[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Ausscheiden von Schmutz aus einem sich
auf einer rotierenden Zahnwalze befindlichen Faservlies, und zwar mittels einer der
Drehbewegung der Zahnwalze entgegengerichteten, stationären, jedoch in radialer Richtung
der Zahnwalze verstellbaren Ausscheidefläche und einem, in Drehrichtung der Zahnwalze
gesehen, der Ausscheidefläche vorgelagerten und ebenfalls stationären, in radialer
Richtung der Zahnwalze ebenfalls verstellbaren Vorbereitungselement, wobei zwischen
dem Vorbereitungselement und der Ausscheidefläche ein Ausscheidespalt frei bleibt.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind vorgenannte Vorrichtungen, beispielsweise aus der
GB-PS 1 058 894 bekannt, in welcher das auf den Tambour liegende Vlies nach dem Passieren
der Wanderdeckel mittels einem der Drehrichtung des Tambours entgegengerichteten Messer,
Schmutz aus der Oberfläche des Vlieses abgetragen und mittels eines Saugkanales abgesaugt
wird. Dem Messer vorgelagert, in Drehrichtung des Tambours gesehen, ist eine das Vlies
führende Leitfläche.
[0003] Eine verbesserte Ausführungsform der vorgenannten Vorrichtung zum Ausscheiden von
Schmutz, kurz auch Schmutzausscheider genannt, zeigt die DE-30 34 036 C2, (äquivalent
zu US-4 400 852 in welcher unmittelbar nach dem Messer noch eine Sägezahngarnitur
vorgesehen wird, um die durch das vorgenannte Absaugen wieder in eine gewisse Wirrlage
gebrachten Fasern der auf dem Tambour liegenden Faserschicht, wieder zu parallelisieren.
[0004] Einen weiteren Schmutzausscheider zeigt die US-PS 4 309 796 in welcher die dem Messer,
in Umlaufrichtung des Tambours gesehen, vorgelagerte Führungsplatte einem stationären
Kardierelement nachgeordnet ist und unmittelbar nach dem Messer ebenfalls ein stationäres
Kardierelement vorgesehen ist. Das Ganze ist in einer Karde gezeigt, in welcher nur
stationäre Kardierelemente verwendet werden und zwischen diesen stationären Kardierelementen
jeweils ein vorgenannter Schmutzausscheider vorgesehen ist.
[0005] Eine ähnliche Ausführungsform zeigt die DE-28 46 109 C3 (äquivalent zu US-4 314 387),
in welcher ebenfalls nach einem stationären Kardierelement (in Drehrichtung des Tambours
gesehen) eine der Tambouroberfläche gegenüberliegende Führungsfläche vorgesehen ist
sowie ein nach einem vorgegebenen, einen Ausscheidespalt bildenden Abstand anschliessendes
Messer, welches an das nachfolgende stationäre Kardierelement befestigt ist.
[0006] Dabei ist die Führungsfläche Teil einer Auffangschiene welche, wie auch das Führungsmesser,
von und gegen die Tambouroberfläche verstellbar ist.
[0007] Ausserdem sind die letztgenannten Elemente noch derart verstellbar, dass der Ausscheidespalt
in seinem Abstand zwischen der Messerkante und der Auffangschiene veränderbar ist.
[0008] Der allgemeine Nachteil des vorgenannten Standes der Technik ist von der Entwicklung
der Durchsatzleistungen moderner Maschinen in Putzerei und Karderie her zu betrachten,
indem die Leistungen in diesen Bereichen in den letzten Jahren wesentlich vergrössert
wurden.
[0009] Insbesondere werden von der Karde nicht nur höhere Durchsatzleistungen, sondern
auch noch ein verbessertes Kardenband gefordert, sodass in der Systematik der einzelnen
Kardenfunktionen Entwicklungsarbeit geleistet werden musste, um bei höherer Leistung
auch ein gleichmässigeres Kardenband zu erhalten, welches ausserdem weniger Nissen,
Schmutzgehalt und weniger Faserschädigung aufweist.
[0010] Im genannten Stand der Technik ist durchwegs festzustellen, dass die Erfinder dieses
Standes der Technik der Auffassung waren, dass das auf dem Tambour liegende Faserylies
vor dem Erreichen der Messerkante des vorgenannten Messers durch eine glatte Führungsfläche
geführt werden muss, um gute Resultate zu erhalten. Diese Überlegung stammte aus
der Erfahrung, dass ein Schmutzausscheidespalt zwischen zwei stationären Kardierelementen
ohne die vorgenannte Führungsfläche die Erscheinung eines sogenannten "Schnauzes"
im Ausscheidespalt aufwies, was den Nachteil hatte, dass dieser Schnauz unkontrolliert,
entweder in die Absaugung oder wieder auf das Vlies gelangen konnte. Mit einer dem
Messer vorgelagerten, vorgenannten Führungsplatte konnte dieser "Schnauz-Effekt" behoben
werden.
[0011] In der heute geforderten hohen Leistung einer solchen Karde ist es jedoch notwendig,
möglichst keine Flächen am Tambour zu haben, die keine Kardierfunktion aufweisen.
[0012] Es hat sich deshalb die Aufgabe gestellt, einen Ersatz für die vorgenannte Führungsplatte
zu finden, welcher ohne den genannten Schnauzeffekt mindestes einen gewissen Kardiereffekt
aufwies.
[0013] Es hat sich nun bei Versuchen überraschenderweise gezeigt, dass ein um 180° gedrehter
Kardierstab, welcher anstelle der vorgenannten Führungsfläche eingesetzt wurde, bei
noch guter Kardierwirkung eine schnauzlose Führung der Fasern zum Messer hin ergab.
[0014] Die die Aufgabe lösende Erfindung geht deshalb dahin, dass dem eingangs erwähnten
Stand der Technik das Kennzeichen beigefügt wird, dass das Vorbereitungselement eine
dem Zahnwalzenumfang gegenüberliegende strukturierte Fläche aufweist.
[0015] Die weiteren Ausführungsformen sind in den weiteren abhängigen Ansprüchen aufgeführt.
[0016] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile liegen darin, dass bei optimaler Auslegung
der Karde auf Kardiereffekt, gleichzeitig die Möglichkeit besteht, Schmutz optimal
auszuscheiden.
[0017] Im folgenden wird die Erfindung anhand von lediglich Ausführungswege darstellenden
Zeichnungen näher erläutert.
[0018] Es zeigt:
Figur 1, einen Querschnitt durch eine Karde, lediglich mit einem zur Darstellung der
Erfindung begrenzten Teil der Elemente, schematisch dargestellt.
Figur 2, einen Ausschnitt der Karde von Figur 1, vergrössert dargestellt.
Figur 2a, einen Ausschnitt von Figur 2, vergrössert dargestellt.
Figur 3, eine Variante der Vorrichtung von Figur 2.
Figur 4-6 und Figur 8,9,11 und 13, je eine Variante eines Elementes von Figur 2.
Figur 7,10 und 12, je eine Ansicht in Blickrichtung III einer Fläche der Figur 7,
resp.9, resp.12, resp.13.
Figur 14, eine Variante der Vorrichtung von Figur 3.
Figur 15, eine Anwendungsform des Elementes von Figur 11, im Schnitt gemäss Pfeilrichtung
I (Fig. 16) gezeigt.
Figur 16, eine Draufsicht der Figur 15.
Figur 17, ein Anwendungsbeispiel der Elemente der Figuren 1-16.
Figur 18, eine Draufsicht eines Teils von Figur 17, gemäss Pfeilrichtung II.
Figur 19, Ein Detail der Figuren 2,3 und 14 im Schnitt und vergrössert dargestellt.
Figur 20, Eine Variante eines Elementes von Figur 2.
[0019] Figur 1 zeigt schematisch den Querschnitt einer Karde 1 mit einem Tambour 2, einem
darüber angeordneten Wanderdeckel 3, einem Briseur 4 und einer Dofferwalze 5. Die
Elemente vor dem Briseur und nach der Dofferwalze sind der Einfachheit halber nicht
gezeigt.
[0020] In der Nachkardierzone zwischen dem Wanderdeckel 3 und der Dofferwalze 5 sowie in
der Unterkardierzone zwischen der Dofferwalze 5 und dem Briseur 4 ist je nacheinander,
in Drehrichtung D des Tambours gesehen, ein Vorbereitungselement 6, eine Absaugung
7 und ein Abscheidemesser 8 vorgesehen. Diese Kombination entspricht der mit Figur
2 gezeigten Kombination.
[0021] In der Vorkardierzone zwischen dem Briseur 4 und dem Wanderdeckel 3 ist eine Kombination
gemäss Figur 3 vorgesehen, nämlich, in der Reihenfolge, ein Vorbereitungselement
6, eine Absaugung 7 und ein Abscheidemesser 9. Dabei ist das Abscheidemesser an einem
Kardierelement 10 in den Pfeilrichtungen 11 verstellbar angeordnet.
[0022] In der Vorkardierzone ist vor dem Vorbereitungselement 6 und nach dem Kardierelement
10 ein Kardierelement 12 angeordnet, während in der Nachkardierzone und in der Unterkardierzone
Kardierelemente 12 nach dem Abscheidemesser 8 vorgesehen sind, und zwar in der Nachkardierzone
eines und in der Unterkardierzone fünf.
[0023] Dabei handelt es sich bei den Kardierelementen 12 um dieselben Kardierelemente wie
das Kardierelement 10, jedoch ohne das Abscheidemesser 9.
[0024] Die Art und Weise, wie die Elemente 6,8,10 und 12 befestigt werden, sei später mit
Hilfe der Figur 17 erklärt. Es sei einstweilen lediglich darauf hingewiesen, dass
die Elemente 6,8,10 und 12 je in den Pfeilrichtungen 13, d.h. in radialer Richtung
gegen und weg vom Tambour 2, verstellbar angeordnet sind.
[0025] Im weiteren sind die Elemente 8 und 10 noch in den Pfeilrichtungen 14 verstellbar
angeordnet, was ebenfalls mit Hilfe von Figur 17 und 18 gezeigt und beschrieben wird.
[0026] In den Figuren 2 und 3 ist ausserdem noch eine zum Tambour 2 gehörende, an dessen
Oberfläche aufgezogene Ganzstahlgarnitur 15 schematisch dargestellt.
[0027] Das Vorbereitungselement 6 setzt sich aus einem Tragkörper 16 und einer daran angeordneten
Ganzstahlgarnitur 17 zusammen. Die Art und Weise, wie solche Ganzstahlgarnituren
an solchen Tragkörpern 16 befestigt werden, ist aus dem Stand der Technik bestens
bekannt; beispielsweise aus der CH-Patentschrift 543 607 und deshalb nicht weiter
beschrieben.
[0028] Das Erfinderische an der Ganzstahlgarnitur 17 des Vorbereitungselementes 6 besteht
darin, dass die Zähne dieser Ganzstahlgarnitur im wesentlichen in der Bewegungsrichtung
D des Tambours gerichtet sind und dass der Brustwinkel α (s.Fig. 2a) im Bereich von
0 bis 75 Grad ist. Dabei ist der Begriff Brustwinkel im DIN-Normenblatt Nr. 64 123/Blatt
1 definiert.
[0029] Das Abscheidemesser 8 weist eine ähnliche Form auf wie der Tragkörper 16 des Vorbereitungselementes
6, hat jedoch eine gegen die Bewegungsrichtung D des Tambours 2 gerichtete Schneidkante
18 und eine glatte Fussfläche 22.
[0030] Zwischen der Schneidkante 18 und der Ganzstahlgarnitur 17 bleibt ein Abscheidespalt
19 offen.
[0031] Der durch diesen Abscheidespalt 19 ausgeschiedene Schmutz wird von der Absaugung
7 aufgenommen und in einen Filter (nicht gezeigte gefördert.
[0032] Diese Absaugung 7 besteht aus einem später beschriebenen U-förmigen Kanal 20, der
mittels Schaumgummidichtungen 21 am Vorbereitungselement 6, resp. am Abscheidemesser
8 anliegt, ohne im eigentlichen Sinne Kraft darauf auszuüben. Dabei kann der Schaumgummi
am Kanal 20 festgeklebt sein.
[0033] Die Figur 3 weist teilweise gleiche Elemente auf wie Figur 2, weshalb dieselben Elemente
mit denselben Bezugszeichen versehen sind und nicht nochmals beschrieben werden.
[0034] Die Figur 3 weist insofern eine gegenüber Figur 2 vorteilhafte Ausführungsform auf,
als anstelle des Abscheidemessers 8 ein relativ dazu kleineres Abscheidemesser 9
am Kardierelement 10 vorgesehen ist. Anstelle der Fussfläche 22 des Abscheidemessers
8 kann dabei eine Kardiergarnitur 23 (auch Ganzstahlgarnitur genannt) vorgesehen
werden, so dass im wesentlichen auch die Länge (in Bewegungsrichtung D gesehen) der
Fussfläche 22 für das Kardieren genutzt werden kann. Diese Ganzstahlgarnitur 23 weist
eine normale Kardiergarnitur auf, d.h. nicht eine Zahnart wie die Ganzstahlgarnitur
17. Die Funktionen der Kardiergarnituren sind an sich bekannt und deshalb nicht weiter
beschrieben.
[0035] Die Art und Weise der Befestigung des Abscheidemessers 9 am Kardierelement 10 ist
nicht weiter dargestellt, es kann jedoch entweder fix mit dem Kardierelement 10 verbunden
sein oder mittels Führungsschlitz und darin geführten Schrauben, welche im Kardierelement
10 verankert sind, in den Bewegungsrichtungen 11 verschieb- und feststellbar gehalten
werden.
[0036] Für den Betrieb muss das Vorbereitungselement 6 und das Kardierelement 10 je separat
in den Bewegungsrichtungen 13, resp. 14, einstellbar sein, was durch die Schaumgummidichtung
21 der Absaugung 7 nicht verhindert wird, da die Verstellung sich in einem sehr kleinen
Rahmen hält.
[0037] Die Figuren 4, 5 und 8 zeigen je ein Vorbereitungselement, welches anstelle der Ganzstahlgarnituren
17 eine Alternative dazu zeigt. Beispielsweise weist Figur 4 als Strukturierung,
anstelle der Ganzstahlgarnitur 17, Fisch-Schuppen 24 auf, während Figur 5 Längsrillen
25 und Figur 8 Längswellen 26 aufweist.
[0038] Unter Längsrillen oder Längswellen sei verstanden, dass sich diese Rillen, resp.
diese Wellen, über die ganze Länge des Vorbereitungselementes erstrecken, sodass sie
mindestens in ihrer Länge der Breite des Tambours resp. dessen Garnitur entsprechen,
wobei es dem Fachmann geläufig ist, was unter Breite des Tambours verstanden werden
soll.
[0039] Die technische und technologische Funktion der Ganzstahlgarnitur 17, resp. der Fisch-Schuppen
24, der Rillen 25 und Wellen 26, sowie der noch in folgenden beschriebenen weiteren
Varianten besteht darin, das durch die Unebenheiten das auf der Ganzstahlgarnitur
15 des Tambours 2 aufliegende Faservlies in Schwingung zu versetzen, um mit Hilfe
der Zentrifugalkraft, welche auch an den Schmutzteilen im Vlies wirkt, die Schmutzteile
besser an die Oberfläche zu fördern, um diese an der Messerkante 18 auszuscheiden
und mittels der Absaugung 17 wegzufördern.
[0040] Ausserdem besteht noch ein gewisser, wenn auch gegenüber regulären Kardengarnituren,
verminderter Kardiereffekt.
[0041] Als weitere Variante zur Erfüllung des vorgenannten technischen und technologischen
Zweckes zeigen die Figuren 6 und 7 anstelle der Ganzstahlgarnitur 17 eine kordierte,
(auch "gekordelt" genannte) Fläche 27, während die Figuren 9 und 10 mit kraterförmigen
Vertiefungen 28 und die Figur 13 mit warzenförmigen Erhöhungen 29 versehen sind.
[0042] Die Figuren 11 und 12 zeigen einen weiteren Schritt in der Realisierung des Erfindungsgedankens,
indem das Vorbereitungselement 6.1 mit einem Hohlraum 30 vorgesehen ist, der einerseits
eine Anschlussöffnung 31 und eine Lochplatte 32 aufweist.
[0043] Die Dimensionen der Zähne der Ganzstahlgarnitur 17, der Fisch-Schuppen 24, der Rillen
25, der Wellen 26, der Kordierung 27, der Vertiefungen 28 und Erhöhungen 29, resp.
der Lochdurchmesser und der Anzahl Löcher 33 der Lochplatte 32 sind durch Versuche
festzulegen und werden hier nicht weiter erläutert. Als Richtlinie gilt ein Lochdurchmesser
zwischen 0,3 und 1,5 mm.
[0044] Die Figur 14 zeigt eine Variante der Vorrichtung von Figur 3, indem ein Messer 34
am Kardierelement 10 in den Bewegungsrichtungen 35 beweg- resp. feststellbar angeordnet
ist.
[0045] Das Bewegen resp. das Feststellen des Messers 34 geschieht mit Hilfe einer in einem
Support 36 drehbaren, jedoch gegen axiales Verschieben festgelegten Verstellschraube
37, welche mittels ihres Gewindes mit dem Messer 34 verbunden ist.
[0046] Der Support 36 ist mittels Schrauben 38 mit dem Kardierelement 10 fest verbunden.
[0047] Die Absaugung 7.1, resp. der Kanal 20.1, hat dieselbe Funktion wie die Absaugung
7, resp. der Kanal 20. Der Letztere ist jedoch im Bereich des Messers 34, mittels
einer am Messer 34 anliegenden und am Kanal 20, 20.1 festgeklebten Lippendichtung
75 gegenüber der Atmosphäre abgedichtet.
[0048] Betreffend der unabhängigen Bewegbarkeit des Messers 34, relativ zur Bewegbarkeit
des Kardierelementes 10 und relativ zur Bewegbarkeit des Vorbereitungselementes 6,
gilt das bereits für die Absaugung 7 gesagte, nämlich dass die Bewegungen klein sind
und durch die Dichtungen 21 und 75 nicht beeinträchtigt werden.
[0049] Die Figur 15 und 16 zeigt eine Anwendung des Vorbereitungselementes 6.1 von Figur
11 und 12 mit einer Mehrzahl von Anschlussöffnungen 31, die alle mit einer Luftsammelleitung
39 über Anschluss-Stutzen 40 verbunden sind.
[0050] Die Luftsammelleitung ihrerseits ist entweder mit einer Überdruckluftquelle 41 oder
einer Unterdruckluftquelle 42 verbunden.
[0051] Im weiteren ist in der Luftsammelleitung 39 eine drehbare Abschlussklappe 43 vorgesehen,
die mit der Antriebswelle eines Antriebsmotores 44 verbunden ist.
[0052] Die Funktion dieser drehbaren Abschlussklappe 43 besteht darin, in der Luftsammelleitung
eine pulsierende Unter- oder Überdruckluftströmung zu erzeugen. Sie wird deshalb lediglich
dann verwendet, wenn diese pulsierende Luft Verwendung findet.
[0053] Gegebenenfalls kann bei Nichtverwendung der pulsierenden Luft die Abschlussklappe
43 in geöffneter Stellung stehen bleiben.
[0054] Die Funktion der pulsierenden Luft, sei es im Unterdruck oder Überdruckbetrieb, besteht
in der bereits erwähnten Vibration des auf der Tambourgarnitur 15 liegenden Vlieses,
bevor dieses die Messerkante 18, resp. die Messerkante der Messer 9 oder 34, erreicht.
[0055] Welches der beiden Verfahren, sei es das Unterdruck- oder Überdruckverfahren in Betrieb
angewendet wird, hängt von den technologischen Anforderungen an die Karde ab und kann
von Fall zu Fall entschieden werden.
[0056] Der Begriff Luftsammelleitung ist an sich für den Überdruckbetrieb nicht sehr geeignet,
da es in einem solchen Falle eher eine Luftverteilleitung ist. Der Einfachheit halber
wird für beide Verfahrensarten derselbe Begriff verwendet.
[0057] Die Figur 17 entspricht im wesentlichen der Figur 1 der noch nicht veröffentlichten
deutschen Patentanmeldung DE-38 11 679.0 und wird hier nochmals erwähnt, um die Verankerung
der Elemente 6, 8, 10 und 12 bezüglich Beweglichkeit in den radialen Bewegungsrichtungen
13 zu zeigen.
[0058] Die Figur 18 entspricht nicht der vorgenannten deutschen Patentanmeldung, sondern
ist ein für diese Anmeldung zusätzliche Variante, um die Elemente 8 und 10 auch in
den umfänglich gerichteten Bewegungen 14 verschiebbar zu gestalten.
[0059] Die Figur 17 zeigt nun einige Details der Karde 1, um die verstellbare Befestigung
der Elemente 6, 10 und 12 zu erläutern.
[0060] Wie aus den Figuren 1 und 17 ersichtlich, besteht eine Karde 1 aus einem Tambour
2, welche um eine Drehachse 45 antreibbar gelagert ist, einem Gehäuse 46, das die
Stirnenden des Tambours abdeckt, wobei nur das linke Gehäuseteil an der linken Stirnfläche
des Tambours in Figur 17 ersichtlich ist. An in radialer Richtung zum Tambour beweglichen
Elementen umfasst die Karde, wie bereits erwähnt, das Vorbereitungselement 6, das
Messer 8 oder das Kardierelement 10 sowie die Kardierelemente 12. Alle diese Elemente
können beispielsweise in der mit Hilfe der Figur 17 gezeigten Art verstellbar befestigt
werden. Es versteht sich jedoch, dass die Erfindung nicht auf diese Befestigungsart
eingeschränkt ist.
[0061] Der in Figur 1 zusätzlich gezeigte Wanderdeckel 3, Briseur 4 und die Dofferwalze
5 sind für die vorliegende Erfindung nicht wichtig und deshalb nicht weiter beschrieben.
[0062] Der Tambour 2 trägt in üblicher Art und Weise eine Ganzstahlgarnitur 47.
[0063] Die Elemente 6,8,10 und 12 sind an ihren Enden gleichartig ausgebildet, weshalb alle
auf die mit Figur 17 gezeigte Art befestigbar sind. Diese Befestigungsart wird nachfolgend
näher beschrieben:
[0064] Wie in Figur 17 gezeigt, weist das Gehäuse 46 einen fest angeordneten Flansch 48
auf, welcher ein Bestandteil des Gehäuses ist und sich ringförmig um die Drehachse
45 des Tambours erstreckt. Ein Befestigungsblock 49 ist mittels sich in radialer Richtung
erstreckenden Schrauben 50 am Flansch 48 befestigt. Jedes Element 6,8,10 oder 12 ist
an seinen beiden Enden mittels einer Federklammer 51 gegen den Befestigungsblock 49
gedrückt.
[0065] Die Abstützung der beiden Enden der Elemente 6,8,10 oder 12 erfolgt über den Befestigungsblock
49 und einen Einstellblock 52, dessen Oberteil in einer sich in Radialrichtung erstreckenden
Führung im Ende der Elemente 6,8,10 oder 12 geführt ist. Oberhalb des Einstellblockes
52 befindet sich eine Justierschraube 53 mit einem Gewinde 54, welches mit einem
entsprechenden Gewinde 55 im Deckelende zusammenarbeitet. Das dem Betätigungskopf
entgegengesetzte Ende 56 der Justierschraube 53 greift auf der radial äusseren Fläche
57 des Einstellblockes 52 an und stützt auf diese Weise das Ende der Elemente 6,8,10
oder 12 ab, wobei durch Verdrehung der Schraube 53 der erwünschte radiale Abstand
zu der Stachelgarnitur des Tambours eingestellt werden kann.
[0066] Eine Klemmschraube 58 erstreckt sich rechtwinklig zu der Justierschraube 53, das
heisst parallel zur Drehachse des Tambours, und greift mit ihrem Gewinde 59 in ein
entsprechendes Innengewinde 60 im Einstellblock 52 ein. Eine Scheibe 61 befindet
sich unterhalb des Betätigungsblockes 62 der Klemmschraube 58, sodass beim Festziehen
der Klemmschraube 58 der Einstellblock 52 gegen das äussere Wandteil 63 des Endes
eines der Elemente 6,8,10 oder 12 gezogen und festgeklemmt wird. Hierdurch wird der
eingestellte Abstand der Garnituren 17,23 oder deren Alternativen 24,25,26,27,28,29
oder 32 fixiert.
[0067] Die Federklammer 51 weist einen aus einem Federstreifen gebogenen ersten Schenkel
64 und einen zweiten Schenkel 65 auf, wobei der Schenkel 65 mit dem ersten Schenkel
einen Winkel von 80° bildet. Der erste Schenkel 64 weist ein abgewinkeltes Teil 66
auf mit dem die Federklammer über eine Schraube 67 am Befestigungsblock 49 befestigt
ist. Das abgewinkelte Teil 66 der Federklammer weist ausserdem einen Schlitz 68 (Figur
18) auf, welcher zur Aufnahme von Führungsstiften 69 vorgesehen ist, um die Lage der
Federklammer am Befestigungsblock 49 gegen Verdrehung in Umfangsrichtung des Tambours
einwandfrei festzulegen.
[0068] Andererseits erlaubt dieser Schlitz bei gelöster Schraube 67, die Federklammer 51
und damit das entsprechende Ende der Elemente 6,8,10 oder 12 in den Bewegungsrichtungen
14 (Figur 2,3 und 18) zu verschieben, um den Abscheidespalt 19 in seiner Öffnungsweite
zu verändern.
[0069] Der zweite Schenkel 65 hat an seinem dem ersten Schenkel entgegengesetzten Ende ebenfalls
ein abgewinkeltes Teil 70, das gabelförmig ausgebildet ist. Die zwei Zinken 71 und
72 (in Figur 17 nur eine gezeigt) des gabelförmigen Teils 70 erstrecken sich im in
Figur 17 gezeigten eingebauten Zustand längs beider Seiten einer Versteifungsrippe
73 der Elemente 6,8,10 oder 12, wobei die Kante 74 der gabelförmigen Öffnung sich
an die obere Seite der Versteifungsrippe 73 andrückt.
[0070] Figur 20 zeigt das Befestigungssystem von Figur 17, jedoch für die Befestigung des
u-förmigen Kanales 20. Dazu ist an einer stirnseitigen Abschlusswand 77 des Kanales
20 ein Anschlusstück 76 fest angeordnet, dessen Querschnitt dem Querschnitt der Versteifungsrippe
79 enspricht.
[0071] Was das System der Figur 17 und 20 betrifft, sei auch noch auf die DE-38 11 679.0
hingewiesen. Ebenso sei erwähnt, dass das System an beiden Enden der Elemente 6,8,10,12
oder des Kanales 20 spiegelbildlich verwendet wird.
[0072] Es sei jedoch nochmals erwähnt, dass die Anwendung des Erfindungsgedankens nicht
auf die mit Figur 17 und 20 gezeigte Verstell- und Befestigungsart der Elemente 6,8,10
oder 12 eingeschränkt ist. Andere Befestigungs- oder Verstellarten, welche ein Bewegen
der Elemente in den Richtungen 13 resp. 14 erlauben, sind als äquivalent zu betrachten.
[0073] Ausserdem sei mit Figur 20 gezeigt, dass die Elemente 6 der Figuren 2 bis 10 und
13 analog 6.1 als Element 6.2 mit Hohlkörper, mit dem System gemäss Figur 15 und 16
verwendet werden können. Dazu müssen zwischen den einzelnen Ganzstahlgarnituren 17
Zwischenräume (nicht gezeigte) oder in den Rillen 25 oder in den Tälern der Wellen
26 oder in den Kratern 28, resp. neben den Warzen 29, oder in den Tälern der kardierten
Fläche 27, Bohrungen für den Luftdurchlass vorgesehen werden. Dabei müssten Anzahl
und Durchmesser der Löcher durch Versuche ermittelt werden.
[0074] Letzlich sei noch erwähnt, dass die Erfindung nicht auf die Anwendung in einer Karde
eingeschränkt ist, sondern ebenfalls an allen Walzen verwendet werden kann, welche
ein Vlies tragen und aus welchen Schmutz ausgeschieden werden muss.
1. Vorrichtung zum Ausscheiden von Schmutz aus einem sich auf einer rotierenden Zahnwalze
(2) befindlichen Faservlies,
mittels einem der Drehbewegung (D) der Zahnwalze (2) entgegengerichteten, stationären,
jedoch in radialer Richtung der Zahnwalze (2) verstellbaren Ausscheidemesser (8,9,34)
und
einem, in Drehrichtung (D) der Zahnwalze (2) gesehen, dem Ausscheidemesser vorgelagerten
und ebenfalls stationären, in radialer Richtung der Zahnwalze (2) ebenfalls verstellbaren
Vorbereitungselement (6,6.1,6.2),
wobei zwischen dem Vorbereitungselement (6,6,1,6.2) und dem Ausscheidemesser (8,9,34)
ein Ausscheidespalt (19) frei bleibt,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Vorbereitungselement (6.6.1,6.2) eine dem Zahnwalzenumfang gegenüberliegende
strukturierte Fläche (17,24,25,26,27,28,29,32) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der Ausscheidespalt (19) durch einen Absaugkanal (7.7.1) überdeckt ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorbereitungselement
ein Kardierstab (6,6.1,6.2) ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die strukturierte Fläche des Kardierstabes durch eine Ganzstahlgarnitur (17) mit Zähnen
gebildet wird, die in Bewegungsrichtung (D) des Zahnwalzenumfanges gerichtet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass
die Ganzstahlgarnitur einen Brustwinkel α (gemäss DIN 64 123, Blatt 1) von 0° bis
75° aufweist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die strukturierte Fläche eine Fisch-Schuppenfläche (24) ist, deren Fisch-Schuppen
in Bewegungsrichtung (D) des Zahnwalzenumfanges gerichtet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die strukturierte Fläche eine Nutenfläche (25) ist, deren Nuten quer zur Bewegungsrichtung
(D) des Zahnwalzenumfanges gerichtet sind und sich über die ganze Länge des Kardierstabes
(6,6.1,6.2) erstrecken.
8. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die strukturierte Fläche eine Kordelfläche (27) ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die strukturierte Fläche eine Wellenfläche (26) ist, deren Wellen quer zur Bewegungsrichtung
(D) des Zahnwalzenumfanges gerichtet sind und sich über die ganze Länge des Kardierstabes
(6,6.1,6.2) erstrecken.
10. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die strukturierte Fläche mit aneinandergereihten, die ganze Fläche bedeckenden Vertiefungen
(28), versehen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die strukturierte Fläche eine mit warzenähnlichen Erhöhungen (29) bedeckte Fläche
ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die strukturierte Fläche durch ein gelochtes Blech (32) gebildet wird.
13. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass
der Kardierstab (6.1,6.2) einen Hohlraum (30) aufweist.
14. Vorrichtung A12 dadurch gekennzeichnet, dass das Lochblech (32) gebildet wird,
welches den Hohlraum (30) des Kardierstabes (6.1) auf der dem Umfang der Zahnwalze
gegenüberliegenden Seite abdeckt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass
die strukturierte Fläche (17,24,25,26,27,28 und 29) mit einer vorgegebenen Anzahl
Löcher (33) versehen ist, welche den Hohlraum 30 mit der Umgebung der strukturierten
Fläche verbinden.
16. Vorrichtung nach Anspruch 12,14 und 15, dadurch gekennzeichnet, dass
der Lochdurchmesser zwischen 0,3 mm und 1,5 mm liegt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass
der Hohlraum (30) an eine Unterdruckquelle (42) angeschlossen ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass
der Hohlraum (30) an eine Ueberdruckquelle (41) angeschlossen ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen der Druckquelle (41,42) und dem Hohlraum (30) ein Pulsator (43) vorgesehen
ist, welcher die Luft im Hohlraum (30) pulsieren lässt.
20. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
das Vorbereitungselement (6,6.1,6.2) in radialer Richtung (13) der Zahnwalze (2) verstellbar
angeordnet ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
das Ausscheidemesser (8) in radialer Richtung (13) der Zahnwalze verstellbar angeordnet
ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass
das Messer (9,34) an einem, dem Messer, in Bewegungsrichtung (D) der Zahnwalze gesehen,
nachfolgenden Kardierstab (10) vorgesehen ist, wobei einerseits der Kardierstab (10)
in radialer Richtung (13) der Zahnwalze verstellbar und andererseits das Messer (9,34)
am Kardierstab (10) derart verstellbar (11,35) angeordnet ist, dass die Messerkante
(18) gegen oder vom Umfang der Zahnwalze wegverstellbar ist.
23. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass
das Vorbereitungselement (6,6.1) in Umfangsrichtung (14) der Zahnwalze (2) verstellbar
ist, um den Abscheidespalt an seiner Oeffnung zu verändern.