[0001] Die Erfindung betrifft ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit mindestens
einer Silberhalogenidemulsionsschicht und einem Farbkuppler vom Pyrazoloazol-Typ.
[0002] Es ist bekannt, farbige fotografische Bilder durch chromogene Entwicklung herzustellen,
d.h. dadurch, daß man bildmäßig belichtete Silberhalogenidemulsionsschichten in Gegenwart
geeigneter Farbkuppler mittels geeigneter farbbildender Entwicklersubstanzen - sogenannter
Farbentwickler - entwickelt, wobei das in Übereinstimmung mit dem Silberbild entstehende
Oxidationsprodukt der Entwicklersubstanzen mit dem Farbkuppler unter Bildung eines
Farbstoffbildes reagiert. Als Farbentwickler werden gewöhnlich aromatische, primäre
Aminogruppen enthaltende Verbindungen, insbesondere solche vom p-Phenylendiamintyp,
verwendet.
[0003] Zur Herstellung von Magentafarbstoffbildern werden üblicherweise Pyrazolon-Kuppler
verwendet. Die aus diesen Pyrazolon-Kuppler erhaltenen Bildfarbstoffe weisen vielfach
eine nicht ideale Absorption auf. Besonders störend ist die gelbe Nebenfarbdichte,
die zur Erzielung von brillanten Farben in dem fotografischen Bild die Verwendung
von Maskenkupplern oder die Anwendung anderer Maskiertechniken erforderlich macht.
Weitere Nachteile üblicher Pyrazolonkuppler sind häufig die unzureichende Stabilität
gegenüber dem Angriff von Formaldehyd oder der Einwirkung von Licht, Wärme und Feuchtigkeit
bei der Lagerung.
[0004] Als vorteilhaft haben sich in dieser Beziehung die Purpurkuppler von Pyrazoloazol-Typ
erwiesen; sie liefern in der Regel farbreinere Magentafarbstoffbilder. Purpurkuppler
vom Pyrazoloazol-Typ sind beispielsweise beschrieben in DE-A 1 810 462, DE-A-35 16
996, EP-A-0 143 570, EP-A-0 176 804.
[0005] Pyrazoloazolkuppler neigen jedoch dazu, bei der chromogenen Entwicklung einen erhöhten
Farbschleier zu ergeben. Die Verringerung dieses Farbschleiers hat vorliegende Erfindung
zum Ziel.
[0006] Gegenstand der Erfindung ist ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit mindestens
einer Silberhalogenidemulsionsschicht, der ein Pyrazoloazolkuppler der Formel I zugeordnet
ist,

worin bedeuten
R Wasserstoff oder einen Substituenten;
Q einen Rest zur Vervollständigung eines ankondensierten 5- oder 6-gliedrigen stickstoffhaltigen
Ringes, an den ein weiterer Ring ankondensiert sein kann;
X Wasserstoff oder einen bei Farbkupplung abspaltbaren Rest,
dadurch gekennzeichnet, daß der Silberhalogenidemulsionsschicht weiterhin mindestens
eine Verbindung einer der Formeln II und III zugeordnet ist,

worin bedeuten
R⁴ Alkyl, Alkoxy, Aryl, Amino, Acylamino;
R⁵ Alkyl;
R⁶ Alkyl, Alkoxy, Aryl, eine heterocyclische Gruppe;
R⁷ Alkyl, Aryl, eine heterocyclische Gruppe,
oder R⁵ zusammen mit R⁶ einen Rest zur Vervollständigung eines 5- oder 6-gliedrigen
Ringes;
V -CN, -CF₃, -SO₃H, Alkylsulfonyl, Sulfamoyl, Acylamino;
W Halogen, Alkyl, Alkoxy;
s eine ganze Zahl von 1 bis 3
t 0 oder eine ganze Zahl von 1 bis 4, mit der Maßgabe, daß s + t ≦ 5.
[0007] Der in den Pyrazoloazolkupplern der Formel I enthaltene kuppelnde Rest ist beispielsweise
ein Rest von Imidazolo[1,2-b]pyrazol, Imidazolo[3,4-b]pyrazol, Pyrazolo[2,3-b]pyrazol,
Pyrazolo[3,2-c]-1,2,4-triazol, Pyrazolo[2,3-b]-1,2,4-triazol, Pyrazolo[2,3-c]-1,2,3-triazol
oder Pyrazolo[2,3-d]tetrazol. Die entsprechenden Strukturen sind nachstehend durch
die Formeln I-1 bis I-7 angegeben.

[0008] In den allgemeinen Formeln I-1 bis I-7 stehen die Substituenten R, S, T und U für
Wasserstoff, Alkyl, Aralkyl, Aryl, Alkoxy, Aroxy, Alkylthio, Arylthio, Amino, Anilino,
Acylamino, Cyano, Alkoxycarbonyl, Carbamoyl, Sulfamoyl, wobei diese Reste weiter substituiert
sein können und beispielsweise einen Ballastrest enthalten können. In Formel I-1 können
S und T zusammen auch einen Rest zur Vervollständigung eines ankondensierten, gegebenenfalls
substituierten Benzolringes bedeuten.
[0009] Weiterhin steht X für Wasserstoff oder einen bei Farbkupplung abspaltbaren Rest
wie ein Halogenatom oder eine über ein Sauerstoffatom, ein Schwefelatom oder ein Stickstoffatom
an die kuppelnde Stelle angeknüpfte vorzugweise cyclische Gruppe.
[0010] Falls es sich bei der abspaltbaren Gruppe um eine cyclische Gruppe handelt, kann
die Anknüpfung an die Kupplungsstelle des Kupplermoleküls entweder direkt über ein
Atom, das Bestandteil eines Ringes ist, z. B. ein Stickstoffatom, oder indirekt über
ein zwischengeschaltetes Bindeglied erfolgt sein. Derartige abspaltbare Gruppen sind
in großer Zahl bekannt, z. B. als Fluchtgruppen von 2-Äquivalentpurpurkupplern.
[0011] Beispiele von über Sauerstoff angeknüpften abspaltbaren Gruppen entsprechen der Formel
- O - R⁸,
worin R⁸ für einen acyclischen oder cyclischen organischen Rest steht, z.B. für Alkyl,
Aryl, eine heterocyclische Gruppe oder Acyl, das sich beispielsweise ableitet von
einer organischen Carbon- oder Sulfonsäure. Bei besonders bevorzugten abspaltbaren
Gruppen dieser Art bedeutet R⁸ eine gegebenenfalls substituierte Phenylgruppe.
[0012] Beispiele von über Stickstoff angeknüpften abspaltbaren Gruppen sind in den folgenden
deutschen Offenlegungsschriften (DE-A-) beschrieben:
25 36 191, 27 03 589, 28 13 522, 33 39 201.
[0013] Hierbei handelt es sich vielfach um 5-gliedrige heterocyclische Ringe, die über
ein Ringstickstoffatom mit der Kupplungsstelle des Purpurkupplers verbunden sind.
Die heterocyclischen Ringe enthalten vielfach benachbart zu dem die Bindung an das
Kupplermolekül vermittelnden Stickstoffatom aktivierende Gruppen, z. B. Carbonyl-
oder Sulfonylgruppen oder Doppelbindungen.
[0014] Wenn die abspaltbare Gruppe über ein Schwefelatom an die Kupplungsstelle des Kupplers
gebunden ist, kann es sich bei ihr um den Rest einer diffusionsfähigen carbocyclischen
oder heterocyclischen Mercaptoverbindung handeln, die die Entwicklung von Silberhalogenid
zu inhibieren vermag. Derartige Inhibitorreste sind vielfach als an die Kupplungsstelle
von Kupplern, auch Purpurkupplern gebundene abspaltbare Gruppe beschrieben worden,
z.B. in US-A-3 227 554.
[0016] Die erfindungsgemäß verwendeten Pyrazoloazolkuppler umfassen auch polymere Kuppler,
die durch Polymerisation, Polyaddition oder Polykondensation aus niedermolekularen
Verbindungen (Monomeren) erhalten worden sind, die eine Pyrazoloazolgruppierung aufweisen.
Solche Monomere, die ebenfalls einer der Formeln I-1, I-2, I-3, I-4, I-5, I-6 und
I-7 entsprechen, enthalten desweiteren beispielsweise eine ethylenisch ungesättigte
Gruppe der Formel

oder zwei Gruppen der Formel -A¹-Y
worin bedeuten
R¹ H, Halogen, insbesondere Chlor, -COOH oder Alkyl, vorzugsweise mit 1 bis 4 C-Atomen
und gegebenenfalls mit -COOH substituiert;
A¹ Alkylen mit 1 bis 4 C-Atomen;
Y -OH oder -NH-R²
R² H, Alkyl mit 1 bis 6 C-Atomen, Cycloalkyl oder Aryl.
[0017] Die ethylenisch ungesättigte Gruppe kann direkt oder indirekt über ein Bindeglied
L an einen der beiden heterocyclischen Ringe einer der Formeln I-1 bis I-7 gebunden
sein. Ein solches Bindeglied -L- kann eine zusammengesetzte Struktur aufweisen und
beispielsweise wie folgt dargestellt werden:
-(L⁰)
k-(L¹)
l-(L²)
m-(L³)
n-(L⁴)
o-(L⁵)
p-(L⁶)
q-(L⁷)
r-
worin L⁰ den dem heterocyclischen Ring und L⁷ den der ethylenisch ungesättigten Gruppe
zunächst gelegenen Teil des Bindegliedes bezeichnen und worin bedeuten (gleich oder
verschieden):
L⁰, L², L⁴, L⁶ -O-, -NR-, -NRCO-, -CONR-, -NRSO₂-, -SO₂NR-, -COO-, -O-CO-, -NR-CO-NR-,
-O-CO-NR-, -NR-COO- (mit R = H oder Alkyl, das gegebenenfalls mit Carboxyl substituiert
sein kann);
L¹, L³, L⁵, L⁷ Alkylen, Aralkylen, Arylen, gegebenenfalls mit Carboxy substituiert;
k,l,m,n,o,p,q,r jeweils 0 oder 1, wobei gilt, daß l - m + n - o + p - q = 0.
[0018] Eine durch L¹, L³, L⁵, L⁷ dargestellte Alkylengruppe kann geradkettig oder verzweigt
sein und bis zu 20 C-Atomen aufweisen und gegebenenfalls mit Carboxyl substituiert
sein.
[0019] Eine durch L¹, L³, L⁵ dargestellte Aralkylengruppe ist beispielsweise eine der folgenden
Gruppen:

[0020] Eine durch L¹, L³, L⁵, L⁷ dargestellte Arylengruppe ist vorzugsweise eine Phenylengruppe,
die substituiert sein kann, z.B. mit Alkyl, Alkoxy, Halogen, Acylamino, Carboxyl
oder einem Substituenten, der eine Carboxylgruppe enthält.
[0021] Die beiden Gruppen der Formel -A¹-Y können direkt oder indirekt über ein Bindeglied
L an den gleichen Molekylteil oder an verschiedene Molekülteile der niedermolekularen
Pyrazoloazolverbindung gebunden sein. Beispielsweise kann einer der Substituenten
R, S, T und U folgende Struktur aufweisen.

worin A¹ und Y die angegebene Bedeutung haben und worin bedeuten:
A² Alkylen mit 1 bis 8 C-Atomen, Arylen oder eine chemische Bindung
L⁸ -CONH-, -NHCO-, -CO-, -SO₂-, -O- oder eine chemische Bindung
L⁹ -CONH-, -NH-, -O- oder eine chemische Bindung

R³ H oder Alkyl mit 1 bis 4 C-Atomen.
[0023] Nach vorliegender Erfindung werden die Pyrazoloazolkuppler in Kombination mit mindestens
einer Verbindung einer der Formeln II und III verwendet. Verbindungen der Formel II
sind als Weißkuppler bekannt. Aus DE-A-24 20 067 ist bekannt, daß solche Verbindungen
in Kombination mit diffusionsfesten 2-Äquivalent-Gelbkupplern verwendet werden können
und hierbei den bei der Entwicklung erzeugten Farbschleier erniedrigen können. Es
hat sich aber gezeigt, daß diese Erkenntnis nicht auf die nach vorliegender Erfindung
verwendeten Pyrazoloazolkuppler übertragbar ist, denn viele der bekannten Weißkuppler
erweisen sich hierbei als wirkungslos. Die nach vorliegender Erfindung verwendeten
Verbindungen der Formel III sind ihrer Funktion nach ebenfalls Weißkuppler.
[0024] Eine in Formel II durch R⁴ oder in Formel III durch R⁶ dargestellte Alkylgruppe enthält
vorzugsweise 1 bis 18 C-Atome und ist beispielsweise Methyl, Propyl, Isopropyl, t-Butyl,
C₁₇-Alkyl. Eine Alkoxygruppe ist beispielsweise Ethoxy. Eine durch R⁴ oder R⁶ dargestellte
Arylgruppe ist bevorzugt Phenyl, gegebenenfalls substituiert z.B. mit Halogen, Alkoxy,
Alkylamino, Acylamino, eine Aminogruppe kann ein- oder zweifach durch Alkyl substituiert
sein oder eine cyclische Aminogruppe, z.B. Pyrrolidino, sein. In einer durch R⁴ dargestellten
Acylaminogruppe leitet sich der Acylrest ab von einer aliphatischen oder aromatischen
Carbonsäure oder Sulfonsärue, von einer Carbaminsäure oder von einem Kohlensäurehalbester.
[0025] Eine in den Formeln II oder III durch R⁵ dargestellte Alkylgruppe hat beispielsweise
1 bis 6 C-Atome; sie kann auch substituiert sein, z.B. mit CN, Alkoxycarbonyl oder
Aryl.
[0027] Weiterhin ist es nach vorliegender Erfindung möglich, Pyrazoloazoleinheiten und Weißkupplereinheiten
gemäß vorliegender Erfindung innerhalb eines Polymermoleküls zu kombinieren, in dem
beispielsweise copolymerisierbare niedermolekulare Pyrazoloazolverbindungen, etwa
eine der Verbindungen PAM-1 bis PAM-24, mit einer copolymerisierbaren niedermolekularen
Weißkupplerverbindung gemäß vorliegender Erfindung, gegebenenfalls unter Einbeziehung
weiterer copolymerisierbarer Verbindungen copolymerisiert werden. Beispiele solcher
Pyrazoloazol-Weißkuppler-Polymerer sind nachfolgend angegeben.

[0028] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Verbindung PAW-4 wird im folgenden beschrieben.
[0029] Unter Stickstoff wurden 0,7 g Oleylmethyltaurid in 136 ml Wasser gelöst und auf 80°C
erwärmt. Dann gab man gleichzeitig zu dieser Lösung 0,57 g einer Initiatorlösung
aus 2 g Kaliumperoxydisulfat in 100 ml Wasser und eine Suspension aus 4,5 g Pyrazoloazolmonomer
PAM-15, 3,0 g Methacrylamidoundecansäure, 0,75 g Weißkupplermonomer W-32 und 6,75
g Butylacrylat in 68 ml Methanol.
[0030] Dann tropfte man in 1 Stunde weitere 6,8 ml Initiatorlösung zu und rührte 2 Stunden
bei 80°C. Anschließend wurde das Methanol abdestilliert und der wäßrige Rückstand
auf einen Feststoffgehalt von 10 Gew.-% eingestellt. Es wurde ein feinteiliger Latex
mit einem Rückstand <3 % erhalten.
[0031] Das erfindungsgemäße farbfotografische Aufzeichnungsmaterial enthält mindestens
eine lichtempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht und vorzugsweise eine Abfolge
mehrerer solcher lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten und gegebenenfalls
dazwischen angeordneten nicht lichtempfindlichen Bindemittelschichten, wobei mindestens
einer der vorhandenen lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten ein polymerer
Purpurkuppler der vorliegenden Erfindung zugeordnet ist.
[0032] Die in den lichtempfindlichen Schichten verwendeten lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionen
können als Halogenid Chlorid, Bromid und Iodid bzw. Mischungen davon enthalten. Beispielsweise
kann der Halogenidanteil wenigstens einer Schicht zu 0 bis 12 mol-% aus Iodid, zu
0 bis 50 mol-% aus Chlorid und zu 50 bis 100 mol-% aus Bromid bestehen. In bestimmten
Ausführungsformen handelt es sich um überwiegend kompakte Kristalle, die z.B. kubisch
oder oktaedrisch sind oder Übergangsformen aufweisen. Sie lassen sich dadurch kennzeichnen,
daß sie im wesentlichen eine Dicke von mehr als 0,2 µm aufweisen. Das durchschnittliche
Verhältnis von Durchmesser zu Dicke ist bevorzugt kleiner als 8:1, wobei gilt, daß
der Durchmesser eines Kornes definiert ist als der Durchmesser eines Kreises mit einem
Kreisinhalt entsprechend der projizierten Fläche des Kornes. In anderen Ausführungsformen
können alle oder einzelne Emulsionen aber auch im wesentlichen tafelförmige Silberhalogenidkristalle
aufweisen, bei denen das Verhältnis von Durchmesser zu Dicke größer als 8:1 ist.
Bei den Emulsionen kann es sich um heterodisperse, oder auch um monidis perse Emulsionen
handeln, die bevorzugt eine mittlere korngröße von 0,3 µm bis 1,2 µm aufweisen. Die
Silberhalogenidkörner können auch einen geschichteten Kornaufbau aufweisen.
[0033] Die Emulsionen können in der üblichen Weise chemisch und oder spektral sensibilisiert
sein; sie können auch durch geeignete Zusätze stabilisiert sein. Geeignete chemische
Sensibilisatoren, spektrale Sensibilisierungsfarbstoffe und Stabilisatoren sind beispielsweise
in Research Disclosure 17643 beschrieben; verwiesen wird insbesondere auf die Kapitel
III, IV und VI.
[0034] Das erfindungsgemäße farbfotografische Aufzeichnungsmaterial enthält bevorzugt mindestens
je eine Silberhalogenidemulsionsschicht für die Aufzeichnung von Licht jedes der
drei Spektralbereiche Rot, Grün und Blau. Zu diesem Zweck sind die lichtempfindlichen
Schichten in bekannter Weise durch geeignete Sensibilisierungsfarbstoffe spektral
sensibilisiert. Blauempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten müssen nicht notwendigerweise
einen Spektralsensibilisator enthalten, da für die Aufzeichnung von blauem Licht in
vielen Fällen die Eigenempfindlichkeit des Silberhalogenids ausreicht.
[0035] Jede der genannten lichtempfindlichen Schichten kann aus einer einzigen Schicht bestehen
oder in bekannter Weise, z.B. bei der sogenannten Doppelschichtanordnung, auch zwei
oder auch mehr Silberhalogenidemulsionsteilschichten umfassen (DE-C-1 121 470). Üblicherweise
sind rotempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten dem Schichtträger näher angeordnet
als grünempfindliche Silberhalogenidemulsionsschichten und diese wiederum näher als
blauempfindliche, wobei sich im allgemeinen zwischen grünempfindlichen Schichten und
blauempfindlichen Schichten eine nicht lichtempfindliche gelbe Filterschicht befindet.
Es sind aber auch andere Anordnungen denkbar. Zwischen Schichten unterschiedlicher
Spektralempfindlichkeit ist in der Regel eine nicht lichtempfindliche Zwischenschicht
angeordnet, die Mittel zur Unterbindung der Fehldiffusion von Entwickleroxidationsprodukten
enthalten kann. Falls mehrere Silberhalogenidemulsionsschichten gleicher Spektralempfindlichkeit
vorhanden sind, können diese einander unmittelbar benachbart sein oder so angeordnet
sein, daß sich zwischen ihnen eine lichtempfindliche Schicht mit anderer Spektralempfindlichkeit
befindet (DE-A-1 958 709, DE-A-25 30 645, DE-A-26 22 922).
[0036] Erfindungsgemäße farbfotografische Aufzeichnungsmaterialien enthalten üblicherweise
in räumlicher und spektraler Zuordnung zu den Silberhalogenidemulsionsschichten unterschiedlicher
Spektralempfindlichkeit Farbkuppler zur Erzeugung der unterschiedlichen Teilfarbenbilder
Cyan, Purpur und Gelb, wobei die polymeren Kuppler der vorliegenden Erfindung im allgemeinen
einer grünempfindlichen Silberhalogenidemuslionsschicht zugeordnet sind.
[0037] Unter räumlicher Zuordnung ist dabei zu verstehen, daß der Farbkuppler sich in einer
solchen räumlichen Beziehung zu der Silberhalogenidemulsionsschicht befindet, daß
eine Wechselwirkung zwischen ihnen möglich ist, die eine bildgemäße Übereinstimmung
zwischen dem bei der Entwicklung gebildeten Silberbild und dem aus dem Farb kuppler
erzeugten Farbbild zuläßt. Dies wird in der Regel dadurch erreicht, daß der Farbkuppler
in der Silberhalogenidemulsionsschicht selbst enthalten ist oder in einer hierzu benachbarten
gegebenenfalls nichtlichtempfindlichen Bindemittelschicht.
[0038] Unter spektraler Zuordnung ist zu verstehen, daß die Spektralempfindlichkeit jeder
der lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten und die Farbe des aus dem
jeweils räumlich zugeordneten Farbkuppler erzeugten Teilfarbenbildes in einer bestimmten
Beziehung zueinander stehen, wobei jeder der Spektralempfindlichkeiten (Rot, Grün,
Blau) eine andere Farbe des betreffenden Teilfarbenbildes (im allgemeinen z.B. die
Farben Cyan, Purpur bzw. Gelb in dieser Reihenfolge) zugeordnet ist.
[0039] Jeder der unterschiedlich spektral sensibilisierten Silberhalogenidemulsionsschichten
kann ein oder können auch mehrere Farbkuppler zugeordnet sein. Wenn mehrere Silberhalogenidemulsionsschichten
gleicher Spektralempfindlichkeit vorhanden sind, kann jede von ihnen einen Farbkuppler
enthalten, wobei diese Farbkuppler nicht notwendigerweise identisch zu sein brauchen.
Sie sollen lediglich bei der Farbentwicklung wenigstens annähernd die gleiche Farbe
ergeben, normalerweise eine Farbe, die komplementär ist zu der Farbe des Lichtes,
für das die betreffenden Silberhalogenidemulsionsschichten überwiegend empfindlich
sind.
[0040] Rotempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten ist folglich bei bevorzugten Ausführungsformen
mindestens ein nichtdifundierender Farbkuppler zur Erzeugung des blaugrünen Teilfarbenbildes
zugeordnet, in der Regel ein Kuppler vom Phenol- oder α-Naphtholtyp. Grünempfindlichen
Silberhalogenidemulsionsschichten ist mindestens ein nichtdiffundierender Farbkuppler
zur Erzeugung des purpurnen Teilfarbenbildes zugeordnet, wobei gegebenenfalls zusätzlich
zu den erfindungsgemäßen polymeren Purpurkupplern auch monomere (niedermolekulare)
Purpurkuppler vom Typ des 5-Pyrazolons, des Indazolons oder des Pyrazoloazols Verwendung
finden. Blauempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten schließlich ist mindestens
ein nichtdiffundierender Farbkuppler zur Erzeugung des gelben Teilfarbenbildes zugeordnet,
in der Regel ein Farbkuppler mit einer offenkettigen Ketomethylengruppierung. Farbkuppler
dieser Art sind in großer Zahl bekannt und in einer Vielzahl von Patentschriften
beschrieben. Beispielhaft sei hier auf die Veröffentlichungen "Farbkuppler" von W.
PELZ in "Mitteilungen aus den Forschungslaboratorien der Agfa, Leverkusen/München",
Band III, Seite 111 (1961) und von K. VENKATARAMAN in "The Chemistry of Synthetic
Dyes", Vol. 4, 341 bis 387, Academic Press (1971), verwiesen.
[0041] Bei den erfindungsgemäßen Farbkupplern wie auch bei den übrigen im farbfotografischen
Aufzeichnungsmaterial vorhandenen Farbkupplern kann es sich sowohl um übliche 4-Äquivalentkuppler
handeln als auch um 2-Äquivalentkuppler, bei denen zur Farberzeugung eine geringere
Menge Silberhalogenid erforderlich ist. 2-Äquivalentkuppler leiten sich bekanntlich
von den 4-Äquivalentkupplern dadurch ab, daß sie in der Kupplungsstelle einen Substituenten
enthalten, der bei der Kupplung abgespalten wird. Zu den 2-Äquivalentkupplern sind
solche zu rechnen, die praktisch farblos sind, als auch solche, die eine intensive
Eigenfarbe aufweisen, die bei der Farbkupplung verschwindet bzw. durch die Farbe des
erzeugten Bildfarbstoffes ersetzt wird. Letztere Kuppler können ebenfalls zusätzlich
in den lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten vorhanden sein und dort
als Maskenkuppler zur Kompensierung der unerwünschten Nebendichten der Bildfarbstoffe
dienen. Zu den 2-Äquivalentkupplern sind aber auch die bekannten Weißkuppler zu rechnen,
die jedoch bei Reaktion mit Farbentwickleroxidationsprodukten keinen Farbstoff ergeben.
Zu den 2-Äquivalentkupplern sind ferner solche Kuppler zu rechnen, die in der Kupplungsstelle
einen abspaltbaren Rest enthalten, der bei Reaktion mit Farbentwickleroxidationsprodukten
in Freiheit gesetzt wird und dabei eine bestimmte erwünschte fotografische Wirksamkeit
entfaltet, z.B. als Entwicklungsinhibitor oder -accelerator. Beispiele für solche
2-Äquivalentkuppler sind die bekannten DIR-Kuppler wie auch DAR-bzw. FAR-Kuppler.
Der abgespaltbare Rest kann auch ein Ballastrest sein, so daß bei der Reaktion mit
Farbentwickleroxidationsprodukten Kupplungsprodukte z.B. Farbstoffe erhalten werden
können, die diffusionsfähig sind oder zumindest eine schwache bzw. eingeschränkte
Beweglichkeit aufweisen.
[0042] Unter einer schwachen bzw. eingeschränkten Beweglichkeit ist eine Beweglichkeit zu
verstehen, die so bemessen ist, daß die Konturen der bei der chromogenen Entwicklung
gebildeten diskreten Farbstoffflecken verlaufen und ineinander verschmiert werden.
Dieses Ausmaß der Beweglichkeit ist einerseits zu unterscheiden von dem üblichen Fall
der völligen Unbeweglichkeit in fotografischen Schichten, der in der herkömmlichen
fotografischen Aufzeichnungsmaterialien für die Farbkuppler bzw. die daraus hergestellten
Farbstoffe angestrebt wird um eine möglichst hohe Schärfe zu erzielen, und andererseits
von dem Fall der völligen Beweglichkeit der Farbstoffe, der beispielsweise bei Farbdiffusionsverfahren
angestrebt wird. Die letztgenannten Farbstoffe verfügen meist über mindestens eine
Gruppe, die sie im alkalischen Medium löslich macht. Das Ausmaß der erfindungsgemäß
angestrebten schwachen Beweglichkeit kann gesteuert werden durch Variation von Substituenten
um beispielsweise die Löslichkeit im organischen Medium des Ölbildners oder die Affinität
zur Bindemittelmatrix in gezielter Weise zu beeinflussen.
[0043] Für die erfindungsgemäßen Aufzeichnungsmaterialien eignen sich die üblichen Schichtträger,
z.B. Träger aus Celluloseestern, z.B. Celluloseacetat und aus Polyestern. Geeignet
sind ferner Papierträger, die gegebenenfalls beschichtet sein können z.B. mit Polyolefinen,
insbesondere mit Polyethylen oder Polypropylen. Verwiesen wird diesbezüglich auf
die oben angegebene Research Disclosure 17643, Kapitel XVII.
[0044] Als Schutzkolloid bzw. Bindemittel für die Schichten des Aufzeichnungsmaterials sind
die üblichen hydrophilen filmbildenden Mittel geeignet, z.B. Proteine, insbesondere
Gelatine. Begußhilfsmittel und Weichmacher können verwendet werden. Verwiesen wird
auf die in der oben angegebenen Research Disclosure 17643, Kapitel IX, XI und XII.
[0045] Die Schichten des fotografischen Materials können in der üblichen Weise gehärtet
sein, beispielsweise mit Härtern, die mindestens zwei reaktive Oxiran-, Aziridin-
oder Acryloylgruppen enthaltend Weiterhin ist es auch möglich, die Schichten gemäß
dem in DE-A-22 18 009 beschriebenen Verfahren zu härten. Es ist ferner möglich, die
fotografischen Schichten bzw. die farbfotografischen Mehrschichtenmaterialien mit
Härtern der Diazin-Triazin-oder 1,2-Dihydrochinolin-Reihe zu härten oder mit Härtern
vom Vinylsulfon-Typ. Weitere geeignete Härtungsmittel sind aus DE-A-24 39 551, DE-A-22
25 230, DE-A-22 17 672 wie auch aus Research Disclosure 17 643, Kapitel X bekannt.
[0046] Weitere geeignete Zusätze werden in der Research Disclosure 17 643 und in "Product
Licensing Index" von Dezember 1971, Seiten 107-110, angegeben.
[0047] Geeignete Farbentwicklersubstanzen für das erfindungsgemäße Material sind insbesondere
solche vom p-Phenylendiamintyp, z.B. 4-Amino-N,N-diethyl-anilinhydrochlorid, 4-Amino-3-methyl-N-ethyl-N-ß-(methansulfonamido)-ethylanilinsulfathydrat,
4-Amino-3-methyl-N-ethyl-N-ß-hydroxyethylanilinsulfat, 4-Amino-N-ethyl-N-(2-methoxyethyl)-m-toluidin-di-p-toluolsulfonsäure
und N-Ethyl-N-ß-hydroxyethyl-p-phenylendiamin. Weitere brauchbare Farbentwickler
sind beispielsweise beschrieben in J.Amer.Chem.Soc.
73, 3100 (1951) und in G. Haist, Modern Photographic Processing, 1979, John Wiley and
Sons, New York, Seiten 545 ff.
[0048] Nach der Farbentwicklung wird das Material üblicherweise gebleicht und fixiert. Bleichung
und Fixierung können getrennt voneinander oder auch zusammen durchgeführt werden.
Als Bleichmittel können die üblichen Verbindungen verwendet werden, z.B. Fe³⁺-Salze
und und Fe³⁺-Komplexsalze wie Ferricyanide, Dichromate, wasserlösliche Kobaltkomplexe
usw. Besonders bevorzugt sind Eisen-III-Komplexe von Aminopolycarbonsäuren, insbesondere
z.B. Ethylendiamintetraessigsäure, Nitrilotriessigsäure, Iminodiessigsäure, N-Hydroxyethylethylendiamintriessigsäure,
Alkyliminodicarbonsäuren und von entsprechenden Phosphonsäuren. Geeignet als Bleichmittel
sind weiterhin Persulfate.
Beispiel 1
[0049] Ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial für die Color-Negativentwicklung wurde
hergestellt, indem auf einen transparenten Schichtträger aus Cellulosetriacetat die
folgenden Schichten in der angegebenen Reihenfolge aufgetragen wurden. Die Mengenangaben
beziehen sich jeweils auf 1 m². Für den Silberhalogenidauftrag werden die entsprechenden
Mengen AgNO₃ angegeben. Alle Silberhalogenidemulsionen waren pro 100 g AgNO₃ mit
0,5 g 4-Hydroxy-6-methyl-1,3,3a,7-tetraazainden stabilisiert.
Schicht 1 (Antihaloschicht)
Schwarzes kolloidales Silbersol mit
0,4 g Ag und 3,0 g Gelatine.
Schicht 2 (1. rotsensibilisierte Schicht)
rotsensibilisierte Silberchloridbromidiodidemulsion (5 mol-% Iodid;
mittlerer Korndurchmesser 0,5 µm) aus
3,5 g AgNO₃, mit
1,5 g Gelatine
0,7 g Blaugrünkuppler C-1
0,06 g Rotmaske CR-1
0,04 g DIR-Kuppler DIR-1
Schicht 3 (2. rotsensibilisierte Schicht)
rotsensibilisierte Silberbromidiodidemulsion (10 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser
1,6 µm) aus 5,0 g AgNO₃, mit
2,6 g Gelatine
0,3 g Blaugrünkuppler C-1
Schicht 4 (Zwischenschicht)
0,8 g Gelatine
Schicht 5 (1. grünsensibilisierte Schicht)
grünsensibilisierte Silberbromidiodidemulsion (5 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser
0,5 µm) aus 1,5 g AgNO₃, mit
1,6 g Gelatine
0,02 g DIR-Kuppler DIR-1
Purpurkuppler gemäß Tabelle 1
0,07 g Gelbmaske MY-1
Weißkuppler gemäß Tabelle 1
Schicht 6 (2. grünsensibilisierte Schicht)
grünsensibilisierte Silberbromidiodidemulsion (10 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser
1,6 µm) aus 2,2 g AgNO₃, mit
1,5 g Gelatine
0,37 g Purpurkuppler M-1
0,02 g Gelbmaske MY-1
Schicht 7 (Gelbfilterschicht)
gelbes kolloidales Silbersol mit
71 mg Ag und 0,5 g Gelatine
Schicht 8 (1. blauempfindliche Schicht)
Silberbromidiodidemulsion (5 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser 0,5 µm) aus 0,7
g AgNO₃, mit
1,5 g Gelatine
0,5 g Gelbkuppler Y-1
0,03 g DIR-Kuppler DIR-1
Schicht 9 (2. blauempfindliche Schicht)
Silberbromidiodidemulsion (10 mol-% Iodid; mittlerer Korndurchmesser 1,6 µm) aus
1,0 g AgNO₃, mit
0,6 g Gelatine
0,3 g Gelbkuppler Y-1
Schicht 10 (Schutzschicht)
0,7 g Gelatine
Schicht 11 (Härtungsschicht)
0,24 g Gelatine und
0,7 g Härtungsmittel [CAS Reg.-No. 65411-60-1]
[0050] Die Formeln der in Beispiel 1 verwendeten Verbindungen sind im folgenden aufgeführt:

[0051] Von dem Aufzeichnungsmaterial des beschriebenen Aufbaus wurden verschiedene Versionen
(Materialien 1-9) hergestellt, die sich ausschließlich durch die in Schicht 5 verwendete
Kombination von Magentakuppler und Weißkuppler unterscheiden. Die Entwicklung wurde
nach Aufbelichtung eines Graukeils durchgeführt wie beschrieben in "The Journal of
Photographie",
1974, Seiten 597 und 598.
[0052] Die Ergebnisse nach Verarbeitung sind in Tabelle 1 dargestellt.
[0053] Als Vergleichsverbindungen (Weißkuppler) wurden die folgenden verwendet.
Tabelle 1
| Pyrazoloazolkuppler |
Menge [g/m²] |
Weißkuppler |
Menge [g/m²] |
Dmin pp*) |
rel.E pp*) |
erfindungsgemäß |
| PA-12 |
0,8 |
- |
- |
61 |
100 |
nein |
| PA-12 |
0,8 |
W-7 |
0,06 |
53 |
105 |
ja |
| PA-12 |
0,8 |
W-24 |
0,05 |
55 |
102 |
ja |
| PA-12 |
0,8 |
W-49 |
0,06 |
55 |
102 |
ja |
| PA-12 |
0,8 |
W-51 |
0,06 |
56 |
102 |
ja |
| PA-12 |
0,8 |
A-1 |
0,06 |
61 |
100 |
nein |
| PA-12 |
0,8 |
A-2 |
0,04 |
60 |
100 |
nein |
| PA-12 |
0,8 |
A-3 |
0,06 |
60 |
100 |
nein |
| PA-12 |
0,8 |
A-4 |
0,08 |
61 |
98 |
nein |
| PA-12 |
0,8 |
A-5 |
0,06 |
61 |
99 |
nein |
| PA-12 |
0,8 |
A-6 |
0,07 |
61 |
100 |
nein |
| PAP-1 |
0,5 |
- |
- |
63 |
98 |
nein |
| PAP-1 |
0,5 |
W-7 |
0,06 |
52 |
102 |
ja |
| PAP-1 |
0,5 |
W-24 |
0,05 |
53 |
102 |
ja |
| PAP-1 |
0,5 |
W-49 |
0,06 |
53 |
102 |
ja |
| PAP-1 |
0,5 |
W-51 |
0,06 |
54 |
100 |
ja |
| PAP-1 |
0,5 |
A-1 |
0,06 |
62 |
98 |
nein |
| PAP-1 |
0,5 |
A-2 |
0,04 |
61 |
100 |
nein |
| PAP-1 |
0,5 |
A-3 |
0,06 |
62 |
98 |
nein |
| PAP-1 |
0,5 |
A-4 |
0,08 |
63 |
98 |
nein |
| PAP-1 |
0,5 |
A-5 |
0,06 |
62 |
98 |
nein |
| PAP-1 |
0,5 |
A-6 |
0,07 |
63 |
99 |
nein |
Beispiel 2
[0054] Ein farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial wird wie in Beispiel 1 hergestellt.
In Schicht 5 wird anstelle des Purpurkupplers und des Weißkupplers ein polymerer Kuppler
mit Pyrazoloazolgruppen und Weißkupplergruppen eingesetzt. Als Vergleich wird der
polymere Pyrazoloazolkuppler PAP-1 eingesetzt.
Tabelle 2
| Pyrazoloazolkupper |
Menge [g/m²] |
D min pp |
rel. E pp |
erfindungsgemäß |
| PAP-1 |
0,8 |
63 |
98 |
nein |
| PAW-4 |
0,8 |
54 |
100 |
ja |
| PAW-7 |
0,6 |
53 |
102 |
ja |
1. Farbfotografisches Aufzeichnungsmaterial mit mindestens einer Silberhalogenidemulsionsschicht,
der ein Pyrazoloazolkuppler der Formel I zugeordnet ist.

worin bedeuten
R Wasserstoff oder einen Substituenten;
Q einen Rest zur Vervollständigung eines ankondensierten 5- oder 6-gliedrigen stickstoffhaltigen
Ringes, an den ein weiterer Ring ankondensiert sein kann;
X Wasserstoff oder einen bei Farbkupplung abspaltbaren Rest,
dadurch gekennzeichnet, das der Silberhalogenidemulsionsschicht weiterhin mindestens
eine Verbindung einer der Formeln II und III zugeordnet ist,

worin bedeuten
R⁴ Alkyl, Alkoxy, Aryl, Amino, Acylamino;
R⁵ Alkyl;
R⁶ Alkyl, Alkoxy, Aryl, eine heterocyclische Gruppe;
R⁷ Alkyl, Aryl, eine heterocyclische Gruppe, oder R⁵ zusammen mit R⁶ einen Rest zur
Vervollständigung eines 5- oder 6-gliedrigen Ringes;
V -CN, -CF₃, -SO₃H, Alkylsulfonyl, Sulfamoyl, Acylamino;
W Halogen, Alkyl, Alkoxy;
s eine ganze Zahl von 1 bis 3
t 0 oder eine ganze Zahl von 1 bis 4, mit der Maßgabe, daß s + t ≦ 5.
2. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch1, dadurch gekennzeichnet, daß Q in Formel
I einen Rest zur Vervollständigung eines ankondensierten 5-gliedrigen ungesättigten
Ringes mit 2, 3, oder 4 Stickstoffatomen bedeutet.
3. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Pyrazoloazolkuppler
einer der Formeln I-1, I-2, I-3, I-4, I-5, I-6 und I-7 entspricht.

worin bedeuten:
R, S, T, U
Wasserstoff, Alkyl, Aralkyl, Aryl, Alkoxy, Aroxy, Alkylthio, Arylthio, Amino, Anilino,
Acylamino, Cyano, Alkoxycarbonyl, Carbamoyl, Sulfamoyl, wobei diese Reste weiter substituiert
sein können und wobei S und T in Formel I-1 zusammen auch einen Rest zur Vervollständigung
eines ankondensierten Benzolringes bedeuten können;
X Wasserstoff oder einen bei Farbkupplung abspaltbaren Rest.
4. Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1, 2 und 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Pyrazoloazolkuppler und/oder eine Verbindung der Formel II in Form von wiederkehrenden
Struktureinheiten in einem Polymer vorliegen.
5. Aufzeichnungsmaterial nach einem der Ansprüche 1-4, gekennzeichnet durch den Gehalt
an einem Polymer, das wiederkehrende Struktureinheiten eines polymerisierten ethylenisch
ungesättigten copolymerisierbaren Monomers eines Pyrazoloazolkupplers einer der Formeln
I, I-1, I-2, I-3, I-4, I-5, I-6 und I-7 und wiederkehrende Struktureinheiten eines
polymerisierten ethylenisch ungesättigten copolymerisierbaren Monomers einer Verbindung
der Formel II und gegebenenfalls wiederkehrende Struktureinheiten eines oder mehrerer
polymerisierter ethylenisch ungesättigter copolymerisierbarer Monomerer enthält,
die von den zuvorgenannten Monomeren des Pyrazoloazolkupplers und der Verbindung II
verschieden sind.