[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Zusammensetzungen für Wasch- und Reinigungsanwendungen,
die biologisch abbaubare und ökologisch verträgliche Buildersubstanzen enthalten,
auf die Verwendung dieser Buildersubstanzen sowie auf ein Verfahren zum Waschen und/oder
Reinigen.
[0002] Builder (Gerüststoffe, sogenannte Waschmittelverstärker) besitzen für den Ablauf
des Wasch- und Reinigungsvorganges eine zentrale Bedeutung. Die Funktion der Builder
besteht vorwiegend darin, die teils aus dem Wasser, teils aus Schmutz oder z.B. Textilien
stammenden Calcium- und Magnesiumionen durch Komplexbildung oder Ionenaustausch aus
dem Wasch- bzw. Reinigungsvorgang zu eliminieren und die Tensidwirkung zu unterstützen.
Moderne Builder müssen daher eine Reihe von Eignungskriterien erfüllen.
[0003] Außer der schon erwähnten Komplexierungs- oder Ionenaustauschfunktion für Erdalkaliionen
sollten Builder eine gewisse Primärwasch- bzw. Reinigungswirkung aufweisen. Hierunter
versteht man z.B. eine gute spezifische Wasch- und Reinigungswirkung gegenüber Pigmenten
und Fetten oder z.B. eine gute Waschwirkung gegenüber bestimmten Textilfasern, die
Verbesserung der Tensideigenschaften und eine günstige Beeinflussung des Schaumverhaltens.
Insbesondere sollten sie zusätzlich zu den genannten Funktionen in hohem Maße zu Dispergierung
von Schmutz in Wasch- und Reinigungsflotten beitragen. Hierdurch werden z.B. Vergrauungen
und Vergilbungen der zu waschenden Textilien zurückgedrängt, was für einen guten Wascherfolg
sehr wichtig ist.
[0004] Als Sekundäreigenschaften sollten Builder ein gutes Schmutztragevermögen zeigen und
z.B. die Inkrustation auf Textilien verhindern. Darüber hinaus sollten sie auch entsprechende
Ablagerungen in Waschmaschinen unterbinden und günstiges, d.h. kein Korrisonsverhalten
zeigen.
[0005] Die Buildersubstanzen sollten weiterhin chemisch beständig, technisch gut zu verarbeiten,
nicht hygroskopisch, lagerstabil und mit den anderen Wasch- und Reinigungsmittelinhaltsstoffen
verträglich sein. Auch sollten sie einwandfreie Farb- und Geruchsqualitäten aufweisen
und auf einer gesicherten Rohstoffbasis beruhen.
[0006] Neben humantoxikologischer Unbedenklichkeit sollten sich die Buildersubstanzen ferner
gegenüber der Umwelt unschädlich verhalten, biologisch abbaubar sein und nicht zuletzt
auch wirtschaftliche Anforderungen erfüllen.
[0007] Im Stand der Technik bekannte Buildersubstanzen sind z.B. bestimmte Waschalkalien
(wie Soda, Natriumsilikat oder Natriummonophosphat), Komplexbildner (wie z.B. Natriumdiphosphat,
Natriumtriphosphat, Phosphonsäurederivate, Nitrilotriessigsäure (NTA), Ethylendiamintetraessigsäure
(EDTA), Citronensäure, O-(Carboxymethyl)-äpfelsäure) oder Ionenaustauscher (z.B. Zeolithe).
[0008] Waschalkalien wie Soda oder Monophosphat gelten heute als technisch überholt, da
sie mit den Calcium- und Magnesiumsalzen (sogenannte Härtebildner) von Gebrauchswasser
Fällungen ergeben, die sich auf Wäsche und Geräten als unerwünschte und störende Ablagerungen
festsetzen. Die zur Zeit verwendeten Buildersubstanzen fällen demgegenüber die Härtebildner
des Wassers nicht mehr aus, sondern eliminieren sie durch Komplexbildung oder Ionenaustausch.
Die als Komplexbildner verwendeten Phosphate tragen jedoch zur Eutrophierung stehender
oder langsam fließender Gewässer bei. Die ökologische Begleiterscheinung der Phosphate
ist unerwünscht und führte weltweit zu einer intensiven Suche nach geeigneten Ersatzstoffen.
Aber auch bekannte Ersatzstoffe weisen noch eine Reihe von Nachteilen auf, da sie
einerseits wie NTA oder EDTA z.B. schlecht biologisch abbaubar sind oder andererseits
wie Citronensäure oder O-(Carboxymethyl)-äpfelsäure vergleichsweise geringes Dispergiervermögen
und nur mäßiges Primärwaschvermögen aufweisen. Ionenaustauscher wie Zeolithe wiederum
zeigen sehr ausgeprägtes Ionenaustauschvermögen, welches im Hinblick auf Schwermetallionen
jedoch unter ökologischen Gesichtspunkten bedenklich sein kann. Darüber hinaus ist
es zur Unterstützung des in heterogener Phase stattfindenden Ionenaustausches nötig,
die Zeolithe in Kombination mit wasserlöslichen Komplexbildnern (z.B. den oben angegebenen,
aber bedenklichen Komplexbildnern wie NTA oder EDTA) oder Carboxylsäurepolymeren zu
verwenden (Ausnutzung des sogenannten Carrier-Effektes). Nachteilig ist auch, daß
Zeolithkristalle als Kondensationsboden für schwerlösliche Verbindungen in der Wasch-
bzw. Reinigungsflotte wirken können und daß sie kaum Dispergierverhalten zeigen.
[0009] Aus der EP-A-O 107 159 sind Haarbehandlungsmittel bekannt, welche Lactionsäure als
haarkosmetische Wirkstoffe enthalten.
[0010] Es bestand daher die Aufgabe, solche Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen
zur Verfügung zu stellen, die die Nachteile des Standes der Technik im Hinblick auf
die in den Zusammensetzungen enthaltenen Buildersubstanzen vermeiden bzw. wenigstens
vermindern. Eine weitere Aufgabe bestand darin, in Zusammensetzungen für Wasch- und
Reinigungszwecke bzw. in Wasch- und Reinigungsverfahren verwendbare Buildersubstanzen
anzugeben, die sich außer durch ausreichend gutes Calciumbindevermögen, ökologische
Verträglichkeit und biologische Abbaubarkeit vor allem durch ein sehr gutes Dispergierverhalten
auszeichnen, welches zur Erzielung einer guten Wasch- und Reinigungswirkung erforderlich
ist.
[0011] Als Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen
vor, die Tenside und ggf. weitere in Wasch- und Reinigungsmitteln übliche Bestandteile,
sowie als Buildersubstanzen Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalze in Gegenwart
einer Borsauerstoffverbindung enthalten.
[0012] Lactobionsäure (4-(beta-D-Galactosido)-D-gluconsäure) ist als solche zwar bereits
bekannt und kann beispielsweise durch Oxidation von Lactose erhalten werden. Bisher
fand die Lactobionsäure in Form des Calciumsalzes in den sogenannten Calciumpräparaten
zur Vorbeugung und Therapie von Calciummangelzuständen pharmzeutische Verwendung.
Der Einsatz als Builder in Wasch- und Reinigungsmitteln ist dagegen bisher nicht beschrieben.
[0013] Prinzipiell können sowohl die freie Lactobionsäure selbst als auch deren Salze mit
umweltverträglichen, nicht härtebildenden Metallkationen bzw. Gemische dieser Substanzen
in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen als Buildersubstanz eingesetzt werden.
Bevorzugt werden hierbei Alkalimetall-Lactobionate, insbesondere Natrium- und Kaliumlactobionat,
eingesetzt.
[0014] Die Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalze können in an sich für Buildersubstanzen
üblichen Mengen in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen enthalten sein. Im allgemeinen
können die Lactobionsäure und deren Salze dann in einer auf die Gesamtzusammensetzung
bezogenen Menge bis 40 Gew.-% in den Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen
vorliegen. Vorzugsweise beträgt die Menge der erfindungsgemäß in den Zusammensetzungen
enthaltenen Buildersubstanzen aber bis 35 Gew.-%.
[0015] Zusätzlich zur Lactobionsäure und/oder deren Salze, die als Buildersubstanzen in
den erfindungsgemäßen Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen eingesetzt sind,
enthalten diese Zusammensetzungen eine weitere Komponente, die aus einer oder mehreren
Borsauerstoffverbindungen besteht. Durch die Gegenwart der Borsauerstoffverbindung
wird die Builderwirkung der Lactobionsäure oder deren Salze in unerwarteter und überraschender
Weise verstärkt. Die Borsauerstoffverbindungen liegen im allgemeinen in einer solchen
Menge in den Zusammensetzungen vor, daß für 1 Mol Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalz
wenigstens 1 Mol Bor enthalten ist. Geeignet sind hierfür an sich beliebige Borsauerstoffverbindungen,
z.B. übliche im Stand der Technik bekannte Borate wie Natriumborat, Natriummetaborat,
Borax, Pentaborat usw. oder Gemische davon. Borsauerstoffverbindungen der vorgenannten
Art sind insbesondere in solchen Zusammensetzungen enthalten, die kein Bleichmittel
oder kein Perboratbleichmittel enthalten.
[0016] Als Borsauerstoffverbindungen können weiterhin auch Peroxidgruppen enthaltende Borsauerstoffverbindungen
(d.h. Bor-haltige Persauerstoffbleichmittel) eingesetzt werden, z.B. solche an sich
im Stand der Technik bekannte Perborate, die üblicherweise als Bleichmittel in Wasch-und
Reinigungsmittelzusammensetzungen enthalten sind. Die Perborate werden hierbei in
für Bleichmittel an sich üblichen Mengen in den Wasch- und Reinigungszusammensetzungen
eingesetzt und es bedarf daher in diesem Falle keines weiteren Zusatzes von Borsauerstoffverbindungen
der oben beschriebenen Art (d.h. Borate usw.).
[0017] Zwar können gemäß der Erfindung Lactobionsäure und deren Salze an sich für beliebige
Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen als Builder eingesetzt werden, z.B. auch
in flüssigen Wasch- und Reinigungsmitteln (bspw. Flüssigwaschmittel), doch zeigen
sich die mit diesen Buildersubstanzen erzielbaren Vorteile insbesondere in pulverförmigen
Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen, z.B. in sogenannten pulverförmigen Universalwaschmitteln,
oder in Hand- und Maschinengeschirrspülmitteln.
[0018] Darüber hinaus kann es auch zweckmäßig sein, die erfindungsgemäßen Buildersubstanzen
Lactobionsäure und/oder deren Salze als Cobuilder in Kombination mit weiteren, bisher
im Stand der Technik üblichen organischen und/oder anorganischen Buildern in den Wasch-
und Reinigungsmittelzusammensetzungen einzusetzen. Dieses ist insbesondere für solche
Anwendungen vorteilhaft, die nur einen begrenzten Ersatz der üblichen Buildersubstanzen
erlauben oder wünschenswert erscheinen lassen. Typische Beispiele für übliche im Stand
der Technik bekannte Builder, die mit den erfindungsgemäß eingesetzten Buildern als
Cobuilder in den Zusammensetzungen enthalten sein können sind Natriumaluminosilikate
(z.B. Zeolithe), Natriumcitrat oder Salze von Aminopolycarbonsäuren wie Nitrilotriessigsäure
und Ethylendiamintetraessigsäure. Aber auch andere bekannte Buildersubstanzen können
in Kombination mit Lactobionsäure und/oder deren Salze in Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen
enthalten sein. In den vorgenannten Zusammensetzungen liegen Lactobionsäure und/oder
deren Salze als Cobuilder in Mengen bis zu 25 Gew.-% vor, bezogen auf die Gesamtzusammensetzung.
[0019] Die Zusammensetzungen der Erfindung können außer den weiter oben bereits erwähnten
Perboraten an sich beliebige, im Stand der Technik übliche Bleichmittel oder Bleichmittelgemische
enthalten, z.B. Chlorbleichmittel oder Persauerstoffbleichmittel. In bevorzugten erfindungsgemäßen
Zusammensetzungen ist das Bleichmittel jedoch ein Persauerstoffbleichmittel, wie z.B.
Persulfat, Percarbonat oder Perborate. In besonders günstiger Weise entfalten sich
die vorteilhaften Wirkungen der in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen enthaltenen
Buildersubstanzen, wenn die Zusammensetzungen als Bleichmittel ein Perborat enthalten.
Bevorzugt sind dann insbesondere Perborate wie Natriumperborat-Tetrahydrat oder Natriumperborat-Monohydrat.
[0020] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können in an sich bekannter Weise formuliert
werden. Neben den bereits oben beschriebenen, in den Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen
erfindungsgemäß enthaltenen Buildersubstanzen und der Borsauerstoffverbindung oder
dem ggf. anwesenden Bleichmittel können in den erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
an sich alle gebräuchlichen Materialien, die üblicherweise zur Formulierung von Wasch-
und Reinigungsmittelzusammensetzungen Verwendung finden, in an sich üblichen Mengen
eingesetzt werden. Insbesondere enthalten die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen
außer den genannten Komponenten als wesentlichen Bestandteil Tenside, sowie ggf. weitere
übliche Hilfstoffe.
[0021] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen können als Tenside beliebige grenzflächenaktive
organische Verbindungen, wie anionische, kationische, ampholytische oder nicht-ionische
Tenside oder Mischungen davon enthalten.
[0022] Anionische Tenside sind z.B. synthetische oberflächenaktive Verbindungen mit einer
oder mehreren funktionellen Gruppen, die in wäßriger Lösung unter Bildung negativ
geladener Ionen ionisieren. Geeignete anionische Tenside sind beispielsweise Alkalimetall-,
Ammonium- oder Alkanolaminsalze von Alkylbenzolsulfonaten mit 10 bis 18 C-Atomen in
der Alkylgruppe; Alkyl- und Alkylethersulfate mit 10 bis 24 C-Atomen in der Alkylgruppe
und mit 1 bis 5 Ethylenoxidgruppen; C₁₀- bis C₁₂-α-Olefinsulfonate, α-Sulfo-Fettsäureester.
[0023] Kationische Tenside sind Tenside mit einer oder mehreren funktionellen Gruppen, die
in wäßriger Lösung unter Bildung positiv geladener organischer Ionen ionisieren. Beispiele
kationischer Tenside sind aliphatische oder aromatische höher-Alkyl-di-niedrig-alkyl-ammoniumhalogenide,
z.B. Dialkyl-dimethylammoniumchloride wie Distearyl-dimethylammoniumchlorid; Alkyl-dimethylbenzyl-ammoniumchloride;
Imidazolinium-salze.
[0024] Zu den ampholytischen (zwitterionischen) Tensiden gehören Derivate von geradkettigen
oder verzweigten aliphatischen Verbindungen mit gewöhnlich 8 bis 24 C-Atomen, die
aliphatische quartäre Ammonium-, Phosphonium- oder Sulfonium-Gruppen und wenigstens
eine anionische wasserlösliche Gruppe sowie gegebenenfalls noch andere Substituenten
enthalten. Beispiele sind C₁₂- bis C₁₈-Alkylbetaine der Formel R-N⁺ (CH₃)₂CH₂-COO⁻
und C₁₂-bis C₁₈-Alkyl-sulfobetaine der Formel R-N⁺ (CH₃)₂-SO₃⁻.
[0025] Nicht-ionische Tenside sind gewöhnlich Cokondensate von Ethylenoxid oder Propylenoxid
mit Kohlenwasserstoffen, die reaktive Gruppen wie Hydroxyl-, Carboxyl- oder Amino-Gruppen
tragen. Beispiele sind Alkylphenol-polyglykolether mit C₈-C₁₂-Alkylresten und 5 bis
10 Ethylenglykoleinheiten; Alkylpolyglykolether wie Fettalkohol-polyethylenglykolether
und Oxoalkohol-polyethylenglykolether; Fettsäure-alkanolamide, z.B. vom Typ der Fettsäure-ethanolamide.
[0026] Weitere nicht-ionische Tenside sind die semi-polaren nicht-ionischen Tenside, z.B.
wasserlösliche Aminoxide mit Alkyl- oder Hydroxyalkyleinheiten mit 8 bis 28 C-Atomen,
wobei zwei dieser Alkyl- oder Hydroxyalkyleinheiten gegebenenfalls zu einer Ringstruktur
mit 1 bis 3 C-Atomen verknüpft sein können.
[0027] Die Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können
weitere übliche Hilfsstoffe für die Formulierung von Wasch- und Reinigungsmitteln
enthalten. Zu solchen Hilfsstoffen gehören Verstärker, Waschmittelenzyme, Enzymstabilisatoren,
Schmutzträger und/oder Kompatibilisierungsmittel, Komplex- und Chelatbildner, Seifenschaumregulatoren
und Zusatzstoffe wie optische Aufheller, Opazifizierungsmittel, Korrosionsinhibitoren,
Antielektrostatika, Farbstoffe, Bakterizide, Bleichaktivatoren, Persäurebleichmittelvorstufen.
[0028] So enthalten erfindungsgemäße Waschmittelzusammensetzungen in typischer beispielhafter
Zusammensetzung
a) wenigstens 5 Gew.-% eines Tensids oder Tensidgemisches,
b) bis 40 Gew.-% Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalz als Builder, ggf. einschließlich
des Anteils der in der Zusammensetzung enthaltenen weiteren Buildersubstanzen,
c) bis 40 Gew.-% eines Natriumperborates und
d) weitere Bestandteile wie Hilfsstoffe etc. ad 100 Gew.-%.
[0029] Die Erfindung betrifft in einer weiteren Variante auch solche Zusammensetzungen für
Wasch- und Reinigungszwecke oder für Bleichzwecke in Wasch- und Reinigungsverfahren,
die Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalze als Buildersubstanzen in Gegenwart
einer Borsauerstoffverbindung enthalten, aber an sich noch keine vollständigen Wasch-
und Reinigungsmittelzusammensetzungen im vorstehend beschriebenen Sinne sind, da sie
nur einen Teil der üblicherweise in einer vollständigen, für die Anwendung geeigneten
Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzung enthaltenen Bestandteile enthalten. Solche
erfindungsgemäßen Teilzusammensetzungen können einerseits zur industriellen Herstellung
vollständiger Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen dienen. Andererseits sind
die Teilzusammensetzungen als Komponenten für sogenannte Wasch- und Reinigungsmittel-Baukastensysteme
gut geeignet. In solchen Baukastensystemen sind die Bestandteile nicht wie in herkömmlichen
(vollständigen) Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen bereits miteinander vermischt,
sondern liegen als getrennte Systemkomponenten, z.B. als Tensid-, Bleichmittel- und
Builderkomponente, vor. Die einzelnen Komponenten werden erst vom Anwender je nach
den individuellen Erfordernissen (wie Art des zu waschenden oder zu reinigenden Materials;
Art des Wasch- oder Reinigungsverfahrens, z.B. Koch- oder Feinwäsche etc.; Wasserhärte
etc.) in ihrer Menge aufeinander abgestimmt. Die Komponenten können dabei sowohl vor
ihrem Einsatz miteinander vermischt als auch getrennt dem Waschwasser zudosiert werden.
[0030] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Teilzusammensetzungen
kann die darin enthaltende Borsauerstoffverbindung ein Persauerstoffbleichmittel sein,
in Analogie wie dieses weiter oben im Zusammenhang mit den Wasch- und Reinigungszusammensetzungen
beschrieben ist. Bevorzugte Persauerstoffbleichmittel sind Perborate. Solche Teilzusammensetzungen,
beispielsweise in Form von Pulvern oder Granulaten, die Lactobionsäure und/ oder Lactobionsäuresalze
in Gegenwart von Perborat enthalten, eignen sich z.B. für die Verwendung als sogenannte
Trockenbleiche in Wasch- und Reinigungsverfahren.
[0031] Die Erfindung betrifft weiterhin die Verwendung von Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalzen
als Buildersubstanzen in Zusammensetzungen für Wasch- und Reinigungszwecke. Hierbei
können sowohl die freie Lactobionsäure selbst als auch deren Salze mit umweltverträglichen,
nicht härtebildenden Metallkationen bzw. Gemische dieser Substanzen als Buildersubstanzen
in der oben beschriebenen Weise für erfindungsgemäße Zusammensetzungen verwendet werden.
Bevorzugt verwendet man aber insbesondere das Natrium- oder Kaliumsalz der Lactobionsäure.
[0032] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Waschen und Reinigen, welches sich
dadurch auszeichnet, daß Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalze als Buildersubstanzen
in Gegenwart von Borsauerstoffverbindungen eingesetzt werden.
[0033] Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen, die erfindungsgemäße Verwendung sowie das
erfindungsgemäße Verfahren bieten eine überraschende und problemlose Lösung für den
vielfach vorhandenen Wunsch nach geeigneten umweltverträglichen und biologisch abbaubaren
Buildersubstanzen, die außer gutem Calciumbindevermögen insbesondere sehr gutes Dispergierverhalten
zeigen. Neben der Eliminierung von störenden Kationen wie Calcium und Magnesium und
neben einer guten Primärwaschwirkung führt das sehr gute Dispergiervermögen der Lactobionsäure
und deren Salze in Gegenwart einer Borsauerstoffverbindung zur Zurückdrängung von
Vergrauungen und Vergilbungen. Diese Eigenschaft ist für Wasch- und Reinigungsprozesse
von höchster Bedeutung und wird von Lactobionsäure und deren Salze in hervorragender
Weise erfüllt. Darüber hinaus werden auch Inkrustationen z.B. auf Textilien oder in
Waschmaschinen in unerwartet günstigem Ausmaß unterbunden. Weiterhin zeigen Lactobionsäure
und deren Salze auch den sogenannten Threshold-Effekt, d.h. sie sind befähigt, die
Ausfällung unlöslicher Salze auch bei Anwendung unterstöchiometrischer Mengen an Builder
zu verzögern, zu vermindern oder zumindest zu bewirken, daß die unlöslichen Salze
vorwiegend in amorpher Form anfallen und die Bildung von scharfkantigen, faserschädigenden
Kristallen (z.B. Calcit-Kristalle) weitgehend zurückgedrängt wird. Die Verbindungen
sind chemisch beständig, nicht hygroskopisch, lagerstabil und technisch gut zu verarbeiten.
Weiterhin sind sie mit üblichen Wasch- und Reinigungsmittelinhaltsstoffen gut verträglich.
Die Verbindungen können auf Grundlage einer gesicherten Rohstoffbasis leicht aus Lactose
durch Oxidation gewonnen werden und sind auch in wirtschaftlicher Hinsicht vorteilhaft.
Die biologische Herkunft und vollständige biologische Abbaubarkeit der Substanzen
garantiert humantoxikologische Unbedenklichkeit und günstiges Umweltverhalten.
[0034] Die nachfolgenden Beispiele sollen die Erfindung weiter erläutern, ohne sie jedoch
in ihrem Umfang zu begrenzen.
Beispiel 1: Sequestriervermögen
[0035] Das Kalkbindevermögen von Lactobionsäure in Gegenwart von Borsauerstoffverbindungen
(2,13 g Borax und/oder 2 g Natriumperborat in 100 ml Lösung) wurde bei pH 10 ermittelt,
indem man 100 ml einer wässrigen Lösung aus 1 Gew.-% Lactobionsäure, 0,4 Gew.-% Natriumcarbonat
und gegebenenfalls 0,1 Gew.-% TAED als Bleichaktivator mit einer wässrigen 0,1 N Calciumchloridlösung
bis zum Auftreten einer bleibenden Trübung titrierte. Unter diesen Versuchsbedingungen
liegt die Lactobionsäure als Natriumsalz in der Testlösung vor. Als Meßzahl für das
Kalkbindevermögen wird die Grammzahl der Calciumionen angegeben, die pro 100 g Lactobionsäure
als Buildersubstanz unter den vorgenannten Bedingungen in Lösung gehalten werden kann.
[0036] Die in der nachfolgenden Tabelle angegebenen Versuche wurden bei Raumtemperatur durchgeführt.
| Versuch-Nr. |
Buildersystem |
Kalkbindevermögen (g Ca/100 g Lactobionsäure) |
| 1 |
Lactobionsäure + Borax |
8,16 |
| 2 |
Lactobionsäure + Borax |
8,8 |
| 3 |
Lactobionsäure + Borax |
8,4 |
| 4 |
Lactobionsäure + Borax |
8,44 |
| 5 |
Lactobionsäure + Borax |
7,45 |
| 6 |
Lactobionsäure + Natriumperborat* + TAED |
6,65 |
| 7 |
Lactobionsäure + Natriumperborat* + TAED + Borax |
6,29 |
| 8 |
Lactobionsäure + Natriumperborat* + TAED + Borax |
7,13 |
| * in Form des Tetrahydrates |
Die Versuche zeigen, daß Buildersysteme mit Lactobionsäure deutliches Calciumbindevermögen,
d.h. deutliches Sequestriervermögen, aufweisen.
Beispiel 2: Dispergiervermögen
[0037] Das Dispergiervermögen von Lactobionsäure in Gegenwart von Borax als Borsauerstoffverbindung
(0,21 g in 100 ml Lösung) wurde im Vergleich zu anderen Buildersubstanzen untersucht.
Zur Bestimmung des Dispergiervermögens wurden hierzu wässrige Dispersionen aus 0,1
Gew.-% der zu prüfenden Buildersubstanz und 4 Gew.-% Pudergraphit als Dispersa hergestellt,
indem man die Substanzen in einen 100-ml-Schüttelmeßzylinder einwog, mit Wasser auf
100 ml auffüllte und eine Minute intensiv schüttelte. Als Maß für das Dispergiervermögen
wurde nach 24 stündigem Stehen insbesondere das Sedimentationsvolumen der Graphitpartikel
ermittelt und für ergänzende Untersuchungen zusätzlich eine Probe aus der Dispersion
in Höhe der 70 ml-Meßmarke des Schüttelmeßzylinders entnommen und einer photometrischen
Untersuchung zugeleitet. Gemessen wurde hierbei die Transmission der Proben im Vergleich
zu entsprechenden Blindproben ohne Graphit (Transmission 100 %), wobei kleinere Transmissionswerte
besseres Dispergiervermögen andeuten.
a) Untersuchungen an Proben ohne gesonderte pH-Werteinstellung (Eigen-pH-Wert der
Buildersubstanzen):
[0039]
| Versuch-Nr. |
Buildersubstanz |
Transmission in % bei Wellenlänge |
Sedimentationsvolumen des Graphits in ml |
| |
|
480 nm |
700 nm |
|
| 9 |
Lactobionsäure + Borax |
73,0 |
82,6 |
16,5 |
| 10 |
Citronensäure |
93,3 |
93,8 |
20 |
| 11 |
NTA |
90 |
91,2 |
20 |
| 12 |
STPP |
89,3 |
91,7 |
22,0 |
b) Untersuchung von Builderproben, die auf einen pH-Wert 10 (mit 5 N Natriumhydroxid)
eingestellt waren:
[0040]
| Versuch-Nr. |
Buildersubstanz |
Transmission in % bei Wellenlänge |
Sedimentationsvolumen des Graphits in ml |
| |
|
480 nm |
700 nm |
|
| 13 |
Lactobionsäure + Borax |
78,6 |
84,3 |
18,5 |
| 14 |
Citronensäure |
88,0 |
92,0 |
21,0 |
| 15 |
NTA |
87,3 |
92,6 |
21,5 |
| 16 |
STPP |
90,8 |
94,2 |
19,5 |
Die Versuche zeigen, daß bei erfindungsgemäßem Einsatz von Lactobionsäure als Buildersubstanz
(Versuche Nr. 9 und 13) deutlich geringere Sedimentationsvolumina und kleinere Transmissionswerte
als bei den Vergleichsversuchen 10 bis 12 und 14 bis 16 auftreten. Lactobionsäure
als Buildersubstanz weist damit deutlich besseres Dispergiervermögen als Buildersubstanzen
des Standes der Technik auf.
Beispiel 3: Perboratstabilität
[0041]
a) Zur Prüfung des Einflusses des Builders auf die Perboratstabilität wurden 250 ml
einer auf pH = 10 (mit 5 N NaOH) eingestellten wässrigen Lösung, die 5 g Buildersubstanz,
5 g Natriumperborat-Tetrahydrat, 0,02 g Eisen(III)chlorid und ggf. 10,25 g Borax enthielt,
im Wasserbad auf 90 °C erhitzt. Zur Bestimmung des Aktivsauerstoffgehaltes wurden
jeweils nach 30, 90 und 150 Minuten Proben von 50 ml für eine jodometrische Titration
entnommen. Hierzu wurde die Probe von 50 ml Lösung mit 10 ml 4 N Salzsäure und 3 g
Kaliumjodid versetzt und 10 Minuten im Dunkeln stehen gelassen. Anschließend wurde
mit 1 molarer Natriumthiosulfatlösung gegen Stärke als Indikator titriert. Der Aktivsauerstoffgehalt
der Proben in % bezieht sich auf jeweils gleichbehandelte Blindproben (100%) ohne
Buildersubstanz, die ansonsten aber die gleiche Zusammensetzung wie die entsprechende
Probe aufwiesen.
| Nr. |
Buildersystem |
Aktivsauerstoffgehalt in % nach |
| |
|
30 min |
90 min |
150 min |
| 17 |
Lactobionsäure + Borax |
10,6 |
8,3 |
7,3 |
| 18 |
STPP |
10,3 |
8,6 |
8,2 |
b) Die Versuche wurden analog zu a) mit wässrigen Lösungen wiederholt, die außer den
oben unter a) angegebenen Bestandteilen noch 0,25 g TAED als Bleichmittelaktivator
in 250 ml Lösung enthielten.
[0042]
| Nr. |
Buildersystem |
Aktivsauerstoffgehalt in % nach |
| |
|
30 min |
90 min |
150 min |
| 19 |
Lactobionsäure + Borax |
6,3 |
6,0 |
0 |
| 20 |
STPP |
3,6 |
3,0 |
1,4 |
Wie der Vergleich mit dem bekannten Builder STPP (Vergleichsversuche Nr. 18 und 20)
zeigt, wird durch den erfindungsgemäßen Einsatz von Lactobionsäure als Buildersubstanz
(Versuche 17 und 19 dieses Beispiels) die Perboratstabilität nicht negativ beeinflußt.
Lactobionsäure verhält sich hinsichtlich der Perboratstabilität gleichermaßen gut
wie Builder im Stand der Technik.
Außer durch die voranstehenden Laborversuche der Beispiele 1 bis 3 werden die hervorragenden
Eigenschaften der Lactobionsäure bezüglich ihres Einsatzes als Buildersubstanz in
Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen insbesondere durch die Waschversuche
der nachfolgenden Beispiele 4 bis 6 sehr deutlich.
Beispiel 4: Waschleistung
[0043] Die Waschleistung wurde durch Waschversuche an Testgeweben in zwei Standardwaschmaschinen
(Typ: Miele W 180) bestimmt. Hierzu wurden 2 kg Testgewebe mit 155 g Waschmittel im
Kurzprogramm (Waschdauer 1 h) gewaschen. Als Waschmittel wurde eine standardisierte
Vollwaschmittelformulierung eingesetzt, die 30 Gew.-% des zu testenden Buildersystems
enthielt. Zusammensetzung der standardisierten Vollwaschmittelformulierung:
30,0 Gew.-% Buildersystem (siehe Tabelle)
11,9 Gew.-% Dodecylbenzolsulfonat
4,0 Gew.-% Talgfettalkoholethoxylat mit 11 Mol Ethylenoxid
4,0 Gew.-% Talgseife
4,0 Gew.-% Natriumsilikat
32,9 Gew.-% Natriumperborat-Tetrahydrat
11,9 Gew.-% Natriumsulfat
1,3 Gew.-% Tylose.
Die Versuche wurden bei pH 10 und 18 °dH bei 30 und 60 °C ausgeführt. Das Flottenverhältnis
lag bei 1:12. Die Waschleistung wurde durch Messung der Aufhellung von angeschmutzten
Testgeweben (Baumwollgewebe und Baumwollmischgewebe) als Remissionsdifferenz (Remission
des trockenen Testgewebes nach dem Waschversuch abzüglich der Remission Testgewebes
vor dem Waschversuch) bei 530 nm ermittelt. Die größere Remissionsdifferenz gibt hierbei
die bessere Waschleistung an. Als Buildersysteme in den Vollwaschmittelformulierungen
wurden Lactobionsäure allein, Lactobionsäure mit Zeolith (im Verhältnis 1:1) und als
Vergleich STPP eingesetzt.

Die erfindungsgemäßen Versuche dieses Beispiels (Nr. 21, 22, 24, 25, 27, 28, 30, 31,
33 und 34) zeigen, daß Buildersysteme mit Lactobionsäure je nach Gewebeart vergleichbare,
z.T. sogar bessere Waschleistungen verglichen mit guten Buildern gemäß Stand der Technik
(Vergleichsversuche Nr. 23, 26, 29, 32 und 35) aufweisen.
Beispiel 5: Vergrauung
[0044] Zur Verdeutlichung, inwieweit der Einsatz von Lactobionsäure als Buildersubstanz
die Vergrauung von Textilien verhindert, wurden Waschversuche an gebleichten Testgeweben
ohne künstliche Anschmutzung und ohne optische Aufheller durchgeführt. Hierzu ließ
man die Testgewebe insgesamt 25 Waschzyklen analog zu den im Beispiel 4 angegebenen
Waschbedingungen bei 60 °C im Normalprogramm (Einlaugenverfahren, 2 h) durchlaufen.
Danach wurde die Vergrauung der Testgewebe (Baumwollgewebe, Frottee) durch Messung
der Remission bei 530 nm ermittelt. Als Builder in der standardisierten Vollwaschmittelformulierung
(siehe Beispiel 4) wurden Lactobionsäure und als Vergleich STPP eingesetzt. Die Remission
ist indirekt proportional zur Vergrauung.

Die erfindungsgemäßen Versuche dieses Beispiels (Nr. 36 und 38) zeigen, daß bei Einsatz
von Lactobionsäure als Buildersubstanz in Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen
die Vergrauung von Textilien ebenso hervorragend verhindert wird die durch bekanntermaßen
gute Builder des Standes der Technik (Vergleichsversuche Nr. 37 und 39).
Beispiel 6: Inkrustierung
[0045] Zur Bestimmung der anorganischen Inkrustierung wurden Waschversuche an Testgeweben
durchgeführt. Hierzu ließ man die Testgewebe insgesamt 25 Waschzyklen analog zu den
im Beispiel 4 angegebenen Waschbedingungen durchlaufen. Nach Beendigung der Waschzyklen
wurden die Testgewebe nach an sich bekannten Standardbedingungen verascht und als
Maß für die anorganische Inkrustierung der verbliebene Aschegehalt in Gew.-% (bezogen
auf eingesetztes Testgewebe) ermittelt. Als Builder in der standardisierten Vollwaschmittelformulierung
(siehe Beispiel 4) wurden Lactobionsäure und als Vergleich STPP eingesetzt. Je kleiner
der verbliebene Aschegehalt ist, desto geringer ist die Inkrustierung.

Die erfindungsgemäßen Versuche dieses Beispiels (Nr. 40 und 42) zeigen, daß bei Einsatz
von Lactobionsäure in Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen die Inkrustierung
von Textilien je nach Gewebeart etwas (Baumwolle) oder sogar viel besser (Frottee)
als durch bekanntermaßen gute Builder des Standes der Technik (Vergleichsversuche
41 und 43) verhindert wird.
Abkürzungen
[0046]
- WFK
- = Wäschereiforschung Krefeld
- PE/BW (20 C)
- = Polyester/Baumwolle (Typ 20 C)
- BW (10 C)
- = Baumwolle (Typ 10 C)
- EMPA
- = Eidgenössische Materialprüfungsanstalt
- PE/BW (104)
- = Polyester/Baumwolle (Typ 104)
- BW (101)
- = Baumwolle (Typ 101)
- STPP
- = Natriumtripolyphosphat bzw. Natriumtriphosphat
- NTA
- = Nitrilotriessigsäure
- TAED
- = Tetraacetylethylendiamin
1. Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen enthaltend Tenside und gegebenenfalls
weitere in Wasch- und Reinigungsmitteln übliche Bestandteile, dadurch gekennzeichnet,
daß sie Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalze als Buildersubstanzen in Gegenwart
einer Borsauerstoffverbindung enthalten.
2. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Lactobionsäure
und/oder Lactobionsäuresalze in Mengen bis 40 Gew.-% vorliegen, bezogen auf die Gesamtzusammensetzung.
3. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsauerstoffverbindung
in den Zusammensetzungen in einer solchen Menge vorliegen, daß für 1 Mol Lactobionsäure
und/oder Lactobionsäuresalz wenigstens 1 Mol Bor enthalten ist.
4. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsauerstoffverbindung
ein Persauerstoffbleichmittel ist.
5. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Persauerstoffbleichmittel
ein Perborat ist.
6. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzungen
pulverförmige Wasch- und Reinigungsmittelzusammensetzungen sind.
7. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzungen
als Builderkomponente eine Kombination aus üblichen Buildersubstanzen und Lactobionsäure
und/oder Lactobionsäuresalzen als Cobuilder enthalten.
8. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die üblichen Buildersubstanzen
ausgewählt sind aus der Gruppe Zeolithe, Natriumcitrat und Aminopolycarbonsäuren.
9. Zusammensetzungen gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Lactobionsäure
und/oder die Lactobionsäuresalze als Cobuilder in Mengen bis zu 25 Gew.-% vorliegen,
bezogen auf die Gesamtzusammensetzung.
10. Zusammensetzungen für Wasch-, Reinigungs- und Bleichzwecke, dadurch gekennzeichnet,
daß sie Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalze als Buildersubstanzen in Gegenwart
einer Borsauerstoffverbindung enthalten.
11. Zusammensetzungen nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Borsauerstoffverbindung
ein Persauerstoffbleichmittel, vorzugsweise ein Perborat, ist.
12. Verwendung von Lactobionsäure und/oder Lactobionsäuresalzen als Buildersubstanzen
in Zusammensetzungen für Wasch- und Reinigungszwecke.
13. Verfahren zum Waschen oder Reinigen, dadurch gekennzeichnet, daß Lactobionsäure und/oder
Lactobionsäuresalze als Buildersubstanzen in Gegenwart von Borsauerstoffverbindungen
eingesetzt werden.
1. Detergent and cleaning agent compositions containing tensides and optionally other
conventional constituents found in detergent and cleaning agents, characterised in
that they contain lactobionic acid and/or lactobionic acid salts as builder substances
in the presence of a boron/oxygen compound.
2. Compositions according to Claim 1, characterised in that the lactobionic acid and/or
lactobionic acid salts are present in quantities of up to 40% by weight, relative
to the total composition.
3. Compositions according to Claim 1, characterised in that the boron/oxygen compound
is present in the compositions in such a quantity that at least 1 mol boron is contained
per 1 mol lactobionic acid and/or lactobionic acid salt.
4. Compositions according to Claim 1, characterised in that the boron/oxygen compound
is a peroxygen bleaching agent.
5. Compositions according to Claim 4, characterised in that the peroxygen bleaching agent
is a perborate.
6. Compositions according to Claim 1, characterised in that the compositions are powdered
detergent and cleaning agent compositions.
7. Compositions according to Claim 1, characterised in that the compositions contain
as the builder component a combination of conventional builder substances and lactobionic
acid and/or lactobionic acid salts as a co-builder.
8. Compositions according to Claim 7, characterised in that the conventional builder
substances are selected from the group zeolites, sodium citrate and aminopolycarboxylic
acids.
9. Compositions according to Claim 7, characterised in that the lactobionic acid and/or
the lactobionic acid salts are present as co-builders in quantities of up to 25% by
weight, relative to the total composition.
10. Compositions for washing, cleaning and bleaching purposes, characterised in that they
contain lactobionic acid and/or lactobionic acid salts as builder substances in the
presence of a boron/oxygen compound.
11. Compositions according to Claim 10, characterised in that the boron/oxygen compound
is a peroxygen bleaching agent, preferably a perborate.
12. Use of lactobionic acid and/or lactobionic acid salts as builder substances in compositions
for washing and cleaning purposes.
13. Method for washing or cleaning, characterised in that lactobionic acid and/or lactobionic
acid salts are used as builder substances in the presence of boron/oxygen compounds.
1. Compositions de lavage et de nettoyage, contenant des tensio-actifs et éventuellement
d'autres constituants usuels dans des produits pour le lavage et le nettoyage, caractérisées
en ce qu'elles contiennent de l'acide lactobionique et/ou des sels de l'acide lactobionique
à titre de substances à rôle d'adjuvants de détergence en présence d'un composé contenant
du bore et de l'oxygène.
2. Compositions selon la revendication 1, caractérisées en ce que l'acide lactobionique
et/ou les sels de l'acide lactobionique sont présents en quantités allant jusqu'à
40 % en poids, par rapport à la composition totale.
3. Compositions selon la revendication 1, caractérisées en ce que les composés du bore
et de l'oxygène sont présents dans les compositions en une quantité telle qu'il y
a, pour une mole d'acide lactobionique et/ou de sel d'acide lactobionique, au moins
une mole de bore.
4. Compositions selon la revendication 1, caractérisées en ce que le composé du bore
et de l'oxygène est un agent de blanchiment de type composé peroxygéné.
5. Compositions selon la revendication 1, caractérisées en ce que l'agent de blanchiment
de type composé peroxygéné est un perborate.
6. Compositions selon la revendication 1, caractérisées en ce que les compositions sont
des compositions pulvérulentes de lavage et de nettoyage.
7. Compositions selon la revendication 1, caractérisées en ce que les compositions contiennent
comme constituants adjuvants de détergence une combinaison de substances usuelles
à rôle d'adjuvants de détergence et de l'acide lactobionique et/ou de sels de l'acide
lactobionique à titre de co-adjuvant de détergence.
8. Compositions selon la revendication 7, caractérisées en ce que les substances usuelles
à rôle d'adjuvants de détergence sont choisies dans le groupe formé par des zéolites,
le citrate de sodium et des acides aminopolycarboxyliques.
9. Compositions selon la revendication 7, caractérisées en ce que l'acide lactobionique
et/ou les sels de l'acide lactobionique à titre de co-adjuvants de détergence sont
présents en quantités allant jusqu'à 25 % en poids, par rapport à la composition totale.
10. Compositions pour le lavage, le nettoyage et le blanchiment, caractérisées en ce qu'elles
contiennent de l'acide lactobionique et/ou des sels de l'acide lactobionique à titre
de substances à rôle d'adjuvants de détergence en présence d'un composé contenant
du bore et de l'oxygène.
11. Compositions selon la revendication 10, caractérisées en ce que le composé contenant
du bore et de l'oxygène est un agent de blanchiment de type composé peroxygéné, avantageusement
un perborate.
12. Utilisation de l'acide lactobionique et/ou de sels de l'acide lactobionique à titre
de substances à rôle d'adjuvants de détergence dans des compositions pour du lavage
et pour du nettoyage.
13. Procédé pour laver ou nettoyer, caractérisé en ce qu'on utilise l'acide lactobionique
et/ou des sels de l'acide lactobionique à titre de substances à rôle d'adjuvants de
détergence en présence de composés contenant du bore et de l'oxygène.