Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf die Metallbearbeitungstechnik und betrifft
insbesondere Verfahren zur Oberflächenreinigung metallischer Werkstücke. Die erfindungsgemässe
Technologie kann bei der Produktion und Bearbeitung von komplexlegierten Blöcken sowie
metallischen Werkstücken verschiedener Konfiguration vorteilhaft eingesetzt werden,
an die erhöhte Anforderungen inbezug auf die Oberflächengüte, die Reinheit, das Gefüge
und die Eigenschaften der oberflächlichen Mikroschicht ohne Änderung der Eigenschaften
der gesamten Masse metallischer Werkstücke gestellt werden, was in der Metallurgie,
Chemie, Energetik, Atomindustrie und anderen Zweigen mit intensiven Technologien von
besonderer Wichtigkeit ist.
Zugrundeliegender Stand der Technik
[0002] Gegenwärtig ist die Oberflächenreinigung metallischer Werkstücke ein sehr arbeits-
und energieaufwendiger Vorgang, der den Anforderungen und Wünschen der Verbraucher
hinsichtlich der Reinigungsgüte der Oberfläche in manchen Fällen nicht im vollen Maße
genügt.
[0003] Traditionelle mechanische Verfahren beispielsweise mit Hilfe von Schrotstrahltrommeln,
mit Schleifmitteln, Schmirgel, durch Schleifen sind wenig wirksam und führen zur Entstehung
lokaler Oberflächenfehler der Werkstücke , wodurch deren Betriebsdauer stark herabgesetzt
wird.
[0004] Das Schruppen von Blöcken, die beispielsweise in Lichtbogenstrahlschmelzöfen erschmolzen
worden sind, auf Werkzeugmaschinen ist einerseits mit grossen Metallverlusten (bis
zu 15 bis 20%), einem grossen Zeit-und Energieaufwand verbunden und in einer Reihe
von Fällen, beispielsweise bei der Oberflächenreinigung von besonders komplexlegierten
Blöcken, sogar trotz Einsatz von Diamantmeisseln unmöglich.
[0005] Es ist ein Verfahren zur Oberflächenreinigung metallischer Werkstücke durch die Einwirkung
einer sich bewegenden Lichtbogenentladung im Vakuum mit einem nicht zu grossen Unterdruck
von I00 bis 500 N/m
2 auf die zu reinigende Oberfläche (SU, A, 952388), bekannt.
[0006] Gemäss dem Verfahren werden ein Rohr, dessen zu reinigende Innenfläche für die Zusammenwirkung
mit der technologischen Phase vorbereitet wird, und eine Stange gegenseitig verlagert,
durch die eine Vakuumlichtbogenentladung zur Verdampfung der Bereiche erzeugt wird,
die von den vorgegebenen physikalisch-mechanischen Daten abweichen.
[0007] Der Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die Oberfläche metallischer Werkstücke
mit komplizierter Konfiguration, wie Stutzen, Übergangsstücke in Bogenform und andere
Werkstücke nicht gereinigt werden kann, weil eine direkte fortschreitende gegenseitige
Bewegung der Oberfläche des als Katode dienenden zu reinigenden Werkstücks relativ
zu der als Anode wirkenden Stange unmöglich ist. Ausserdem ist eine lokale Oberflächenerosion
infolge der Schwankungen der Lichtbogenkennwerte nicht ausgeschlossen.
[0008] Weitgehend bekannt ist die elektrolytische Reinigung der Werkstückoberflache. Bei
dieser Reinigungsart wird das metallische Werkstück in ein flüssiges Medium, den Elektrolyt,
eingetaucht und an das als Katode dienende Werkstück und eine zusätzliche Anode, die
ebenfalls in den Elektrolyt getaucht ist, ein elektrischer Strom angelegt, der im
flüssigen Medium fliesst, wobei das Werkstück im Elektrolytbad ortsfest fixiert wird.
[0009] Obwohl der Elektrolyt bei der elektrolytischen Reinigung der Werkstückoberfläche
in die schwerzugänglichen Stellen der Werkstücke komplizierter Konfiguration mit verschiedener
Oberflächenkrümmung einfliessen kann, weist das elektrolytische Verfahren folgende
Nachteile auf: Unmöglichkeit einer Reinigung beim.Vorhandensein von nichtstromleitenden
Filmen an der Oberfläche des metallischen Werkstücks, eine durch ziemlich langsame
Übergangsprozesse im Elektrolytbad streng begrenzte Bearbeitungsgeschwindigkeit und
folglich eine geringe Produktionsleistung. Ausserdem muß der Wechselstrom im Energieversorgungsnetz
der Betriebe in Gleichstrom umgewandelt werden, wodurch zusätzliche Verluste entstehen.
Der Prozess der elektrolytischen Reinigung selbst ist sehr energieaufwendig und hat
einen Wirkungsgrad von weniger als 1%; weil die elektrolyschen Verfahren einen höheren
spezifischen Energieverbrauch pro Produkteinheit sogar im Vergleich zu den mechanischen
Reinigungsverfahren haben.
[0010] Weitgehend bekannt ist ebenfalls ein Verfahren zur thermochemischen Reinigung von
Werkstücken in Salz-und Alkalischmelzen. Es sei bemerkt, dass die thermochemische
Reinigung nicht nur in flüssigen, sondern auch in gasförmigen Medien durchgeführt
werden kann.
[0011] Der Nachteil der thermochemischen Behandlung metallischer Werkstücke besteht darin,
dass bei der Oberflächenbehandlung der kostspieligen Komplexstahlsorten in Salz- und
Alkalischmelzen, dazu noch mit einer Erhitzung auf Hunderte von Grad, die Oberflächenschicht
des Werkstücks bis zu 15 bis 80µm chemisch geändert wird und Legierungselemente wie
Ti, Mo, Mg u.a. ausgetragen werden. Dadurch wird der weitere Einsatz metallischer
Werkstücke infolge Verschlechterung ihrer Korrosionseigenschaften praktisch unmöglich
gemacht. Ausserdem hat die thermochemische Reinigung in Salzschmelzen ein beschränktes
Wirkungspektrum und wenn ein Werkstück mit Stoffen verschmutzt ist, die ungleichartige
chemische Eigenschaften besitzen, muß es in verschiedenen Salzen gereinigt werden.
Es ist ebenfalls zu bemerken, dass dieses Verfahren nur für die Entfernung von Verschmutzungen
ausgelegt ist, während beim Betrieb metallischer Werkstücke diese mit dem Arbeitskörper
des technologischen Mediums in Reaktion treten und komplizierte eutektische Strukturen
bilden.
[0012] Deswegen ist die Reinigung von Verschmutzungen in einer Salzschmelze unbefriedigend,
und die Oberfläche des metallischen Werkstücks ist hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung
und der Geometrie inhomogen, wodurch ihre Korrosionsfestigkeit stark beeinträchtigt
wird, und das Werkstück ohne Nachbehandlung beispielsweise durch elektrochemisches
Beizen, Passivieren und Spülen nicht eingesetzt werden kann.
Offenbarung der Erfindung
[0013] Die Erfindung bezweckt, die obengenannten Nachteile der bekannten Verfahren zur Oberflächenreinigung
metallischer Werkstücke zu beseitigen.
[0014] Der Erfindung liegt die Aufgabe zurgunde, ein Verfahren zur Oberflächenreinigung
metallischer Werkstücke mit komplexlegierten Strukturen in einem bestimmten Temperaturbereich
durch eine kombinierte Einwirkung des Temperaturfaktors und eines flüssigen Hochreaktionsmediums
des Reinigungsmittels auf die verschmutzte Oberfläche zu schaffen.
[0015] Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, dass in einem Verfahren zur Oberflächenreinigung
metallischer Werkstücke durch das Eintauchen dieser Werkstücke in ein Arbeitsmittel,
das sich im Schmelzzustand befindet, erfindungsgemäss als Arbeitsmittel eine Schmelze
aus Oxiden der Metalle eingesetzt wird, die eine höhere Affinität zum Sauerstoff als
zum Werkstoff des zu reinigenden Werkstücks aufweist.
[0016] Es ist vorteilhaft, das als Metalloxidschmelze eine Elektroschlacke mit einer Temperatur
der Schmelze von 950 bis 1250°C eingesetzt wird.
[0017] Es ist zweckmässig, eine Elektroschlacke zu verwenden, die aus folgenden Komponenten,
in Massepro-
zent, besteht: Ca0 - 45%; Al
2O
3 - 55%
[0018] Durch eine solche Durchführung des Verfahrens wird die Leistung, d.h. die Reinigungsgeschwindigkeit
erhöht, der Energieaufwand pro Einheit der zu reinigenden Oberfläche metallischer
Werkstücke herabgesetzt, die unproduktiven Verluste des Grundmetalls des Werkstücks
unter gleichzeitiger Entfernung der Verschmutzungen und Verhinderung des Auswaschens
der Legierungselemente aus der Oberflächenschicht des Werkstücks verringert, wodurch
seine Korrosionsfestigkeit erhöht wird und die Oberfläche solche Eigenschaften erhält,
die den weiteren Einsatz des Werkstücks mit einer maximal langen Betriebszeit ermöglichen.
[0019] Das Wesen der vorliegenden Erfindung besteht im folgenden. Beim Eintauchen des metallischen
Werkstücks in eine Elektroschlacke kann neben seiner Reinigung von den Verschmutzungen
unter deren Absorption und Austragen mit dem Elektroschlackenmedium die Mikrooberfläche
des Metalls des zu behandelnden metallischen Werkstücks raffiniert werden. Als Raffinationsmedium
dient dabei das Schlackenbad. Die Metallrafination findet an der Metall-Schlackenbad-Trennungsfläche
statt. Durch Variieren der Zusammensetzung der verwendet Schlacke kann eine selektive
Metallraffination durchgeführt werden, die auf die Entfernung der vor- herrschenden
Beimengung gerichtet ist.
[0020] Wie aus den nachstehenden Durchführungsbeispielen ersichtlich ist, stehen die nach
dem Legierungsgrad zu reinigendenmetallischen Werstücke und deren lagerungs- und betriebsbedingte
vorwiegende Verschmutzungsfilme mitTemperaturen, deren untere Grenze bei 950°C und
die obere Grenze bei 1250°C liegt in gegenseitiger Beziehung . bedingt durch
[0021] Die untere Grenze von 950°C ist die wirtschaft- liche Unvertretbarkeit des Einsatz
des erfindungsgemässen Verfahrens als eines im Vergleich zur Reinigung der Massenartikel
beispielsweise in Salzschmelzen kostenaufwendigeren Verfahrens.
[0022] Die obere Grenze von 1250°C ist durch die Reinigungsaufgabe selbst bedingt, weil
in Kombination mit der Reaktionsfähigkeit der Elektroschlacke bei komplexlegierten
metallischen Werkstücken eine Oberflächenabschmelzung des Grundmetalls des Werkstücks
zustandekommt.
[0023] Deswegen wird die Oberfläche metallischer Werkstücke nach dem erfindungsgemassen
Verfahren nicht so sehr mittels einer erhöhten Temperatur, die ein Kennzeichnungsmerkmal
ist, als aufkosten einer auf einem bestimmten Temperaturniveau hergestellten Schlacke
gereinigt, deren Zusammensetzung eine höhere Affinität zum Sauerstoff, d.h., eine
grössere Fähigkeit zur Wechselwirkung mit den vom metallischen Werkstück zu entfernenden
Filmen aufweist. Ausgehend davon wurde für legierte Massenwerkstücke eine aus 45 Massenprozent
Ca0 und 55 Massenprozent A1
20
3 bestehende Schlacke vorgeschlagen, die besonders günstig hinsichtlich des Temperaturbereichs,
des Reinigungsvermögens, der Technologie und der Unschädlichkeit für den Bedienungsmann
ist.
[0024] Bei der Elektroschlackereinigung der Oberfläche metallischer Werkstücke wird deren
Mikrooberfläche durch einen Ausgleich ihrer physikalischen und chemischen Inhomogenität
veredelt, wodurch im Ergebnis die Betriebsdaten des zu behandelnden Werkstücks und
vor allem die mechanische und die Korrosionsfestigkeit verbessert wird.
[0025] Durch das Elektroschlackemedium wird bei der Oberflächenreinigung metallischer Werkstücke
eine Bildung von eutektischen Strukturen unter Verschmutzung des Werkstückwerkstoffs
verhindert.
[0026] Durch die Realisierung der obenbeschriebenen physikalisch-chemischen Prozesse, die
der Erfindung zugrundegelegt sind, wird beispielsweise die Leistung bei der Reinigung
von Stahlblöcken, die in einem Elektroschmelzbetrieb mittlerer, Kapazität erzeugt
werden, um ca.2,2fache im Vergleich zum Schruppen der Blöcke auf Werkzeugsmaschinen
erhöht und der Energieverbrauch unter Berücksichtigung der Transportkosten um 18%
herabgesetzt, wobei die Standzeit der Werkstücke beim Betrieb in Reaktionsmedien um
das 1,6fache verlängert wird.
Die bevorzugte Durchführungsvariante der Erfindung
[0027] In einem ausgefütterten Behälter wird ein am meisten verbreitetes Schlackenbad aus
45 Masseprozent Ca0 und 55 Masseprozent A1
20
3 mit einem hohen Reaktionsvermögen und einer grossen Dünnflüssigkeit hergestellt und
auf eine Temperatur von 950° bis 1250°C, beispielsweise mit Hilfe eines elektrischen
Lichtbogens, erhitzt.
[0028] Das zu reinigende metallische Werkstück beispielsweise Gußstücke, die den Giesskästen
eine halbe Stunde nach dem Abguss im Elektrostahlschmelzbetrieb entnommen worden sind,
werden mit einem Bandförderer in die Reinigungsabteilung transportiert, wo sie in
das Elektroschlackenbad getaucht und in Drehung versetzt werden, um eine gleichmässige
Reinigung der gesamten Blockoberfläche durchzuführen. Die Drehgeschwindigkeit, die
Verweildauer und die Temperatur im Elektroschlackenbad sind die Funktion der Charakteristiken
der zu reinigenden Schicht, der Oberflächengrösse und der physikalisch-chemischen
Eigenschaften des metallischen Werkstücks.
[0029] Dann werden die Werkstücke aus dem Elektroschlackenbad herausgenommen und zum folgenden
technologischen Vorgang beispielsweise zur plastischen Verformung übergeben.
[0030] Die Zusammensetzung der Elektroschlacke wird bei der Änderung der Serie und des Kompliziertheitsgrades
der Legierung der Stahlblöcke, die gemäss dem Produk- tionspramm erschmolzen werden,
geändert.
[0031] Die Durchführung des Verfahrens zur Elektroschlackereinigung metallischer Werkstücke
ist mit keinerlei praktischen Schwierigkeiten verbunden, weil das Verhalten der flüssigen
Schlackenbäder verschiedener Zusammen-
' setzung in metallurgischen Betrieben bekannt ist; die Werkstoffe, u.zw. Ca0 und A1
20
3, sind leicht erhältlich und die Wechselstromquellen, Förder- und Drehvorrichtungen
können herangezogen bzw. aus den vorhandenen Mitteln der Betriebe, Maschinen- und
Traktorenstationen, Reparaturabteilungen und anderer Werke gebaut werden, wo dieses
Verfahren realisiert wird.
[0032] Nachstehend sind konkrete Durchführungsbeispiele des erfindungsgemässen Verfahrens
angeführt.
Beispiel 1
[0033] In einem mit Feuerfeststeinen ausgekleideten Behälter wurde mit Hilfe von Kohlegraphitelektroden,
an die ein elektrischer Strom mit Industriefrequenz von einer 100-kVA-Speisequelle
angelegt wurde, eine Schlacke aus 45% Ca0 und 55% A1
20
3 geschmolzen und auf eine Temperatur von 980 bis 1000°C erhitzt, die mit einem Thermoelement
mit Metallmantel gemessen wurde.
[0034] Gereinigt wurden Werkstücke mit einer Oberfläche von 0,064 m
2, die vom Herstellerwerk geliefert wurden und glasartige Filme hatten, die im Ergebnis
der technologiebedingten Schmierung beim Ziehen in einer Menge bis zu 160 g/1 m
2 Oberfläche entstanden waren. Die Menge an Oxidfilmen war kleiner als 1 g/1 m
2 Oberfläche.
[0035] Mit dem Halter der Fördervorrichtung wurden die zu reinigenden Werkstücke beim Erreichen
einer Elektroschlacketemperatur von 980 bis 1000°C in das Schmelzbad eingetaucht und
mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 0,8 m/s herausgenommen. Die gesamte
Verweildauer des Werkstücks in der Elektroschlacke betrug 2,5 bis 3,0 s. Während der
Eintauchzeit wurde bei der 1-Bad-Ausführung der Anlage zur Elektroschlackereinigung,
d.h. bei der Zusammenlegung der Schlackenherstellungszone und der technologischen
Reinigungszone, die Stromquelle aus Sicherheitsgründen abgeschaltet.
[0036] Die Laboruntersuchungen mit Hilfe der röntengrafischen und der chemischen Analyse
sowie durch Wägeverfahren haben eine vollständige Abwesenheit der Oxiäspuren und eine
Reduzierung der glasartigen Schmierreste um das 32fache nachgewiesen.
[0037] Die Standzeit der Werkstücke beim Betrieb in einem aggressiven Medium beim Verbraucher
stieg um das 1,6fache im Vergleich zur Reinigung in elektrolyschen Bädern. Der Energieaufwand
ist um das 4fache bei einer Erhöhung des Wirkungsgrades der Anlage um das 28fache
und der Leistung um das 7fache gesunken, wodurch die Stärke des Bedienungspersonals
um das 3-fache verringert werde konnte.
Beispiel 2
[0038] Die im Beispiel 1 aufgeführten Operationen wurden an metallischen Werkstücken mit
einer Oberfläche von 0,086 m
2 durchgeführt, die vom Verbraucher nach einem halbjährigen Einsatz mit einer Transport-
und Lagerfrist von 20 Tagen geliefert wurden und Oxidfilme in einer Menge von 240
g/1 m
2 Oberfläche besassen. Die Menge an Verschmutzungen anderer Ärt, wie Kesselstein, betrug
bis zu 60 g/1 m
2 Oberflache.
[0039] Die Laboruntersuchungen durch die röntgenografische und chemische Analyse sowie durch
Wägeverfahren haben gezeigt, dass die Oberflächengüte, die den Anforderungen an die
Prophylaxe und den Einsatz der Werkstücke in einer energetischen Anlage des Kunden
vollständig genügt, bei der Reinigung in der flüssigen Elektroschlacke mit einer Temperatur
von 1150 bis 1180°C und einer Transportgeschwindigkeit der Werkstücke von 0,5 bis
0,6 m/s und einer Verweildauer in der flüssigen Elektroschlacke von 5 bis 6 s erzielt
wurde.
[0040] Die Betriebsdauerprüfungen haben eine 1,4fache Verlängerung der Betriebszeit der
durch das Elektroschlackeverfahren prophylaktisch gereinigten Werkstücke im Vergleich
zu neuen Werkstücken gezeigt.
Beispiel 3
[0041] Die zu reinigenden metallischen Werkstücke mit komplizierter Legierungszusammensetzung,
die nach traditionellen Verfahren nacheinander während 34 Stunden mit einem Diamantwerkzeug
geschruppt wurden, wurden auf eine Transportvorrichtung in Karusselform aufgehängt.
[0042] Die Werkstückoberfläche betrug 0,12 m und hatte kombinierte Verschmutzun
gsfilme thermochemischer und chemisch-physikalischer Herkunft mit einer Gesamtmasse
bis zu 280 g/1 m
2 Oberfläche. Eine befriedigende Reinigungsgüte wurde bei einer Temperatur der Elektroschlacke
mit Zusätzen von Fluorverbindungen von nicht unter 1240 bis 1250°C, einer Reinigungsdauer
von 50 bis 55 s und einer Transportgeschwindigkeit des zu reinigenden metallischen
Werkstücks von 0,1 bis 0,2 m/s erzielt. Die Temperatur des Schmelzbades wurde durch
die Umschaltung der Spannungsstufen der Stromquelle der Anlage zur Elektroschlackereinigung
und die Verweildauer im Elektroschlackenbad durch die Einstellung der Drehzykluszahl
des Karussels geregelt.
[0043] Ausgehend von den angeführten Beispielen sind folgende Vorteile des erfindungsgemässen
Verfahrens zur Oberflächenreinigung metallischer Werkstücke im Vergleich zu den bekannten
Verfahren zu nennen:
ein neutrales Arbeitsmedium;
universale Einsatzmöglichkeiten des Verfahrens;
die Möglichkeit, Werkstücke von verschiedenartigen Verschmutzungen ohne Änderung oder
Kombination mehrerer Reinigungstechnologien zu reinigen;
die Möglichkeit, komplexlegierte höchsttemperaturbeständige metallische Werstücke
zu reinigen, die in aggressiven Medien eingesetzt werden;
hohe Leistung und Wirtschaftlichkeit als Folge eines schnellen Ablaufs des Reinigungsvorganges;
[0044] Elektroschlackeumschmelzen der Mikrooberfläche der Werkstücke ohne Änderung ihrer
ganzen Masse, wodurch die zu reinigende Oberfläche, die technologiebedingt als Kontaktfläche
dient, bis zum Betriebszustand regeneriert wird;
energetische Wirksamkeit des Verfahrens;
einfache Durchführung des Verfahrens.
[0045] Bei der Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens zur Oberflächenreinigung metallischer
Werkstücke besteht die Möglichkeit, den Prozess in Abhängigkeit vom Kompliziertheitsgrad
der Legierungszusammensetzung, der physikalisch-chemischen Eigenschaften, von der
Grösse und dem Verschmutzungsgrad durch Ändern der Charakteristiken wie Zusammensetzung,
Temperatur und Regerationsintervalle der Elektroschlacke, Verweildauer in der Elektroschlacke,
Transportgeschwindigkeit und Anfangstemperatur des zu reinigenden Werkstücks wirksam
zu steuern.
Industrielle Anwendbarkeit
[0046] Das erfindungsgemässe Verfahren zur Oberflächenreinigung metallischer Werkstücke
kann beim Bau von chemischen und energetischen Anlagen, bei der Herstellung von komplexlegierten
Werkstücken in verschiedenen Maschinenbauzweigen, in der metallurgischen Industrie
Anwendung finden.
[0047] Es ist zweckmässig, das erfindungsgemässe Verfahren bei der Reinigung komplexlegierter
metallischer Werkstücke, insbesondere unmittelbar nach dem Giessen einzusetzen, wenn
sie fast die ganze akkumulierte Wärme enthalten, die am Elektroschlackeumschmelzprozess
beteiligt wird.
[0048] Es kann besonders vorteilhaft in den Fällen eingesetzt werden, wenn die Arbeitsfläche
der Werkstücke mit aggressiven Medien kontaktiert.
[0049] Auf diese Weise kann das erfindungsgemässe Verfahren zur Oberflächenreinigung metallischer
Werkstücke in allen Zweigen der Wissenschaft und Technik zur Anwendung kommen, wo
an die Werkstücke, die im Hochtemperaturbereich eingesetzt werden, besonders hohe
Anforderungen hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit und der Beschaffenheit der Kontaktflächen
gestellt werden.