[0001] Die Erfindung betrifft einen Wärmetauscher mit einer Rohrmatrix aus einer Vielzahl
von parallel verlaufenden Profilröhrchen, die als Querstäbe in einem Flechtwerk gehalten
sind.
[0002] Ein derartiger Wärmetauscher ist beispielsweise aus der DE-OS 33 29 202 oder der
DE-OS 37 26 058 bekannt geworden. Bei derartigen Wärmetauschern müssen einerseits
die einzelnen Profilröhrchen hinsichtlich ihrer Lage zueinander zur Erzielung konstanter
Zwischenabstände fixiert werden, und andererseits muß die aus der Gesamtheit der
Profilröhrchen bestehende Rohrmatrix ortsfest abgestützt werden. Andererseits müssen
die durch die hohen Temperaturunterschiede hervorgerufenen Thermospannungen und Thermodehnungen
ausgeglichen werden und Stoßbelastungen des Wärmetauschers sowie die dadurch verursachten
Rohrschwingungen aufgefangen und gedämpft werden.
[0003] Gemäß der letztgenannten Offenlegungsschrift wird die Abstandshalterung zwischen
den einzelnen Profilröhrchen dadurch erzielt, daß die Abstandshalter als wellenförmig
gezogene Streifen ausgebildet sind, die zick-zack-förmig unter wechselseitiger Profilrohrumschließung
durch die Wärmetauschermatrix geführt sind. Diese Anordnung ermöglicht eine Konstanthaltung
der Rohrabstände bei gleichzeitiger Dämpfung von Stoß- und Vibrationsbelastungen.
Nachteilig bei dieser Anordnung wirkt sich aus, daß eine Abstützung der im Betrieb
auftretenden Kräfte, also der Gewichtskräfte und auch der Stoßkräfte dadurch geschieht,
daß diese über die Wanderungen der einzelnen Profilröhrchen weitergeleitet werden.
Diese Anordnung hat ferner den Nachteil, daß die Gewichts- und insbesondere die Stoßkräfte
nicht definiert nur durch die Abstandshaltestreifen aufgenommen werden, sondern teilweise
auf die benachbarten Profilröhrchen weitergegeben werden. Dies kann bei starken Stoßkräften
zu unzulässigen Belastungen und somit Verformungen der am stärksten beanspruchten
Profilröhrchen führen.
[0004] Die DE 928 716 betrifft einen Wärmetauscher, bei dem dieWärmetauscherrohre von Drähten
umwickelt sind, um eine Beabstandung der Rohre zu gewährleisten. Eine Tragfunktion
weisen die Drähte jedoch nicht auf, da die Rohrmatrix von einem Mantel spielfrei umschlossen
sind, der die im Betrieb auftretenden Kräfte aufnimmt.
[0005] Hiervon ausgehend ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Anordnung zu schaffen,
bei der die Kräfte der Profilröhrchen auf die Tragbänder übertragen werden und somit
benachbarte oder darunterliegende Profilröhrchen keine zusätzlichen Kräfte aufzunehmen
haben. Ferner soll eine möglichst einfache Montage der Abstandshalterung erfolgen.
[0006] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß das Flechtwerk
aus flexiblen Tragbändern aufgebaut ist, wobei jeder Reihe übereinander liegender
Profilröhrchen zwei nebeneinander verlaufende Tragbänder zugeordnet sind, und die
Tragbänder an ihren Enden verbreitert sind und Löcher aufweisen, durch welche quer
zur Rohrmatrix verlaufende Haltestangen gesteckt sind.
[0007] Diese Anordnung hat den wesentlichen Vorteil, daß die Profilröhrchen an der Einspannstelle
im Sammelrohr erheblich entlastet werden. Ein Teil der Profilröhrchengewichte wird
von den Löt- oder Schweißstellen im Sammelrohr aufgenommen und der Rest wird anteilmäßig
über die Tragbänder in die Haltestangen eingeleitet.
[0008] Ein weiterer Vorteil ist der, daß jedes Profilröhrchen, obwohl es in den Tragbändern
hängt, entsprechend der thermischen Belastung ungehindert seine Länge und Lage verändern
kann.
[0009] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist der Werkstoff der flexiblen
Tragbänder Metall. Hierdurch wird ein Einsatz des Wärmetauschers bei hohen Betriebstemperaturen
ermöglicht und die Fertigungskosten lassen sich gering halten. Alternativ sind jedoch
auch andere flexible Werkstoffe für die Tragbänder denkbar, beispielsweise hochtemperaturfeste
Kunststoffe oder mit einer hochelastischen Matrix versehene Faserbänder.
[0010] Vorzugsweise stützen sich die Flachbänder beidseitig außerhalb der Rohrmatrix ab.
Dadurch wird eine Aufnahme von Stoßkräften aus allen Richtungen ermöglicht und somit
eine exakte Positionierung der Rohrmatrix gewährleistet.
[0011] Eine bevorzugte erfindungsgemäße Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß jeder
Reihe übereinanderliegender Profilröhrchen zwei nebeneinander verlaufende Tragbänder
zugeordnet sind, derart, daß diese die Profilröhrchen zick-zack-artig umschließen,
so daß sie sich zwischen den Profilröhrchen kreuzen. Hierdurch werden die übereinanderliegenden
Profilröhrchen zwischen den beiden Einspannpunkten der Tragbänder beidseitig der Rohrmatix
gehalten, wobei gleichzeitig die Abstände der Profilröhrchen zueinander festgelegt
sind. Der Abstand der seitlich benachbarten Profilröhrchen wird durch die Dicke der
Tragbänder festgelegt.
[0012] Vorzugsweise sind die Tragbänder mit reibungsdämpfendem Material beschichtet, um
Thermodehnungen unter möglichst geringem Verschleiß der relativ zueinander bewegten
Bauteile zuzulassen. Gleichzeitig hat dieses Material vorzugsweise auch schwingungsdämpfende
Eigenschaften, um im Betrieb auftretende Schwingungen, hervorgerufen durch Stöße oder
die Gasumströmung abzudämpfen. Hierzu sind die Tragbänder vorzugsweise mit einem Metallgewebe
oder einem Keramikgewebe ummantelt. Dabei ist es ausreichend, wenn die beiden mit
den Profilröhrchen in Berührung stehenden Hauptflächen beschichtet sind.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Ausbildung der Erfindung sieht vor, daß sich die Tragbänder
an quer zur Rohrmatrix verlaufenden, und an einem Wärmetauscherrahmen befestigten
Haltestangen abstützen, die beidseitig der Rohrmatrix vorgesehen sind. Derartige Haltestangen
sind leicht zu montieren und demontieren und gewährleisten eine konstruktiv einfache
Abstützung der Rohrmatrix am Wärmetauscherrahmen. Die Tragbänder sind dabei vorzugsweise
an ihren haltestangenseitigen Enden verbreitet und weisen Löcher auf, durch welche
die Haltestangen gesteckt sind. Zwischen zwei einander zugeordneten Tragbändern sind
auf den Haltestangen Distanzstücke aufgesteckt, die etwa der Breite der einzelnen
Profilröhrchen entsprechen. Hierdurch werden vorteilhafterweise auch die äußeren Profilröhrchen
mit den Tragbändern wirksam umschlossen.
[0014] Vorzugsweise sind die Tragbänder als Flachbänder ausgebildet, wodurch bei geringem
Profilröhrchenabstand große Lasten abgestützt werden können.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Dabei zeigt:
Fig. 1 eine schematische Ansicht eines Wärmetauschers mit Rohrmatrix,
Fig. 2 zwei einander zugeordnete Tragbänder in Seitenansicht,
Fig. 3 einen Querschnitt durch eine Rohrmatrix,
Fig. 4 einen Querschnitt durch das Flechtwerk mit einem Teil der Rohrmatrix,
Fig. 5 eine Seitenansicht des Flechtwerkes gemäß Fig. 4.
[0016] Der in Fig. 1 gezeigte Wärmetauscher 1 weist zwei parallel angeordnete Sammelrohre
2a,2b auf die über eine U-förmig gekrümmte Rohrmatrix 3 miteinander verbunden sind.
Dabei fließt das eine wärmetauschende Medium beispielsweise aus dem Sammelrohr 2a
über die einzelnen Profilröhrchen 4 der Rohrmatrix 3 zum zweiten Sammelrohr 2b während
gleichzeitig außenseitig in der mit 5 angedeuteten Richtung das zweite wärmetauschende
Medium an der Rohrmatrix 3 im Kreuz/Gegenstrom vorbeigeführt wird.
[0017] An der Rohmatrix 3 sind regelmäßig beabstandete Abstandhalter 6 angebracht, die aus
einer Vielzahl von hintereinander angeordneten Tragbändern 7a,7b bestehen, wobei
die Tragbänder 7a,7b beidendig auf Haltestengen 8 aufgesteckt sind. Die Haltestangen
8 verlaufen quer zur Richtung der Profilröhrchen 4 und sind an einem nicht näher dargestellten
Wärmetauscherrahmen zusammen mit den Sammelrohren 2a,2b lösbar befestigt.
[0018] Der Wärmetauscher 1 kann entweder wie dargestellt aus einer U-förmigen Rohrmatrix
3 bestehen oder auch an zwei sich gegenüberliegenden Stellen der Sammelrohre 2a,2b
zwei analog ausgeführte Rohrmatritzen aufweisen.
[0019] Die Ausführung der Tragbänder 7a und 7b der Abstandshalter 6 ist in Fig. 2 näher
dargestellt. Dabei ist zu erkennen, daß an beiden Enden der Tragbänder 7a,7b Löcher
9 vorgesehen sind, die im Durchmesser den Haltestangen 8 gemäß Fig. 1 entsprechen.
Zu diesem Zweck sind die Tragbänder 7a,7b sind ferner, wie in Fig. 2 dargestellt,
einander entgegengesetzt angebracht damit sie die einzelnen Profilröhrchen 4 entgegengesetzt
wechselseitig und zick-zack-förmig umschließen, wie in Fig. 1 schematisch dargestellt
ist.
[0020] In dem in Fig. 3 dargestellten Querschnitt durch die Rohrmatrix 3 sind einzelne
Profilröhrchen 4 im Querschnitt dargestellt. Diese weisen etwa ellipsenförmige Außenkontur
auf und sind zur Erhöhung ihrer Querstabilität mit einem Mittelsteg 10 versehen.
Die Profilröhrchen 4 der Rohmatrix 3 sind ferner regelmäßig beabstandet angeordnet,
wobei der Abstand derart durch die Flachbänder 7a,7b definiert wird, daß die Dicke
der Flachbänder 7a,7b die Minimalabstände benachbarter Profilröhrchen 4 definieren.
Wie ferner zu erkennen ist wird durch zwei einander zugeordnete Tragbänder 7a,7b jedes
Profilröhrchen 4 einzeln umschlossen, wobei sich die Tragbänder 7a,7b zwischen den
Profolröhrchen kreuzen. Somit können die Tragbänder 7a,7b als Flechtwerk aufgefaßt
werden, wobei dei Profilröhrchen 4 als Querstäbe des Flechtwerkes dienen. Die Tragbänder
7a,7b sind ferner beidseitig mit einer reibungs- und schwingungsdämpfenden Schicht
in Form von mit Gewebeschichten 11a,11b, beschichtet. Vorzugsweise machen die beiden
Gewebeschichten 11a,11b jeweils 1/5 bis 1/3 der gesamten Breite 12, der Tragbänder
7a,7b aus.
[0021] In Fig. 4 ist das den Abstandhalter 6 bildende Flechtwerk 13 dargestellt, bei dem
zu erkennen ist, wie die Tragbänder 7a,7b mit der Haltestange 8 verbunden sind. Dabei
ist zwischen den einander zugeordneten Tragbändern 7a,7b, die einer Reihe übereinanderliegender
Profilröhrchen 4a zugeordnet sind, je ein Distanzstück 15 vorgesehen, wobei dieses
Distanzstück 14 etwa die gleiche Breite wie das zugehörige Profilröhrchen 4a aufweist.
Hierdurch wird gewährleistet, daß auch das oberste Profilröhrchen 4a jeder Reihe
beidseitig von den beiden zugehörigen Tragbändern 7a und 7b umschlungen ist. Das Flechtwerk
13 setzt sich natürlich in beiden Richtungen der Erstreckung der Haltestange 8 fort,
jedoch ist dies hier aus Übersichtlichkeitsgründen nicht weiter dargestellt.
[0022] In Fig. 5 ist ein Querschnitt gemäß der Ansicht von Fig. 4 zu sehen, wobei die Verbreiterung
der Tragbänder 7a,7b im Bereich der Umschließung der Haltestange 8 erkennbar ist.
Die Tragbänder 7a,7b umschlingen die übereinanderliegenden Profilröhrchen 4a entgegengesetzt,
so daß sie sich in Bereichen zwischen den Profilröhrchen 4a jeweils kreuzen.
1. Wärmetauscher mit einer Rohrmatrix aus einer Vielzahl von parallel verlaufenden
Profilröhrchen, die als Querstäbe in einem Flechtwerk gehalten sind, dadurch gekennzeichnet,
daß das Flechtwerk (13) aus flexiblen Tragbändern (7a,b) aufgebaut ist, wobei jeder
Reihe übereinander liegender Profilröhrchen (4) zwei nebeneinander verlaufende Tragbänder
(7a,b) zugeordnet sind, und die Tragbänder (7a,b) and ihren Enden verbreitet sind
und Löcher (9) aufweisen, durch welche quer zur Rohrmatrix verlaufende Haltestangen
(8) gest eckt sind.
2. Wärmetauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff der flexiblen
Tragbänder (7a,b) Metall ist.
3. Wärmetauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Reihe übereinanderliegender
Profilröhrchen (4a) zwei nebeneinander verlaufende Tragbänder (7a,b) zugeordnet sind,
derart, daß diese die Profilröhrchen (4a) zick-zack-artig umschließen, so daß sie
sich zwischen den Profilröhrchen (4a) kreuzen.
4. Wärmetauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragbänder (7a,b)
mit reibungsdämpfendem Material beschichtet sind.
5. Wärmetauscher nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragbänder (7a,b)
mit einer Gewebeschicht (11a,b) aus Metallgewebe ummantelt sind.
6. Wärmetauscher nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragbänder (7a,b)
mit einer Gewebeschicht (11a,b) aus Keramikgewebe ummantelt sind.
7. Wärmetauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Haltestangen
(8) an einem Wärmetauscherrahmen abstützen.
8. Wärmetauscher nach Anspruch 4 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen je zwei
einander zugeordneten Tragbändern (7a,b) auf den Haltestangen (8) Distanzstücke (14)
aufgesteckt sind.
9. Wärmetauscher nach einem der vorhergehenden Ansrüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Tragbänder (7a,b) als Flachbänder ausgeführt sind.