TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die Erfindung betrifft ein Stoffauflaufsystem für eine Papiermaschine, mit einem
Stoffauflaufkasten und einem Querstromverteiler, wobei zwischen dem Stofflauflaufkasten
und dem Querstromverteiler ein Röhrensystem angeordnet ist und der Querstromverteiler
an zumindest einem Ende an eine Stoffleitung angeschlossen ist.
STAND DER TECHNIK
[0002] Bekannte Papiermaschinen haben den Nachteil, daß das mit ihnen hergestellte Papier
kein hundertprozentig zufriedenstellendes Quer- und Längsprofil aufweist, was bedeutet,
da das Papier hinsichtlich Masse, Feuchte, Formation (=Formationswinkel der Fasern
bzw. gleichmäßige Faserverteilung), Dicke, Oberflächenstruktur, Ascheverteilung,
Zweiseitigkeit usw. sowohl in Quer- als auch in Längsrichtung ungleichmäßig ist. Dies
kommt insbesondere dann zum Tragen, wenn die Produktionsgeschwindigkeit der Papiermaschine
geändert wird.
[0003] In weiterer Folge dieser Unregelmäßigkeiten führt dies zu Problemen bei der Weiterverarbeitung
des Papiers, wie Faltenlauf, Welligkeit der Papierbahn, Kantenflattern, ungleichmäßige
Beschichtung in On-Machine-Coatern und Line-Pressen bzw. -Kaschierern, sogar zu Bahnabrissen.
Ähnliche Probleme treten auch beim Konsumenten auf, nämlich Aufwölben des Papiers
beim elektrostatischen Kopieren, Schräglauf bei Stapeln von gefaltetem Computerpapier
(Leporello-Papier), wobei der Stapel nicht genau vertikal ausgerichtet ist und zu
Einzugsstörungen bei Druckern führt; z.B. hängen Wandkalender nicht plan an der Wand,
sondern wölben sich und fächern sich auf. Weiters treten Unterschiede in der Bedruckbarkeit
auf, was zu mangelhafter Farbbrillanz und Kontrastreinheit gedruckter Bilder od.dgl.
führt. Die meisten bekannten Stoffauflaufsysteme besitzen einen Stoffauflaufkasten
und einen Querstromverteiler, wobei zwischen dem Stofflauflaufkasten und dem Querstromverteiler
ein Röhrensystem angeordnet ist und der Querstromverteiler entweder an einem Ende
an eine Stoffzuleitung und am anderen Ende an einen Rücklauf angeschlossen ist oder
an beiden Enden mit einer Stoffzuleitung verbunden ist, die unter Bildung einer Ringleitung
an einen Zulauf angeschlossen sind, der wiederum an eine Stoffpumpe angeschlossen
ist.
[0004] Dieser Aufbau führt nun zu ungleicher Stoffverteilung im Querstromverteiler, in der
Folge zu ungleicher Anströmung der einzelnen Röhren im Röhrensystem und somit zu ungleicher
Stoffverteilung im Stoffauflaufkasten. Außerdem treten Pulsationen im Stoff auf,
die überwiegend von der Stoffpumpe verursacht werden und selbst zu Wirbelbildungen
und Konsistenzschwankungen (=Fasern je Volumseinheit) im Stoff führen. Dies hat zur
Folge, daß der Stoff mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aus dem Stoffauflaufkasten
austritt, insbesondere dann, wenn der Querstromverteiler einen Zulauf und einen Rücklauf
aufweist.
[0005] Da je nach Maschinengeschwindigkeit die die Röhren des Röhrensystems durchströmenden
Stoffmengen variieren, die Durchtrittsquerschnitte dieser Röhren aber konstant sind,
hat man versucht, die vorhin genannten Probleme dadurch in den Griff zu bekommen,
daß man einzelne Röhren im Durchmesser vermindert oder auch verschlossen hat. Diese
Maßnahme, die mit Hilfe verschiedener Röhreneinsätze durchgeführt wird, zeitigt jedoch
keinen befriedigenden Erfolg, weil auf diese Weise keine Änderungen der Anströmverhältnisse,
der Geschwindigkeiten, Druckdifferenzen, Turbulenzen usw. an den einzelnen Röhren
erzielbar sind.
[0006] Weiters läßt sich diese Maßnahme nur bei Stillstand der Maschine durchführen. Da
im Röhrensystem auch nur eine beschränkte Anzahl meist schräg versetzter Röhrenreihen
Platz hat, ist eine Verbesserung der Papierqualität auf diesem komplizierten Wege
praktisch nicht möglich.
[0007] Ein weiterer Nachteil ist, daß die im anströmenden Stoff enthaltene Luft bei der
ersten sich bietenden Möglichkeit expandiert und rückwirkend ungleiche Geschwindigkeits/Druck-Verhältnisse
im Stoffauflaufsystem bewirkt.
[0008] Ferner leiden bekannte Papiermaschinen unter einer nachteiligen Folgeerscheinung
der ungleichmäßigen Stoffverteilung im Stoffauflaufkasten: Ist in der Mitte des Stoffauflaufkastens
zuwenig Stoff vorhanden, so muß der Papiermacher die Stofflippe in der Mitte aufmachen,
d.h. einen bezüglich des Siebes konkaven Verlauf der Stofflippe einstellen, damit
dort mehr Stoff austreten kann als an den Rändern. Dies hat jedoch zur Folge, daß
wegen des in der Mitte vorhandenen geringeren Widerstandes eine Stoffströmung von
den Rändern zur Mitte auftritt, wodurch eine Faserschrägstellung und eine nachteilige
Faserorientierung über die Bahnbreite bedingt ist. Außerdem führt diese schlechte
Faserorientierung zu Variationen in der Quer/Längs-Reißfestigkeit der Papierbahn,
ungleichmäßiger Dehnung, ungleichmäßigem Schrumpf, ungleichmäßiger Dicke und ungleichmäßiger
Streckung der Papierbahn in den in der Herstellungs- oder Verarbeitungsstrecke der
Papierbahn folgenden Walzenspalten, wie denen von Naßpressen, Leimpressen, Kalandern,
Coatern usw.
[0009] Ist anderseits die Stoffverteilung im Stoffauflaufkasten derart, daß in dessen Mitte
zuviel Stoff austritt, so muß die Stofflippe in der Mitte abgesenkt werden, d.h. ein
bezüglich des Siebes konvexer Verlauf der Stofflippe eingestellt werden. Dabei tritt
der gleiche Nachteil hinsichtlich der Faserorientierung auf, wobei eine nach außen
zu den Rändern gerichtete Stoffströmung auftritt.
[0010] Schließlich kann auch der Fall eintreten, daß die Stofflippe zum Sieb schräg eingestellt
werden muß, d.h. an einem Rand einen größeren Abstand zum Sieb hat als am anderen
Rand; auch in diesem Fall ergibt sich eine schräg zur Sieblaufrichtung gerichtete
Stoffströmung mit den vorhin genannten Nachteilen.
[0011] Es ist auch schon vorgekommen, daß die oftmalige Einstellung der Stofflippe zu bleibenden
Verformungen derselben geführt hat.
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die aufgezählten Probleme zu überwinden
und die genannten Nachteile zu beseitigen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0013] Die gestellte Aufgabe wird mit einem Stoffauflaufsystem der eingangs angebenen Art
dadurch gelöst, daß erfindungsgemäß der Querstromverteiler an beiden Enden über den
Stoffauflaufkasten hinausreichende, stetig anschließende Verlängerungen aufweist und
daß in den Verlängerungen zusätzliche Röhren vorgesehen sind, die außerhalb des Stoffauflaufkastens,
vorzugsweise in eine gemeinsame Stoffrückleitung, ausmünden.
[0014] Auf diese Weise wird beiderseits des Stoffauflaufkastens je eine Expansionsstrecke
für die im Stoff mitgeführte Luft geschaffen, wodurch die durch die expandierende
Luft verursachten Störungen, insbesondere Wirbelbildungen im Stoff in Zonen verlegt
werden, in denen sie keine Rolle spielen. Weiters wird eine Verringerung der Randwelle,
d.h. der diagonal zum Papierbahnrand verlaufenden, vom Stoffauflaufkasten ausgehenden
Druckwelle, erzielt, wodurch ebenfalls ein positiver Effekt bezüglich der Papierqualität
erreicht wird. Der aus den in den Verlängerungen angeordneten Röhren austretende Stoff
kann rückgeführt oder ins Siebschiff geleitet werden. Die zusätzlichen Röhren können
direkt im Röhrenblock oder auch in eigenen Anbauten vorgesehen sein. Außerdem wird
die Stoffverteilung im Stoffauflaufkasten vergleichmäßigt, sodaß der Stoff über die
gesamte Breite der Stofflippe in gleichmäßiger Durchtrittsmenge austritt und keine
ansonsten durch ungleichmäßige Stoffverteilung bedingte Lippeneinstellung erforderlich
ist und die damit verknüpften Nachteile beseitigt sind. Die Stofflippe dient nur mehr
dem Zweck einer Feinjustierung der austretenden Stoffmenge.
[0015] Verbessert wird dieser Effekt, wenn in Weiterbildung der Erfindung die zusätzlichen
Röhren im wesentlichen in einer Flucht mit dem Röhrensystem angeordnet sind.
[0016] Eine weitere Verbesserung ergibt sich, wenn der Querstromverteiler an beiden Enden
an je eine Stoffleitung angeschlossen ist, die unter Bildung einer Ringleitung an
eine gemeinsame Zuleitung angeschlossen sind, und daß die Stoffleitungen über eine
Ausgleichsleitung miteinander verbunden sind. Dies führt zu einer beidseitigen und
somit symmetrischen Anströmung des Querverteilers. Infolge der Zweiteilung des Zulaufes
kann der Querstromverteiler kleiner dimensioniert sein.
[0017] Die erfindungsgemäß erzielten Effekte lassen sich dadurch steigern, daß in vorteilhafter
weiterer Ausgestaltung zwischen dem Querstromverteiler und der Ausgleichsleitung mehrere,
vorzugsweise in gleichen Abständen angeordnete Leitungen vorgesehen sind, von denen
jede mit einem einzeln einstellbaren Regelventil versehen ist. Die Regelventile können
in einfachster Weise manuell eingestellt werden; bevorzugt wird jedoch, daß die Regelventile
an ein Prozeßleitsystem angeschlossen sind.
[0018] Dabei können die Leitungen in zwei übereinander liegenden Reihen angeordnet sein,
wobei die Leitungen der einen Reihe zur Drucksteuerung und die Leitungen der anderen
Reihe zur Entnahme dienen.
[0019] Zur weiteren Vergleichmäßigung der Stoffströmung im Querstromverteiler und damit
im Stoffauflaufkasten ist von Vorteil, wenn an jede Stoffleitung eine Rückleitung
angeschlossen ist, in jeder Rückleitung ein Regelventil vorgesehen ist und die Regelventile
von einem Differenzdrucktransmitter gesteuert sind, der mit an den Enden des Stoffauflaufkastens
angeordneten Drucksensoren verbunden ist. Somit werden an beiden Seiten des Stoffauflaufkastens
vollkommen gleichartige Verhältnisse geschaffen.
[0020] Weitere Verbesserungen der Verhältnisse lassen sich erzielen, wenn die Verlängerungen
mit dem übrigen Querstromverteiler fluchten und eine Länge aufweisen, die zumindest
das Fünffache der Querschnittsabmessungen betragen. Versuche in der Praxis haben
ergeben, daß eine Länge der Verlängerungen, die dem Fünf- bis Siebenfachen des Rohrdurchmessers
(bei kreisrunden Zuleitungen) entspricht, zur Beseitigung der unerwünschten Verhältnisse
im zugeführten Stoff ausreichen; bei größeren Längen würde die bauliche Breite des
Stoffauflaufsystems über Gebühr groß.
[0021] Zur Vereinfachung der Konstruktion können die Verlängerungen als eigene Bauteile
und in ihrer Länge einstellbar ausgebildet sein. Diese Längeneinstellbarkeit ermöglicht
auch eine Verringerung bis zur Auslöschung der im Stoff auftretenden, von Stoffpumpen,
Ventilen und der mitgeführten Luft hervorgerufenen Pulsationen (die sich mit Schallgeschwindigkeit
fortpflanzen) durch Interferenz.
[0022] Alternativ oder zusätzlich kann jede Stoffleitung einen der zugeordneten Verlängerung
benachbart angeordneten längeneinstellbaren Abschnitt aufweist, mit dem der vorstehend
angeführte Effekt bewirkt bzw. unterstützt wird.
[0023] Zur Beseitigung der von der vorstehend erwähnten Randwelle hervorgerufenen Unregelmäßigkeiten
der Papierbahnränder kann erfindungsgemäß weiters an beiden Enden des Stoffauflaufkastens
je eine Anzahl in Laufrichtung des Papiermaschinensiebes gerichtete, nebeneinander
angeordnete Röhren vorgesehen sein, denen jeweils ein zum Papiermaschinensieb gerichtete
Schneideinrichtung zugeordnet ist. Diese Leitungen dienen dazu, die von der Randwelle
verursachten Unregelmäßigkeiten auf eine schmale Randzone zu beschränken, während
die Schneideinrichtungen dazu dienen, diese Randzonen von der übrigen Papierbahn abzutrennen;
die abgetrennten Randzonen können gegebenenfalls wiederverwertet werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0024] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles näher
erläutert, das in den Zeichnungen schematisch dargestellt ist; es zeigen Fig.1 eine
Draufsicht auf das erfindungsgemäße Stofauflaufsystem, Fig.2 eine Draufsicht auf die
Schneideinrichtung und Fig.3 ein Blockschaltbild des Differenzdrucktransmitters.
BEVORZUGTE AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0025] Gemäß Fig.1 weist das erfindungsgemäße Stoffauflaufsystem für eine Papiermaschine
einen Stoffauflaufkasten 1 und einen Querstromverteiler 2 auf, wobei zwischen dem
Stoffauflaufkasten 1 und dem Querstromverteiler 2 ein Röhrensystem 3 angeordnet ist.
Der Querstromverteiler 2 ist an seinen Enden 2a, 2b an je eine Stoffleitung 4a bzw.
4b angeschlossen. Die Stoffleitungen 4a, 4b sind unter Bildung einer Ringleitung miteinander
verbunden und an eine gemeinsame Zuleitung 5 angeschlossen, die mit einer (nicht gezeigten)
Stoffpumpe verbunden ist.
[0026] Die beiden Stoffleitungen 4a, 4b sind über eine im wesentlichen parallel zum Querstromverteiler
2 angeordnete Ausgleichsleitung 6 miteinander verbunden, wobei zwischen dem Querstromverteiler
2 und der Ausgleichsleitung 6 mehrere Leitungen 7 mit jeweils einem einstellbaren
Regelventil 8 vorgesehen sind. Diese Leitungen 7 sind vorzugsweise in gleichen Abständen
entlang des Querstromverteilers 2 bzw. der Ausgleichsleitung 6 angeordnet. Die Regelventile
8 können im einfachsten Fall manuell eingestellt werden (z.B. Klemmen auf Gummischläuchen),
sind aber vorzugsweise elektrisch steuerbar und an ein elektronisches Prozeßleitsystem
angeschlossen, das in das Prozeßleitsystem der Papiermaschine integriert ist (nicht
gezeigt).
[0027] An jede Stoffleitung 4a, 4b ist eine Rückleitung 9a bzw. 9b angeschlossen, in der
sich ein Regelventil 10a bzw. 10b befindet, das von einem Differenzdrucktransmitter
11 gesteuert ist, der seinerseits Eingangssignale von daran angeschlossenen Drucksensoren
12a, 12b erhält, die an den Enden des Stoffauflaufkastens 1 angebracht sind.
[0028] Mit Hilfe der Drucksensoren 12a, 12b werden die Druckverhältnisse an den Enden des
Stoffauflaufkastens 1 erfaßt, und mit Hilfe des Differenzdrucktransmitters 11 werden
die in den Rückleitungen 9a, 9b eingesetzten Regelventile 10, 10b derart gesteuert,
daß im Querstromverteiler 2 und damit im Röhrensystem 3 dem zugeführten Stoff im wesentlichen
gleichförmige Druck- und somit Anströmverhältnisse aufgeprägt werden.
[0029] Diese Druck- und Anströmverhältnisse lassen sich mit Hilfe der zwischen dem Querstromverteiler
2 und der Ausgleichsleitung 6 vorgesehenen Leitungen 7 durch einzelne Einstellung
der Regelventile 8 in bisher nicht erzielbarer Weise über die gesamte Länge des Querstromverteilers
2 vollkommen gleichmäßig gestalten.
[0030] Der Querstromverteiler 2 weist an beiden Enden 2a, 2b über den Stoffauflaufkasten
1 hinausreichende, stetig anschließende Verlängerungen 13a, 13b auf, in denen zusätzliche,
nebeneinenander angeordnete Röhren 3a, 3b vorgesehen sind, die auß erhalb des Stoffauflaufkastens
1 ausmünden. Zweckmäßig münden diese Röhren 3a,3b in eine (nicht gezeigte) Sammelleitung,
die mit den Rückleitungen 9a, 9b verbunden ist.
[0031] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, die Länge der Verlängerungen 13a, 13b gleich
dem Fünf- bis Siebenfachen der Querschnittsabmessung des Querstromverteilers 2 zu
machen, d.h. bei rohrförmigem Querstromverteiler 2 dem Fünf- bis Siebenfachen des
Durchmessers. Auf diese Weise wird eine Beruhigungsstrecke zwischen dem Krümmer zwischen
Querstromverteiler 2 und der jeweiligen Stoffleitung 4a, 4b geschaffen, in der Turbulenzen
beruhigt und jedenfalls von den Enden des Röhrensystems 3 und daher vom Stoffauflaufkastens
1 ferngehalten werden. An der Eintrittsseite des Röhrensystems 3 herrschen im Querstromverteiler
2 vollkommen homogene Druck- und Strömungsverhältnisse, sodaß keine nachteiligen Wirkungen
im Stoffauflaufkasten 1 entstehen können und folglich eine vollkommen gleichmäßige
Konsistenz des aus dem Stoffauflaufkasten 1 austretenden Stoffes und letztlich der
fertigen Papierbahn erzielt wird.
[0032] Um völlig sicherzugehen, daß auch die Ränder der Papierbahn dieselbe Homogenität
aufweisen wie die übrige Papierbahn, sind auch an den Enden des Stoffauflaufkastens
1 jeweils mehrere in Laufrichtung des Siebes gerichtete Röhren 15a, 15b nebeneinander
vorgesehen, wie dies in Fig. 2 deutlicher gezeigt ist. Außerdem ist vor jeder am meisten
innenliegenden Röhre eine Schneideinrichtung 16a, 16b, z.B. in Form eines lotrecht
stehenden Lineales, angeordnet, die zum Abtrennen der Randstreifen der Stoffbahn dienen.
Ferner ist jede Schneideinrichtung 16a, 16b mit einer Ableitung 17a, 17b versehen,
durch welche die abgetrennten Randstreifen abgeleitet werden.
[0033] Fig. 3 zeigt ein Blockschaltbild des Differenzdrucktransmitters 11, der zur Steuerung
der in den Rückleitungen 9a, 9b angeordneten Regelventile 10a, 10b in Abhängigkeit
vom an den beiden Enden des Stoffauflaufkastens 1 herrschenden Druckes, der von den
Drucksensoren 12a, 12b erfaßt wird.
[0034] Die Effekte der erfindungsgemäßen Maßnahmen, nämlich Schaffung einer Beruhigungs-
bzw. Luftexpansionsstrecke vor dem Röhrensystem 3, einer Ausgleichsleitung 6 zwischen
den Stoffleitungen 4a, 4b, mit gegebenenfalls prozessorgesteuerten Regelventilen 8
versehene Leitungen 7 zwischen dieser Ausgleichsleitung 6 und dem Querstromverteiler
2, differenzdruckgesteuerte Regelventile 10a, 10b in den Rückleitungen 9a, 9b und
seitliche Röhren 15a, 15b am Stoffauflaufkasten 1 liegen darin, da die Probleme bekannter
Papiermaschinen überwunden und deren Nachteile beseitigt werden und daß im Querstromverteiler
2 im Bereich des Röhrensystems 3 sowie im Stoffauflaufkasten 1 sowie dessen Stofflippe
durch abschnittweise Druckregelung im Querstromverteiler 2 mit Hilfe der in die Leitungen
7 eingeschalteten, einzeln steuerbaren Regelventile 8 vollkommen gleichmäßige Druck-
und Strömungsverhältnisse erzielt werden, Turbulenzen von diesem Bereich ferngehalten
sind, kein Einfluß expandierender Luft möglich ist, sodaß die hergestellte Papierbahn
frei von den eingangs genannten Fehlern ist.
[0035] Zur Anpassung an die verschiedensten Gegebenheiten ist zweckmäßig, wenn die Länge
der Beruhigungsstrecke und/oder die der Stoffleitungen 4a, 4b in der Länge einstellbar
sind, was durch teleskopartig ineinander geschobene Rohre verwirklicht werden kann.
Auf diese Weise lassen sich Wellenbildungen im zugeführten Stoff, die etwa von Pulsationen
der Stoffpumpe stammen, durch Interferenz praktisch völlig beseitigen.
1. Stoffauflaufsystem für eine Papiermaschine, mit einem Stoffauflaufkasten (1) und
einem Querstromverteiler (2), wobei zwischen dem Stoffauflaufkasten (1) und dem Querstromverteiler
(2) ein Röhrensystem (3) angeordnet ist und der Querstromverteiler (2) an zumindest
einem Ende an eine Stoffleitung (4) angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, daß
der Querstromverteiler (2) an beiden Enden über den Stoffauflaufkasten (1) hinausreichende,
stetig anschließende Verlängerungen (13a,13b) aufweist und daß in den Verlängerungen
(13a,13b) zusätzliche Röhren (3a,3b) vorgesehen sind, die außerhalb des Stoffauflaufkastens
(1), vorzugsweise in eine gemeinsame Stoffrückleitung (9,9b), ausmünden.
2. Stoffauflaufsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzlichen
Röhren (3a,3b) im wesentlichen in einer Flucht mit dem Röhrensystem (3) angeordnet
sind.
3. Stoffauflaufsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Querstromverteiler
(2) an beiden Enden an je eine Stoffleitung (4a,4b) angeschlossen ist, die unter Bildung
einer Ringleitung an eine gemeinsame Zuleitung (5) angeschlossen sind, und daß die
Stoffleitungen (4a,4b) über eine Ausgleichsleitung (6) miteinander verbunden sind.
4. Stoffauflaufsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Querstromverteiler
(2) und der Ausgleichsleitung (6) mehrere, vorzugs weise in gleichen Abständen angeordnete
Leitungen (7) vorgesehen sind, von denen jede mit einem einzeln einstellbaren Regelventil
(8) versehen ist.
5. Stoffauflaufsystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelventile
(8) an ein Prozeßleit-system angeschlossen sind.
6. Stoffauflaufsystem nach Anspruch 4 der 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungen
(7) in zwei übereinander liegenden Reihen angeordnet sind, wobei die Leitungen der
einen Reihe zur Drucksteuerung und die Leitungen der anderen Reihe zur Entnahme dienen.
7. Stoffauflaufsystem nach den Ansprüchen 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß an
jede Stoffleitung (4a,4b) eine Rückleitung )9a,9b) angeschlossen ist, daß in jeder
Rückleitung (9a,9b) ein Regelventil (10a,10b) vorgesehen ist und daß die Regelventile
(10a,10b) von einem Differenzdrucktransmitter (11) gesteuert sind, der mit an den
Enden des Stoffauflaufkastens (1) angeordneten Drucksensoren (12a,12b) verbunden
ist.
8. Stoffauflaufsystem nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verlängerungen (13a,13b) mit dem übrigen Querstromverteiler (2) fluchten und eine
Länge aufweisen, die zumindest das Fünffache der Querschnittsabmessungen betragen.
9. Stoffauflaufsystem nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verlängerungen (13a,13b) als eigene Bauteile und in ihrer Länge einstellbar ausgebildet
sind.
10. Stoffauflaufsystem nach den Ansprüchen 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß jede
Stoffleitung (4a,4b) einen der zugeordneten Verlängerung (13a,13b) benachbart angeordneten
längeneinstellbaren Abschnitt aufweist.
11. Stoffauflaufsystem nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß an
beiden Enden des Stoffauflaufkastens (1) je eine Anzahl in Laufrichtung des Papiermaschinensiebes
(14) gerichtete, nebeneinander angeordnete Röhren (15a,15b) vorgesehen ist, denen
jeweils ein zum Papiermaschinensieb (14) gerichtete Schneideinrichtung (16a,16b) zugeordnet
ist.