maximum de 60 mm.
4. Four à coke selon la revendication 2 ou 3
caractérisé par le fait
que le bâti de la chambre en forme de plaque (15) est muni de supports (23).
5. Four à coke selon une ou plusieurs des revendications 1 à 4
caractérisé par
une couche compensatrice (24) entre le bâti de la chambre et l'ouvrage de maçonnerie
(2).
6. Four à coke selon une ou plusieurs des revendications 1 à 5
caractérisé par
une garniture d'étanchéisation en forme de tuyau ou de tube (25) qui s'étend de la
plaque de protection de la maçonnerie (6) au bâti de la chambre (15).
7. Four à coke selon la revendication 6
caractérisé par
une tôle soudée avec des plis de dilatation entre les points de raccordement aux plaques
de protection de la maçonnerie (6) et le bâti de la chambre (15).