[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und auf eine Vorrichtung zum Beheizen
des Preßbandes eines Presse, bei der der Preßdruck durch eine gasgefüllte Druckkammer
auf das Arbeitstrum des Preßbandes ausgeübt und die Wärmeübertragung durch eine hohe
Umwälzgeschwindigkeit des Druckmittels in der Druckkammer gesteigert wird.
[0002] Es ist ein Verfahren dieser Art bekannt (DE-OS 37 19 976, bei dem in einer umlaufend
abgedichteten, auf der einen Seite von einer Druckplatte und auf der anderen Seite
von dem Preßband einer Presse, insbesondere einer Doppelbandpresse, begrenzten Druckkammer
der Druck durch ein fluides Druckmedium erzeugt wird und dieses Druckmedium zwangsbewegbar
ist. Das Druckmedium wird in der Wirkzone zwischen der in ihrem Innern geheizten Druckplatte
und der Preßbandrückseite in kurzem Kreislauf turbulent bewegt, und zwar mit Strömungsgeschwindigkeiten
von 2 bis 50 m/sec, vorzugsweise 20 bis 40 m/sec bei gasförmigen Druckmedien.
[0003] Bei diesem bekannten Verfahren kann das Ausmaß des Wärmeübertragungsvermögens des
Druckmediums durch Variation der Strömungsgeschwindigkeit und/oder des Betriebsdruckes
gesteuert werden. Das Wärmeübertragungsvermögen des Druckmediums wird durch eine
höhere Strömungsgeschwindigkeit und/oder durch einen erhöhten Betriebsdruck gesteigert.
[0004] Bei Materialien, zu deren Verdichtung und/oder Aushärtung ein verhältnismäßig geringer
Druck in der Druckkammer gefordert wird, muß somit die Umwälzgeschwindigkeit des Druckmediums
stark gesteigert werden, was zu erhöhtem Energieverbrauch führt. Es kommt hinzu, daß
für bestimmte Aufgaben die nach dem bekannten Verfahren übertragbare Wärmemenge nicht
ausreichend ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art
und eine Vorrichtung zu diesem Verfahren so zu gestalten, daß die in einer Druckkammer
(einem Druckkissen) einer Presse, insbesondere einer Doppelbandpresse, mit schnell
bewegten fluiden Druckmitteln übertragbare Wärmemenge so gesteigert wird, daß auch
in den unteren Druckbereichen eine hohe Wärmemenge übertragen werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß dem gasförmigen Druckmittel,
z.B. Luft, vor Eintritt in die Druckkammer Wasserdampf beigemischt und mit dem Wasserdampf-Luftgemisch
die Preßbandrückseite im Bereich der Druckkammer beaufschlagt wird.
[0007] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens kondensiert der Wasserdampf
in der dem Eintritt benachbarten Zone der Druckkammer oder teilweise an der kälteren
Preßbandrückseite.
[0008] Bei diesem Verfahren schlägt beim Eintritt des Wasserdampf-Luftgemisches in die
Druckkammer zumindest ein Teil der von der Luft aufgenommenen Dampfmenge als Tröpfchenkondensation
auf dem als Stahl band ausgeführten Preßband nieder, wobei eine erhebliche Wärmemenge,
nämlich die Kondensationswärme, an das Preßband und damit an das in der Presse zu
bearbeitende Produkt abgegeben wird.
[0009] Bei einer Ausführungsart des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die an der Preßbandrückseite
im Eintrittsbereich des Druckmittels niedergeschlagenen Wassertröpfchen vor dem Austritt
des Druckmittels aus der Druckkammer verdampft und von dem Druckmittel aufgenommen.
[0010] Das im Eintrittsbereich der Druckkammer durch das noch nicht aufgeheizte Produkt
gekühlte, vorzugsweise aus Stahl gefertigte Preßband wirkt in dem dem Eintritt des
Druckmediums nahen Bereich der Druckkammer als Kondensator, während das durch die
frei werdende Kondensationswärme aufgeheizte Produkt auch Wärme an das Preßband wieder
abgibt, so daß das aufgeheizte Preßband vor dem Austritt der Luftströmung aus der
Druckkammer als Verdampfer für die Wassertröpfchen wirkt, die sich an der Preßbandrückseite
niedergeschlagen haben.
[0011] Um die Wärmeübertragung von einer die Druckkammer an einer Seite begrenzenden, geheizten
Druckplatte oder von einer anderen Heizeinrichtung auf das Preßband zu erhöhen, kann
der als Druckmedium verwendete Luftstrom vor dem Eintritt in die Druckkammer mit
Wasserdampf gesättigt werden.
[0012] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen. Ausführungsbeispiele
von Vorrichtungen zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Figuren
1 bis 3 der Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden beschrieben.
[0013] Die Fig. 1 zeigt eine kontinuierlich arbeitende Presse 1, die mit einem vorzugsweise
aus Stahl gefertigten endlosen Preßband 2 ausgerüstet ist, das über nicht hergestellte
Umlenkwalzen geführt und durch die Umlenkwalzen angetrieben wird. Das Preßband bewegt
sich in Richtung des Pfeiles 3. Mittels der Presse werden Werkstücke 4, z.B. Werkstoffbahnen,
bearbeitet und mittels des angetriebenen Preßbandes 2 längs einer Druckkammer 5 kontinuierlich
bewegt, die durch die Rückseite des Arbeitstrums des Preßbandes, durch eine Druckplatte
6 und durch sich am Arbeitstrum abstützende Dichtungsleisten 7 begrenzt wird, wobei
diese Dichtungsleisten in einer Nut der Druckplatte 6 festgelegt sind. Die Druckplatte
6 wird aufgeheizt und weist in die Druckplatte integrierte Heizmittel auf.
[0014] Der Druck in der Druckkammer 5 wird durch ein Druckmittel erzeugt, das in der Druckkammer
turbulent bewegt und in einem Kreislauf geführt wird. Hierzu ist ein U-förmig ausgebildeter
Kanal 8 vorgesehen, der in dem dargestellten Ausführungsbeispiel teilweise außerhalb
der Druckplatte 6 verläuft. Der Kanal 8 weist für die Umwälzung des Druckmediums eine
Fördervorrichtung 9 auf, die als Ventilator ausgebildet sein kann. Ferner ist in
dem Kanal ein Verdampfer 10 vorgesehen, der in dem dargestellten Ausführungsbeispiel
an der Saugseite des Ventilators angeordnet ist.
[0015] Als Druckmedium wird Luft verwendet, der mittels des Verdampfers 10 Wasserdampf zugesetzt
wird.
[0016] In dem Ausführungsbeispiel nach der Fig. 1 ist die Druckkammer 5 im Bereich der
Wirkzone zwischen der Unterseite der Druckplatte 6 und der gegenüberliegenden Rückseite
des Preßbandes spaltförmig ausgebildet.
[0017] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Spaltdicke über die gesamte Länge
der Druckkammer gleich.
[0018] Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, die Druckkammer so auszubilden, daß sie in
Laufrichtung des Preßbandes mehrere Zonen unterschiedlicher Spaltdicke aufweist.
[0019] Das Wasserdampf-Luftgemisch wird durch den vertikal sich erstreckenden Kanalstrang
11 in die Druckkammer 5 eingeführt und strömt durch den Kanalstrang 12 aus der Druckkammer
5 ab.
[0020] Die Druckkammer kann in Laufrichtung des Preßbandes wenigstens zwei Zonen unterschiedlicher
Spaltdicke aufweisen. Die dem Eintritt des Wasserdampf-Luftgemisches benachbarte Zone
der Druckkammer könnte mit einer Spaltdicke versehen sein, die kleiner ist als die
im Austrittsbereich. Hierdurch würde im Eintrittsbereich eine erhöhte Strömungsgeschwindigkeit
und damit eine intensivere Wärmeübertragung von der geheizten Druckplatte auf das
Preßband erzielt, wobei in diesem Bereich durch den an der Preßbandrückseite kondensierenden
Wasserdampf die Wärmemenge, die dem Preßband und damit dem Werkstück aufgegeben wird,
sprunghaft erhöht wird.
[0021] Es ist aber auch möglich, die Spaltdicke im Eintrittsbereich des Druckmittels großer
auszubilden als im Austrittsbereich.
[0022] In der Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel aufgezeigt, bei dem die Fördervorrichtung
9 für das Druckmittel und der Verdampfer 10 in die Druckplatte 13 integriert sind.
[0023] Bei dieser Konstruktion bilden die Leitungsstränge 14,15,16 und 17 die Ringleitung
für das Druckmittel, zu der eine Bypassleitung 18 angeordnet ist, in der der Verdampfer
10 vorgesehen ist.
[0024] Über Armaturen 19,20 ist die Menge des über den Verdampfer 10 geleiteten Druckmittels
und damit die Teilmenge des Flüssigkeitsdampfes/Wasserdampfes einstellbar.
[0025] Bei dem Ausführungsbeispiel nach der Fig. 3 ist in Abwandlung des Ausführungsbeispiels
nach der Fig. 1 der Verdampfer 10 in einer Zuführleitung 21 für das gasförmige Druckmittel
angeordnet.
Die Ringleitungen nach den Fig. 1 und 2 sind ebenfalls mit einer Zuführleitung für
das gasförmige Druckmittel ausgerüstet, die jedoch in diesen Figuren nicht dargestellt
ist. Mittels dieser Zuführleitung können auch Leckagen, die beim Kreislauf des Druckmittels
auftreten, ausgeglichen werden.
Bezugszeichen
[0026]
1 Presse
2 Preßband
3 Pfeil
4 Werkstück
5 Druckkammer
6 Druckplatte
7 Dichtungsleiste
8 Kanal
9 Fördervorrichtung
10 Verdampfer
11 Kanalstrang
12 Kanalstrang
13 Druckplatte
14 Leitungsstrang
15 Leitungsstrang
16 Leitungsstrang
17 Leitungsstrang
18 Bypassleitung
19 Armatur
20 Armatur
21 Zuführleitung
1. Verfahren zum Beheizen des Preßbandes einer Presse, bei der der Preßdruck durch
eine gasgefüllte Druckkammer auf das Arbeitstrum des Preßbandes ausgeübt und die
Wärmeübertragung durch eine hohe Umwälzgeschwindigkeit des Druckmittels in der Druckkammer
gesteigert wird, dadurch gekennzeichnet, daß dem gasförmigen Druckmittel, z.B. Luft, vor Eintritt in die Druckkammer (5)
Wasserdampf beigemischt und mit dem Wasserdampf-Luftgemisch die Preßbandrückseite
im Bereich der Druckkammer (5) beaufschlagt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserdampf in der
dem Eintritt benachbarten Zone ganz oder teilweise an der kälteren Preßbandrückseite
kondensiert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftstrom vor
dem Eintritt in die Druckkammer (5) mit Wasserdampf gesättigt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Teildruck
des Wasserdampfes einstellbar ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die an
der Preßbandrückseite im Eintrittsbereich des Druckmittels in die Druckkammer niedergeschlagenen
Wassertröpfchen vor dem Austritt des Druckmittels aus der Druckkammer (5) verdampft
und von dem Druckmittel aufgenommen werden.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß in einem teilweise außerhalb oder innerhalb der Druckplatte (6,13)
verlaufenden Kanal für die Umwälzung des Druckmittels eine Fördervorrichtung (9) für
das Druckmittel und in diesem Kanal oder in einer Zuführleitung ein Verdampfer (10)
vorgesehen sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die durch die Druckkammer
(5) gebildete Wirkzone spaltförmig ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckkammer (5) in
Laufrichtung des Preßbandes wenigstens zwei Zonen unterschiedlicher Spaltdicke aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß im Eintrittsbereich des
Druckmediums die Spaltdicke kleiner ist als im Austrittsbereich.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß im Eintrittsbereich
des Druckmediums die Spaltdicke größer ist als im Austrittsbereich.
11. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdampfer (10)
in einer Bypassleitung (18) der Ringleitung zur Förderung des gasförmigen Druckmittels
angeordnet und die Menge des über den Verdampfer (10) geleiteten Druckmittels einstellbar
ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fördervorrichtung
für das Druckmedium als Ventilator ausgebildet und der Verdampfer (10) an der Saugseite
des Ventilators angeschlossen ist.