[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Befestigen einer Druckrakel und/oder
einer Farbschippe am Querholmen über dem Drucksieb einer Siebdruckmaschine, mit einem
sich längs des Holmens erstreckenden Kohl profil, in das die Druckrakel und/oder
die Farbschippe quer zur Holmenlänge einschiebbar sind, wobei zum Festhalten der
Druckrakel und/oder der Farbschippe ein druckdichter, elastisch dehnbarer Klemmschlauch
in eine parallel zum Profilhohlraum verlaufende Längsnut eingelegt ist, welcher über
ein Druckhalteventil mit einem Druckmedium beaufschlagt ist und die Druckrakel und/oder
die Farbschippe gegen eine Wand des Profilhohlraumes presst.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist aus der EP-A-298 911 bekannt; bei dieser Konstruktion
ist das Hohlprofil relativ zum Querholmen der Siebdruckmaschine nicht drehbar; eine
korrekte "Schrägstellung" der Druckrakel und/oder der Farbschippe relativ zum Drucksieb
muss daher - wie bisher bei Siebdruckmaschinen üblich - durch Drehen des an seinen
Enden drehbar gelagerten Querholmens vorgenommen werden. Weiterhin kann ein Auswechseln
von Rakel oder Farbschippe nur in einer der Endstellungen des Holmens erfolgen und
erfordert einen erheblichen manuellen Aufwand.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, die bekannte Konstruktion so zu verbessern, dass
das Einstellen und Wechseln von Druckrakel und Farbschippe vereinfacht werden.
[0004] Diese Aufgabe wird mit der Erfindung dadurch gelöst, dass das Kohl profil in einen
den Profilhohlraum enthaltenden Rakelhalter und eine Holmenauflage unterteilt ist,
die über eine in hohlzylindrischen Lagerschalen gelagerte, zylinderische Drehachse
drehbar miteinander verbunden sind.
Zum Ein- oder Verstellen der Winkelstellung der Druckrakel oder der Farbschippe -
beispielsweise in einem Winkelbereich von 30° aus der Senkrechten heraus gegen die
Laufrichtung des Holmens - ist es bei der neuen Konstruktion lediglich erforderlich,
den Rakelhalter relativ zur Holmenauflage in den aus Lagerschalen und Drehachse gebildeten
Wälzlagern zu drehen und in einer gewünschten Winkellage zu fixieren. Für einen Wechsel
der Druckrakel oder der Farbschippe kann der Rakelhalter relativ weit, beispielsweise
etwa 70°, in Laufrichtung des Holmens ausgeschwenkt und in dieser Stellung arretiert
werden. Eine Winkelskala an einer Stirnseite des Rakelhalters erlaubt jede Winkelstellung
nach einem Rakel- oder Schippenwechsel genau und reproduzierbar wiederherzustellen.
[0005] Als vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn die Lagerschalen am Rakelhalter und die Drehachse
an der Kolmenauflage angeordnet sind. Weiterhin ist eine einfache Fixierung des eingestellten
Winkels möglich, wenn der Rakelhalter unterhalb der und parallel zu den Lagerschalen
elastisch verformbare Stege aufweist, und wenn die gewünschte Winkelstellung der Holmenauflage
relativ zum Rakelhalter durch das Druckmedium mit Hilfe einer elastischen Verformung
der Stege fixierbar ist.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels im Zusammenhang
mit der Zeichnung näher erläutert.
Figur 1 zeigt einen Schnitt durch das neue Hohlprofil senkrecht zur Achse des Querholmens
mit einer gegen die Laufrichtung des Holmens aus der Vertikalen herausgedrehten Druckrakel;
Figur 2 gibt in gleicher Darstellung den für einen Wechsel der Rakel ausgeschwenkten
Rakelhalter wieder;
Figur 3 schliesslich ist eine perspektivische Aufsicht auf ein Ende des an einem Querholmen
befestigten Rakelhalters.
[0007] Der Querholmen 1 einer nicht weiter dargestellten Siebdruckmaschine ruht auf einer
Holmenauflage 2 und ist mit Hilfe von Klemmbacken 3 fixiert, die durch eine mit einem
Rändelknopf 4 versehene Schraubspindel 5, an zwei Stangen 17 geführt, bewegt werden
können.
[0008] An die Unterseite der Holmenauflage 2 ist über eine schmale Verbindung 6 eine zylindrische
Drehachse 7 angesetzt; diese wird von Lagerschalen 8 eines Rakelhalters 9 umfasst,
die derart ausgeschnitten sind, dass der Rakelhalter 9 in einer Richtung - in Figur
1 und 2 nach rechts - um einen Winkel von etwa 70° (Fig. 2) und in der anderen Richtung
um etwa 30° ausgeschwenkt werden kann, wobei der grössere Schwenkbereich aus der Senkrechten
in Laufrichtung des Holmens liegt und zum Auswechseln von Rakel oder Schippe dient,
während das Schwenken in dem kleineren Winkelbereich gegen die Laufrichtung erfolgt
und die Winkeleinstellungen von Rakel und Schippe für den Druckprozess einstellt.
Die eigentliche Lagerfläche der Lagerschalen 8 ist in zwei Teilflächen aufgeteilt,
die je mit einem Teil der Begrenzungen des Profilhohlraumes 10 des Rakelhalters 9
verbunden sind. Zwischen beiden Teillagerflächen ist ein schmaler, elastisch verformbarer
Steg 11 vorhanden, der die beiden Teile der Begrenzungen des Profilhohlraumes 10 zusammenhält.
In dem Profilhohlraum 10, in dem ein Klemmschlauch 12 untergebracht ist, wird eine
Druckrakel 13 und/oder eine Farbschippe 14 (Fig. 2) montiert und gehalten, wie dies
in der erwähnten EP-A-298 911 ausführlich beschrieben ist.
Durch den mit einem Druckmedium, beispielsweise Luft, beaufschlagten Klemmschlauch
12, der die Druckrakel 13 oder die Farbschippe 14 gegen eine Wand des Profilhohlraumes
10 presst, wird gleichzeitig der Steg 11 elastisch verformt; dadurch werden die Lagerschalen
8 gegen die zylindrische Drehachse 7 gedrückt, wodurch der Rakelhalter 9 und damit
die Winkelstellung der Rakel 13 oder der Farbschippe 14 fixiert werden.
[0009] Zum Auswechseln der Druckrakel 13 oder der Farbschippe 14 wird der Rakelhalter 9
in die in Fig. 2 gezeigte Stellung ausgeschwenkt, in der er durch eine nicht gezeigte
Arretierung festgehalten werden kann; wie aus Fig. 2 zu erkennen ist können in der
gezeigten Stellung des Rakelhalters 9 die für ein Auswechseln von Rakel 13 oder Schippe
14 notwen digen Manipulationen auf einfache Weise und unbehindert durchgeführt werden.
[0010] Durch eine an einem stirnseitigen Ende der Drehachse 7 angebrachte Winkelskala 15
(Fig. 3) und eine entsprechende Marke 16 am Rakelhalter 9 ist es ohne Mühe möglich,
nach einem Wechsel der Druckrakel 13 oder der Farbschippe 14 und nach Lösen der erwähnten
Arretierung, die vorherige Winkelstellung von Rakel 13 oder Schippe 14 wieder - oder
eine andere - neu einzustellen.
1. Vorrichtung zum Befestigen einer Druckrakel und/oder einer Farbschippe am Querholmen
über dem Drucksieb einer Siebdruckmaschine, mit einem sich längs des Holmens erstreckenden
Hohlprofil, in das die Druckrakel und/oder die Farbschippe quer zur Holmenlänge ein
schiebbar sind, wobei zum Festhalten der Druckrakel und/oder der Farbschippe ein druckdichter,
elastisch dehnbarer Klemmschlauch in eine parallel zum Profilhohlraum verlaufende
Längsnut eingelegt ist, welcher über ein Druckhalteventil mit einem Druckmedium beaufschlagt
ist und die Druckrakel und/oder die Farbschippe gegen eine Wand des Profilhohlraumes
presst, dadurch gekennzeichnet, dass das Hohlprofil in einen den Profilhohlraum (10)
enthaltenden Rakelhalter (9) und eine Holmenauflage (1) unterteilt ist, die über
eine in hohlzylindrischen Lagerschalen (8) gelagerte, zylindrische Drehachse (7)
drehbar miteinander verbunden sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerschalen (8)
am Rakelhalter (9) und die Drehachse (7) an der Holmenauflage (2) angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Rakelhalter (9)
unterhalb der und parallel zu den Lagerschalen (8) elastisch verformbare Stege (11)
aufweist, die die beiden, den Profilhohlraum begrenzenden Seitenteile des Rakelhalters
(9) verbinden.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Winkelstellung der
Holmenauflage (2) relativ zum Rakelhalter (9) in einem gegebenen Winkelbereich einstellbar
und durch das Druckmedium mit Hilfe einer elastischen Verformung der Stege (11) fixierbar
ist.