[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Schreibflüssigkeitsbehälter mit einer Seitenwand,
mit einer eine gegebenenfalls vor Ingebrauchnahme verschlossene bzw. eine gegebenenfalls
verschließbare Flüssigkeitsaustrittsöffnung aufweisenden vorderen Stirnwand sowie
mit einer der Stirnwand gegenüberliegenden Zwischenwand, die zumindest in einem Teilbereich
aus einer Membran besteht, die für Luft durchlässig, für Schreibflüssigkeit jedoch
undurchlässig ist und hinter der ein als Druckausgleichskammer dienender Raum ausgebildet
ist.
[0002] Ein bekannter Schreibflüssigkeitsbehälter dieser Art (EP-OS 0 243 922) weist einen
sich von der Zwischenwand nach hinten erstreckenden zylinderischen Hohlkörper auf,
der auch an seinem hinteren Ende mit einer luftdurchlässigen, jedoch flüssigkeitsundurchlässigen
Membran verschlossen ist und der unter Freilassung eines geringen Luftvolumens mit
Wasser gefüllt ist, so daß Wasser und Luft zwischen den beiden Membranen eingeschlossen
sind. Wird dieser Schreibflüssigkeitsbehälter, der die Form einer Tintenpatrone hat,
im montierten Zustand mit seinem vorde ren Ende nach unten gehalten, also beispielsweise
das ihn aufnehmende Schreibgerät zum Schreiben benutzt, so bewirkt ein durch eine
möglicherweise auftretende Temperaturerhöhung entstehender Überdruck im die Schreibflüssigkeit
enthaltenden Raum eine Kompression der Luft zwischen Schreibflüssigkeitsspiegel und
Zwischenwand. Infolge dieses Druckes wird Luft aus dem Schreibflüssigkeitsvorratsraum
durch die zumindest teilweise aus einer luftdurchlässigen Membran bestehende Zwischenwand
hindurchgedrückt und perlt durch das Wasser im Druckausgleichsraum nach oben in den
Bereich oberhalb des Wasserspiegels. Der dort entstehende Überdruck wird durch Luftdurchtritt
durch die das hintere Ende des das Wasser enthaltenden Raums verschließende Membran
abgebaut. Entsprechend tritt bei mit dem vorderen Ende nach oben gehaltenem Schreibflüssigkeitsbehälter
und absinkendem Druck im Schreibflüssigkeitsvorratsraum Luft aus der Druckausgleichskammer
durch die Zwischenwand in den Schreibflüssigkeitsvorratsraum ein, und wenn im Druckausgleichsraum
ein Unterdruck entsteht, wird dieser durch Eintritt von Luft durch die das hintere
Ende des Druckausgleichsraums verschließende Membran ausgeglichen.
[0003] Ein Problem beim bekannten Schreibflüssigkeitsbehälter, das zu seiner Funktionsunfähigkeit
führt, besteht darin, daß beispielsweise ein beim Schreiben infolge Verbrauchs von
Schreibflüssigkeit im Schreibflüssigkeitsvorratsraum entstehender Unterdruck nicht
abgebaut werden kann, weil in der Schreibstellung, also in der Lage, in der das vordere
Ende des Schreibflüssigkeitsbehälters nach unten weist, die zumindest teilweise aus
einer Membran bestehende Zwischenwand an ihrer hinteren Seite von dem im Druckausgleichsraum
vorhandenen Wasser abgedeckt wird. Ein an der Vorderseite der Membran entstehender
Unterdruck führt daher nicht zu einem Eintritt von Luft aus der Druckausgleichskammer
in den Schreibflüssigkeitsvorratsbereich, und aus diesem Grund wird nach verhältnismäßig
kurzem Gebrauch des zugehörigen Schreibgerätes keine Schreibflüssigkeit aus dem Schreibflüssigkeitsbehälter
mehr abgegeben, sondern infolge des aufgebauten Unterdrucks in diesem zurückgehalten.
[0004] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Schreibflüssigkeitsbehälter der interessierenden
Art dahingehend zu verbessern, daß in allen Ausrichtstellungen des Schreibflüssigkeitsbehälters
ein Druckausgleich im Schreibflüssigkeitsvorratsbereich möglich ist.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Schreibflüssigkeitsbehälter der eingangs erwähnten
Art erfindungsgemäß derart ausgestaltet, daß zumindest ein Teil der Stirnwand von
einer für Luft durchlässigen, für Flüssigkeit jedoch undurchlässigen Membran gebildet
ist.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Schreibflüssigkeitsbehälter erfolgt somit ein Druckausgleich
nicht nur über die den Schreibflüssigkeitsvorratsbereich hinten abschließende Zwischenwand,
die zumindest teilweise aus einer Membran der interessierenden Art besteht, sondern
darüber hinaus auch über die zumindest teilweise durch eine entsprechende Membran
gebildete Stirnwand. Dadurch kann beispielsweise in dem vorstehend beschriebenen Fall
des Verbrauchs von Schreibflüssigkeit im Betrieb und des dadurch im Schreibflüssigkeitsvorratsbereich
entstehenden Unterdrucks ein Druckausgleich dadurch entstehen, daß Luft durch die
an der Stirnwand vorgesehene Membran in den Schreibflüssigkeitsvorratsbereich eintritt,
durch die Schreibflüssigkeit hindurchperlt und einen Druckausgleich im Bereich oberhalb
des Schreibflüssigkeitsstandes bewirkt.
[0007] Um bei einer derartigen Ausbildung der Stirnwand eine ausreichende Festigkeit zu
geben, kann der äußere Ringbereich der Stirnwand Durchtrittsöffnungen aufweisen,
die von Membranmaterial abgedeckt sind, so daß zwischen diesen Durchtrittsöffnungen
stabiles Wandmaterial vorhanden ist.
[0008] Die mit dem erfindungsgemäßen Schreibflüssigkeitsbehälter erreichbare, vorstehend
beschriebene Verbesserung des Druckausgleichs kann noch zusätzlich dadurch verbessert
werden, daß der Druckausgleichsraum über Lippenventile mit der Umgebungsluft in Verbindung
steht, wobei eines der Lippenventile in Richtung aus dem Druckausgleichsraum und eines
der Lippenventile in Richtung in den Druckausgleichsraum durchlässig ist.
[0009] Für den Fall des bereits erwähnten Verbrauchs von Schreibflüssigkeit erfolgt dann
ein Druckausgleich in der Schreibstellung des Schreibgerätes nicht nur über die Membranbereiche
der Stirnwand, sondern zusätzlich auch über die Zwischenwand, wobei Umgebungsluft
durch das in Richtung in den Druckausgleichsraum durchlässige Lippenventil eintritt.
[0010] Es sei jedoch erwähnt, daß ein Druckausgleich durch die Zwischenwand nicht in allen
Fällen ausreicht, daß also in der Stirnwand aus Membran bestehende Bereiche vorhanden
sein müssen, da über die Zwischenwand dann kein Druckausgleich erfolgen kann, wenn
bei mit seinem vorderen Ende nach oben gehaltenen Schreibflüssigkeitsbehälter ein
Überdruck im Schreibflüssigkeitsvorratsbereich entsteht.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden anhand der im Schnitt ein Ausführungsbeispiel zeigenden
Figur näher erläutert.
[0012] Das im Teilschnitt dargestellte Schreibgerät hat ein Vorderteil 20, in dessen vorderes
Ende in üblicher Weise ein Schreibröhrchen 21 eingesetzt ist, in das sich ein nicht
dargestellter, am vorderen Ende des hin- und herbewegbaren Fallgewichtskörpers 22
befestigter Reinigungsdraht erstreckt. Die den Fallgewichtskörper 22 aufnehmende
Innenbohrung des Vorderteils 20 ist mit einer klemmend oder durch Klebung gehaltenen
Fallgewichtssicherung 23 verschlossen, die eine koaxiale Durchgangsbohrung aufweist.
Auf das Vorderteil 20 ist von hinten ein Schaftelement 24 aufgesteckt, auf das von
hinten ein Halterschaftelement 25 aufgeschraubt ist. Das hintere Ende des Schaftelementes
24 und der vordere Bereich des Halterschaftelementes 25 bilden den Aufnahmeraum für
einen erfindungsgemäßen Schreibflüssigkeitsbehälter.
[0013] Der Schreibflüssigkeitsbehälter hat eine zylinderische Außenwand 1, an die eine hintere
Querwand 4 anschließt, die eine Belüftungsbohrung 13 aufweist. Am vorderen Ende der
zylindrischen Umfangswand 1 ist eine quer angeordnete Stirnwand 2 vorhanden, die einen
zylindrischen Vorsprung 3 aufweist, durch den sich konzentrisch eine Mittelbohrung
erstreckt, mit der ein entsprechend geformter zylindrischer Vorsprung der Fallgewichtssicherung
23 in klemmendem Eingriff steht, so daß die Mittelbohrung der Fallgewichtssicherung
23 in Verbindung mit dem Innenraum des Schreibflüssigkeitsbehälters steht. In diesem
Zusammenhang sei erwähnt, daß die sich durch den zylindrischen Ansatz 3 erstreckende
Mittelbohrung vor dem Einsetzen des Schreibflüssigkeitsbehälters in das Schreibgerät
mittels einer Folie oder einem klemmend gehalterten Dichtungselement verschlossen
sein kann und durch das Aufstecken auf den zylindrischen Ansatz der Fallgewichtssicherung
23 geöffnet wird.
[0014] In der Stirnwand sind zwischen äußerem Rand und zylindrischem Ansatz 3 Durchgangsöffnungen
5 vorhanden, die an ihrer Innenseite mit einer für Luft durchlässigen, jedoch für
Flüssigkeit undurchlässigen Membran 6 abgedeckt sind. Eine derartige Membran ist in
der EP-OS 0 243 922 beschrieben und auch in der deutschen Patentanmeldung P 36 14
369.3 erläutert.
[0015] Der von der zylindrischen Umfangswand 1 umgebene Innenraum ist durch eine beispielsweise
klemmend oder klebend gehaltene Zwischenwand 7 unterteilt, die ebenfalls durch eine
für Luft durchlässige, für Flüssigkeit undurchlässige Membran gebildet oder durch
diese abgedichtet wird. Zwischen dieser Zwischenwand 7 und der Stirnwand 2 ist der
Vorratsraum für Schreibflüssigkeit 8 gebildet, wobei, wie dargestellt, in diesem
Vorratsraum auch Luft 9 enthalten ist.
[0016] Zwischen der hinteren Querwand 4 und der Zwischenwand 7 ist ein über die Belüftungsbohrung
13 mit der Umgebungsluft verbundener Raum vorhanden, der durch eine Anordnung von
Lippenventilen 11 und 12 unterteilt ist. Das Lippenventil 12 in Richtung von der
Zwischenwand 7 zur hinteren Querwand 4 durchlässig, während das Lippenventil 11 in
umgekehrter Richtung durchlässig ist. Dadurch kann bei einem Überdruck im Druckausgleichsraum
10 zwischen der Lippenventilanordnung und der Zwischenwand 7 Luft durch das Lippenventil
12 entweichen und bei einem Unterdruck in diesem Druckausgleichsraum 10 Luft durch
das Lippenventil 11 eintreten, also auf einfache Weise der Umgebungsdruck hergestellt
bzw. aufrechterhalten werden.
[0017] Betrachtet man die Lage des im Schreibgerät montierten Schreibflüssigkeitsbehälters
in der Schreibgeräteposition gemäß Darstellung, so erkennt man, daß beim Entstehen
eines Überdrucks im Schreibflüssigkeitsvorratsraum, d.h. bei Erwärmung der Luft im
Bereich 9, aus diesem Raum Luft durch die Zwischenwand 7 hindurchtreten kann, und
der dadurch im Druckausgleichstraum 10 zwischen Zwischenwand 7 und Lippenventilanordnung
entstehende Überdruck wird durch Luftaustritt durch das Lippenventil 12 ausgeglichen.
[0018] Entsteht in der dargestellten Lage des Schreibgerätes infolge Verbrauch von Schreibflüssigkeit
8 im Schreibflüssigkeitsvorratsraum ein Unterdruck, so wird dieser durch Lufteintritt
durch das Lippenventil 11 und durch die Zwischenwand 7 in den Schreibflüssigkeitsvorratsraum
ausgeglichen. Ferner kann in diesem Fall Luft durch die Durchgangsöffnungen 5 und
die Membran 6 in den Schreibflüssigkeitsvorratsraum eintreten und durch die Schreibflüssigkeit
8 hindurch nach oben perlen.
[0019] Wird der Schreibflüssigkeitsbehälter durch Umdrehen des Schreibgerätes in eine Stellung
mit Schreibröhrchen 21 nach oben gerichtet verlagert, so kann ein beispielsweise durch
Temperaturerhöhung im Schreibflüssigkeitsvorratsraum auftretender Überdruck dadurch
abgebaut werden, daß Luft durch die Membran 6 und die Durchtrittsöffnungen 5 hindurch
in die Umgebungsluft austritt.
[0020] Entsteht in dieser Lage ein Unterdruck im Schreibflüssigkeitsvorratsraum, so tritt
Luft durch die Durchtrittsöffnungen 5 und die Membran 6 in den Schreibflüssigkeitsvorratsraum
ein. Ferner gelangt Luft durch das Lippenventil 11 und die Zwischenwand 7 in den
Schreibflüssigkeitsvorratsraum und perlt durch die Schreibflüssigkeit 8 nach oben,
also in den der Membran 6 benachbarten, in der betrachteten Stellung Luft enthaltenden
Bereich.
1. Schreibflüssigkeitsbehälter mit einer Seitenwand (1), mit einer eine gegebenenfalls
vor Ingebrauchnahme verschlossene bzw. eine gegebenenfalls verschließbare Flüssigkeitsaustrittsöffnung
aufweisende vordere Stirnwand (2) sowie mit einer der Stirnwand (2) gegenüberliegenden
Zwischenwand (7), die zumindest in einem Teilbereich aus einer Membran besteht, die
für Luft durchlässig, für Schreibflüssigkeit jedoch unzulässig ist und hinter der
ein als Druckausgleichskammer dienender Raum (10) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest ein Teil der Stirnwand (2) von einer für Luft durchlässigen, für Flüssigkeit
undurchlässigen Membran (6) gebildet ist.
2. Schreibflüssigkeitsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der äußere
Ringbereich der Stirnwand (2) Durchtrittsöffnungen (5) aufweist, die von Membranmaterial
(6) abgedeckt sind.
3. Schreibflüssigkeitsbehälter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der Druckausgleichsraum (10) über eine Lippenventilanordnung (11, 12) mit der Umgebungsluft
in Verbindung steht, wobei eines der Lippenventile (12) in Richtung aus dem Druckausgleichsraum
(10) und eines der Lippenventile (11) in Richtung in den Druckausgleichsraum (10)
durchlässig ist.