(19)
(11) EP 0 389 845 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.10.1990  Patentblatt  1990/40

(21) Anmeldenummer: 90104487.5

(22) Anmeldetag:  09.03.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F42B 14/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT

(30) Priorität: 25.03.1989 DE 3909836

(71) Anmelder: DIEHL GMBH & CO.
D-90478 Nürnberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Brand, Heinrich
    D-8508 Wendelstein (DE)
  • Der andere Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Treibtopf für drallstabilisierte Unterkalibergeschosse


    (57) Ein störungsfreies Ablösen eines Treibtopfes (1) von einem drall­stabilisierten Unterkaliberprojektil unmittelbar nach der Rohr­mündung eines Waffenrohres erfolgt durch einen mehrteiligen Treib­topf (1). Der Treibtopf (1) weist hierzu Segmente (7) auf, die durch Trennfugen (8) voneinander getrennt sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Treibtopf für drallstabili­sierte Unterkalibergeschosse.

    [0002] Aus der US-PS 3,311,061 ist ein Treibtopf aus Kunststoff für drall­stabilisierte Unterkalibergeschosse bekannt. Der Treibtopf weist im Bereich eines Geschoßhecks in seiner, das Geschoß einhüllenden Wand eine Umfangsnut und axiale Schlitze auf, wobei die Schlitze vom vor­deren Ende des Treibtopfes bis nahezu der Umfangsnut ragen. Beim Ab­schuß des Treibtopfes soll noch im Waffenrohr der Abschnitt des dünn­wandigen Treibtopfes aufgrund der vier Schlitze in vier Teile geteilt werden, die sich aufgrund der Drallwirkung beim Austritt aus dem Waf­fenrohr seitlich entfernen. Der bodenseitige, geschlossene Teil des Treibtopfes weist nach verlassen des Waffenrohres einen größeren Luft­widerstand auf als das Geschoß, so daß der Treibtopf vom Geschoß ge­trennt wird. Nach dem Ablösen des Treibtopfrestes fliegt dieser eine größere Strecke direkt hinter dem Projektil her. Es gibt Einsatzfälle, insbesondere bei Einsätzen auf kleine Entfernungen, in denen dieser Umstand das Projektilverhalten beeinträchtigt.

    [0003] Hierzu zählen folgende Möglichkeiten:

    1. Funktionen im oder am Fluggeschoß, die zu starker Verzögerung führen; der Treibspiegel trifft auf das verzögerte Flugge­schoß und führt zu Schäden.

    2. Tritt das Fluggeschoß nach der Abtrennung des Treibspiegels in ein Medium höherer Dichte, so kann das verzögerte Fluggeschoß vom Treibspiegel getroffen und in seiner "Flugbahn" gestört werden.



    [0004] Weiterhin ist aus der DE-05 20 41 877 ein Treibspiegel für drallsta­bilisierte Unterkalibergeschosse bekannt, bei dem ein Sicherungsring mit einem Teil seiner Länge vier Wandabschnitte heckseitig zusammen­hält. Diese Wandabschnitte halten ein Projektil in zentrischer Lage zum Treibspiegel. Nach dem Abschuß des Treibspiegels und des Projek­tils reißt der Sicherungsring nach dem Austritt aus dem Waffenrohr aufgrund der Fliehkräfte der Wandabschnitte. Nachdem der Sicherungs­ring beim Abschuß von den Feldern des gezogenen Waffenrohres nicht beeinflußt wird, kann es vorkommen, daß aufgrund relativ hoher Zug­festigkeit des Sicherungsrings die Ablösung des Treibspiegels sehr spät erfolgt und dadurch die Zielgenauigkeit des Projektils nachteilig beeinflußt.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Treibtopf für drall­stabilisierte Unterkalibergeschosse vorzuschlagen, der unmittelbar nach der Waffenrohrmündung sich vom Geschoß trennt.

    [0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe entsprechend den kennzeichnenden Merkmalen des Ansprüches 1.

    [0007] Vorteilhafte Weiterbildungen in der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.

    [0008] Vorteilhaft schneiden beim Abschuß die Felder des gezogenen Waffen­rohres die notwendigen Sollbruchstellen in das Führungsband. Damit ist sichergestellt, daß der Treibtopf einschließlich der Topfhülse unmittelbar nach der Rohrmündung aufgrund der Fliehkraftwirkung der Segmente des Treibtopfes mehrfach aufgerissen wird. Die Segmente können dabei aus Stahl, Aluminium, Titan oder Kunststoff bestehen. Im Idealfall weist das Führungsband nach dem Durchgang durch das Waffenrohr genau über den Teilungsfugen des Treibtopfes Sollbruch­stellen auf. Auch unabhängig davon ist bei versetzten Sollbruch­stellen in bezug auf die Teilungsfugen ein störungsfreies Ablösen der Segmente des Treibtopfes gewährleistet. Weitere Vorteile liegen in der einfachen und kostengünstigen Herstellung des Treibtopfes mit dem Führungsband begründet.

    [0009] Nach dem Anspruch 2 besteht der Treibtopf vorteilhaft aus drei Seg­menten.

    [0010] Entsprechend dem Anspruch 3 ist zur Abdichtung der Teilungsfugen eine heckseitige dünnwandige, metallische Topfhülse vorgesehen. Leckagen werden dadurch sicher vermieden.

    [0011] Nach dem Anspruch 4 liegt ein vollständiger, heckseitig gasdich­ter Abschluß des Treibtopfes vor. Daneben ist die gasdichte Ver­bindung mit dem Führungsring in einfacher Weise herstellbar.

    [0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung darge­stellt.

    [0013] Es zeigt:

    Fig. 1 Einen Treibtopf im Teilschnitt

    Fig. 2 Den Treibtopf nach Fig. 1 gemäß der Schnittlinie II/II



    [0014] Ein Treibtopf 1 umschließt ein Projektilheck 2. Der Treibtopf 1 weist in einer Nut 3 ein Führungsband 4 mit einem heckseitigen Ko­nus 5 auf.
    Eine Topfhülse 6 aus Aluminium ist in den Konus 5 eingebördelt oder aufgeklebt. Der Treibtopf 1 besteht aus drei Segmenten 7. Zwischen diesen sind Teilungsfugen 8.

    [0015] Beim Abschuß schneiden die Felder eines nicht gezeichneten, gezo­genen Waffenrohres die notwendigen Sollbruchstellen, siehe die strichpunktiert gezeichneten Linien 10, in das Führungsband 4. Der Treibtopf 1 zerfällt unmittelbar nach der Rohrmündung des Waffen­rohres und stört das Verhalten des Projektils nicht weiter.


    Ansprüche

    1. Treibtopf (1) für drallstabilisierte Unterkalibergeschosse mit einem Treibtopf (1), der im Bereich eines Geschosses (2) in seiner das Geschoß einhüllenden Wand eine Umfangsnut (3) und axiale Schlitze (8) aufweist, wobei die Schlitze (8) vom voderen Ende des Treibtopfes (1) bis nahe zu der Umfangsnut (3) ragen,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß in der Umfangsnut (3) ein separates Führungsband (4) angeord­net ist,
    der Treibtopf (1) aus wenigstens zwei, durch das Führungsband (4) gehaltene Segmente (7) mit dazwischenliegenden Teilungsfugen (8) besteht und der gasdruckseitige Abschnitt des Treibtopfes (1) eine dünnwandige Topfhülse (1) aus Aluminium trägt.
     
    2. Treibtopf nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Treibtopf (1) aus drei Segmenten (7) besteht.
     
    3. Treibtopf nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Topfhülse (6) mit dem Führungsband (4) formschlüssig verbunden ist.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht