[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Abzugsicherung an einer Schusswaffe, insbesondere
einem schweren Maschinengewehr, mit einem schwenkbaren Abzughebel und einem drehbaren
Feuerwahl-Führungsrohr. Eine Waffe dieser Art ist beispielsweise das MG 64 Kaliber
12,7 mm der Schweizer Armee (Typ M2(HB,QCB).50cal MG). Diese Waffe besitzt an der
Hinterseite zwischen zwei Handgriffen einen Abzughebel und einen Fanggelenkauslöser.
Durch Betätigung des Abzughebels können einzelne Schüsse abgegeben werden, während
bei gleichzeitiger Betätigung des Abzughebels und des Fanggelenkauslösers Seriefeuer
geschossen werden kann. Auf einem vom Abzugkasten nach hinten ragenden Pufferzylinder
ist ein Führungsrohr mit einer Niederhaltefeder drehbar gelagert. Durch Drehung dieses
Führungsrohrs kann dessen Niederhaltefeder über den Fanggelenkauslöser geschwenkt
und dieser damit dauernd in Seriefeuerstellung gehalten werden. Für beliebige Stellungen
des Führungsrohres, bzw. der darauf befestigten Niederhaltefeder, kann der Abzughebel
frei betätigt werden. Es ist also keine Sicherung möglich, was dazu führt, dass gelegentlich
ungewollt einzelne Schüsse oder gar Schusserien abgefeuert werden, wenn der Abzughebel
zufällig betätigt wird.
[0002] Ziel vorliegender Erfindung ist es, für derartige Waffen eine Abzugsicherung zu schaffen.
Dieses Ziel wird dadurch erreicht, dass ein zwischen einer Feuerstellung und einer
Sicherungsstellung axial einstellbarer Sperrteil vorgesehen ist, der sich in seiner
Sicherungsstellung im Schwenkweg des Abzughebels befindet. Es wird damit möglich,
die Waffe zu sichern und jede ungewollte Schussabgabe zu vermeiden.
[0003] Weitere Einzelheiten und Vorteile der erfindungsgemässen Abzugsicherung ergeben sich
aus der folgenden Beschrei bung eines Ausführungsbeispiels.
Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht des hinteren Waffenendes mit der Abzugsicherung,
Fig. 2 zeigt eine Rückansicht der Waffe und der Abzugsicherung,
Fig. 3 zeigt einen Längsschnitt durch die Abzugsicherung nach Linie III-III in Fig.
4 und
Fig. 4 zeigt einen Querschnitt durch Abzugsicherung nach Linie IV-IV in Fig. 3.
[0004] Die Figuren 1 und 2 zeigen das hintere Waffenende mit dem Abzugkasten 1, in welchem
ein gabelförmiger Abzughebel 2 und ein Fanggelenkauslöser 3 mit Betätigungsplatte
3a um eine gemeinsame Achse 4 schwenkbar angeordnet sind. Die Teile 2 und 3 sind zwischen
zwei Handgriffen 5 angeordnet. Während man die Waffe an den Griffen hält, kann man
den Abzughebel 2 und den Fanggelenkauslöser 3 unabhängig voneinander aus einer in
Figuren 1 und 2 dargestellten oberen Ruhestellung nach unten schwenken. Wird nur
der Abzughebel 2 nach unten geschwenkt, erfolgt bei jeder Schwenkbewegung die Abgabe
eines Einzelschusses. Wird zugleich auch der Fanggelenkauslöser 3 nach unten verschwenkt,
kann Seriefeuer geschossen werden, solange der Abzughebel 2 niedergedrückt ist. Auf
dem vom Abzugkasten 1 nach hinten ragenden Pufferzylinder 6 ist ein Feuerwahl-Führungsrohr
7 drehbar aufgesetzt, mit dessen vorderem Ende eine Niederhaltefeder 8 vernietet ist.
Durch eine Radialbohrung des Führungsrohres 7 greift ein durch eine mit dem Führungsrohr
vernieteten Feder 9 belasteter Positionierungsnocken 10 in eine Positionierungsnut
11, die sich um etwa 180° längs des Umfangs des Pufferzylinders 6 erstreckt. Wenn
sich der Positionierungsnocken 10 in der in den Figuren dargestell ten Lage befindet,
liegt das freie Ende der Niederhaltefeder 8 unten, d.h. diametral gegenüber dem Abzughebel
2 und dem Fanggelenkauslöser 3. Die Führungshülse 7 mit der Niederhaltefeder 8 kann
jedoch um etwa 180° im Gegenuhrzeigersinn aus der dargestellten Lage gedreht werden,
womit die Niederhaltefeder 8 in den Bereich des Fanggelenkauslösers 3 geschwenkt werden
kann. Bei niedergedrücktem Fanggelenkauslöser kann hierbei die Niederhaltefeder
8 über den Zwischenteil 3b des Fanggelenkauslösers geschwenkt und damit der Fanggelenkauslöser
in seiner unteren Seriefeuerstellung festgehalten werden. Bei jeder Betätigung des
Abzughebels wird somit automatisch Seriefeuer geschossen.
[0005] Die oben beschriebenen Konstruktionsteile entsprechen denjenigen des bestehenden,
oben erwähnten Maschinengewehrs. Es ergibt sich aus der bisherigen Beschreibung,
dass keinerlei Sicherung vorgesehen war, d.h. eine Betätigung des Abzughebels 2 und/oder
des Fanggelenkauslösers 3 kann jederzeit auch unbeabsichtigt erfolgen, was zur unbeabsichtigten
Schussabgabe führen kann. Um dieser Gefahr zu begegnen, ist nun erfindungsgemäss eine
Sicherung vorgesehen. Zu diesem Zweck ist auf die Führungshülse 7 ein Sicherungsring
12 aufgesetzt, der an zwei Seiten ebene Anfräsungen 12a aufweist. Bei der dargestellten
Lage des Führungsrohrs 7 stehen die Flächen 12a senkrecht, d.h. etwa parallel zu einer
Axial-Vertikalebene, in welcher auch etwa das freie Ende der Niederhaltefeder 8
liegt. Nach der oben erwähnten Drehung des Führungsrohrs 7, der Niederhaltefeder 8
und des damit unverdrehbar verbundenen Sicherungsrings 12 um etwa 180° zum Niederhalten
des Fanggelenkauslösers 3 liegen die Flächen 12a wiederum vertikal, d.h. parallel
zu den Griffen 5 derart, dass der Sicherungsring das Festhalten der Waffe an den Griffen
5 nicht behindert. Wie soeben erwähnt, ist der Sicherungsring 12 mittels eines Keils
13 unverdrehbar mit der Führungshülse 7 verbunden. Der Sicherungsring 12 ist jedoch
auf der Führungshülse 7 axial verschiebbar und zwar um einen Weg, welcher durch eine
Anschlagschraube 14 begrenzt ist, die in eine Anfräsung 15 des Führungsrohrs 7 eingreift.
Die axialen Endlagen des Sicherungsrings 12 sind zusätzlich festgelegt durch federbelastete
Rastkugeln 16, die in vordere Rastbohrungen 17 oder hintere Rastbohrungen 18 eingreifen
können. In der Zeichnung ist der Sicherungsring 12 in seiner vorderen Endlage gezeichnet,
in welcher er in die Schwenkbahn des Abzughebels 2 eingreift und damit ein Niederdrücken
desselben zum Auslösen eines Einzelschusses oder von Seriefeuer verhindert. Bei dieser
Stellung des Sicherungsrings 12 ist somit die Waffe gesichert. Zur Entsicherung kann
der Sicherungsring 12 ohne erheblichen Kraftaufwand nach hinten in eine in Fig. 1
strichpunktiert angedeutete und durch Eingreifen der Rastkugeln 16 in die Rastbohrungen
18 bestimmte Endlage gebracht werden, in welcher er das Herabschwenken des Abzughebels
2 nicht mehr behindert. Die Waffe kann daher nun normal bedient werden.
[0006] Der federbelastete Positionierungsnocken 10, der in die Ringnut 11 des Pufferzylinders
6 eingreift, dient nicht nur der Begrenzung der etwa 180° betragenden Schwenkbewegung
des Führungsrohrs 7 und des darauf aufgesetzten Sicherungsrings 12, sondern auch der
Sicherung dieser Teile auf dem Pufferzylinder 6. Wird der Sicherungsring mit dem Führungsrohr
7 mit genügender Kraft nach hinten gezogen, kann der Positionierungsnocken 10 unter
Ueberwindung des Druckes der Feder 9 aus der Nut 11 ausgerückt und dann der Sicherungsring
mit dem Führungsrohr vom Pufferzylinder abgezogen werden. Es kann daher auch das entsprechende,
nicht mit einem Sicherungsring 12 versehene Führungsrohr 7 einer bestehenden Waffe
ohne weiteres vom Pufferzylinder 6 abgezogen und durch das oben beschriebene Aggregat
mit Sicherungsring 12 ersetzt werden. Bestehende Waffen können somit ohne weiteres
nachgerüstet werden.
1. Abzugsicherung an einer Schusswaffe (1) mit einem schwenkbaren Abzughebel (2) und
einem drehbaren Feuerwahl-Führungsrohr (7), dadurch gekennzeichnet, dass ein zwischen
einer Feuerstellung und einer Sicherungsstellung axial einstellbarer Sperrteil (12)
vorgesehen ist, der sich in seiner Sicherungsstellung im Schwenkweg des Abzugshebels
(2) befindet.
2. Sicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrteil (12) axial
verschiebbar auf dem Führungsrohr (7) sitzt, das drehbar auf einen Waffenteil, z.B.
einen Pufferzylinder (6), aufsetzbar ist.
3. Sicherung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass am Führungsrohr (7) ein
federbelasteter Positionierungsnocken (10) angeordnet ist, der zum Eingriff in eine
Ringnut (11) begrenzter Länge am Waffenteil (6) bestimmt ist und damit der axialen
Positionierung und der Begrenzung der Drehbewegung des Führungsrohrs (7) dient.
4. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden
Stellungen des Sperrteils (12) durch axiale Anschläge (14, 15) und Rasten (16-18)
bestimmt sind.
5. Sicherung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, gekennzeichnet durch eine Drehsicherung
(13) zwischen dem Führungsrohr (17) und dem Sperrteil (12).
6. Sicherung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Sperrteil
als Sicherungsring (12) mit gegenüberliegenden, abgeflachten Seiten (12a) ausgebildet
ist.
7. Sicherung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass am Führungsrohr (7) eine
Niederhaltefeder (8) für einen Fanggelenkauslöser (3) der Waffe (1) angebracht ist,
wobei der Greifteil der Niederhaltefeder (8) etwa in einer parallel zu den abgeflachten
Seiten (12a) des Sicherungsringes (12) liegenden Axialebene angeordnet ist und um
etwa 180° aus einer wirksamen Stellung in eine Ruhestellung drehbar ist.
8. Sicherung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sicherungsring
(12) zwischen Handgriffen (5) der Waffe liegt.