[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Galvanotechnik und betrifft insbesondere
Verfahren zur Erzeugung von Kompositionsüberzügen auf der Chrombasis.
[0002] Die Überzüge auf der Chrombasis finden auf verschiedenen Gebieten der Technikanwendung,
beispielsweise zur Verlängerung der Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Pressformen,
Ziehdüsen, Zylinderhülsen und Kompressionsringen der Verbrennungsmotore und anderen
Baugruppen, die unter grossen Beanspruchungen durch die Reibung, den abrasiven Verschleiss
und die Kavitation betrieben werden.
[0003] Die Kompositionsüberzüge stellen ein Trägermetall, gegebenenfalls Chrom, dar, das
eine Dispersionsphase aus überharten Teilchen enthält. Derartige Überzüge weisen erhöhte
physikalisch-mechanische Eigenschaften und eine hohe Verschleissfestigkeit auf. Eine
besonders grosse Verbreitung haben Überzüge gefunden, in denen diese Kenndaten hauptsächlich
durch die Dispersionsphase bestimmt werden und das Metall nur zur Bindung der Dispersionsteilchen
untereinander und mit der Werkstückoberfläche dient.
[0004] Bekanntlich (E.M.Sokolovskaya, "Physikalische Chemie der Kompositionswerkstoffe",
Herausg. v.MGU, 1976, S.230) erreichen die physikalisch-mechanischen Kenndaten und
die Verschleissfestigkeit der Kompositionsüberzüge ihre maximale Werte bei einem Gehalt
an der Dispersionsphase von 5 bis 10 Vol.% und bei einer Verringerung der Teilchengrösse
in dieser Phase auf 0,5 bis 0,01 um. Es gilt, dass durch eine weitere Verringerung
der Grösse der Teilchen ihr Gehalt im Überzug reduziert und als Folge die Überzugsgüte
verschlechtert wird. Deswegen gibt es keine Empfehlungen hinsichtlich des Einsatzes
der Dispersionsphase mit einer Teilchengrösse unter 0,01 um in Kompositionsüberzügen.
[0005] In der Regel werden die Kompositionsüberzüge mit den darin dispergierten Teilchen
durch die Abscheidung aus Elektrolyten erzeugt, die das Salz des abzuscheidenden Metalls
und eine Dispersionsphase enthalten. Durch die Zusammensetzung des Elektrolyts und
die Eigenschaften der Dispersionsphase, darunter durch die Grosse, Natur, Beständigkeit
der Teilchen gegenüber Sedimentation und Koagulation, wird die Güte des zu erzeugenden
Überzugs bestimmt.
[0006] Eine unabdingbare Anforderung, die an die Dispersionsteilchen gestellt wird, ist
ebenfalls deren chemische Beständigkeit in den verwendeten Elektrolyten. Für hochaggressive
(hochsauere) Verchromungselektrolyte sind Diamantteilchen besonders geeignet.
[0007] Es gibt mehrere Verfahren zur Erzeugung von Kompositionsüberzügen auf der Chrombasis.
Es ist beispielsweise ein Verfahren zur Erzeugung eines derartigen Überzugs bekannt,
welches darin besteht, dass in den Elektrolyt, der das gelöste Chromsalz enthält,
das disperse Siliziumdioxid mit einer Teilchengrösse von 0,01 bis 0,1 um (Seifullin
R.S. "Kombinierte elektrochemische Überzüge und Werkstoffe", 1971, Chimija (Moskau),
S. 101) eingeführt wird. Danach werden in den auf die Betriebstemperatur erwärmte
Elektrolyt die Anoden und das Werkstück eingebracht, und ein Strom mit erforderlicher
Dichte wird angelegt. Als Katode dient das zu behandelnde Werkstück. Im Ergebnis wird
ein Chromüberzug erzeugt, der Siliziumdioxidteilchen in seiner Zusammensetzung enthält.
Der Überzug besitzt eine erhöhte Verschleissfestigkeit, Korrosionsbeständigkeit und
Haftfestigkeit mit der Werkstückoberfläche. Jedoch ist der Überzug zu einer schnellen
Zerstörung bei Temperaturschwankungen, beispielsweise beim Pressen bzw. beim Ziehen
des Metalls geneigt.
[0008] Es ist ein Verfahren zur Abscheidung von Diamantpulver mit Metallen, beispielsweise
mit Nickel (E.Z.Prudni- kow. "Werkzeug mit Diamantgalvaniküberzug", 1985, Maschinostrojenie
(Moskau), S.91) bekannt. Diese Überzüge werden nur zum Schleifen eingesetzt und können
zum Korrosions- und Verschleisschutz ohne spezielle Bearbeitung nicht eingesetzt werden,
durch die die scharfen Kanten der Diamantteilchen abgestumpft werden, um ebene Flächen
auf der Arbeitsoberfläche zu bilden, was arbeitsaufwendig ist und den Einsatz von
Diamantwerkzeug, d.h. zusätzliche technologische Operationen erfordert.
[0009] Es ist ein weiteres Verfahren (GB, B, 1391001) zur Erzeugung von Kompositionsüberzügen
auf der Basis von Metallen und insbesondere von Chrom bekannt. Gemäss diesem Verfahren
werden Überzüge aus einem Elektrolyt mit folgender Zusammensetzung:

bei einer Katodenstromdichte von 6,4 bis 10,7 A/dm abgeschieden. Als Dispersionsphase
werden natürliche bzw. künstliche Diamante mit einer Teilchengrösse von 0,01 bis 30,0
um in einer Menge von 10 bis 30 g/1 1 Elektrolyten verwendet. Die bei diesem Verfahren
verwendeten dispersen Diamentteilchen besitzen scharfe Kanten und haben deswegen abrasive
Wirkung. Um einen Überzug mit Antifriktionseigenschaften nach diesem Verfahren zu
erzeugen, sollen die Diamantteilchen im Überzug mit den scharfen Kanten nach ihnen
und mit den ebenen Flächen nach aussen hin orientiert werden, wodurch die Technologie
des Prozesses komplizierter wird. Um die Sedimentationsbeständigkeit der Diamantsuspension
im Elektrolyt zu gewährleisten, werden die Diamantteilchen sukzessiv in Salzsäure,
Natronlauge, im Schwefelsäure-Kumarin-Gemisch, in einem anionisehen Tensid behandelt,
dann getrocknet und in eine konzentrierte Metallsalz- bzw. Säurelösung für die Langzeitlagerung
bzw. gleich in den Elektrolyt für den unmittelbaren Einsatz eingeführt, wodurch die
Technologie des Prozesses ebenfalls komplizierter wird. Ausserdem ist die Katodenstromdichte
bei diesem Verfahren gering, wodurch die Prozessleistung herabgesetzt wird.
[0010] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein derartiges Verfahren zur
Erzeugung eines Kompositionsuberzugs auf der Chrombasis zu schaffen, durch welches
Überzüge mit einer erhöhten Härte, Verschleissfestigkeit, mit hohen Antifriktionseigenschaften
bei einem niedrigen Diamantenverbrauch nach einer einfachen Technologie erzeugt werden.
[0011] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass ein derartiges Verfahren zur Erzeugung von
Kompositionsüberzügen auf der Chrombasis durch die elektrochemische Abscheidung aus
einem Verohromungselektrolyt, der eine Diamantteilchentrübe enthält, vorgeschlagen
wird, bei dem erfindungsgemäss als Diamantteilchen kolloidale Clusterteilchen mit
einer Grösse von 0,001 bis 0,01 um in einer Menge von 5 bis 40 g/1 verwendet werden.
[0012] Als Verchromungselektrolyt werden Hartverchromungselektrolyt bzw. selbsteinstellbare
Elektrolyte (Pufferelektrolyte) eingesetzt.
[0013] Die in diesem Verfahren verwendeten Clusterdiamantteilchen haben eine kugel- bzw.
eine ovalnahe Form und besitzen keine scharfen Kanten (keine abrasive Wirkung). Derartige
Diamanten bilden sedimentations- und koagulationsbeständige Systeme in Elektrolyten,
sowohl bei der Arbeitskonzentrationen der Komponenten als auch bei einer erhöhten
Konzentration derselben (Elektrolytkonzentrate).
[0014] Wie obenerwähnt, hat man angenommen, dass bei einer Verringerung der Teilchengrösse
in der Dispersionsphase unter 0,01 um die Eigenschaften der Überzüge verschlechtert
werden.
[0015] Bei der Verwendung der Clusterdiamanten mit einer Teilchengrösse unter 0,01 um nimmt
jedoch die Härte, die Haftfestigkeit mit dem Werkstück, die Verschleissfestigkeit
des erzeugten Überzugs wesentlich zu. Das ist damit verbunden, dass die Clusterdiamanten
der ausgewählten Grösse eine geringe Trägheit haben, wodurch der Stofftransport der
Dispersionsphase aus dem Elektrolyt auf die zu bedeckende Oberfläche unter besonders
günstigen Bedingungen vor sich geht, was die Abscheidung der Überzüge bei hohen Stromdichten
ermöglicht. Es wurde festgestellt, dass bei der elektrolytischen Chromabscheidung
(sowie bei der chemischen und der elektrochemischen Abscheidung anderer Metalle, wie
beispielsweise Kupfer, Nickel, Silber) die Clusterdiamanten aufgrund ihrer hohen physikalisch-chemischen
Aktivität als Kristallisationszentren (Keime) wirken, aus denen die Metallerstarrung
beginnt. Infolge einer grossen Anzahl der am Prozess beteiligten Teilchen hat die
Kristallisation einen mehrkeimigen massenhaften Charakter. Der entstehende Überzug
hat kleine strukturelle Fragmente ohne Fernordnung in der kristallinen Struktur. Der
Gröse nach sind die Chromkristallite nahe an die Diamantteilchen, was durch die röntgenografische
Phasenanalyse und Elektronenmikroskopie nachgewiesen wurde. Durch die Verbindung eines
praktisch trägheitslosen Stofftransports der Teilchen der Dispersionsphase und der
massenhaften Chromkristallisation kommt ausserdem eine gleichmässige Abscheidung des
Überzugs auf den äquipotentiellen Oberflächen zustande.
[0016] Durch eine geringe Chromkristallitgrösse (hoher Zerkleinerungsgrad der Struktur)
wird die Mikrohärte der Überzüge wesentlich (um ein 1,5 bis 2,5faches) erhöht, die
Verschleissfestigkeit der Überzüge um ein 2,5 bis 3,Ofaches im Vergleich zu den Überzügen
verbessert, die Diamanten mit einer Teilchengrösse von 0,01 bis 0,5 um als Dispersionsphase
enthalten.
[0017] Ausserdem wurde es experimentell festgestellt, dass durch die EinfÜhrung der Clusterdiamanten
in die Verchromungselektrolyte die Energieschwelle der Reduktion von Cr
6+ bis Cr
3+ heruntergedrückt wird, wodurch das anfängliche "Durcharbeiten" des Elektrolyts während
4 bis 6 Stunden mit beliebigen Kathoden zur Bildung von Cr
3+ -Ionen im Elektrolyt entfällt.
[0018] Auf diese Weise führt die Verwendung der Clusterdiamanten zur Erzeugung von elektrochemischen
Kompositionsüberzügen auf der Chrombasis zur Änderung des Bildungsmechanismus des
Überzugs und zu einer wesentlichen Verbesserung seiner Eigenschaften, u.zw.:
- die Clusterdiamanten bilden stabile Dispersionen in Verchromungselektrolyten;
- die Clusterdiamanten fördern die Reduktion von Cr6+ bis Cr3+, wodurch die Vorbereitung des Prozesses erleichtert und der Energieaufwand für die
Prozessführung verringert wird;
- durch eine kleine Masse (geringe Trägheit) der Diamantcluster wird ein wirksamer
Stofftransport der Diamantteilchen an die zu bedeckende Oberfläche gewährleistet,
wodurch der Betrieb mit hohen Stromdichten ermöglicht wird;
- infolge einer hohen physikalisch-chemischen Aktivität der Clusterdiamanten kommt
eine massenhafte Chromkristallisation zustande, wodurch eine superhochdisperse Struktur
des Überzugs mit erhöhter Mikrohärte und Verschleissfestigkeit entsteht;
- infolge der kleinen Abmessungen der Diamantcluster und der Chromkristallite wird
das Mikroprofil der Oberfläche genau kopiert, wodurch die gesamte Haftfläche und als
Folge die Höchstbeanspruchungen vergrössert werden, die zum Abreissen des Überzugs
vom Grundmetall fuhren;
- eine erhöhte Überzugsgüte wird bei einem geringen Diamantengehalt von 0,3 bis 1,0
Massenprozent im Überzug erzielt, was den Prozess wirtschaftlich macht;
- Kompositionsüberz'üge auf der Basis von Chrom und Clusterdiamanten haben eine erhöhte
Korrosionsbeständigkeit;
- durch eine niedrigere Energieschwelle der Chromreduktion, eine massenhafte Chromkristallisation
auf den Clusterdiamanten, eine wirksamen Stofftransport an die zu bedeckende Werkstückoberfläche
wird eine gleichmässige Abscheidung des Überzugs auf äquipotentiellen Oberflächen
sichergestellt.
[0019] Der Gehalt an den Clusterdiamanten in Verchromungselektrolyten beträgt 5 bis 40 g/l.
Eine Erhöhung des Clusterdiamantengehalts über 40 g/1 führt zu einer starken Verdickung
und Strukturierung der Elektrolyte, wodurch die Gasausscheidung, die Elektrolytkonvektion
und der Stromdurchfluss erschwert werden. Bei einer Verringerung des Clusterdiamantengehalts
im Elektrolyt unter 5g/l wird die Überzugsgüte wesentlich verschlechtert. Der Gehalt
an den Clusterdiamanten im Elektrolyt wird in Abhängigkeit von der Grösse und der
Form der zu behandelnden Werkstücke gewählt. Für die kleinen Werkstücke mit scharfen
Schneidkanten sind Elektrolyte mit einem Clusterdiamantengehalt von 15 bis 40 g/1
besonders gut geeignet. Zu diesen Werkstücken zählen beispielsweise dünne Klingenwerkzeuge,
Zahnbohrer, mikrochirurgische Instrumente. Durch eine hohe Konzentration der Clusterdiamanten
im Elektrolyt wird die elektrische Feldstärke an den scharfen Kanten der Werkstücke
verringert und die Wahrscheinlichkeit der Dendritenbildung reduziert. Die Elektrolyte
mit einer Konzentration der Clusterdiamanten von 5 bis 15 g/1 gestatten es, Oberflächen
grosser Werkstücke wie Stempel, Matrizen, Hydraulikzylinderstangen, Zylinder der Verbrennungsmotore,
Führungen, Getriebe- und Wechselgetriebezahnräder, andere Teile von Maschinen und
Mechanismen zu verfestigen. In diesem Fall ist die Elektrolytviskosität noch nicht
zu hoch, und der Prozess läuft bei der natürlichen Wärmekonvektion im Elektrolyt wirksam
ab.
[0020] Die Temperatur des Elektrolyts wird bei der Abscheidung der Überzüge auf der Basis
von Chrom und Clusterdiamanten in Abhängigkeit von der Zweckbestimmung des Werkstücks
eingestellt. So bedürfen beispielsweise reibungsbeanspruchte Baugruppen, Lager, Führungen,
Hydraulikzylinder, Zahnräder, der Überzüge mit einer niedrigen Reibzahl, einer hohen
Verschleissfestigkeit bei reduzierter Härte; die Elektrolyttemperatur wird in einem
Bereich von 35 bis 50°C eingestellt. Für Schneidwerkzeug, Stemperl und Matrizen, Kompressionsringe
und Nockenwellen der Verbrennungsmotore, d.h. in den Fällen, wo der Überzug grossen
Druck- und Scherbeanspruohungen ausgesetzt wird, wird die Elektrolyttemperatur von
50 bis 70°C eingestellt.
[0021] Die Katodenstromdichte in Elektrolyten für die Abscheidung der Überzüge auf der Basis
von Chrom und Clusterdiamanten wird in einem breiten Bereich in Abhängigkeit von der
gewünschten Struktur des Überzugs (beispielsweise lamellare oder stengelinge), von
den geforderten optischen Eigenschaften des Überzugs (opal oder glänzend) sowie von
den hydrodynamischen Verhältnissen des Prozesses eingestellt.
[0022] Bei einer freien Konvektion im Elektrolyt wird beispielsweise die Stromdichte vnn
40 bis 60A/dm und bei einer Zwangszuführung des Elektrolyts in die Zone des Überzugsauftragens
und bei der mechanischen Aktivierung des abzuscheidenden Überzugs von 200 bis 600
A/dm
2 eingestellt.
[0023] Der Eigensohaftenkomplex der nach dem erfindungsgemässen Verfahren erzeugten Überzüge
und die Einfachheit des Prozesses machen das Verfahren konkurrenzfähig gegenüber den
bekannten Verfahren zum Auftragen von Überzügen, wie Abscheidung aus der Gasphase
und dem Plasma, Ionen- und Detonationsspritzen, Aufschmelzen, Diffusionsverfestigung
der Oberfläche mit Stickstoff, Bor, Kohlenstoff u.a.
[0024] Die Überzüge auf der Basis von Chrom und Clusterdiamanten werden zur Verfestigung
der Arbeitsflächen von Werkstücken breiten Sortiments eingesetzt. Das sind Schneidwerkzeuge
wie Gewindebohrer, Senker, Fräser, Metallsägeblätter, Feilen, Nadelfeilen, Zahnbohrer;
Presswerkzeuge zum Kaltpressen von Metallpulver, Matrizen und Stempel zum Kalttiefziehen
von Metallen, Teile von Maschinen und Mechanismen wie Zylinder, Kolbenringe, Verbrennungsmotorsteuerwellen,
Hydraulikzylinder; medizinisches Instrument, Rasierklingen, Messer, Ziehdüsen usw.
[0025] In der Tabelle 1 sind Angaben über die Verlängerung der Betriebsdauer der Werkstucke
mit Überzügen auf der Basis von Chrom und Clusterdiamanten im Vergleich zu den bekannten
Verfahren der Arbeitsflächenverfestigung angeführt.

[0026] Das Verfahren zur Erzeugung von Kompositionsüberzügen auf der Basis von Chrom und
Clusterdiamanten ist technologisch einfach und wird folgenderweise durchgeführt.
[0027] In einen auf die bekannte Weise hergestellten Elektrolyt wird ein 4 bis 6%iges wässriges
Clusterdiamantkolloid eingeführt. Der Clusterdiamantengehalt im Elektrolyt beträgt
5,0 bis 40,0 g/l. Das zu behandelnde Werkstück, das als Katode dient, wird ins Elektrolytbad
eingetaucht, das auf die vorgegebene Temperatur vorgewärmt wird. Die Anoden werden
aus Blei oder aus einer Blei-Antimon-Legierung hergestellt. Die Wanne wird aus einem
elektrolytbeständigen Material beispielsweise aus Titan. Glas, Keramik oder Kunststoff
gefertigt. Vor der Inbetriebnahme wird der Elektrolyt mechanisch oder durch Gasblasen
beispielsweise mit Druckluft umgerührt. Im weiteren wird das Zwangsumrühren nicht
durchgeführt. Die Suspensionsstabilität der Clusterdiamanten im Elektrolyt ist durch
deren Eigenschaften sowie durch die Gasausscheidung an der Anode und der Katode und
die Wärmekonvektion des Elektrolyts bedingt.
[0028] Die Dicke der aufzutragenden Überzüge wird in Abhängigkeit von der Zweckbestimmung
des Werkstücks eingestellt. Sie kann beispielsweise 0,02 bis 0,06µm für Radierklingen,
0,5 bis 5,0 um für Schneidwerkzeug, 10,0 bis 50,0µm für Pressenausrüstung, 80,0 bis
200,0 um für Verbrennungsmotorzylinder und über 200,0 µm für regenerierbare Teile
von Maschinen und Mechanismen betragen.
[0029] Vorzugsweise wird der Elektrolyt aus einem Konzentrat hergestellt, das zum Erreichen
der Arbeitskonzentration des Elektrolyts mit Wasser verdünnt wird. Das Konzentrat
gestattet es, den Transport und die Lagerung der Elektrolyte mit Clusterdiamanten
zu vereinfachen.
[0030] Während des Betriebs des Bades mit den Clusterdiamanten wird die Analyse und die
erforderliche Korrektur seiner Zusammensetzung durchgeführt. Zum Auftragen der Überzüge
auf Werkstücke komplizierter Form werden Anoden und Schirmbleche eingesetzt, die auf
die bekannte Weise gefertigt werden. Die Vorbereitung der Werkstücke zum Auftragen
der Überzüge, u.zw. die mechanische Bearbeitung, Entfetten, Beizen, Entfernen der
Oxidfilme, wird ebenfalls auf die bekannte Weise durchgeführt.
[0031] Zur besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung werden konkrete Durchführungsbeispiele
angeführt. Die nachstehend angegebenen Zusammensetzungen der Elektrolyte schliessen
die Möglichkeit nicht aus, dass in diese verschiedene Zusätze beispielsweise zur Verringerung
der Oberflächenspannung des Elektrolyts oder der Verdampfung eingeführt werden. Es
ist zu berücksichtigen, dass derartige Zusätze mit den Clusterdiamanten zusammenwirken
und zur Bildung von Fraktalclustern, zur Koagulation und Sedimentation der Diamanten
führen können, wodurch die Wirksamkeit des Prozesses und die Überzugsgüte beeinträchtigt
werden.
Beispiel 1.
[0032] Im destillierten Wasser werden 250,0 g/1 Chromanhydrid, 2,5 g/1 Schwefelsäure aufeinanderfolgend
gelöst und das 6%ige wässrige Clusterdiemantenkolloid mit einer Diamantteilohengrbsse
von 0,001 bis 0,01
Jum wird eingeführt. Die Menge des Clusterdiamanten im Elektrolyt beträgt 5 g/l. Der
hergestellte Elektrolyt wird in eine. dampf-, heisswasser- oder elektrisch-beheizte
Wanne gegossen. Der Elektrolyt wird auf eine Temperatur von 35°C erwärmt. In die Wanne
werden Anoden eingehängt, das zu behandelnde Werkstück dient als Katode. Bei der Behandlung
der Werkstücke komplizierter Form werden spezielle Anoden und Schirmbleche eingesetzt.
[0033] Das Werkstück wird sorgfältig gereinigt, in bekannten chemischen und/oder elektrochemischen
Bändern entfettet, gespült und an die elektrische Schiene der Katode angeschlossen.
[0034] Es werden genormte Gleichstromquellen mit Spannungs-und Stromregelung sowie mit Stromumpolung
eingesetzt.
[0035] Die Werkstücke werden in den Elektrolyt eingebracht, auf die Elektrolyttemperatur
erwärmt, der Strom mit negativer Polung und einer Stärke von 30 A/dm
2 für wird für 30 s eingeschaltet, dann wird der Strom mit positiver Polung und einer
Stärke von 60 A/dm
2 während 15 s angelegt und der Strom mit positiver Polung und mit einer Stärke von
30 A/dm
2 eingeschaltet. Die Abscheidungsgeschwindigkeit des Überzuge beträgt 1,0 bis 1,0µm/min.
[0036] Die Mikrohärte des Überzugs, gemessen nach der Methede der Eindrückung einer Naturdiamantpyramide
mit einem Spitzenwinkel von 108,9 Grad, betrug 650 kp/mm
2.
Beispiele 2 bis 5.
[0037] Die Überzüge werden gemäss Beispiel 1 erzeugt. Die Menge der Clusterdiamanten im
Elektrolyt beträgt 10, 20, 30, 40 g/1 respektiv. Dabei beträgt die mittlere Mikrohärte
der erzeugten Überzüge 840, 1130, 1206, 1030
kp/mm
2 respektiv.
Beispiele 6 bis 8
[0038] Die Überzüge werden gemäss Beispiel 1 erzeugt. Die Clusterdiamanten werden in einer
Menge von 15 g/l genommen. Der Elektrolyt hat eine Temperatur von 45, 55, 70°C respektiv.
Dabei beträgt die mittlere Mikrohärte der erzeugten Überzüge 1020, 1410, 1280 kp/mm
2 respektiv.
Beispiel 9
[0039] Im destillierten Wasser werden 250 g/1 Chromanhydrid, 0,5 g/1 Schwefelsäure gelöst,
6 g/l Bariumsulfat, 20 g/l. Kaliumfluorosilikat und das 4%ige Wwässrige Clusterdiamantenkolloid
werden eingeführt. Die Clusterdiamantmenge beträgt 15 g/l.
[0040] Der hergestellte Elektrolyt wird auf eine Temperatur von 55+ 2°C erwärmt und während
15 min auf die bekannte Weise umgerührt, um einen Teil der schwerlösbaren Komponenten,
u.zw. Kaliumfluorosilikat und Bariumsulfat, in die Lösung überzuführen. Sämtliche
nachfolgende Operationen werden gemäss Beispiel 1 durchgeführt. Die Katodenstromdichte
beträgt 60 A/dm
2, der Strom mit negativer Polung - 90 A/dm
2. Die Abscheidungsgeschwindigkeit des Überzugs beträgt 1,1 bis 1,3µm/min. Die Überzugseigenschaften
sind in der Tabelle 2 angeführt.
Beispiele 10 bis 14
[0041] Die Überzüge werden gemäss Beispeil 9 erzeugt.
[0042] Der Gehalt an den Clusterdiamanten im Elektrolyt betrug 2, 4, 10, 20 40 g/1 respektiv.
Die Überzugseigenschaften sind in der Tabelle 2 angeführt.
[0043] Die Verschleissfestigkeit der Überzüge wurde auf einer Reibmaschine nach der Backe-Rolle-Methode
unter Tropfenzuführung von niedrigviskosem Öl geprüft.
[0044] Die Reibfläche beträgt 1 cm
2, die Reibflächenbelastung - 100 kp.
[0045] Die Prüfdauer beträgt 100 Stunden, die Gleitgeschwindigkeit in der Kontaktstelle
- 0,8 m/s. Die Backe und die Rolle sind aus Stahl mit einem Chromgehalt von 4% Massenprozent
gefertigt. Die Überzüge werden auf die Backe aufgetragen. Die Rolle wirkt als Gegenkörper.
[0046] Durch die Verwendung der Clusterdiamanten gemäss den obenangeführten Beispielen wird
der abrasive Verschleiss des Gegenkörpers herabgesetzt, die Reibzahl und die Temperatur
in der Reibungszone nehmen ab.
Beispiel 15
[0047] Im destillierten Wasser werden gemäss Beispiel 9 225 g/l Chromanhydrid gelost, 6
g/l Stromtiumsulfat, 20 g/l Kliumfluorosilikat und Clusterdiamanten werden eingeführt.
Die Prozessdaten werden ebenfalls gemäss Beispiel 9 eingestellt. Der genannte Elektrolyt
hat eine geringere Ätzwirkung im Vergleich zu den Elektrolyten gemäss den Beispielen
1 und 9. Er wird vorzugsweise für Werkstücke aus Aluminium und seinen Legierungen
sowie für Werkstücke kleiner Abmessungen, für Werkstücke mit scharfen Kanten, wie
Klingen, Nadeln, Kleinbohrer, Zahnbohrer verwendet. Die Mikrohärte und Verschleissfestigkeit
der Überzüge sind äquivalent mit denen gemäss Beispiel 9.

[0048] Das erfindungsgemässe Verfahren zur Erzeugung von Kompositionsüberzügen auf der Chrombasis
kann auf verschiedenen Gebieten der Technik beispielsweise und insbesondere im Maschinenbau
zur Erhöhung der Standzeit und Zuverlässigkeit von Schneidwerkzeug, Pressenausrüstung,
Ziehmatrizen für Metall, Teilen von Maschinen und Mechanismen Anwendung finden.