(19)
(11) EP 0 386 389 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
12.09.1990  Patentblatt  1990/37

(21) Anmeldenummer: 89810192.8

(22) Anmeldetag:  10.03.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F41A 17/46, F41A 19/33
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IT LI NL SE

(71) Anmelder: Schweizerische Eidgenossenschaft, w + f Bern
CH-3014 Bern (CH)

(72) Erfinder:
  • Schaffner, Kurt
    CH-3048 Worblaufen (CH)

(74) Vertreter: Steiner, Martin et al
c/o AMMANN PATENTANWÄLTE AG BERN Schwarztorstrasse 31
3001 Bern
3001 Bern (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Abzugsicherung an einer Schusswaffe


    (57) Auf dem Pufferzylinder (6) am hinteren Ende einer auto­matischen Waffe (1) sitzt ein Führungsrohr (7). Auf dieses Führungsrohr (7) ist ein Sicherungsring (12) un­verdrehbar, aber axial verschiebbar aufgesetzt. In einer vorderen, ausgezogen dargestellten Betriebslage verhin­dert der Sicherungsring (12) ein Niederdrücken des Ab­zughebels (2) und damit jede Schussauslösung. Bei einer hinteren, strichpunktiert dargestellten Betriebslage des Sicherungsrings (12) kann der Abzughebel (2) frei betä­tigt werden. Die Sicherungsvorrichtung ist einfach auf­gebaut und zu bedienen und sie kann leicht an bestehen­den Waffen angebracht werden.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abzugsicherung an einer Schusswaffe, insbesondere einem schweren Ma­schinengewehr, mit einem schwenkbaren Abzughebel und ei­nem drehbaren Feuerwahl-Führungsrohr. Eine Waffe dieser Art ist beispielsweise das MG 64 Kaliber 12,7 mm der Schweizer Armee (Typ M2(HB,QCB).50cal MG). Diese Waffe besitzt an der Hinterseite zwischen zwei Handgriffen ei­nen Abzughebel und einen Fanggelenkauslöser. Durch Betä­tigung des Abzughebels können einzelne Schüsse abgegeben werden, während bei gleichzeitiger Betätigung des Abzug­hebels und des Fanggelenkauslösers Seriefeuer geschossen werden kann. Auf einem vom Abzugkasten nach hinten ra­genden Pufferzylinder ist ein Führungsrohr mit einer Niederhaltefeder drehbar gelagert. Durch Drehung dieses Führungsrohrs kann dessen Niederhaltefeder über den Fanggelenkauslöser geschwenkt und dieser damit dauernd in Seriefeuerstellung gehalten werden. Für beliebige Stellungen des Führungsrohres, bzw. der darauf befestig­ten Niederhaltefeder, kann der Abzughebel frei betätigt werden. Es ist also keine Sicherung möglich, was dazu führt, dass gelegentlich ungewollt einzelne Schüsse oder gar Schusserien abgefeuert werden, wenn der Abzughebel zufällig betätigt wird.

    [0002] Ziel vorliegender Erfindung ist es, für derartige Waffen eine Abzugsicherung zu schaffen. Dieses Ziel wird da­durch erreicht, dass ein zwischen einer Feuerstellung und einer Sicherungsstellung axial einstellbarer Sperr­teil vorgesehen ist, der sich in seiner Sicherungsstel­lung im Schwenkweg des Abzughebels befindet. Es wird da­mit möglich, die Waffe zu sichern und jede ungewollte Schussabgabe zu vermeiden.

    [0003] Weitere Einzelheiten und Vorteile der erfindungsgemässen Abzugsicherung ergeben sich aus der folgenden Beschrei­ bung eines Ausführungsbeispiels.

    Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht des hinteren Waffenendes mit der Abzugsicherung,

    Fig. 2 zeigt eine Rückansicht der Waffe und der Abzug­sicherung,

    Fig. 3 zeigt einen Längsschnitt durch die Abzugsicherung nach Linie III-III in Fig. 4 und

    Fig. 4 zeigt einen Querschnitt durch Abzugsicherung nach Linie IV-IV in Fig. 3.



    [0004] Die Figuren 1 und 2 zeigen das hintere Waffenende mit dem Abzugkasten 1, in welchem ein gabelförmiger Abzughe­bel 2 und ein Fanggelenkauslöser 3 mit Betätigungsplatte 3a um eine gemeinsame Achse 4 schwenkbar angeordnet sind. Die Teile 2 und 3 sind zwischen zwei Handgriffen 5 angeordnet. Während man die Waffe an den Griffen hält, kann man den Abzughebel 2 und den Fanggelenkauslöser 3 unabhängig voneinander aus einer in Figuren 1 und 2 dar­gestellten oberen Ruhestellung nach unten schwenken. Wird nur der Abzughebel 2 nach unten geschwenkt, erfolgt bei jeder Schwenkbewegung die Abgabe eines Einzelschus­ses. Wird zugleich auch der Fanggelenkauslöser 3 nach unten verschwenkt, kann Seriefeuer geschossen werden, solange der Abzughebel 2 niedergedrückt ist. Auf dem vom Abzugkasten 1 nach hinten ragenden Pufferzylinder 6 ist ein Feuerwahl-Führungsrohr 7 drehbar aufgesetzt, mit dessen vorderem Ende eine Niederhaltefeder 8 vernietet ist. Durch eine Radialbohrung des Führungsrohres 7 greift ein durch eine mit dem Führungsrohr vernieteten Feder 9 belasteter Positionierungsnocken 10 in eine Po­sitionierungsnut 11, die sich um etwa 180° längs des Um­fangs des Pufferzylinders 6 erstreckt. Wenn sich der Po­sitionierungsnocken 10 in der in den Figuren dargestell­ ten Lage befindet, liegt das freie Ende der Niederhalte­feder 8 unten, d.h. diametral gegenüber dem Abzughebel 2 und dem Fanggelenkauslöser 3. Die Führungshülse 7 mit der Niederhaltefeder 8 kann jedoch um etwa 180° im Ge­genuhrzeigersinn aus der dargestellten Lage gedreht wer­den, womit die Niederhaltefeder 8 in den Bereich des Fanggelenkauslösers 3 geschwenkt werden kann. Bei nie­dergedrücktem Fanggelenkauslöser kann hierbei die Nie­derhaltefeder 8 über den Zwischenteil 3b des Fanggelenk­auslösers geschwenkt und damit der Fanggelenkauslöser in seiner unteren Seriefeuerstellung festgehalten werden. Bei jeder Betätigung des Abzughebels wird somit automa­tisch Seriefeuer geschossen.

    [0005] Die oben beschriebenen Konstruktionsteile entsprechen denjenigen des bestehenden, oben erwähnten Maschinenge­wehrs. Es ergibt sich aus der bisherigen Beschreibung, dass keinerlei Sicherung vorgesehen war, d.h. eine Betä­tigung des Abzughebels 2 und/oder des Fanggelenkauslö­sers 3 kann jederzeit auch unbeabsichtigt erfolgen, was zur unbeabsichtigten Schussabgabe führen kann. Um dieser Gefahr zu begegnen, ist nun erfindungsgemäss eine Siche­rung vorgesehen. Zu diesem Zweck ist auf die Führungs­hülse 7 ein Sicherungsring 12 aufgesetzt, der an zwei Seiten ebene Anfräsungen 12a aufweist. Bei der darge­stellten Lage des Führungsrohrs 7 stehen die Flächen 12a senkrecht, d.h. etwa parallel zu einer Axial-Vertikal­ebene, in welcher auch etwa das freie Ende der Nieder­haltefeder 8 liegt. Nach der oben erwähnten Drehung des Führungsrohrs 7, der Niederhaltefeder 8 und des damit unverdrehbar verbundenen Sicherungsrings 12 um etwa 180° zum Niederhalten des Fanggelenkauslösers 3 liegen die Flächen 12a wiederum vertikal, d.h. parallel zu den Griffen 5 derart, dass der Sicherungsring das Festhalten der Waffe an den Griffen 5 nicht behindert. Wie soeben erwähnt, ist der Sicherungsring 12 mittels eines Keils 13 unverdrehbar mit der Führungshülse 7 verbunden. Der Sicherungsring 12 ist jedoch auf der Führungshülse 7 axial verschiebbar und zwar um einen Weg, welcher durch eine Anschlagschraube 14 begrenzt ist, die in eine An­fräsung 15 des Führungsrohrs 7 eingreift. Die axialen Endlagen des Sicherungsrings 12 sind zusätzlich festge­legt durch federbelastete Rastkugeln 16, die in vordere Rastbohrungen 17 oder hintere Rastbohrungen 18 eingrei­fen können. In der Zeichnung ist der Sicherungsring 12 in seiner vorderen Endlage gezeichnet, in welcher er in die Schwenkbahn des Abzughebels 2 eingreift und damit ein Niederdrücken desselben zum Auslösen eines Einzel­schusses oder von Seriefeuer verhindert. Bei dieser Stellung des Sicherungsrings 12 ist somit die Waffe ge­sichert. Zur Entsicherung kann der Sicherungsring 12 ohne erheblichen Kraftaufwand nach hinten in eine in Fig. 1 strichpunktiert angedeutete und durch Eingreifen der Rastkugeln 16 in die Rastbohrungen 18 bestimmte End­lage gebracht werden, in welcher er das Herabschwenken des Abzughebels 2 nicht mehr behindert. Die Waffe kann daher nun normal bedient werden.

    [0006] Der federbelastete Positionierungsnocken 10, der in die Ringnut 11 des Pufferzylinders 6 eingreift, dient nicht nur der Begrenzung der etwa 180° betragenden Schwenk­bewegung des Führungsrohrs 7 und des darauf aufgesetzten Sicherungsrings 12, sondern auch der Sicherung dieser Teile auf dem Pufferzylinder 6. Wird der Sicherungsring mit dem Führungsrohr 7 mit genügender Kraft nach hinten gezogen, kann der Positionierungsnocken 10 unter Ueber­windung des Druckes der Feder 9 aus der Nut 11 ausge­rückt und dann der Sicherungsring mit dem Führungsrohr vom Pufferzylinder abgezogen werden. Es kann daher auch das entsprechende, nicht mit einem Sicherungsring 12 versehene Führungsrohr 7 einer bestehenden Waffe ohne weiteres vom Pufferzylinder 6 abgezogen und durch das oben beschriebene Aggregat mit Sicherungsring 12 ersetzt werden. Bestehende Waffen können somit ohne weiteres nachgerüstet werden.


    Ansprüche

    1. Abzugsicherung an einer Schusswaffe (1) mit einem schwenkbaren Abzughebel (2) und einem drehbaren Feuer­wahl-Führungsrohr (7), dadurch gekennzeichnet, dass ein zwischen einer Feuerstellung und einer Sicherungsstel­lung axial einstellbarer Sperrteil (12) vorgesehen ist, der sich in seiner Sicherungsstellung im Schwenkweg des Abzugshebels (2) befindet.
     
    2. Sicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrteil (12) axial verschiebbar auf dem Füh­rungsrohr (7) sitzt, das drehbar auf einen Waffenteil, z.B. einen Pufferzylinder (6), aufsetzbar ist.
     
    3. Sicherung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Führungsrohr (7) ein federbelasteter Positionie­rungsnocken (10) angeordnet ist, der zum Eingriff in eine Ringnut (11) begrenzter Länge am Waffenteil (6) be­stimmt ist und damit der axialen Positionierung und der Begrenzung der Drehbewegung des Führungsrohrs (7) dient.
     
    4. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Stellungen des Sperr­teils (12) durch axiale Anschläge (14, 15) und Rasten (16-18) bestimmt sind.
     
    5. Sicherung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, gekenn­zeichnet durch eine Drehsicherung (13) zwischen dem Füh­rungsrohr (17) und dem Sperrteil (12).
     
    6. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrteil als Sicherungsring (12) mit gegenüberliegenden, abgeflachten Seiten (12a) ausgebildet ist.
     
    7. Sicherung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass am Führungsrohr (7) eine Niederhaltefeder (8) für einen Fanggelenkauslöser (3) der Waffe (1) angebracht ist, wobei der Greifteil der Niederhaltefeder (8) etwa in einer parallel zu den abgeflachten Seiten (12a) des Sicherungsringes (12) liegenden Axialebene angeordnet ist und um etwa 180° aus einer wirksamen Stellung in ei­ne Ruhestellung drehbar ist.
     
    8. Sicherung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekenn­zeichnet, dass der Sicherungsring (12) zwischen Hand­griffen (5) der Waffe liegt.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht