[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Färbemustern gemäss Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
[0002] In der Farbstoff herstellenden Industrie und auch auf Seiten der Farbstoff verarbeitenden
Industrie besteht grosses Interesse daran, die eingesetzten Farbstoffe zu testen,
um die Bedingungen der Applikation optimieren zu können, um Farbnuancen einstellen
und verschiedene Produkte vom ökonomischen und technischen Standpunkt aus vergleichen
und kontrollieren zu können. Insbesondere auf dem Gebiet der Textilfärbung sind oft
lange Testreihen nötig, um die geeignetsten Randbedingungen für die gewünschten Textilien-Farbstoff
Kombination zu ermitteln. Dazu werden im Labor eine Vielzahl von Versuchsfärbungen
nach dem gewünschten Färbeprozess durchgeführt und an die späteren industriellen Bedingungen
angepasst. Beim Kurzflottenfärben, das ist ein Färbevorgang, bei dem die Masse des
gelösten Farbstoffes (der Flotte) weniger als das zehnfache der Masse der zu färbenden
Textilie (des Substrats) beträgt, werden im Labor je eine Textilprobe und der gelöste
Farbstoff in sogenannte Musterfärbebecher gegeben. Ueblicherweise werden die Musterfärbebecher
dann in Labor-Färbemaschinen eingebracht, wie sie z.B. aus einem Werbeprospekt Nr.
9.87 6000 BFA d/e bzw. 5.88 5000 BFA-8 d/e der Firma Werner Mathis AG, CH-8155 Niederhasli/Zürich
bekannt sind. In derartigen Labor-Färbemaschinen werden sie beispielsweise an bzw.
in einer rotierbaren Scheibe bzw. Trommel aufgehängt durch ein erwärmbares Heizmedium
(z.B. ein Wasserbad) oder eine auf andere Art heizbare Zone transportiert. Durch
die Bewegung ist gewährleistet, dass der flüssige Farbstoff möglichst gleichmässig
mit der Textilprobe in Kontakt kommt.
[0003] Es sind verschiedenste Ausführungsarten von Musterfärbebechern bekannt. Musterfärbebecher,
wie sie beispielsweise in einem Separatdruck aus der Fachzeitschrift Textilveredlung,
Januar 1975, oder in der GB-A-2,099,469 beschrieben sind, sind beim Färbevorgang mit
einem Schraubdeckel verschlossen. Will man nun Zusätze in die Musterfärbebecher einbringen,
müssen diese aus der Laborfärbemaschine genommen, und anschliessend der Deckel abgeschraubt
werden. Erst danach können Zusätze in die einzelnen Musterfärbebecher zugegeben werden.
Daraufhin müssen die Deckel wieder aufgeschraubt werden, und die Musterfärbebecher
schliesslich wieder in die Labor-Färbemaschine eingehängt werden. Diese langwierige
Prozedur muss überdies oft noch mehrmals wiederholt werden, falls zu unterschiedlichen
Zeitpunkten des Färbevorgangs verschiedene Zusätze zugegeben werden müssen. Durch
diese umständlichen Manipulationen, die sehr viel Zeit erfordern, wird die Färbezeit
der Textilproben in den einzelnen Musterfärbebechern unkontrollierbar und unreproduzierbar
beeinflusst. Insbesondere ist die Gleichmässigkeit der Färbezeit in den einzelnen
Musterfärbebechern nicht mehr gegeben. Bei Labor-Färbemaschinen mit beispielsweise
bis zu 24 Aufhängmöglichkeiten ist die Färbezeit für die erste Textilprobe im ersten
Musterfärbebecher völlig anders als die im 24. Auch sind die Einwirkzeiten der Zusätze
unterschiedlich lang.
[0004] Der in der GB-A-2,099,469 beschriebene Musterfärbebecher bietet auch die Möglichkeit,
das Volumen des Bechers durch ein an den Deckel anschraubbares Ansatzstück zu verringern.
[0005] Von der Firma Zeltex AG, CH-4132 Muttenz, Balhnhofstrasse 48 werden Musterfärbebecher
in den Handel gebracht, deren Deckel gegen einen Zusatzdeckel mit Silikonmembranöffnung
austauschbar ist. Durch diese Silikonmembran kann mit Hilfe einer Injektionsspritze
beispielsweise Salz, Alkali, Farbstoff oder ein anderes Hilfsmittel zugesetzt werden,
ohne den Deckel abnehmen zu müssen. Doch auch in diesem Fall ist noch immer eine zeitaufwendige
Manipulation der Musterfärbebecher notwendig. Die Trommel der Labor-Färbemaschine
muss angehalten werden, die Musterfärbebecher müssen abgenommen werden, und danach
muss in jede einzelne Silikonmembranöffnung mit der Injektionsspritze eingestochen
werden um die Zusätze einbringen zu können.
[0006] Andere Musterfärbebecher, wie beispielsweise die von der Firma Werner Mathis AG,
CH-8155 Niederhasli/Zürich in den Handel gebrachten, weisen einen Deckel mit Bajonettverschluss
auf, welcher ein einfacheres Oeffnen der Musterfärbebecher erlauben soll; doch ändert
dies an der langwierigen Manipulationszeit beim Einbringen von Zusätzen in die Musterfärbebecher
nur wenig.
[0007] Auch die in der FR-A-2,210,121 (US-A-3,914,964) und in der CH-A-354,407 beschriebenen
Musterfärbebecher weisen zwar etwas schneller lösbare Deckel auf, doch muss auch bei
diesen Musterfärbebechern der Deckel entfernt werden, sollen Zusätze eingebracht werden.
[0008] Es besteht daher die Aufgabe, eine Vorrichtung zur Herstellung von Färbemustern,
insbesondere einen Musterfärbebecher, zu schaffen, bei der die vorstehend angeführten
Nachteile in ihrer Manipulation beseitigt sind. Ueberdies soll auch die Voraussetzung
dafür geschaffen werden, den Vorgang des Einbringens von Zusätzen in die Musterfärbebecher
zu automatisieren.
[0009] Die Lösung dieser Aufgaben erfolgt durch die erfindungsgemässe Ausbildung einer Vorrichtung
zur Herstellung von Färbemustern, insbesondere eines Musterfärbebechers, gemäss Kennzeichen
des Patentanspruches 1. Bevorzugte Varianten der erfindungsgemässen Vorrichtung sind
Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
[0010] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung
näher erläutert; es zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel im Axialschnitt,
Fig. 2 eine Variante des in Fig. 1 mit 104 bezeichneten Behälters im Axialschnitt,
Fig. 3 eine Variante des Deckels in Aufsicht,
Fig. 4 und 5 Ansichten zweier Varianten des Zwischenbodens gemäss Pfeil A in Fig.
1 und
Fig. 6 und 7 zwei weitere Ausführungsbeispiele im Axialschnitt.
[0011] Der in Fig. 1 dargestellte Musterfärbebecher ist im Ganzen mit 1 bezeichnet. Er umfasst
einen im wesentlichen zylindrischen Becher 2, der mit einem Deckel 3 dicht und druckfest
verschliessbar ist. Dazu ist im vorliegenden Ausfuhrungsbeispiel der Becher 2 an seinem
oberen Ende mit einem Aussengewinde 21 versehen. Der Deckel 3 ist entsprechend mit
einem Innengewinde 31 ausgestattet und so auf den Becher 2 aufschraubbar. Selbstverständlich
kann auch ein anderer Verschlussmechanismus, beispielsweise ein Bajonettverschluss
vorgesehen sein. Eine Spezialdichtung 22, vorzugsweise ein O-Ring oder eine Flachdichtung
aus Teflon® (PTFE), ist zwischen dem Deckel 3 und dem Becher 2 einklemmbar und erhöht
die Dichtigkeit. Der Boden des Bechers 2 kann, wie dargestellt, bombiert ausgebildet
sein, er kann aber auch flach verlaufen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel ist
der Becherboden fest mit dem Becher 2 verbunden, er könnte aber auch abschraubbar
ausgebildet sein. Am Boden des Bechers 2 und am Deckel 3 sind Stifte 4 bzw. 5 angeformt,
mittels welcher jeder Musterfärbebecher 1 in entsprechend ausgebildete Haltevorrichtungen
einer Labor-Färbemaschine eingehängt werden kann. Soweit entspricht der Musterfärbebecher
1 den aus dem Stand der Technik bekannten Vorrichtungen.
[0012] Erfindungsgemäss ist der Becher 2 durch einen senkrecht zu seiner Längsachse angeordneten
Zwischenboden 6 in eine untere 8 und in eine obere Kammer 9 geteilt. Die Volumina
der unteren 8 und der oberen Kammer 9 stehen im Verhältnis von etwa 1:1 bis etwa 5:1,
vorzugsweise etwa 3:1. Der Zwischenboden 6 ist vorzugsweise entfernbar angeordnet
und beispielsweise durch eine dünne Edelstahlplatte gebildet, welche im Inneren des
Bechers 2 niveaumässig fixierbar ist. In besonders vorteilhafter Weise aber ist der
Zwischenboden 6, wie dargestellt, durch den Boden eines mit dem Deckel 3 lösbar verbundenen
und als Gefäss 61 ausgebildeten äusseren Einsatzes gebildet, welcher beispielsweise
aus Edelstahl ist. Die lösbare Verbindung des Deckels 3 mit dem Gefäss 61 kann, wie
in Fg. 1 dargestellt als Schraubverbindung ausgebildet sein. Dazu ist am oberen Ende
des Gefässes 61 ein Aussengewinde vorgesehen, und am Deckel 3 ein zweites Innengewinde
32, welches an einem im Innendurchmesser kleineren, abgesetzten Deckelteil oberhalb
des ersten Innengewindes 31 angebracht ist. Anstatt der Schraubverbindung kann aber
auch eine Bajonettverbindung 63 und 33 vorgesehen sein (Fig. 6 und 7). Ein Dichtungsrand
64 am oberen Ende des Behälters 61 sorgt für die nötige Dichtigkeit.
[0013] Der Zwischenboden 6 weist mindestens eine Oeffnung 7 auf, welche durch einen Verschlussmechanismus
verschliessbar ist, der bei geschlossenem Deckel 3 von aussen betätigbar ist. Gemäss
Fig. 1 ist dieser Verschlussmechanismus durch die Bodenplatte 10 eines in der oberen
Kammer 9 angeordneten und als Behälter 104 ausgebildeten Einsatzes gebildet. Die Platte
10 weist mindestens eine Oeffnung 11 auf und liegt zumindest im Bereich rund um ihre
Oeffnung(en) dicht am Zwischenboden (6) an bzw. auf. Ueberdies ist die Platte 10 niveaumässig
fixierbar. Vorzugsweise stützt sich der Behälter 104 auf einem O-Ring 15 ab, der aus
der Bodenplatte 10 hervorragt und die Oeffnung 11 umrandet. Um bei Zwischenplatten
6 mit nur einer Oeffnung 7 ein mögliches Verkanten des Behälters 104 zu vermeiden,
kann noch ein zweiter O-Ring 151 in den Zwischenboden 6 eingelassen sein, dessen Durchmesser
etwa dem der Platte 10 entspricht und der zwischen dieser und dem Zwischenboden 6
eingeklemmt ist. Vorzugsweise sind die O-Ringe 15 und 151 aus Teflon®. Der Behälter
104 kann oben offen sein, vorzugsweise ist er aber, wie dargestellt, mit einer Deckwand
103 verschlossen. Zur Erleichterung der Verdrehbarkeit des Behälters 104 ist zwischen
seiner Deckwand 103 und dem Deckel 3 noch ein weiterer O-Ring 17 vorgesehen.
[0014] Durch Verdrehen des Behälters 104 um seine Längsachse können seine Oeffnungen 11
mit den (der) Öffnung(en) 7 im Zwischenboden 6 zur Deckung gebracht werden, wobei
der Ausfluss aus der oberen 9 in die untere Kammer 8 freigegeben wird. Das Verdrehen
des Behälters 104 kann z.B. durch innerhalb der oberen Kammer 9 angeordnete elektrische
Stellmittel erfolgen, welche über an der Aussenseite des Musterfärbebechers 1 angeordnete
Kontakte betätigbar sind. Vorzugsweise jedoch ist am Behälter 104 ein Stellzapfen
12 angeformt, welcher durch den Musterfärbebecher 1 hindurch nach aussen ragt und
ein manuelles oder automatisches Verdrehen des Behälters 104 erlaubt. Gemäss Fig.
1 ist der Stellzapfen 12 seitlich an der Deckwand 103 des Behälters 104 angeformt
und ragt senkrecht durch einen im Deckel 3 ausgesparten kreisbogenförmigen Führungsschlitz
13. Der Stellzapfen 12 könnte aber auch an der Seitenwand des Behälters 104 angeformt
sein und durch einen Schlitz im Mantel des Bechers 2 geführt sein.
[0015] In der in Fig. 3 dargestellten Variante des Deckels 3 weist der konzentrische und
kreisbogenförmige Führungsschlitz 13 Feststellrasten 14 für den Stellzapfen 12 auf.
Diese Feststellrasten 14 sind insbesondere dann zweckmässig, wenn ein Behälter 104
eingesetzt ist, der durch mindestens eine Trennwand 101 in mehrere Behälterkammern
geteilt ist, welche jede mindestens eine Oeffnung 11 aufweist, wie in Fig. 2 dargestellt.
Auf diese Weise ausgebildet können die einzelnen Behälterkammern unterschiedliche
Zusätze aufnehmen, welche sukzessive in die untere Kammer 8 eingebracht werden können.
Dabei gewährleisten die Feststellrasten 14 für den Stellzapfen 12, dass der Behälter
104 in die richtige Position verdreht wird.
[0016] In Fig. 4 und Fig. 5 sind zwei Varianten des Zwischenbodens 6 aus der Ansicht gemäss
Pfeil A in Fig. 1 dargestellt. Fig. 4 zeigt einen Zwischenboden 6 mit zwei Oeffnungen
7. Ein unsichtbarer Einkammer-Behälter 104 mit gleichfalls zwei Oeffnungen 11 in seiner
Bodenplatte 10 ist strichliert angedeutet. Durch Verdrehen des Behälters 104 können
die zwei Behälteröffnungen 11 mit den Oeffnungen 7 im Zwischenboden 6 zur Deckung
gebracht werden.
[0017] Der in Fig. 5 dargestellte Zwischenboden 6 weist nur eine Oeffnung 7 auf. Der strichliert
angedeutete Behälter 104 ist durch zwei senkrecht aufeinanderstehende Trennwände 101
in vier Kammern geteilt, welche jede eine Oeffnung 11 in der Bodenplatte 10 aufweist.
Durch Verdrehen des Behälters 104 können diese vier Behälteröffnungen 11 sukzessive
mit der einen Oeffnung 7 im Zwischenboden 6 zur Deckung gebracht werden.
[0018] In Fig. 6 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Vorrichtung
dargestellt. Aus Uebersichtlichkeitsgründen ist der Becher 2 nur angedeutet. Auch
in diesem Ausführungsbeispiel ist der Zwischenboden 6 durch den Boden eines Gefässes
61 gebildet, welches mit dem Deckel 3 über einen Bajonettverschluss 63 und 33 lösbar
verbundenen ist. Die eine Oeffnung 7 im Zwischenboden 6 ist im wesentlichen ringförmig
ausgebildet und umschliesst ein Mittelstück 71, welches eine konkav ausgebildete Oberfläche
72 aufweist. Dieses Mittelstück 71 ist durch schmale Stege, die die ringförmige Oeffnung
7 überbrücken, mit dem Zwischenboden 6 verbunden und gegenüber dem Niveau des Zwischenbodens
6 etwas tiefer angeordnet.
[0019] Der Verschlussmechanismus für die Oeffnung 7 im Zwischenboden 6 ist gegenüber dem
Ausführungsbeispiel gemäss Fig. 1 etwas modifiziert. Zusätzlich zu dem oberhalb des
Zwischenbodens 6 drehbar angeordneten Behälter 104 umfasst er ein Kugelverschlussstück
16 für jede Oeffnung 11 in der Bodenplatte 10. Jedes Kugelverschlussstück 16 ist zwischen
dem Zwischenboden 6 und dem konkav ausgebildeten Oeffnungsrand 102 jeder Oeffnung
11 eingeklemmt, so dass es beim Verdrehen des Behälters 104 um seine Längsachse mitgenommen
wird. Wird der Behälter 104 soweit verdreht, dass die jeweilige Behälteröffnung 11
und die Oeffnung 7 im Zwischenboden 6 fluchten, weicht das Kugelverschlussstück 16
nach unten auf die konkave Oberfläche 72 des Mittelstücks 71 aus und gibt so den Ausfluss
aus der oberen 9 in die untere Kammer 8 frei. Vorzugsweise ist das Kugelverschlussstück
16 aus Edelstahl gebildet.
[0020] Der Behälter 104 stützt sich auf den Kugelverschlussstucken 16 ab, auf zusätzliche
O-Ringe zwischen der Bodenplatte 10 und dem Zwischenboden 6 kann verzichtet werden.
Zweckmässigerweise ist zwischen der Behälterdeckwand 103 und dem Deckel 3 ein elastischer
O-Ring 17 eingeklemmt. Beispielsweise ist dieser O-Ring 17 ein elastischer Gummiring.
Dadurch wird der Behälter 104 nach unten gegen den Zwischenboden 6 gedrückt.
[0021] Auch in diesem Ausführungsbeispiel ist die Verdrehbarkeit durch einen an die Behälterdeckwand
103 angeformten Stellzapfen 12 ermöglicht. Der Stellzapfen 12 ragt durch eine zentrische
Bohrung 51 im Deckel 3 und weist vorzugsweise entlang seines Umfangs eine Längsverzahnung
121 auf. Auf diese Weise ausgebildet eignet sich die Vorrichtung besonders gut für
eine einfache Automatisierung des Einbringens von Zusätzen in die untere Kammer 8
bei geschlossenem Deckel 3, indem an der Labor-Färbemaschine Mittel ausgebildet sind,
welche in Eingriff mit der Verzahnung 121 des Stellzapfens 12 stehen und diesen bei
Bedarf verdrehen können. Der Stellzapfen 12 könnte aber auch an der Seitenwand des
Gefässes 104 angeformt sein und durch einen seitlichen Schlitz im Becher 2 geführt
sein, oder gemäss der anhand Fig. 1 beschriebenen Art angeformt sein.
[0022] Bei den in den Fig. 1 und Fig. 6 dargestellten Ausführungsbeispielen erfolgt die
Betätigung des Verschlussmechanismus für die Oeffnung(en) 7 im Zwischenboden 6 durch
Verdrehen einer darüber angeordneten Platte 10. Im Ausführungsbeispiel gemäss Fig.
7 ist ein ventilartig ausgebildeter Verschlussmechanismus dargestellt, welcher durch
eine axiale Verschiebung des (der) Behälter(s) 104 betätigbar ist. Der Zwischenboden
6 weist, wie beispielsweise dargestellt, zwei im wesentlichen ringförmige Oeffnungen
7 auf. Diese umranden jede ein Verschlussstück 73, welches vom Zwischenboden 6 emporragt
und mit Stegen, die die ringförmige Oeffnung 7 überbrücken, mit diesem verbunden ist.
Jedes Verschlussstück 73 erweitert sich nach oben hin in seinem Durchmesser, so dass
es im Axialschnitt die Form eines "T" besitzt. An seiner durchmessergrössten Selle
weist das Verschlussstück etwa den gleichen Durchmesser auf wie der Aussendurchmesser
der ringförmigen Oeffnung 7. Oberhalb des Zwischhenbodens 6 sind zwei Behälter 104
angeordnet, deren Oeffnungen 11 in den Bodenplatten 10 mit den ringförmigen Oeffnungen
7 fluchten und fugenlos und passgenau das durchmessergrösste Ende der Verschlussstücke
73 umschliessen. Oberhalb des Behälters 104 ist zwischen den Behälterdeckwänden 103
und dem Deckel 3 eine Nockenscheibe 19 drehbar eingeklemmt, welche mindestens einen
Nocken 20 aufweist, Vorzugsweise ist die Nockenscheibe 19 aus Edelstahl. In einer
Endstellung der Nockenscheibe 19 wird der Nocken 20 von einer Einbuchtung in der Deckwand
103 mindestens eines der Behälter 104 aufgenommen. Durch Verdrehen der Nockenscheibe
19 aus dieser Endstellung gleitet der Nocken 20 aus dieser Einbuchtung und drückt
den Behälter 104 gegen die Kraft von Rückstellmitteln 18 nach unten in Richtung des
Zwischenbodens 6. Der jeweilige Behälter 104 gleitet nach unten und es entsteht ein
Durchlaufspalt zwischen dem Oeffnungsrand 102 und dem durchmesserkleineren Teil des
Verschlussstücks 73.
[0023] Die Rückstellmittel 18 können, wie beispielsweise dargestellt, elastisch komprimierbare
O-Ringe sein, welche je einer eine ringförmige Oeffnung 7 umranden, sie können aber
auch als Federelemente ausgebildet sein.
[0024] Die manuelle oder automatische Verdrehung der Nockenscheibe 19 erfolgt beispielsweise
wiederum mittels eines an die Nockenscheibe 19 angeformten Stellzapfens 12, der durch
den Musterfärbebecher 1 hindurch nach aussen ragt. Zur Erleichterung der Verdrehbarkeit
der Nockenscheibe 19 ist zwischen ihr und dem Deckel 3 ein O-Ring 171 eingeklemmt,
welcher vorzugsweise aus Teflon® ist. Im übrigen entspricht das Ausführungsbeispiel
weitgehend dem anhand der Fig. 6 beschriebenen.
[0025] In Fig. 7 ist der rechte Behälter in der niedergepressten Stellung mit freigegebener
Oeffnung 11, und der linke Behälter in der Ausgangsstellung mit verschlossener Oeffnung
11 gezeigt. Durch Zurückdrehen der Nockenscheibe 19 geht der rechte Behälter wieder
in seine Ausgangsstellung zurück und seine Oeffnung 11 wird verschlossen. Zu einem
späteren Zeitpunkt kann durch erneutes Verdrehen der Nockenscheibe 19 der linke Behälter
niedergepresst werden, und so dessen Inhalt durch die freigegebene Behälteröffnung
11 und die ringförmige Oeffnung 7 in die untere Kammer 8 eingebracht werden.
[0026] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 erfolgt die axiale Verschiebung des (der) Behälter(s)
104 durch Verdrehen der Nockenscheibe 19. Es könnten aber beispielsweise auch elektrisch
oder pneumatisch betätigbare Verschiebestössel oder ähnliches innerhalb der oberen
Kammer 9 angeordnet sein, welche bei Bedarf von aussen betätigbar sind und den gewünschten
Behälter niederpressen.
[0027] Zur Erleichterung des Ausfliessens der Zusätze aus dem Behälter 10, ist der Boden
jedes Behälters 104 konisch auf die Oeffnung(en) 11 zulaufend ausgebildet.
[0028] Bevorzugtes Material für den Becher 2, den Deckel 3, den Zwischenboden 6 und die
Platte(n) 10 ist Edelstahl.
[0029] Vor dem Einsetzen in die Labor-Färbemaschine werden die erfindungsgemässen Musterfärbebecher
1 vorbereitet. Die ein- oder mehrkammerigen Behälter 104 werden mit der benötigten
Menge eines oder mehrerer verschiedener Zusätze gefüllt. Danach werden die Behälter
104 derart in den Becher 2, welcher bereits die zu färbende Probe und den gelösten
Farbstoff enthält, eingesetzt, dass die Oeffnung(en) im Zwischenboden verschlossen
ist (sind). Die Musterfärbebecher können jetzt in die Labor-Färbemaschine montiert
werden. Zu dem gewünschten Zeitpunkt kann durch Betätigung des Verschlussmechanismus
von aussen der gewünschte Zusatz in die untere Kammer 8 eingebracht werden. Dabei
müssen die Musterfärbebecher 1 nicht mehr aus der Labor-Färbemaschine entnommen werden,
und die Manipulationszeit ist viel kürzer (im wesentlichen nur ein Handgriff. Die
erfindungsgemässe Ausbildung der Musterfärbebecher 1 erlaubt überdies auch eine einfache
Automatisierung der Zugabe von Zusätzen, wodurch die Gleichmässigkeit noch weiter
erhöht wird, und der Vorgang des Herstellens von Färbemustern viel ökonomischer gestaltet
werden kann.
1. Vorrichtung zur Herstellung von Färbemustern, insbesondere Musterfärbebecher, welche
einen im wesentlichen zylindrischen Becher (2) umfasst, der mit einem Deckel (3) dicht
und druckfest verschliessbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Becher (2) durch
einen senkrecht zu seiner Längsachse angeordneten niveaumässig fixierbaren, dichten
Zwischenboden (6) in eine untere (8) und in eine obere Kammer (9) geteilt ist, und
dass der Zwischenboden (6) mindestens eine Oeffnung (7) aufweist, welche durch einen
Verschlussmechanismus verschliessbar ist, der bei geschlossenem Deckel (3) von aussen
betätigbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussmechanismus
durch eine niveaumässig fixierbare Platte (10) mit mindestens einer Oeffnung (11)
gebildet ist, welche Platte 10) zumindest in einem Bereich rund um ihre Oeffnung bzw.
Oeffnungen (11) dicht am Zwischenboden an- bzw. aufliegt, und dass die Platte (10)
und der Zwischenboden (6) gegenseitig verdrehbar sind, wobei ihre Oeffnungen (7, 11)
so angeordnet sind, dass sie in mindestens einer Drehstellung fluchten und den Ausfluss
aus der oberen (9) in die untere Kammer (8) freigeben.
3. Vorrichtung nach Ansruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oeffnung (11) der
Platte (10) von einem, vorzugsweise aus Teflon® gebildeten, O-Ring (15) umrandet ist,
der aus der Platte (10) herausragt und zwischen dieser und dem Zwischenboden (6) eingeklemmt
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussmechanismus
eine Platte (10) mit mindestens einer Oeffnung (11) und ein Kugelverschlussstück
(16) für jede Oeffnung umfasst, welches jedes zwischen dem konkav ausgebildeten Oeffnungsrand
(102) und dem Zwischenboden (6) eingeklemmt ist, dass jede Oeffnung (7) im Zwischenboden
(6) im wesentlichen ringförmig ausgebildet ist und ein Mittelstück (71) umschliesst,
das über schmale Stege, welche die ringförmige Oeffnung (7) überbrücken, mit dem Zwischenboden
(6) verbunden ist, und dessen Oberfläche (72) konkav ausgebildet und gegenüber dem
Niveau des Zwischenbodens (6) etwas tiefer angeordnet ist, und dass die Platte (10)
und der Zwischenboden (6) gegenseitig verdrehbar sind, wobei das Kugelverschlussstück
(16) mitgenommen wird und bei fluchtenden Oeffnungen (7, 11) nach unten auf die konkave
Oberfläche (72) ausweichen kann, so dass der Ausfluss aus der oberen (9) in die untere
Kammer (8) freigegeben ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Kugelverschlussstück
(16) aus Edelstahl gebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussmechanismus
durch mindestens eine Platte (10) mit je mindestens einer Oeffnung (11) gebildet ist,
wobei jede Oeffnung (11) derart angeordnet ist, dass sie mit der zugehörigen, im wesentlichen
ringförmig ausgebildeten Oeffnung (7) des Zwischenbodens (6) fluchtet und von einem
Verschlussstück (73) dicht verschlossen ist, welches über das Niveau des Zwischenbodens
(6) emporragt und über schmale Stege, die die ringförmige Oeffnung (7) überbrücken,
mit dem Zwischenboden (6) verbunden ist, und dass jede Platte (10) axial gegen die
Kraft von Rückstellmitteln (18) in Richtung des Zwischenbodens (6) verschiebbar ist,
so dass das Verschlussstück (73) die jeweilige Plattenöffnung (11) und somit den Ausfluss
von der oberen (9) in die untere Kammer (8) freigibt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellmittel als
elastisch komprimierbarer O-Ring ausgebildet sind, welcher je eine ringförmige Oeffnung
(7) im Zwischenboden (6) umrandet.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückstellmittel (18)
als Federelemente ausgebildet sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2-8, dadurch gekennzeichnet, dass die Platte(n)
(10) und/oder der Zwischboden (6) je durch einen von oben in den Becher (2) schiebbaren
Einsatz gebildet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest einer dieser
Einsätze als Behälter (61, 104) ausgebildet ist, wobei die Platte(n) (10) bzw. der
Zwischenboden (6) jeweils durch den Boden des betreffenden Behälters (61, 104) gebildet
ist/sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der den äusseren Einsatz
bildende Behälter (61) an seinem oberen Ende mit einem Dichtungsrand (64) für den
Becherdeckel (3) ausgerüstet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Becherdeckel (3)
mit dem Behälter (61) über einen Schraub-(62, 32) oder einen Bajonettverschluss (63,
33) verbindbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der
(die) innerhalb des äusseren Einsatzes angeordnete(n) Behälter (104) oben mit einer
Deckwand (103) geschlossen ist/sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 6 und Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
dem (den) Behälter(n) (104) und dem Becherdeckel (3) eine Nockenscheibe (19) drehbar
eingeklemmt ist, deren mindestens ein Nocken (20) in einer Endstellung von einer Einbuchtung
in der Deckwand (103) wenigestens eines Behälters (104) aufgenommen wird und diese(n)
bei Verdrehen der Nockenscheibe nach unten in Richtung des Zwischenbodens (6) drückt.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass an der Nockenscheibe
(19) ein Stellzapfen (12) angeformt ist, welcher durch den Musterfärbebecher (1) nach
aussen ragt.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9-13, dadurch gekennzeichnet, dass an einen
der Einsätze ein Stellzapfen (12) angeformt ist, welcher durch den Musterfärbebecher
(1) nach aussen ragt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellzapfen (12)
an die Deckwand (103) des inneren Behälters (104) angeformt ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der
Stellzapfen (12) durch einen im Becherdeckel (3) ausgesparten kreisbogenförmigen Führungsschlitz
(13) mit Feststellrasten (14) ragt.
19. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellzapfen
(12) durch eine zentrische Bohrung (51) im Becherdeckel (3) geführt ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 18 oder 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Stellzapfen
(12) entlang seines Umfangs eine Längsverzahnung (121) aufweist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 10 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden jedes
inneren Behälters (104) konisch auf die Oeffnung(en) (11) zulaufend ausgebildet ist.
22. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Volumina der unteren (8) und der oberen Kammer (9) im Verhältnis von etwa 1:1
bis etwa 5:1, vorzugsweise etwa 3:1, stehen.