[0001] Die Erfindung betrifft einen Wärmetauscher mit einem im wesentlichen zylinderförmigen
Strömungsraum, der durch einen Mantel begrenzt ist, mit einer Anzahl von Rohren, die
den Strömungsraum in im wesentlichen zur Zylinderachse paralleler Richtung durchziehen
und mit mindestens einem Paar von Stutzen, die einander gegenüber an der Zylinderfläche
des Mantels angeordnet sind und in den Strömungsraum führen. Ferner befaßt sich die
Erfindung mit einem Verfahren zum Betreiben eines solchen Wärmetauschers, mit einer
Verwendung desselben und mit einer Anwendung des Verfahrens.
[0002] Derartige Wärmetauscher werden für eine Vielzahl von Anwendungen zum Abkühlen oder
Anwärmen von Flüssigkeiten und/oder Gasen durch indirekten Wärmetausch eingesetzt.
Dabei tritt ein Fluid durch einen der Stutzen in den Strömungraum ein, umspült dort
die Rohre mit einer Strömungsrichtung, die im wesentlichen senkrecht zur Zylinderachse
verläuft, und strömt durch einen weiteren Stutzen wieder hinaus. Oft ist der Strömungsraum
in mehrere Abschnitte mit jeweils einem eigenen Paar von Einfüll- und Ablaßstutzen
aufgeteilt. Eine solche Bauform, in der das Fluid im Strömungsraum im Kreuzstrom zu
einem zweiten Fluid, das durch das Innere der Rohre geführt wird, strömt, bietet den
Vorteil, daß das erste Fluid nur einen sehr geringen Druckverlust beim Durchgang durch
den Wärmetauscher erfährt. Dies wird durch einen relativ direkten Durchgang durch
den Strömungsraum bewirkt, der allerdings eine recht offene Bauweise ohne strömungshindernde
Einbauten im Strömungsraum voraussetzt.
[0003] Dies wiederum verringert die mechanische Stabilität und Starrheit der Vorrichtung,
so daß derartige Wärmetauscher bisher lediglich bei relativ niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten
im Strömungsraum eingesetzt werden können. Außerdem ist bei solchen Kreuzstromwärmetauschern
auch das Problem der Verteilung des ersten Fluids im Strömungsraum senkrecht zur Strömungsrichtung
bisher nicht zufriedenstellend gelöst.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es nunmehr, einen Wärmetauscher der eingangs genannten
Art dahingehend zu verbessern, daß seine mechanische Stabilität auch für die Anwendung
bei höheren Strömungsgeschwindigkeiten ausreicht. Dabei soll eine günstige Wärmeübertragungsleistung
und eine gute Verteilung des ersten Fluids im Strömungsraum gewährleistet sein.
[0005] Diese Aufgabe wird durch Stützbleche gelöst, die im wesentlichen senkrecht zur Zylinderachse
in den Strömungsraum eingebaut sind. Diese Stützen bewirken einen wesentlich stabileren
und starreren mechanischen Aufbau und verstärken die Starrheit des zylinderförmigen
Mantels um den Strömungsraum. Der erfindungsgemäße Wärmetauscher kann deshalb Strömungsgeschwindigkeiten
bis zu etwa 10% der Schallgeschwindigkeit im Strömungsraum verkraften.
[0006] Neben der mechanischen Stabilität in Längsrichtung können bei dem Wärmetauscher auch
Probleme durch akustische Schwingungen entstehen, welche durch stehende Wellen in
Ebenen senkrecht zur Zylinderachse aufgebaut werden. Gemäß eines weiteren Aspektes
der Erfindung kann zur Überwindung dieser Schwierigkeiten mindestens ein Antidröhnblech
eingebaut sein, das im wesentlichen parallel zur Zylinderachse in dem Strömungsraum
angeordnet ist. Im allgemeinen werden zwei parallele Antidröhnbleche beiderseits der
Zylinderachse verwendet, die über die volle Länge des Strömungsraumes verlaufen. Unter
Umständen kann auch eine ungerade Anzahl und eine unsymmetrische Anordnung von Antidröhnblechen
günstig sein. Auf diese Weise sind in jede Querschnittsfläche Hindernisse eingebaut,
die einer Bildung von stehenden akustischen Wellen entgegenwirken.
[0007] Zur weiteren Erhöhung der Stabilität des Wärmetauschers und zur Erleichterung der
Herstellung desselben ist es günstig, wenn Antidröhnbleche und Stützbleche stoffschlüssig
miteinander verbunden sind, beispielsweise durch Verschweißen der Berührungsflächen.
Dadurch entsteht eine besonders stabile und starre Wabenstruktur innerhalb des Strömungsraumes.
[0008] Allerdings ist bei dieser Bauweise ein Queraustausch des Fluides im Strömungsraum
zwischen verschiedenen Waben nicht mehr möglich, so daß eine gleichmäßige Fluidverteilung
nicht ohne weiteres gewährleistet ist. Insbesondere der Austausch zwischen dem in
Waben aufgeteilten Bereich und dem Randbereich des Strömungsraumes wird stark behindert,
so daß die Wärmeübertragungsleistung vor allem in diesem Randbereich nicht optimal
ist.
[0009] Eine Weiterbildung der Erfindung weist ein Prallblech auf, das im wesentlichen senkrecht
zur Verbindungslinie zwischen zwei paarweise gegenüberliegenden Stutzen und durchgehend
über die volle Länge des Strömungsraumes parallel zur Zylinderachse angeordnet ist.
Dabei ist es günstig, wenn zwischen den Längsseiten des Prallblechs und dem Mantel
ein Zwischenraum liegt.
[0010] Gegenüber üblicherweise verwandten Prallblechen, welche lediglich auf einer kleinen
Fläche unterhalb des Eintrittsstutzens angebracht werden und daher nur eine sehr grobe
Maßnahme zur Verteilung des durch den Eintrittsstutzen strömenden Fluids darstellen,
bewirkt das erfindungsgemäße Prallblech gezielt eine bessere Zufuhr von Fluid in die
Randbereiche des Strömungsraumes.
[0011] Weiterhin ist es günstig, wenn das Prallblech in Richtung der Zylinderachse in Abschnitte
unterteilt ist, die unterschiedliche relative Lochquerschnittsflächen aufweisen. Dadurch
kann eine gezielte Verteilung des durch den Strömungsraum geführten Fluids auch in
Richtung der Zylinderachse erreicht werden.
[0012] Dabei ist es vorteilhaft, wenn das Prallblech in Teilstücke unterteilt ist, die jeweils
eine ganze Anzahl n von Abschnitten aufweisen und auf jeder Seite entweder durch ein
Ende des Strömungsraumes oder durch eine genau zwischen zwei Paaren von Stutzen senkrecht
zur Zylinderachse liegenden Ebene begrenzt werden. Die Stutzen sind vorzugsweise so
angeordnet, daß die Teilstücke gleich groß sind. Ein Wärmetauscher kann mehrere Teilstücke
oder auch nur eines aufweisen. Im letzteren Fall ist nur ein Paar von Stutzen vorhanden.
[0013] In günstiger Weiterbildung der Erfindung weist jeweils ein Teilstück des Prallbleches
eine gerade Anzahl n von aufeinanderfolgenden Abschnitten P
i, i = 1,...,n auf, wobei jeweils die Abschnitte
P
i und P
n-i+1 , i = 1,...,n/2
hinsichtlich ihrer Abmessungen a
i, b
i und ihrer relativer Lochquerschnittsfläche L
i identisch aufgebaut sind.
[0014] Das oder die Teilstücke sind also hinsichtlich ihrer Aufteilung in Abschnitte symmetrisch
zur Verbindungslinie des zugehörigen Paares von Stutzen.
[0015] Es erweist sich als günstig, wenn die Anzahl n der Abschnitte P
i innerhalb eines Teilstückes zwischen 2 und 18 beträgt und wenn für die raltiven Lochquerschnittsflächen
L
i der Abschnitte P
i gilt:
L
i > L
i+1, i = 1,...,n/2-1.
[0016] Vorzugsweise liegt n zwischen 4 und 8 .
[0017] In einer günstigen Ausführungsform der Erfindung wird das Verhältnis zwischen größter
und kleinster relativer Lochquerschnittsfläche L₁/L
n/2 in Abhängigkeit von der Verteillänge 1
v (= Abstand zwischen Mittelachse des Einfüllstutzens und Begrenzung des entsprechenden
Teilstückes) und vom Innenradius r des Einfüllstutzens gewählt, und zwar vorzugsweise
gemäß der Beziehung
L₁ = f . √1
v/r . L
n/2 .
Der Faktor f liegt in der Größenordung von 1, etwa zwischen 0,8 und 1,3 . Das Verhältnis
1
v/r liegt üblicherweise im Bereich von 3; L₁/L
n/2 beträgt im allgemeinen etwa 1,5 bis 2,0, vorzugsweise ca. 1,7.
[0018] Umfangreiche hydrodynamische Berechnungen haben gezeigt, daß mit Hilfe einer derartigen
Gestaltung des Prallbleches eine günstige Verteilung von Gas, welches durch den Strömungsraum
geführt wird und damit eine hohe Wärmeübertragungsleistung des Wärmetauschers erzielt
werden kann. Als besonders günstig hat sich ein Wertebereich von L
n/2 zwischen 10 und 30% herausgestellt.
[0019] Gemäß einer weiteren Variante des erfindungsgemäßen Wärmetauschers sind die durch
den Strömungsraum verlaufenden Rohre in mehrere entlang der Verbindungsachse eines
Paares von Stutzen aufgereihte Bündel zusammengefaßt, wobei die Rohre so miteinander
verbunden sind, daß die Bündel von dem in den Rohren fließenden Fluid nacheinander
durchströmt werden. Auf diese Weise kann zusätzlich - je nach Betriebsart - ein Gleich-
oder Gegenstromeffekt erzielt werden.
[0020] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betreiben eines solchen Wärmetauschers,
bei dem jedes Paar von Stutzen aus einem Einfüll- und einem Ablaßstutzen besteht,
wobei bei dem Verfahren ein erstes Fluid durch den/die Einfüllstutzen in den Strömungsraum
eingeführt und durch den/die Ablaßstutzen wieder herausgeleitet wird und ein zweites
Fluid durch das Innere der Rohre geleitet wird. Das erfindungsgemäße Verfahren ist
dadurch gekennzeichnet, daß das zweite Fluid zunächst in die Rohre des dem Ablaßstutzen
am nächsten gelegenen Bündels eingeführt wird und anschließend nacheinander die Rohre
der weiter in Richtung Einlaßstutzen liegenden Bündel durchströmt. Das zweite Fluid
wird damit in gewissem Umfang im Gegenstrom zu dem ersten Fluid geführt.
[0021] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das erste Fluid gasförmig
in den Strömungsraum eingeführt und bei dem Wärmeaustausch mit dem zweiten Fluid teilweise
kondensiert.
[0022] Es ist günstig, bei dem Verfahren Wasser als zweites Fluid zu verwenden und als Kühl-
oder Heizmedium einzusetzen.
[0023] Bis vor etwa 15 Jahren war es üblich, als Spaltgaskühler in Ethylenanlagen Wärmetauscher
zu verwenden, die zwar ähnlich wie der erfindungsgemäße Typ einen zylinderförmigen
Strömungsraum und parallel zur Zylinderachse liegende Kühlwasserrohre aufweisen, bei
dem jedoch das zu kühlende Gas mehrmals über den Querschnitt des Strömungsraumes hin-
und hergeführt wird.
[0024] Dabei entsteht jedoch ein wesentlich höherer Druckverlust und das Verfahren wird
insgesamt energetisch ungünstig.
[0025] Als Energie knapp und teuer wurde, sah man sich gezwungen, Direktkontaktkühler zu
verwenden und das Spaltgas durch direkten Wärmeaustausch mit Wasser abzukühlen. Solche
Anlagen weisen zwar einen niedrigen Druckverlust auf; dieser wird jedoch durch hohen
apparativen Aufwand erkauft. Dies ist einerseits darin begründet, daß das Kühlwasser
im Kreislauf geführt werden und deshalb in einem gesonderten Wärmetauscher wieder
abgekühlt werden muß. Andererseits ist es notwendig, das aus dem Direktkontaktkühler
entnommene Wasser und auskondensierte schwere Kohlenwasserstoffe in einem Abscheider
zu trennen.
[0026] Die Verwendung des erfindungsgemäßen Wärmetauschers als Stufenkühler für Spaltgas
in einer Ethylenanlage bzw. die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens bei einem
Verfahren zur Gewinnung von Ethylen zur Abkühlung von Spaltgas vereinen nun die Vorteile
der beiden bei Ethylenanlagen bekannten Typen von Spaltgaskühlern, nämlich einerseits
mäßigen apparativen Aufwand und damit relativ geringe Kapitalkosten und andererseits
sehr geringen Druckverlust und somit niedrige Betriebskosten. Vorzugsweise wird dabei
das Spaltgas als erstes Fluid durch den Strömungsraum geführt.
[0027] Die Erfindung und nähere Einzeheiten der Erfindung werden im folgenden anhand eines
in den Zeichnungen schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0028] Hierbei zeigen:
Figur 1 einen Längsschnitt in einer vertikalen Ebene,
Figur 2 einen Querschnitt und
Figur 3 einen weiteren Längsschnitt in einer horizontalen Ebene durch einen erfindungsgemäßen
Wärmetauscher.
[0029] Der Mantel 1 des Wärmetauschers ist im wesentlichen zylindersymmetrisch um die Achse
8 gestaltet. Er umschließt zusammen mit den Trennwänden 3A und 3C den Strömungsraum
2. Dieser wiederum ist durch eine weitere Trennwand 3B in zwei Teilräume unterteilt,
zwischen denen kein Gasaustausch möglich ist. Zu dem in Figur 1 links angeordneten
Teilraum gehört ein erstes Paar 4 von Stutzen, welches aus Eintrittsstutzen 4A und
Ausstrittsstutzen 4B gebildet wird. Analog sind auf der rechten Seite die Stutzen
5A und 5B des Paares 5 zu sehen.
[0030] Erfindungsgemäß sind in den Strömungsraum 2 Stützbleche 12 eingebaut, deren Anzahl
in dem Ausführungsbeispiel ingesamt 10, also 5 pro Teilraum beträgt. Die Stützbleche
12 werden von einem Boden 15 getragen. Des weiteren sind in Figur 2 zwei Antidröhnbleche
11 dargestellt, die über die volle Länge des Strömungsraumes 2 von Trennwand 3A bis
Trennwand 3C (siehe Figur 1) verlaufen. Stützbleche 12, Antidröhnbleche 11 und Trennwände
3A, 3B, 3C sind miteinander verschweißt und bilden eine starre, wabenartige Struktur,
bei der kein seitlicher Gasaustausch zwischen den Waben und kein Austausch zu dem
Volumen zwischen Antidröhnblechen 11 und Mantel 1 möglich ist.
[0031] Aus diesem Grund ist erfindungsgemäß ein Prallblech 10 vorgesehen, welches unterhalb
der Eintrittsstutzen 4A, 5A in einer horizontalen Ebene über die volle Länge des Strömungsraumes
2 angeordnet ist. Die Breite b des in Figur 10 eingezeichneten Prallbleches 10 ist
etwa gleich dem inneren Durchmesser 2r der Einfüllstutzen 4A,5A. b kann jedoch auch
geringfügig größer oder kleiner als 2r sein (siehe Zahlenbeispiel unten). In Querrichtung
ist das Prallblech 10 durch die beiden Antidröhnbleche 11 begrenzt und mit diesen
stoffschlüssig verbunden.
[0032] Durch diese Anordnung bewirkt das gelochte Prallblech 10 einen erschwerten Durchgang
des durch die Eintrittsstutzen 4A,5A eingeführten Fluids in den zentralen Teil des
Strömungsraumes 2 und damit eine bessere Verteilung durch die Zwischenräume 14 (siehe
Figur 2) in Richtung des Randvolumens zwischen Antidröhnblechen 11 und Mantel 1.
[0033] Analog zu den Teilräumen des Strömungsraumes 2 ist das Prallblech 10 durch die Trennwand
3B in zwei Teilstücke unterteilt. Jedes der beiden Teilstücke des Prallblechs 10 besteht
aus Abschnitten P₁ bis P₆ bzw. P′₁ bis P′₆, wie es in Figur 3 dargestellt ist. Die
Anzahl n der Abschnitte pro Teilstück beträgt im Ausführungsbeispiel 6. Das Prallblech
10 weist in einer speziellen Version drei verschiedene Arten von Lochungen auf, welche
sich durch verschiedene relative Lochquerschnittsfläche auszeichnen. Mit relativer
Lochquerschnittsflächen ist das Verhältnis zwischen Öffnungsfläche der Löcher und
Gesamtfläche des Bleches gemeint. Die verschiedenen Lochungsarten können durch unterschiedliche
Dichten und/oder Größen von Löchern realisiert werden.
[0034] Vorzugsweise werden bei dem Ausführungsbeispiel drei verschiedene Werte L₁, L₂, L₃
von relativen Lochquerschnittsflächen verwendet, und zwar
L₁ für P₁, P₆, P′₁, P′₆,
L₂ für P₂, P₅, P′₂, P′₅ und
L₃ für P₃, P₄, P′₃, P′₄.
[0035] Die Lochungen werden so gewählt, daß direkt unterhalb der Eintrittstutzen 4A, 5A
die relative Lochquerschnittsfläche (L₃) am kleinsten und bei den am weitesten von
den Eintrittsstutzen 4A, 5A entfernten Abschnitten die relative Lochquerschnittsfläche
(L₁) am größten ist, um eine möglichst gleichmäßige Fluidverteilung im Strömungsraum
entlang der Zylinderachse zu erreichen.
[0036] In einem zu Versuchszwecken gebauten Wärmetauscher wurden die folgenden Zahlenwerte
gewählt:
Durchmesser des Strömungsraumes d
s = 1676 mm
Radius der Öffnung der Einfüllstutzen r = 348 mm
Verteillänge 1
v = 999 mm
Länge jedes Abschnittes a = 333 mm
Breite der Abschnitte b = 666 mm
rel. Lochquerschnitte: L₁ = 40%
L₂ = 30%
L₃ = 23%
Verhältnis max. zu min. rel. Lochquerschn.: L₁/L₃ = 1,74
Lochdurchmesser: d₁ = 8 mm
d₂ = 8 mm
d₃ = 10 mm
Lochteilung: t₁ = 12 mm
t₂ = 14 mm
t₃ = 20 mm
[0037] Es ist herstellungstechnisch günstig, die Länge a der Abschnitte P₁ bis P₆ bzw. P₁′
bis P₆′ gleich dem Abstand zwischen zwei Stützblechen 12 zu wählen. Verteilungstechnisch
gesehen ist natürlich eine höhere Anzahl von Abschnitten mit verschiedenen relativen
Lochquerschnittsflächen günstiger; als praktikabler Kompromiß zwischen Verteilgüte
und apparativem Aufwand hat sich bei den hydrodynamischen Rechnungen ein Wertebereich
für die Anzahl n von Abschnitten pro Teilstück von 2 bis 18, vorzugsweise 4 bis 8
erwiesen.
[0038] Die Rohre, welche den Strömungsraum 2 durchziehen, sind in den Zeichnungen nicht
explizit dargestellt. Im Längsschnitt von Figur 1 liegen ihre geraden Teilstücke zwischen
Prallblech 10 und Tragblech 15. An den Enden des Wärmetauschers sind die Rohre entweder
mit einem der Stutzen 6A, 6B oder untereinander verbunden, wie im folgenden anhand
der Figur 2 näher erläutert wird.
[0039] In der Querschnittsdarstellung sind 4 Bündel A
1,2 bis A
7,8 eingezeichnet, die in jeweils zwei Untergruppen A₁, A₂ bis A₇, A₈ aufgeteilt sind.
Die Untergruppen bestehen aus 50 bis 300, vorzugsweise 120 bis 250 Rohren und füllen
jeweils ein durch zwei gekreuzte Linien gekennzeichnetes Volumen beiderseits eines
Antidröhnbleches 11 aus.
[0040] Die Rohre sind so miteinander verbunden, daß ein Fluid, welches über den Stutzen
6A eingespeist wird, zunächst parallel die Rohre der Untergruppe A₁ durchströmt und
anschließend nacheinander durch die Rohre der übrigen Untergruppen und Bündel in der
Reihenfolge A₂, A₃, A₄, A₆, A₇, A₈ und anschließend zum Austrittsstutzen 6B geleitet
wird.
[0041] Beim erfindungsgemäßen Verfahren wird der Wärmetauscher so betrieben, daß ein erstes
Fluid - beispielsweise Spaltgas in einer Ethylenanlage - in zwei parallelen Strömen
über die Eintrittsstutzen 4A und 5A in den Strömungsraum 2 ein- und durch die Austrittsstutzen
4B, 5B wieder herausgeführt wird, wie es durch Pfeile in den Figuren 1 und 2 angedeutet
ist. Im Kreuzstrom dazu wird ein zweites Fluid - beispielsweise Kühlwasser über den
Stutzen 6A eingespeist, durch die nicht dargestellten Rohre geführt und über den Stutzen
6B wieder entnommen (Pfeile 7 in Figur 1).
1. Wärmetauscher mit einem im wesentlichen zylinderförmigen Strömungsraum (2), der
durch einen Mantel (1) begrenzt ist, mit einer Anzahl von Rohren, die den Strömungsraum
(2) in im wesentlichen zur Zylinderachse (8) paralleler Richtung durchziehen und mit
mindestens einem Paar (4,5) von Stutzen, die einander gegenüber an der Zylinderfläche
des Mantels (1) angeordnet sind und in den Strömungsraum (2) führen, gekennzeichnet
durch Stützbleche (12), die im wesentlichen senkrecht zur Zylinderachse (8) in den
Strömungsraum (2) eingebaut sind.
2. Wärmetauscher nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch mindestens ein Antidröhnblech
(11), das im wesentlichen parallel zur Zylinderachse (8) in dem Strömungsraum (2)
angeordnet ist.
3. Wärmetauscher mit den Merkmalen der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß Antidröhnblech(e) (11) und Stützblech(e) (12) stoffschlüssig miteinander verbunden
sind.
4. Wärmetauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch ein Prallblech
(10), das im wesentlichen senkrecht zur Verbindungslinie zwischen zwei paarweise gegenüberliegenden
Stutzen (4A,4B; 5A,5B) und durchgehend über die volle Länge des Strömungsraumes (2)
parallel zur Zylinderachse (8) angeordnet ist.
5. Wärmetauscher nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Längsseiten
(13) des Prallblechs (10) und dem Mantel (1) ein Zwischenraum (14) liegt.
6. Wärmetauscher nach einem der Ansprüche 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das
Prallblech (10) in Richtung der Zylinderachse (8) in Abschnitte (P₁ bis P₆, P′₁ bis
P′₆) unterteilt ist, die unterschiedliche relative Lochquerschnittsflächen (L₁ bis
L₆, L′₁ bis L′₆) aufweisen.
7. Wärmetauscher nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Prallblech (10)
in Teilstücke (20,20′) unterteilt ist, die jeweils eine ganze Zahl n von Abschnitten
(P₁ bis P₆; P′₁ bis P′₆) aufweisen und auf jeder Seite entweder durch ein Ende (3A,3C)
des Strömungsraumes (2) oder durch eine genau zwischen zwei Paaren (4,5) von Stutzen
(4A,4B; 5A,5B) senkrecht zur Zylinderachse (8) liegenden Ebene (3B) begrenzt werden.
8. Wärmetauscher nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils ein Teilstück
(20,20′) des Prallbleches (12) eine gerade Anzahl n von aufeinanderfolgenden Abschnitten
Pi, i = 1,...,n aufweist, wobei jeweils die Abschnitte
Pi und Pn-i+1 , i = 1,...,n/2
hinsichtlich ihrer Abmessungen ai, bi und ihrer relativen Lochquerschnittsfläche Li identisch aufgebaut sind.
9. Wärmetauscher nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Anzahl n der Abschnitte
Pi (P₁ bis P₆; P′₁ bis P′₆) innerhalb eines Teilstückes (20,20′) zwischen 2 und 18 beträgt
und daß für die relativen Lochquerschnittsflächen Li der Abschnitte Pi gilt:
Li > Li+1 , i = 1,...,n/2-1
10. Wärmetauscher nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß für die maximale relative
Lochquerschnittsfläche L₁ gilt:
L₁ = f . √1v/r . Ln/2 ,
mit f: Faktor, 0,8 ≦ f ≦ 1,3
1v: Verteillänge (= Abstand zwischen Verbindungsachse eines Paares (4,5) von Stutzen
und Begrenzung des entsprechenden Teilstückes)
r: Radius der Öffnung des Einfüllstutzens (4A,5A)
11. Wärmetauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rohre in mehrere entlang der Verbindungsachse eines Paares (4,5) von Stutzen (4A,4B;
5A,5B) aufgereihte Bündel (A1,2 bis A7,8) zusammengefaßt sind, wobei die Rohre so miteinander verbunden sind, daß die Bündel
(A1,2 bis A7,8) von dem in den Rohren fließenden Fluid nacheinander durchströmt werden.
12. Verfahren zum Betreiben eines Wärmetauschers nach Anspruch 11, bei dem jedes Paar
(4,5) von Stutzen aus einem Einfüll- (4A,5A) und einem Ablaßstutzen (4B,5B) besteht,
ein erstes Fluid durch den/die Einfüllstutzen (4A,5A) in den Strömungsraum (2) eingeführt
und durch den/die Ablaßstutzen (4B,5B) wieder herausgeleitet wird und ein zweites
Fluid durch das Innere der Rohre geleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß das zweite
Fluid zunächst in die Rohre des dem Ablaßstutzen (4B,5B) am nächsten gelegenen Bündels
(A1,2) eingeführt wird und anschließend nacheinander die Rohre der weiter in Richtung Einlaßstutzen
(4A,5A) liegenden Bündel (A3,4 bis A7,8) durchströmt.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Fluid gasförmig
in den Strömungsraum (2) eingeführt und bei dem Wärmeaustausch mit dem zweiten Fluid
teilweise kondensiert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß als zweites Fluid
Wasser verwendet wird.
15. Verwendung eines Wärmetauschers nach einem der Ansprüche 1 bis 10 als Stufenkühler
für Spaltgas in einer Ethylenanlage.
16. Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 12 bis 14 bei einem Verfahren
zur Gewinnung von Ethylen zur Abkühlung von Spaltgas.
17. Anwendung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Fluid aus Spaltgas
besteht.