[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung für die Temperaraturüberwachung eines Druckkopfes
oder einer Hammerbank der Elektromagnetspulenbauart, insbesondere für serielle Matrixnadeldrucker,
wobei ein durch die Verlustleistung der Elektromagnetspule bedingter Temperaturanstieg
durch Vergleich mit einer Normtemperatur ermittelbar und ein daraus abgeleitetes Schaltsignal
entweder für das Abschalten des Druckkopfes oder für eine Senkung der Betriebsfrequenz
oder für die Ein-Ausschalt-Steuerung eines Lüftermotors verwendbar ist.
[0002] Ein Druckkopf oder eine Hammerbank der Elektromagnetspulenbauart stellt die Schnittstelle
zwischen der Mechanik eines Matrixdruckers und der Elektronik (der Druckkopfansteuerung)
dar. Die Forderung nach immer höheren Druckgeschwindigkeiten und Lebensdauer belasten
den Druckkopf extrem mechanisch und elektrisch. Diese Anforderungen führen dazu, daß
der Druckkopf eine der teuersten Baugruppen in einem Drucker bildet. Speziell bei
Impact-Druckern sind für den Abdruck (üblicherweise durch Bestromen einer Spule) erhebliche
Ansteuerleistungen notwendig, die letztendlich Wärmeverluste bedeuten. Diese Verluste
steigen proportional mit der Anzahl der Druckelemente und deren Ansteuerungshäufigkeit.
Es ist deshalb notwendig, die Temperatur des Druckkopfes zu überwachen, um eine thermische
Zerstörung von Druckkopfbauteilen zu vermeiden. Beim Erreichen der für den Druckkopf
kritischen Temperatur wird üblicherweise die Druckgeschwindigkeit reduziert (durch
Senkung der Betriebsfrequenz) oder vorübergehend der Druckkopf abgeschaltet, bis die
Druckkopftemperatur auf einen definierten Wert abgekühlt ist, oder es wird ein Lüftermotor
zur Kühlung eingeschaltet.
[0003] Für die Überwachung benutzt man bisher einen temperaturempfindlichen Sensor, der
die Druckkopftempertatur in eine entsprechende Meßgröße umsetzt. Aus Platz- und Kostengründen
wird zentral nur ein Sensor angebracht, der die Wärmeverluste sämtlicher einzelner
Magnetspulen in einer Mischtemperatur ermittelt. Der ermittelte Wert ist dabei abhängig
von dem Temperaturgefälle zwischen den Elektromagnetspulen und dem Sensor, der verstreichenden
Zeit für den Wärmetransport , der Anzahl der angesteuerten Elektromagnetspulen, so
daß es sich hier nur um eine sehr ungenaue Meßwertermittlung handeln kann.
[0004] Es ist schon vorgeschlagen worden (DE-OS 26 18 224), bei einer Anordnung zum Verlängern
der Lebensdauer eines Druckkopfes für Druck- und Schreibgeräte, insbesondere für Mosaikdrucker,
die Anzahl der Druckelemente im Druckkopf um mindestens ein zusätzliches Druckelement
zu erhöhen, so daß die zur Verfügung stehende Schreibleistung nur ganz selten voll
ausgenutzt wird. Allerdings entstehen hier Probleme dahingehend, daß die Häufigkeitsverteilung
der Bestromung der zu einem Druckelement zugehörigen Elektromagnetspule im voraus
nicht ermittelt werden kann.
[0005] Eine andere bekannte Lösung (US-Patent 4,496,824) steuert den Lüftermotor über ein
digitales Bus-System, wobei zunächst über eine Spannungsdifferenz und einen Analog-Digital-Wandler
die über einen zentralen Thermistor gemessene Temperatur ermittelt und die Spannungsdifferenz
digitalisiert wird. Auch diese Messung ist aufgrund des einzelnen Meßergebnisses relativ
ungenau, weil der Thermistor des Steuerkreises auf der Kopfoberfläche montiert ist.
Es handelt sich somit um einen Non-Impact-Druckkopf, der selbst zum Drucken Wärme
erzeugt. Insofern fehlt hier das Merkmal der Elektromagnetspule.
[0006] Bei Vorliegen eines digitalisierten Temperatur-Meßwertes kann das Ein und Ausschalten
des Druckkopfes eines Druckers gemäß einem weiteren bekannten Vorschlag über spezielle
Programme erfolgen (Europa-Patent-Anmeldung 0 176 732).
[0007] Ein besonderes Problem stellt ein im Graphik-Modus arbeitender Drucker dar, bei dem
es zu einer besonders einseitigen Belastung des Druckkopfes kommen kann, weil nur
ein Druckelement ständig betätigt wird. Hierbei entstehen örtliche überhitzungen der
Elektromagnetspule, wodurch jegliche Art der Temperaturüberwachung versagt.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine erheblich schnellere,
sicherere und genauer arbeitende Einrichtung für die Temperaturüberwachung eines Druckkopf
es oder einer Hammerbank der Elektromagnetspulenbauart zu schaffen.
[0009] Die gestellte Aufgabe wird aufgrund der eingangs bezeichneten Einrichtung erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß die jedem Druckelement zugeordnete Elektromagnetspule jeweils
während einer Bestromungspause an eine Konstantstromquelle anschaltbar ist, daß ein
Spannungsabfall an der Elektromagnetspule ein die Temperaturgrenze festlegendes Referenzsignal
an einem Komparator erzeugt, daß die Referenzspannung als binäres Logiksignal in einen
Datenzwischenspeicher übernommen wird und daß das Logiksignal als Steuersignal für
eine Temperatursenkung im Druckkopf dient. Diese Lösung sichert eine wesentlich effektivere
Überwachung einer jeden Elektromagnetspule. Es läßt sich nämlich durch Messen des
Spulenwiderstandes als Funktion der Temperatur sofort ein Rückschluß auf die jeweilige
Spulentemperatur ziehen. Für den Fall, daß die Meßintervalle sehr kurz sind, können
auch kurzzeitige örtliche überhitzungen gemessen werden. Ein besonderer Vorteil der
gekennzeichneten Einrichtung ist daher die trägheitslose Erfassung der tatsächlichen
Spulentemperatur, unabhängig von der Induktivität bzw.
[0010] Selbstinduktivität und die Überwachung sämtlicher Spulen gleichzeitig. In Weiterbildung
der Erfindung ist vorgesehen, daß in die Weitergabe der Meßimpulse des binären Logiksignals
in den Datenzwischenspeicher ein Verzögerungsglied eingeschaltet ist, wobei die Reaktionszeit
des Systems etwa gleich einem Meßintervall entspricht. Aufgrund dieses Vorschlags
können nur fehlerfreie Meßdaten in den Datenzwischenspeicher gelangen, so daß anfängliche
fehlerbehaftete Messungen ausscheiden.
[0011] Nach der weiteren Erfindung wird vorgeschlagen, daß der Komparator, die Konstantstromquelle,
der Datenzwischenspeicher und das Verzögerungsglied in einen eine Nadeltreiberschaltung
enthaltenden integrierten Schaltkreis eingeschlossen sind. Ein mit der Einzelmessung
jeder Elektromagnetspule etwa erhöhter Schaltungsaufwand ist in keiner Weise nachteilig,
weil bei der Neukonstruktion eines integrierten Schaltkreises für einen Nadeltreiber
die genannten Bauteile mit integriert werden können.
[0012] Für die Beschreibung der Erfindung ist es zweckmäßig, die Temperaturüberwachung einer
Elektromagnetspule zu betrachten. Diese Betrachtung wiederholt sich bei jeder weiteren
Elektromagnetspule. Das Prinzip der Erfindung beruht auf der Ausnutzung des temperaturabhängigen
Widerstandes einer technischen Spule. Mit dem Ohm'schen Gesetz läßt sich zeigen, daß
bei konstantem Strom der Spannungsabfall an dem Spulenwiderstand direkt proportional
zur Temperatur ist. Während des regulären Betriebes des Druckkopfes ergibt sich jedoch
eine ständige Feldänderung, die eine Spannung in der Elektromagnetspule induziert.
Diese Induktionsspannung addiert sich vektoriell zum Spannungsabfall am Spulenwiderstand
und würde den Meßwert verfälschen. Erst wenn sich das Magnetfeld stabilisiert hat,
ist die induzierte Spannung gleich Null und die Klemmenspannung proportional zur Spulentemperatur.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 einen Matrixnadeldruckkopf der Elektromagnetspulenbauart mit der schaltungsmäßigen
Einrichtung für die Temperaturüberwachung und
Fig. 2 die gemäß Fig. 1 jeder Elektromagnetspule zugeordnete Einrichtung für die Temperaturüberwachung
in vergrößertem Maßstab.
[0014] Der dargestellte Matrixnadeldruckkopf entspricht im Ausführungsbeispiel der sogenannten
Klappankerbauart (Fig. 1) und weist z.B. 9, 12, 18 oder 24 Druckelemente 1 auf. Jedem
Druckelement 1 ist ein Magnetjochschenkelpaar 2, eine Elektromagnetspule 3 und ein
Klappanker 4 zugeordnet, wobei die Elektromagnetspule 3 auf einen radial äußeren Magnetjochschenkel
aufgesteckt ist. Es sind 9, 12, 18 oder 24 solcher Systeme vorhanden.
[0015] Die Druckelemente 1 sind in einem Drucknadelführungsgehäuse 5 mittels einzelner Führungswände
6 geführt, deren Bohrungen 7 den bogenförmigen Verlauf von einer Nadelangriffsstelle
8 eines Drucknadelkopfes 8a und dem Klappanker 4 bis zu einem Mundstück 9 festlegen,
wobei das Mundstück 9 gegenüber einem nicht gezeichneten Druckwiderlager mit Abstand
des Druckelementhubes bei auf dem Druckwiderlager aufliegendem Aufzeichnungsträger
liegt.
[0016] Das Drucknadelführungsgehäuse 5 bildet im Bereich der Klappanker 4 eine dem äußeren
Durchmesser des Matrixnadeldruckkopfes 20 entsprechende Schale 5a. Im Zentrum der
Schale 5a befindet sich eine Führungsbuchse 10, die ein Widerlager für eine Druckfeder
11 bildet, die jedem Druckelement 1 zugeordnet ist.
[0017] Ein die Systeme aufnehmendes hinteres Gehäuse 12, das aus Kunststoff oder Aluminium
(magnetisch nicht leitenden Werkstoffen) hergestellt ist, zentriert einen einstückigen
Elektromagnetspulenträger 13 aus Sinter oder Feinguß. Der einteilige, sehr genau und
von hoher Oberflächengüte hergestellte Elektromagnetspulenträger 13 liegt magnetisch
durch elektrisch nicht leitende Füllstoffe 14 isoliert innerhalb des hinteren Gehäuses
12. Das Gehäuse 12 aus Aluminium ist außerdem mit einer zentrischen, wärmebeständig
aufgeklebten Dämpfungsscheibe 15 versehen, auf der die radial inneren Ankerarme 4a
in einer Grund- oder Ruhestellung aufliegen.
[0018] Die Klappanker 4 sind mit den radial inneren Ankerarmen 4a durch diese Dämpfungsscheibe
15 festgelegt und etwa mittig durch einen im Querschnitt quadratischen elastischen
Dämpfungsring 16 sowie durch den radial inneren gegenüberliegenden Magnetjochschenkel
des Magnetjochschenkelpaares schwenkgelagert.
[0019] Die Klappanker 4 führen Schwenkbewegungen aus, um den Druckelementen 1 eine Hubbewegung
zu erteilen. Derartige Hubbewegungen (Vor- und Rückhub betragen ca. 0,3 mm) werden
mit einer Frequenz von 2.000 bis 3.000 Hz ausgeführt.
[0020] Von den Elektromagnetspulen 3 sind (Fig. 1) Anschlußleitungen 17 durch die Füllmasse
14 zu einer weiter nicht dargestellten Leiterplatine geführt. Die Schale 5a und das
hintere Gehäuse 12 sind mittels Schrauben 18 und Gewindemuttern 19 miteinander verbunden.
[0021] Jeder der Elektromagnetspulen 3 ist nunmehr eine besondere Einrichtung für die Temperaturüberwachung
des Druckkopfes 20 zugeordnet.
[0022] Diese besondere Einrichtung kann aufgrund eines durch sie erzeugten Schaltsignals
entweder das Abschalten des Druckkopfes 20 oder eine Senkung der Betriebsfrequenz
oder ein Ein- oder Ausschalten der Steuerung eines Lüftermotors bewirken.
[0023] Die Einrichtung umfaßt jeweils folgende Schaltungsteile, die die angegebenen Funktionen
ausführen:
Jede Elektromagnetspule 3 wird zum Betätigen eines Druckelementes 1 über eine bekannte
Nadeltreiberschaltung 21 mit Leistungsstromimpulsen 22 versorgt (eine solche Nadeltreiberschaltung
21 ist z.B. in der deutschen Patentschrift 31 51 242 beschrieben). Diese Strombeaufschlagung
der Elektromagnetspule 3 verursacht Verlustwärme, die den Druckkopf 20 erwärmt und
vor allen Dingen eine Gesamterwärmung der Elektromagnetspule 3 bzw. einzelner Windungen
des Kupferdrahtes bis zur Zerstörung erwärmen kann.
[0024] Sobald ein Druckelement 1 nicht betätigt wird, entsteht eine Bestromungspause. Durch
einen Meßimpuls 23 wird ein Schalter 24 geschlossen und die Elektromagnetspule 3 an
eine Konstantstromquelle 25 gelegt. Dieser Strom bedingt einen Spannungsabfall Us
an der Elektromagnetspule 3, aus dem ein Referenzsignal 26 an einem Komparator 27
entsteht. Der Komparator 27 vergleicht die Spannungsdifferenz Up - Us mit der Referenzspannung
28 am Komparator 27. Am Ausgang 29 des Komparators 27 liegt, je nachdem, ob die Meßspannung
über oder unter der Referenzspannung liegt, ein "logisches Hoch-Potential" oder ein
"logisches Tief-Potential" an. Die Referenzspannung 28 entspricht dem Temperaturwert,
bei dem ein Tätigwerden der Einrichtung gefordert wird. Das binäre Signal des logischen
Hoch-Potentials/logischen Tief-Potentials wird in einem Datenzwischenspeicher 30 abgelegt.
Wegen der bei einem letzten Bestromungsimpuls 22 sich in der Elektromagnetspule 3
befindlichen Energiepotentials der Induktion bzw.
[0025] Selbstinduktion wird, um eine Verfälschung des Meßergebnisses zu vermeiden, der Meßimpuls
23 später über ein Verzögerungsglied 31 in den Datenzwischenspeicher 30 gegeben. Die
binären Daten stabilisieren sich, bevor eine Abspeicherung erfolgt, so daß falsche
Werte vermieden werden. Mit der Übernahme der Dateninformation in den Datenzwischenspeicher
30 ist der Meßvorgang beendet. Nach dem jeweiligen Meßresultat wird 1ntschieden, ob
der Druckkopf 20 insgesamt oder einzelne Elektromagnetspulen 3 abgeschaltet werden
oder ob eine Senkung der Betriebsfrequenz stattfinden soll oder ob ein Lüftermotor
einzuschalten ist.
[0026] Der Komparator 27, die Konstantstromquelle 25 (die auch als diskreter Bauteil ausgeführt
werden kann), der Datenzwischenspeicher 30 und das Verzögerungsglied 31 und die Nadeltreiberschaltung
21 können in einem integrierten Schaltkreis 32 enthalten sein.
1. Einrichtung für die Temperaturüberwachung eines Druckkopfes oder einer Hammerbank
der Elektromagnetspulenbauart, insbesondere für serielle Matrixnadeldrucker, wobei
ein durch die Verlustleistung der Elektromagnetspule bedingter Temperaturanstieg durch
Vergleich mit einer Normtemperatur ermittelbar und ein daraus abgeleitetes Schaltsignal
entweder für das Abschalten des Druckkopfes oder für eine Senkung der Betriebsfrequenz
oder für die Ein-Ausschalt-Steuerung eines Lüftermotors verwendbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die jedem Druckelement (1) zugeordnete Elektromagnetspule (3) jeweils während
einer Bestromungspause an eine konstantstromquelle (Up) anschaltbar ist, daß ein Spannungsabfall
(Us) an der Elektromagnetspule (3) ein die Temperaturgrenze festlegendes Referenzsignal
(26) an einem komparator (27) erzeugt, daß die Referenzspannung (Uref) als binäres
Logiksignal (log high oder log low) in einen Datenzwischenspeicher (30) übernommen
wird und daß das Logiksignal (log high oder log low) als Steuersignal für eine Temperatursenkung
im Druckkopf (20) dient.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die Weitergabe der Meßimpulse (23) des binären Logiksignals (log high bzw.
log low) in den Datenzwischenspeicher (30) ein Verzögerungsglied (31) eingeschaltet
ist, wobei die Reaktionszeit des Systems etwa gleich einem Meßintervall entspricht.
3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Komparator (27), die Konstantstromquelle (25), der Datenzwischenspeicher (30)
und das Verzögerungsglied (31) in einen eine Nadeltreiberschaltung (21) enthaltenden
integrierten Schaltkreis (32) eingeschlossen sind.