(19)
(11) EP 0 391 095 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.10.1990  Patentblatt  1990/41

(21) Anmeldenummer: 90104714.2

(22) Anmeldetag:  13.03.1990
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B63B 35/52
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH FR GB IT LI NL

(30) Priorität: 01.04.1989 DE 3910621

(71) Anmelder: Messerschmitt-Bölkow-Blohm Gesellschaft mit beschränkter Haftung
D-81663 München (DE)

(72) Erfinder:
  • Heinzmann, Werner
    D-2800 Bremen 41 (DE)

(74) Vertreter: Eisenführ, Speiser & Partner 
Martinistrasse 24
28195 Bremen
28195 Bremen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Bergen von unbemannten wiederverwendbaren Flugkörpern


    (57) Zur Schaffung einer relativ großen Landefläche zum Bergen von Drohnen, ist vorgesehen, daß an einem Fahr­zeug ein flexibles Flächenelement (5) zur Ausbildung einer trampolinartigen Aufnahmeflächen aufspannbar angeordnet ist. Hierzu wird das Flächenelement aus einer zusam­mengezogenen, gefalteten und oder geklappten magazi­nierten Stauphase über ausfahrbare Halte- und Führungs­elemente in eine aufgespannte Position gebracht.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Bergen von unbemannten wiederverwendbaren Flugkörpern (Drohnen) in der Rückführungsphase, wobei die Lande­phase durch automatische oder ferngesteuerte Steueran­ordnungen und zusätzlicher Hilfsmittel, wie Fall­schirmbergesysteme, erfolgt.

    [0002] Bei der Rückkehr ferngesteuerte, beispielsweise zu Aufklärungszwecken eingesetzter Flugköper, ist es be­kannt, daß die Landung durch einen im Flugkörper mit­geführten Fallschirm realisiert wird. Hierbei sind Me­thoden und Steuerungen bekannt geworden, um unter Be­rücksichtigung der vorliegenden Verhältnisse eine re­lativ gute Landepunktvorhersage zu machen. Es hat. sich aber gezeigt, daß es insbesondere beim Einsatz in Ge­wässern relativ schwierig ist, eine Bergung aus dem Wasser vorzunehmen, da es hierzu erforderlich ist, mit dem Schiff entsprechende Wendekreise zu fahren, die einen großen Zeitaufwand erfordern.

    [0003] Die Aufgabe der Erfindung ist es, eine einfache Bergung von gattungsgemäßen Flugkörpern zu schaffen, die ins­besondere einen Einsatz auf Schiffen ermöglicht und auch die Aufnahme bei ungünstigen Umweltbedingungen, wie Wellengang, gewährleistet.

    [0004] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß da­durch, daß an einem Fahrzeug ein flexibles Flächenele­ment aus einer zusammengezogenen, gefalteten und/oder geklappten magazinierten Stauphase über betätigbare Halte- und Führungselemente zur Bildung einer trampo­linartiger Aufnahmefläche aufspannbar angeordnet ist.

    [0005] Hierdurch ist es möglich, eine relativ große Aufnahme­fläche zu bilden, die während des normalen Einsatzes des Fahrzeuges keine Beeinträchtigung darstellt. Durch die trampolinartige Aufnahmefläche ist auch eine Erhö­hung der Auftreffgeschwindigkeiten durchführbar und somit auch eine gezielte Ansteuerung des Landepunktes besser realisierbar.

    [0006] Ein besonderer Vorteil ergibt sich beim Einsatz auf Schiffen, da hierbei eine genaue Ausrichtung durch Wellengang nicht gewährleistet ist.

    [0007] Eine günstige Ausgestaltung wird dadurch geschaffen, daß das flexible Flächenelement aus einem Netzwerk ge­bildet ist.

    [0008] Um eine einfache Handhabung zu ermöglichen wird vorge­schlagen, daß die Halte- und Führungselemente durch ausfahrbare Teleskopanordnungen gebildet sind.

    [0009] Eine den Platzbedarf auf dem Fahrzeug nicht beein­trächtigende Anordnung wird dadurch geschaffen, daß für die Anordnung auf Schiffen die Halte- und Führungsele­mente in den über das Heck hinausgehenden Bereich aus­fahrbar sind.

    [0010] Um eine große Aufnahmefläche zu schaffen, wird vorge­schlagen, daß die Halte- und Führungselemente in Seiten- und Längsrichtung zur Ausbildung der Aufnahme­fläche ausfahrbar und ausklappbar angeordnet sind.

    [0011] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Er­findung schematisch dargestellt. Es zeigen:

    Fig. 1 eine Seitenansicht eines Marinefahrzeuges mit einer ausgefahrenen Aufnahmefläche,

    Fig. 2 eine Teildraufsicht gemäß Fig. 1,

    Fig. 3 eine Seitenansicht auf eine gestaute Aufnahmefläche,

    Fig. 4 eine Draufsicht gemäß Fig. 3.



    [0012] Bei der dargestellten Ausbildung sind im Heckbereich eines Marinefahrzeuges 1 Halte- und Führungselemente in Form einer nach hinten ausfahrbaren teleskopierenden Einrichtung 2 angeordnet, die zusätzlich über Streben 3 in den Außenbereich klappbar sind. Diese Elemente 2, 3 dienen als eine Halterung für ein flexibles Flächen­element 4 in Form eines Netzes und bilden eine trampo­linartige Aufnahmefläche 5 .
    Somit ist es möglich, aus einer magazinierten Stauphase des Flächenelementes 4 gemäß Fig. 3 und 4 mit geringem Platzbedarf auf dem Marinefahrzeug 1 eine entsprechende große Aufnahmefläche 5 zu bilden und diese wieder in die ursprüngliche Lage zurückzubringen.

    [0013] Die Aufnahmefläche 5 ermöglicht es, einen relativ großen Landeplatz für eine Drohne 6 zu schaffen, um diese durch nicht näher dargestellte automatische oder ferngesteuerte Steueranordnungen und zusätzliche Hilfsmittel, wie einen Fallschirm, in der Bergungsphase aufzunehmen. Es ist somit keine punktgenaue Landung erforderlich und auch die Umweltbedingungen, wie Wel­lengang und Wind, können damit beherrscht werden.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Bergen von unbemannten wiederver­wendbaren Flugkörpern (Drohnen) in der Rückfüh­rungsphase, wobei die Landephase durch automatische oder ferngesteuerte Steueranordnungen und zusätz­licher Hilfsmittel, wie Fallschirmbergesysteme, erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß an einem Fahrzeug (1) ein flexibles Flächenelement (4) aus einer zusammengezogenen, gefalteten und/oder ge­klappten magazinierten Stauphase über betätigbare Halte- und Führungselemente (2,3) zur Bildung einer trampolinartiger Aufnahmefläche (5) aufspannbar angeordnet ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich­net, daß das flexible Flächenelement (4) aus einem Netzwerk gebildet ist.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­kennzeichnet, daß die Halte- und Führungs­elemente (2,3) durch ausfahrbare Teleskopanord­nungen gebildet sind.
     
    4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da­durch gekennzeichnet, daß für die Anordnung auf Schiffen die Halte- und Führungselemente (2,3) in den über das Heck hinausgehenden Bereich ausfahrbar angeordnet sind.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da­durch gekennzeichnet, daß die Halte- und Führungs­elemente (2,3) in Seiten- und Längsrichtung zur Ausbildung der Aufnahmefläche ausfahrbar und aus­klappbar angeordnet sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht