[0001] Die Erfindung betrifft eine Tür zum Öffnen und Verschließen einer Öffnung eines Durchlaufofens
zum Wärmebehandeln von Werkstücken unter Schutzgas, wobei die Öffnung zum Einlassen
oder Auslassen von Werkstücken dient, die durch eine Fördervorrichtung durch den
Ofen bewegt werden, und wobei durch die Öffnung das Schutzgas aus dem Ofen austritt.
[0002] Eine solche Tür ist aus der DE-PS 26 01 658 bekannt.
[0003] Bei solchen bekannten Durchlauföfen werden Werkstücke mittels eines Endlosbandes
durch den Ofen transportiert, in einer Heizzone bis auf eine bestimmte Temperatur
erwärmt, anschließend in einer nachfolgenden Kühlzone abgekühlt und daraufhin aus
dem Ofen abgeführt. Dem Ofenraum wird, meist in der Heizzone, ein Schutzgas von außen
zugeführt, das dafür sorgt, daß während der Wärmebehandlung keine Oxidationsprozesse
oder dgl. an den Werkstücken stattfinden. Das Schutzgas tritt dabei durch Öffnungen
an der Einlaß- und der Auslaßseite des Ofens aus und brennt, im Fall von Wasserstoff
als Schutzgas, mit dem Luftsauerstoff unter Bildung eines Flammenschleiers ab. Typische
Wärmebehandlungen sind Hart- und Hochtemperaturlöten, Aluminiumlöten, Einschmelzen,
Glühen, Härten, Anlassen, Einformen oder dgl..
[0004] Die endseitigen Öffnungen des Durchlaufofens zum Einlassen oder Auslassen von Werkstücken
sind durch eine Schiebetür verschlossen, die meist senkrecht oder leicht geneigt stehend,
höhenverschiebbar an der jeweiligen Öffnung angebracht ist. Die Tür ist dann jeweils
soweit nach oben verschoben, daß die in den Ofen einzubringenden oder aus diesem heraus
zu transportierenden Werkstücke gerade unter der Unterkante der hochgeschobenen
Tür durchtreten können. Außerdem, tritt, wie zuvor erwähnt, das Schutzgas auf beiden
Seiten von der Innenseite des Ofens her in Richtung Außenseite unter der Tür aus.
Das heiße Schutzgas, das aufgrund seiner Zusammensetzung (z.B. Wasserstoff) oder aufgrund
der Wärmeausdehnung ein geringeres spezifisches Gewicht als die Umgebungsluft aufweist,
strömt im wesentlichen im oberen Bereich der Öffnung zwischen der Unterkante der
hochgeschobenen Tür und dem Förderband aus dem Ofen aus. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit,
daß von der Außenseite her Luft in Form eines Keiles eintritt, der sich zwischen dem
Förderband und der Unterseite des unterhalb der Unterkante der hochgeschobenen Tür
ausströmenden Schutzgasstromes im bodenseitigen Bereich des Bandes in den Ofen hinein
erstreckt. Insbesondere bei geneigten Schiebetüren der eingangs genannten Art werden
Luftkeile beobachtet, die bis zu einem Meter weit in den Ofen hineinreichen.
[0005] Diese weit in den Ofen hineinreichenden Luftkeile haben folgende Nachteile. Zum einen
kann sich die Luft im Ofen mit dem Schutzgas, das meist wasserstoffhaltig ist, vermischen,
so daß Knallgasverpuffungen im Ofen stattfinden können, wodurch dieser erheblich
beschädigt werden kann. Ferner kann die in den Ofen eingebrachte Luft bzw. der darin
enthaltene Luftsauerstoff, insbesondere auf seiten der Heizzone dafür sorgen, daß
an den Werkstücken Oxidationsprozesse stattfinden. Haben einmal solche Oxidationsprozesse
stattgefunden, so sind diese auch in einer späteren Zone, in der die Schutzgasatmosphäre
voll wirksam ist, nicht mehr zu beseitigen. Selbst eine höhere Strömungsgeschwindigkeit
des Schutzgases im Ofen, was auch mit einem erheblich höheren Verbrauch des Schutzgases
verbunden wäre, kann den tief in den Ofen hineinreichenden Keil nicht verhindern.
Es wäre dadurch allenfalls möglich, den Keil in der Höhe zu vermindern, das hätte
allerdings lediglich den Nachteil, daß die einströmende Luft erst recht im Bodenbereich
des Ofens zusammengepreßt wird, genau in dem Bereich, in dem die Werkstücke auf dem
Band liegend transportiert werden. Selbst dann wäre noch ein ausreichender Kontakt
der Werkstücke mit dem Luftsauerstoff möglich, so daß allein schon durch die Temperatur
des heißen ausströmenden Schutzgases das Werkstück derart erwärmt wird, daß mit dem
eingebrachten Luftsauerstoff Oxidationsprozesse stattfinden können.
[0006] Aus der DE-PS 456 095, der DE-PS 287 400 und der DE-PS 265 858 sind Türen zum Verschließen
von Öfen bekannt, die um eine etwa horizontal verlaufende Achse verschwenkbar sind.
Bei diesen Öfen handelt es sich jedoch nicht um Durchlauföfen, in denen ein Schutzgas
von der Ofeninnenseite durch die Tür austreten kann. Die Türen dienen dazu, die Feuerungsöffnung
der Öfen dicht abzuschließen.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist eine Tür der eingangs genannten Art zu schaffen,
die in geöffnetem Zustand dem Eintritt von Luftsauerstoff in den Ofen entgegenwirkt.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß die Tür als eine, um eine quer
zur Durchlaufrichtung verlaufende, oberhalb der Öffnung angeordnete Achse verschwenkbare
Klappe ausgebildet ist, wobei beidseits der Klappe Seitenwände vorgesehen sind, die
bei geöffneter Klappe die seitlichen Bereiche der Klappe abdecken.
[0009] Die Unterkante der als Schwenkklappe ausgebildeten Tür bewegt sich bei der Öffnungsbewegung
von der endseitigen Öffnung des Ofens weg. Dadurch wird auch die Strömung des Schutzgases
aus dem Ofen heraus von der endseitigen Ofenöffnung aus bis zu dem Abstand, den die
Unterkante der Schwenkklappe von dieser Öffnung hat verlängert, quasi aus dem eigentlichen
Ofen herausgezogen, wodurch auch der Luftkeil an möglicherweise eintretenden Luft,
vom Ofenende weggeschoben wird. Es wurde auch festgestellt, daß der Luftkeil als
solcher wesentlich kürzer ist, d.h., es kann verhindert werden, daß die in den Innenraum
reichende Spitze des Luftkeiles überhaupt nicht bis an die eigentliche Öffnung am
Ofenende reicht, somit dort nicht mit den heißen Ofenwänden in Berührung kommt, so
daß die Luft nicht stark erwärmt wird, wie bei einem Luftkeil beim Stand der Technik,
der in den eigentlichen Ofenraum hineinreicht. Dadurch ist die Oxidationsaktivität
dieser kälteren Luft geringer. Auf der Einlaufseite hat dies außerdem noch den Vorteil,
daß die kalt zugeführten Werkstücke daher mit dem raltiv kalten Luftkeil noch nicht
reagieren können, so daß in der Übergangsphase des Eintritts in den Ofen noch keine
Oxidationsprozesse stattfinden können. Ist dann das Werkstück in den eigentlichen
Ofenbereich eingetreten und wird erwärmt, steht es nicht mehr in Berührung mit dem
Luftkeil. Durch Vorsehen von Seitenwänden beidseits der Klappe wird außerdem verhindert,
daß beim Öffnen der Klappe über die Seite her Luftsauerstoff in den Ofenraum eintreten
kann, wodurch auch die Bildung des an sich kürzeren Luftkeiles erklärt werden kann.
Die Seitenwände können direkt an der Klappe angebracht sein oder können unmittelbar
beidseits der Klappe in deren Verschwenkbereich stehend angeordnet sein.
[0010] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Seitenwände derart ausgebildet,
daß bei parallel zur Förderebene stehender, vollständig geöffneter Klappe der gesamte
Seitenbereich beidseits der Klappe abgedeckt ist.
[0011] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß bei vollständig geöffneter Tür die Seitenbereiche
vollkommen abgedeckt sind, so daß letztendlich das Ofengehäuse um die Länge bzw. die
Höhe der Tür verlängert ist. Dadurch kann erreicht werden, daß bei geöffneter Tür
der Ofenkanal beidseits ca. um 1 m verlängert werden kann, wodurch dann auch der Luftkeil
um etwa 1 m von der eigentlichen Ofenöffnung weggeschoben ist und dadurch dann im
eigentlichen Ofenbereich überhaupt keine Luftmengen eintreten können.
[0012] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung sind die Seitenwände als seitliche
Abkantungen der Klappe ausgebildet.
[0013] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß eine besonders konstruktiv einfache Klappe gebildet
wird, die aus einem einzigen Stück herstellbar ist, bei dem ein mittiger Bereich den
Teil der Klappe bildet, der den Ofenquerschnitt zudeckt, wobei dann dieser mittige
Bereich beidseits über die Abkantungen bzw. Kanten in die Seitenwände übergeht.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Klappe über ein
seitlich angeordnetes Gestänge verbunden und durch dieses verschwenkbar.
[0015] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß die erfindungsgemäße Tür durch einen einfachen
und robusten Mechanismus geöffnet werden kann, ohne dabei die Strömungsverhältnisse
beim Öffnen oder Schließen der Klappe zu verändern, so daß sichergestellt ist, daß
durch den Öffnungsmechanismus keine Turbulenzen entstehen, die beispielsweise für
ein Lufteintritt in den Ofen sorgen könnten.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Klappe über das
Gestänge in einer eine bestimmte, insbesondere gerade die Werkstücke durchlassende
Öffnungshöhe verschwenkbar und in dieser Stellung haltbar.
[0017] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß durch konstruktiv besonders einfache Maßnahmen
die Klappe in einer jeweiligen Stellung gehalten werden kann, die gerade den Eintritt
oder Austritt von Werkstücken ermöglicht, wodurch dann das ausströmende Schutzgas,
das unterhalb der äußeren Kante der Klappe eine gewisse Ausströmhöhe besitzt, ein
möglichst kleiner Luftkeil vorhanden ist. Diese Abhängigkeit der Öffnungshöhe der
Tür kann auch in Abhängigkeit von der Werkstückhöhe eingestellt werden, so daß die
Tür jeweils in der Öffnungsstellung fest gehalten ist, die den größtmöglichen Rückhalt
von Luftsauerstoff von der Außenseite her sicherstellt.
[0018] Durch das erfindungsgemäße Verschwenkprinzip der Türklappe wird außerdem sichergestellt,
daß je weiter die Tür von der Ofenöffnung weg verschwenkt wird, der Luftkeil umso
weiter von der Öffnung weg gedrängt wird, und somit dafür sorgt, daß die durch die
größere Öffnung an sich größere Möglichkeit des Eintrittes von Sauerstoff kompensiert
wird, so daß durchweg sichergestellt ist, daß kein Luftsauerstoff in den eigentlichen
Schutzgasinnenraum eintritt. Bei den Öffnungen des Standes der Technik wird dieser
Keil mit zunehmender Türöffnungshöhe ja immer größer, so daß bei hohen, großen, daher
meist auch teuren Werkstücken, eine besonders große Oxidationsgefahr besteht.
[0019] Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen
Kombinationen und in Alleinstellung einsetzbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden
Erfindung zu verlassen.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend anhand einiger ausgewählter Ausführungsbeispiele in
Zusammenhang mit den beiliegenden Zeichnungen näher beschrieben und erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 stark schematisiert einen Schnitt durch einen Durchlaufschutzgasofen im Bereich
der Einlaßöffnung für die Werkstücke, der mit einer erfindungsgemäßen Tür versehen
ist;
Fig. 2 eine der Fig. 1 entsprechende Darstellung eines Ofens mit einer Tür nach dem
Stand der Technik, und
Fig. 3 eine stark schematisierte Seitenansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Tür an einem Durchlaufschutzgasofen.
[0021] Ein in Fig. 1 dargestellter Ofen 10 weist eine Fördervorrichtung 12 zum Fördern von
Werkstücken 13, 14 durch den Ofen 10 auf, wie dies durch einen Pfeil 15 dargestellt
ist.
[0022] Die Fördervorrichtung 12 besteht dabei aus einem endlos umlaufenden Metallkettengliederband,
dessen Oberfläche, auf dem die Werkstücke 13, 14 ruhen, eine Förderebene 17 bildet.
Ein Gehäuse 16 des Ofens 10 weist eine endseitige Öffnung 18 auf, die in der Darstellung
von Fig. 1 eine Einlaßöffnung einer Heizzone 26 des Ofens 10 darstellt.
[0023] In Bandlaufrichtung 15 gesehen, vor der Öffnung 18, ist ein Brennraum 22 angeordnet,
dessen oberes Ende mit einem Abzug 24 versehen ist.
[0024] Im Brennraum 22 verbrennt Schutzgas 28, das aus dem Innenraum bzw. der Heizzone 26
des Ofengehäuses 16 austritt, unter Bildung von Flammen 30 mit dem Luftsauerstoff
der Umgebung, wodurch ein Flammenschleier entsteht. Die Verbrennungsgase treten dann
durch den Abzug 24 aus.
[0025] An der oberen Endkante 20 des Ofengehäuses 16, die gleichzeitig die obere Begrenzung
der Öffnung 18 bildet, ist eine Tür 32 befestigt.
[0026] Die Tür 32 besteht dabei aus einer Klappe 36, die um eine quer zur Förderrichtung
15 verlaufende Achse 34 verschwenkbar ist, wie dies durch einen Doppelpfeil 35 angedeutet
ist. Die Klappe 36 weist dabei eine solche Länge auf, daß sie in geschlossenen Zustand,
d.h. in der Darstellung von Fig. 1 in vertikaler Ausrichtung, die gesamte Öffnung
18 verschließt.
[0027] Beidseits des Verschwenkbereiches der Tür 32 sind hier nicht näher dargestellte Seitenwände
vorhanden, die ein seitliches Eindringen von Außenluft verhindern. Die Seitenwände
sind als separate, neben der Tür 32 stehende Bleche ausgebildet, die unmittelbar neben
den seitlichen Längskanten der Klappe 36 angeordnet sind.
[0028] In der in Fig. 1 dargestellten Verschwenkposition der Klappe 36 gibt diese etwa die
halbe Höhe der Öffnung 18 frei.
[0029] Die äußere, der Achse 34 entgegengesetzte Querkante 37 der Klappe 36 hat sich dabei
um einen Betrag von der Endkante 20 des Ofens, die die Öffnung 18 umrundet, weg bewegt.
Das aus dem Innenraum des Ofens 10 strömende Schutzgas 28, meist ein wasserstoffhaltiges
Schutzgas, strömt in einem in vertikaler Richtung schmalen Strom unterhalb der Kante
37 aus und verbrennt im Brennraum 22.
[0030] Da das Schutzgas 28 leichter als die umgebende Luft ist, bildet sich unterhalb des
ausströmenden Schutzgasstromes ein Luftkeil 38, der keilförmig, mit der Spitze voran,
in Richtung Innenraum bzw. im in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel in Richtung
Heizzone 26 reicht.
[0031] Die Spitze des Keiles 38 kommt dabei gerade etwa auf Höhe der Öffnung 18 zum Liegen,
d.h. es tritt kein Luftsauerstoff in die eigentliche Heizzone 26 des Ofens 10, die
mit der Endkante 20 des Ofens beginnt, ein. Ein bereits in die Heizzone 26 mittels
der Fördervorrichtung 12 eingebrachtes Werkstück 14 befindet sich nicht mehr in Berührung
mit dem Luftkeil 38. Das in der Heizzone 26 sich bereits erwärmende Werkstück 14 kann
daher nicht durch den Luftsauerstoff oxidiert werden.
[0032] Es ist außerdem sichergestellt, daß in dem relativ geringen Bereich, in dem sich
ausströmender Schutzgasstrom und Luftkeil 38 überschneiden, relativ wenig explosives
Knallgasgemisch bildet, so daß ein ruhiges Abbrennen des Schutzgases 38 im Brennraum
22 stattfindet.
[0033] Zur Deutlichmachung der Vorteile der vorliegenden Erfindung ist in Fig. 2 ein Ofen
10′ dargestellt, der in seinen Maßen dem Ofen 10 von Fig. 1 entspricht, der jedoch
mit einer Tür 40, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt ist, versehen ist.
[0034] Die Tür 40 ist als Schiebetür ausgebildet, die leicht geneigt angeordnet ist und
in ihrer Längsrichtung verschiebbar ist, wie dies durch einen Doppelpfeil 41 in Fig.
2 dargestellt ist. Die Schiebetür 40 befindet sich dabei in einer solchen Verschiebestellung,
daß in etwa die halbe Höhe der Einlaßöffnung 18 freigegeben ist, so daß Werkstücke
13, 14, die identisch wie die Werkstücke 13 und 14 in der Darstellung von Fig. 1 ausgebildet
sind, gerade unterhalb der Schiebetür 40 in den Ofen 10′ eintreten können.
[0035] Auch hier tritt das Schutzgas 28 unterhalb der Unterkante der Schiebetür 40 aus und
verbrennt unter Bildung von Flammen 30.
[0036] Unterhalb der Schiebetür 40 und des austretenden Schutzgasstromes 28 hat sich ein
Luftkeil 38′ ausgebildet, der wesentlich länger als der Luftkeil 38′ von Fig. 1 ausgebildet
ist und der außerdem, da sich ja die Unterkante der Schiebetür 40 in etwa der Ebene
der Öffnung 18 befindet, sehr weit in den Innenraum der Heizzone des Ofens 10′ hineinreicht.
Der Luftkeil 38′ reicht soweit in den Ofen hinein, daß er noch in Berührung mit dem
Werkstück 14 steht, daß bereits eine beträchtliche Strecke in der Heizzone transportiert
wurde, somit bereits erwärmt wurde, so daß unter diesen Bedingungen ein Oxidationsprozeß
am Werkstück 14 stattfinden kann. Durch die relativ große Berührungsstrecke zwischen
dem ausströmenden Schutzgasstrom 28 und dem in den Ofen 10′ einreichenden Luftkeil
38′ können erhebliche Vermischungen stattfinden, die zu Knallgasexplosionen im Endbereich
des Ofens führen können.
[0037] Aus der vergleichenden Darstellung von Fig. 1 und 2 ist deutlich zu entnehmen, daß
durch an sich konstruktiv einfache Maßnahmen beträchtliche Vorteile erzielt werden
können. Aus der vergleichenden Darstellung ist auch zu entnehmen, daß bereits bestehende
Öfen einfach umgerüstet werden können.
[0038] In Fig. 1 ist eine Tür 32 dargestellt, die als Einlaßtür für eine Heizzone 26 dient.
Es ist selbstverständlich möglich, in Durchlaufrichtung 15 gesehen, am gegenüberliegenden
Ende des Ofens 10, an der Auslaßöffnung entsprechend spiegelbildlich angeordnet, die
Tür 32 ebenfalls anzuordnen. Auch an der Auslaßtür herrschen der Fig. 1 vergleichbare
Strömungsverhältnisse, wobei lediglich die Transportrichtung der Werkstücke umgekehrt
ist.
[0039] Bei einem weiteren in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel, ist ein Ofen 50 an
seinem Auslaßende, die durch eine Öffnung 53 gebildet wird, mit einer erfindungsgemäßen
Tür 52 versehen.
[0040] Die Tür 52 weist gleichermaßen, wie die in Zusammenhang mit Fig. 1 beschriebene Tür
32, eine Klappe 55 auf, die um eine quer zur Förderrichtung 65 der Transportvorrichtung
62 verlaufende Achse 54 verschwenkbar ist. Die Achse 54 ist dabei ebenfalls im Bereich
der Oberkante bzw. dem oberen Ende der Öffnung 53 angeordnet.
[0041] Die Klappe 55 ist beidseits mit Seitenwänden in Form von seitlichen Abkantungen 56
versehen, die im Ausführungsbeispiel von Fig. 3 die Form eines Viertels eines Kreises
aufweisen. Die durch die in der Seitenansicht von Fig. 3 durch die seitliche Abkantung
56 verdeckte hintere Abkantung ist spiegelbildlich zu dieser ausgebildet.
[0042] In der Darstellung von Fig. 3 ist die Klappe 55 in ihrem nahezu vollständig ausgeklappten
Zustand dargestellt, d.h. die Klappe 55 verläuft etwa parallel zur Förderebene 67
der Fördervorrichtung 62 und weist von dieser einen Abstand in etwa der Höhe der
Auslaßöffnung 53 des Ofens 50 auf. Ein Werkstück 63, das von der Fördervorrichtung
62 aus dem Ofen 50 heraus transportiert wird, wird an der Oberseite noch teilweise
von der Klappe 55 und außerdem von den seitlichen Abkantungen 56 abgedeckt.
[0043] Die Tür 52 wirkt quasi wie eine Verlängerung des Ofens 50. Auch hier tritt unterhalb
der von der Öffnung 53 entfernt liegenden Kante der Klappe 55 das Schutzgas aus und
verbrennt in einem Brennraum 72 unter Bildung eines Flammenschleiers 73.
[0044] Der Ofen 50 ist auf der gegenüberliegenden Seite, d.h. also auf der Einlaßseite mit
einer entsprechend spiegelbildlich angeordneten Tür 52 bzw. Klappe 55 mit seitlichen
Abkantungen 56 versehen.
[0045] Die seitliche Abkantung 56 ist mit einem seitlich von dieser angeordneten Gestänge
58 verbunden, das mit einem hier nicht näher dargestellten Stellmotor verbunden ist.
Durch Verschieben des Gestänges 58 kann die Klappe 55 bzw. die Tür 52 bewegt werden,
wobei in Fig. 3 durch unterbrochene Linie die Tur 52′ in vollkommen geschlossenem
Zustand dargestellt ist, in der dann das Gestänge 58′ die dargestellte Stellung einnimmt.
[0046] In Fig. 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Ausbildung einer seitlichen
Abkantung 66 durch strichpunktierte Linien angedeutet, d.h. die seitlichen Abkantungen
nehmen eine etwa rechteckförmige Kontur ein. In der Ausgestaltung der rechteckförmigen
seitlichen Abkantungen 66 wird ein in den Ofen eintretendes oder dieses verlassendes
Werkstück 63 bei völlig geöffneter Tür 52, also mit etwa waagrecht verschwenkten
Klappe 55, beidseits und deckelseitig von der Tür 52 abgeschirmt, quasi der Ofenraum
um die Länge der Klappe 55 an beiden gegenüberliegenden Enden verlängert. Dadurch
wird dann besonders wirksam ein Eintreten von Luftsauerstoff von der Außenseite her
in den eigentlichen Ofenraum verhindert.
1. Tür zum Öffnen und zum Verschließen einer Öffnung (18, 53) eines Durchlaufofens
(10, 50) zum Wärmebehandeln von Werkstücken (13, 14, 63) unter Schutzgas (28), wobei
die Öffnung (18, 53) zum Einlassen oder zum Auslassen von Werkstücken (13, 14, 63)
dient, die durch eine Fördervorrichtung (12, 62) durch den Ofen (10, 50) bewegt werden,
und wobei durch die Öffnung (18, 53) das Schutzgas (28) aus dem Ofen (10, 50) austritt,
dadurch gekennzeichnet, daß die Tür (32, 52) als eine, um eine quer zur Durchlaufrichtung
(15, 65) verlaufende, oberhalb der Öffnung (18, 53) angeordnete Achse (34, 54) verschwenkbare
Klappe (36, 55) ausgebildet ist, wobei beidseits der Klappe (36, 55) Seitenwände (56,
66) vorgesehen sind, die bei geöffneter Klappe (36, 55) die seitlichen Bereiche der
Klappe (36, 55) abdecken.
2. Tür nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwände (56, 66) derart
ausgebildet sind, daß bei parallel zur Förderebene (67) stehender, vollständig geöffneter
Klappe (55) der gesamte Seitenbereich beidseits der Klappe (55) abgedeckt ist.
3. Tür nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwände als seitliche
Abkantungen (66) ausgebildet sind.
4. Tür nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Klappe (55) mit einem seitlich angeordneten Gestänge (58) verbunden ist und durch
dieses verschwenkbar ist.
5. Tür nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Klappe (55) über das Gestänge
(58) in einer eine bestimmte, insbesondere gerade die Werkstücke (33) durchlassende
Öffnungshöhe verschwenkbar ist und in dieser Stellung haltbar ist.