[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aufwickeln von Materialbahnen, bestehend
aus mindestens einer Wickeleinrichtung, vorzugsweise aus zwei um 180 Grad zueinander
versetzt auf einer zentralen Welle gehalterten Wickeleinrichtungen mit in Trägern,
die in ihrem axialen Abstand relativ zueinander verstellbar sind, drehbar gelagerten
und miteinander fluchtenden Haltedornen, die zur Aufnahme von zwischen diesen eingespannten
Wickelhülsen bestimmt sind wobei je ein Haltedorn jeder Wickeleinrichtung mit einem
Antrieb versehen und der jeweils andere frei drehbar auf einem axial verschieblichen
Zapfen, vorzugsweise auf der Kolbenstange einer pneumatischen Kolben-Zylinder-Einheit
gelagert ist, der zwischen seiner die Wickelhülse einspannenden Spannstellung und
seiner zurückgefahrenen Stellung um eine Strecke beweglich ist, die mindestens der
Summe der Eintauchtiefen der beiden Haltedorne in die Bohrungen der Wickelhülsen entspricht,
und mit einer an die zwischen den Haltedornen gehaltene Wickelhülse anstellbaren Andrückwalze.
[0002] Eine Vorrichtung dieser Art ist aus der US-PS 32 98 624 bekannt. Da die Eintauchtiefen
der beiden Haltedorne in die Bohrung der Wickelhülsen verhältnismäßig groß sein müssen,
um eine gute Halterung der Wickelhülsen auf den Haltedornen ohne zu Beschä digungen
oder Verformungen führende unzulässig hohe Andrückkräfte bzw. Flächendrücke zu gewährleisten,
muß die Ausfahrlänge des Zapfens bzw. der Kolbenstagnge aus der diesen halternden
Buchse oder dem Zylinder ebenfalls verhältnismäßig groß sein. Wegen des Gewichts der
Wickelrolle und insbesondere auch wegen der zusätzlich von der Andrückwalze auf die
Wickelrolle übertragenen Andruckkraft wirken auf den in seiner Haltestellung befindlichen
Zapfen bzw. die Kolbenstange erhebliche diese auf Biegung beanspruchende Kräfte. Damit
der Zapfen oder die Kolbenstange diese Kräfte ohne unzulässige Durchbiegung aufnehmen
kann, müssen diese entsprechend dick ausgeführt werden. Ein größerer Durchmesser des
Zapfens oder der Kolbenstange bedingt nun aber auch einen entsprechend größeren Durchmesser
der Haltebuchse bzw. des Zylinders sowie der diese halternden Trageinrichtungen.
Damit sind aber den Durchmessern der auf der Wickelvorrichtung zu bewickelnden Wickelhülsen
Grenzen gesetzt. Um auf der Vorrichtung Wickelhülsen unterschiedlicher Längen bewickeln
zu können, muß die Länge der Andrückwalze der größten Länge der zu bewickelnden Wickelhülsen
entsprechen. Dies bedeutet aber, daß die Andrückwalze die den Zapfen lagernde Buchse
oder den Zylinder und deren Halteeinrichtungen überragt, wenn die Träger der Haltedorne
zum Bewickeln von kürzeren Wickelhülsen enger zusammengerückt sind, also einen geringeren
axialen Abstand voneinander aufweisen. Überdeckt die Andrückwalze aber die den Zapfen
oder die Kolbenstange halternden Einrichtungen, lassen sich nur Wickelhülsen wickeln,
deren Radius größer ist als der Abstand der Mittellinie des Zapfens oder der Kolbenstange
von der Außenkante der diese halternden und tragenden Einrichtungen. Da dieser Abstand
jedoch wegen der benötigten Dicke des verschieblichen Zapfens bzw. der Kolbenstange
relativ groß ist, können kürzere Wickelhülsen geringeren Durchmessers überhaupt nicht
mit der bekannten Vorrichtung bewickelt werden oder nur dann, wenn auch die Andrückwalze
ausgetauscht und durch eine kürzere ersetzt wird, die der geringeren Länge der zu
bewickelnden Wickelhülse kleineren Durchmessers angepaßt ist.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der eingangs angegebenen Art
zu schaffen mit der sich ohne Austausch der Andrückwalze auch dann Wickelhülsen geringeren
Durchmessers mit Materialbahnen bewickeln lassen, wenn die die Wickeldorne tragenden
Träger so weit zusammengerückt sind, daß die Andrückiwalze die den verschieblichen
Zapfen bzw die Kolbenstange halternden Einrichtungen überdeckt.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Vorrichtung der gattungsgemäßen Art
dadurch gelöst, daß der frei drehbare Haltedorn an einem mit dem verschieblichen
Zapfen verbundenen Tragstück in Richtung auf die Andrückwalze versetzt exzentrisch
zu dem Zapfen gelagert ist.
[0005] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist somit der frei drehbare Haltedorn exzentrisch
nach außen versetzt auf dem Zapfen gelagert so daß der Zapfen selbst in der erforderlichen
Dicke ausgeführt werden kann, ohne daß dadurch die Anstellbarkeit der Andrückwalze
an Wickelhülsen geringeren Durchmessers beeinträchtigt wird, wenn diese die Halte-
und Verschiebeeinrichtungen des Zapfens überdeckt.
[0006] Auf der Seite des Trägers mit dem in diesem gelagerten und mit einem Drehantrieb
versehenen Haltedorn brauchen keine besonderen Maßnahmen getroffen werden, um die
Andrückwalze in der erforderlichen Weise auch an Wickelhülsen geringeren Durchmessers
anstellen zu können, weil der den Haltedorn tragende angetriebene Wellenzapfen nicht
ausfahrbar ist und daher nur eine kurze Länge aufzuweisen braucht, so daß er mit so
geringem Durchmesser ausgeführt werden kann, daß besondere Maßnahmen zur Durchmesserverringerung
der Lagereinrichtungen nicht getroffen werden brauchen.
[0007] Ein Ausführungbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigt
Fig .1 einen Längsschnitt durch den oberen Teil der Wickelvorrichtung und
Fig.2 den linken oberen Bereich der Fig.1 in vergößerter Darstellung.
[0008] In den Seitenteilen 1 des nicht näher dargestellten Maschinengestells ist eine zentrale
Welle 2 in nicht näher dargestellter Weise drehbar gelagert. Auf diese zentrale Welle
2 sind eine kreisrunde Scheibe und ein ringförmiges Gehäuse 4 gegeneinander verstellbar
und arretierbar aufgesetzt. In dem ringförmigen Gehäuse 4 ist eine über einen nicht
dargestellten Motor antreibbare Riemenscheibe 5 gelagert, auf die ein Ritzel 6 aufgesetzt
ist. Dieses Ritzel 6 kämmt mit einem Zwischenrad 7, welches seinerseits in die Verzahnung
8 einer Welle 9 eingreift, die einendig aus dem Gehäuse 4 hervorragt. Auf dieses hervorragende
Ende 10 der Welle 9 ist ein Spannkopf 11 fest aufgesetzt, auf den Wickelhülsen 12
mittels Spannelementen 13 festgelegt werden können. Die Funktion der Spannelemente
13 ist bekannt und soll an dieser Stelle nicht näher erläutert werden.
[0009] Die dem Gehäuse 4 gegenüberliegende kreisrunde Scheibe 3 weist ebenfalls zwei einander
diametral gegenüberliegende Wickelstellen auf, von denen eine gezeichnet ist. Aus
der Zeichnung ist zu ersehen, daß die Wickelstelle aus einem mit der Scheibe 3 fest
verbundenen Zylinder 14 besteht, in welchem ein Kolben 15 gelagert ist. Die diesem
Kolben 15 zugehörige Kolbenstange 16 ist hohl ausgebildet. In den Hohlraum 17 dieser
Kolbenstange 16 ragt eine Stange 18 hinein, welche mit dem Boden 19 des Zylinders
14 fest verbunden ist. Das in den Hohlraum 17 hineinragende Ende der Stange 18 ist
mit einer Anschlagscheibe 20 fest verbunden, an dem sich eine die Stange 18 bereichsweise
umgreifende Feder 21 einendig abstützt. Das andere Ende der Feder 21 stützt sich an
einem Sprengring 22 ab, der in einer Nut des Kolbens 15 gelagert ist. Die Feder 21
versucht demnach, die Kolbenstange stets einzuziehen. Zum Ausfahren des Kolbens 15
und damit auch der Kolbenstange 16 ist eine Preßluftleitung 23 vorgesehen, die in
dem hinteren Ende des Zylinderraums 24 mündet.
[0010] Insbesondere aus der Figur 2 ist zu erkennen, daß mit dem aus dem Zylinder hervorragenden
Ende der Kolbenstange 16 eine Tragplatte 25 fest verbunden ist, an der, nach außen
versetzt zur Kolbenstange 16 ein Zapfen 26 befestigt ist. Auf diesem Zapfen lagert
frei drehbar ein hohler Aufnahmedorn 27 für die Wickelhülsen 12. Die Kolbenstange
16 weist eine Längsnut 29 auf, in die eine Paßfeder 30 eingreift, welche in der Scheibe
3 gelagert ist. Auf diese Weise wird die Kolbenstange 16 gegen Verdrehung gesichert.
[0011] Aufgrund der gegenüber der Kolbenstange 16 exzentrisch nach außen versetzten Lagerung
des Aufnahmedorns 27 kann unabhängig von der Stellung der Scheibe 3 dieselbe zum ringförmigen
Gehäuse 4 stets ein und dieselbe Andrückwalze 28 eingesetzt werden. Die Kolbenstange
16 kann dabei entsprechend der auf sie beim Wickelvorgang und aufgrund der Anpreßkraft
der Walze 28 einwirkenden Belastung entsprechend groß ausgebildet sein.
[0012] Da der Spannkopf 11, der in dem ringförmigen Gehäuse 4 gelagert ist, keine axiale
Bewegung ausführt, braucht dieser nicht exzentrisch gelagert zu sein, da das aus dem
Gehäuse 4 hervorragende Wellenende 10 sehr kurz sein kann, so daß selbst bei geringem
Durchmesser große Kräfte aufgenommen werden können.
1. Vorrichtung zum Aufwickeln von Materialbahnen, bestehend aus mindestens einer Wickeleinrichtung,
vorzugsweise aus zwei um 180 Grad zueinander versetzt auf einer zentralen Welle gehalterten
Wickeleinrichtungen,
mit in Trägern, die in ihrem axialen Abstand relativ zueinander verstellbar sind,
drehbar gelagerten und miteinander fluchtenden Haltedornen, die zur Aufnahme von zwischen
diesen eingespannten Wickelhülsen bestimmt sind, wobei je ein Haltedorn jeder Wickeleinrichtung
mit einem Antrieb versehen und der jeweils andere frei drehbar auf einem axial verschieblichen
Zapfen, vorzugsweise auf der Kolbenstange einer pneumatischen Kolben-Zylinder-Einheit,gelagert
ist, der zwischen seiner die Wickelhülsen einspannenden Spannstellung und seiner zurückgefahrenen
die Wickelhülsen freigebenden Stellung um eine Strecke beweglich ist, die mindestens
der Summe der Eintauchtiefen der beiden Haltedorne in die Bohrungen der Wickelhülsen
entspricht, und
mit einer an die zwischen den Haltedornen gehaltene Wickelhülse anstellbaren Andrückwalze,
dadurch gekennzeichnet,
daß der frei drehbare Haltedorn (27) an einem mit dem verschieblichen Zapfen (16)
verbundenen Tragstück (25) in Richtung auf die Andrückwalze (28) versetzt exzentrisch
zu dem Zapfen (16) gelagert ist.