(57) Ein Verfahren zum Herstellen von verschleiß- und korrosionsbeständigen Schutzschichten
durch thermisches Spritzen soll dadurch verbessert werden, daß zwei oder mehrere dünne
Schichten aus Werkstoffen verschiedener Zusammensetzung mit vorbestimmter Schichtstärke
aufgespritzt sowie anschließend bei Temperaturen zwischen 600 bis 1200
o C zur Bildung einer Schicht bestimmter Zusammensetzung diffundiert werden. Dabei
sollen die Schichtdicken im Bereich von 0,02 bis 0,5 mm, bevorzugt 0,05 bis 0,3 mm,
liegen.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von verschleiß- und korrosionsbeständigen
Schutzschichten variabler Zusammensetzung durch thermisches Spritzen.
[0002] Das Herstellen von thermisch gespritzten verschleiß- und korrosionsbeständigen Schichten
ist seit längerer Zeit bekannt. Hierbei werden Metalle, Legierungen, Hartstoffe und
deren Gemische eingesetzt.
[0003] Der Nachteil dieser Schichten besteht darin, daß die Zusammensetzung sowie der Hartstoffanteil
durch den Spritzwerkstoff vorgegeben ist.
[0004] Für Schichten, die nachträglich eingeschmolzen werden, können für die herkömmlichen
Beschichtungsverfahren nur Legierungen auf der NiBSi-, NiCrBSi- und CoNiCrWBSI-Basis
mit und ohne Hartstoffen verwendet werden.
[0005] Bei Schichten, die mit einem Legierung-Hartstoff-Gemisch hergestellt werden, besteht
bislang keine Möglichkeit, die Lage der Hartstoffe in der Schicht zu beeinflussen.
[0006] Zweck der Erfindung ist es nun, verschleiß- und korrosionsbeständige Beschichtungen
in einem weiten Bereich in Hinsicht auf die Zusammensetzung und die Beanspruchung
herzustellen, bei denen die Lage der Hartstoffe in einem bestimmten Bereich beeinflußt
werden kann.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe führt, daß zwei oder mehrere dünne Schichten aus Werkstoffen
verschiedener Zusammensetzung mit vorbestimmter Schichtstärke aufgespritzt sowie anschließend
bei Temperaturen zwischen 600 bis 1200
o C zur Bildung einer Schicht bestimmter Zusammensetzung in festem Zustand sowie in
Abhängigkeit von der Zeit diffundiert werden.
[0008] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Beschichtung erfolgt also durch schichtweises
Aufspritzen von zwei oder mehreren Schichten aus Legierungen auf Ni, Co und/oder Fe
Basis mit oder ohne Hartstoffzwischenschichten, die nachträglich mit einer Wärmebehandlung
in festen oder teilweise flüssigem Zustand zu einer Beschichtung mit gewünschter Zusammensetzung
diffundiert werden.
[0009] Die Variation der Zusammensetzung der Beschichtung wird über die Schichtstärke der
einzelnen aufgespritzten Schichten gesteuert. Der Bereich für die Schichtstärke muß
zwischen 0,02 bis 0,5 mm, vorzugsweise 0,05 bis 0,3 mm, liegen.
[0010] Um eine gute Verschleißbeständigkeit zu erreichen, werden für die Hartstoffzwischenschichten
Karbide, Boride und/oder Silicide verwendet. Außerdem können erfindungsgemäß die erwähnten
Hartstoffschichten so aufgebaut werden, daß pro Schicht verschiedene Hartstoffe eingesetzt
werden.
[0011] Für die Grund- und die Deckschicht wird eine Legierung aus Ni, Co und/oder Fe herangezogen;
vorteilhafterweise bestehen die aufgespritzte/n Legierungsschicht/en aus einer Ni
Basis Legierung oder aus einer Co Basis Legierung.
[0012] Im Rahmen der Erfindung liegt es zudem, daß die aufgespritzten Legierungsschichten
in einer Beschichtung aus verschiedenen Legierungen aus Ni, Co und/oder Fe Basis bestehen
sollen.
[0013] Auch ist es vorgesehen, die Zwischenschichten aus Metallen wie Chrom, Molybdän und/oder
Wolfram zu fertigen. Der Diffusionsvorgang kann in einem Vakuumofen oder in einem
Muffelofen mit oder ohne Schutzgas im Temperaturbereich von 600 bis 1200
o C je nach Schichtaufbau und Legierung durchgeführt werden.
[0014] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben ich aus der nachfolgenden
Beschreibung bevorzugter Beispiele.
Beispiel I
[0015] Auf ein Maschinenteil soll eine Schutzbeschichtung gegen Reibverschleiß aufgebracht
werden.
[0016] Auf die durch Strahlen vorbereitete Oberfläche wurden mit einem Flammspritzgerät
fünf Schichten einer Schichtstärke für die Legierungsschichten von 0,1 mm und die
Hartstoffschichten von 0,2 mm in der Reihenfolge Legierungsschicht - Hartstoffschicht
- Legierungsschicht - Hartstoffschicht - Legierungsschicht aufgespritzt. Als Legierungsschicht
wurde für die Grund- und Deckschicht eine NiCrBSI Legierung verwendet. Und für die
Zwischenschicht eine NiCr Legierung. Die zwei Hartstoffschichten bestanden aus Wolframkarbid.
[0017] Der Diffusionsvorgang wurde im Vakuumofen bei einem Unterdruck von 10⁻² Torr im Temperaturbereich
von 900 bis 1100
o C während etwa 30 min durchgeführt.
Beispiel II
[0018] Es wurden die gleichen Vorbereitungen und Beschichtungen wie im Beispiel I gewählt
mit dem Unterschied, daß das Aufspritzen mit einer Plasmaflammspritzpistole erfolgte
und der Diffusionsvorgang in einem Muffelofen mit Schutzgas während 10 min durchgeführt
wurde.
1. Verfahren zum Herstellen von verschleiß- und korrosionsbeständigen Schutzschichten
durch thermisches Spritzen,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei oder mehrere dünne Schichten aus Werkstoffen verschiedener Zusammensetzung
mit vorbestimmter Schichtstärke aufgespritzt sowie anschließend bei Temperaturen
zwischen 600 bis 1200o C zur Bildung einer Schicht bestimmter Zusammensetzung in festem Zustand sowie in
Abhängigkeit von der Zeit diffundiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Diffusionszeit von zumindest
10 min, bevorzugt 30 min.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch Schichtdicken im Bereich
von 0,02 bis 0,5 mm, bevorzugt 0,05 bis 0,3 mm.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
zwei der aufgespritzten Schichten aus einer Legierung und eine Schicht aus einem Hartstoff
bestehen
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartstoffschicht zwischen
den Legierungsschichten angeordnet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß für die
Hartstoffschichten pro Schicht verschiedene Hartstoffe verwendet werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, gekennzeichnet durch eine ausgespritzte
Hartstoffschicht aus Karbiden, Boriden und/oder Siliciden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Grund-
und die Deckschicht aus einer Ni, Co und/oder Fe Legierung bestehen.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die aufgespritzte/n
Legierungsschicht/en aus einer Ni Basis Legierung oder aus einer Co Basis Legierung
besteht/bestehen.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die aufgespritzten
Legierungsschichten in einer Beschichtung aus verschiedenen Legierungen aus Ni, Co
und/oder Fe Basis bestehen.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeichnet durch wenigstens eine
Zwischenschicht aus Metallen wie Chrom, Molybdän und/oder Wolfram.