[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Entfernen von Rechen und/oder
Siebgut aus in einem Gerinne strömender Flüssigkeit mit einem in das Gerinne reichenden,
schräg aufwärts gerichteten, teilweise in die Flüssigkeit eintauchenden zylindermantelförmigen
Rost mit Durchtrittsspalten und mit einer parallel und mit Spiel zum Rost angeordneten,
als Schneckenfördereinrichtung mit einem Gehäuse, einer Welle und einer Förderwendel
ausgebildeten Förderstrecke für das Gut, so daß die Förderwendel an dem Rost entlangstreichend
das Gut abnimmt und nach oben fördert.
[0002] Eine derartige Vorrichtung kann für verschiedenartiges Rechen- und/oder Siebgut eingesetzt
werden, beispielsweise im Bereich der Klärtechnik, aber auch dort, wo beispielsweise
Kunststoffabfälle aus Flüssigkeiten herausgeholt werden müssen. Die Anwendung zielt
immer auf die Trennung von weitgehend festem Rechen- und/oder Siebgut und einer Flüssigkeit
ab.
[0003] Eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art ist aus der DE-PS 37 16 434 bekannt.
Diese Vorrichtung besteht im wesentlichen aus einer Schneckenfördereinrichtung mit
Gehäuse, Welle und Förderwendel, wodurch eine Förderstrecke gebildet ist. Die Welle
mit der Förderwendel wird über einen Motor angetrieben. Das Gehäuse der Schneckenfördereinrichtung
ist im unteren Bereich, der in den Flüssigkeitsspiegel eintaucht, zumindest teilweise
durch den Rost ersetzt. Der Rost besteht aus über die Rosthöhe durchgehenden Roststäben,
die in axialer Richtung, also parallel zur Achse der Welle der Schneckenfördereinrichtung
angeordnet sind und auf einem zylindrischen Umfang verlaufen. Zwischen den Roststäben
sind damit sich parallel zur Achse der Schneckenfördereinrichtung und damit der Vorrichtung
erstreckende Durchtrittsspalte gebildet, durch die die Flüssigkeit hindurchtritt,
während das Rechengut ab einer gewissen Größe an einem solchen Durchtritt gehindert
ist. Die Förderwendel streicht an den Durchtrittsspalten des Rosts entlang und nimmt
das Rechengut in Förderrichtung mit. Die Roststäbe weisen etwa dreieckigen oder trapezförmigen
Querschnitt mit abgerundeten Kanten auf und sind so angeordnet, daß eine Dreiecks-
bzw. Trapezseite des Querschnitts tangential zur Umlaufrichtung der Förderwendel zeigt,
so daß sich eine engste Stelle der Durchtrittsspalte auf möglichst kleinem Radius
und daran anschließend ein sich überproportional erweiternder freier Querschnitt der
Durchtrittsspalte in Strömungsrichtung der Flüssigkeit ergibt. Die die Durchtrittsspalte
bildenden Roststäbe sind außen durch Abstützstäbe untereinander verbunden. Die Durchtrittsspalte
weisen eine relativ große Erstreckung in axialer Richtung auf und gehen praktisch
über den gesamten Rost durch, auch wenn sie in Abständen außen von Abstützstäben gehalten
sind.
[0004] Wenn solche Vorrichtungen beispielsweise in der Abwassertechnik eingesetzt werden,
läßt es sich nicht vermeiden, daß die Vorrichtung nicht nur von dem eigentlichen Rechengut
beaufschlagt wird, sondern im Gerinne auch Steine und insbesondere Split, wie er zum
Abstreuen vereister Straßen im Winter benutzt wird, in den Bereich der Förderwendel
und der Durchtrittsspalte gerät. Solcher Split ist scharfkantig ausgebildet. Er belastet
die Vorrichtung in mehrfacher Weise. Zum einen erbringt der Split eine beachtliche
aggressive Wirkung, durch die das Material des Rosts einem starken Verschleiß unterliegt.
Hand in Hand damit geht eine Verformung der durchgehenden Roststäbe, weil der Split
zwischen der Förderwendel und den Roststäben im Durchtrittsspalt eingeklemmt wird.
Es entstehen dann beachtliche Kräfte, die von der Förderwendel über den eingeklemmten
Stein auf die die Durchtrittsspalte bildenden Roststäbe ausgeübt werden. Diese führen
einerseits zu einer Zertrümmerung der Steine, was nicht Sinn einer Vorrichtung zum
Entfernen von Rechengut aus einem Gerinne ist, aber an sich noch inkauf genommen werden
könnte. Weit nachteiliger ist es, daß durch diesen überhöhten Kraftangriff die Roststäbe
durchgebogen werden, und zwar in tangentialer Richtung. Hierdurch verändert sich die
Spaltweite und es kommt schließlich dazu, daß die Roststäbe von den Abstützstäben
getrennt werden, zerrissen werden und dann von der Förderwendel abgeschert werden.
So ist beobachtet worden, daß bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art ein
in einer Kläranlage eingesetzter Rost, der mit Split beaufschlagt wurde, innerhalb
von zwei Betriebstagen völlig zerstört war. Ein weiterer Nachteil der Vorrichtung
mit dem bekannten Rost ist eine ungenügende Selbstreinigung. Durch den seitlichen
Kraftangriff zwischen Förderwendel und Rechengut, der schräg zur Längsrichtung der
Durchtrittsspalte erfolgt, besteht die Neigung, daß das Rechengut immer wieder in
den Spalt hineingepreßt wird. Die Durchtrittsspalte wachsen somit mehr und mehr zu,
so daß die Flüssigkeit am Durchtritt gehindert ist. Ein Ansteigen der Flüssigkeitsspiegel
zeigt die nachteilige Wirkung an.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen
Art dahingehend zu verbessern, daß die Belastung der die Durchtrittsspalte bildenden
Wandung des Rosts beim Auftreten von harten Gegenstände, insbesondere Split, erheblich
reduziert ist, so daß selbst bei ungünstigen Rechengutgemischen längere Betriebszeiten
ermöglicht werden.
[0006] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, daß die Durchtrittsspalte mit ihrer Längsrichtung
so schräg geneigt zur Achse des zylindermantelförmigen Rosts angeordnet sind, daß
sie sich etwa parallel zur Wirkrichtung der von der Förderwendel auf das Gut ausgeübten
Gesamtkraft erstrecken. Die Durchtrittsspalte verlaufen nicht mehr parallel zur Achse
der Schneckenfördereinrichtung, sondern schräg dazu in einem bestimmten Winkel. Dieser
Winkel wird durch die Wirkrichtung der Gesamtkraft, die die Förderwendel auf das Rechengut
ausübt, festgelegt, wobei es auf die exakte Einhaltung dieses Winkels nicht so sehr
ankommt; es genügt bereits, diesen Winkel in etwa zu verwirklichen, damit ein von
der Förderwendel erfaßter Stein die Durchtrittsspalte des Rosts nicht quer zu ihrer
Längserstreckung, sondern nur parallel zu ihrer Längserstreckung, belasten kann. Der
Stein wird also durch die Förderwendel im Längsspalt entlanggeschoben, wobei der Längsspalt
der Förderrichtung des Steins keinen übermäßigen Widerstand entgegensetzt. Erst am
Ende des Längsspalts trifft der Stein dann auf einen Wandungsbereich, der sich quer
zu seiner Förderrichtung erstreckt. In diesem Bereich ist jedoch die Stützweite sehr
viel geringer. Überraschenderweise tritt während der Förderbewegung eines Steins in
Längsrichtung der Durchtrittsspalte ein erhöhter Selbstreinigungseffekt auf, der Stein
schabt den Durchtrittsspalt bei seiner Entlangbewegung sauber. Die Gefahr der Belegung
und des Zuwachsens ist damit gemindert. Zu berücksichtigen ist dabei auch die schräge
Anordnung der Achse der Vorrichtung im Gerinne. Strenggenommen ergibt sich diese Kraftwirkrichtung
der Gesamtkraft nur im unteren Bereich des Umfangs des Rosts, also dort, wo die Gewichtskraft
des Steins kein Verrollen nach der Seite hin verursacht. Wird der Stein in dem Durchtrittsspalt,
der sich an der Wandung des Rosts seitlich aufwärts erstreckt, hochgehoben, dann hat
der Stein wiederum die Tendenz, nach Mitnahme über einen bestimmten Winkel innerhalb
des Rosts herabzufallen, bis er wieder erneut mit der Förderwendel in Kontakt kommt.
Aus fertigungstechnischen Gründen ist es jedoch unumgänglich, diesen schrägen Winkel,
in dem die Durchtrittsspalte angeordnet sind, zumindest über einen Teil des Umfangs
des Gehäuses, welches den Rost bilden, aufrechtzuerhalten. Der für die Erfindung wesentliche
Winkel der Schräglage der Wirkrichtung der Gesamtkraft wird zweckmäßig am unteren
Durchgangspunkt des zylinderförmigen Gehäuses bestimmt, an dem die Förderwendel, die
selbst schräg zur Achse der Fördereinrichtung angeordnet ist, entlangstreicht. Natürlich
ist der Winkel der Wirkrichtung der Gesamtkraft der Förderwendel auf das Rechengut
von verschiedenen Faktoren abhängig, so von der Art des Guts, insbesondere von der
Reibung zwischen Rechengut und Rost. Auch die Schräglage der Förderwendel ist von
Einfluß. Eine schräg angeordnete Förderwendel muß im wesentlichen zwei Kräfte auf
das Rechengut ausüben, die sich vektoriell zu der angegebenen Gesamtkraft addieren.
Die eine Kraft ist tangential in Umfangsrichtung des zylindermantelförmigen Rosts
gerichtet und wird benötigt, um die Reibung zu überwinden, die das Gehäuse bzw. der
Rost auf das Rechengut ausübt. Die andere Kraft steht senkrecht auf der Förderwendel
und ist bestimmend für den Förderweg des Rechenguts, stellt also den Förderanteil
dar. Für verschiedene Rechengutkombinationen läßt sich die Wirkrichtung der Gesamtkraft
experimentell feststellen, um damit die Schräglage festzulegen, in der sich die Durchtrittsspalte
mit ihrer Längserstreckung erstrecken.
[0007] Die Durchtrittsspalte sind an ihren in Wirkrichtung der Gesamtkraft weisenden Enden
vorteilhaft mit Scherleisten versehen, die Schneidkanten aufweisen. Damit ist es möglich,
faserförmiges Material wie Papier, Textilien o. dgl. an den Schneidkanten durchzutrennen,
um damit einer Zopfbildung entgegenzuwirken. Durch den Selbstreinigungseffekt beim
Auftreten von hartem Rechengut, insbesondere Split, werden die Durchtrittsspalte immer
wieder gesäubert.
[0008] Die Durchtrittsspalte können in Wirkrichtung der Gesamtkraft zweckmäßig eine Erstreckung
L aufweisen, die etwa dem fünf- bis dreißigfachen der Spaltweite s entspricht. Mit
anderen Worten verhält sich die Erstreckung L zu der Spaltweite s etwa im Bereich
L ≈ 5 ... 30 · s.
[0009] Es ist durchaus sinnvoll, die Durchtrittsspalte nicht mit übermäßiger Länge auszubilden,
damit der Rost in sich eine wesentlich höhere Festigkeit erhält, als wenn die Durchtrittsspalte
z. B. bei ihrer axialen Ausbildung über die Gesamtlänge des Rosts durchgehend vorgesehen
wären. Eine solche Erstreckung L in Längsrichtung der Durchtrittsspalte erstreckt
sich schon bereits über einen gewissen Winkel in Umfangsrichtung, über den sich die
Einwirkung der Gewichtskraft auf das Rechengut ändert. Dies führt dazu, daß härteres
Rechengut, beispielsweise kleine Steine, bei der seitlichen Aufwärtsbewegung in einem
Durchtrittsspalt in Längsrichtung aus diesem herauskippt und damit völlig in den Umfang
des Innenraums des Rosts zurücktritt. Hierauf ist es auch zurückzuführen, daß die
Enden der Durchtrittsspalte vergleichsweise wenig belastet werden und die Zerkleinerungswirkung
auf kleine Steine weit weniger ausgeprägt ist als im Stand der Technik.
[0010] Die Durchtrittsspalte können einen sich in Durchtrittsrichtung erweiternden Querschnitt
aufweisen, damit solches Rechengut bzw. Steine, die die Spaltweite s unterschreiten,
sich nicht in den Durchtrittsspalt festhängen können, sondern zusammen mit der durchströmenden
Flüssigkeit abgeführt werden.
[0011] Die Durchtrittsspalte und die Scherleisten mit den Schneidkanten können zweckmäßig
durch Fräsen einer den Rost bildenden Platte, insbesondere einer ebenen und nach dem
Fräsen zylindermantelförmig gebogenen Platte hergestellt werden. Dabei wird ein Scheibenfräser
eingesetzt, dessen Achse quer zur Erstreckungsrichtung der Durchtrittsspalte in Längsrichtung
angeordnet ist. Damit wird nicht nur der Durchtrittsspalt selbst geschaffen, sondern
gleichzeitig auch die Scherleiste mit ihren Schneidkanten in einem Arbeitsgang hergestellt.
Das Fräsen kann an einer ebenen Platte durchgeführt werden, die dann durch einen Biegevorgang
zylindermantelförmig verformt wird. Umständlicher, aber nicht unmöglich wäre ein Fräsvorgang
an einer bereits zylindermantelförmig verformten Platte zur Schaffung der Durchtrittsspalte.
Die Anordnung der Scherleisten erbringt eine ganz andere Festigkeit als die im Stand
der Technik bekannte Verwendung von Roststäben mit dreieckigem Querschnitt mit abgerundeten
Kanten, die dann durch einen Schweißvorgang zusammengefügt werden.
[0012] Der den Rost bildende Teil des Gehäuses kann auswechselbar angeordnet sein, so daß
der Rost leicht austauschbar ist. Es ist sogar möglich, Roste mit verschiedener Schräglage
der Haupterstreckungsrichtung der Durchtrittsspalte gegeneinander probeweise auszuprobieren,
um die beste Anpassung an das jeweilige Fördergut zu finden.
[0013] Der Winkel der Gesamtkraft der Förderwendel auf das Rechengut und damit der Winkel
β , den die Längserstreckung der Durchtrittsspalte zu einer Ebene senkrecht zu der
Achse der Schneckenfördereinrichtung einnimmt, ist von vielen Faktoren abhängig. Wesentlich
ist die Reibung zwischen Rechengut und Gehäuse, die überwunden werden muß. Generell
kann man sagen, daß der Winkel β zwischen 25 und 60° liegt, wobei der Winkel α, den
die Förderwendel zu einer gleichen Ebene einnimmt, ca. zwischen 10 und 30° liegt.
Für den Winkel β können folgende Richtwerte genannt werden, die im einzelnen experimentell
genauer festlegbar sind:
Siebung von Klärschlamm β ≈ 30 bis 45°
Siebung von kommunalem Abwasser β ≈ 35 bis 60°
Siebung von Prozeßwassern, z. B. Entnahme von Polymeren in der chemischen Industrie
β ≈ 25 bis 50°
Siebung von Schlachthofabwässern β ≈ 30 bis 50°
[0014] Ein Ausführungsbeispiel nach der Erfindung wird anhand der Zeichnung weiter dargestellt
und beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 eine schematisierte, perspektivische Darstellung der Vorrichtung in Gesamtübersicht,
Figur 2 eine Skizze zur Verdeutlichung der auf ein Rechengut einwirkenden Kräfte im
unteren Bereich einer Förderstrecke,
Figur 3 einen zu Figur 2 gehörenden Schnitt gemäß der Linie III-III in Figur 2,
Figur 4 die Darstellung eines Ausschnitts aus dem Rost,
Figur 5 einen Schnitt gemäß der Linie V-V in Figur 4, jedoch im unteren Umfangsbereich
und
Figur 6 einen Schnitt gemäß der Linie VI-VI in Figur 5, abgewickelt in die Ebene.
[0015] In einem in Figur 1 schematisch dargestellten Gerinne 1 ist die Vorrichtung mit ihrer
Achse 2 schrägstehend so angeordnet, daß sie mit einem Teil an Seitenwandungen 3 des
Gerinnes 1 anschließt, in welchem sich ein Wasserstand 4 vor der Vorrichtung und ein
demgegenüber niederer Wasserstand 5 hinter der Vorrichtung befindet, so daß das Gerinne
1 in Richtung eines Pfeils 6 durchströmt wird.
[0016] Die Vorrichtung weist in ihrem unteren Teil einen Rost 7 auf, der sich mindestens
über eine solche Höhe parallel zu der Achse 2 erstreckt, daß der untere, in den Wasserstand
4 eingreifende Teil sich immer im Wasser befindet und auch unterschiedlichen Wasserständen
Rechnung getragen ist. Der Rost 7 erstreckt sich über einen Teil des Umfangs. Er weist
eine Wandung 8 auf, die in der Regel aus einer gebogenen Platte aus Edelstahl besteht,
die parallel zur Achse 2 auf der Mantellinie eines Zylinders angeordnet ist. Die Wandung
8 kann auch mehrfach unterteilt sein, so daß zylindrische Segmentflächen gebildet
sind. In der Wandung 8 sind Durchtrittsspalte 10 gebildet, also Durchbrechungen, die
von Scherleisten 9 begrenzt sind. Die Scherleisten 9 befinden sich am einen Ende der
Haupterstreckungsrichtung der Durchtrittsspalte 10. Der Rost 7 kann an seinem unteren
Ende ein Stirnblech 11 aufweisen, welches eine zusätzliche Abstützung für die den
Rost 7 bildende Wandung darstellt.
[0017] Im Anschluß an den Rost 7 schräg nach oben ist ein Gehäuse 12 einer Scheckenfördereinrichtung
13 mit zylindrischer Mantelfläche vorgesehen. In dem Gehäuse, welches auch einen konischen
Absatz 14 aufweisen kann, ist eine Welle 15 angeordnet, die mit einer Förderwendel
16 verbunden ist bzw. diese trägt. Die Förderwendel 16 erstreckt sich über die Gesamtlänge
der Vorrichtung, sie ragt auch in den Teil der Vorrichtung hinein, in welchem der
Rost 7 angeordnet ist. Dort ist gemäß Figur 1 keine Welle 15 vorgesehen bzw. angeordnet
und die Förderwendel 16 besitzt dort einen größeren Durchmesser als weiter oben, der
dem inneren Durchmesser der Wandung 8 angepaßt ist. Es ist aber auch möglich, die
Welle 15 bis in den Bereich des Stirnblechs 11 hinein fortzuführen, so daß die Förderwendel
16 auf ihrer gesamten Längserstreckung von einer Welle 15 getragen ist. Das untere
Ende der Förderwendel 16 kann mit einem Lager 17 im Bereich des Stirnblechs 11 gelagert
sein. Am oberen Ende des Gehäuses ist ein weiteres, hier nicht dargestelltes Lager
vorgesehen. Dort sind auch ein Motor 18 und ein Getriebe 19 angeordnet, über die die
Welle 15 und damit auch die Förderwendel 16 angetrieben wird. Die Förderwendel 16
kann über ihre axiale Länge eine veränderliche Steigung aufweisen und, wie dargestellt,
am oberen Ende der Förderstrecke eine Kompaktierzone 20 bilden, in deren Bereich die
Förderwendel eine geringere Steigung aufweist. In diesem Bereich ist das Gehäuse 12
auch doppelwandig ausgebildet, wobei der innere Wandungsteil Durchbrechungen aufweist,
damit beim Kompaktieren bzw. Zusammenpressen des Rechenguts abgeschiedene Flüssigkeiten
über ein Rohr 21 zurück in das Gerinne 1 geleitet werden kann, während das kompaktierte
Rechengut 22 über eine Schurre 23 in einen Behälter 24 abgeworfen wird.
[0018] Wie bereits aus Figur 1 erkennbar, sind die Durchtrittsspalte 10 mit ihrer Haupterstreckungsrichtung
schräg zur Achse 2 angeordnet. Die Figuren 2 und 3 zeigen die Kraftverhältnisse und
sind zusammenhängend zu betrachten. In Figur 2 ist die Achse 2 der Vorrichtung dargestellt
und unterhalb der Achse in der Zeichenebene sieht man den Teil des Rosts 7, der sich
in Figur 3 unten befindet, also im Bereich der Förderwendel 16. Es ist dort ein Splitkorn
25 dargestellt, welches von der Förderwendel 16 ergriffen und bei der Drehrichtung
der Förderwendel 16 gemäß Pfeil 26 seitlich aufwärts am Rost 7 gefördert wird. In
Figur 2 ist der Zustand dargestellt, der bei dem Durchlauf bzw. dem Einwirken der
Förderwendel 16 auf das Splitkorn 25 an der untersten Mantellinie vorliegt. Die Förderwendel
16 muß hierbei einmal die Reibkraft überwinden, die der Rost 7 auf das Splitkorn 25
ausübt. Diese Reibkraft ist in gestrichelter Linienführung angegeben. Sie wirkt tangential
am Umfang des zylinderförmigen Rosts 7. Die Förderwendel 16 muß also die umgekehrt
gerichtete Kraft R aufbringen, um die tangential an dem Splitkorn 25 angreifende Reibkraft,
die von dem Rost 7 aufgebracht wird, zu überwinden. Wenn die Förderwendel 16 parallel
zur Achse 2 verliefe, wäre dies die einzige Kraft, die von ihr aufzubringen ist. Allerdings
ist dann die Förderwirkung gleich Null. Demzufolge ist die Förderwendel 16 schräg
zur Achse 2 angeordnet, und zwar in einem Winkel α , der zwischen einer Ebene, die
senkrecht auf dem Achse 2 steht und der Fläche der Förderwendel 15 aufgespannt wird.
Neben der Kraft R muß die Förderwendel 16 auf das Splitkorn 25 eine Förderkraft F
aufbringen. Diese Kraft F steht senkrecht auf der Fläche der Förderwendel 16. Aus
den beiden Kräften R und F ergibt sich durch vektorielle Addition eine Gesamtkraft
G, die als Resultierende betrachtet werden kann. Diese Resultierende verläuft in einem
Winkel β zu einer Ebene, die ebenfalls senkrecht auf der Achse 2 steht und durch den
Kraftangriffspunkt an dem Splitkorn 25 geht. Der Winkel β bestimmt somit die Wirkrichtung
der von der Förderwendel 16 auf das Rechengut ausgeübten Gesamtkraft G. Dementsprechend
sind auch die Durchtrittsspalte 10, von denen der Übersichtlichkeit halber nur zwei
in Figur 2 dargestellt sind, schräg in diesem Winkel β angeordnet. Hierbei kommt es
auf die Haupterstreckungsrichtung der Durchtrittsspalte 10 an. Diese müssen sich längs,
also parallel zu der Wirkrichtung der Gesamtkraft erstrecken, wobei es nicht so sehr
darauf ankommt, diese Wirkrichtung exakt zu treffen. Es genügt vielmehr die Einhaltung
eines gewissen Bereichs. Dies wird daraus verständlich, daß in Figur 2 die Verhältnisse
an der untersten Mantellinie dargestellt sind und sich beim Weiterdrehen der Förderwendel
16 in dem seitlich ansteigenden Bereich die Verhältnisse ändern, weil die das Splitkorn
25 einwirkende Gewichtskraft eine Komponente enthält, die versucht, das Splitkorn
25 entgegen der Förderrichtung an der Wandung herabrollen zu lassen.
[0019] Figur 4 verdeutlicht nochmals die Ausbildung des Rosts 7. Es ist hier ein Blick auf
die Außenfläche des Rosts 7 dargestellt, also etwa in Richtung des Pfeils 27 in Figur
1. Man erkennt, daß der Rost 7 aus einer durchgehenden Wandung 8 besteht, die von
einzelnen, nicht zusammenhängenden, jedoch parallel zueinander angeordneten Durchtrittsspalten
10 gebildet ist, wobei die Längsseiten der Durchtrittsspalte 10 parallel zu der Richtung
schräg gemäß dem Winkel β verlaufen. Zwei benachbarte Durchtrittsspalte 10 werden
von einer Rippe 28 getrennt. Quer zur Längserstreckung der Durchtrittsspalte 10 und
zu den Rippen 28 erstrecken sich Scherleisten 29 aus dem Material der Wandung 8. Diese
Scherleisten besitzen Schneidkanten 30 an beiden Enden der Längsspalte 10, wobei jedoch
nur die eine Richtung wirksam ist. An die Schneidkanten 30 schließen sich Keilflächen
31 an, die herstellungsbedingt sind. Die Durchtrittsspalte 10 lassen sich mit einem
Fräser aus der Wandung 8 ausfräsen, wobei sich die Keilflächen 31 durch die Materialdicke
der Wandung 8 bilden. Es entstehen dabei gleichsam die Schneidkanten 30 ohne gesonderten
Arbeitsgang.
[0020] Figur 5 zeigt einen Schnitt gemäß der Linie V-V in Figur 4. Man schaut in Förderrichtung
der Förderwendel 16 und erkennt, daß sich die Durchtrittsspalte 10 senkrecht zur Zeichenebene
erstrecken. Nach außen hin erweitert sich der Querschnitt in Durchtrittsrichtung für
die Flüssigkeit gemäß Pfeil 32, so daß ein solches Splitkorn 25, welches die Spaltweite
s unterschreitet, nach außen ungehindert durchtreten kann und somit keine Gefahr besteht,
daß die Durchtrittsspalte 10 festgesetzt werden. Die Förderwendel 16 schiebt die Splitkörner
25 in Richtung des Winkels β , also in den Durchtrittsspalten 10 entlang, so daß insbesondere
die Ränder der Rippen 28, die die Durchtrittsspalte 10 begrenzen, immer wieder gereinigt
werden. Dieser Selbstreinigungseffekt ist wesentlich ausgeprägter als im Stand der
Technik, weil die Förderrichtung der Splitkörner 25 mit der Erstreckungsrichtung der
Durchtrittsspalte 10 in Längsrichtung übereinstimmt. In Figur 6 sind die Verhältnisse
nochmals verdeutlicht, wobei hier die Darstellung einen Schnitt gemäß der Linie VI-VI
in Figur 5, also in 90° zu der Darstellung gemäß Figur 5 zeigt. Zusätzlich ist der
Rost 7 hier in die Ebene abgewickelt. Man erkennt, daß die Förderwendel 16, die sich
gemäß Pfeil 26 bewegt, in dem Sinne auf das Splitkorn 25 einwirkt, daß dieses längs
in dem Durchtrittsspalt 10 geschoben wird, bis es auf eine Schneidkante 30 der Scherleisten
29 auftrifft. Hier besteht jedoch schon die Neigung, daß infolge einer auf das Splitkorn
25 einwirkenden Gewichtskomponente ein Herausrollen oder Heraustreten aus der Durchtrittsspalte
10 begünstigt ist. Außerdem erstrecken sich die Schneidkanten 30 nur um die Spaltweite
s quer zur Förderrichtung, so daß diese Schneidkanten 30 sehr stabil ausgebildet sind
und nicht durchgedrückt oder abgerissen werden können, wie dies bei Roststäben der
Fall ist, die beispielsweise axial, also parallel zur Achse 2 angeordnet sind.
1. Vorrichtung zum Entfernen von Rechen- und/oder Siebgut aus in einem Gerinne strömender
Flüssigkeit mit einem in das Gerinne reichenden, schräg aufwärts gerichteten, teilweise
in die Flüssigkeit eintauchenden zylindermantelförmigen Rost mit Durchtrittsspalten,
und mit einer parallelen und mit Spiel zum Rost angeordneten, als Schneckenfördereinrichtung
mit einem Gehäuse, einer Welle und einer Förderwendel ausgebildeten Förderstrecke
für das Gut, so daß die Förderwendel an dem Rost entlangstreichend das Gut abnimmt
und nach oben fördert, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsspalte (10) mit
ihrer Längsrichtung so schräg geneigt zur Achse (2) des zylindermantelförmigen Rosts
(7) angeordnet sind, daß sie sich etwa parallel zur Wirkrichtung der von der Förderwendel
(16) auf das Gut ausgeübten Gesamtkraft erstrecken.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsspalte
(10) an ihren in Wirkrichtung der Gesamtkraft weisenden Enden mit Scherleisten (9,
29) versehen sind, die Schneidkanten (30) aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsspalte
(10) in Wirkrichtung der Gesamtkraft eine Erstreckung (L) aufweisen, die etwa dem
fünf- bis dreißigfachen der Spaltweite (S) entsprechen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsspalte
(10) einen sich in Durchtrittsrichtung erweiternden Querschnitt aufweisen.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Durchtrittsspalte (10) und die Scherleisten (9, 29) mit den Schneidkanten
(30) durch Fräsen einer den Rost bildenden Platte, insbesondere einer ebenen und nach
dem Fräsen zylindermantelförmig gebogenen Platte, hergestellt sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der den Rost (7) bildende
Teil des Gehäuses auswechselbar angeordnet ist.