[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Steuerungsvorrichtung für einen Drehkolbenverdichter
gemäß den im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen.
[0002] Aus der EP 290 864 A2 ist eine derartige Steuerungsvorrichtung für einen innenachsigen
Drehkolbenverdichter bekannt. Dieser Drehkolbenverdichter enthält in einem Gehäuse
einen Außenrotor, mit welchem ein Innenrotor mit n Eingriffsteilen in Kämmeingriff
steht. Der Außenrotor weist n+1 Arbeitskammern auf, deren Volumen entsprechend der
Drehwinkelstellung von Innenrotor und Außenrotor variiert wird und welche an Ein-
und Auslaßöffnungen vorbeigedreht werden. Der innenachsige Drehkolbenverdichter kann
zur Aufladung von Kraftfahrzeugmotoren eingesetzt werden. Zwischen der Einlaßöffnung
und der Auslaßöffnung ist eine Ventilanordnung vorgesehen, welche einerseits zur Teillastregelung
und andererseits zur Ladedruckbegrenzung im Vollastbereich dient.
[0003] Ferner ist aus der EP 285 100 A2 zur Aufladung von Kraftfahrzeugmotoren ein innenachsiger
Drehkolbenverdichter bekannt, welcher ein Ventil für eine Umluftregelung im Teillastbereich
enthält. Das Gehäuse weist eine Öffnung in dem Bereich auf, in welchen in den vorbeidrehenden
Arbeitskammern eine Verdichtung erfolgt. Diese Öffnung ist über das genannte Ventil
an die Auslaßöffnung angeschlossen. Ist das Ventil geschlossen, so wird der maximal
mögliche Druck entsprechend der inneren Verdichtung aufgebaut. Ist hingegen das Ventil
geöffnet, so erfolgt der Druckaufbau nur teilweise. Das Ventil ist entweder geschlossen
oder vollständig geöffnet, so daß eine Feinregelung nicht möglich ist. Beim Einsatz
derartiger Ventile mit Ventilfedern können sich in der Praxis Schwierigkeiten ergeben,
zumal im Zusammenwirken mit der Ventilfeder eine exakte Steuerung kaum ermöglicht
wird. Desweiteren sind bei derartigen Ventilen Schwingungserscheinungen und Verschleiß
zu berücksichtigen, welche zusätzliche Maßnahmen erfordern.
[0004] Ferner ist durch die DE-A 20 57 750 eine Regelvorrichtung für Rotationskolbenmaschinen
mit einem Regelschieber bekannt, welcher als ein Drehschieber ausgebildet ist. Dieser
Drehschieber ist achsparallel zur Maschinenachse angeordnet und entsprechend der
jeweiligen Drehstellung des Drehschiebers erfolgt eine stufenlose Änderung der Lage
einer Ausnehmung am Umfang des Drehschiebers relativ zur Arbeitskammer der Rotationskolbenmaschine.
Entsprechend der Drehstellung des Drehschiebers kann das Volumen der Arbeitskammer
verändert werden, um eine stufenlose Einstellung der Leistung zu ermöglichen.
[0005] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Steuerungsvorrichtung
der gattungsgemäßen Art mit geringem konstruktiven Aufwand dahingehend auszubilden,
daß die Druckcharakteristik in einfacher Weise definiert vorgegeben und gleichzeitig
eine Geräuschminderung erzielt werden kann.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß den im Kennzeichen des Patentanspruchs 1
angegebenen Merkmalen.
[0007] Die vorgeschlagene Steuerungsvorrichtung zeichnet sich durch eine funktionssichere
Konstruktion aus und ermöglicht eine exakte Steuerung des Drehkolbenverdichters. Entsprechend
der jeweiligen Drehstellung des Drehschiebers wird die Druckkammer mit der Arbeitskammer
und/oder der Einlaßkammer verbunden. Der Drehschieber ermöglicht eine exakte von den
jeweiligen Drehwinkeln desselben abhängige Steuerung des Drucks in der Druckkammer
des Verdichters. Vor allem beim Einsatz zur Aufladung eines Kraftfahrzeugmotors ist
die merkbare Geräuschminderung von Bedeutung welche sich ergibt, wenn die innere Verdichtung
der äußeren Verdichtung entspricht und somit Druckstöße vermieden werden. Des weiteren
ist der kleine Platz- und/oder Gewichtsbedarf der Steuerungsvorrichtung beim Einsatz
des Drehkolbenverdichters zur Aufladung eines Kraftfahrzeugmotors von Bedeutung. Der
Drehschieber ist in einer Bohrung eines Gehäuseteils drehbar gelagert und die Herstellung
sowohl des Gehäuseteiles als auch des Drehschiebers kann in hohen Stückzahlen kostengünstig
erfolgen.
[0008] Der den Drehschieber aufnehmende Gehäuseteil ist zweckmäßig integraler Bestandteil
des Verdichtergehäuses; im Rahmen der Erfindung kann der Gehäuseteil auch ein separates
Bauteil sein, das über entsprechende Leitungen mit dem Verdichter verbunden ist. Im
Verdichtergehäuse ist ein Voreinlaß zur Verbindung mit der Arbeitskammer vorhanden,
in welcher der Druck aufgebaut wird. Über den Voreinlaß und im Zusammenwirken mit
dem Drehschieber kann zwischen der genannten Arbeitskammer und der Druckkammer eine
Verbindung mehr oder weniger geöffnet oder abgesperrt werden. Mittels des Drehschiebers
wird eine kontinuierliche und stellungsabhängige Veränderung der Querschnittsfläche
der genannten Verbindung erreicht. Desweiteren ist der Drehschieber in der Weise ausgebildet,
daß in Abhängigkeit seiner Drehwinkelstellung die Druckkammer mit der Einlaßkammer,
insbesondere zum Zwecke der Überdruckbegrenzung im Vollastbetrieb eines Kraftfahrzeugmotors
in Verbindung steht.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt in einer Radialebene durch einen innenachsigen Drehkolbenverdichter,
Fig. 2 einen Schnitt in einer Axialebene des Drehkol benverdichters gemäß Schnittlinie
II gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht in Blickrichtung III gemäß Fig. 1,
Fig.4 einen Schnitt entlang der Schnittlinie D-E gemäß Fig. 1,
Fig. 5 bis 10 Schnitte entlang den Schnittlinien A-B bzw. B-C gemäß Fig. 2 für verschiedene
Drehwinkel stellungen des Drehschiebers,
Fig. 11 einen Schnittdurch den Stellantrieb,
Fig. 12, 13 eine weitere Ausführungsform des Drehkolbenver dichters in einer ähnlichen
Schnittdarstellung wie Fig. 1, jedoch ohne die beiden Rotoren.
[0010] Der Drehkolbenverdichter weist gemäß Fig. 1 ein Verdichtergehäuse 2 mit einer Einlaßkammer
A, einer Einlaßöffnung 5 sowie einer Druckkammer 6 und Auslaßöffnung 7 auf. Im Verdichtergehäuse
2 ist ein Außenrotor 8 um eine zur Zeichenebene senkrechte Längsachse drehbar angeordnet.
Der Außenrotor 8 enthält drei Eingriffsteile 10 und zwischen diesen drei Arbeitskammern
12. Ein Innenrotor 14 ist im Außenrotor 8 exzentrisch angeordnet und steht über seine
Seitenflächen mit den Eingriffsteilen 10 in zahnflankenartiger Berührung. Der Innenrotor
14 weist n=2 Eingriffsteile 16 auf und dreht gleichförmig mit einem Drehzahlverhältnis
von n+1 zu n mit dem Außenrotor. Es versteht sich, daß der Innenrotor 14 und entsprechend
der Außenrotor 8 eine andere Anzahl von Eingriffsteilen aufweisen kann. Zweckmäßig
ist die dargestellte, einander diametral gegenüberliegende Anordnung von Einlaßkammer
4 und Druckkammer 6 im Verdichtergehäuse 2, wodurch günstige Strömungsbedingungen
mit minimalen Verwirbelungen und Umlenkungen erzielt werden.
[0011] In einem Gehäuseteil 20 ist ein Drehschieber 22 mit einer Ausnehmung 24 drehbar angeordnet;
eine zweite Ausnehmung ist außerhalb der Zeichenebene im Drehschieber enthalten, wie
es noch weiter unten anhand von Figur 4 erläutert wird. Dieser Gehäuseteil 20 ist
zweckmäßig integraler Bestandteil des Verdichtergehäuses 2, doch kann er auch als
separater Gehäuseteil ausgebildet sein, wobei die nachfolgend erläuterten Kanäle bzw.
Leitungen zum Verdichertergehäuse 2 entsprechend vorgesehen werden. Zur Druckkammer
6 führt ein Kanal 26 und zur Einlaßkammer 4 eine Rückführleitung 28. Ferner ist ein
Voreinlaß 30 im Verdichtergehäuse 2 vorgesehen. Dieser Voreinlaß 30 liegt in Drehrichtung
32 des Außenrotors 8 gesehen zwischen der hinteren Steuerkante 34 der Einlaßkammer
4 und der vorderen Steuerkante 36 der Druckkammer 6. Der Voreinlaß 30 ist derart angeordnet,
daß in der dargestellten Drehstellung des Drehschiebers 22 das geförderte Medium,
insbesondere Luft, ohne verdichtet zu werden, durch den Voreinlaß und den Kanal 26
zur Druckkammer 6 strömt. Die Winkellage des Voreinlasses 30 wird in Abhängigkeit
der Geometrie des Außenrotors sowie der Steuerkanten des Verdichtergehäuses 2 vorgegeben,
damit für den dargestellten Fall der Umluftregelung im Teillastbereich eines Kraftfahrzeugmotors
keine innere Verdichtung zustande kommt. Ein zweiter Voreinlaß ist in entsprechender
Weise wie der dargestellte Voreinlaß 30 in Richtung der Längsachse versetzt angeordnet.
Desweiteren ist ein Kanal 26 über die gesamte Breite in dem Gehäuse 2 angeordnet.
Die Rückführleitung 28 ist in dem dargestellten Fall der Umluftregelung mittels des
Drehschiebers 22 abgesperrt.
[0012] Fig. 2 zeigt einen axialen Schnitt durch das Verdichtergehäuse 2, wobei der Außenrotor
und der Innenrotor nicht dargestellt sind. Das Verdichtergehäuse 2 ist topfförmig
ausgebildet und wird nach dem Einbau der Rotoren auf der in der Zeichnung rechten
Seite mit einem Deckel abgeschlossen. Exzentrisch zur Längsachse 38, um welche der
Außenrotor drehbar ist, ist im Gehäuseboden 40 eine Bohrung 42 für die Welle des
Innenrotors vorgesehen. In die zylindrische Innenwand 44 des Verdichtergehäuses 2
mündet die Druckkammer 6 mit der Auslaßöffnung 7. In die Druckkammer 6 mündet ferner
der bereits erwähnte Kanal 26. Wie dargestellt, weist die zylindrische Innenwand 44
zwei Schlitze 46, 47 der oben bereits erläuterten Voreinlässe 30 auf. Die Schlitze
46, 47 sind ebenso wie die zugeordneten Voreinlässe 30 im Gehäuse 2 bzw. Gehäuseteil
20 schräg angeordnet, so daß entsprechend der Drehwinkelstellung des Drehschiebers
eine kontinuierliche Veränderung des Öffnungsquerschnittes ermöglicht wird. Der Schlitz
46 weist ein "oberes" Ende 66 auf. Vom Drehschieber ist hier nur eine nach außen geführte
Kolbenstange 48 erkennbar.
[0013] Fig. 3 zeigt eine Aufsicht von oben auf das Verdichtergehäuse 2 mit einem Stellantrieb
50, welcher einen Steuerhebel 52 aufweist. Am freien Ende des Steuerhebels 52 befindet
sich eine Zahnstange 54, welche mit einem Ritzel 56 der Kolbenstange 48 in Eingriff
steht. Mit dem Stellantrieb 50 können somit die Kolbenstange 48 und der Drehschieber
um die Achse 58 gedreht werden.
[0014] Fig. 4 zeigt einen axialen Schnitt längs der Achse 58 des Drehschiebers 22 in dem
Gehäuseteil 20. Der Drehschieber 22 weist zwei Ausnehmungen 24, 25 auf, welche mit
den beiden erwähnten Voreinlässen sowie Kanälen zusammenwirken. Die erste Ausnehmung
24 und die zweite Ausnehmung 25 sind in axialer Richtung mit einem Abstand zueinander
angeordnet und sind im übrigen übereinstimmend ausgebildet; insbesondere die Drehwinkellage
bezüglich der Achse 58 des Drehschiebers 22 ist übereinstimmend. Ferner enthält der
Drehschieber 22 eine zusätzliche Ausnehmung 27, welche der Rückführleitung in die
Einlaßkammer zugeordnet ist. Die axiale Länge der zusätzlichen Ausnehmung 27 ist
zweckmäßig kleiner als der axiale Abstand der beiden Ausnehmungen 24, 25. Mittels
Wälzlagern 60 ist der Drehschieber 22 in dem Gehäuseteil 20 drehbar gelagert. Mit
einem Deckel 62 ist die den Drehschieber 22 aufnehmende Bohrung des Gehäuseteils 20
dicht abgeschlossen. Die genannten Ausnehmungen 24, 25 sowie 27 sind als im Querschnitt
rechteckige Durchstiche senkrecht zur Drehachse 58 des Drehschiebers 22 ausgebildet,
wobei geradlinige Steuerkanten entsprechend vorhanden sind. Die Bodenflächen der Ausnehmungen
24, 25 sowie 27 reichen bis an die Drehachse 58 heran und sind zweckmäßig parallel
zueinander ausgerichtet. Im Zusammenwirken mit den schräg angeordneten Voreinlässen
kann folglich eine kontinuierliche Veränderung des freizugebenden bzw. abzusperrenden
Querschnitts entsprechend der Drehwinkelstellung des Drehschiebers 22 erfolgen. Im
Rahmen der Erfindung können aber auch die Steuerkanten der Ausnehmungen 24, 25 sowie
27 beispielsweise als gekrümmte Kurven ausgebildet sein, um so die gewünschte Abhängigkeit
der freigegebenen Querschnittsfläche zur momentanen Drehstellung zu erhalten. Die
mittels den Ausnehmungen 24, 25 freizugebende Querschnittsfläche für den Voreinlaß
bzw. die beiden Voreinlässe ist größer als die mit der zusätzlichen Ausnehmung 27
freizugebende Querschnittsfläche entsprechend der Rückführleitung 28. Damit ist es
ohne weiteres möglich, die im Umluftbetrieb größere Luftmenge abzuführen als die im
Vollastbetrieb durch die Rückführleitung rückzuführende kleinere Luftmenge.
[0015] In den Fig. 5 bis 7 ist der Drehschieber in der Schnittebene entlang der Schnittlinie
A-C gemäß Fig. 2 in verschiedenen Drehwinkelstellungen dargestellt. In Fig. 5 ist
im Vergleich mit Fig. 1 der Drehschieber 22 gegen den Uhrzeigersinn um einen Winkel
gedreht. Die Steuerkante 64 der Ausnehmung 24 überdeckt bereits teilweise den Voreinlaß
30. Wie oben bereits angegeben, ist im Drehschieber außer der hier dargestellten Ausnehmung
24 noch eine zweite Ausnehmung axial beabstandet angeordnet. Die nachfolgenden Erläuterungen
zur Ausnehmung 24 gelten entsprechend für die genannte zweite Ausnehmung. Mittels
der strichpunktierten Linie 66 ist das obere Ende des schrägstehenden Schlitzes sowie
Voreinlasses angedeutet. Der Drehschieber wird im Vollastbetrieb für teilweise innere
Verdichtung in die dargestellte Position gebracht. Entsprechend der Stellung des
Drehschiebers erfolgt ein Druckausgleich zwischen der Arbeitskammer und der Druckkammer
und das Verdichtungsverhältnis ist kleiner als die innere Verdichtung. Über den Voreinlaß
und entsprechend der Drehwinkelstellung des Drehschiebers werden schnelle Druckausgleichsvorgänge
im Verdichter in besonders zweckmäßiger Weise vermieden. Derartige plötzliche Druckausgleichsvorgänge
können zu Impulsanregungen und erheblichen Geräuschen führen, welche aufgrund der
erfindungsgemäßen Ausgestaltung wesentlich vermindert werden. Desweiteren wird die
Verdichtungsarbeit reduziert, was sich für die Energiebilanz des Verdichters über
den gesamten Betriebsbereich betrachtet, als günstig erweist. Die Lage und Anordnung
des Voreinlasses, die Geometrie des Drehschiebers, und insbesondere dessen Steuerkanten,
wird den Erfordernissen entsprechend vorgegeben und es kann in zuverlässiger Weise
die geforderte Abstimmung auf den jeweiligen Motortyp vorgenommen werden. Es hat sich
als besonders zweckmäßig erwiesen, die Anordnung und Ausbildung in der Weise vorzugeben,
daß der Druckverlauf in den Arbeitskammer ohne einen Wendepunkt beim Drehen des Drehschiebers
22 monoton ansteigt.
[0016] Gemäß Fig. 6 und 7 ist durch den Drehschieber 22 der Voreinlaß 30 vollständig abgesperrt.
In der Stellung gemäß Fig. 6 wird der maximale Ladedruck für den Vollastbetrieb erreicht.
Das Verdichtungsverhältnis entspricht der inneren Verdichtung des Verdichters. Auch
bei einer weiteren Drehung des Drehschiebers 22 gegen den Uhrzeigersinn wird gemäß
Fig. 7 der Voreinlaß 30 nach wie vor abgesperrt.
[0017] Anhand von Fig. 8 und 9, welche einem Schnitt entlang Schnittlinie A-B gemäß Fig.
2 entsprechen, wird die Ladedruckbegrenzung für den Vollastbetrieb erläutert. Es
sei angemerkt, daß die vorstehend erwähnten Voreinlässe vor bzw. hinter der Zeichenebene
liegen und der Drehschieber 22 im Bereich der zusätzlichen Ausnehmung 27 geschnitten
dargestellt ist. Die Drehwinkelstellung gemäß Fig. 8 entspricht der von Fig. 6 und
die Drehwinkelstellung der Fig. 9 entspricht der von Fig. 7. Gemäß Fig. 8 hat die
Steuerkante 67 der zusätzlichen Ausnehmung 27 gerade den Kanal 26 erreicht. Bei einer
weiteren Drehung gegen den Uhrzeigersinn wird zunehmend der Kanal 26 mit der Rückführleitung
28 verbunden, wobei gemäß Fig. 9 der gesamte Querschnitt freigegeben ist. Für den
Vollastbetrieb des Kraftfahrzeugmotors wird damit eine wirksame und funktionssichere
Ladedruckbegrenzung erreicht. Wie in Verbindung mit Fig. 1 ersichtlich, bleibt während
der Ladedruckbegrenzung im Vollastbetrieb der Voreinlaß geschlossen.
[0018] Anhand von Fig. 10 ist ein weiterer Betriebszustand erläutert. Gegenüber der in Fig.
1 dargestellten Position, welche der Nullstellung entspricht, ist der Drehschieber
22 im Uhrzeigersinn um etwa 45° gedreht. Der Kanal 26, der Voreinlaß 30 und die Rückführleitung
28 stehen über die Ausnehmung 24, 25 ebenso wie über die zweite hier nicht dargestellte
Ausnehmung miteinander in Verbindung. Der Drehschieber 22 nimmt diese Stellung im
Teillastbetrieb ein, wenn die Drosselklappe des Kraftfahrzeugmotors geschlossen wird.
In zweckmäßiger Weise erfolgt ein Druckausgleich im Teillastbetrieb zwischen der Druckkammer
und der Einlaßkammer, so daß der Verdichter im Leerlaufbetrieb arbeitet und nicht
gegen die geschlossene Drosselklappe fördert.
[0019] Fig. 11 zeigt eine zweckmäßig Ausgestaltung des Stellantriebs 50, welcher hier als
eine Steuerdose mit einer Membran 70 und zwei Federn 72, 74 ausgebildet ist. Diese
Steuerdose enthält einerseits einen Anschluß 76 und andererseits den nach außen geführten
Steuerhebel 52 mit der Zahnstange 54, welche auf das Ritzel 56 und damit auf den Drehschieber
einwirkt. Der Anschluß 76 ist über eine Leitung mit einem Sammler verbunden, der zwischen
der Drosselklappe und dem Kraftfahrzeugmotor vorhanden ist. In der dargestellten Null-Position
sind die beiden Federn 72, 74 vorgespannt. In dieser Position nimmt der Drehschieber
die in Fig. 1 dargestellte Drehwinkelstellung ein. Bei einer Erhöhung des am Anschluß
76 anstehenden Druckes wird der Steuerhebel 52 gemäß Fig. 11 gegen die Kraft der Feder
72 nach links verschoben und das Ritzel 56 gegen den Uhrzeigersinn gedreht, wobei
der Drehschieber die anhand von Fig. 5 bis 9 erläuterten Drehwinkelstellungen einnimmt.
Die Steuerdose enthält einen topfartig ausgebildeten Membranteller 78, dessen freie
Stirnfläche 80 als Anschlag zur Begrenzung der maximalen Bewegung dient. Hat die Stirnfläche
80 den Gehäuseboden entsprechend dem Pfeil 82 erreicht, so ist die maximal mögliche
Bewegung durchgeführt und der Drehschieber hat die in Fig. 9 dargestellte Stellung
eingenommen. Wird die Drosselklappe im Teillastbetrieb geschlossen, so steht am Anschluß
76 ein Unterdruck an mit der Folge, daß der Steuerhebel 52 gemäß Fig. 11 nach rechts
bewegt wird. Die Feder 74 ist innerhalb eines topfförmigen Teiles 84, der einen Flansch
86 aufweist, angeordnet. Damit ist ein Anschlag zur Begrenzung der maximalen Bewegung
in der negativen Richtung erreicht. Hat der Flansch 86 sich entsprechend dem Pfeil
88 vollständig nach rechts bewegt, so ist die maximale negative Endstellung erreicht
und der Drehschieber hat die in Fig. 10 dargestellte Drehwinkelstellung eingenommen.
Für die Bewegung des Stellantriebs innerhalb des durch den Pfeil 82 bezeichneten Bereiches
wird nur die Feder 72 wirksam. Wird hingegen infolge eines Unterdrucks am Anschluß
76 eine Bewegung in dem durch den Pfeil 88 bezeichneten Bereich durchgeführt, so sind
hierbei die beiden Federn 72 und 74 wirksam. Der erläuterte und als Stelldose ausgebildete
Stellantrieb ermöglicht in zuverlässiger Weise mit geringem Aufwand die Bewegungen
des Drehschiebers in positiver Richtung entsprechend dem Pfeil 82 vom Teillastbetrieb
bis in den Vollastbetrieb einschließlich der Überdruckbegrenzung. Ferner wird für
den Teillastbetrieb beim Schließen der Drosselklappe unmittelbar die Bewegung in der
anderen, negativen Richtung ermöglicht.
[0020] Fig. 12 und 13 zeigen eine weitere Ausgestaltung, wobei nunmehr der Drehschieber
22 einschließlich des Gehäuseteils 22 unmittelbar in das Verdichtergehäuse 2 integriert
sind. In Fig. 12 entspricht hierbei die Stellung des Drehschiebers 22 der gemäß Fig.
10. Die Druckkammer 6 ist über die Rückführleitung 28 mit der Einlaßkammer 4 verbunden.
Wie ersichtlich, steht auch die Arbeitskammer sowohl mit der Druckkammer als auch
mit der Einlaßkammer in Verbindung. Mit strichpunktierten Linien ist in Fig. 12 eine
Position des Drehschiebers 22 angedeutet, welche der von Fig. 1 entspricht. Der Drehschieber
22 weist bei dieser Ausführungsform keine geradlinigen Steuerkanten auf. Wie vielmehr
aus Fig. 13 ersichtlich, ist in der Mitte eine bogenförmige Ausnehmung 90 mit einer
gebogenen Steuerkante 92 vorgesehen, welche an den axialen Enden in gerade Steuerkantenbereiche
übergeht. Es kann auch eine gekrümmte Kurve oder angefräste Fläche vorhanden sein.
Wie durch die strichpunktierten Linien in Fig. 12 angedeutet, wird einerseits die
Rückführleitung 28 abgesperrt und andererseits aufgrund der bogenförmigen mittleren
Ausnehmung eine Verbindung zwischen dem Voreinlaß 30 und der Druckkammer 6 geschaffen.
Der Voreinlaß wird hierbei durch den freien Bereich zwischen der Anlagefläche 96 des
Drehschiebers 22 am Außenrotor und einer Auslaßsteuerkante 94 des Verdichtergehäuses
2 gebildet.
[0021] Die Erläuterung der Steuerungsvorrichtung im Zusammenhang mit einem innenachsigen
Drehkolbenverdichter beinhaltet keine Einschränkung der Erfindung auf einen solchen.
Vielmehr kann die Steuerungsvorrichtung mit dem Drehschieber für Drehkolbenverdichter
anderer Bauart zum Einsatz gelangen, wobei hier beispielshaft ein Schraubenverdichter
sowie ein Roots-Gebläse genannt werden. Des weiteren kann zur Verstellung des Drehschiebers
außer dem dargestellten Stellantrieb mit einer Steuerdose ein insbesondere elektrisch
gesteuertes Servomotor, einer hydraulisch betätigbare Stelleinrichtung oder dergleichen
vorgesehen werden. Obgleich mittels des Drehschiebers in besonders zweckmäßiger Weise
die verschiedenen anhand der Figuren 5 bis 10 erläuterten Steuerfunktionen durchgeführt
werden, liegen im Rahmen dieser Erfindung auch solche Ausführungsformen, welche nur
eine dieser aufgezeigten Steuerfunktionen durchführen.
Bezugszeichen
[0022]
2 Verdichtergehäuse
4 Einlaßkammer
5 Einlaßöffnung
6 Druckkammer
7 Auslaßöffnung
8 Außenrotor
10 Eingriffsteil
12 Arbeitskammer
14 Innenrotor
16 Eingriffsteil von 14
20 Gehäuseteil
22 Drehschieber
24, 25 Ausnehmung in 22
26 Kanal
27 zusätzliche Ausnehmung in 22
28 Rückführleitung
30 Voreinlaß
32 Drehrichtung
34 hintere Steuerkante von 4
36 vordere Steuerkante von 6
38 Längsachse
40 Gehäuseboden
42 Bohrung in 40
44 Innenwand von 2
46, 47 Schlitz
48 Kolbenstange
50 Stellantrieb
52 Steuerhebel
54 Zahnstange
56 Ritzel
58 Achse von 22
60 Lager
62 Deckel von 20
64 Steuerkante von 24
66 Linie
67 Steuerkante von 27
70 Membran
72, 74 Feder
76 Anschluß
78 Membranteller
80 Stirnfläche
82 Pfeil
84 Teil
86 Flansch
88 Pfeil
90 Ausnehmung
92 gebogene Steuerkante
94 Steuerkante von 2 (Auslaßsteuerkante)
96 Anlagefläche
1. Steuerungsvorrichtung für einen Drehkolbenverdichter, der insbesondere zur Aufladung
eines Verbrennungsmotors verwendet wird, mit einem Verdichtergehäuse (2) und einer
Druckkammer (6), in welche ein Kanal (26) mündet, der durch ein in einem Gehäuseteil
(20) angeordnetes Ventil insbesondere mit einer Rückführleitung (28) verbindbar ist,
welche in eine Einlaßkammer (4) mündet,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Ventil als Drehschieber (22) ausgebildet ist, und daß der Drehschieber (22)
wenigstens eine Ausnehmung (24, 25, 27) aufweist, über welche entsprechend der Drehwinkelstellung
des Drehschiebers (22) der Kanal (26) mit einem Voreinlaß (30) und/oder mit der Rückführleitung
(28) verbindbar ist.
2. Steuerungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit
der Drehwinkelstellung des Drehschiebers (22) die Öffnungsquerschnitte kontinuierlich
veränderbar sind.
3. Steuerungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß in Drehrichtung
eines Außenrotors (8) des Drehkolbenverdichters vor einer vorderen Steuerkante (36)
in der zylindrischen Innenwand (44) des Verdichtergehäuses (2) wenigstens ein Schlitz
(46, 47) als Voreinlaß (30) in einem Winkel geneigt angeordnet ist.
4. Steuerungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Gehäuseteil (20) integraler Bestandteil des Verdichtergehäuses (2) ist und
nahe der Druckkammer (6) außerhalb derselben angeordnet ist.
5. Steuerungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verdichtergehäuse (2) einen Kanal (26) mit einem sich in axialer Richtung
erstreckenden Querschnitt und ferner zwei axial beabstandet angeordnete Voreinlässe
(30) aufweist und daß der Drehschieber (22) auf dem einen Teil seiner Außenfläche
zwei, dem Kanal (26) zugeordnete Ausnehmungen (24, 25) und auf dem anderen Teil eine
der Rückführleitung (28) zugeordnete zusätzliche Ausnehmung (27) aufweist.
6. Steuerungsvorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennze ichnet, daß die für die
Rückführleitung (28) vorgesehene zusätzliche Ausnehmung (27) eine kleinere Querschnittsfläche
aufweist, als die Querschnittsfläche der Ausnehmungen (24, 25), welche zur Verbindung
mit dem Voreinlaß (30) vorgesehen sind.
7. Steuerungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Drehschieber (22) mittels eines Stellantriebs (50) drehbar ist, welchem ein
Signal zuführbar ist, das dem Druck in einem Sammler zwischen der Drosselklappe und
einem Verbrennungsmotor entspricht, wobei ferner zusätzliche Signale zur Steuerung
der Drehwinkelstellung aufschaltbar sind.
8. Steuerungsvorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Stellantrieb
(50) als eine Steuerdose ausgebildet ist, welcher über einen Anschluß (76) unmittelbar
der hinter der Drosselklappe vorherrschende Druck zuführbar ist, und die einen Steuerhebel
(52) aufweist, der ausgehend von einer Nullstellung einerseits bei positiver Druckbeaufschlagung
in die eine Richtung und andererseits bei negativer Druckbeaufschlagung in die andere
Richtung verstellbar ist.
9. Steuerungsvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerdose
in mittels einer Membran (70) abgetrennten Kammern jeweils eine Feder (72, 74) aufweist,
welche in einer Null-Stellung vorgespannt sind, daß für einen bevor zugt größeren
Verstellweg im Vollastbetrieb nur die eine Feder (72) wirksam ist und daß in Teillastbetrieb,
wenn in der Kammer mit der Feder (74) ein Unterdruck vorherrscht, beide Federn (72,
74) wirksam sind.
10. Steuerungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der zweckmäßig am Verdichtergehäuse (2) angeordnete Stellantrieb (50) über den
Steuerhebel (52) mit einer Zahnstange (54) und einen Ritzel (56) auf eine Kolbenstange
(48) des Drehschiebers (22) einwirkt.