[0001] Die Erfindung betrifft Spülfarbwerke an einer Farbkastenwalze einer Rotationsdruckmaschine.
[0002] Durch die DE-OS 33 20 638 ist ein Spülfarbwerk für eine schnellaufende Rasterwalze
bekannt geworden, bei dem Farbabteilbleche vorgesehen sind, die mittels Federdruck
an die Oberfläche der Rasterwalze angedrückt werden.
[0003] Der Kontakt der Farbabteilbleche mit der sich schnell bewegenden Oberfläche der Rasterwalze
führt zwangsläufig zu einer Riefenbildung auf der Oberfläche der Rasterwalze und einer
Abnutzung der Farbabteilbleche. Die Farbabteilbleche werden zwar zunächst mittels
vorgesehener Andruckmittel automatisch nachgestellt, müssen aber letztendlich doch
ausgewechselt werden. Schwerer wiegt hier das Problem der Riefenbildung auf der Oberfläche
der Rasterwalze. Diese vermindert die Qualität der Farbverteilung, insbesondere bei
einem Wechsel des zu bedruckenden Formates von z.B. 1/4-breitem Druck auf 1/2-breitem
Druck bzw. Panoramadruck. Außerdem wird durch den Kontakt der Farbabteilbleche mit
der Rasterwalze die Rotationsgeschwindigkeit der Rasterwalze begrenzt, da der Verschleiß
beider Teile mit höherer Umfangsgeschwindigkeit der Rasterwalze enorm steigt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Spülfarbwerk zu schaffen, bei dem die
Farbabteilbleche keinen Kontakt mit der Farbkastenwalze aufweisen.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 gelöst.
[0006] Die Vorteile der Erfindung sind wie folgt, kein Verschleiß von Farbkastenwalze und
Farbabteilblechen, insbesondere in ihrem Abdichtungsbereich, keine Temperaturprobleme
durch Reiberwärmung der Farbabteilbleche. Höchste Umfangsgeschwindigkeiten der Rasterwalze
sind möglich. Nachrakeleinrichtungen können entfallen. Ebenso können Führungs- und
Anstelleinrichtungen für die Farbabteilbleche entfallen. Die erfindungsgemäße Einrichtung
ist sowohl für ölhaltige als auch wasserhaltige Farben geeignet. Eine Drehrichtungsumkehr
ist möglich.
[0007] Ein Ausführungsbeispiel ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im folgenden
näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Spülfarbwerks im Querschnitt,
Fig. 2 eine schematische Darstellung des Spülfarbwerks im Längsschnitt.
[0008] Eine als Rasterwalze ausgebildete Farbkastenwalze 1 weist in axialer Richtung mehrere
(z.B. 4) nebeneinander angeordnete Spülfarbwerke 2 (z.B. jeweils 1/4-breit) auf, die
vorzugsweise von unten an eine Manteloberfläche 3 der Farbkastenwalze 1 angestellt
sind, ohne diese mit ihren Farbabteilblechen zu berühren. Jeweils ein Spülfarbwerk
2 weist ein Gehäuse 4 auf, bestehend aus einer Grundplatte 6, jeweils einer vorderen
und hinteren Seitenwand 7;8 und jeweils einer linken und rechten seitlichen Abdeckung
9;11 auf. Auf den vorderen und hinteren Seitenwänden 7,8 ist jeweils mittels eines
Klemmstücks 12; 13 ein Rakelmesser 14; 16 festgeklemmt, welches mittels einer vorderen
Rakelkante 17; 18 an die Rasterwalze 1 angestellt ist. Die Rasterwalze 1 bildet mit
dem Spülfarbwerkgehäuse einen abgeschlossenen Farbraum 19, der lediglich jeweils einen
kleinen Spalt s (ca. 0,2 - 0,5 mm) zwischen den Abdeckungen 9,11 und der Manteloberfläche
3 aufweist.
[0009] Innerhalb des Spülfarbwerkgehäuses 2 ist eine Farbauftragsrinne 23 vorgesehen, die
sich in axialer Richtung nahezu über die gesamte Länge des Spülfarbwerkgehäuses 2
erstreckt. Die Farbauftragsrinne 23 besteht im Ausführungsbeispiel aus einem aufgeschnittenen
Rohr. Mit einer oberen Öffnung 24 ist die Farauftragsrinne 23 an die Manteloberfläche
3 der Rasterwalze 1 angestellt. An den seitlichen Enden der Farbauftragsrinne 23 ist
jeweils ein linkes und rechtes Farbabteilblech 24,26 vorgesehen, das an den Umfang
der Farbkastenwalze 1 angepaßt in einem kleinen Abstand (z.B. 0,2 mm) zu dieser angeordnet
ist. Die Farbauftragsrinne 23 bildet mit der Rasterwalze 1 und den Farbabteilblechen
24,26 einen nahezu abgeschlossenen Farbraum 29.
[0010] Zwischen der Farbauftragsrinne 23 und der Grundplatte 6 ist ein Farbzuführkanal 32
vorgesehen, der die gleiche Länge aufweist wie die Farbauftragsrinne 23. Der Farbzuführkanal
32 wird gebildet aus einem Teil der Grundplatte 6, zwei Seitenwänden 33,34 und dem
Grund 27 der Farbauftragsrinne 23.
[0011] Im Grund 27 der Farbauftragsrinne 23 sind in axialer Richtung über die Länge der
Farbauftragsrinne 23 verteilt mehrere (z.B. 7) Farbzuführbohrungen 28 vorgesehen,
deren Öffnungsquerschnitt von einer Mitte ausgehend nach außen hin größer wird. Ein
Farbzufuhranschluß 31 ist ebenfalls in der Mitte des Spülfarbwerkgehäuses 4 angeordnet.
Durch die Anordnung der Farbzufuhrbohrungen 28 wird ein Druckabfall in der Farbauftragsrinne
23 verhindert.
[0012] Die Druckfarbe wird unter leichtem Überdruck (ca. 0,5-1 bar) über den Farbzufuhranschluß
31 und den Farbzufuhrkanal 32 und die Farbzufuhrbohrungen in die Farbauftragsrinne
23 gepumpt. Die Rasterwalze 1 wird in Rotation versetzt und durch die Farbauftragsrinne
23 eingefärbt. Der kleine Abstand a zwischen den Farbabteilblechen 24,26 läßt die
unter leichtem Überdruck stehende Druckfarbe in kleinen Mengen, je nach Viskosität
der verwendeten Farbe, an den Seiten austreten. Die austretende Farbe gelangt nun
in den drucklosen Raum 19 und kann durch Farbabflußbohrungen 36,37 in der Grundplatte
6 abfließen und einem Farbreservoir zugeführt werden. Eine an die Farbabflußbohrungen
36,37 angeschlossene Absaugeinrichtung (nicht dargestellt) kann den Dichtungsprozeß
noch verstärken, wenn dadurch der Raum 19 mit leichtem Unterdruck beaufschlagt wird.
[0013] Die Form der Farbauftragsrinne 23 wurde als einfaches Ausführungsbeispiel ausgewählt.
Es sind jedoch auch andere Farbauftragsleisten oder -rinnen denkbar. So kann z.B.
ein weiteres Ausführungsbeispiel, entsprechend dem äußeren Spülfarbwerkgehäuse 2,
ebenfalls Rakelmesser aufweisen, die einen Kontakt mit der Rasterwalze 1 aufweisen.
Außerdem können in der Farbauftragsrinne 23 Profilkörper vorgesehen werden, die eine
Zirkulation der Farbe in der Farbauftragsrinne 23 begünstigen. Weiterhin können an
der Farbauftragsrinne 23 Farbabsaugbohrungen vorgesehen werden, mittels derer z.B.
eine mit Luftbläschen angereicherte Druckfarbenmenge abgesaugt wird.
[0014] Beim gezeigten Ausführungsbeispiel sind an den Spülfarbwerkenden jeweils zwei Seitenschilder
9,11 bzw. Farbabteilbleche 24,26 vorgesehen; es wird hiermit darüberhinaus vorgeschlagen,
im Bedarfsfall auch zusätzlich weitere seitliche Abdeckungen vorzusehen, so daß auch
an jeder Seite drei oder mehr Abdeckungen denkbar sind.
Teileliste
[0015]
1 Farbkastenwalze (Rasterwalze)
2 Spülfarbwerk
3 Manteloberfläche (1)
4 Gehäuse (2)
5 -
6 Grundplatte
7 Seitenwand
8 Seitenwand
9 Abdeckung (Seitenschild)
10 -
11 Abdeckung (Seitenschild)
12 Klemmstück
13 Klemmstück
14 Rakelmesser
15 -
16 Rakelmesser
17 Rakelkante (14)
18 Rakelkante (16)
19 Farbraum
20 -
21 -
22 -
23 Farbauftragsrinne (-leiste)
24 Farbabteilblech
25 -
26 Farbabteilblech
27 Grund (23)
28 Farbzufuhrbohrung
29 Farbraum
30 -
31 Farbzufuhranschluß
32 Farbzufuhrkanal
33 Seitenwand (32)
34 Seitenwand (32)
35 -
36 Farbabflußbohrung
37 Farbabflußbohrung
a Abstand
s Spalt
1. Spülfarbwerk für eine Farbkastenwalze (1) einer Rotationsdruckmaschine mit jeweils
einer seitlichen Abdeckung (9; 11), dadurch gekennzeichnet, daß jeweils parallel zur
Abdeckung (9; 11) mindestens ein weiteres Farbabteilblech (24; 26) angeordnet ist.
2. Spülfarbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein druckbeaufschlagter
Farbraum 29 von einem drucklosen Raum 19 umgeben ist.
3. Spülfarbwerk nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sämtliche Abdeckungen
(9;11) und Farbabteilbleche 24,26 einen Abstand (s;a) zur Farbkastenwalze (1) aufweisen.
4. Spülfarbwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß über die Länge der Farbauftragsrinne
(23) verteilt Farbzuführbohrungen vorgesehen sind, dessen Durchflußquerschnitt mit
einer Entfernung von einem Farbzuführanschluß großer wird.
5. Spülfarbwerk nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der vom Spülfarbwerkgehäuse
(4) gebildete Raum (19) mit Unterdruck beaufschlagbar ist.