[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur umweltschonenden
Aufbereitung von Asphaltmischgut unter Wiederverwendung aufgebrochenen Alt-Asphaltes
und Zusatz von Neumaterial wie Kies, Splitt oder Sand, wobei der Alt-Asphalt-Anteil
in einer ersten Trommelvorrichtung und der Neu-Material-Anteil in einer zweiten
Trommelvorrichtung aufbereitet und die schadstoffbelasteten Abgase aus der ersten
Trommelvorrichtung in den Brennerbereich der zweiten Trommelvorrichtung eingeleitet
werden.
[0002] Ein solches Verfahren sowie eine entsprechende Vorrichtung dazu sind aus der DE-OS
34 41 382 bekannt. Dort wird der Alt-Asphalt-Anteil in der ersten rotierenden Trommelvorrichtung
im Gleichstromverfahren unter den Bedingungen weitgehender Vermeidung der Schädigung
des Alt-Bitumens erhitzt, in einer zweiten rotierenden Trommelvorrichtung wird im
Gegenstromverfahren das Neumaterial höher als der Alt-Asphalt-Anteil erhitzt, und
die getrennt und auf unterschiedliche Temperaturen erhitzten Alt-Asphalt- und Neu-Material-Anteile
nach Verlassen der jeweiligen Trommelvorrichtungen in mindestens einen weiteren Mischer
geleitet und dort gegebenenfalls unter erneuter Wärmezufuhr und Zugabe von Frischbitumen
sowie Füllmaterial auf das Endprodukt eingestellt. Die CH
x- und CO belasteten und feinste Bitumenteilchen enthaltenden Abgase aus der ersten
Trommelvorrichtung werden unmittelbar in die zweite Trommelvorrichtung eingeleitet
und unter Einfluß des in der zweiten Trommelvorrichtung wirkenden Brenners so hoch
erhitzt, daß die Schadstoffe verbrannt bzw. zersetzt werden, wobei die in der zweiten
Trommelvorrichtung weiter erhitzten Abgase zusammen mit den Brennergasen dazu verwendet
werden, das Neu-Material auf Temperaturen über denjenigen des Alt-Asphaltes zu erhitzen.
Hierbei ist weiterhin vorgesehen, daß die von der ersten Trommelvorrichtung herführende
Abgasleitung bei der zweiten Trommelvorrichtung unmittelbar benachbart zum Brenner
einmündet, d. h., die schadstoffbelasteten Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung
also möglichst nahe an bzw. in die Brennerflamme herantransportiert werden.
[0003] Der in den zurückliegenden Jahren durchgeführte Betrieb einer solchen vorbeschriebenen
Anlage hat gezeigt, daß tatsächlich die CH
x- und CO-Anteile in den Abgasen der ersten Trommelvorrichtung durch die Einleitung
in die mit höherer Temperatur gefahrenen zweiten Trommelvorrichtung dort durch Verbrennung
reduziert jedoch noch nicht vollständig beseitigt werden.
[0004] Dazu müßte die zweite Trommelvorrichtung mit noch höheren Temperaturen zwischen
ca. 800 bis 1000°C gefahren werden, und das Abgas aus der ersten Trommelvorrichtung
möglichst gleichmäßig mit den heißen Verbrennungsgasen des Brenners der zweiten Trommelvorrichtung
vermischt werden. Die hohe Temperatur bewirkt in nachteiliger Weise, daß das Neu-Material
zu hoch erhitzt wird und deshalb nicht unmittelbar nach Verlassen der zweiten Trommelvorrichtung
dem aus der ersten Trommelvorrichtung abgegebenen Alt-Asphalt-Anteil im Zwangsmischer
zugesetzt werden kann, denn dieser Alt-Asphalt-Anteil wird maximal nur auf 220°, vorteilhaft
auf 180° erhitzt.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, ein Verfahren wie auch eine Vorrichtung
zu schaffen, welche einerseits das an sich bekannte umweltschonende Verfahren deutlich
verbessern, also insbesondere die an die Umwelt abzugebenden Abgase vollständig von
CH
x- und CO-Anteilen befreien, und welche andererseits gewährleisten, daß das in der
zweiten Trommelvorrichtung aufbereitete Neumaterial maximal auf 300°C, vorteilhaft
aber nur bis zur optimalen Temperatur von ca. 200°C aufbereitet wird.
[0006] Diese Aufgabe wird für das eingangs genannte Verfahren dadurch gelöst, daß die zweite
Trommelvorrichtung im Gegenstrom arbeitet und im wesentlichen in zwei Abschnitte aufgeteilt
ist, wobei in dem ersten Abschnitt der Neu-Material-Anteil aufbereitet und vor Erreichen
des zweiten Abschnittes, in welchem der Brenner mit seiner Brennerflamme angeordnet
ist, aus der zweiten Trommelvorrichtung herausgeführt wird, die schadstoffbelasteten
Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung in dem zweiten Abschnitt der zweiten Trommelvorrichtung
mit den Verbrennungsgasen der Brennerflamme intensiv vermischt und die Schadstoffe
wie CH
x, CO und feinste Bitumenteilchen ausgebrannt und anschließend die gesamten Abgase
als Heißgas zur Aufbereitung des Neu-Material-Anteiles durch den ersten Abschnitt
hindurch- und danach herausgeführt werden.
Im Gegensatz zu den vorbeschriebenen bekannten Verfahren, kann aufgrund dieses Lösungsvorschlages
erreicht werden, daß die Schadstof fe in den Abgasen aus der ersten Trommelvorrichtung
im Brennerbereich der zweiten Trommelvorrichtung vollständig ausgebrannt, d. h.,
die CH
x- und CO-Anteile vernichtet werden, andererseits das Neumaterial aber mit der gewünschten
optimalen Temperatur aufbereitet und der Trommelvorrichtung entnommen werden kann.
[0007] Vorteilhaft erfolgt die intensive Vermischung der Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung
mit den Verbrennungsgasen des Brenners der zweiten Trommelvorrichtung dadurch, daß
die Abgase mit Drall in den zweiten Abschnitt der zweiten Trommelvorrichtung eingeleitet
werden.
Hierbei wird der Drall der Abgase durch eine tangentiale Einleitung derselben in den
zweiten Abschnitt bewirkt.
Diese vorbeschriebene Einleitungsform der Abgase in den zweiten Abschnitt gewährleistet
eine besonders intensive Vermischung mit den Verbrennungsgasen.
[0008] Vorteilhaft ist die Brennerflamme durch entsprechende Einleitung der Primärluft in
den Brenner ebenfalls verdrallt.
Hierbei kann der Drall der Abgase dem Drall der Brennerflamme bzw. der Verbrennungsgase
entweder gleichgerichtet oder entgegengesetzt sein.
Die Ausbildung eines besonderen, nur dem Ausbrand der Schadstoffe vorbehaltenen Abschnittes
der Trommelvorrichtung erlaubt es, eine genau definierte Flamm- bzw. Gasführung, welche
den Ausbrand der Schadstoffe fördert, auszubilden. Insbesondere kann durch die be
sondere Drallgebung der Abgase wie auch gegebenenfalls der Primärluft für den Brenner
eine intensive Vermischung der Brennerflamme einerseits mit den auszubrennenden Abgasen
andererseits erreicht werden.
[0009] In etwas anderer Ausbildung der Erfindung können die Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung
bereits der Primärluft des Brenners der zweiten Trommelvorrichtung in einstellbarem
Verhältnis beigemischt werden.
[0010] Vorteilhaft werden die aus dem zweiten Abschnitt heraustretenden Abgase herabgekühlt,
so daß das im ersten Abschnitt der zweiten Trommelvorrichtung aufbereitete Neumaterial
bei Austritt aus der Trommelvorrichtung unmittelbar vor Beginn des zweiten Abschnittes
der zweiten Trommelvorrichtung durch die Abgase auf maximal 300°C erhitzt wird. Diese
Abkühlung der Abgase erfolgt z. B. durch Einsprühen von Wasser am Übergangsbereich
vom ersten zum zweiten Abschnitt der Trommelvorrichtung.
Dieser Kühlvorgang bezüglich der Abgase an der vordefinierten Stelle innerhalb der
Trommelvorrichtung erlaubt einerseits eine verfahrensgerechte Temperaturbestimmung
für das für die Weiterverarbeitung vorgesehene Neumaterial und andererseits auch
bereits eine erste Abkühlung der Abgase, so daß diese gegebenenfalls schon ohne weitere
Abkühlung durch die nachgeschalteten Filteranlagen hindurchgeführt werden können,
ohne diese zu zerstören.
[0011] Vorteilhaft wird der Alt-Asphalt-Anteil in einer im Gleichstrom arbeitenden Trommelvorrichtung
aufbereitet.
Diese Arbeitsweise der ersten Trommelvorrichtung gewährleistet eine schonende Aufbereitung
des Alt-Asphalt-Anteiles.
[0012] Die der Erfindung weiter gestellte Aufgabe, eine Vorrichtung zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens zu schaffen, wird dadurch gelöst, daß die zweite Trommelvorrichtung
eine im Gegenstrom arbeitende Trommel und im wesentlichen in zwei unterschiedlich
ausgebildete Abschnitte unterteilt ist, wobei im ersten Abschnitt, ausgehend von
der ersten Stirnwand, Fördervorrichtungen für das in diesem Abschnitt aufzubereitende
Neumaterial vorgesehen sind, im zweiten Abschnitt, welcher von dem ersten Abschnitt
durch eine Austrittsvorrichtung für das Neumaterial abgegrenzt wird ist, der Brenner
angeordnet und unmittelbar benachbart zum bzw. im Brenner eine Zuleitung für das
aus der ersten Trommelvorrichtung herrührende schadstoffbelastete Abgas vorgesehen
ist.
Diese Ausbildung der zweiten Trommelvorrichtung gewährleistet, daß zwei verfahrensmäßig
definierte Bereiche vorhanden sind, wobei der eine Bereich ausschließlich für die
Schadstoff-Ausbrennung und der andere Bereich ausschließlich für die thermische Aufbereitung
des Neu-Material-Anteiles vorgesehen ist.
[0013] Vorteilhaft ist der zweite Abschnitt der zweiten Trommelvorrichtung gegenüber dem
ersten Abschnitt stationär,d. h. nicht drehend ausgebildet.
[0014] Diese Ausbildung des zweiten Abschnittes erlaubt eine konstruktiv einfachere Ausbildung
der Brenneranordnung sowie der Zuleitungen für das in diesem Abschnitt einzuleitende
Abgas aus der ersten Trommelvorrichtung.
[0015] Vorteilhaft ist die den zweiten Abschnitt nach außen abschließende zweite Stirnwand
als Zuleitung für die Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung ausgebildet.
[0016] Da in dieser zweiten Stirnwand auch der Brenner angeordnet ist, kann durch die vorbeschriebene
Ausbildung der Zuleitung eine in den Brenner integrierte Ausführung erreicht werden.
[0017] Vorteilhaft ist die Zuleitung spiralförmig ausgebildet, und erfolgt die Einleitung
der Abgase in dieser Zuleitung tangential in den zweiten Abschnitt.
Diese Ausbildung erlaubt eine besondere Drallführung der zugeleiteten Abgase.
[0018] Weitere Vorteile der Vorrichtung ergeben sich aus den Unteransprüchen 15.) bis 20.).
[0019] Ein Ausführungsbeispiel der Vorrichtung wird anhand der beigefügten Zeichnungen erläutert.
[0020] Es zeigen:
Fig. 1 eine Systemskizze einer Asphalt-Aufbereitungsanlage,
Fig. 2 eine Ansicht der zweiten Trommelvorrichtung in der Anlage gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine Teilansicht bezüglich des zweiten Abschnittes der zweiten Trommelvorrichtung
gemäß Fig. 2,
Fig. 4 eine Teilansicht auf eine unterschiedliche Ausführungsform gemäß Fig. 3 und
Fig. 5 eine axiale Draufsicht auf die Brennerseite der zweiten Trommelvorrichtung
und Fig. 3.
[0021] Die für die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgeschlagene Vorrichtung
bildet einen Teil einer Asphalt-Aufbereitungs-Anlage, wie sie in Fig. 1 schematisiert
dargestellt ist.
[0022] Die Asphalt-Aufbereitungs-Anlage arbeitet im wesentlichen mit zwei parallel arbeitenden
Trommelvorrichtungen 1 bzw. 2, von welchen die Trommelvorrichtung 1 für die Aufbereitung
des Alt-Asphalt-Anteiles M
A im Gleichstrom und die zweite Trommelvorrichtung 2 für die Aufbereitung des Neu-Material-Anteiles
M
N im Gegenstrom arbeitet. Beiden Trommelvorrichtungen 1 bzw. 2 sind Mischer 3 und 4
nachgeordnet, in welchen der Alt-Asphalt-Anteil M
A und der Neu-Material-Anteil M
N zusammengeführt werden und zu dem aufzubereitenden Asphalt-Mischgut M
G zusammengeführt werden.
[0023] Hierbei werden dem Asphalt-Material gegebenenfalls noch Bitumen B und Füllermaterial
F zugegeben.
[0024] Der Alt-Asphalt-Anteil M
A wird von einer Lagervorrichtung 5 über eine Wandwaage 6 abgezogen und in die Trommelvorrichtung
1 eingeleitet, wobei er durch den vom Brenner 7 aufgeheizten Innenraum der Trommelvorrichtung
1 im Gleichstrom hindurchgeführt wird.
[0025] Diese Trommelvorrichtung 1 ist an seinem dem Brenner 7 gegenüberliegenden Ende mit
einer schematisch angedeuteten Abgasleitung 8 versehen und über diese mit der zweiten
Trommelvorrichtung 2 verbunden, wobei die Abgasleitung 8 benachbart zum Brenner 9
bzw. auch gegebenenfalls direkt in diesen einmündet.
[0026] In diese zweite Trommelvorrichtung 2 wird der darin aufzubereitende Neu-Material-Anteil
M
N über eine Bandwaage 10 von einer Vorratsvorrichtung 11 abgezogen und an der dem
Brenner 9 gegenüberliegenden Stirnwand 12 eingebracht und im Gegenstrom durch den
ersten Abschnitt 13 bis kurz vor den Beginn des zweiten Abschnittes 14 hin durchtransportiert,
aufgeheizt und danach aus der zweiten Trommelvorrichtung 2 ausgebracht.
[0027] Benachbart zur Stirnwand 12 weist die zweite Trommelvorrichtung 2 eine Abgas-Entsorgungsleitung
15 auf, welche mit einer Filterentstaubungs-Anlage 16 verbunden ist. Aus dieser Filterentstaubungs-Anlage
16 werden die Abgase mittels einer Ventilationsvorrichtung 17 an die Umwelt abgegeben.
[0028] Die in den Trommelvorrichtungen 1 bzw. 2 erhitzten Asphaltmischgut-Anteile M
A und M
N werden von einem ersten Mischer 3 aufgenommen, welcher beispielsweise als Doppelwellen-,
Zwangs- und Durchlaufmischer ausgebildet sein kann. In diesen Mischer 3 werden wiederum
in bestimmten Anteilen Frisch-Bitumen B aus einem Bitumen-Vorratsbehälter 18 und
Füller-Material F aus einem Füller-Vorratsbehälter 19 abgezogen und beigegeben, miteinander
vermengt und weiterhin so beheizt, daß die gewünschte Endtemperatur gehalten wird.
[0029] Dem Mischer 3 kann ein diesem baulich entsprechender zweiter Mischer 4 nachgeschaltet
sein. Schließlich wird das vollständig aufbereitete Asphalt-Mischgut M
G aus dem zweiten Mischer 4 abgezogen und in einer Verladevorrichtung 20 zum Abtransport
bereitgestellt.
[0030] In den Figuren 2 bis 5 ist dann der eigentliche Gegenstand der Erfindung, nämlich
die besondere Ausbildung der zweiten Trommelvorrichtung 2 genauer dargestellt.
[0031] Die zweite Trommelvorrichtung 2 ist im wesentlichen in zwei Abschnitte 13 und 14
aufgeteilt, welche unterschiedliche Längen aufweisen.
Der erste Abschnitt 13 ist mit seinem einen Ende durch eine erste Stirnwand 12 abgeschlossen,
wobei diese Stirnwand sowohl den Gesamtgasabzug 15 wie auch eine in den Figuren nicht
dargestellte Zugabevorrichtung für das in der zweiten Trommelvorrichtung 2 aufzubereitende
Neumaterial M
N enthalten kann.
[0032] Das andere Ende des ersten Abschnittes der zweiten Trommelvorrichtung 2 grenzt an
den zweiten Abschnitt 14 der zweiten Trommelvorrichtung 2 und an dieser Stelle ist
eine Kühlvorrichtung 21 vorgesehen, welche beispielsweise als Wassereindüsung ausgeführt
ist. Hierbei wird für die Kühlung der Heißgase insbesondere die Verdampfungsenergie
des Wassers ausgenutzt. Die Wassereindüsungsvorrichtung besteht z. B. aus einem ringförmigen,
wasserführenden Verteilerrohr mit mehreren über der Rohrlänge verteilt angebrachten
Düsen. Sinn dieser Anordnung ist eine über dem gesamten Trommelquerschnitt möglichst
gleichmäßige Abkühlung der Heißgase.
[0033] Der zweite Abschnitt 14 der Trommelvorrichtung 2 ist nach außen durch die zweite
Stirnwand 22 abgeschlossen, wobei diese als Zuleitung 23 für das von der ersten Trommelvorrichtung
herangeführte und schadstoffbelastete Abgas ausgebildet ist. In dieser Stirnwand 22
ist der in Fig. 1 nur schematisch angedeutete Brenner 9 als konzentrisch zur Längsachse
25 des zweiten Abschnittes 14 angeordneter Brenner 24 vorgesehen.
[0034] Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel ist der Durchmesser des zweiten Abschnittes
14 gegenüber dem Durchmesser des ersten Abschnittes 13 der Trommelvorrichtung 2 geringer
ausgebildet, weiterhin ist die Längsachse 25 des zweiten Abschnittes 14 gegenüber
der Längsachse 26 des ersten Abschnittes 13 nach oben versetzt, so daß sich an der
Übergangsstelle zwischen erstem Abschnitt 13 und zweitem Abschnitt 14 der Trommelvorrichtung
2 unterhalb des zweiten Abschnittes 14 ein Abstand ergibt, welcher die Austrittsvorrichtung
27 für das Neumaterial M
N enthält.
[0035] An der Innenwandung des ersten Abschnittes 13 der Trommelvorrichtung sind, in den
Figuren nicht dargestellt, an sich bekannte Fördervorrichtungen vorgesehen, welche
das bei der ersten Stirnwand 12 eingebrachte Neumaterial M
N durch die Drehung der Trommelvorrichtung 2, bei der beschriebenen Ausführungsform
dreht sich nur der erste Abschnitt 13, zur Austrittsvorrichtung 27 hintransportiert
wird.
[0036] Die Zuleitung 23 für das Abgas aus der ersten Trommelvorrichtung 1 ist, in axialer
Richtung gesehen, spiralförmig ausgebildet, so daß die dort eingeführten Abgase tangential
in den Innenraum des zweiten Abschnittes 14 der Trommelvorrichtung 2 eingeleitet
werden, und zwar ringförmig entlang den Wandungen des zweiten Abschnittes 14 und konzentrisch
zur Brennerflamme des Brenners 24. Dieser Brenner 24 erhält die für die Verbrennung
des Brennstoffes notwendige Pri märluft durch die Zuleitung 28, welche gegebenenfalls
auch so ausgebildet sein kann, daß sie die Primärluft tangential in den Brenner
24 einleitet und damit die Brennerflamme einen Drall erfährt. Der Drall der Brennerflamme
wiederum sowie der Drall des durch die Zuleitung 23 zugeführten Abgases können gleichoder
entgegengesetzt ausgebildet sein.
[0037] In einer anderen, in Fig. 4 dargestellten Abbildung sind Zuleitung 23 für die Abgase
und Zuleitung 28 für die Primärluft des Brenners 24 miteinander durch die Leitung
29 verbunden, d. h., ein Teil der Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung 1 und die
notwendige Primärluft werden bereits vor der Zuführung zum Brenner 18 in einem bestimmten
Verhältnis miteinander gemischt. Die Abgase, die nicht über den Brenner der Trommelvorrichtung
zugeführt werden, werden über die Zuleitung 23 tangential dem Abschnitt 14 der Trommelvorrichtung
2 zugeführt. Entsprechende Vorrichtungen zur Einstellung dieses Mischverhältnisses
sind in den Zeichnungen nicht dargestellt.
[0038] Ebenfalls nicht in den Zeichnungen dargestellt sind konstruktive Einzelheiten bezüglich
Lagerung der zweiten Trommelvorrichtung 2 und sonstiger, dem Fachmann bekannte Maßnahmen.
[0039] Die gegenüber bekannten Vorrichtungen und damit durchgeführten Verfahren bezüglich
der zweiten Trommelvorrichtung unterschiedlich ausgebildete vorbeschriebene Asphaltaufbereitungs-Anlage
arbeitet wie nachstehend geschildert.
[0040] Das bei der Stirnwand 12 eingeführte und für die Aufbereitung vorgesehene Neumaterial
M
N wird durch die Drehung des ersten Abschnittes der zweiten Trommelvorrichtung 2 und
den darin vorgesehenen Fördervorrichtungen mit einer bestimmten Geschwindigkeit,
welche veränderbar ist, durch diesen ersten Abschnitt 13 hindurch zur Austrittsvorrichtung
27 transportiert. Das Neumaterial M
N soll bei seinem Austritt keine höhere Temperatur als maximal 300° C aufweisen, um
nämlich dann anschließend zusammen mit dem in der ersten Trommelvorrichtung 1 aufbereiteten
Alt-Asphalt-Anteil M
A in den nachgeschalteten Mischern 3 bzw. 4 und unter Zugabe von Frisch-Bitumen B
und Füllmaterial F ohne Zwischenlagerung zusammengeführt und weiter aufbereitet werden
zu können, und zwar zu dem endgültigen, für den Einbau in Straßen etc. zu verwendenden
Asphaltmischgut M
G.
[0041] Sofern das Neumaterial M
N bei Erreichen der Austrittsvorrichtung 27 eine zu hohe Temperatur erreicht, ist es
notwendig, die sehr hoch temperierten Heizgase aus dem zweiten Abschnitt 14 der Trommelvorrichtung
2 abzukühlen, dies geschieht durch eine Kühlvorrichtung 21, welche beispielsweise
als Wassereindüsung ausgeführt ist. Die für die Verdampfung der Wassertröpfchen erforderliche
Energie wird hierbei den Heißgasen entzogen, was einen sehr wirkungsvollen Kühleffekt
bewirkt.
[0042] Diese Heizgase haben bei ihrem Eintritt in den ersten Abschnitt 13 der Trommelvorrichtung
2 eine Temperatur von bis zu ca. 1000°C, da diese zur Verbrennung der Schadstoffe
(CH
x, CO und feinste Bitumenteilchen) erforderlich ist. Diese Schadstoffe sind in dem
Abgas der ersten Trommelvorrichtung 1 enthalten. Der Brenner 24 im zweiten Abschnitt
14 der Trommelvorrichtung 2 muß daher wesentlich heißere Heißgase, welche für die
Schadstoffverbrennung benötigt werden, entwickeln, als dies allein für die Aufbereitung
des Neumaterials erforderlich wäre.
[0043] Zusammengefaßt gewährleistet die vorbeschriebene Ausbildung der zweiten Trommelvorrichtung
2 innerhalb der Gesamt-Asphalt-Aufbereitungs-Anlage, daß frisches Asphaltmischgut
M
G hergestellt werden kann, wobei einerseits ein nicht unerheblicher Anteil Alt-Asphalt
aus aufgebrochenen Straßen etc. verwendet werden kann, andererseits die bei der Aufbereitung
des Alt-Asphaltes zwangsweise entstehenden Schadstoffe durch die Nachverbrennung aus
den Gesamtabgasen der beiden Trommelvorrichtungen entfernt werden können, so daß die
gereinigten Gesamtabgase, nachdem sie Filteranlagen etc. durchströmt haben, ohne
weiteres in die freie Atmosphäre abgelassen werden können.
1.) Verfahren zur umweltschonenden Aufbereitung von Asphaltmischgut unter Wiederverwendung
aufgebrochenen Alt-Asphaltes und Zusatz von Neumaterial wie Kies, Splitt oder Sand,
wobei der Alt-Asphalt-Anteil in einer ersten Trommelvorrichtung und der Neu-Material-Anteil
in einer zweiten Trommelvorrichtung aufbereitet und die schadstoffbelasteten Abgase
aus der ersten Trommelvorrichtung in den Brennerbereich der zweiten Trommelvorrichtung
eingeleitet werden, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Trommelvorrichtung im Gegenstrom arbeitet und im wesentlichen in
zwei Abschnitte aufgeteilt ist, wobei in dem ersten Abschnitt der Neu-Material-Anteil
aufbereitet und vor Erreichen des zweiten Abschnittes, in welchem der Brenner mit
seiner Brennerflamme angeordnet ist, aus der zweiten Trommelvorrichtung herausgeführt
wird, die schadstoffbelasteten Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung in dem zweiten
Abschnitt der zweiten Trommelvorrichtung mit den Verbrennungsgasen der Brennerflamme
intensiv vermischt und die Schadstoffe wie CHx,CO und feinste Bitumenteilchen ausgebrannt und anschließend die gesamten Abgase
als Heißgas zur Aufbereitung des Neu-Material-Anteiles durch den ersten Abschnitt
hindurch und danach herausgeführt werden.
2.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die intensive Vermischung der Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung mit den
Verbrennungsgasen des Brenners der zweiten Trommelvorrichtung dadurch erfolgt, daß
die Abgase mit Drall in den zweiten Abschnitt der zweiten Trommelvorrichtung eingeleitet
werden.
3.) Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drall der Abgase durch tangentiale Einleitung derselben in den zweiten Abschnitt
bewirkt wird.
4.) Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Brennerflamme durch entsprechende Einleitung der Primärluft in den Brenner
verdrallt wird.
5.) Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Drall der Abgase dem Drall der Brennerflamme bzw. der Verbrennungsgase
gleichgerichtet wird.
6.) Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Drall der Abgase dem Drall der Brennerflamme bzw. der Verbrennungsgase
entgegengerichtet wird.
7.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abgase aus der ersten Trommelvorrich tung bereits der Primärluft des Brenners
der zweiten Trommelvorrichtung in einstellbarem Verhältnis beigemischt werden.
8.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die aus dem zweiten Abschnitt heraustretenden Heißgase herabgekühlt werden,
so daß das im ersten Abschnitt der zweiten Trommelvorrichtung aufbereitete Neumaterial
bei Austritt aus der Trommelvorrichtung unmittelbar vor Beginn des zweiten Abschnittes
der zweiten Trommelvorrichtung durch die Heißgase auf maximal 300°C erhitzt wird.
9.) Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Abkühlung der Heißgase durch Einsprühen von Wasser am Übergangsbereich
vom ersten zum zweiten Abschnitt der Trommelvorrichtung erfolgt.
10.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Alt-Asphalt-Anteil in einer im Gleichstrom arbeitenden Trommelvorrichtung
aufbereitet wird.
11.) Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1.) bis 10.),
dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Trommelvorrichtung (2) eine im Gegenstrom arbeitende Trommel und
im wesentlichen in zwei unterschiedlich ausgebildete Abschnitte (13 bzw. 14) unterteilt
ist, wobei im ersten Abschnitt (13), ausgehend von der ersten Stirnwand (12), Fördervorrichtungen
für das in diesem Abschnitt (13) aufzubereitende Neumaterial (MN) vorgesehen sind, im zweiten Abschnitt (14), welcher von dem ersten Abschnitt (13)
durch eine Austrittsvorrichtung (27) für das Neumaterial (MN) getrennt ist, der Brenner (24) angeordnet und unmittelbar benachbart zum bzw. im
Brenner (24) eine Zuleitung (23) für das aus der ersten Trommelvorrichtung (1) herrührende
schadstoffbelastete Abgas vorgesehen ist.
12.) Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Abschnitt (14) der zweiten Trommelvorrichtung (2) gegenüber dem ersten
Abschnitt (13) stationär ausgebildet ist.
13.) Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die den zweiten Abschnitt (14) nach außen abschließende zweite Stirnwand (22)
als Zuleitung (23) für die Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung (1) ausgebildet
ist.
14.) Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitung (23) spiralförmig ausgebildet ist, und die Einleitung der Abgase
in dieser Zuleitung (23) tangential in den zweiten Abschnitt (14) erfolgt. 5/...
15.) Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Abschnitt (14) einen geringeren Durchmesser als der erste Abschnitt
(13) aufweist.
16.) Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Abschnitt (14) mit seiner Längsachse (25) gegenüber der Längsachse
(26) des ersten Abschnitts (13) nach oben versetzt ist.
17.) Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Austrittsvorrichtung (27) für das Neumaterial (MN) im Übergangsbereich des ersten Abschnitts (13) zum zweiten Abschnitt (14) vorgesehen
ist.
18.) Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuleitung (23) für die Abgase aus der ersten Trommelvorrichtung (1) mit
der Zuleitung (23) für die Verbrennungslust (Primärluft) des Brenners verbunden ist.
19.) Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß im Übergangsbereich des ersten Abschnittes (13) zum zweiten Abschnitt (14)
eine Zuführvorrichtung (15) für ein Kühlmittel vorgesehen ist.
20.) Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß das Kühlmittel Wasser ist.