[0001] Die Erfindung betrifft ein Vertikal-Fördersystem nach dem Paternoster-Prinzip, insbesondere
als Kraftfahrzeug-Parksystem, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Angesichts zunehmender Parkprobleme im Bereich von Ballungszentren ist es notwendig
geworden, eine ausreichende Anzahl an Parkplätzen zur Verfügung zu stellen, um die
Straße von abgestellten Fahrzeugen zu entlasten. Da in derartigen Ballungszentren
die freien Flächen für Parkplätze und Parkhäuser knapp bemessen sind, wird in zunehmendem
Maße dazu übergegangen, auch bei privaten Wohn- und Bürobauten Tiefgaragen anzulegen.
Dies ist jedoch nur bei Neubauten möglich und erfordert zudem einen hohen baulichen
Aufwand, da die Tiefgarage in der Regel als zweites Untergeschoß unter dem ohnehin
vorzusehenden Kellergeschoß eingeplant werden muß. Hier haben sich Vertikal-Parksysteme
bewährt, die es ermöglichen, auf einer geringen Grundfläche eine große Anzahl an
Parkplätzen unterzubringen. Dies wird dadurch erreicht, daß sich der Parkraum weit
hinunter in den Boden erstreckt.
[0003] Vertikal-Parksysteme sind in der Regel nach dem Paternoster-Prinzip ausgebildet,
wobei ein Problem die Stabilisierung der Tragplattformen in der horizontalen Lage
darstellt, da sich die Winkellage der Tragplattformen zu den Tragarmen, mit denen
sie an den Endlosketten befestigt sind, bei jedem Umlauf ändert.
[0004] Eine Lösung dieses Problems ist in der AU-B 380 914 offenbart. Dort ist mit jeder
Tragplattform eine Führungsstrebe drehfest verbunden, die in einer umlaufenden Führungs
schiene derart geführt ist, daß die horizontale Lage der Tragplattformen an jedem
Punkt des Umlaufs gewährleistet ist. Eine derartige Führungseinrichtung ist jedoch
mit einem hohen Herstellungs- und Wartungsaufwand verbunden, da Führungselemente
und Führungsbahn als zueinander bewegte Teile einer ständigen Schmierung und Überprüfung
bedürfen.
[0005] Es ist
Aufgabe der Erfindung, ein Vertikal-Fördersystem der gattungsgemäßen Art zu schaffen, das
eine kostengünstige Stabilisierung der Tragplattformen in ihrer horizontalen Lage
bei verminderter Wartung ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Vertikal-Fördersystem der gattungsgemäßen Art durch
die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Die Erfindung nutzt den Umstand, daß sich die Tragflächen relativ zu den Tragarmen
oder der Endloskette im vertikalen Förderbereich des Fördersystems nicht bewegt. Die
Relativbewegung der Tragplattformen zu den Endlosketten und den Tragarmen findet
nur im oberen und unteren Umlenkbereich des Fördersystems statt. Daher werden die
Tragplattformen im vertikalen Förderbereich mit relativ zu den Endlosketten festgelegten
Bestandteilen der Tragvorrichtung oder den Endlosketten verrastet, wodurch im vertikalen
Förderbereich keine Führungsbahn vorgesehen werden muß.
[0008] Die Verrastung der Tragplattformen mit der Endloskette oder der Tragvorrichtung erfolgt
in einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung selbsttätig. Dies ist zum einen
durch die Relativbewegung der Tragplattformen zu der Tragvorrichtung bzw. den Endlosketten
möglich, wobei die Verrastung am Beginn bzw. am Ende des Umkehrbereichs ausgelöst
wird.
[0009] In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kann die Verrastung auch durch
die Führungsbahn selbst in der Art erfolgen, daß durchdie Führungsbahn ein Hebel betätigt
wird, der die Verrastung freigibt, wobei am Ende der Führungsbahn, d.h. am Beginn
des vertikalen Förderbereichs der Hebel wieder freigegeben wird, so daß die Verrastung
wieder einrastet.
[0010] Prinzipiell kann die Tragplattform mit jedem Teil verrastet werden, das relativ zur
Endloskette eine festgelegte Position einnimmt. Dies wären z.B. auch die Tragarme
oder die Tragachse, falls diese feststehend ist.
[0011] Vorteilhafterweise sind jedoch an den Tragplattformen Rastnasen angeordnet, die
zwischen an den Endlosketten ausgebildeten Klauen zu liegen kommen. Die Klauen sind
hierbei als über die Kettengliedachse hinausragende Längsenden einstückig an ein
Kettenglied im Bereich der Befestigungsstellen der Tragarme angesetzt. Diese Klauen
sind schräg nach außen geneigt und sind im Umlenkbereich des Fördersystems geöffnet.
Sie schließen sich selbsttätig beim Übergang in den vertikalen Förderbereich und schließen
dabei die Rastnase bzw. das Rastvorsprung der Tragplattform ein. Auf diese Weise
wird die Tragplattform im vertikalen Förderbereich auf einfache Weise stabilisiert.
[0012] Um eine kostengünstige und sichere Stabilisierung der Tragplattformen auch im Umlenkbereich
des Fördersystems zu gewährleisten, sind in einer vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung an jeder Führungsstrebe zwei Führungselemente ausgebildet, die quer zur
Drehachse der Tragplattform zueinander versetzt angeordnet sind. Jedes Führungselement
ist dann zur Sicherung der horizontalen Lage der Tragplattformen in einer eigenen
Führungsbahn geführt, die sich vom Bereich des oberen bzw. unteren Umkehrpunktes bis
zum Beginn des vertikalen Förderbereichs erstreckt.
[0013] Die Führungsstrebe ist dann vorzugsweise in der Art eines umgekehrten V ausgebildet,
wobei sich die Führungselemente an dessen freien Enden befinden. Im Bereich der Umkehrpunkte
sind die Führungsbahnen für die beiden Führungselemente soweit voneinander beabstandet,
daß zumindest immer ein Führungselement von seiner Führungsbahn umgriffen ist.
[0014] Wie oben bereits ausgeführt wurde, läßt sich die Führungsbahn auch zur Betätigung
der Rastverbindung verwenden.
[0015] Die Erfindung wird nachfolgend in der schematischen Zeichnung beispielsweise beschrieben.
Diese zeigt eine Seitenansicht eines Vertikal-Fördersystems, das als Kraftfahrzeug-Parksystem
ausgebildet ist.
[0016] Das Vertikal-Fördersystem 10 besteht aus zwei zwischen um horizontale Achsen drehbaren
Umlaufrollen 12 aufgespannten Endlosketten 14. Mit diesen Endlosketten 14 sind als
Dreieckslenker ausgebildete Tragarme 16 verbunden, die an ihren von den Endlosketten
14 wegweisenden freien Enden eine Achse 18 tragen, an der jeweils eine Tragplattform
20 drehbar aufgehängt ist. In der Zeichnung ist nur der obere Bereich des Vertikal-Fördersystems
10 dargestellt. Der untere Bereich ist spiegelbildlich zu diesem ausgebildet.
[0017] Drehfest mit der Tragplattform 20 ist eine Führungsstrebe 22 verbunden. Die Führungsstrebe
22 besteht aus zwei Führungsarmen 24,26, die in der Art eines umgekehrten V zueinander
angeordnet sind. Die Führungsarme 24,26 haben an ihren freien Enden jeweils ein Führungselement
28,30, die zur Führung in Führungsbahnen 32,34 im Umlenkbereich des Vertikal-Fördersystems
vorgesehen sind. Die Führungselemente 28,30 sind somit quer zur Drehachse 18 der Tragplattform
20 versetzt angeordnet, so daß die Führungselemente 28 der Führungsarme 24 lediglich
in der linksseitigen Führungsschiene 32 geführt werden, während die Führungselemente
30 an den Tragarmen 26 in der rechtseitigen Führungsschiene 34 geführt werden. Der
Abstand d zwischen den beiden Führungsbahnen 32,34 am oberen bzw. unteren Umkehrpunkt
des Vertikal-Fördersystems 10 ist derart bemessen, daß zumindest immer ein Führungselement
28,30 von einer Führungsbahn 32,34 umgriffen wird.
[0018] An den quer zur Drehachse 18 angeordneten Stirnseiten 36 der Tragplattformen 20 sind
jeweils spiegelsymmetrisch zur Drehachse 18 zwei Rastnasen 38 ausgebildet. Diese Rastnasen
werden im vertikalen Förderbereich von Klauen 40,42 umgriffen, die in den über den
Kettengliedachsen 44 hinausgehenden Längsende derjenigen Kettenglieder ausgebildet
sind, an deren Kettengliedachsen 44 die Tragarme 16 befestigt sind. Hierdurch öffnen
sich die Klauen 40,42 selbsttätig, sobald sie in den Umlenkbereich des Fördersystems
10 gelangen. Am Ende des Umlenkbereichs bewegt sich der Rastvorsprung 38 der Tragplattform
20 selbsttätig zwischen die Klauen 40,42 und beim Geradeaus-Richten der Kettenglieder
der Endlosketten 14 werden die Klauen 40,42 aufeinanderzu bewegt, so daß die Rastnase
38 der Tragplattform zwischen diesen festgelegt wird. Die Führungsbahnen 32,34 ragen
soweit in den vertikalen Förderbereich hinein, daß eine sichere horizontale Ausrichtung
der Tragplattformen auch an der Grenze zwischen dem Umlenkbereich und dem vertikalen
Förderbereich gewährleistet ist.
1. Vertikal-Fördersystem nach dem Paternoster-Prinzip, insbesondere als Kraftfahrzeug-Parksystem,
mit mindestens zwei, zwischen jeweils einer oberen und einer unteren Umlenkung geführten
angetriebenen Endlosketten und
an den Endlosketten befestigten Tragvorrichtungen mit Tragarmen zur drehbaren Aufnahme
von Tragplattformen für Objekte, z.B. Fahrzeuge, wobei von jeder Tragplattform mindestens
eine fest mit dieser verbundene Führungsstrebe mindestens ein Führungselement aufweist,
das zumindest im oberen und unteren Umlenkbereich des Vertikal-Fördersystems in mindestens
einer Führungsbahn geführt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß jede Tragplattform (20) im vertikalen Förderbereich an den Endlosketten (14)
und/oder an der Tragvorrichtung (16,18) festlegbar ist.
2. Vertikal-Fördersystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tragplattform (20) durch eine Rastverbindung (38,40,42) festlegbar ist.
3. Vertikal-Fördersystem nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rastverbindung (38,40,42) der Tragplattform (20) mit dem Übergang in den bzw.
aus dem vertikalen Förderbereich selbsttätig ein- bzw. ausrastet.
4. Vertikal-Fördersystem nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tragarme (16) als Dreieckslenker ausgebildet sind und daß im Bereich der Befestigungsstellen
der Tragarme (16) an den Endlosketten (14) jeweils eine Klaue (40,42) drehfest mit
jeweils einem Kettenglied verbunden ist und daß die Tragplattform (20) eine Rastnase
(38) aufweist, die im vertikalen Förderbereich zwischen den Klauen (40,42) zu liegen
kommt.
5. Vertikal-Fördersystem nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rastnasen (38) an den Stirnseiten (36) der Tragplattformen (20) angeordnet
sind, aus denen die Tragachsen (18) für die Tragplattformen (20) hinausragen.
6. Vertikal-Fördersystem nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils eine Klaue (40,42) an dem über die Kettengliedachse (44) hinausragenden
Längsende eines Kettengliedes einstückig angesetzt ist.
7. Vertikal-Fördersystem nach Anspruch 2
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rastverbindung elektromagnetische gesteuert ist.
8. Vertikal-Fördersystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß an jeder Führungsstrebe (22) zwei Führungselemente (38,30) ausgebildet sind, die
quer zur Drehachse (18) der Tragplattform (20) zueinander versetzt angeordnet sind
und daß jedes Führungselement (28,30) zur Sicherung der horizontalen Lage der Tragplattform
(20) im Umlenkbereich des Vertikal-Fördersystems (10) in jeweils einer eigenen Führungsbahn
(32,34) geführt ist, die sich vom Bereich des oberen bzw. unteren Umkehrpunktes zumindest
bis zum Beginn des vertikalen Förderbereichs des Vertikal-Fördersystems (10) erstreckt.
9. Vertikal-Fördersystem nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Führungsbahnen (32,34) bis jeweils kurz vor dem oberen bzw. unteren Umkehrpunkt
erstrecken.
10. Vertikal-Fördersystem nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungsstrebe (22) in der Art eines umgekehrten V ausgebildet ist und daß
an dessen freien Ende die Führungselemente (28,30) angeordnet sind.
11. Vertikal-Fördersystem nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Führungsbahnen (32,34) im Bereich des Umkehrpunktes einen so großen Abstand
d voneinander haben, daß immer zumindest ein Führungselement (28,30) von einer Führungsbahn
(32,34) umgriffen ist.
12. Vertikal-Fördersystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Selbsttätigkeit des Ein- und Ausrastens durch die Führungsbahn steuerbar ist.