[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auffüllen des Wertvorgabespeichers einer
Frankiermaschine, deren Funktionsablauf durch eine zentrale elektronische Steuereinheit
gesteuert wird, mit einem codierten Informationsaustausch zwischen einer autorisierenden,
ortsfernen Zentrale und dem Benutzer der Frankiermaschine, wobei mittels der Steuereinheit
der Frankiermaschine eine passende Zuordnung zwischen den ausgetauschten Informationen
überprüft wird sowie eine Frankiermaschine zur Ausführung dieses Verfahrens, mit einer
Rechner und Speicher aufweisenden elektronischen Steuereinheit, die mit einer Anzahl
von Eingabetasten und einem Anzeigefeld verbunden ist, wobei einer der Speicher ein
Wertvorgabespeicher für durch Frankieren zu verbrauchende Wertmengen ist.
[0002] Nach bekannten Verfahren dieser Art, z.B. entsprechend der US-A-4,097,923, werden
die erforderlichen, ein Paar bildenden Informationen nach einer für alle Frankiermaschinen
einheitlich vorgegebenen Regel, d.h. nach einem Algorithmus, sowohl in der Zentrale
als auch in der Frankiermaschine errechnet und nach dem Informationsaustausch mit
der Zentrale hinsichtlich der möglichen Paarbildung in der Frankiermaschine verglichen.
Dabei ergibt sich ein zum Auffüllen des Wertvorgabespeichers gültiges Informationspaar,
wenn der Komparator der Frankiermaschine festgestellt hat, dass beide Einzelinformationen
des Paares nach derselben Regel errechnet worden sind. Diese Regel bildet somit einen
Zugangsschlüssel für den Erwerb neuer, in der Frankierma schine verbrauchbarer Wertmengen.
[0003] Diese bekannten Verfahren haben den Nachteil einer begrenzten Sicherheit gegen nichtautorisierte
Wertvorgabeauffüllung, denn der Schlüssel zu dem für sämtliche Frankiermaschinen gültigen
Sicherheitssystem, d.h. der diesem zugrundeliegende Algorithmus, lässt sich durch
Probieren unter Zuhilfenahme üblicher Computer verhältnismässig einfach ermitteln.
Die teilweise bei bekannten Verfahren verwendeten Zufallszahlengeneratoren beinhalten
ebenfalls eine Rechenregel und liefern deshalb keine echten Zufallszahlen, so dass
sie ebenfalls nur eine begrenzte Sicherheit bewirken.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
zu finden, das ohne vergrösserten apparativen Aufwand eine wesentlich verbesserte
Sicherheit gegen nicht autorisiertes Auffüllen des Wertmengenspeichers gewährleistet.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäss dadurch, dass die Erstellung der
codierten Informationen und deren gegenseitige Zuordnung zur Bereitstellung von Informationspaaren,
in Form von echten Zufallszahlen und regellos vorgenommen wird und die für die betreffende
Frankiermaschine allein gültigen Informationen und Zuordnungen sowohl bei der Zentrale
als auch in einem Speicher der Frankiermaschine aufbewahrt werden, wobei das Auffüllen
des Wertvorgabespeichers der Frankiermaschine erfolgt, nachdem aufgrund eines Programmes
der Steuereinheit festgestellt worden ist, dass die von der Zentrale erhaltene und
zum Auffüllen des Wertvorgabespeichers in die Frankiermaschine als Eingabecode eingegebene
Information in identischer Formulierung gespeichert in der Frankiermaschine bereits
vorhanden und wobei ein Informationspaar aus diesem Eingabecode und einem für eine
weitere Auffüllung der Zentrale mitzuteilenden Retourcode besteht ist.
[0006] Da aufgrund dieses Verfahrens somit sowohl die Einzelinformationen als auch deren
paarweise Zuordnung vollkommen regellos, d.h. nach echter Zufallscharakteristik für
jede Frankiermaschine un abhängig gebildet werden und diese nur bei der Zentrale
lesbar vorliegen, ist folglich eine sehr hohe Sicherheit gegen Missbrauch gegeben.
[0007] Die Sicherheit kann weiterhin erhöht werden, indem die Informationspaare tabellenartig
im Speicher der Frankiermaschine und entsprechend in der Zentrale vorgesehen sind
und nur in der Reihenfolge der tabellenartigen Einordnung für die Auffüllung des
Wertvorgabespeichers abrufbar sind.
[0008] Es können mehrere Zentralen vorhanden sein, die sich z.B. bei der Postdirektion eines
bestimmten Postbezirkes befinden und die jeweils für die in diesem Postbezirk vorhandenen
Frankiermaschinen zuständig sind. Der technische Aufwand kann, z.B. an einzelnen
kleineren Postämtern, kann dadurch verringert werden, dass die Informationspaare,
bzw. deren Tabellen, in der Zentrale nur in Form von schriftlich ausgefüllten, signierbaren
Blättern aufbewahrt werden, anstatt diese elektronisch in einer EDV-Anlage zu speichern.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung anhand der Zeichnungen. Es zeigt:
Fig.1 ein Schaltpult einer Frankiermaschine,
Fig.1A das Hauptanzeigefeld zu dem Schaltpult nach Fig.1 mit dem Ziffernfeld für die
Informationseingabe,
Fig.1B das Hauptanzeigefeld der Fig.1B, mit sieben Ziffern einer achtziffrigen Eingabeeinformation,
Fig.2 einen Teil eines vereinfachten Blockschemas der zentralen elektronischen Steuereinheit
der Frankiermaschine,
Fig.3A den oberen Teil eines Flussdiagrammes des Programmablaufs für die Auffüllung
des Wertvorgabespeichers,
Fig.3B den unteren Teil zu dem Flussdiagramm nach Fig.3A,
Fig.4 ein Blockschema der verketteten Datenfelder (Pointer) eines nichtflüchtigen
RAM-Registers sowie der die Informationspaare enthaltenden Codetabellen eines Festwertspeichers
(ROM) und
Fig.5 ein Abbildung von schriftlichen Codetabellen.
[0010] Das in Fig.1 dargestellte Schaltpult 1 ist beispielsweise am Gehäuse einer Frankiermaschine
vorgesehen, deren Einzelheiten hinsichtlich ihres elektronisch gesteuerten, elektromechanischen
Antriebes sowie der Funktion der Schaltpultelemente in der CH-PS 669 056 (US-Serial
No. 256,070 und US-PS 4,520,725) sowie in den CH-Anmeldungen Nr. 853/89 und 854/89
näher beschrieben sind. Wie dort erwähnt ist, können die Eingabetasten 2-6 des Schaltpultes
1, die sich unterhalb des Anzeigefeldes 7 befinden, je nach der Auswahl eines entsprechenden
Programmes mittels der D-SET-Taste 8, entweder für die Eingabe und elektromechanische
Einstellung von fest vorgegebenen Frankierwerten entsprechend der zugeordneten Beschriftung
9 oder für die inkrementweise Weiterstellung einzelner Dezimalziffern eines Frankierwertes
verwendet werden. Die Einführung eines Null-Schlüssels 10 in die Schlüsselaufnahme
11 des Schaltpultes 1 und die anschliessende Betätigung der D-SET-Taste 8 gibt gemäss
dem Programmschema der Fig.3A,B diesen Eingabetasten 2-6 eine weitere Funktion, indem
sie zu Tasten einer Zehnertastatur für die Eingabe von Codeziffern werden. Die fünf
weiteren Tasten der Zehnertastatur ergeben sich durch die Funktionsänderung der symmetrisch
zu den Eingabetasten 2-6 oberhalb des Anzeigefeldes 7 angeordneten Funktionstasten
13-17. Nach dieser Funktionsumschaltung werden die den jeweiligen Tasten 2-6 und
13-17 zugeordneten Zahlenwerte 0-9 neben den entsprechenden Tasten auf dem Anzeigefeld
7 dargestellt, wie es die Fig.1A und Fig.1B zeigen.
[0011] Die umschaltbare erste Funktion der Funktionstaste "CRED LEFT" 13 dient der Abfrage
des noch zum Frankieren zur Verfügung stehenden Vorgabewertes. Eine oberhalb dieser
beschrifteten Funktionstaste angeordnete rote Leuchtdiode 18 leuchtet auf, wenn ein
zum Frankieren eingebener Wert den verbliebenen Vorgabewert übersteigt. Die Frankiermaschine
ist in diesem Moment zum Frankieren nicht mehr benutzbar, bis der Wertvorgabespeicher
20 (Fig.2) wieder aufgefüllt wird.
[0012] Das Blockschema der zentralen Steuereinheit nach Fig.2 zeigt die bereits erwähnten
peripheren Elemente als Blöcke "KEYBORD" 8,2-6, 13-17, "INDICATOR LAMPS" 18, "DISPLAYS"
7, "KEY" 10. Die Signale der Funktionstasten 8, 2-6, 13-17 sowie des Schlüssels 10
werden durch ENCODER 22 in binäre Wortsignale umgesetzt und einem BUSCONTROLLER und
MULTIPLEXER 24 zugeleitet. Dieser bedient periodisch oder spontan die genannten peripheren
Elemente, trennt Eingänge und Ausgänge und bringt oder liest die Informationen in
sequentieller Form zum oder vom Peripheriebus 25. Er kann als separater Mikroprozessor
ausgebildet sein. Das Anzeigefeld 7 und die Anzeigelampen (18) des Schaltpultes 1
werden jeweils über einen DECODER/DRIVER 23 bedient, um aufgrund einer binären Information
mit der erforderlichen elektrischen Leistung angesteuert zu werden. Das Element "CLOCK"
26 dient der Zeitsteuerung für die Datumsanzeige auf der zweiten Anzeige 27 des Schaltpultes
1. Der zentrale Rechnerbus 28 ist über einen Busport 29 und einen Busisolator 30 an
den BUSCONTROLLER und MULTIPLEXER 24 angeschlossen. Der Busisolator 30 bewirkt eine
Trennung der Signale, so dass keinen Störungen zum Rechnerbus 28 gelangen. Der Busport
29 setzt die Signale vom schnellen Rechnerbus 28 zum langsamen Peripheriebus 25 um.
[0013] An den Rechnerbus 28 sind der zentrale Rechner CPU 32 sowie mehrere Speicher 20,21,33,34
angeschlossen. Der nichtflüchtige Datenspeicher RAM 20, der z.B. als RAM mit Batterie,
als NOVRAM, EEPROM oder EAROM ausgeführt ist, speichert Zwischenresultate und enthält
die durch Frankieren verbrauchbare Wertvorgabe sowie die Kettfelder (POINTERS) (Fig.4)
zur Abfrage der in dem Festwertspeicher ROM 21 enthaltenen Codetabellen (Fig.4).
Dieser Festwertspeicher 21 ist im versiegelten Gehäuse der Frankiermaschine eingeschlossen
oder auch selbst versiegelt befestigt. Er ist durch eine vom Postamt autorisierte
Person auswechselbar, z.B. falls die zur Verfügung gestellten Codetabellen oder eine
von ihnen verbraucht worden sind. Dies kann gleichzeitig mit der durch die entsprechend
lange Betriebszeit der Frankiermaschine ohnehin fällig gewordenen Maschinenrevision
erfolgen. Der Verbrauch wird z.B. auf der Anzeige 7 durch eine geignete schriftliche
Information ("out of order") signalisiert, nachdem der LETZTE POINTER gemäss dem Register
36 des Blockschemas der Fig.4 am Ende einer der abgespeicherten Codetabellen 38 angekommen
ist. Weiterhin ist ein als ROM, PROM oder EPROM ausgeführter Programmspeicher 33 für
die verschiedenen Funktionsprogramme der Frankiermaschine vorgesehen, wie sie u.a.
in den zuvorgenannten CH-Anmeldungen 853/89 und 854/89 näher beschrieben sind. Schliesslich
ist für temporäre Speicherungen ein Datenspeicher RAM 34 vorgesehen. Es versteht sich,
dass verschiedene Speicher gleicher Charakteristik auch als Speicherfelder in einem
einheitlichen Speicherchip vorhanden sein können.
[0014] Um das Auffüllen des Wertvorgabespeichers 20 nur nach vorheriger Einholung einer
Bewilligung des Postamtes zu ermöglichen, z.B. nachdem ein dem gewünschten Vorgabewert
entsprechender Betrag auf das betreffende Konto des Postamtes überwiesen worden ist,
hat zwischen der Frankiermaschine und dem autorisierenden Postamt ein codierter Informationsaustausch
zu erfolgen. Für diesen Informationsaustausch ist dem Postamt eine in dem Festwertspeicher
(ROM) 21 der Frankiermaschine abgespeicherte Retourcodezahl sowie der gewünschte,
nachzufüllende Vorgabebetrag mitzuteilen. Die anschliessend vom Postamt gelieferte,
autorisierende Eingabecode-Zahl bildet die Schlüsselzahl für die Auffüllung des Wertvorgabespeichers
RAM 20 der Frankiermaschine. Dieser Informationsaustausch, z.B. in Form von jeweils
einer achtstelligen Zahl, kann auf beliebige Weise erfolgen, z.B. mündlich oder per
Modem über eine Telefonverbindung oder auch schriftlich.
[0015] Der erforderliche Retourcode wird stets von der Frankiermaschine in Anwort, d.h.
in "retour", zu der Eingabe einer die Auffüllung autorisierenden Eingabecode-Zahl
aus dem sonst nicht zugänglichen Festwertspeicher ROM 21 freigegeben und kann beliebig
oft auf der Anzeige 7 des Schaltpultes 1 aufgerufen werden, wenn der Null-Schlüssel
10 in die Schlüsselaufnahme 11 der Frankierma schine gesteckt wird. Der erste Retourcode
wird somit dem Benutzer der Frankiermaschine für eine spätere Auffüllung durch die
Frankiermaschine aus deren Festwertspeicher ROM 21 zur Verfügung gestellt, nachdem
er die erste Eingabecode-Zahl zur erstmaligen Benutzung der Frankiermaschine in diese
eingegeben hat. Diese erste Eingabecode-Zahl wird z.B. beim Kauf der Frankiermaschine
dem Käufer mitgeliefert oder sie wurde bereits vor dem Verkauf für eine mit dem Kauf
bezahlte erste Auffüllung eingegeben.
[0016] Die für jede Auffüllung erforderlichen Informationen in Form von zwei achtstelligen
Code-Zahlen ergeben sich aus dem dem Postamt mitgeteilten Retourcode, z.B. entsprechend
der auf der Anzeige 7 dargestellten Zahlenkombination "21379432", zusammen mit dem
angegebenen gewünschten Auffüllbetrag von z.B. Fr. 500,- und der neuen Eingabecode-Zahl,
die dem gewünschten Auffüllbetrag entspricht und beim Postamt der für die betreffende
Frankiermaschine massgeblichen Tabelle nach Fig.5 entnommen wird. Entsprechend dieser
Tabelle ist die für Auffüllung um Fr. 500,- erforderliche Eingabecode-Zahl gleich
der Zahlenkombination "134411 76˝. Die neue Retourcode-Zahl, die nach erfolgter Auffüllung
um diesen Betrag für die spätere weitere Auffüllung selbstätig von der Frankiermaschine
angezeigt wird, entspricht gemäss dieser Tabelle nach Fig.5 der Zahlenkombination
"23490039". Diese Retourcode-Zahl dient dem Vergleich mit der von der Frankiermaschine
freigegebenen Retourcode-Zahl, bzw. zur Identifikation, wenn der Benutzer für seine
Frankiermaschine anschliessend einen weiteren Auffüllbetrag wünscht und wird grundsätzlich
nicht vom Postamt mitgeteilt.
[0017] Im folgenden wird der Programmablauf der zentralen elektronischen Steuereinheit
(Fig.2) beim Auffüllen ihres Wertvorgabespeichers anhand des Flussdiagrammes der
Fig.3A,B naher erläutert. Der Programmweg über eine durch einen Kreis 40 dargestellte
Uebergangsstelle erfolgt jeweils, wenn die der jeweiligen Verzweigung zugeordnete
Aussage, z.B. "Schlüssel Nr.= 0", nicht zutrifft.
[0018] Entsprechend dem Flussdiagramm setzt der vollständige Programm durchlauf gemäss
Verzweigung 41 somit zuerst das Vorhandensein des Schlüssels 10 mit der Nummer "0"
voraus, d.h. dies muss über die Schlüsselaufnahme 11 des Schaltpultes 1 der Steuereinheit
nach Fig.2 signalisiert sein. Der "PENALTY"-Timer soll gemäss Verzweigung 42 den Wert
Null haben, denn er tritt gemäss unterstem Teil des Flussdiagrammes erst nach einer
vollständigen Fehleingabe einer Codeeingabe-Zahl in Funktion. Er soll durch Verdoppelung
des Zeitablaufs bei der Falscheingabe verhindern, dass zahlreiche Eingaben probiert
werden können. Gemäss Funktionsfeldern 43,44 wird die letzte Pointerposition Pw in
einer Tabelle Nw aus dem Register "LETZTER POINTER" (Fig.4) entnommen, um den für
die Einholung eines autorisierenden Eingabecodes erforderlichen alten Retourcode
gemäss Funktionsfeld 45 auf die Anzeige 7 zu bringen, wie in Fig.1 dargestellt ist.
[0019] Um den vom Postamt erhaltenen Eingabecode eingeben zu können, wird nach dem erwähnten
Einstecken des Schlüssels Nr.0 gemäss den Funktionsfeldern 46 bis 51 die Code-Eingabefunktion
aktiviert. Dies hat zur Folge, dass gemäss Funktionsfeldern 49 bis 51 auf der Anzeige
7 zehn blinkende Pfeile 52 mit den Wertzahlen 53 der Zehnertastatur 2-6,14-17 und
acht Striche "--------" erscheinen, die die Freiplätze für die einzugebenden Code-Zahlen
kennzeichnen. Der links ausssen in der Strichreihe vorgesehene Strich 54 blinkt ebenfalls,
wie in Fig.1A,B durch Strichlinien angedeutet ist. Dies bedeutet, dass das Programm
bereit ist für die an dieser Stelle beginnende Code-Eingabe.
[0020] Für jede der acht Codetabellen Nw = 0 bis Nw = 7 ist im Pointer-Register (Fig.4)
des nichtflüchtigen RAM-Speichers 20 ein Pointer Pw abgespeichert, der auf die nächste,
noch nicht zum Auffüllen verbrauchte Code-Zeile 55 mit den Pointer-Nummern 0, 1,2,
3,... zeigt. Die Pointerregister werden jeweils mit der Nummer Nw der Code-Tabelle
aufgerufen. Die in jeder der Code-Tabellen Nw enthaltenen Zeilen 55 weisen jeweils
einen Retourcode und einen Primärcode auf. Letzterer ist durch programmgemässes Absuchen
aller abgespeicherter Tabellen Nw zu finden und mit dem Eingabecode zu vergleichen,
bis an der Verzweigung 56 der im Coderegister aufbewahrte Primärcode übereinstimmt
mit diesem Eingabecode und dann gemäss Funktionsfeld 57 der der betreffenden Codetabelle
Nw entsprechende Wert 58 in das Wertvorgaberegister 20 addiert werden kann.
[0021] Die Eingabe der Eingabecode-Zahl beginnt mit der Zahl "1", denn jede Eingabecode-Zahl
hat als erste Stelle eine "1", während jede Retourcode-Zahl mit einer "2" beginnt.
Hierfür ist die neben der in der Anzeige 7 abgebildeten "1" angeordnete Taste 13 des
Schaltpultes 1 zu drücken. Danach wird die dem gewünschten Auffüllbetrag entsprechende
Tabellennummer Nw eingegeben. Entsprechend der Tabelle der Fig.5 ist für den Auffüllbetrag
von Fr. 100,- die Zahl "1" einzugeben. Anschliessend ist die sich gemäss dieser Tabelle
anschliessende Zahlenfolge "445378" einzugeben. Fig. 1B zeigt die Anzeige 7 vor der
Eingabe der letzten Zahl "8" dieses Beispieles. An der noch zu vervollständigenden
Stelle blinkt der Strich "-". Die Verzweigung 61 entspricht der Programmstelle, an
der eine Eingabetaste 2-6,13-17 zu drücken ist. Gemäss Funktionsfeld 62 geht der Tastenwert
in das Code-Eingaberegister ein und beim anschliessenden Funktionsfeld 63 wird entsprechend
die verringerte Anzahl der freien Zahlenplätze "-" in einem Ziffernzähler reduziert.
Die Verzweigung 64 bewirkt, dass sich das Programm entlang der zurücklaufenden Programmschleife
65 und über die Funktionsfeldern 50,51,61-64 auf gleiche Weise fortsetzt, bis kein
freier Zahlenplatz "-" mehr übrig ist und folglich acht Zahlen "11445378" eingegeben
worden sind.
[0022] Nachdem der Eingabecode vollständig eingegeben worden ist, werden die Codetabellen
Nw gemäss Funktionsfeld 73 nach dem dieselbe Zahl aufweisenden Primärcode abgesucht.
Dies beginnt gemäss Funktionsfeld 66 mit der Tabelle Nw = 0. Wurde der Primärcode
in der betreffenden Tabelle Nw nicht gefunden und somit die Bedingung "Coderegister
= Primärcode" der Verzweigung 56 nicht erfüllt, so wird gemäss Funktionsfeld 67 "Inkrement
Nw" die nächste Tabelle Nw geholt, um abgesucht zu werden. Dies setzt sich gemäss
Verzweigung 68 und der zurücklaufenden Programmschleife 69 fort, bis die Tabelle
Nw = 8 abgesucht worden ist, ohne dass die Bedingung der Verzweigung 56 erfüllt worden
ist, bzw. ohne dass der passende Primäcode gefunden worden ist. Es liegt in diesem
Fall eine Fehleingabe vor und das Eingabeprogramm wird durch den wirksam werdenden
PENALTY-Timer gemäss den Funktionsfeldern 70 bis 72 für eine bestimmte Zeit unterbrochen.
Nach der Freigabe erscheint der bisherige Retourcode wieder auf der Anzeige 7 und
die Eingabe kann erneut gestartet werden. Falls die eingegebene achtstellige Zahl
erneut nicht als Primärcode-Zahl in einer Tabelle Nw des Festwertspeichers 21 gefunden
wird, erhöht sich die Unterbrechungs- bzw. Strafzeit jedesmal auf das Doppelte.
[0023] Wurde an der Verzweigung 56 die Identität zwischen eingegebener Code-Zahl "11445378"
und der Primärcode-Zahl festgestellt, so wird der PENALTY-Timer gemäss Funktionsfeldern
74,75 nach eventuell vorangegangener Fehleingabe wieder auf Null gestellt. Weiterhin
wird die Pointernummer (Po) um einen Wert erhöht (Feld 76) und als neuer Pointer im
Register 36 "LETZTER POINTER" zusammen mit der zugehörigen Tabellennummer (Nw = 0)
gespeichert (Feld 77), so dass dieselbe Code-Zahl nicht nochmals zum Auffüllen verwendet
werden kann. Schliesslich wird der Vorgabewert 58 der Tabelle Nw in das Wertvorgaberegister
(20) addiert und der neue, für spätere Auffüllungen zu verwendende Retourcode erscheint
auf der Anzeige 7, solange der Schlüssel mit der Nummer "0" in der Schlüsselaufnahme
11 des Schaltpultes 1 bleibt. Zum Frankieren wird ein anderer Schlüssel verwendet,
von denen entsprechend der Anzahl der Benutzer mehrere vorhanden sein können. Die
Ausführung dieser Schlüssel ist in der US-A- 4,788,623 näher beschrieben.
[0024] Falls an der Verzweigung 61 anstatt einer Eingabetaste 2-6,13-17 die CE-Taste 80
gedrückt wird, verschwindet an dem betreffenden Zahlenplatz die eingegebene Zahl,
indem gemäss Funktionsfeld 81 wieder ein Leerzeichen "-" dort überschrieben wird.
Am Funktionsfeld 82 wird die geänderte Anzahl der noch einzugebenden Zahlen im Ziffernzähler
registriert. Falls jedoch gemäss vorheriger Verzweigung 83 bereits acht Zahlenplätze
"--------" frei sind, so wird das Programm zum Funktionsfeld 50 zurückgeführt.
1. Verfahren zum Auffüllen des Wertvorgabespeichers einer Frankiermaschine, deren
Funktionsablauf durch eine zentrale elektronische Steuereinheit gesteuert wird, mit
einem codierten Informationsaustausch zwischen einer autorisierenden, ortsfernen Zentrale
und dem Benutzer der Frankiermaschine, wobei mittels der Steuereinheit der Frankiermaschine
eine passende Zuordnung zwischen den ausgetauschten Informationen überprüft wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Erstellung der codierten Informationen und deren
gegenseitige Zuordnung zur Bereitstellung von Informationspaaren, in Form von echten
Zufallszahlen und regellos vorgenommen wird und dass die für die betreffende Frankiermaschine
allein gültigen Informationen und Zuordnungen sowohl bei der Zentrale als auch in
einem Speicher der Frankiermaschine aufbewahrt werden, wobei das Auffüllen des Wertvorgabespeichers
der Frankiermaschine um eine vorgegebene Wertmenge erfolgt, nachdem aufgrund eines
Programmes der Steuereinheit festgestellt worden ist, dass die von der Zentrale erhaltene
und zum Auffüllen des Wertvorgabespeichers in die Frankiermaschine als Eingabecode
eingegebene Information in identischer Formulierung gespeichert in der Frankiermaschine
bereits vorhanden ist und wobei ein Informationspaar aus diesem Eingabecode und einem
für eine weitere Auffüllung der Zentrale mitzuteilenden Retourcode besteht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationen und deren
gegenseitige Zuordnung in aus dem Eingabecode und dem Retourcode bestehenden Paaren
in tabellenförmiger Anordnung bei der Zentrale aufbewahrt sind, wobei für jede vorgegebene,
auffüllbare Wertmenge eine eigene Tabelle vorhanden ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Auffüllung nur der
Eingabecode des Informationspaares verwendbar ist, das in der Tabelle dem für die
vorangegangene Auffüllung verwendeten Informationspaar folgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die dem
Benutzer der Frankiermaschine von der Zentrale zu liefernde codierte Information von
einer schriftlich vorliegenden, die Informationspaare aufweisenden Tabelle abgelesen
wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationen
aus einer Zahlenfolge bestehen, wobei die an einer vorgegebenen Dezimalstelle vorgesehene
Zahl kennzeichnend ist für eine von mehreren möglichen, für die Auffüllung vorgegebenen
Wertmengen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die an
einer vorgegebenen Dezimalstelle vorgesehene Zahl einer Zahlenfolge den jeweiligen
Informationsteil des Informationspaares kennzeichnet.
7. Frankiermaschine zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1, mit einer Rechner
(32) und Speicher (20,21,33,34) aufweisenden elektronischen Steuereinheit (Fig.2),
die mit einer Anzahl von Eingabetasten (2-6,13-17,8) und einem Anzeigefeld (7) verbunden
ist, wobei einer der Speicher ein Wertvorgabespeicher (RAM, 20) für durch Frankieren
zu verbrauchende Wertmengen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuereinheit
(Fig. 2) der Frankiermaschine einen Festwertspeicher (ROM, 21) aufweist, in dem mehrere
fest vorgegebene, aus einem Eingabecode und einem Retourcode bestehende Informationspaare
gespeichert sind.
8. Frankiermaschine nach Anspruch 7. dadurch gekennzeichnet, dass die Informationspaare
in tabellenartig vorgegebener Reihenfolge in dem Festwertspeicher (ROM, 21) vorhanden
sind und nur in dieser Reihenfolge zum Auffüllen des Wertvorgabespeichers (RAM, 20)
abrufbar sind.
9. Frankiermaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Informationspaare
in mehreren Tabellen (38) gespeichert sind, wobei für verschiedene vorgegebene, aufzufüllende
Wertmengen (58) jeweils eine (38) Tabelle vorhanden ist.
10. Frankiermaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass
entlang des Anzeigefeldes (7) mindestens zehn Tasten (2-6, 13-17) angeordnet sind,
die eine mehrfache Funktion für die Befehlseingabe an die zentrale elektronische Steuereinheit
(Fig.2) aufweisen, wobei mindestens ein Befehlseingabemittel (10,8) vorhanden ist,
zur Einleitung eines Programmes der Steuereinheit (Fig.2) für die Auffüllung des
Wertvorgabespeichers (20) und dabei zur Aenderung der Funktion der Tasten (2-6, 13-17)
, so dass diese eine Zehnertastatur bilden, für die Eingabe einer codierte Information
in Form einer mehrstelligen Code-Zahl, wobei der Tastenwert (0-9) neben der jeweiligen
Taste auf dem Anzeigefeld (7) dargestellt ist.