[0001] Die Erfindung betrifft ein verfahrbares Reinigungs- und Bedienungsgerät für Textilmaschinen,
insbesondere für Hochgeschwindigkeits-Ringspinnmaschinen, nach dem Oberbegriff von
Anspruch 1, sowie ein Verfahren zur Reinigung und Bedienung von Textilmaschinen,
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 13.
[0002] Es ist bekannt, Reinigungs- und Bedienungsgeräte nacheinander je eine Mehrzahl von
Arbeitseinheiten wie Spindeln von Textilmaschinen wie Hochgeschwindigkeits-Ringspinnmaschinen
säubern zu lassen. Hierzu wird eine Mehrzahl von Saugschläuchen und Blasschläuchen
je in die der Textilmaschine entsprechende Arbeitsstellung verfahren und durch Anblasen
oder Absaugen der Spindeln eine Reinigung bewirkt. Auch wenn bei entsprechend großer
Luftleistung die Beseitigung des Fluges hier zufriedenstellend ist, speziell, wenn
die Textilmaschinen einen innenliegenden Absaugkanal aufweisen, erreichen die bekannten
Reinigungs- und Bedienungsgeräte ihre Grenzen, wenn Hochgeschwindigkeits-Ringspinnmaschinen
zur Erzielung eines störungsfreien Betriebs sehr intensiv gereinigt werden müssen
und zugleich eine begrenzte Leistung für das Reinigungs- und Bedienungsgerät zur Verfügung
steht.
[0003] Zur Erzielung einer Intensivreinigung ist es bekannt, eine Fadenanknüpfmaschine mit
einer Absaugeinheit zu koppeln, die aktiviert wird, wenn aufgrund zu hoher Fadenspannung
oder aufgrund von Verunreinigungen wie zu hohen Faserfluges bereits ein Faden gerissen
ist. Die Fadenanknüpfmaschine fährt dann automatisch zu der Spindel, an welcher ein
Schaden zu beheben ist, und reinigt diese zugleich. Nachteilig hierbei ist, daß eine
Intensivreinigung erst dann stattfindet, wenn der Schaden schon entstanden ist.
[0004] Um dem zu begegnen, ist es bekannt, zusätzlich separate Saug- und Blaseinheiten entlang
separater oder der gleichen Fahrschienen einen kontinuierlichen Reinigungsbetrieb
durchführen zu lassen. Bei der Verwendung separater Fahrschienen sind jedoch zusätzliche
Investitionen erforderlich, zumal auch Stromschienen usw. separat erforderlich sind.
[0005] Andererseits besteht bei der Verwendung der Seitenfahrschienen das Problem, daß die
Saug- und Blaseinheit dem Fadenanknüpfgerät stets ausweichen muß, wenn eine Arbeitseinheit
den Einsatz des Fadenanknüpfgerätes benötigt.
[0006] Ferner ist es aus der DE-PS 28 15 188 bekannt, die Saug- und Blaseinheit seitlich
der Textilmaschine vorzusehen und hierzu mit einer Mehrzahl von vergleichsweise kurzen
Saug- und Blasschläuchen auszustatten, so daß an sich eine vergleichsweise große Luftleistung
bereitgestellt werden kann. Eine gewisse Verstellmöglichkeit ist bei diesem Stand
der Technik gegeben, da die Blasschläuche manuell in die gewünschte Richtung bringbar
sind, wobei bei der Verstellung eine Anpassung an unterschiedliche Textilmaschinentypen
bei Stillstand der Saug- und/oder Blaseinheit durchgeführt wird.
[0007] Ein weiteres Problem der bekannten Reinigungs- und Bedienungsgeräte besteht ferner
in der Wirtelklappensteuerung. Während bei vergleichsweise langsam laufenden Spinnmaschinen
die durch Blasdüsen betätigte Wirtelklappensteuerung, die darin besteht, ein Wirtelmesser
über eine von einer Blasdüse beaufschlagten Platte anzustoßen, durchaus ausreichend
ist, neigen schnell laufende Spindeln insbesondere für Polyestergarn dazu, das Wirtelmesser
zu verkleben. Da die Spindel auch bei sofortigem Abschalten nicht sofort angehalten
werden kann, führt ein Verkleben jedoch zum Verschmoren und damit zum fälligen Austausch
des betreffenden Wirtelmessers. Aus diesen Gründen werden die eingebauten Wirtelklappensteuerungen
häufig demontiert, was jedoch ein manuelles Schneiden mit einem entsprechenden Anhalten
der Spindel erfordert.
[0008] Die bekannten Reinigungs- und Bediengeräte für Textilmaschinen sind dementsprechend
für den Hochgeschwindigkeitsbetrieb häufig ungeeignet und vermögen auftretende Störungen
nicht sicher zu verhindern.
[0009] Daher ist es Aufgabe der Erfindung, ein Reinigungs- und Bedienungsgerät gemäß dem
Oberbegriff von Anspruch 1, sowie ein Verfahren zur Reinigung und Bedienung von Textilmaschinem
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 13 zu schaffen, was einen kontinuierlichen und
störungsarmen Betrieb bei vergleichsweise geringem Energieaufwand ermöglicht.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche
1 bzw. 13 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Aus den erfindungsgemäßen Merkmalen ergibt sich zunächst der Vorteil, daß mit einem
einzigen Reinigungs- und Bedienungsgerät die gewünschten Funktionen durchführbar sind,
was nicht nur Vorteile hinsichtlich des anfallenden Energieverbrauchs, der zu verlegenden
Fahrschienen und elektrischen Leitungen aufweist, sondern es auch vom Prinzip her
verhindert, daß Konfliktsituationen gegenüber anderen Geräten auftreten können. Eine
besonders effiziente Reinigung läßt sich dadurch bereitstellen, daß die Blasdüsen
oder die Saugdüsen in die zu reinigenden Arbeitselemente buchstäblich eingreifen
und diese geradezu umschließen, so daß gerade an den Stellen, an denen der Faserflug
entsteht, die Reinigung durchgeführt werden kann.
[0012] Ais ein besonders vorteilhafter Aspekt ist es vorgesehen, für die Reinigung des Streckwerks
an die Oberfläche der Streckwerkswalzen angepaßte Konturendüsen in den Raum zwischen
den Pendel trägern eingreifen zu lassen und das hierzu erforderliche Entfernen der
Putzwalzen zugleich zur Reinigung dieser mittels einer reinigungsgeräteseitig angebrachten
Drahtbürstenwalze durchzuführen. Hierzu können mit einem separaten Bedienarm die Putzwalzen
abgehoben und in die Säuberungsstellung überführt werden, wobei dann durch Anlage
an die Drahbürstenwalze ein Drehantrieb der Putzwalzen bewirkt werden kann, der in
Verbindung mit einem Absaugen der Berührungsstelle zwischen Drahtbürstenwalze und
Putzwalze zur Reinigung der Putzwalze von aufgewickeltem Faserflug führt.
[0013] Bei diesem Reinigungsvorgang läßt sich vorteilhaft die Zentrifugalwirkung bei einem
schnellen Antrieb der Putzwalzen ausnutzen, wobei zusätzlich die Drahtspitzen der
Drahtbürstenwalze die Faserwickel abheben.
[0014] Besonders günstig ist es auch, daß mit den erfindungsgemäßen Maßnahmen die Nachteile
des Standes der Technik vermieden werden können. So läßt sich die vorhandene Luftleistung
etwa durch Umschalten der Luftströme mehrfach ausnutzen und neben dem Absaugen und/oder
Abblasen eine weitere Bedienfunktion bereitstellen.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ist es vorgesehen, ein Hochdruckgebläse einem
vergleichsweise geringen geförderten Luftvolumen mit einem Niederdruckgebläse mit
vergleichsweise großem geförderten Luftvolumen zu kombinieren, wobei das Hochdruckgebläse
für die gezielte Reinigung der Arbeitselemente der Textilmaschine verwendet wird
und das Niederdruckgebläse beispielsweise eine Fußraumdüse beaufschlagt oder aber
für das Absaugen der Putzwalze in der Säuberungsstellung verwendet wird.
[0016] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist ein Saug- oder
Blasraum im Bereich der Kopse mit einem Wirtelmesser versehen, das gezielt auslösbar
ist. Der abgeschnitte ne Fadenrest kann von dem zugehörigen Saug- oder Blasarm entfernt
werden, so daß er nicht mit eingewickelt werden kann und hierdurch erzeugbare Störungen
vermieden werden. Durch eine besondere Konstruktion des Wirtelmessers läßt sich auch
bei hohen Drehgeschwindigkeiten der Spindeln von beispielsweise 25 000 Umdrehungen/min
und dem Spinnen von Polyester eine Festkleben mit nachfolgendem Verbrennen des Wirtelmessers
vermeiden, ohne daß die Drehgeschwindigkeit für das Abschneiden vermindert werden
müßte.
[0017] Um dies zu erreichen, läßt sich eine Kombination erfindungsgemäßer Federelemente
mit erfindungsgemäßen Führungselementen ausnutzen, wobei das erfindungsgemäße Federelement
auch aus einer Prallfläche, beispielsweise aus Metall, bestehen kann, die beim Zurückprallen
des Wirtelmessers unmittelbar nach dem Schneiden wirkt. Die Führungselemente für die
Wirtelmesser beschleunigen bei Annäherung an die Kopse die Wirtelmesser im Bereich
der Schneide in Umfangsrichtung, wobei das Zurückprallen des Wirtelmessers zugleich
dazu ausgenutzt werden kann, das Wirtelmesser wieder in die Ausgangsstellung zu bringen.
Die auslösende Schlagstange steht vor dem Auslösen zweckmäßigerweise unter einer in
Betätigungsrichtung des Wirtelmessers wirkenden Federvorspannung, während das Rückholen
der Schlagstange in die Bereitschaftsstellung vor der Auslösung durch pneumatische
oder elektrische Mittel erfolgen kann.
[0018] Zur Erleichterung des Schneidens kann die Bewegung des Wirtelmessers aufgrund eines
entsprechend gestalteten Führungsprofils zugleich eine vertikale Komponente erhalten,
wodurch einerseits die Standzeit der Wirtelmesser erhöht und die Sicherheit des Schnitts
vergrößert wird.
[0019] Erfindungsgemäß besonders günstig ist es, daß der Wirtelbereich kontinuierlich gereinigt
werden kann, sobald die Ringbank die entsprechende Höhe erreicht hat, wobei die Reinigungsintensität
in dem gewünschten Maße auch bei sehr langen Textilmaschinen sichergestellt werden
kann, wenn sechs oder auch zwölf Arbeitseinheiten wie Spindeln einer gleichzeitigen
Reinigung durch das erfindungsgemäße Reinigungs- und Bedienungsgerät unterworfen werden.
[0020] Mit der erfindungsgemäßen Zeitsteuerung ist es möglich, die Wirtelreinigung zu dem
frühestmöglichen Zeitpunkt beginnen zu lassen, beispielsweise, wenn der Spinnzyklus
zu einem Drittel abgelaufen ist, während zuvor die Reinigung im Streckwerksbereich
erfolgte. Es versteht sich, daß bei entsprechender Leistungsreserve auch ein gleichzeitiges
Absaugen des Streckwerks und des Wirtelbereichs erfolgen kann, während es besonders
günstig ist, die vorhandene Luftleistung umzusteuern, wobei das vorhandene Gebläse
zugleich zu Blas- und zu Saugzwecken ausnutzbar ist.
[0021] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnung.
[0022] Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Ansicht einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Reinigungs-
und Bedienungsgeräts;
Fig. 2 einen Schnitt einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Wirtelmessers;
Fig. 3 eine schematische Darstellung von je vier Stellungen des Wirtelmessers während
des Schneidvorgangs, in horizontaler und seitlicher Ansicht; und
Fig. 4 eine schematische Ansicht einer Konturendüse gemäß Fig. 1.
[0023] Ein Reinigungs- und Bedienungsgerät 10 weist einen Rahmen 12 auf und ist auf einer
bodenseitigen Fahrschiene 14 verfahrbar. In einem unteren Bereich des Reinigungs-
und Bedienungsgeräts 10 ist eine Saug- und/oder Blaseinheit 16 angeordnet, an die
ein Saug- und/oder Blasarm 18 für die Wirtelreinigung, sowie ein Saug- und/oder Blasschlauch
für den Streckwerksbereich angeschlossen ist. Ferner ist für die Fußbodenreinigung
eine Saugdüse 19 angeschlossen.
[0024] Ein weiterer Bedienarm ist als Greifarm 22 ausgebildet und dafür geeignet, eine schräg
oberhalb eines Streckwerks 24 einer Textilmaschine 26 aufliegende Putzwalze 28 zu
heben und in eine Säuberungsstellung 30 zu verschwenken. In der Säuberungsstellung
30 liegt die Putzwalze 28 an einer Drahtbürstenwalze 32 an, die von einer Antreibseinrichtung
34 gedreht wird und ihrerseits die Putzwalze 28 dreht.
[0025] Die sich durch den Eingriff der Drahtenden der Drahtbürstenwalze 32 in die Putzwalze
lösenden Fasern werden über eine Auffangdüse 36 erfaßt und über eine nicht dargestellte
Schlauchverbindung von der Saug- und/oder Blaseinheit 16 abgesaugt. Der Greifarm 22
ist an einem Schwenklager 38 schwenkbeweglich gelagert und läßt sich von einer Schwenkantriebseinrichtung
40 verschwenken. Zum sicheren Greifen der Putzwalze 28 weist er eine nicht dargestellte
Greifklaue auf, die die im wesentlichen hantelförmig ausgebildete Putzwalze 28 mittig
greift und in der gewünschten Weise in die Arbeitsstellung bzw. in die Säuberungsstellung
30 überführt.
[0026] Der Saug- und/oder Blasschlauch 20 für das Streckwerk 24 mündet in einer Konturendüse
42, die die Streckwerkswalzen 44 des Streckwerks 24 je umgreift und in der dargestellten
Ausführungsform diese absaugt. Hierzu greift die Konturendüse 42 in den Bereich des
Streckwerks 24 zwischen zwei in Fig. 1 nicht dargestellte Pendelträger ein, nachdem
der Greifarm 22 die dort zunächst befindliche Putzwalze 28 entfernt hat.
[0027] Die Konturendüse 42 und der Saug- und/oder Blasschlauch 20 ist an einem Bedienarm
46 schwenkbeweglich gelagert, wobei eine Schwenkantriebseinheit 48 die Schwenkbewegung
ermöglicht, und ist zudem mit der Saug- und/oder Blaseinheit 16 verbunden.
[0028] Während in der Darstellung gemäß Fig. 1 sowohl der Bedienarm 46 als auch der Greifarm
22 in der ausgeschwenkten Stellung befindlich dargestellt sind, versteht es sich,
daß zunächst der Greifarm 22 die Putzwalzen 28 in die Säuberungsstellung 30 bringt
und hieran sofort anschließend der Bedienarm 46 seitlich an dem Greifarm 22 vorbei
in die ausgeschwenkte Stellung bewegt wird und das Streckwerk 24 absaugt.
[0029] Wie aus Fig. 1 ferner ersichtlich ist, weist der Saug- und oder Blasarm 18 eine Transversalführung
50 auf, über welche er in den Bereich der Kopse 52 bringbar ist. Der Wirtelbereich
läßt sich dementsprechend über den Saug- und/oder Blasarm 18 reinigen, wozu der Saug-
und/oder Blasarm 18 ein Mundstück 54 aufweist, das in den Bereich 52 eingreift und
mit der Saug- und/oder Blaseinheit 16 verbunden ist. Die Verschiebung von der Arbeitsstellung,
die in Fig. 1 dargestellt ist, in die eingezogene Ruhestellung wird durch eine Antriebseinrichtung
56 bewerkstelligt, die mit der Transversalführung 50 und dem Saug- und /oder Blasarm
18 verbunden ist.
[0030] Der Saug- und/oder Blasarm 18 trägt im Bereich des Mundstücks 54 zudem ein Wirtelmesser
58, dessen genaue Ausgestaltung aus Fig. 2 ersichtlich ist.
[0031] In Fig. 2 ist die Ausgestaltung des Wirtelmessers für die Hochgeschwindigkeits-Ringspinnmaschine
dargestellt. Das Wirtelmesser 58 ist im wesentlichen transversal beweglich gelagert,
wobei die vorderer Endstellung relativ zu der Textilmaschine durch das Anliegen des
Mundstücks 54 an der Textilmaschine festgelegt wird, so daß ein vergleichsweise genauer
Bezugspunkt besteht. Das Wirtelmesser 58 weist eine Schneide 60, einen bogenförmigen
Bereich 62 und eine Schlagplatte 64 auf und ist an einem Führungsprofil 66 geführt.
Bei der Bewegung von einer Auslösestellung in die Schneidstellung bewirkt das Führungsprofil
66 zugleich eine Bewegung der Schneide 60 in seitlicher Richtung, wobei die Bewegungsrichtung
der Umfangsbewegung einer sich noch drehenden Spindel 68 entspricht.
[0032] Die Schlagplatte 64 weist eine Doppelfunktion auf. Sie begrenzt die Bewegung des
Wirtelmessers 58 in Richtung auf die Spindel 68 zu, wobei ein durch einen Gummiblock
gebildetes Federelement 70 einen Anschlag für die Schlagplatte 64 in dieser Richtung
bildet, und dient andererseits als Anschlagfläche für eine Schlagstange 72, von der
das Wirtelmesser in Betätigungsrichtung gestoßen wird. Hierbei ist die Schlagstange
72 in Richtung des Wirtelmessers 58 von einer Druckfeder 74 mit Federkraft beaufschlagt.
[0033] Zur Betätigung des Wirtelmessers wird die Schlagstange 72 von einer schematisch dargestellten
Auslösevorrichtung freigegeben, wodurch die Schlagstange 72 von der in der Druckfeder
74 gespeicherten Kraft gegen die Schlagplatte 64 geschlagen wird. Der hierdurch erzeugte
Impuls überträgt sich auf das Wirtelmesser 58, das den Schneidvorgang durchführt.
Nach dem Auslösen des Schneidens werden sowohl die Schlagstange 72 als auch das Wirtelmesser
58 von einer Rückführvorrichtung 76 in den gespannten Zustand überführt, wobei das
Federelement 70 das Zurückprallen des Wirtelmessers 58 unterstützt.
[0034] In Fig. 3 ist die Stellung des Wirtelmessers 58 bezogen auf die Splndel 68 in vier
verschiedenen, zeitlich aufeinanderfolgenden Zuständen I bis IV dargestellt. In der
Stellung I befindet sich das Wirtelmesser 58 in einer Stellung, in der die Schneide
60 von der Spindel 68 noch beabstandet ist, wobei das Wirtelmesser 58 auf einen Punkt
auf der Oberfläche der Spindel 68 weist, der in Drehrichtung R der Spindel 68 vor
dem Punkt liegt, an welchem das Wirtelmesser 58 die Spindel 68 berührt.
[0035] Zum Zeitpunkt II liegt die Schneide 60 bereits an der Umfangsfläche der Spindel
68 an und wird praktisch von dieser in der Richtung R in die Stellung III mitgeführt,
während sich das Wirtelmesser 58 in der Stellung IV von der Oberfläche der Spindel
68 entfernt hat, so daß der Schneidvorgang abgeschlossen ist.
[0036] Dementsprechend beschreibt die Schneide 60 des Wirtelmessers 58 in etwa eine zur
Oberfläche der Spindel 68 symmetrische Halbkreisbewegung.
[0037] Eine ähnliche halbkreisförmige Bewegung vollführt das Wirtelmesser 58 zugleich in
der zu der Achse der Spindel 68 parallelen Richtung. Gleiche Bezugszeichen weisen
hier wie auch in den weiteren Figuren auf gleiche Teile hin und bedürfen keiner weiteren
Erläuterung. Der eigentliche Schneidvorgang findet dementsprechend zwischen den Stellungen
II und III statt, wobei die Relativbewegung zwischen der Spindel 68 und dem Wirtelmesser
58 das Schneiden erleichtert.
[0038] In Fig. 4 ist die Ausgestaltung der Konturendüse 42 ersichtlich. Diese umgreift
die Streckwerkswalzen 44 und greift besonders in die Spalte seitlich der Streckwerkswalzen
44 ein, die besonders staubgefährdet sind. Sie erstreckt sich über die gesamte Breite
zwischen Pendelträgern 78 und ist mit einem Hochdrucksgebläse verbunden, das eine
intensive Reinigung an diesen Stellen bei vergleichsweise geringer Luftleistung zuläßt.
[0039] Es versteht sich, daß das erfindungsgemäße Reinigungsgerät auch mit einer Fadenanknüpfmaschine
zu einer Einheit zusammengefaßt werden kann.
1. Verfahrbares Reinigungs- und Bedienungsgerät für Textilmaschinen, insbesondere
für Hochgeschwindigkeits-Ringspinnmaschinen, mit einer seitlich der Textilmaschine
vorgesehenen Saug- und/oder Blaseinheit, wobei das Reinigungs- und Bedienungsgerät
mindestens einen Bedienarm aufweist, der gegenüber der Saug- und/oder Blaseinheit
beweglich gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Bedienarm (46) in eine Arbeitsstellung verfahrbar ist, in welcher er in unmittelbarer
Nähe von Arbeitselementen (24; 52) der Textilmaschine (26) aktivierbar ist, und zugleich
mindestens eine weitere Bedienfunktion durchführbar ist.
2. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
weitere Bedienfunktion in dem Entnehmen von Putzwalzen (28) besteht, welche in eine
Säuberungsstellung (30) überführbar sind, die sich von der Arbeitsstellung der Putzwalzen
(28) unterscheidet, und welche in der Säuberungsstellung von Verunreinigungen, insbesondere
von Faserflug, befreibar sind, und der Bedienarm (46) in der Arbeitsstellung insbesondere
ein Streckwerk (24) der Textilmaschine (26) absaugt.
3. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß in
der Säuberungsstellung (30) die Putzwalze (28) an einer Bürstenwalze, insbesondere
einer Drahtbürstenwalze (32) anliegt, von welcher sie drehantreibbar und versäuberbar
ist, und wobei in der Säuberungsstellung (30) die Bürstenwalze (32) und die Putzwalze
(28) mit einem Putzluftstrom durch die Saug- und/oder Blaseinheit (16) beaufschlagbar
ist.
4. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die weitere Bedienfunktion die Betätigung eines Wirtelmessers
(58) umfaßt.
5. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens ein Wirtelmesser (58) an einem Saug- und/oder Blasarm
(18) der Saug- und/oder Blaseinheit (16) geführt ist und in einer Reinigungsstellung
des Saug- und/oder Blasarms (18) an Kopsen (52) der Textilmaschine (26) das Wirtelmesser
(58) schlagartig auslösbar ist.
6. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Zeitsteuerung vorgesehen ist, mit der das Reinigungs- und
Bedienunsgerät (10) mit einer Zeitsteuerung vor Arbeitselementen wie Spindeln (68)
der Textilmaschinen (26) positionierbar ist und wobei in einem Arbeitszustand des
Reinigungs- und Bedienungsgeräts (10) vor den Arbeitselementen der Textilmaschinen
(26) die weitere Bedienfunktion im wesentlichen zeitgleich mit dem Absaugen und/oder
Abblasen durch die Saug- und/oder Blaseinheit (16) einleitbar ist.
7. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Zeitsteuerung vorgesehen ist, mit welcher für das Erreichen
eines Arbeitszustands des Reinigungs- und Bedienungsgeräts (10) vor den Textilmaschinen
(26) zunächst sofort Putzwalzen (28) eines Streckwerks (24) mit einem Greifarm (22)
entfernbar und in eine Säuberungsstellung (30) überführbar sind und nach Entfernen
der Putzwalzen (28) ein Saug- oder Blasarm (Bedienarm 46) der Saug- und/oder Bedieneinheit
(16), der insbesondere eine Konturendüse (42) aufweist, in eine Streckwerkseingriffsstellung
verfahrbar ist, mit welcher das Streckwerk (24) in einer kurzen Reinigungszeit säuberbar
ist.
8. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Streckwerkseingriffsstellung eines Saug- und/oder Blasarms
(Bedienarm 46) der Saug- und/oder Blaseinheit (16) mindestens kurzzeitig die gesamte
Luftleistung der Saug- und/oder Blaseinheit (16) auf diesen Arm (46) gebbar ist und
anschließend hieran die Saug- und/oder Blaseinheit (16) auf einen Putzluftstrom für
die Putzwalze (28) und/oder die Bürstenwalze (32) umschaltbar ist.
9. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß in einem Arbeitszykluszustand des Reinigungs- und Bedienungsgeräts
(10) die Luftleistung der Saug- und/oder Blaseinheit (16) auf einen Saug- und/oder
Blasarm (18) für die Wirtelreinigung umschaltbar ist und insbesondere kurz vor der
Betätigung eines Wirtelmessers (58) an dem Saug- und/oder Blasarm (18) einschaltbar
ist.
10. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß ein pneumatisch oder elektrisch betätigbares Hebelwerk vorgesehen
ist, mit welchem ein Greifarm (22) und/oder mindestens ein Saug- und/oder Blasarm
(18; 46) und/oder Klappen für die Umsteuerung der Luftleistung der Saug- und/oder
Blaseinheit (16) bewegbar sind.
11. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß eine Betätigungseinrichtung für ein Wirtelmesser (58) ein gegen
die Betätigungsrichtung weisendes Federelement (70), insbesondere einen Gummiblock,
der an dem Reinigungs- und Bedienungsgerät (10) fest gelagert ist, sowie eine Schlagstange
(72) aufweist, die pneumatisch oder elektrisch auslösbar ist und das Wirtelmesser
(58) in Betätigungsrichtung zum freien Schneiden anstößt, wobei das Wirtelmesser (58)
unmittelbar nach dem Schneidvorgang von dem Federelement (70) zurückprallt.
12. Reinigungs- und Bedienungsgerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß das Wirtelmesser (58) in einem schräg gebogenen Führungsprofil
(66) geführt ist, dessen Kontur einer Bewegung der Schneide (60) des Wirtelmessers
(58) in Umfangsrichtung der sich drehenden Kopse (52) und/oder in vertikaler Richtung
entspricht.
13. Verfahren zur Reinigung und Bedienung von Textilmaschinen, insbesondere von Hochgeschwindigkeits-Ringspinnmaschinen,
wobei ein Reinigungs- und Bedienungsgerät seitlich der Textilmaschinen verfahrbar
ist und eine Saug- und/oder Blaseinheit auf Arbeitselemente der Textilmaschine wirkt
und mindestens ein an dem Reinigungs- und Bedienungsgerät gelagerter Bedienarm in
eine Ruhestellung und eine Arbeitsstellung verfahrbar ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Bedienarm tn der Arbeitsstellung in die Arbeitselemente der Textilmaschine
eingreift und während des Eingreifens die Saug- und/oder Blaseinheit zum Absaugen
und/oder Abblasen von Arbeitselementen eingeschaltet ist und daß mindestens eine
weitere Bedienfunktion von dem Reinigungs- und Bedienungsgerät ausgeführt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch die Ausführung der Funktion
mindestens einer der Einrichtungen gemäß den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 12.