[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Schalung für zu schüttende Wände, bestehend aus
zwei aus flachem Plattenmaterial zusammengesetzten, mittels Distanzhalter in Abstand
gehaltenen Schalungswänden, die an der Aussenseite durch einander kreuzende und untereinander
haltende Vertikalträger und Horizontalträger gestützt werden, wobei die Vertikalträger
an der Aussenseite und die Horizontalträger zwischen diesen Vertikalträgern und der
betreffenden Schalungswand angeordnet sind und wobei die Horizontalträger auf von
den Vertikalträgern ausragenden Stützelementen aufliegen und befestigt sind.
[0002] Eine derartige Schalung ist aus der FR-A-2.129.095 bekannt und kann als eine Schalung
vom semi-klassischen Typ erachtet werden.
[0003] Eine Schalung vom rein klassischen Typ ist zum Beispiel bekannt aus den NL 6412145,
NL 6507926 und NL 7011968. Bei einer Schalung dieser Art werden aus dem beim Bauunternehmer
vorhandenen Vorrat des aus Holz bestehenden Platten- und Trägermaterials die erforderlichen
Schalungswände, Vertikalträger und Horizontalträger nach Mass gesägt und zu der gewünschten
Schalung zusammengestellt. Dabei werden die Vertikalträger gegen die Schalungswände
angeordnet und werden die Horizontalträger, manchmal in Paaren, an der Aussenseite
gegen die Vertikalträger angeordnet. Die gegenseitige Verbindung zwischen Vertikalträgern
und Horizontalträgern geschieht dabei im Allgemeinen mittels von den Schalungswänden,
durch die Vertikalträger hindurch und zwischen den Horizontalträgerpaaren hindurch,
nach aussen ragender Ansatzstücke der Distanzhalter mit auf dieselben anzubringenden
Verschlussscheiben und Muttern. Schalungen dieser Art werden noch immer allgemein
verwendet und zwar vor allem durch Bauunternehmer, die zum Errichten von kleineren
Bauwerken ausgestattet sind. Diese Bauunternehmer haben mit dem Umstand zu rechnen,
dass beim Einpassen des (schon früher gebrauchten) Schalungsmaterials jedesmal ein
verhältnismässig grosser Anteil des Schalungsmaterials verloren geht. Dies gilt insbesondere
für das Balkenholz, aus dem die Horizontalträger bestehen. Dieses in Standardlängen
von zum Beispiel fünf oder sieben Metern angeschafte Balkenholz kann durchschnittlich
dreimal wieder gebraucht werden. Alsdann ist es dermassen versägt worden, dass es
keine Stücke mit einer brauchbaren Länge mehr gibt. Darüberhinaus hat diese Schalung
den Nachteil, dass die beschriebene Verbindung zwischen Vertikalträgern und Horitontalträgern
schwierig zu Stande zu bringen ist; die Horizontalträger müssen dabei zunächst mit
provisorischen Mitteln den Vertikalträgern gegenüber unterstützt werden, bevor sie
mit Hilfe der Ansatzstücke gegen die Vertikalträger herangezogen werden können.
[0004] Durch die oben mit semi-klassisch bezeichnete Schalung nach der FR-A-2.129.095 werden
den gerade im Zusammenhang mit den klassischen Schalungen genannten Nachteilen schon
einigermassen entgegen gekommen. Indem ja nach FR-A-2.129.095 die aus Holz bestehenden
Vertikalträger der klassischen Schalung durch (gegebenenfalls aus Vertikalabschnitten
zusammenzustellende) Strahlträger mit angeschweissten Auflagestützen für die aus Holz
bestehenden Horizontalträger ersetzt werden, ist die Verwendung von provisorischen
Stützmitteln für die Horizontalträger weggefallen. Trotz des Ersatzes der aus Holz
bestehenden Vertikalträger durch Metallträger bleibt die Möglichkeit bestehen die
(aus Holz bestehenden) Schalungswände durch Nageln zu befestigen, und zwar jetzt an
den hölzernen Längsträgern, die nach FR-A-2.129.095 nicht mehr an der Aussenseite
der Schalung angeordnet werden, sondern gegen die Schalungswände anliegen.
[0005] Für den wichtigsten Nachteil der klassischen Schalung, und zwar das Verlorengehen
von Balkenholz beim nach Mass sägen der Horizontalträger beim Wiedergebrauch, wodurch
dieser Wiedergebrach beschränkt ist, wird in der FR-A-2.129.095 jedoch keine Lösung
angegeben.
[0006] Die Erfindung beabsichtigt nunmehr diese Lösung zu schaffen.
[0007] Erfindungsgemäss wird dieser Zweck dadurch erreicht, dass die Stützelemente je einen
Einsteck-Liegeplatz bilden, der von einem Paar von etwa senkrecht von einer Seite
des Vertikalträgers ausragenden Flanschen begrenzt wird, und zwar einer unteren, sich
senkrecht zur Längsachse des Vertikalträgers erstreckenden Stützflansche und einer
im Abstand derselben liegenden oberen Flansche, die einen kleinen Winkel mit der unteren
Flansche bildet, in der Weise, dass zwischen dem Horizontalträger und der oberen Flansche
ein keilförmiger Spaltraum vorhanden ist, in den ein den Horizontalträger festklemmender
Keil eingeschlagen werden kann.
[0008] Durch die Merkmale der Erfindung kann die Verbindung zwischen Vertikalträgern und
Horizontalträgern in einfachster Weise zu Stande gebracht werden und braucht man dazu
nicht, wie bei der FR-A-2.129.095, Nagel durch die Horizontalträger hindurch bis in
den speziell dafür ausgebildeten Auflagestützen zu treiben. Eine derartige Befestigungsweise
ergibt dabei die Möglichkeit um, abhängig von der zur Verfügung stehenden Balkenlängen,
die Horizontalträger entweder in untereinander ausgerichteten Abschnitten, oder in
einander in horizontaler Richtung überlappenden und in vertikalem Sinn versetzt liegenden
Abschnitten anzuordnen. Das "Versägen" des für die Horizontalträger zu verwendenden
Balkenholzes kann somit zu einem Mindestwert beschränkt werden. Es leuchtet ein, dass
eine derartige Weise des Anordnens der Horizontalträger bei der Schalung nach der
FR-A-2.129.095 sehr schwierig, wenn nicht unmöglich ist im Zusammenhang mit dem für
die Befestigung der Horizontalträger auf ihren Auflagestützen erforderlichen Manövrierraum.
Bei der Schalung nach der Erfindung wird zunächst eine Anzahl von Vertikalträgern
aufgestellt und darauf die Schalung zunächst von unten her und weiter in horizontaler
Richtung weiter aufgebaut durch Anbringen der Horizontalträger(abschnitte) und der
Tafeln, aus denen die Schalungswände zusammengesetzt werden.
[0009] Damit ein durch die erforderliche Biege-festigkeit der Schalungswände bestimmter
Maximalabstand zwischen den Horizontalträgern gewährleistet wird, darf der gegenseitige
Abstand zwischen den an den Vertikalträgern verteilt angeordneten Einsteck-Liegeplätzen
selbstverständlich nicht grösser sein als die Hälfte des genannten Maximalabstandes.
[0010] Die Erfindung bezieht sich auch auf einen mindestens an einer Seite mit ausragenden
Flanschen versehenen Vertikalträger, welche zum Anwenden bei der obenbeschriebenen
Schalung geeignet ist.
[0011] Weitere Merkmale dieses Vertikalträgers sind in den Unteransprüche beschrieben.
[0012] Die Erfindung wird unten an Hand der Zeichnung mit einem Ausführungsbeispiel näher
erläutert.
Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Teils einer nach der Erfindung zusammengesetzten
Wandschalung und
Fig. 2 zeigt einen Teil eines Vertikalträgers mit von diesem ausragenden Flanschen.
[0013] Die in der Zeichnung dargestellte Schalung hat eine Aussen- oder hintere Schalungswand
1 und eine Innen- oder vordere Schalungswand 2, die durch Distanzhalter 3, sogenannte
Zentrierstifte, von denen in der Zeichnung ein Exemplar dargestellt wird, in Abstand
von einander gehalten werden.
[0014] Zwecks Vereinfachung der Beschreibung der Konstruktion und des Aufsetzens der Schalung,
wird von der Situation ausgegangen, in der die Aussenschalungswand 1 und die sich
dahinten befindlichen (in der Zeichnung übrigens nicht dargestellten) Vertikalträger
und Horizontalträger bereits aufgestellt worden sind. In dieser Situation wird zunächst
die gegebenenfalls in der zu schüttenden Wand 4 erforderliche Bewehrung 5 angebracht.
Je nach dem Vorschreiten des Aufsetzens der Bewehrung werden auch die Distanzhalter
3 angeordnet und zwar indem diese mit den Kegeln 6 auf die Enden der durch die aussenliegenden
(nicht dargestellten) Vertikalträger geführten Ansatzstücke aufgeschraubt werden.
Für die Ausführung dieser Distanzhalter bezw. Zentrierstifte 3 kann auf die obengenannten
Patentschriften hingewiesen werden.
[0015] Hierauf wird, in einem vorher bestimmten Abstand zur Innenseite der bereits angeordneten
Schalungswand 1 eine Anzahl von Vertikalträgern 7 in einem vorher bestimmten gegenseitigen
Abstand aufgestellt, während man dahinten eine oder mehrere Tafeln für die innere
Schalungswand 2 freistehend gegen die frei ausragenden Kegel 6 der Distanzhalter 3
aufsetzt. Die Vertikalträger 7 können dabei auf einem nicht dargestellten, auf dem
bereits vorhandenen Boden liegenden Bodenbalken aufgestellt werden und gegebenenfalls
provisorisch gestützt werden.
[0016] Hiernach werden die Horizontalträger 8, öfters Gurte genannt, zwischen den Tafeln
und Vertikalträgern angeordnet und zwar indem sie von unten her und in der Zeichnung
von rechts nach links gesehen, zwischen denselben eingeschoben werden. Die Horizontalträger
8, deren Querschnitt-Abmessungen etwa 7 X 17 cm betragen, werden dabei mit den nach
aussen gerichteten Randteilen in an den Vertikalträgern gebildeten Liegeplätzen aufgenommen.
Diese Liegeplätzen werden je durch zwei vom Vertikalträger 7 abstehende Flanschen
9 und 10 (siehe Fig. 2) begrenzt, und zwar eine untere Flansche 9 und eine obere Flansche
10. Die untere Flansche 9 befindet sich in einer Ebene senkrecht zur Längsachse des
Vertikalträgers, während die obere Flansche 10 etwa geknickt ist, wobei die an beiden
Seiten der Knicklinie 11 liegenden Abschnitte 10a und 10b unter einem Winkel von zum
Beispiel 5 bis 7° mit Bezug auf die untere Flansche divergieren. Zwischen jedem Flanschenabschnitt
10a bezw. 10b und einem auf der betreffenden unteren Flansche aufliegenden Horizontalträger
8 ist ein keilförmiger Spaltraum vorhanden, in den ein Keil 11 hineingeschlagen werden
kann um die Horizontalträger 8 gegen den betreffenden Vertikalträger 7 festzuklemmen.
Abhängig von der Zugänglichkeit kann man den Keil wahlweise von links oder von rechts
einführen.
[0017] Abhängig von den zur Verfügung stehenden Balkenlängen, werden die Horizontalträger
8 sich dabei über zwei, drei oder mehrere Vertikalträger erstrecken. Mit Hilfe der
gerade beschriebenen Liegeplatz-Ausführung und der dabei zu verwendenden Keile wird
in einfachster Weise eine zuverlässige Verbindung zwischen Vertikalträgern und Horizontalträgern
zu Stande gebracht. Falls erwünscht kann man die Tafeln der inneren Schalungswand
dabei mit Hilfe von Eck-Verbindungselementen gegen die Horizontalträger 8 anziehen.
Derartige Elemente sind im Bau allgemein bekannt und bedürfen deshalb in der Zeichnung
nicht dargestellt zu werden.
[0018] Der Abstand h zwischen zwei angrenzenden Liegeplätzen beträgt die Hälfte des Maximalabstandes,
der in der Höherichtung der Schalung zwischen zwei angrenzenden Horizontalträgern
eingehalten werden soll um das Durchbiegen der Schalungswände während des Schüttens
der Wand innerhalb einer zulässigen Grenze zu beschränken. In der Praxis wird zum
Beispiel ein Maximalabstand von etwa 30 cm verwendet. Indem der Abstand h die Hälfte
des genannten Maximalabstandes gewählt wird, brauchen die Horizontalträger in den
aufeinanderfolgenden "Schichten" sich nicht auf alle Vertikalträger zu erstrecken,
während trotzdem überall der genannte (in der Höherichtung gemessene) Maximalabstand
eingehalten wird. Mit Hinweis auf die Zeichnung, bedeutet dies, dass auf die mit x
bezeichneten Horizontalträgerabschnitte verzichtet werden könnte.
[0019] Schliesslich wird bei mindestens einer Anzahl der bereits aufgestellten Vertikalträger
7 die durch Gewindestangen gebildeten Ansatzstücke 13 der Distanzhalter 3 angebracht,
zu welchem Zweck diese durch in den betreffenden Vertikalträgern vorhandenen Löcher
14 und die vorher in den Tafeln angebrachten entsprechenden Löcher hindurch gestreckt
werden und in den Kegeln 6 eingeschraubt werden. Schliesslich werden auf den freien
Enden der Gewindestangen 13 Muttern geschraubt um die verschiedenen Teile der Schalung
zu einem steifen Ganzen zusammenzuziehen.
[0020] Die Schalung kann darauf in horizontaler Richtung weiter "ausgedehnt" werden, indem
wieder eine Anzahl von Vertikalträgern aufgestellt wird, dahinten weitere Tafeln für
die innere Schalungswand angebracht werden und zwischen diesen beiden Teilen abermals
die erforderliche Anzahl von Horizontalträgern angebracht wird.
[0021] Wie aus der Zeichnung ersichtlich, können die Vertikalträger 7 aus Abschnitten der
gleichen Länge oder von verschiedenen Längen zusammengesetzt sein, die durch eine
Flanschen-Schraubverbindung kuppelbar sind. In dieser Weise kann die Schalung auch
in vertikalem Sinne in Stufen aufgebaut werden.
[0022] Im in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel bestehen die Vertikalträger
aus (aus Metall geformten) Kastenprofilen. Es leuchtet ein, dass die Vorteile der
Erfindung auch mit anderen Profilausbildungen realisierbar sind.
[0023] Vorzugsweise haben die obere Flanschen 10 eine Breite von etwa 5 cm, welche derjenigen
der Keile 12 entspricht. Diese Keile werden übrigens für ähnliche Zwecke im Bau bereits
allgemein verwendet.
[0024] Die Breite der unteren Stützflanschen ist vorzugsweise grösser, zum Beispiel 75 mm,
sodass die Horizontalträger über gerade etwas weniger als die Hälfte ihrer Breite
unterstützt werden.
1. Schalung für zu schüttende Wände, bestehend aus zwei aus flachem Plattenmaterial
zusammengesetzten, mittels Distanzhalter in Abstand gehaltenen Schalungswänden, die
an der Aussenseite durch einander kreuzende und untereinander haltende Vertikalträger
und Horizontalträger gestützt werden, wobei die Vertikalträger an der Aussenseite
und die Horizontalträger zwischen diesen Vertikalträgern und der betreffenden Schalungswand
angeordnet sind und wobei die Horizontalträger auf von den Vertikalträgern ausragenden
Stützelementen aufliegen und befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Stützelemente
je einen Einsteck-Liegeplatz bilden, der von einem Paar von etwa senkrecht von eine
Seite des Vertikalträgers ausragenden Flanschen begrenzt wird, und zwar einer unteren,
sich senkrecht zur Längsachse des Vertikalträgers erstreckenden Stützflansche und
einer im Abstand derselben liegenden oberen Flansche, die einen kleinen Winkel mit
der unteren Flansche bildet, in der Weise, dass zwischen dem Horizontalträger und
der oberen Flansche ein keilförmiger Spaltraum vorhanden ist, in den ein den Horizontalträger
festklemmender Keil eingeschlagen werden kann.
2. Vertikalträger, versehen mit durch ausragende Flanschen gebildeten Liegeplätzen,
geeignet zum Anwenden bei einer Schalung nach Anspruch 1.
3. Vertikalträger nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass er aus einem Kastenprofil
gebildet wird.
4. Vertikalträger nach Ansprüchen 2-3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Liegeplatz
von einer flachen unteren Stützflansche senkrecht zur Längsachse des Trägers und einer
etwa geknickten oberen Flansche begrenzt wird, wobei die an beiden Seiten der Knicklinie
liegenden Abschnitte der oberen Flansche in entgegengesetzten Richtungen mit Bezug
auf die untere Stützflansche divergieren.
5. Vertikalträger nach Ansprüchen 2-4, gekennzeichnet durch zwischen den aufeinanderfolgenden
Liegeplätzen vorgesehenen Löcher zum Hindurchstecken von Ansatzstücken der distanzhalter
für die Schalung.