[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitseinrichtung zur Aufhebung des Spaltes zwischen
der Trittfläche und dem Stirnteil einer bewegten Stufe und einer auf beiden Seiten
längs des betretbaren Stufenbandes angeordneten stationären Sockelplatte einer Fahrtreppe.
[0002] Es sind verschiedene Sicherheitseinrichtungen an den Stufen von Fahrtreppen bekannt,
welche entweder durch farbliche Markierungen der Gefahrenzone der Seitenkanten der
Stufentrittflächen, durch Aufsetzen von Schutzprofilen auf die äussersten seitlichen
Kanten der Trittfläche, durch nach oben vorstehende seitliche Endrippen der Trittflächen,
oder durch komplettes Abschliessen des Spielraumes zwischen den Seitenkanten der bewegten
Stufen und den stationären Sockelplatten durch Kunststoffeinlagen die gleiche Aufgabe
haben, Einklemmunfälle nach Möglichkeit zu vermeiden.
[0003] Eine solche mit der US-PS 4,519,490 bekanntgewordene Sicherheitseinrichtung weist
Kunststoffteile auf, welche auf der äussersten oder auf der zweiten seitlichen Rippe
der Trittflächen der Stufen festgeklemmt sind und mit einem vorstehenden, am Sockelblech
gleitenden Lappen den Spielraum zwischen jeder Stufe und dem Sockelblech abdecken
und/oder durch einen seitlichen Einsatzkörper komplett schliessen. Es handelt sich
dabei um einen Kunststoff mit geringem Reibwert gegenüber den Sockelplatten. Die auf
die Rippen der Trittplatten aufgeklemmten Kunststoffteile benötigen im oberen und
unteren horizontalen Laufbereich des Stufenbandes beim Durchlauf der Stufen durch
die Kämme zusätzlich einen verhältnismässig grossen seitlichen Spielraum.
[0004] Ein Nachteil dieser Einrichtung liegt darin, dass die geklemmten Kunststoffteile
in der Fahrtrichtung der Stufen verschoben oder gar aus der geklemmten Halterung herausgerissen
werden können. Zu dem bei fehlendem oder verschobenem Kunststoffteil vergrösserten
seitlichen Spielraum mit gesteigerter Einklemmgefahr kommt dann die erhöhte Einklemmgefahr
im Bereich des Einlaufes der Stufe in den Kamm durch den vergrösserten seitlichen
Durchlaufspielraum.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, eine auf beiden Seiten
der Stufen angeordnete Schutzvorrichtung vorzuschlagen, welche fest und unverrückbar
mit der Stufe verbunden ist und im Bereich des Stufeneinlaufes in den Kamm keine wesentliche
Vergrösserung der Einlaufspielräume erfordert.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im ersten Anspruch gekennzeichnete Erfindung gelöst.
[0007] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass die Kunststofflippe fest und unverschiebbar mit der Stufe verbunden ist, und
dass die an der Aussenseite der äussersten Rippe eines Einsatzstückes befestigte Kunststofflippe
keine der äusseren Rippen umgreift und die äusserste Rippe seitlich nur minim überragt,
so dass die Spielräume für den Durchlauf der Stufe durch den am oberen und am unteren
Ende der betretbaren Förderstrecke angeordneten Kamm, im Bereich der linken und der
rechten Sockelplatte, nur sehr wenig vergrössert werden müssen. Ein weiterer Vorteil
liegt auch darin, dass eine in Betrieb befindliche Kunststofflippe bei einer eventuellen
Beschädigung sehr einfach, auch durch Nichtfachleute, an Ort und Stelle austauschbar
ist, indem sie zusammen mit dem zugehörigen Einsatzstück abschraubbar und durch ein
neues Einsatzstück mit einer zugehörigen sicher befestigten Kunststofflippe an der
Stufe wieder anschraubbar ist, ohne dass die Stufe dazu aus dem Stufenband ausgebaut
werden muss.
[0008] In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt, die im folgenden
näher erläutert werden. Es zeigen:
Fig. 1 eine perspektivisch dargestellte Stufe mit Kunststoff-Einsatzstücken und Kunststofflippen;
Fig. 2 einen Schnitt I-I gemäss Fig. 1 durch ein seitliches Kunststoff-Einsatzstück,
mit einer ersten Ausführungsvariante der Kunststofflippe;
Fig. 3 eine zweite Ausführungsvariante der Kunststofflippe im Schnitt I-I gemäss Fig.
1;
Fig. 4 eine dritte Ausführungsvariante der Kunststofflippe im Schnitt I-I gemäss Fig.
1 und
Fig. 5 eine vierte Ausführungsvariante der Kunststofflippe im Schnitt I-I gemäss Fig.
1.
[0009] In den Figuren 1-5 ist mit 1 die Stufe einer Fahrtreppe bezeichnet. Die Stufe besteht
aus einer Trittfläche 1.1 und einem Stirnteil 1.2. Auf beiden Seiten der Stufe 1 sind
im Bereich der Trittfläche 1.1 gerade Kunststoff-Einsatzstücke 2; 3 und im Bereich
des Stirnteiles 1.2 gewölbte Kunststoff-Einsatzstücke 4; 5 in entsprechenden Aussparungen
der Stufe 1 durch Schrauben 11 festgemacht. Zwischen den beiden geraden Kunststoff-Einsatzstücken
6; 7 ist an der hinteren Kante der Trittfläche 1.1 in einer entsprechenden Aussparung
am Körper der Stufe 1 ein Kunststoff-Verbindungseinsatzstück 13 angeschraubt. Die
geraden und die gewölbten Kunststoff-Einsatzstücke 2; 3; 4; 5 besitzen entsprechende
elastische Kunststofflippen 6; 7; 8; 9, welche an den auf beiden Seiten des betretbaren
endlosen Stufenbandes angeordneten Sockelplatten 10 gleitend anliegen. In der Fig.
2 ist die Kunststofflippe 7 ein integrierender Bestandteil des Kunststoff-Einsatzstückes
3. In der gleichen Figur ist die Anordnung eines Kammes 12 angedeutet, welcher im
oberen und im unteren Antrittsbereich der Fahrtreppe angeordnet ist, dort wo das endlose
Stufenband je nach der Laufrichtung unter einer Antrittsplatte verschwindet bzw. unter
ihr hervortritt. Der leicht vergrösserte seitliche Spielraum für den Durchlauf der
Kunststofflippe durch den Kamm 12 ist mit 12.1 bezeichnet. In der Fig. 3 ist die Kunststofflippe
7 Teil eines am Kunststoff-Einsatzstück 3 durch Ultraschall angeschweissten Kunststoffstückes
14. In der Fig. 4 ist die Kunststofflippe 7 Teil eines zusammen mit dem Einsatzstück
3 festgeschraubten Kunststoffstückes 15. In der Fig. 5 ist die Kunststofflippe 7 Teil
eines am Einsatzstück 3 angenieteten oder angeschraubten Kunststoffstückes 16. Die
in den Schnitten der Fig. 2 bis 5 dargestellten Kunststofflippen 7 für den Bereich
der Trittflächen 1.1 der Stufe 1 sind auch im Bereich der Stirnteile 1.2 prinzipiell
gleich. Diese Kunststofflippen 8; 9 sind entsprechend angepasst an die gewölbten Einsatzstücke
8; 9 und ebenfalls gewölbt.
[0010] Die vorstehend beschriebene Sicherheitseinrichtung wird bei Fahrtreppen mit einem
in einem Tragkörper endlos umlaufenden Stufenband eingebaut. Das endlos umlaufende
Stufenband weist eine grössere Anzahl Stufen 1, vorzugsweise in Aluminiumpressguss
auf, welche auf beiden Seiten mit je einer endlosen Stufenkette gelenkig verbunden
sind. Das Stufenband ist über obere Antriebskettenräder und untere Umlenkkettenräder
umgelenkt und weist einen betretbaren Vorlauf mit einem unteren und einem oberen horizontalen
und einem schrägen Laufbereich und einen im Tragkörper verdeckt angeordneten Rücklauf
auf. Der Vorlauf des Stufenbandes ist zwischen zwei seitlichen Handlauf-Balustraden
angeordnet und beidseits mit minimalem Spielraum an festen Sockelplatten 10 vorbeigeführt.
Diese Spielräume bedeuten vor allem bei den Übergängen des Stufenbandes von den horizontalen
zum schrägen Laufbereich und umgekehrt, dort wo jede einzelne Stufe zur Bildung einer
erhöhten Trittfläche 1.1 oder des horizontalen Laufbereiches Relativbewegungen ausführt,
eine latente Einklemmgefahr für Kleidungsstücke oder Körperteile der Fahrgäste. Diese
Spielräume werden durch die erfindungsgemässe Einrichtung mit den Kunststofflippen
6; 7; 8; 9 abgedeckt. Die als Teil von anschraubbaren Einsatzstücken 2; 3; 4; 5 in
entsprechenden Aussparungen fest und sicher mit der beweglichen Stufe 1 verbundenen
Kunststofflippen 6; 7; 8; 9 liegen an den stationären Sockelplatten 10 elastisch an.
Sie weisen einen sehr geringen Reibungskoeffizienten und eine gewisse Elastizität
auf, die es erlaubt, leichte Ungenauigkeiten der Sockelplatten 10 zu überbrücken und
den Spalt zwischen den Stufen 1 und den Sockelplatten 10 jederzeit abzudecken und
die Einklemmgefahr praktisch auszuschliessen. Die Kunststofflippe 6; 7; 8; 9 ist an
den Einsatzstücken 2; 3; 4; 5 so befestigt, dass sie keine der äusseren Rippen der
Einsatzstücke 2; 3; 4; 5 umgreift und die äusserste Rippe seitlich nur minim überragt,
dass für den Durchlauf der Stufe 1 durch einen beim Übergang vom betretbaren Vorlauf
zum abgedeckten Rücklauf des Stufenbandes angeordneten Kamm 12 nur ein minimal vergrösserter
seitlicher Spielraum 12.1 erforderlich ist. Die Kunststofflippe 6; 7; 8; 9 kann jederzeit
zusammen mit dem Einsatzstück 2; 3; 4; 5 an der Stufe 1 an- oder abgeschraubt werden,
ohne dass die Stufe 1 selbst aus dem Stufenband ausgebaut werden muss.
[0011] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel. Es
liegt im Rahmen der Erfindung, beispielsweise auch Fahrtreppen mit sockellosen Balustraden
mit der Sicherheitseinrichtung auszurüsten, wobei die Kunststofflippen statt an Sockelplatten
direkt an senkrecht angeordneten Balustradenplatten gleitend anliegen und so den Spalt
zwischen der Stufe und den Balustradenplatten abdeckt.
1. Sicherheitseinrichtung zur Aufhebung des Spaltes zwischen der Trittfläche (1.1)
und dem Stirnteil (1.2) einer bewegten Stufe (1) und einer auf beiden Seiten längs
des betretbaren Stufenbandes angeordneten stationären Sockelplatte (10) einer Fahrtreppe,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einem an den seitlichen Rändern der Stufe (1) anschraubbaren Einsatzstück
(2; 3; 4; 5) eine den seitlichen Spalt zwischen der Trittfläche (1.1) und dem Stirnteil
(1.2) der Stufe (1) und der Sockelplatte (10) abdeckende, an der Sockelplatte (10)
gleitend anliegende, elastische Kunststofflippe (6; 7; 8; 9) befestigt ist.
2. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Einsatzstück (2; 3; 4; 5) gleiche Rippen und Rillen aufweist wie der Körper
der Stufe (1), und dass die Kunststofflippe an der äusseren Seite der äussersten Rippe
des Einsatzstückes (2; 3; 4; 5) befestigt ist.
3. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kunststofflippe (6; 7; 8; 9) ein mit dem Einsatzstück (2; 3; 4; 5) mitgefertigter,
integrierender Teil des Einsatzstückes (2; 3; 4; 5) ist.
4. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kunststofflippe (6; 7; 8; 9) an einem Kunststoffstück (14) angeordnet ist,
welches an der Seitenfläche des Einsatzstückes (2; 3; 4; 5) mittels Ultraschall angeschweisst
ist.
5. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kunststofflippe (6; 7; 8; 9) an einem Kunststoffstück (15) angeordnet ist,
welches mit der Seitenfläche des Einsatzstückes (2; 3; 4; 5) vernietet ist.
6. Sicherheitseinrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kunststofflippe (6; 7; 8; 9) ein Teil eines gemeinsam mit dem Einsatzstück
(2; 3; 4; 5) an der Stufe (1) anschraubbaren Kunststoffstückes (16) ist.
7. Sicherheitseinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Einsatzstück (6; 7; 8; 9) aus Kunststoff ist.