[0001] Die Erfindung betrifft die Verbindung von Laufwerk und Wagenbrücke eines Schienenfahrzeuges,
wobei das Laufwerk mindestens zwei über Achslager in einem Laufwerkrahmen eingespannte
Radsätze aufweist und mit der Wagenbrücke lediglich über seitlich am Laufwerkrahmen
angeordnete Blatttragfedern und Schakengehänge drehzapfenlos verbunden ist und zwischen
Laufwerkrahmen und Wagenbrücke eine Reib-Drehhemmung angeordnet ist.
[0002] Laufwerke für Schienenfahrzeuge benötigen für höhere Geschwindigkeiten zur Laufstabilisierung
eine Drehhemmung zwischen Laufwerk und Wagenbrükke. Bei Eisenbahnfahrzeugen für den
Güterverkehr ist diese Drehhemmung in der Regel als mechanisch wirkende Reib-Drehhemmung,
beispielsweise durch die DE-PS 28 42 211 vorbekannt, ausgebildet. Bei dieser Art der
Drehhemmung, die durch eine teilweise Abstützung des Wagengewichtes über die federnd
ausgebildete Drehhemmung auf den Laufwerken zur Wirkung gelangt, kommt es bei leichten
Wagenbrücken zu einer erheblichen Entlastung der Federschaken und damit zu einer ungünstigen
Laufwerksführung infolge zu geringer Rückstellwirkung, fehlender Reibung in der Reib-Drehhemmung
und der Gefahr der vollständigen Schakenentlastung beim dynamischen Ausfedern der
Wagenbrücke, verbunden mit eventuellem Verschleiß durch Schlagbewegungen zwischen
Schake, Schakenstein und Federbolzen.
[0003] Die Aufgabe vorliegender Erfindung bestand darin die Verbindung zwischen Laufwerk
und Wagenbrücke eines mit einer Reib-Drehhemmung ausgestatteten Schienenfahrzeugs
so zu gestalten, daß auch bei teilweise oder ganz entlasteter Achse oder der Achsaufhängung
die Blatttragfedern des Laufwerks und damit die Schakenaufhängung so stark belastet
wird, daß eine ausreichende Rückstellwirkung und eine genügend große Drehhemmung des
Laufwerks erhalten bleibt.
[0004] Diese Aufgabe der Erfindung wird bei einem Schienenfahrzeug der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß zwischen Laufwerkrahmen und Wagenbrücke eine diese gegeneinander
verspannende Feder angeordnet ist, die umgekehrt proportional zur Belastung der Blatttragfedern
des Laufwerks beaufschlagt ist. Erfindungsgemäß ist hierbei die Feder am Laufwerkrahmen,
einem Verbindungsträger zwischen zwei Laufwerkrahmen oder an der Wagenbrücke gelagert,
wobei die Beaufschlagung der Feder über ein Pendel erfolgt, das seinerseits an der
Wagenbrücke beziehungsweise am Laufwerkrahmen oder dem Verbindungsträger zwischen
zwei Laufwerkrahmen pendelnd gelagert ist. Durch diese erfindungsgemäße Verbindung
von Laufwerk und Wagenbrücke mittels der diese gegeneinander verspannenden Feder wird
auf die Blatttragfedern des Laufwerks ein höheres Wagenbrückengewicht simuliert.
Da die Kraft dieser Feder bei sinkender Belastung der Laufwerksfedern ansteigt, bleibt
die Belastung der Blatttragfedern des Laufwerks und damit die Belastung der Blatttragfederaufhängung
(Schaken) in ausreichender Höhe erhalten. Eine genügend große Rückstellwirkung zwischen
Wagenbrücke und Laufwerk über die Schakenaufhängung der Blatttragfeder ist somit
gewährleistet. Weiter ist gewährleistet, daß die Reib-Drehhemmung zwischen Wagenbrücke
und Laufwerk stets in ausreichender Höhe erhalten bleibt.
[0005] Gemäß der Erfindung ist das Pendel an der Feder einerseits und an seinem Gegenlager
an der Wagenbrücke, an dem Laufwerk oder dem Verbindungsträger andererseits in Kugelkalotten
gelagert. Durch die Lagerung des Pendels in Kugelkalotten werden horizontale Bewegungen
zwischen Laufwerk und Wagenbrücke zwängungsfrei gewährleistet.
[0006] Die Kugelkalotten sind gemäß der Erfindung mit federnden und eine Rückstellkraft
bewirkenden Gummi-Metallelementen versehen. Diese 30 Gummi-Metallelemente der Kugelkalotten
bewirken vorteilhaft eine zusätzliche Rückstellkomponente und eine Anpassung der gesamten
Verbindung an die Federbewegung zwischen Wagenbrücke und Laufwerk.
[0007] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Feder als Blatttragfeder ausgebildet,
die seitlich geführt und längs begrenzt beweglich gelagert ist.
[0008] Einzelheiten der Erfindung sind anhand eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung
erläutert.
[0009] Es zeigen
Fig. 1 Die Seitenansicht eines Laufwerks unter einem Schienenfahrzeug mit einer Verbindung
gemäß der Erfindung in schematischer Darstellung.
Fig. 2 Die Verbindung von Laufwerk und Wagenbrücke eines Schienenfahrzeuges gemäß
der Erfindung, dargestellt an einer aus einem zweiachsigen und einem dreiachsigen
Drehgestell bestehenden Laufwerksgruppe unter einer Wagenbrücke im vertikalen Längsschnitt,
in schematischer Darstellung.
Fig. 3 Den Schnitt nach Linie III-III der Fig. 2.
Fig. 4 Die Einzelheit "A" der Fig. 2 im vertikalen Längsschnitt in vergrößerter Darstellung.
[0010] Bei dem in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die
Verbindung von Laufwerk und Wagenbrücke eines Schienenfahrzeuges an einer unter einer
Wagenbrücke 1 angeordneten, aus einem zweiachsigen Laufwerk 2 und einem dreiachsigen
Laufwerk 3 bestehenden Laufwerkgruppe dargestellt. Die Laufwerke 2 und 3 weisen außen
an ihrem Laufwerkrahmen 4 bzw. 5 längs gelagerte Blatttragfedern 6 auf und sind lediglich
über diese und Schakengehänge 7 mit der Wagenbrücke 1 verbunden. Zwischen Laufwerkrahmen
4 und 5 und Wagenbrücke 1 sind federnd Reib-Drehhemmungen 8 angeordnet. Das zweiachsige
Laufwerk 2 und das dreiachsige Laufwerk 3 sind mittels eines Verbindungsträgers 9,
der gelenkig an einem Querträger 4a des zweiachsigen Laufwerks 2 und einem Querträger
5a des 3achsigen Laufwerks 3 gelagert ist, miteinander verbunden. Mittig unter dem
Verbindungsträger 9 ist eine Parabelfeder 10 in Führungen 11 unter dem Verbindungsträger
9 seitlich geführt und längsbeweglich gelagert. Die Parabelfeder 10 und der Verbindungsträger
9 weisen in ihrer Längsmitte einen Durchbruch 12 bzw. 13 auf, durch die ein vertikal
angeordnetes Pendel 14 geführt ist. Das Pendel 14 ist mit seinem oberen Ende in einer
an der Wagenbrücke 1 angeordneten Kugelkalotte 15 pendelnd gelagert. Mit seinem unteren
Ende ist das Pendel 14 auf der Unterseite der Parabelfeder 10 ebenfalls in einer Kugelkalotte
16 pendelnd gelagert. Die Kugelkalotten 15 und 16 weisen Gummi-Metallelemente 17 und
18 auf, die kalottenförmig ausgebildet sind. Die Parabelfeder 10 ist neben ihren seitlichen
Führungen 11 unter dem Verbindungsträger 9 nahe den Längsenden der Parabelfeder 10
auch in ihrer Längsmitte seitlich in Führungen 19 des Verbindungsträgers 9 geführt.
[0011] Die Länge des Pendels 14 ist so bemessen, daß die Parabelfeder 10 bei leerem Fahrzeug
mit einer definierten Vorspannung versehen ist. Beim horizontalen Ausschwenken des
Laufwerks oder der Laufwerksgruppe gegenüber der Wagenbrücke kann dieses über die
Aufhängung des Pendels in den Kugelkalotten 15 und 16 zwängungsfrei, jedoch durch
die Gummi-Metallelemente 17 und 18 mit einer definierten Rückstellkraft erfolgen.
[0012] Beim Entlasten des Laufwerks wird über die Parabelfeder 10 stets eine federnde Verspannung
zwischen Wagenbrücke und Laufwerk oder Laufwerksgruppe erhalten, die zur Wirksamkeit
der zwischen Laufwerk und Wagenbrükke angeordneten Reib-Drehhemmung erforderlich
ist.
[0013] Die erfindungsgemäße Verbindung von Laufwerk und Wagenbrücke ist sowohl zwischen
einem einzelnen Laufwerk und einer Wagenbrücke als auch zwischen Laufwerkskombinationen
und der Wagenbrücke oder zwischen Laufwerken und einer Zwischenbrücke oder zwischen
einer Zwischenbrücke und der Wagenbrücke denkbar. Es ist auch weiter denkbar, daß
die Feder 10 der Verbindung als Gummi- oder Schraubenfeder oder einem anderen Federelement
besteht. Hierbei ist weiter denkbar, daß gemäß der Erfindung eine oder mehrere Federn
10 angeordnet sind.
1. Verbindung von Laufwerk und Wagenbrücke eines Schienenfahrzeuges, wobei das Laufwerk
mindestens zwei über Achslager in einem Laufwerkrahmen eingespannte Radsätze aufweist
und mit der Wagenbrücke lediglich über seitlich am Laufwerkrahmen angeordnete Blatttragfedern
und Schakengehänge drehzapfenlos verbunden ist und zwischen Laufwerkrahmen und Wagenbrücke
eine Reib- und Drehhemmung angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Laufwerkrahmen
(4 und 5) und Wagenbrücke (1) eine diese gegeneinander verspannende Feder (10) angeordnet
ist, die umgekehrt proportional zur Belastung der Blatttragfedern (6) des Laufwerks
(2 und 3) beaufschlagt ist.
2. Verbindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (10) am Laufwerkrahmen
(4 oder 5), einem Verbindungsträger (9), zwischen zwei Laufwerkrahmen (4 und 5) oder
an der Wagenbrücke (1) gelagert ist und daß die Beaufschlagung der Feder (10) über
ein Pendel (14) erfolgt, das seinerseits an der Wagenbrücke (1) bzw. am Laufwerkrahmen
(4 oder 5) oder dem Verbindungsträger (9) zwischen zwei Laufwerkrahmen (4 und 5) pendelnd
gelagert ist.
3. Verbindung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Pendel
(14) an der Feder (10) einerseits und an seinem Gegenlager an der Wagenbrücke (1),
an dem Laufwerk (4 oder 5) oder dem Verbindungsträger (9) andererseits in Kugelkalotten
(15 und 16) gelagert ist.
4. Verbindung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kugelkalotten
(15 und 16) federnde und eine Rückstellkraft bewirkende Gummi-Metallelemente (17 und
18) aufweisen.
5. Verbindung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (10)
aus einer Blattfeder besteht, die seitlich geführt und längs begrenzt beweglich gelagert
ist.