[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung von Alkalidichromaten
und Chromsäure.
[0002] Es ist bereits bekannt, Chromsäure auf elektrolytischem Weg ausgehend von einer Alkalidichromatlösung
herzustellen. Gemäß GB 2 051 868-A und GB 2 051 869-A erfolgt die Herstellung der
Chromsäure in einer 3-Kammerzelle. Dabei wird die in die mittlere Zelle eingebrachte
Alkalidichromatlösung über eine Diaphragmamembran vom Anodenraum und über eine Kationenaustauschermembran
vom Kathodenraum abgetrennt, wobei eine chromsäurehaltige Anolytlösung und NaOH als
Katholyt entstehen.
[0003] Gemäß US-A-3 305 463 und CA-A-739 447 erfolgt die elektrolytische Herstellung von
Alkalidichromaten und Chromsäure in Elektrolysezellen, deren Elektrodenräume durch
Kationenaustauschermembranen getrennt sind. Bei der Erzeugung von Natriumdichromat
werden Natriummonochromatlösungen oder -suspensionen in den Anodenraum der Zelle eingeleitet
und in eine Natriumdichromatlösung umgewandelt, indem Natriumionen selektiv durch
die Membran in den Kathodenraum überführt werden. Zur Herstellung von Chromsäure werden
Natriumdichromat oder Natriummonochromat oder eine Mischung von Natriumdichromat und
-monochromat in den Anodenraum eingeleitet und in eine Chromsäure-haltige Lösung überführt.
Im Kathodenraum wird bei beiden Prozessen eine wäßrige Lösung von Natriumhydroxid
erhalten.
[0004] Als Kationenaustauschermembranen werden bei den genannten Verfahren vorzugsweise
chemisch, thermisch und mechanisch ausreichend stabile Membranen auf Basis von perfluorierten
Polymeren mit Austauschergruppen eingesetzt. Diese Membranen können sowohl einen einschichtigen
als auch zweischichtigen Aufbau aufweisen, wobei die zweischichtigen Membranen in
der Regel die Diffusion von Hydroxydionen durch die Membran effektiver unterdrücken,
was zu einer höheren Stromausbeute der Elektrolyse führt. Diese verbesserte Stromausbeute
ist jedoch zumeist mit einer höheren Zellspannung verbunden als sie bei Einsatz von
einschichtigen Membranen erreicht wird.
[0005] Solche Kationenaustauschermembranen sind beispielsweise in "H Simmrock, E. Griesenbeck,
J. Jörissen und R. Rodermund, Chemie-Ing. Techn. 53 (1981), Nr 1, S. 10 bis 25" beschrieben
und sind beispielsweise unter dem Namen Nafion® (Hersteller: E.I. DuPont De Nemours
& Co., Wilmington, Del./USA) im Handel erhältlich.
[0006] Einschichtige Membranen haben neben der erzielbaren niedrigeren Zellspannung den
Vorteil, daß sie im Vergleich zu zweischichtigen Membranen weniger empfindlich gegenüber
mehrwertigen Kationen, insbesondere Calcium und Strontiumionen in den Alkalichromat-
und/oder Alkalidichromatlösungen sind, die zu Einlagerungen - und in Folge davon -
zu einer Verschlechterung der Funktionsfähigkeit der Membran führen.
[0007] Die Aufgabe der Erfindung bestand darin, ein Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung
von Alkalidichromaten und Chromsäure bereitzustellen, das die beschriebenen Nachteile
nicht aufweist.
[0008] Es wurde nun gefunden, daß die gleichzeitige Herstellung von Alkalidichromaten und
Chromsäure durch Elektrolyse besonders vorteilhaft durchgeführt werden kann, wenn
als Kationaustauschermembranen einschichtige Membranen mit Sulfonsäuregruppen eingesetzt
werden und im Kathodenraum der Elektrolysezellen eine wäßrige Alkaliionen enthaltende
Lösung gemäß Anspruch 1 mit einem pH-Wert von 4 bis 14 erzeugt wird.
[0009] Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung von
Alkalidichromat und Chromsäure gemäß Anspruch 1.
[0010] Die wäßrige Lösung die im Kathodenraum erzeugt wird besteht aus einer Alkalimonochromat-
haltigen Lösung, die auch Alkalidichromatanteile enthalten kann, bevorzugt aus einer
Natriummonochromat-haltigen Lösung die auch Natriumdichromatanteile enthalten kann.
Solche Lösungen werden erhalten, indem dem Kathodenraum der Zellen eine Alkalidichromat
Lösung oder Alkalimonochromat-enthaltende Alkalidichromatlösung zugeführt wird. Es
ist vorteilhaft, dem Kathodenraum eine Alkalichromat-haltige Lösung zuzuführen, in
der die Chromationen zu 70 bis 95 % als Dichromationen und zu 5 bis 30 % als Monochromationen
vorliegen. Solche Lösungen werden beispielsweise bei der Herstellung von Natriumdichromatlösung
aus Natriummonochromatlösung durch Ansäuerung mit Kohlendioxid unter Druck erhalten.
[0011] In einer besonders bevorzugten Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird im
Kathodenraum eine wäßrige Natriummonochromat-haltige Lösung, die auch Natriumdichromat
enthalten kann mit einem pH-Wert von 6 bis 7,5 erzeugt.
[0012] Bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden Stromausbeuten erhalten,
die mit denen beim Einsatz von zweischichtigen Membranen vergleichbar sind und unter
den bisher vorgeschlagenen Arbeitsbedingungen nicht erreichbar sind. Die Zellspannungen
liegen jedoch deutlich niedriger als bei der Elektrolyse in Zellen, deren Elektrodenräume
mit einer zweischichtigen Membran getrennt sind. Einlagerung von Verbindungen mehrwertiger
Kationen in der Membran werden vermieden, wodurch die Lebensdauer der Membran erheblich
verlängert wird, was einen kontinuierlichen und dauerhaften Betrieb der Elektrolyse
gewährleistet.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren wird anhand Fig. 1 näher erläutert. Die in Fig. 1
beschriebene Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens stellt eine besonders vorteilhafte
Ausführungsform dar.
[0014] Chromerz wird durch alkalisch oxidativen Aufschluß mit Soda und Luftsauerstoff bei
1000 bis 1100°C in Gegenwart eines Magerungsmittels in einem Drehrohrofen aufgeschlossen
(1). Der dabei entstehende Ofenklinker wird anschließend mit Wasser oder verdünnter
Chromatlösung gelaugt und mit Natriumdichromat-haltiger Lösung auf einen pH-Wert zwischen
7 und 9,5 eingestellt (2). Dabei werden lösliche Alkaliverbindungen des Eisens, Aluminiums
und Siliciums in unlösliche und gut filtrierbare Hydroxide bzw. Oxyhydrate umgewandelt,
die gemeinsam mit den unlöslichen Bestandteilen des Ofenklinkers abgetrennt werden
(3). Die entstandene Natriummonochromatlösung mit einem Gehalt von 300 bis 500 g/l
an Na₂CrO₄ kann dann, wie in der EP-A-47 799 beschrieben, durch Zugabe von Calciumoxid
bei pH-Werten von 10 bis 13 von gelöstem Vanadat befreit (4) werden.
[0015] Die Natriummonochromatlösung wird anschließend durch ein- oder mehrstufige Verdampfung
auf Gehalte von 750 bis 1000 g/l an Na₂CrO₄ eingeengt (5). Die Natriummonochromatlösung
kann gegebenenfalls vor der Eindampfung (5) durch Zusatz bzw. in situ-Erzeugung von
Natriumcarbonat durch Fällung als Carbonate von der Hauptmenge an Erdalkaliionen und
anderen mehrwertigen Kationen befreit werden. Die Fällung wird dabei vorzugsweise
bei Temperaturen von 50 bis 100°C, bei pH-Werten zwischen 8 und 12 und mit einem ca.
2 bis 10-fachen molaren Carbonatüberschuß, bezogen auf die Menge an Erdalkaliionen,
durchgeführt.
[0016] In der nunmehr konzentrierten Lösung wird durch einstufige oder mehrstufige Zufuhr
von Kohlendioxid bis zu einem Enddruck von 4 bis 15 bar bei einer Endtemperatur nicht
über 50°C ein pH-Wert unter 6,5 eingestellt und auf diese Weise unter Ausfällung von
Natriumhydrogencarbonat eine 70 bis 95 %ige Umwandlung des Natriummonochromats in
Natriumdichromat erreicht (6).
[0017] Aus der entstehenden Suspension wird unter weiterbestehendem Kohlendioxid-Druck das
Natriumhydrogencarbonat abgetrennt oder aber nach dem Entspannen das Natriumhydrogencarbonat
vor seiner Rückreaktion mit dem Natriumdichromat rasch abgetrennt.
[0018] Das abgetrennte Natriumhydrogencarbonat wird, gegebenenfalls nach Zusatz von Natronlauge,
durch thermische Behandlung in Soda überführt, welches beim Chromerzaufschluß (1)
eingesetzt wird.
[0019] Die resultierende, vom Natriumhydrogencarbonat abgetrennte Natriummonochromat-/Natriumdichromat-Lösung
wird nach Entnahme eines Teilstroms für die pH-Einstellung des gelaugten Ofenklinkers
nunmehr in zwei Stoffströme geteilt. Der Stoffstrom I wird der elektrolytischen Herstellung
von Chromsäure und der Stoffstrom II wird der Herstellung von Natriumdichromatlösungen
und -kristallen zugeführt.
[0020] Zur elektrolytischen Herstellung von Chromsäure wird der Stoffstrom I in zwei Teilströme
aufgeteilt und den Anoden- und Kathodenräumen von Zweikammer-Elektrolysezellen mit
einschichtigen Membranen als Trennwände zugeleitet (7). Geeignete einschichtige Membranen
sind beispielsweise Nafion® 117, Nafion® 417, Nafion® 423 und Nafion® 430, deren aktive
Austauschergruppen Sulfonsäure sind.
[0021] Die einschichtigen Membranen können auch Beläge aufweisen, die die Gasblasenhaftung
vermindern bzw. die Benetzung der Membran mit Elektrolyten fördern. Solche Membranen
sind beispielsweise in "F.Y. Masuda, J. Appl. Electrochem.
16 (1986), S. 317 ff" beschrieben. Membranen mit verminderter Gasblasenhaftung sind
auch durch eine physikalische Behandlung, wie beispielsweise mechanische Aufrauhung
oder Corana-Behandlung, erhältlich. Entsprechende Verfahren sind in der US-A-4 610
762 und der EP-A-72 485 beschrieben.
[0022] Die Elektrolyse wird vorzugsweise mehrstufig ausgeführt: Ein Teilstrom des Stoffstroms
I wird in die Anodenkammer der ersten Stufe eingeführt und nach einer teilweisen Umwandlung
der Monochromationen in Dichromationen und gegebenenfalls Chromsäure bzw. nach einer
teilweisen Umwandlung der Dichromationen in Chromsäure sodann weiteren Stufen zugeführt,
die eine teilweise weitere Umwandlung in Chromsäure bewirken, bis in der letzten Stufe
ein Umwandlungsgrad des Dichromats in Chromsäure von 55 bis 70 % entsprechend einem
molaren Verhältnis von Natriumionen zu Chromsäure von 0,45:0,55 bis 0,30:0,70 erreicht
ist. Die Zahl der Stufen kann beliebig groß gewählt werden, wobei eine 6 bis 15-stufige
Elektrolyse bevorzugt ist.
[0023] Allen Kathodenräumen der Elektrolysezellen wird der andere Teilstrom des Stoffstroms
I gegebenenfalls nach Zumischung eines Teilstromes der Natriumchromat-Lösung vor Eindampfung
auf 750 bis 1000 g/l mit einer solchen Geschwindigkeit zugeleitet, so daß sich in
der die Zellen verlassenden Lösung ein pH-Wert von 6 bis 7,5 einstellt. Diese Natriumdichromat-
und Natriummonochromat-haltige Lösung wird gegebenenfalls nach Aufkonzentrieren der
Kohlendioxid-Ansäuerung (6) zugeführt, wobei die in den Kathodenabteilen gebildeten
Monochromationen wieder in Dichromationen umgewandelt werden. Es ist auch möglich,
die Lösung der Kathodenräume an eine andere Stelle im Prozeß, wie beispielsweise in
die pH-Einstellung (2) oder vor die Laugenreinigung (4) zurückzuführen.
[0024] Die bei der Elektrolyse gebildete Chromsäure und einen Rest Natriumdichromat enthaltende
Lösung wird durch Eindampfen auf einen Wassergehalt von ca. 12 bis 22 Gew.-% Wasser
bei Temperaturen zwischen 55 und 110°C gebracht, wobei der überwiegende Teil der Chromsäure
auskristallisiert (8). Die entstandene Suspension wird anschließend durch Zentrifugieren
bei 50 bis 110°C in einen im wesentlichen aus kristalliner Chromsäure bestehenden
Feststoff und in eine flüssige Phase, im folgenden Mutterlauge genannt, aufgetrennt
(9).
[0025] Die erhaltene Mutterlauge wird, gegebenenfalls nach Verdünnung mit Wasser, in ein
Anodenabteil der Elektrolyse an eine geeignete Stelle, d.h. in eine Stufe möglichst
ähnlichen Dichromat-Umwandlungsgrades, zurückgeführt. Um eine starke Anreicherung
von Verunreinigungen im System zu vermeiden, wird ein Teil der Mutterlauge ausgeschleust
und bei der Restansäuerung des Stoffstroms II verwendet oder, falls ein Stoffstrom
II nicht entnommen worden ist, in den Natriumdichromat-Prozeß an eine Stelle vor der
Natriumchromatlösung-Reinigung, z.B. in die pH-Einstellung (2) zurückgeführt. Die
kristalline Chromsäure wird durch einmaliges oder mehrmaliges Waschen mit 10 bis 50
Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Feststoffs, gesättigter oder nahezu gesättigter
Chromsäurelösung und durch jeweils an jeden Waschvorgang anschließendes Zentrifugieren
von anhaftender Mutterlauge befreit. Die gewaschenen reinen Chromsäurekristalle können
nun direkt oder nach einer Trocknung ihrer Verwendung zugeführt werden.
[0026] Zur Herstellung von Natriumdichromatlösungen und -kristallen wird die Lösung des
Stoffstroms II der Restansäuerung (10) zugeführt. Diese Restansäuerung wird, wie oben
erwähnt, mit Mutterlauge aus der Chromsäurefiltration (9) durchgeführt. Sie kann aber
auch teilweise oder gänzlich durch Elektrolyse und/oder durch Versetzen mit Schwefelsäure
erfolgen.
[0027] Die nach der Restansäuerung (10) erhaltene Lösung wird anschließend zur Erzeugung
von Natriumdichromatlösung auf ca. 60 bis 70 Gew.-% Na₂Cr₂O₇ · 2 H₂O eingeengt. Zur
Herstellung von Natriumdichromatkristallen wird die Lösung auf ca. 1650 g/l Na₂Cr₂O₇
· 2 H₂O eingeengt (11) und anschließend auf 30 bis 40°C abgekühlt (12), wobei Natriumdichromat
in Form von Na₂Cr₂O₇ · 2 H₂O-Kristallen ausfällt. Die Kristalle werden anschließend
in Schleudern von der Mutterlauge getrennt und bei Temperaturen von ca. 70 bis 85°C
getrocknet.
[0028] Das erfindungsgemäße Verfahren soll anhand der folgenden Beispiele erläutert werden.
Beispiele
[0029] Die in den Beispielen verwendeten Elektrolysezellen bestanden aus Anodenräumen aus
Rein-Titan und Kathodenräumen aus Edelstahl. Als Membranen wurden Kationenaustauschermembranen
der Firma DuPont der Bezeichnung Nafion® 324 und Nafion® 430 eingesetzt, wobei Nafion®
324 eine zweischichtige Membran und Nafion® 430 eine einschichtige Membran ist.
[0030] Die Kathoden bestanden aus Edelstahl und die Anoden aus Titan mit den in den einzelnen
Beispielen erwähnten elektrokatalytisch aktiven Beschichtungen. Der Abstand der Elektroden
zur Membran betrug in allen Fällen 1,5 mm. In die Anodenräume wurden Natriumdichromatlösungen
mit 800 g/l Na₂Cr₂O₇ · 2 H₂O eingeleitet. Die Geschwindigkeit des Einleitens wurde
so gewählt, daß sich in den die Zellen verlassenden Anolyten ein molares Verhältnis
von Natriumionen zu Chrom (VI) von 0,6 einstellte.
[0031] In den Kathodenräumen der Zellen wurde entweder Natronlauge oder eine Natriumchromat-haltige
Lösung erzeugt.
[0032] Die Elektrolysetemperatur betrug in allen Fällen 80°C und die Stromdichte betrug
3 kA/m² projizierte vordere Fläche der Anoden und Kathoden, wobei diese Fläche 11,4
cm·6,7 cm betrug.
Beispiel 1
[0033] In diesem Beispiel wurde die einschichtige Membran Nafion® 430 zur Trennung von Anoden-
und Kathodenraum verwendet. Die Anode war eine Titananode mit einer Iridiumoxid-haltigen
elektrokatalytisch aktiven Schicht, wie sie beispielsweise in der US-A 3 878 083 beschrieben
ist.
[0034] Dem Kathodenraum wurde Wasser mit einer solchen Geschwindigkeit zugeführt, so daß
10 %ige Natronlauge die Zelle verließ.
[0035] Während einer Elektrolysezeit von 61 Tagen stellte sich eine mittlere Zellspannung
von 4,2 Volt ein. Die durchschnittliche Stromausbeute lag in diesem Zeitraum bei 38
%.
[0036] Nach Beendigung des Versuchs wurde dem Kathodenraum anstelle von Wasser eine Natriumdichromatlösung
mit 800 g/l Na₂Cr₂O₇· 2 H₂O zugeführt. Die Geschwindigkeit des Einleitens wurde dabei
so eingestellt, daß der die Zelle verlassende Katholyt ein pH-Wert von 6,5 bis 7,0
aufwies. Dabei stellte sich während der Versuchsdauer von 9 Tagen eine unveränderte
mittlere Zellspannung von 4,2 Volt ein. Die Stromausbeute stieg auf durchschnittlich
63 % an.
[0037] Durch Erzeugung eines chromathaltigen Katholyten anstelle von Natronlauge wrde demnach
bei gleichbleibender Zellspannung die Stromausbeute erheblich gesteigert.
Beispiele 2, 3, 4, 5:
[0038] In diesen Beispielen wurden Titananoden mit einer schmelzgalvanisch erzeugten Platinschicht
verwendet, wie sie in "G. Dick, Galvanotechnik 79 (1988), Nr 12, S. 4066 - 4071" beschrieben
sind.
[0039] Bei den Beispielen 2 und 3 wurde die zweischichtige Membran Nafion® 324 und bei den
Beispielen 4 und 5 die einschichtige Membran Nafion® 430 eingeetzt.
[0040] Als Katholyten wurden erzeugt:
- Beispiel 2:
- 20 %ige Natronlauge durch Zufuhr von Wasser zum Kathodenraum
- Beispiel 3 und 4:
- Chromathaltige Lösungen mit einem mittleren pH-Wert von 6,5 durch Zufuhr von Natriumdichromatlösung
mit 800 g/l Na₂Cr₂O₇·2 H₂O.
- Beispiel 5:
- Chromathaltige Lösung mit einem mittleren pH-Wert von 13,4 durch Zufuhr von Natriumdichromatlösung
mit 600 g/l Na₂Cr₂O₇·H₂O.
[0041] Die Ergebnisse der Versuche sind in Tabelle 1 zusammengestellt.
[0042] Wie Tabelle 1 zeigt, wird durch Einsatz einer einschichtigen Membran anstelle einer
zweischichtigen Membran und Erzeugung von mono chromathaltigen Katholyten eine deutlich
geringere Zellspannung bei hoher Stromausbeute erreicht.

1. Verfahren zur gleichzeitigen Herstellung von Alkalidichromat und Chromsäure durch
Elektrolyse einer Alkalidichromatlösung oder Alkalimonochromat enthaltenden Alkalidichromatlösung
in beiden Kammern von Zweikammer-Elektrolysezellen, deren Anoden- und Kathodenräume
durch Kationenaustauschermembranen getrennt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kationenaustauschermembranen einschichtige Membranen auf Basis von perfluorierten
Polymeren mit Sulfonsäuregruppen als Kationenaustauschergruppen sind und im Kathodenraum
der Zellen eine Alkalimonochromat-haltige Lösung, die auch Alkalidichromatanteile
enthalten kann, mit einem pH-Wert von 4 bis 14 erzeugt wird, die einer erneuten Ansäuerung
zugeführt wird und im Anodenraum eine Chromsäure und Alkalidichromat enthaltende Lösung
erzeugt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß aus der Chromsäure und Alkalidichromat
enthaltenden Lösung Chromsäure auskristallisiert wird und die verbleibende Mutterlauge
einer Alkalimonochromat-enthaltenden-Alkalidichromatlösung zur Restansäuerung eines
weiteren nicht elektrolysierten Teils teilweise oder vollständig zur Umwandlung in
Alkalidichromat eingesetzt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Alkalimonochromat
enthaltende Alkalidichromatlösung bevorzugt Natriummonochromat enthaltendes Natriumdichromat
eingesetzt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß im Kathodenraum eine wäßrige
Natriummonochromat-haltige Lösung, die auch Natriumdichromat enthalten kann, mit einem
pH-Wert von 6 bis 7.5 erzeugt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Natriummonochromat enthaltende
Natriumdichromatlösung zu 70 bis 95 % aus Dichromationen und zu 5 bis 30 % aus Monochromationen
besteht.
1. A process for the simultaneous production of alkali metal dichromate and chromic acid
by electrolysis of an alkali metal dichromate solution or an alkali metal dichromate
solution containing alkali metal monochromate in both compartments of two-compartment
electrolysis cells of which the anode and cathode compartments are separated by cation
exchanger membranes, characterized in that the cation exchanger membranes are one-layer
membranes based on perfluorinated polymers containing sulfonic acid groups as cation
exchanger groups and a solution containing alkali metal monochromate, in which alkali
metal dichromate may also be present and which has a pH value of 4 to 14, is produced
in the cathode compartment of the cells and is subjected to re-acidification while
a solution containing chromic acid and alkali metal dichromate is produced in the
anode compartment.
2. A process as claimed in claim 1, characterized in that chromic acid is crystallized
out from the solution containing chromic acid and alkali metal dichromate and the
remaining mother liquor of an alkali metal dichromate solution containing alkali metal
monochromate - for residual acidification of another non-electrolyzed portion - is
partly or completely used for conversion into alkali metal dichromate.
3. A process as claimed in claim 1 or 2, characterized in that sodium dichromate containing
sodium monochromate is used as the alkali metal dichromate solution containing alkali
metal monochromate.
4. A process as claimed in claim 3, characterized in that an aqueous solution containing
sodium monochromate, in which sodium dichromate may also be present and which has
a pH value of 6 to 7.5, is produced in the cathode compartment.
5. A process as claimed in claim 3, characterized in that 70 to 95% of the of the sodium
dichromate solution containing sodium monochromate consists of dichromate ions and
5 to 30% of monochromate ions.
1. Procédé pour la préparation simultanée de bichromate alcalin et d'acide chromique
par électrolyse d'une solution de bichromate alcalin ou d'une solution de bichromate
alcalin contenant du monochromate alcalin dans les deux compartiments de cellules
d'électrolyse à deux compartiments, dont les espaces anodiques et cathodiques sont
séparés par des membranes échangeuses de cations, caractérisé en ce que les membranes
échangeuses de cations sont des membranes monocouches à base de polymères perfluorés
présentant des groupes d'acide sulfonique en tant que groupes échangeurs de cations
et qu'est produit dans l'espace cathodique des cellules une solution contenant du
monochromate alcalin, qui peut aussi contenir des parts de bichromate alcalin, avec
une valeur de pH comprise entre 4 et 14, qui est amenée à une acidification renouvelée
et qu'est produit dans l'espace anodique une solution contenant de l'acide chromique
et du bichromate alcalin.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on sépare par cristallisation
à partir de la solution contenant de l'acide chromique et du bichromate alcalin de
l'acide chromique et on utilise la liqueur mère restante d'une solution de bichromate
alcalin contenant du monochromate alcalin pour l'acidification restante d'une autre
partie non électrolysée partiellement ou complètement pour la transformation en bichromate
alcalin.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 à 2, caractérisé en ce qu'on utilise comme
solution de bichromate alcalin contenant du monochromate alcalin de préférence du
bichromate de sodium contenant du monochromate de sodium.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce qu'est produit dans l'espace cathodique
une solution aqueuse contenant du monochromate de sodium, qui peut aussi contenir
du bichromate de sodium, avec une valeur de pH comprise entre 6 et 7,5.
5. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que la solution de bichromate
de sodium contenant du monochromate de sodium est constituée de 70 à 95 % d'ions bichromates
et de 5 à 30 % d'ions monochromates.