[0001] Die Erfindung betrifft einen Druckzylinder für Druckmaschinen, insbesondere Offsetdruckmaschinen.
[0002] In der Bogenrotation ist das Phänomen des Dublierens bekannt. Hierunter versteht
man ein Strecken des Rasterpunktes oder das Erscheinen eines doppelten Punktes im
Druckbild. Der Druck wird voll und unscharf. Der Punkt kann je nach Ursache nach allen
Seiten dublieren. Dasselbe gilt für Schrift- und Zeichnungsanteile. Für das Dublieren
in der Bogenrotation werden verschiedene Ursachen verantwortlich gemacht. Beispielsweise
eine falsche Abwicklung, ein zu locker sitzendes Gummituch, falsche Laufrichtung
des Gummituches, ein zu langes Gummituch, lockere Klemmleisten des Gummituches, ein
wandernder Plattenzylinder, zu lockere Greifer, randwelliges verbeultes Papier bzw.
Papier mit unterschiedlichem Kraft-Dehnungsverhalten, elektrostatisch aufgeladenes
Papier und ein Druckzylinder, dessen Manteloberfläche nicht sauber, d.h. durch Farbreste,
Rost und dgl. verschmiert ist.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Druckzylinder für Druckmaschinen, z.B. Offsetdruckmaschinen
zu schaffen, dessen bogenführende Manteloberfläche unterschiedliche Dehnungen des
Papiers und auf dieser Grundlage auch die Punktverschiebung im Druckbild verhindert.
[0004] Es wurde gefunden, daß eine aus einem metallischen Werkstoff, vorzugsweise Kupfer
bestehende Manteloberfläche gegen Dublieren wirksam ist, wenn in die metallische Manteloberfläche
eine Runzelkornrasterstruktur 3 mit einer Rasterfeinheit zwischen 12 bis 50 Linien/cm
eingeätzt ist. Die Herstellung kann beispielsweise vergleichbar der Herstellung einer
Tiefdruckätzung von Tiefdruckformzylindern bzw. Tiefdruckplatten erfolgen.
[0005] Alternativ ist es auch möglich äquivalente Verfahren z.B. Gravieren, Prägen von Metallfolien
oder Auswaschen von Kunststoftolien, wie sie ebenfalls bei der Herstellung von Tiefdruckplatten
oder bei der Tiefdruckformzylinderherstellung üblich sind, einzusetzen.
[0006] Die Manteloberfläche kann dabei unmittelbarer Bestandteil des Druckzylinders sein
oder auch einer Platte, Folie oder dgl. sein, die auf den Druckzylinder aufgeklebt
oder aufgespannt wird.
[0007] Zur Erhöhung der Verschleißfestigkeit ist eine zusätzliche Beschichtung mit einem
verschleißfesten Werkstoff, z.B. ein Chromüberzug vorgesehen. Letzerer wirkt außerdem
gegen Abschmieren, da er farbabweisend ist. Von besonderer Bedeutung ist das auf einem
Gegendruckzylinder eines Widerdruckwerkes. Die erfindungsgemäße Manteloberfläche
ist somit als Oberfläche von Bogenführungszylindern, von Druckzylindern im Schöndruck
und von Druckzylindern im Widerdruck geeignet.
[0008] Das in der Zeichnung schematisch dargestellte Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt
in
Fig. 1 einen Druckzylinder, schematisch,
Fig. 2 einen Schnitt in Achsrichtung durch die Manteloberfläche des Druckzylinders
nach Fig. 1,
Fig. 3 eine Draufsicht auf das Runzelkornraster der Manteloberfläche des Druckzylinders
in einer Vergrößerung von 50:1.
[0009] Der in Fig. 1 schematisch dargestellte Druckzylinder 1 ist mit einer Manteloberfläche
2 versehen, die gemäß Fig. 2 im Schnitt ein Relief bzw. eine Struktur 3 aufweist,
welche aus näpfchenartigen Vertiefungen 4 besteht, die durch Ätzen zwischen Rasterstegen
5 eines Runzelkornrasters unmittelbar in der Manteloberfläche 2 des Druckzylinders
1 oder in einer auf den Druckzylinder 1 nachtraglich aufgespannten oder aufgeklebten
Platte oder dgl. entstanden sind. Die Rasterfeinheit der Runzelkornrasterstruktur
3 beträgt 12 bis 50 Linien/cm je nachdem ob Karton oder dünnes Papier verarbeitet
wird. Die gröbere Struktur von 12 Linien/cm ist für Karton geeignet, während die feinere
Struktur ab 30 bis 50 Linien/cm für dünnes Papier geeignet ist. Vorzugsweise wird
die aus Kupfer bestehende Manteloberfläche 2, nach dem die Runzelkornrasterstruktur
3 tiefgeätzt in die Manteloberfläche 2 eingebracht wurde, mit einem verschleißfesten
Werkstoff, vorzugsweise mit Chrom überzogen. Eine derart strukturierte Manteloberfläche
2 des Druckzylinders 1 verhindert Dublieren und/oder Abschmieren frisch bedruckter
Bogen auf bogenführenden Zylindern, da eine Bewegung des Papiers auf der Oberfläche
des Druckzylinders 1 verhindert wird, wobei zugleich verhindert wird, daß die strukturierte
Oberfläche sich im Druckbild markiert, weil die erfindungsgemäße Manteloberfläche
2 für das gesamte Druckbild eine gleichmäßige Unterlage bildet.
[0010] Nachfolgend werden kurz wesentliche Verfahrensschritte zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Druckzylinders 1 mit Manteloberfläche 2 beschrieben:
1. Abkleben bzw. Abdecken der Schmitzringe, der Stirnflächen, der Zapfen und des Kanalbereiches
des Offset-Druckzylinders 1.
2. Aufkupfern des Druckzylinders 1, z.B. galvanisch, Schichtdicke ca. 0,4mm, Badzeit
ca. 4 Stunden.
3. Schleifen und Polieren der so erzeugten Kupferoberfläche.
4. Aufsprühen eines Photolackes.
5. Aufkopieren einer Runzelkornrasterstruktur 3 oder einer vergleichbaren Kornrasterstruktur,
d.h. einer Zufallsstruktur mit einer Rasterfeinheit von 12 bis 50 Linien/cm, je nach
Anforderung des Papiers.
6. Entwickeln des Photolackes.
7. Tiefätzen des Druckzylinders 1, Ätzzeit ca. 10 min., Ätztiefe t ca. 5-100 Micrometer,
hierbei entsteht eine Manteloberfläche 2 mit einem planflächigen Traganteil von ca.
20 bis 50% Rasterstege 5, welche die verbleibenden näpfchenartigen Vertiefungen 4
allseitig umschließen.
8. Verchromen, z.B. galvanisch, der geätzten Runzelkornrasterstruktur 3 mit einer
Schichtdicke von ca. 10 bis 20 Micrometer.
[0011] Erfolgt die Herstellung der erfindungsgemäßen Druckzylindermanteloberfläche 2 auf
einer Platte, einem Aufzug, einer Folie oder dgl., die nachträglich aufgeklebt oder
auf den Druckzylinder 1 aufgespannt werden soll, können die vorstehend unter 1. bis
3. genannten Verfahrensschritte entfallen. Auch können einzelne Verfahrensschritte
durch äquivalente Schritte ersetzt werden, z.B. Aufdrucken einer entsprechenden Zufallsstruktur
vor dem Ätzen.
[0012] Als Herstellungsverfahren bietet sich neben dem Ätzen alternativ auch das Prägen,
Gravieren metallischer Kupfermantelflächen 2 an bzw. das Auswaschen von Kunststoff-Oberflächen.
Nicht erwähnte Einzelheiten, z.B. Verfahrensparameter entsprechen der bekannten Tiefdruckätzung
von Tiefdruckformzylindern bzw. Tiefdruckplatten. Gleiches gilt für die anderen erwähnten
Verfahren zur Herstellung einer Manteloberfläche 2 mit der erfindungsgemäßen Runzelkornrasterstruktur
3.
[0013] In der Zeichnung ist mit 6 die Greiferauflage im Kanal des Druckzylinders 1 angedeutet.
Bezugszeichenliste
[0014]
1 Druckzylinder
2 Manteloberfläche
3 Runzelkornrasterstruktur
4 näpfchenartige Vertiefung
5 Rastersteg
6 Greiferauflage
1.) Druckzylinder für Druckmaschinen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die aus einem metallischen Werkstoff bestehende Manteloberfläche (2) eine geätzte
Runzelkornrasterstruktur (3) mit einer Rasterfeinheit von 12 bis 50 Linien/cm aufweist
(Fig. 3).
2.) Druckzylinder nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Manteloberfläche (2) mit einem verschleißfesten Werkstoff, vorzugsweise mit
Chrom überzogen ist.
3.) Druckzylinder nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Manteloberfläche (2) Bestandteil einer Platte, Folie, eines Aufzuges oder
dgl. ist, welche auf dem Druckzylinder (1) befestigt bzw. aufgespannt werden.
4.) Druckzylinder nach Anspruch 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Manteloberfläche (2) unmittelbarer Bestandteil des Druckzylinders (1) ist.
5.) Druckzylinder nach Anspuch 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Manteloberfläche (2) aus einem verschleißfesten metallischen Werkstoff oder
aus einem verschleißfesten Kunststoff besteht, auf die die Runzelkornrasterstruktur
3 aufgebracht ist und daß durch Prägen, Gravieren oder dgl. die näpfchenartigen Vertiefungen
(4) und flächige Traganteile (5) erzeugt sind, vergleichbar einer Tiefdruckätzung.