[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Treibtopf für drallstabilisierte Unterkalibergeschosse.
[0002] Aus der US-PS 3,311,061 ist ein Treibtopf aus Kunststoff für drallstabilisierte
Unterkalibergeschosse bekannt. Der Treibtopf weist im Bereich eines Geschoßhecks in
seiner, das Geschoß einhüllenden Wand eine Umfangsnut und axiale Schlitze auf, wobei
die Schlitze vom vorderen Ende des Treibtopfes bis nahezu der Umfangsnut ragen. Beim
Abschuß des Treibtopfes soll noch im Waffenrohr der Abschnitt des dünnwandigen Treibtopfes
aufgrund der vier Schlitze in vier Teile geteilt werden, die sich aufgrund der Drallwirkung
beim Austritt aus dem Waffenrohr seitlich entfernen. Der bodenseitige, geschlossene
Teil des Treibtopfes weist nach verlassen des Waffenrohres einen größeren Luftwiderstand
auf als das Geschoß, so daß der Treibtopf vom Geschoß getrennt wird. Nach dem Ablösen
des Treibtopfrestes fliegt dieser eine größere Strecke direkt hinter dem Projektil
her. Es gibt Einsatzfälle, insbesondere bei Einsätzen auf kleine Entfernungen, in
denen dieser Umstand das Projektilverhalten beeinträchtigt.
[0003] Hierzu zählen folgende Möglichkeiten:
1. Funktionen im oder am Fluggeschoß, die zu starker Verzögerung führen; der Treibspiegel
trifft auf das verzögerte Fluggeschoß und führt zu Schäden.
2. Tritt das Fluggeschoß nach der Abtrennung des Treibspiegels in ein Medium höherer
Dichte, so kann das verzögerte Fluggeschoß vom Treibspiegel getroffen und in seiner
"Flugbahn" gestört werden.
[0004] Weiterhin ist aus der DE-05 20 41 877 ein Treibspiegel für drallstabilisierte Unterkalibergeschosse
bekannt, bei dem ein Sicherungsring mit einem Teil seiner Länge vier Wandabschnitte
heckseitig zusammenhält. Diese Wandabschnitte halten ein Projektil in zentrischer
Lage zum Treibspiegel. Nach dem Abschuß des Treibspiegels und des Projektils reißt
der Sicherungsring nach dem Austritt aus dem Waffenrohr aufgrund der Fliehkräfte der
Wandabschnitte. Nachdem der Sicherungsring beim Abschuß von den Feldern des gezogenen
Waffenrohres nicht beeinflußt wird, kann es vorkommen, daß aufgrund relativ hoher
Zugfestigkeit des Sicherungsrings die Ablösung des Treibspiegels sehr spät erfolgt
und dadurch die Zielgenauigkeit des Projektils nachteilig beeinflußt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Treibtopf für drallstabilisierte
Unterkalibergeschosse vorzuschlagen, der unmittelbar nach der Waffenrohrmündung sich
vom Geschoß trennt.
[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe entsprechend den kennzeichnenden Merkmalen des Ansprüches
1.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen in der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0008] Vorteilhaft schneiden beim Abschuß die Felder des gezogenen Waffenrohres die notwendigen
Sollbruchstellen in das Führungsband. Damit ist sichergestellt, daß der Treibtopf
einschließlich der Topfhülse unmittelbar nach der Rohrmündung aufgrund der Fliehkraftwirkung
der Segmente des Treibtopfes mehrfach aufgerissen wird. Die Segmente können dabei
aus Stahl, Aluminium, Titan oder Kunststoff bestehen. Im Idealfall weist das Führungsband
nach dem Durchgang durch das Waffenrohr genau über den Teilungsfugen des Treibtopfes
Sollbruchstellen auf. Auch unabhängig davon ist bei versetzten Sollbruchstellen
in bezug auf die Teilungsfugen ein störungsfreies Ablösen der Segmente des Treibtopfes
gewährleistet. Weitere Vorteile liegen in der einfachen und kostengünstigen Herstellung
des Treibtopfes mit dem Führungsband begründet.
[0009] Nach dem Anspruch 2 besteht der Treibtopf vorteilhaft aus drei Segmenten.
[0010] Entsprechend dem Anspruch 3 ist zur Abdichtung der Teilungsfugen eine heckseitige
dünnwandige, metallische Topfhülse vorgesehen. Leckagen werden dadurch sicher vermieden.
[0011] Nach dem Anspruch 4 liegt ein vollständiger, heckseitig gasdichter Abschluß des
Treibtopfes vor. Daneben ist die gasdichte Verbindung mit dem Führungsring in einfacher
Weise herstellbar.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt.
[0013] Es zeigt:
Fig. 1 Einen Treibtopf im Teilschnitt
Fig. 2 Den Treibtopf nach Fig. 1 gemäß der Schnittlinie II/II
[0014] Ein Treibtopf 1 umschließt ein Projektilheck 2. Der Treibtopf 1 weist in einer Nut
3 ein Führungsband 4 mit einem heckseitigen Konus 5 auf.
Eine Topfhülse 6 aus Aluminium ist in den Konus 5 eingebördelt oder aufgeklebt. Der
Treibtopf 1 besteht aus drei Segmenten 7. Zwischen diesen sind Teilungsfugen 8.
[0015] Beim Abschuß schneiden die Felder eines nicht gezeichneten, gezogenen Waffenrohres
die notwendigen Sollbruchstellen, siehe die strichpunktiert gezeichneten Linien 10,
in das Führungsband 4. Der Treibtopf 1 zerfällt unmittelbar nach der Rohrmündung des
Waffenrohres und stört das Verhalten des Projektils nicht weiter.
1. Treibtopf (1) für drallstabilisierte Unterkalibergeschosse mit einem Treibtopf
(1), der im Bereich eines Geschosses (2) in seiner das Geschoß einhüllenden Wand eine
Umfangsnut (3) und axiale Schlitze (8) aufweist, wobei die Schlitze (8) vom voderen
Ende des Treibtopfes (1) bis nahe zu der Umfangsnut (3) ragen,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Umfangsnut (3) ein separates Führungsband (4) angeordnet ist,
der Treibtopf (1) aus wenigstens zwei, durch das Führungsband (4) gehaltene Segmente
(7) mit dazwischenliegenden Teilungsfugen (8) besteht und der gasdruckseitige Abschnitt
des Treibtopfes (1) eine dünnwandige Topfhülse (1) aus Aluminium trägt.
2. Treibtopf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Treibtopf (1) aus drei Segmenten (7) besteht.
3. Treibtopf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Topfhülse (6) mit dem Führungsband (4) formschlüssig verbunden ist.