[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur selektiven Wärmebehandlung
des Schweißnahtbereiches eines längsnahtgeschweißten Metallrohres und eine hierfür
geeignete Vorrichtung. Anwendbar ist das Verfahren vor allem auf Rohre mit einem Durchmesser
von weniger als 100 mm und einer Wanddicke von weniger als 2,5 mm. Besonders geeignet
ist es für Rohre von noch geringeren Dimensionen, wie sie beispielsweise bei Wärmetauschern
und Wasserdampf-Kondensatoren Anwendung finden mit Rohrdurchmessern von beispielsweise
10 bis 50 mm und Wanddicken zwischen etwa 0,3 und 1 mm. Besondere Bedeutung hat die
Erfindung für Rohre aus nichtrostendem Stahl mit Anteilen an Chrom und Wahlkomponenten
wie Nickel und/oder Molybdän bei gleichzeitig geringem Kohlenstoffgehalt. Durch die
Wärmebehandlung sollen die Korrosionseigenschaften, insbesondere bezüglich Lochfraßkorrosion,
verbessert werden.
[0002] Ein prinzipiell geeignetes Verfahren zu einer selektiven Wärmebehandlung des Schweißnahtbereiches
von solchen Rohren und eine zugehörige Vorrichtung sind aus der EP-A 0 234 200 bekannt.
Dort wird auch auf die Vorteile verwiesen, die eine selektive Lösungsglühung der Schweißnaht
in bezug auf den Ausgleich von Chrom- und/oder Molybdän-Seigerungen hat.
[0003] Aus der US-PS 2 673 276 ist der prinzipielle Aufbau einer Vorrichtung zum Herstellen
von längsnahtgeschweißten Rohren mit integrierter Wärmebehandlungsvorrichtung bekannt.
[0004] Fertigungsanlagen für längsnahtgeschweißte Rohre, sogenannte Fertigungsstraßen sind
wegen der vielen notwendigen Bearbeitungsschritte relativ langgestreckt und erfordern
daher ohnehin schon große Hallen. Wird an die Herstellungsvorrichtung noch eine Wärmebehandlungsvorrichtung
angekoppelt, so verlängert sich die gesamte Anlage entsprechend. Bei einer Lösungsglühung
des Schweißnahtbereiches muß eine sehr hohe Temperatur über einen längeren Zeitraum,
beispielsweise 1250°C über 25 Sekunden im Schweißnahtbereich aufrechterhalten werden.
Je nach der Fertigungsgeschwindigkeit der Rohre kann dies eine relativ lange Wärmebehandlungsstrecke
erfordern, der sich dann noch eine Abkühlstrecke anschließt. Hierbei stellt auch die
Aufheizung der Schweißnaht auf die zur Lösungsglühung erforderliche Temperatur ein
Problem dar, weil das Aufheizen eine höhere Wärmeübertragung auf den Schweißnahtbereich
erfordert als das spätere Aufrechterhalten der Temperatur.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens, welches eine
schnelle Aufheizung der Schweißnaht auf kurzer Strecke ermöglicht und den Aufwand
an Heizmitteln gering hält. Zusätzlich soll eine hierfür geeignete Vorrichtung angegeben
werden.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zum selektiven Lösungsglühen der Schweißnaht,
insbesondere einschließlich deren Wärmeeinflußzone, eines längsnahtgeschweißten Metallrohres,
wobei das Rohr insbesondere einen Durchmesser von weniger als 100 mm und eine Wanddicke
von weniger als 2,5 mm hat und wobei eine Wärmebehandlungsvorrichtung und das Rohr
relativ zueinander bewegt werden mit folgenden Merkmalen: Die Schweißnaht wird, vorzugsweise
mittels wenigstens eines mit wenigstens einer nicht abschmelzenden Elektrode erzeugten
Lichtbogens, unter Schutzgas so hoch erhitzt, daß ihr Außenbereich aufgeschmolzen
wird; anschließend wird die Schweißnaht selektiv durch weitere Heizmittel, beispielsweise
weitere Lichtbogen, Infrarotstrahler oder Induktionsspulen, für einen vorgebbaren
Zeitraum unter Schutzgas mindestens auf einer für das Lösungsglühen des Rohrmaterials
erforderlichen Temperatur aber zumindest im Innenbereich unterhalb der Schmelztemperatur
gehalten und danach unter Schutzgas abgekühlt. Dabei geht die Erfindung von der Erkenntnis
aus, daß es für die meisten Anwendungen der hier betrachteten Rohre nur auf die Korrosionsfestigkeit
der Schweißnaht für Angriffe von der Innenseite her ankommt, d. h. die Qualität der
Schweißnaht muß vor allen Dingen im Innenbereich durch die Wärmebehandlung verbessert
werden, wobei ein geringer Qualitätsverlust in einem relativ kleinen Außenbereich
nicht entscheidend ist. Deshalb ist es durchaus zulässig, bei der Aufheizung des Schweißnahtbereiches
den äußeren Bereich der Schweißnaht aufzuschmelzen, wodurch eine schnelle Wärmeeinbringung
auf kleinem Raum möglich wird. Der Phasenübergang vom festen zum Schmelzflüssigen
Zustand bewirkt eine hohe Wärmeaufnahme des Außenbereiches der Schweißnaht, wobei
diese Wärmemenge teilweise beim Erstarren des Außenbereiches an den inneren Bereich
der Schweißnaht durch Wärmeleitung weitergegeben wird, so daß sich dieser Innenbereich
ebenfalls sehr schnell aufheizt, jedoch nicht bis zum dort unerwünschten Schmelzen.
Anschließend ist es nur noch nötig, die Temperatur der Schweißnaht im gewünschten,
für eine Lösungsglühlung notwendigen Temperaturbereich zu halten, was durch weitere
Heizmittel, insbesondere durch Induktionsspulen oder die Schweißnaht linienförmig
oder punktförmig beleuchtende Infrarotstrahler möglich ist. Zu beachten ist natürlich,
daß sowohl beim Aufheizen z. B. durch einen Lichtbogen, wie auch beim späteren Aufrechterhalten
der Wärmebehandlungstemperatur eine Schutzgasatmosphäre vorhanden sein muß, welche
mit den im Stand der Technik hinreichend bekannten Mitteln aufrechterhalten werden
kann. Es sei darauf hingewiesen, daß auch bei der späteren Wärmebehandlung das periodische
Anschmelzen der Außenseite der Schweißnaht zur höheren Wärmeeinbringung im Prinzip
zulässig ist, sofern nur sichergestellt wird, daß ein genügend dicker Innenbereich
der Schweißnaht nicht aufgeschmolzen wird, wodurch sich sonst die gerade unerwünschten
Seigerungen wieder bilden könnten.
[0007] Im allgemeinen wird es jedoch günstig sein, den Außenbereich der Schweißnaht nur
zu Beginn der Wärmebehandlung einmal aufzuschmelzen und anschließend die Wärmebehandlung
in einem Temperaturbereich durchzuführen, in dem die gesamte Schweißnaht schon wieder
verfestigt ist. Wie anhand der Zeichnung näher erläutert wird, gibt es natürlich bei
einer Wärmebehandlung von außen immer eine mehr oder weniger große Temperaturdifferenz
zwischen dem Außenbereich und dem Innenbereich der Schweißnaht, was jedoch für den
Erfolg der Wärmebehandlung keine Rolle spielt, wenn nur der Innenbereich der Schweißnaht
sich genügend lange oberhalb der Mindesttemperatur, die für eine Lösungsglühung notwendig
ist, befindet.
[0008] Ein bevorzugtes Anwendungsgebiet der Erfindung sind Wärmetauscherrohre aus nichtrostenden,
insbesondere molybdänhaltigen Stählen, bei denen eine Lösungsglühung des Schweißnahtbereiches
oberhalb von 1200° C oder sogar oberhalb 1300° C durchgeführt werden kann. Je höher
die gewählte Temperatur der Wärmebehandlung ist, desto geringer kann die Haltezeit
sein, die beispielsweise zwischen 5 und 30 Sekunden, vorzugsweise zwischen 15 und
30 Sekunden, liegen sollte. Bei der Wärmebehandlung heizt sich natürlich auch der
übrige Bereich des Rohres auf, jedoch auf einer bedeutend niedrigere Temperatur als
die des Schweißnahtbereiches. Eine solche Aufheizung des gesamten Rohres ist durchaus
erwünscht und notwendig. Das Rohr wird jedoch außerhalb des Schweißnahtbereiches nicht
so warm, daß es durch die Transportmechanik unzulässig verformt werden könnte, so
daß eine hohe Qualität der Rohre gewährleistet ist, was den Ausschuß verringert und
die später ggf. notwendigen Qualitätsprüfungen erleichtert. Dies spielt insbesondere
für besonders dünnwandige Rohre von etwa 0,3 bis 0,5 mm Wanddicke eine wichtige Rolle.
[0009] Wie anhand der Zeichnung näher erläutert wird, besteht eine erfindungsgemäße Vorrichtung
zum selektiven Lösungsglühen der Schweißnaht eines längsnahtgeschweißten Rohres aus
wenigstens einem ersten, etwa punktuell wirkenden Heizmittel hoher Energiedichte
zum Aufschmelzen des Außenbereiches der Schweißnaht, z. B. wenigstens einer nicht
abschmelzenden, einen Lichtbogen erzeugenden Elektrode; weiteren Heizmitteln, vorzugsweise
Infrarotstrahlern oder Induktionsspulen, welche eine selektive Aufheizung des Schweißnahtbereiches
bewirken können; Mitteln zur Aufrechterhaltung einer Schutzgasatmosphäre im Bereich
der ersten Elektrode und in der Umgebung des Metallrohres unterhalb der weiteren Heizmittel
und dem Bereich einer anschließenden Abkühlstrecke; Vorrichtungen zum Bewegen der
Metallrohre entlang der durch die Heizmittel vorgegebenen Linie. Die vorgeschlagene
Kombination einer Elektrode mit anderen Heizmitteln, insbesondere Infrarotstrahlern,
ermöglicht einen sehr kompakten Aufbau der Wärmebehandlungsstrecke und verbindet
die Vorteile des schnellen Aufheizens durch einen Lichtbogen mit den günstigen Eigenschaften
anderer Heizmittel, insb. von Infrarotstrahlern und Induktionsspulen bezüglich des
Aufrechterhaltens einer bestehenden Temperatur.
[0010] In der Zeichnung ist in Fig. 1 der prinzipielle Aufbau eines längsnahtgeschweißten
Metallrohres im Querschnitt dargestellt und in Fig. 2 eine Prinzipdarstellung der
Vorrichtung mit einem darunter angeordneten Diagramm der Temperaturverläufe in räumlicher
Zuordnung zu der gezeigten Wärmebehandlungsvorrichtung dargestellt.
[0011] Der in Fig. 1 dargestellte Querschnitt durch ein längsnahtgeschweißtes Rohr 1 veranschaulicht
die für die Erfindung wesentlichen Bereiche des Rohres. Dabei sind die einzelnen Zonen
nicht maßstabsgerecht dargestellt, um prinzipielle Dinge besser veranschaulichen
zu können. In Wirklichkeit sind die Schweißnaht und die Wärmeeinflußzone kleiner.
Die Schweißnaht 2 liegt im allgemeinen bei der Herstellung an der Oberseite des
Rohres 1. Sie ist umgeben von einer Wärmeeinflußzone 3, in welcher der Schweißvorgang
Veränderungen und Inhomogenitäten hinterlassen hat. Der Rest des Rohres besteht aus
unverändertem Grundwerkstoff, wobei es jedoch sinnvoll sein kann, aus Sicherheitsgründen
einen Bereich 4 außerhalb der Wärmeeinflußzone 3 bei einer Wärmebehandlung einzubeziehen,
da die genaue Ausdehnung der Wärmeeinflußzone 3 nicht immer bekannt ist. Schweißnaht
2, Wärmeeinflußzone 3 und Sicherheitsbereich 4 sind in der Beschreibung als Schweißnahtbereich
bezeichnet. Die Schweißnaht 2 selbst hat einen Außenbereich 2.1, dessen Korrosionseigenschaften
bei nur innen korrosiv beanspruchten Rohren keine Rolle spielen, und einen Innenbereich
2.2 dessen Eigenschaften entscheidend für die Korrosionsbeständigkeit des ganzen Rohres
sein können. Fig. 2 zeigt schematisch eine Wärmebehandlungsstrecke, die Teil einer
vollständigen Produktionsvorrichtung für längsnahtgeschweißte Metallrohre oder auch
separat angeordnet sein kann. Das Rohr 1 durchläuft diese Strecke, indem es von Transportrollen
11 oder ähnlichen Mitteln getragen und bewegt wird. Die Schweißnaht 2 bzw. der gesamte
Schweißnahtbereich werden zu Beginn der Wärmebehandlung durch einen Lichtbogen 7
aufgeheizt. Für dieses erste Aufheizen können auch andere Mittel mit hoher Energiedichte,
wie z. B. Laserstrahlen eingesetzt werden. Eine übliche Stromquelle 5.1, die einerseits
über eine Zuleitung 5.2 mit dem Rohr 1 und andererseits mit einer nichtabschmelzenden
Elektrode 5 verbunden ist, speist den Lichtbogen 7. Unter Umständen kann es sinnvoll
sein, den Lichtbogen in an sich bekannter Weise durch Magnetfelder zu bewegen, um
eine gleichmäßige Wärmeübertragung auf den Schweißnahtbereich zu erzielen. Mittels
einer üblichen Vorrichtung 6 kann der Umgebungsbereich des Lichtbogens 7 unter Schutzgas
1 gehalten werden. Im weiteren Verlauf der Wärmebehandlungsstrecke befinden sich weitere
Heizmittel 8, im vorliegenden Ausführungsbeispiel Infrarotstrahler, welche die Temperatur
des Schweißnahtbereiches oberhalb der für eine Lösungsglühung notwendigen Mindesttemperatur
Tmin halten. Der Abstand zwischen Lichtbogen 7 und dem ersten Infrarotstrahler 8
ist so gewählt, daß sich der durch den Lichtbogen 7 aufgeschmolzene äußere Bereich
2.1 der Schweißnaht 2.2 auf dem Weg durch Wärmeabgabe an den inneren Bereich 2.2 wieder
verfestigen kann, so daß der gesamte Schweißnahtbereich sich etwa auf gleicher Temperatur
oberhalb Tmin befindet. Bei Verwendung von Infrarotstrahlern 8 kann durch ein Quarzglasrohr
9 eine (durch Pfeile angedeutete) Schutzgasatmosphäre um das gesamte Rohr 1 aufrechterhalten
werden. An die Wärmebehandlungsstrecke schließt sich noch eine ebenfalls unter Schutzgas
befindliche Abkühlstrecke 10 an. Unter der Wärmebehandlungsvorrichtung und mit räumlicher
Zuordnung zu dieser ist in der Fig. 2 ein Diagramm zur Veranschaulichung der Temperaturverläufe
angegeben.
[0012] Auf der Abszisse ist die Temperatur aufgetragen, wobei beispielhaft zur Veranschaulichung
des in Betracht kommenden materialabhängigen Bereiches zwei Temperaturen angegeben
sind. Auf der Ordinate ist die Strecke entsprechend der Länge der Wärmebehandlungsvorrichtung
aufgetragen, wobei (unter der Voraussetzung einer konstanten Durchlaufgeschwindigkeit
des Rohres dies gleichbedeutend mit der Zeit ist. Das Diagramm stellt daher den zeitlichen
bzw. räumlichen Verlauf der Temperaturen bei der Wärmebehandlung dar. Die gestrichelte
Linie Tmir deutet die Temperatur an, die mindestens zum Lösungsglühen des Rohrmaterials
nötig ist, während die Linie Ts die Schmelztemperatur des Rohrmaterials andeutet.
Die Linie Ta veranschaulicht die Temperatur im Außenbereich 2.1 der Schweißnaht 2
und die Linie Ti veranschaulicht den Temperaturverlauf im Innenbereich 2.2 der Schweißnaht
während der Wärmebehandlung. Erkennbar ist aus dem Diagramm, daß im Bereich des Lichtbogens
7 der Außenbereich auf eine Temperatur oberhalb des Schmelzpunktes Ts aufgeheizt
wird, der Innenbereich jedoch deutlich unter dieser Temperatur bleibt. Zwischen Lichtbogen
7 und dem ersten Infrarotstrahler 8 gleichen sich die Temperaturen von Außenbereich
2.1 und Innenbereich 2.2 an. Je nach der Strahlungscharakteristik der Infrarotstrahler
8 wird auch bei der weiteren Wärmebehandlung der Außenbereich 2.1 auf höhere Temperaturen
als der Innenbereich 2.2 gebracht, wobei jedenfalls sichergestellt sein muß, daß die
Temperatur Ti zwischen Trin und Ts liegen muß, während es für den Außenbereich 2.1
zulässig ist, daß dieser zwischendurch, wie durch die punktierten Linien Ta' angedeutet,
den Schmelzpunkt Ts überschreitet. In der Abkühlstrecke 10 wird schließlich noch unter
Schutzgas die Temperatur des Schweißnahtbereiches soweit reduziert bis kein Schutzgas
zur Vermeidung von Reaktionen mit der Umgebungsatomosphäre mehr nötig ist.
[0013] Die vorliegende Erfindung eignet sich besonders für die einer Rohrproduktionsanlage
direkt nachgeordnete Wärmebehandlung.
1. Verfahren zum selektiven Lösungsglühen der Schweißnaht (2), insbesondere einschließlich
deren Wärmeeinflußzone (3), eines längsnahtgeschweißten Metallrohres (1), wobei das
Rohr (1) insbesondere einen Durchmesser von weniger als 100 mm und eine Wanddicke
von weniger als 2,5 mm hat und wobei eine Wärmebehandlungsvorrichtung (5,8) und das
Rohr (1) relativ zueinander bewegt werden,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) die Schweißnaht (2) wird, vorzugsweise mittels wenigstens eines mit wenigstens
einer nicht abschmelzenden Elektrode (5) erzeugten Lichtbogens (7), unter Schutzgas
(I) so hoch erhitzt, daß ihr Außenbereich (2.1) aufgeschmolzen wird;
b) anschließend wird die Schweißnaht (2) selektiv durch weitere Heizmittel (8), beispielsweise
weitere Lichtbogen, Infrarotstrahler oder Induktionsspulen, für einen vorgebbaren
Zeitraum unter Schutzgas (I) mindestens auf einer für das Lösungsglühen des Rohrmaterials
erforderlichen Temperatur (Tmin), aber zumindest im Innenbereich (2.2) der Schweißnaht
(2) unterhalb der Schmelztemperatur (Ts) gehalten und danach unter Schutzgas (I) abgekühlt
(10).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schweißnaht (2) nicht bis zur Innenseite (2.2) des Metallrohres (1) aufgeschmolzen
wird und die Wirkung der weiteren Heizmittel (8) gerade dann einsetzt, wenn der Außenbereich
(2.1) der Schweißnaht (2) wieder teigig oder fest wird und durch Wärmeleitung sich
der ganze Schweißnahtbereich (2,3) auf einer Temperatur unterhalb der Schmelztemperatur
(Ts) befindet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallrohr (1) aus nichtrostendem Stahl besteht, vorzugsweise aus einer
molybdänhaltigen Legierung.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der vorgebbare Zeitraum länger als 5 Sekunden, vorzugsweise 15 bis 30 Sekunden
ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die weiteren Heizmittel (8) die Schweißnaht (2) in räumlichen Abständen etwa
punktuell auf eine Temperatur erheblich über der für das Lösungsglühen des Rohrmaterials
notwendigen Mindesttemperatur (Tmin) aufheizen, wobei durch Wärmeleitung ein Temperaturausgleich
innerhalb der Schweißnaht (2.1, 2.2) erfolgt, während Rohr (1) und Wärmebehandlungsstellen
relativ zueinander bewegt werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der wenigstens eine Lichtbogen (7) und die weiteren Heizmittel (8) ortsfest
sind und das Metallrohr (1) unter diesen hindurch bewegt werden.
7. Vorrichtung zum selektiven Lösungsglühen der Schweißnaht (2) eines längsnahtgeschweißten
Rohres (1), enthaltend folgende Teile:
a) wenigstens ein erstes etwa punktuell wirkendes Heizmittel (5, 7) hoher Energiedichte
zum Aufschmelzen des Außenbereiches (2.1) der Schweißnaht (2) des Rohres (1), vorzugsweise
eine nicht abschmelzende, einen Lichtbogen (7) erzeugende Elektrode (5);
b) weitere Heizmittel (8), vorzugsweise Infrarotstrahler oder Induktionsspulen, welche
eine selektive Aufheizung des Schweißnahtbereiches (2, 3) bewirken können;
c) Mittel (6, 9) zur Aufrechterhaltung einer Schutzgasatmosphäre (I) im Einwirkungsbereich
der ersten Elektrode (5) und in der Umgebung des Metallrohres (1) unterhalb der weiteren
Heizmittel (8) und im Bereich einer anschließenden Abkühlstrecke (10);
d) Vorrichtungen (11) zum Bewegen der Metallrohre entlang der durch die Heizmittel
(5, 8) vorgegebenen Linie.